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Der Louisiana Purchase

Kurz erklärt Der Louisiana Purchase, deutsch auch Louisiana-Kauf, war der Kauf des Louisiana-Gebiets westlich des Mississippi von Frankreich. Mit dem Vertrag vom 30. April 1803 bekamen die USA für 15 Millionen Dollar, rund 4 Cent je Acre, laut National Archives 828.000 Quadratmeilen und verdoppelten ihre Fläche; der Senat stimmte am 20. Oktober 1803 mit 24 zu 7 Stimmen zu. Die Folgen für die indigenen Nationen im Gebiet überging der Vertrag.

Breiter, träge fließender Strom mit bewaldeten Ufern und Sandbänken unter weitem Himmel im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Was war der Louisiana Purchase?

Mit dem Louisiana Purchase kauften die Vereinigten Staaten 1803 von Frankreich das Gebiet Louisiana westlich des Mississippi. Den Vertrag unterzeichneten die Unterhändler am 30. April 1803 in Paris.[1] Für 15 Millionen Dollar, rund 4 Cent je Acre, bekamen die USA 828.000 Quadratmeilen und verdoppelten damit ihre Fläche.[1] Nach dem Office of the Historian des US-Außenministeriums umfasste das Gebiet ganz oder teilweise 15 heutige Bundesstaaten zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains.[2] Die National Archives nennen den Kauf den ersten großen Landerwerb in einer langen Reihe von Erweiterungen, die das ganze 19. Jahrhundert umspannten (Westexpansion der USA).[1] Verkauft hat Frankreich das Gebiet, auf das es Anspruch erhob[7]; dort lebten nach den National Archives Tausende Menschen aus Dutzenden indigenen Nationen.[1]

Wie kam es zum Louisiana Purchase?

Frankreich beanspruchte das Land westlich des Mississippi nach dem National Park Service (NPS) erstmals 1682 und nannte es nach König Ludwig XIV. La Louisiane.[7] Seit 1762 gehörte Louisiana Spanien.[2] Je weiter die Amerikaner über die Appalachen zogen, desto wichtiger wurde für sie der Mississippi: Auf ihm gingen die Waren aus dem Westen, damals das Land zwischen den Appalachen und dem Mississippi, nach New Orleans. Der Pinckney-Vertrag mit Spanien von 1795 sicherte ihnen das Recht, den Fluss zu befahren und ihre Waren in New Orleans auf Seeschiffe umzuladen.[2]

Im Vertrag von San Ildefonso vom 1. Oktober 1800 versprach Spanien, Louisiana an Frankreich abzutreten.[1] Napoleon Bonaparte, damals Erster Konsul der Französischen Republik, wollte das französische Kolonialreich in Amerika wiederbeleben. Nach dem Office of the Historian plante er, die Zuckerkolonie Saint-Domingue von aufständischen Sklaven zurückzuerobern und Louisiana zur Kornkammer dieses Reichs zu machen; der Senat spricht vom Sklavenaufstand gegen die Franzosen in Haiti.[1, 2, 4] Wann Frankreich das Gebiet tatsächlich übernahm, geben die Quellen verschieden an: Das Office of the Historian nennt 1802, der National Park Service den 30. November 1803, als Spanien Louisiana förmlich an Frankreich zurückgab.[2, 5]

Es gibt auf dem Erdball einen einzigen Ort, dessen Besitzer unser natürlicher und gewohnter Feind ist. Es ist New Orleans.

Thomas Jefferson, Präsident der USA, Brief an Robert R. Livingston vom 18. April 1802, in: The Papers of Thomas Jefferson, Bd. 37, S. 263 bis 267 Übersetzung der Redaktion[14]

Im Westen der USA wuchs die Sorge, das mächtigere Frankreich könnte New Orleans beherrschen. Präsident Thomas Jefferson traf militärische Vorbereitungen für einen Konflikt im Mississippi-Tal und schickte James Monroe nach Frankreich zu Robert Livingston.[2] Ihr Auftrag lautete nach den National Archives auf den Hafen New Orleans und die Floridas für bis zu 10 Millionen Dollar, nach dem Office of the Historian auf New Orleans und Westflorida. Der Senat schreibt, der Kongress habe für New Orleans und den Florida Panhandle 2 Millionen Dollar bewilligt, Jefferson habe ein Gebot bis zu 10 Millionen erlaubt.[1, 2, 4] Scheiterte der Kauf, sollten die Unterhändler ein Militärbündnis mit England suchen.[2]

Inzwischen verlor die französische Armee in Saint-Domingue viele Soldaten durch Gelbfieber, und ein Krieg zwischen Frankreich und England drohte.[2] Nach dem Senat brauchte Napoleon außerdem Geld.[4] Er gab seine Pläne für Louisiana auf, und zur Überraschung der Amerikaner fragte der französische Außenminister, wie viel die USA für ganz Louisiana zahlen würden. Man einigte sich auf 15 Millionen Dollar.[2, 4] Das ging weit über Jeffersons Anweisungen hinaus, trotzdem sagten Monroe und Livingston zu.[2] Das Gebiet war nach den National Archives größer als Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal zusammen.[1]

Hölzerne Kielboote mit Fässern und Säcken am schlammigen Ufer eines breiten Stroms, weiter draußen ankern Segelschiffe, warmes Abendlicht
Kielboote und Seeschiffe an einem großen Strom: Die Waren aus dem Westen gingen über den Mississippi nach New Orleans. Bild: KI-generiert

Was stand im Vertrag vom 30. April 1803?

Für die USA unterschrieben Robert R. Livingston und James Monroe, für die Französische Republik Francis Barbé Marbois, Minister des öffentlichen Schatzes. Nach dem französischen Revolutionskalender trägt der Vertrag das Datum des 10. Floréal im Jahr XI. Ausgehandelt und zuerst abgefasst wurde er auf Französisch.[1] Zum Louisiana Purchase gehören drei Dokumente: der Abtretungsvertrag und zwei Konventionen über das Geld.[1]

  • Artikel I tritt Louisiana für immer und mit voller Souveränität an die USA ab, so wie Frankreich es 1800 von Spanien erworben hatte.[1]
  • Artikel III verspricht den Bewohnern, sie so bald wie möglich als Bürger in die Union aufzunehmen und bis dahin ihre Freiheit, ihr Eigentum und ihre Religion zu schützen.[1]
  • Artikel VI verpflichtet die USA, die Verträge und Abmachungen zwischen Spanien und den indigenen Nationen einzuhalten, bis sie mit den Nationen neue vereinbart haben.[1]
  • Artikel VII lässt französische und spanische Schiffe zwölf Jahre lang zu denselben Abgaben wie amerikanische in die Häfen des Gebiets, darunter New Orleans.[1]

Die erste Konvention legte den Kaufpreis von 60 Millionen Franc fest. Die USA bezahlten ihn mit Staatsanleihen über 11.250.000 Dollar zu 6 Prozent Zinsen, zahlbar in London, Amsterdam oder Paris. Getilgt werden sollten sie ab dem 15. Jahr nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden, jedes Jahr mit mindestens 3 Millionen Dollar.[1] In der zweiten Konvention übernahmen die USA die Schulden Frankreichs bei amerikanischen Bürgern bis zu 20 Millionen Franc, umgerechnet 3.750.000 Dollar.[1]

Wie viel kostete der Louisiana Purchase?

Der Kaufpreis betrug 15 Millionen Dollar, rund 4 Cent je Acre (umgerechnet etwa 0,4 Hektar).[1] Nach der Library of Congress gilt der Kauf als das größte Immobiliengeschäft der Geschichte.[3] Die Public Land Statistics des Bureau of Land Management (BLM) nennen für den Louisiana Purchase Kosten von 23.213.568 Dollar. Ihre Kostenangaben stammen vom Geological Survey aus dem Jahr 1939; warum die Zahl vom Vertragspreis abweicht, erklärt die Tabelle nicht.[8]

Louisiana Purchase in Zahlen nach Quellen
AngabeWertQuelle
Kaufpreis laut Vertrag15.000.000 DollarNational Archives[1]
davon Anleihen für 60 Millionen Franc11.250.000 DollarNational Archives[1]
davon Forderungen amerikanischer Bürger, 20 Millionen Franc3.750.000 DollarNational Archives[1]
Kosten in der Statistik des Bundes23.213.568 DollarBureau of Land Management[8]
Preis je Acrerund 4 CentNational Archives[1]
Fläche828.000 QuadratmeilenNational Archives, Office of the Historian[1, 2]
Fläche818.000 QuadratmeilenNational Park Service[7]
Fläche530.000.000 AcresOffice of the Historian[2]
Fläche ohne die 1819 an Spanien gefallenen Gebiete529.911.680 Acres, davon 6.465.280 Acres WasserBureau of Land Management[8]
Anteil an der Gesamtfläche der USA ohne Außengebiete21,8 ProzentBureau of Land Management[8]

Wie wurde der Kauf ratifiziert?

Jefferson legte die Verfassung sonst eng nach ihrem Wortlaut aus, und sie gab der Regierung kein ausdrückliches Recht, Land zu kaufen.[2, 4] Auf eine Verfassungsänderung, die den Kauf abgesichert hätte, verzichtete er. Nach dem Senat hätte Napoleon es sich in der Zeit, die eine Änderung braucht, anders überlegen können; die National Archives schreiben, Napoleon habe gedroht, das Angebot zurückzuziehen.[1, 2, 4] Jefferson und seine Anhänger im Senat argumentierten, die Verfassung erlaube, ein Territorium zu verwalten, und das setze das Recht voraus, es zu erwerben. Der Oberste Gerichtshof bestätigte diese Begründung später.[4] Nach dem Office of the Historian trug die Entscheidung zum Grundsatz der stillschweigenden Befugnisse (implied powers) der Bundesregierung bei.[2]

Am 20. Oktober 1803 stimmte der Senat dem Vertrag mit 24 zu 7 Stimmen zu.[3, 4, 9] Die sieben Gegner waren alle Föderalisten. Sie warfen Jefferson vor, ohne ausdrückliche Grundlage in der Verfassung zu handeln, und Senator Samuel White aus Delaware warnte, Siedler zwei- bis dreitausend Meilen von der Hauptstadt entfernt könnten sich der Union entfremden.[4]

Wie wurde Louisiana übergeben?

Spanien war über den Verkauf verärgert, konnte ihn militärisch aber nicht verhindern. Am 30. November 1803 gab es Louisiana förmlich an Frankreich zurück, das das Gebiet damit nur 20 Tage besaß.[5] Am Dienstag, dem 20. Dezember 1803, übergab Frankreich Louisiana im Cabildo, einem Regierungsgebäude in New Orleans, an die USA. Für die USA nahmen es William C. C. Claiborne, Gouverneur des Mississippi-Territoriums, und General James Wilkinson entgegen.[5] Claiborne sicherte den Bewohnern den Schutz ihrer Freiheit, ihres Eigentums und ihrer Religion zu und bekräftigte das in einer Bekanntmachung auf Englisch, Französisch und Spanisch.[5]

Oberlouisiana um St. Louis blieb wegen des schwierigen Winterwegs den Mississippi hinauf bis Anfang März 1804 in spanischer Hand.[5] Spanien hatte diesen Teil noch nicht an Frankreich übergeben, deshalb fand die Übergabe in St. Louis in zwei Schritten statt. Am 9. März 1804 kamen Captain Amos Stoddard von der US-Armee und Meriwether Lewis über den Mississippi zum Haus des spanischen Gouverneurs Carlos de Hault de Lassus. Die spanische Flagge wurde eingeholt und die französische gehisst. Weil sich viele Einwohner laut NPS freuten, wieder französisch zu sein, ließen die Amerikaner sie bis zum Mittag des nächsten Tages wehen. Am 10. März unterschrieb Stoddard für Frankreich und für die USA, und die amerikanische Flagge ging hoch. Viele nennen den Doppeltag "Three Flags Day", Tag der drei Flaggen.[6] Lewis leitete mit William Clark die Lewis-und-Clark-Expedition, die schon 1803 am Zusammenfluss von Ohio und Mississippi in das neu erworbene Gebiet gekommen war.[7]

Steinernes Kolonialgebäude mit Rundbögen und schmiedeeisernem Balkon an einem gepflasterten Platz, davor ein hoher hölzerner Fahnenmast ohne Flagge, Nachmittagssonne
Ein Gebäude im Kolonialstil. Übergeben wurde Louisiana am 20. Dezember 1803 im Cabildo, einem Regierungsgebäude in New Orleans. Bild: KI-generiert

Welches Gebiet gehörte zum Louisiana Purchase?

Feste Grenzen nannte der Vertrag nicht. Louisiana ging an die USA mit dem Umfang, den es unter Spanien hatte und den es gehabt hatte, als Frankreich es besaß.[1] Die Grenzen legten erst spätere Verträge fest. 1810 erhoben sich amerikanische Siedler in Westflorida gegen Spanien, und die USA erklärten den Teil zwischen den Flüssen Mississippi und Perdido zum Teil des Louisiana Purchase.[10] Die Konvention von 1818 mit Großbritannien legte die Grenze zwischen dem Missouri-Territorium und Britisch-Nordamerika, dem späteren Kanada, auf den 49. Breitengrad.[11] Im Adams-Onís-Vertrag von 1819, der 1821 ratifiziert wurde, bestimmten die USA und Spanien die Westgrenze des Louisiana-Gebiets, und die USA erkannten die spanische Herrschaft über Texas an (Texanische Revolution).[10] Die Gebiete, die dabei an Spanien fielen, zählt die BLM-Statistik nicht zum Louisiana Purchase.[8]

Am 26. März 1804 unterzeichnete Jefferson das Gesetz, das den Kauf in zwei Teile gliederte: das Territorium Orleans mit der Stadt New Orleans und den Distrikt Louisiana, der den größten Teil des Landes umfasste.[9] Louisiana wurde am 30. April 1812, neun Jahre nach dem Kaufvertrag, als 18. Staat in die Union aufgenommen. Am 4. Juni 1812 entstand das Missouri-Territorium.[9] Welche heutigen Staaten aus dem Gebiet hervorgingen, zählt der Senat so auf: Louisiana, Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska, North Dakota und South Dakota sowie Teile von Minnesota, New Mexico, Montana, Wyoming und Colorado. Das sind 14 Staaten; das Office of the Historian spricht von ganz oder teilweise 15.[2, 4]

Staaten aus dem Gebiet des Louisiana Purchase (Liste laut Senat, Aufnahme laut Congressional Research Service)
StaatNennung beim SenatAufnahme in die Union
Louisianaals Staat30. April 1812[4, 9]
Missourials Staat10. August 1821[4, 9]
Arkansasals Staat15. Juni 1836[4, 9]
Iowaals Staat28. Dezember 1846[4, 9]
MinnesotaTeil11. Mai 1858[4, 9]
Kansasals Staat29. Januar 1861[4, 9]
Nebraskaals Staat1. März 1867[4, 9]
ColoradoTeil1. August 1876[4, 9]
North Dakotaals Staat2. November 1889[4, 9]
South Dakotaals Staat2. November 1889[4, 9]
MontanaTeil8. November 1889[4, 9]
WyomingTeil10. Juli 1890[4, 9]
Oklahomaals Staat16. November 1907[4, 9]
New MexicoTeil6. Januar 1912[4, 9]

Auch bei den Staaten, die der Senat ohne Einschränkung nennt, stammt nicht jedes Stück Land aus dem Kauf. Nach dem Congressional Research Service kam von Kansas nur ein Teil aus dem Louisiana Purchase, weiteres Land 1845 mit der Annexion von Texas; von Oklahoma war es ein Teil. North Dakota, South Dakota und Minnesota bekamen 1818 weiteres Land von Großbritannien.[9]

Was bedeutete der Louisiana Purchase für die indigenen Nationen?

Im Gebiet des Louisiana Purchase lebten nach den National Archives Tausende Menschen aus Dutzenden Nationen, und der Vertrag überging die Folgen für sie.[1] Ihre Ansprüche auf Louisiana stützten die europäischen Mächte nach dem National Park Service auf eine europäische Rechtslehre, die Entdeckungsdoktrin (Doctrine of Discovery): Die erste europäische Nation, die ihr unbekanntes Land "entdeckte", durfte es beanspruchen. Den indigenen Gemeinschaften ließ die Lehre nur einen sogenannten native title, das Recht, ihre Heimat zu bewohnen und zu nutzen, aber nicht, sie zu besitzen. Um ihr Land ganz zu übernehmen, mussten die Europäer trotzdem Verträge mit ihren Anführern schließen.[7] Die französischen Siedler kannten Nationen, die seit Jahrtausenden bei großen Orten wie Cahokia gelebt, Felder bestellt und gejagt hatten, doch nach den Regeln der europäischen Herrscher zählten deren Ansprüche weniger.[7]

Nach dem Kauf konnte die US-Regierung direkt mit den indigenen Gemeinschaften über ihr Land verhandeln. Eines der Hauptziele Jeffersons für die Expedition von Lewis und Clark war laut National Park Service, mit möglichst vielen indigenen Völkern Kontakt aufzunehmen und den Umfang und die Grenzen ihrer Besitzungen zu erfahren. Mit diesem Wissen konnten die USA das Land durch Vertrag oder Gewalt an sich nehmen.[7]

Mit den neuen Territorien und Staaten zogen nach den National Archives immer mehr Amerikaner aus dem Osten nach Westen, und es kam zu Konflikten. Am Ende wurden die Menschen in Reservate gezwungen und verloren große Teile ihres Landes, und die Regierung versuchte, ihre Lebensweise zu ändern und ihre Religionen und ihr kulturelles Erbe auszulöschen.[1] In den 1820er Jahren bestimmte die Regierung Land in den heutigen Staaten Oklahoma, Kansas und Nebraska zum "Indian Country", dem Indianer-Territorium. Viele indigene Menschen wurden auf verschiedenen Wegen dorthin umgesiedelt, auch nach dem Indian Removal Act von 1830 (Trail of Tears).[9] Für die indigenen Menschen westlich des Mississippi war der Louisiana Purchase nach dem National Park Service der Beginn von hundert Jahren Landverlust, Zwangsumsiedlung und Bedrohung ihrer überlieferten Lebensweise.[7]

Weite Prärie mit hohem Gras und einzelnen Pappeln an einem Bachlauf, darüber ein großer Himmel mit hohen Wolken im späten Nachmittagslicht
Grasland westlich des Mississippi. Hier lebten Menschen aus Dutzenden Nationen, als Frankreich das Gebiet an die USA verkaufte. Bild: KI-generiert

Wie hing der Kauf mit dem Streit um die Sklaverei zusammen?

Jede Erweiterung vergrößerte die USA und legte nach den National Archives zugleich die Gegensätze zwischen Norden und Süden offen, vor allem in der Frage der Sklaverei. Bei jedem neuen Territorium und Staat ging es um das Gleichgewicht zwischen "freien" Staaten und Sklavenstaaten.[1] Als Missouri Staat werden wollte, schlug der Abgeordnete James Tallmadge aus New York am 13. Februar 1819 vor, die Sklaverei dort schrittweise abzuschaffen, und löste damit einen Streit zwischen den Landesteilen aus. Der Missouri-Kompromiss nahm Maine als freien Staat und Missouri als Sklavenstaat auf und verbot die Sklaverei im übrigen Louisiana-Gebiet nördlich der Südgrenze Missouris auf 36 Grad 30 Minuten nördlicher Breite.[9] Am 30. Mai 1854 hob der Kansas-Nebraska Act diese Regel für die neuen Territorien Kansas und Nebraska auf; über die Sklaverei sollten dort die Bewohner selbst entscheiden (Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen).[9]

Zeitleiste

Zeitleiste: Louisiana Purchase
  1. 1682Frankreich beansprucht das Land westlich des Mississippi und nennt es La Louisiane.[7]
  2. 1762Louisiana geht an Spanien.[2]
  3. 1795Der Pinckney-Vertrag sichert den Amerikanern die Fahrt auf dem Mississippi und das Umladen in New Orleans.[2]
  4. 01.10.1800Im Vertrag von San Ildefonso verspricht Spanien, Louisiana an Frankreich abzutreten.[1]
  5. 30.04.1803Livingston, Monroe und Barbé Marbois unterzeichnen in Paris den Vertrag und zwei Konventionen.[1]
  6. 20.10.1803Der Senat stimmt dem Vertrag mit 24 zu 7 Stimmen zu.[4]
  7. 30.11.1803Spanien gibt Louisiana förmlich an Frankreich zurück.[5]
  8. 20.12.1803Frankreich übergibt Louisiana im Cabildo in New Orleans an die USA.[5]
  9. 10.03.1804In St. Louis wird nach der französischen die amerikanische Flagge gehisst ("Three Flags Day", 9. und 10. März).[6]
  10. 26.03.1804Ein Gesetz teilt das Gebiet in das Territorium Orleans und den Distrikt Louisiana.[9]
  11. 30.04.1812Louisiana wird als 18. Staat in die Union aufgenommen.[9]
  12. 1818Die Konvention mit Großbritannien legt die Nordgrenze auf den 49. Breitengrad.[11]
  13. 1819Im Adams-Onís-Vertrag bestimmen die USA und Spanien die Westgrenze des Louisiana-Gebiets (ratifiziert 1821).[10]
  14. 10.08.1821Missouri wird nach dem Missouri-Kompromiss Bundesstaat.[9]

Erinnerung heute

Den Vertrag und die beiden Konventionen bewahren die National Archives im National Archives Building in Washington auf; in ihrem Katalog zeigen sie auch die französische Austauschfassung.[1] Die Library of Congress besitzt in den Papieren von James Monroe einen Vertragsentwurf vom 30. April 1803 in Monroes Handschrift.[3] Den Zusammenfluss von Ohio und Mississippi, an dem Lewis und Clark 1803 in das gekaufte Gebiet kamen, führt der National Park Service als einen der wichtigen Orte am Lewis and Clark National Historic Trail.[7]

Karte

Die Karte zeigt die beiden Orte der Übergabe, New Orleans und St. Louis.[5, 6, 12, 13]

Karte: Orte der Übergabe des Louisiana-Gebiets125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Louisiana Purchase
Karte: Orte der Übergabe des Louisiana-Gebiets
  1. 1Louisiana Purchase (St. Louis, Ort der Übergabe vom 9. und 10. März 1804) 38,64° N, 90,24° W[13]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Häufige Fragen

Was war der Louisiana Purchase?

Der Kauf des Louisiana-Gebiets westlich des Mississippi durch die USA von Frankreich im Jahr 1803. Die USA verdoppelten damit ihre Fläche. Die National Archives nennen ihn den ersten großen Landerwerb in einer langen Reihe von Erweiterungen im 19. Jahrhundert.

Wann war der Louisiana Purchase?

Unterzeichnet wurde der Vertrag am 30. April 1803 in Paris, der Senat stimmte am 20. Oktober 1803 zu. Übergeben wurde Louisiana am 20. Dezember 1803 in New Orleans; in St. Louis folgte die Übergabe am 9. und 10. März 1804.

Wie viel kostete der Louisiana Purchase?

Der Kaufpreis betrug 15 Millionen Dollar, rund 4 Cent je Acre: 60 Millionen Franc, bezahlt mit Anleihen über 11.250.000 Dollar, und 3.750.000 Dollar für Forderungen amerikanischer Bürger an Frankreich. Die Statistik des Bureau of Land Management nennt Kosten von 23.213.568 Dollar, ohne den Unterschied zu erklären.

Warum verkaufte Napoleon Louisiana?

Napoleon wollte mit Louisiana ein französisches Kolonialreich in Amerika versorgen und dafür zuerst Saint-Domingue, das heutige Haiti, von aufständischen Sklaven zurückerobern. Dort verlor seine Armee viele Soldaten durch Gelbfieber, und ein Krieg mit England drohte. Nach dem Senat brauchte er außerdem Geld.

Welche Staaten gehören zum Louisiana Purchase?

Laut Senat Louisiana, Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska, North Dakota und South Dakota sowie Teile von Minnesota, New Mexico, Montana, Wyoming und Colorado. Das Office of the Historian spricht von ganz oder teilweise 15 heutigen Staaten zwischen Mississippi und Rocky Mountains.

Wie groß war das Gebiet des Louisiana Purchase?

Die National Archives nennen 828.000 Quadratmeilen, umgerechnet rund 2,1 Millionen Quadratkilometer; eine Seite des National Park Service nennt 818.000. Die Statistik des Bureau of Land Management zählt ohne die Gebiete, die 1819 an Spanien fielen, 529.911.680 Acres, das sind 21,8 Prozent der Gesamtfläche der USA ohne Außengebiete.

Was bedeutete der Kauf für die indigenen Völker?

Frankreich verkaufte seinen Anspruch auf das Gebiet, in dem Tausende Menschen aus Dutzenden Nationen lebten. Nach dem Kauf konnten die USA direkt mit den Nationen über ihr Land verhandeln und es durch Verträge oder Gewalt an sich nehmen. Der National Park Service nennt den Kauf für die Menschen westlich des Mississippi den Beginn von hundert Jahren Landverlust und Zwangsumsiedlung.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Louisiana Purchase Treaty (1803), Milestone Documents. National Archives. Stand Last reviewed 10.05.2022. abgerufen am 24.10.2026
  2. Amtliche Stelle Louisiana Purchase, 1803 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle Louisiana Purchase: Primary Documents in American History. Library of Congress, Research Guides. Stand Last Updated 02.10.2026. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle The Senate Approves for Ratification the Louisiana Purchase Treaty. United States Senate. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Louisiana Territory Officially Transferred. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand Last updated 07.12.2020. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle U.S. Takes Possession of Louisiana. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand Last updated 04.03.2020. abgerufen am 24.10.2026
  7. Amtliche Stelle Lewis and Clark Enter into Louisiana Purchase. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand Last updated 10.03.2025. abgerufen am 24.10.2026
  8. Amtliche Stelle Public Land Statistics 2024, Teil 1, Tabelle 1-1 Acquisition of the Public Domain, 1781 to 1867, mit Karte Acquisitions. U.S. Department of the Interior, Bureau of Land Management. Stand Ausgabe 2024. abgerufen am 24.10.2026
  9. Amtliche Stelle Admission of States to the Union: A Historical Reference Guide (R47747), Tabellen 1 und 2 und Zeittafeln der Staaten. Congressional Research Service, Library of Congress. Stand Updated 06.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
  10. Amtliche Stelle Acquisition of Florida: Treaty of Adams-Onis (1819) and Transcontinental Treaty (1821) (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle Rush-Bagot Pact, 1817 and Convention of 1818 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
  12. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Louisiana (New Orleans city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  13. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Missouri (St. Louis city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  14. Primärquelle Thomas Jefferson to Robert R. Livingston, 18 April 1802. National Archives, Founders Online (The Papers of Thomas Jefferson, Bd. 37, S. 263 bis 267). Stand 18.04.1802. abgerufen am 24.10.2026

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