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Die Schlacht am Little Bighorn
Kurz erklärt Die Schlacht am Little Bighorn fand am 25. und 26. Juni 1876 im Süden des heutigen Montana statt. Lakota und Cheyenne, unterstützt von wenigen Arapaho, besiegten das 7. Kavallerieregiment der US-Armee; George Armstrong Custer und alle rund 210 Mann seiner fünf Kompanien starben. Die Zahl der Krieger schätzt der National Park Service auf 1.500 bis 1.800 (andere Angaben bis etwa 2.000), die Toten von Lakota und Cheyenne schätzt ein Handbuch von 1969 auf 30 bis 300.

Wie kam es zur Schlacht am Little Bighorn?
Von 1866 an kämpften die Lakota unter Red Cloud gegen Reisende und Forts am Bozeman Trail (Red Clouds Krieg).[7] Nach ihrem Erfolg unterzeichneten Red Cloud und andere Anführer 1868 den Vertrag von Fort Laramie.[7] Der Vertrag vom 29. April 1868 schuf die Große Sioux-Reservation im Westen des heutigen South Dakota und sprach sie samt den Black Hills, die den Lakota heilig sind, ihnen zur ausschließlichen Nutzung zu.[7, 11] Sitting Bull lehnte die Verhandlungen ab und fühlte sich an den Vertrag nicht gebunden; auch Crazy Horse und viele umherziehende Gruppen jagten weiter außerhalb der Grenzen.[1, 7]
1874 führte Lieutenant Colonel George Armstrong Custer eine Expedition der Armee in die Black Hills, mitten in die Reservation. Geologen fanden Gold, und mit dem Goldrausch in den Black Hills drangen Goldsucher und Unternehmer in das Gebiet ein, obwohl der Vertrag das verbot.[1] Die Regierung wollte die Black Hills kaufen, die Lakota lehnten den Preis ab.[1] Im Winter 1875 verlangte der Commissioner of Indian Affairs, der für die Beziehungen zu den Nationen zuständige Beamte, dass sich alle Lakota bis zum 31. Januar 1876 in einer Reservation meldeten, sonst gälten sie als "feindlich". Kaum jemand folgte, und die Regierung übergab die Sache der Armee.[1]

Der Feldzug gehörte zum Großen Sioux-Krieg von 1876 bis 1877.[6] General Philip Sheridan schickte drei Kolonnen los: Colonel John Gibbon mit 450 Mann von Fort Ellis bei Bozeman, General George Crook mit rund 1.000 Mann von Fort Fetterman in Wyoming und am 17. Mai 1876 General Alfred Terry von Fort Abraham Lincoln bei Bismarck, mit dem ganzen 7. Kavallerieregiment als Kern.[1, 5, 6] Die Armee rechnete mit 800 bis 1.500 Kriegern, mit denen jede Kolonne allein fertig werden sollte.[1] Am 17. Juni schlugen Lakota und Cheyenne, unter ihnen Crazy Horse, Crook am Rosebud Creek zurück. Crook zog sich nach Wyoming zurück, Terry und Gibbon erfuhren davon nichts.[9, 10, 15]
Wer kämpfte am Little Bighorn?
Am Little Bighorn River stand im Juni 1876 eines der größten Lager von Plains-Nationen, die es je gab.[2] Wie viele Menschen dort lebten, ist geschätzt: Der National Park Service nennt einmal rund 8.000, einmal etwa 7.000, die Encyclopedia of the Great Plains 5.000 bis 8.000.[1, 2, 15] Im Lager waren mehrere Gruppen der Lakota, darunter Hunkpapa, Oglala und Miniconjou, dazu Dakota, Cheyenne und einige Arapaho.[2, 24]
Die Cheyenne (Eigenbezeichnung Tsistsistas) lagerten mit bis zu 300 Familienzelten am Nordende.[8, 18] Custer hatte im November 1868 ein Lager der Cheyenne am Washita River zerstört; dabei wurden der betagte Anführer Black Kettle, seine Frau und vierzig Männer, Frauen und Kinder getötet.[8] Von den Arapaho nennt der National Park Service fünf Männer, die mitkämpften; sie waren auf einem Zug gegen die Shoshone auf Lakota gestoßen und mit ihnen ins Lager gekommen.[24]
Die Zahl der Krieger schätzen heutige Historiker laut National Park Service auf 1.500 bis 1.800. Die Seite des National Park Service zum Lager nennt 1.500 bis 2.000, die Encyclopaedia Britannica und die Encyclopedia of the Great Plains etwa 2.000.[1, 2, 14, 15] Sitting Bull, ein angesehener Älterer und spiritueller Führer der Hunkpapa-Lakota, kämpfte selbst nicht mit.[7] Zwei bis drei Wochen vorher hatte er bei einem Sonnentanz eine Vision von Soldaten, die kopfüber in das Lager fielen, und einen großen Sieg vorausgesagt.[1, 29] Im Kampf traten unter anderen Crazy Horse von den Oglala-Lakota, Gall und der Cheyenne-Anführer Lame White Man hervor.[5, 10, 25]
Das 7. Kavallerieregiment war 1866 aufgestellt worden. Mehr als 40 Prozent seiner Soldaten waren im Ausland geboren, die meisten in Irland oder in den deutschen Staaten.[6] Formal nur stellvertretender Kommandeur, galt Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) George Armstrong Custer als Verkörperung des Regiments. Der 36-Jährige war an der Militärakademie West Point ausgebildet worden und im Bürgerkrieg Generalmajor gewesen.[5, 6] Mit dem Regiment ritten 35 indigene Scouts (Kundschafter), fast 30 Arikara und etwa sechs Crow (Eigenbezeichnung Apsáalooke).[3, 9]
Gut zu wissen
Bei den Sioux hieß der Fluss laut Utley Greasy Grass, Armeekarten verzeichneten ihn als Little Bighorn.[5]
Was geschah am 25. und 26. Juni 1876?
Custer teilt das Regiment
Am 22. Juni schickte Terry Custer auf einen weiten Umgehungsmarsch: Er sollte sich dem Lager von Osten und Süden nähern und verhindern, dass sich die Bewohner zerstreuten, während Terry und Gibbon von Norden kamen.[1] In der Nacht zum 25. Juni folgte das Regiment der Spur des Dorfes und stand am Morgen bei den Wolf Mountains, rund zwölf Meilen vom Lager entfernt.[1] Custer wollte sich dort verbergen und am 26. Juni im Morgengrauen angreifen. Als die Scouts meldeten, das Regiment sei entdeckt, befahl er den sofortigen Vormarsch, weil er fürchtete, die Bewohner würden angreifen oder sich zerstreuen.[1]
Er teilte das Regiment in vier Teile: den Tross mit Munition und Vorräten (125 Mann), drei Kompanien unter Captain Frederick Benteen (125 Mann), drei Kompanien unter Major Marcus Reno (140 Mann) und fünf Kompanien unter seinem eigenen Befehl (210 Mann). Benteen sollte im Südwesten nach Lagern suchen.[1]
Renos Angriff im Tal
Im Lager hatte es am Morgen Gerüchte über Soldaten gegeben, doch kaum jemand achtete darauf.[1]
Ich dachte nicht, dass irgendjemand kommen und uns angreifen würde, so stark, wie wir waren.
Custer befahl Reno, mit seinen 140 Mann und den Arikara-Scouts anzugreifen, und versprach ihm die Unterstützung des ganzen Regiments.[1] Reno überquerte den Fluss etwa zwei Meilen südlich des Dorfes und ritt auf dessen Südende zu. Die Krieger waren überrascht, stellten sich ihm aber rasch entgegen, und Reno ließ absitzen und eine Schützenlinie bilden.[1] Nach etwa 15 Minuten war die Stellung laut Utley nicht mehr zu halten. Reno wich in ein Wäldchen am Fluss aus und führte seine Männer dann in einem ungeordneten Rückzug über den Fluss auf die Steilhänge am Ostufer.[1, 5] Von den rund 130 Männern, die mit ihm ins Tal geritten waren, starben laut Utley 33, unter ihnen der Scout Charley Reynolds.[5] Gegen 16 Uhr erreichten die Überlebenden die Anhöhe, die heute Reno Hill heißt.[26]
Custers letztes Gefecht
Custer ritt unterdessen auf den Höhen östlich des Flusses nach Norden bis zu Medicine Tail Coulee, einem breiten Taleinschnitt hinunter zum Fluss und zum Dorf.[1] Unterwegs schickte er den Trompeter Giovanni Martini mit einer Nachricht zu Benteen, die Adjutant W. W. Cooke auf ein Blatt aus seinem Notizbuch geschrieben hatte: "Come on. Big Village. Be Quick. Bring packs." (übersetzt: Herkommen. Großes Dorf. Schnell. Packtiere mitbringen.)[1, 5] Martini sah Custers Männer als Letzter lebend; aus dem Bataillon überlebte keiner.[5]
Den weiteren Ablauf setzen Historiker aus Berichten der Lakota und Cheyenne, archäologischen Funden und der Lage der Toten zusammen.[1] Nach ersten Schusswechseln an der Furt von Medicine Tail Coulee zogen sich die Soldaten aus nicht geklärten Gründen auf den Calhoun Hill zurück, während die Krieger nach Renos Rückzug von mehreren Seiten heranrückten.[1] Utley beschrieb 1969, wie Krieger unter Gall an der Furt den Fluss überquerten und Crazy Horse in einem weiten Bogen von Norden her den Weg abschnitt.[5] Die Kompanien C und L leisteten am Südende des Höhenrückens Widerstand, Kompanie I fiel am Osthang, Kompanie E wahrscheinlich in einer Rinne auf der Westseite. Etwa 40 Männer wurden auf dem Hügel eingeschlossen, auf dem heute das Denkmal steht; wer am Ende auszubrechen versuchte, kam nicht durch.[1]
Utley nahm an, der Kampf habe kurz nach 16 Uhr begonnen und sei wahrscheinlich gegen 17 Uhr vorbei gewesen; die Encyclopaedia Britannica hält eine Dauer von fast zwei Stunden für möglich.[5, 14] Mit Custer starben sein Bruder Captain Tom Custer und sein Schwager Lieutenant James Calhoun.[5, 28]
Belagerung auf Reno Hill
Benteen hatte im Südwesten keine Lager gefunden und stieß auf der Anhöhe zu Renos geschlagenen Männern, bald kam auch der Tross.[1, 5] Als von Norden heftiges Feuer zu hören war, ritt Captain Thomas Weir mit seiner Kompanie ohne Befehl los, die übrigen folgten. Vom Weir Point aus sahen sie nur Staub und Pulverrauch über dem Schlachtfeld, dann drängten herankommende Krieger sie zurück.[1, 5] Auf Reno Hill umzingelten Lakota und Cheyenne die laut Utley 350 oder mehr Soldaten und Packknechte. Sie beschossen sie bis in die Dämmerung und am 26. Juni wieder vom Morgengrauen bis zum frühen Nachmittag.[5] Am Abend des 26. Juni zog das ganze Dorf nach Süden in Richtung der Bighorn Mountains ab.[1, 26] Am 27. Juni erreichten Terry und Gibbon den verlassenen Lagerplatz.[1]

Wie starb General Custer?
Lieutenant James H. Bradley und seine Crow-Scouts fanden auf dem Höhenrücken 197 Tote. Custers Leichnam lag knapp unterhalb der Kuppe am Nordende.[5] Laut dem Handbuch des National Park Service von 1969 hatte Custer zwei Schusswunden, eine in der linken Brust und eine an der linken Schläfe; skalpiert war er nicht.[5] Ob sein Leichnam verstümmelt wurde, geben zwei Seiten des National Park Service unterschiedlich an.[5, 31]
Am 28. Juni begruben Überlebende der 7. Kavallerie unter Reno Custers Männer dort, wo sie gefallen waren, in flachen Gräbern, die sie mit Tipistangen aus dem verlassenen Dorf markierten.[4] Ab 1877 wurden die Überreste Custers und vieler Offiziere in den Osten der USA gebracht.[4] Custer wurde am 10. Oktober 1877 in einer feierlichen Zeremonie in West Point beigesetzt, nahe der alten Kadettenkapelle.[5] Tom Custer liegt auf dem Nationalfriedhof von Fort Leavenworth.[28]
Wie viele Menschen starben am Little Bighorn?
Die Toten der Armee wurden gezählt und bestattet. Insgesamt nennt der National Park Service 268 getötete Soldaten, Zivilisten und Scouts der 7. Kavallerie[29], an anderer Stelle 263 Soldaten und Zivilisten.[30] Die Gefallenen der Lakota und Cheyenne nahmen ihre Familien gleich nach der Schlacht mit, deshalb kennt man ihre Zahl nur aus Schätzungen.[3, 4, 5]
| Gruppe | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Custers Bataillon (fünf Kompanien) | 210 Tote, keine Überlebenden | National Park Service[1] |
| Custers Bataillon | rund 215 Tote | Utley 1969[5] |
| Bataillone von Reno und Benteen | 47 Tote, 53 Verwundete | Utley 1969[5] |
| 7. Kavallerie insgesamt | die Hälfte des Regiments tot oder verwundet | Utley 1969[5] |
| Scouts der Armee | 6 Tote von 35 | National Park Service[9] |
| Lakota und Cheyenne | Schätzungen von 30 bis 300 Toten | Utley 1969[5] |
| Lakota und Cheyenne | etwa 50 bekannte Tote | Encyclopaedia Britannica[14] |
| Lakota und Cheyenne | rund 80 Tote | National Park Service[7] |
| Lakota und Cheyenne | 60 bis 100 Tote | National Park Service[29] |
| darunter Cheyenne | 7 Tote | National Park Service[8] |
Unter den toten Scouts waren die Arikara Bloody Knife, Bobtail Bull und Little Brave sowie Mitch Bouyer, der mit einer Crow verheiratet war.[9] Die sieben toten Cheyenne nennt der National Park Service mit Namen: Whirlwind (16 Jahre), Crooked Nose (16), Limber Bones (20), Black Bear (20), Lame White Man (38), Noisy Walking (18) und Cut Belly (etwa 30). Einen Siegestanz gab es bei den Cheyenne in der Nacht nach dem Kampf nicht, weil zu viele Familien trauerten.[8]
Welche Folgen hatte die Schlacht?
Der Dampfer Far West brachte die Verwundeten nach Bismarck und legte dort am 5. Juli 1876 um 23 Uhr an, nach 710 Meilen in 54 Stunden. Von dort ging die Nachricht per Telegraf nach Osten.[5] Sie erreichte die Öffentlichkeit mitten in den Feiern zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit.[15]
Für die Lakota und Cheyenne blieb der Sieg ein kurzer Erfolg. Die USA nahmen den Tod Custers zum Anlass, die Nationen mit noch mehr Truppen in die Reservationen zu zwingen, und die meisten als "feindlich" erklärten Gruppen ergaben sich innerhalb eines Jahres.[1] Crazy Horse ergab sich im Mai 1877 mit rund 1.100 Menschen in Camp Robinson in Nebraska (beim National Park Service Fort Robinson); Utley und die Chronologie des National Park Service nennen den 6., die Seite des National Park Service zu Crazy Horse den 7. Mai.[5, 10, 29] Er starb am 5. September 1877, nachdem er bei seiner Festnahme niedergestochen worden war.[10] Sitting Bull ging mit etwa 400 Hunkpapa nach Kanada und ergab sich am 20. Juli 1881 in Fort Buford.[5, 7]
Die letzten freien Gruppen der Cheyenne ergaben sich 1877. 1.000 von ihnen schickte die Regierung nach Süden in das Indianer-Territorium; 1878 und 1879 kämpften sich 300 unter Little Wolf und Morning Star zurück nach Montana.[8] Heute bilden die Cheyenne zwei anerkannte Nationen: den Northern Cheyenne Tribe, dessen Reservat 20 Meilen östlich des Schlachtfelds liegt, und die Cheyenne and Arapaho Tribes mit Sitz in Concho, Oklahoma.[8] Der Northern Cheyenne Tribe hat nach eigenen Angaben etwa 12.266 eingeschriebene Bürger.[19]
Die Black Hills gingen den Lakota verloren. 1876 legte eine Regierungskommission eine "Vereinbarung" über die Abtretung vor, die nur etwa 10 Prozent der erwachsenen Männer unterschrieben, obwohl der Vertrag von 1868 die Zustimmung von drei Vierteln verlangte; 1877 setzte der Kongress sie per Gesetz um.[12] Am 30. Juni 1980 bestätigte der Oberste Gerichtshof der USA, dass dies eine Enteignung war, und sprach eine Entschädigung von 17,1 Millionen Dollar, dem Marktwert der Black Hills von 1877, samt Zinsen seit 1877 zu.[12] Die neun beteiligten Nationen hatten das Geld laut PBS bis 2011 nicht angenommen, weil die Black Hills für sie nie zum Verkauf standen; die Summe war bis dahin auf über eine Milliarde Dollar angewachsen.[20] Der Streit um die Black Hills ist laut den National Archives bis heute nicht beigelegt.[11]
Zeitleiste
- 29.04.1868Vertrag von Fort Laramie: Die USA erkennen die Black Hills als Teil der Großen Sioux-Reservation an.[11] Verträge von Fort Laramie
- 1874Bei einer Expedition unter Custer finden Geologen Gold in den Black Hills; Goldsucher dringen in die Reservation ein.[1] Goldrausch in den Black Hills
- 31.01.1876Ablauf der Frist: Wer sich nicht in einer Reservation meldet, gilt als "feindlich".[1]
- 17.05.1876Die Dakota-Kolonne mit dem ganzen 7. Kavallerieregiment verlässt Fort Abraham Lincoln.[5, 6]
- 17.06.1876Lakota und Cheyenne schlagen General George Crook am Rosebud Creek zurück.[10, 15] Großer Sioux-Krieg
- 25.06.1876Custer teilt das Regiment; Renos Angriff scheitert, Custers fünf Kompanien fallen auf dem Höhenrücken.[1]
- 26.06.1876Am Abend endet die Belagerung von Reno Hill, das Dorf zieht nach Süden ab.[1]
- 28.06.1876Soldaten unter Reno bestatten Custers Bataillon dort, wo die Männer gefallen sind.[4]
- 05.07.1876Der Dampfer Far West erreicht Bismarck; die Nachricht geht per Telegraf nach Osten.[5]
- 1877Die USA nehmen die Black Hills per Gesetz in Besitz.[11, 12] Black Hills
- Mai 1877Crazy Horse ergibt sich mit rund 1.100 Menschen in Camp Robinson.[5, 10] Crazy Horse
- 10.10.1877Custer wird in West Point beigesetzt.[5] George Armstrong Custer
- 20.07.1881Sitting Bull ergibt sich in Fort Buford.[7] Sitting Bull
- 30.06.1980Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigt die Entschädigung für die Black Hills samt Zinsen seit 1877.[12]
- 10.12.1991Der Kongress benennt das Custer Battlefield National Monument in Little Bighorn Battlefield National Monument um.[13]
- 2003Einweihung des Indian Memorial.[3]
Erinnerung heute: das Schlachtfeld in Montana
1879 erklärte das Kriegsministerium das Schlachtfeld zum Nationalfriedhof.[3] 1881 ließ es auf dem Last Stand Hill ein Granitdenkmal errichten; die Überreste der Soldaten und der übrigen Gefallenen der Armee wurden in einem Massengrab um seinen Sockel beigesetzt.[3, 4] 1890 stellten Soldaten mehr als 240 weiße Marmorsteine an den Stellen auf, an denen Männer der 7. Kavallerie gefallen waren.[4] 1940 übernahm der National Park Service das Gelände, 1946 wurde es National Monument.[3, 14]
Lange erinnerte das Feld nur an die Sicht der Armee; die Lakota und Cheyenne gaben ihre Geschichte der Schlacht vor allem mündlich weiter.[3] Am 10. Dezember 1991 benannte der Kongress das bisherige Custer Battlefield National Monument in Little Bighorn Battlefield National Monument um, der Friedhof heißt seitdem Custer National Cemetery. Dasselbe Gesetz sah ein Denkmal für die indigenen Kämpfer vor.[13] Das Indian Memorial wurde 2003 eingeweiht. Es ehrt die Arikara, Apsáalooke (Crow), Arapaho, Cheyenne und Lakota und steht unter dem Leitgedanken "Peace Through Unity" (Frieden durch Einheit).[3] Seit 1999 markiert der National Park Service nach Absprache mit den Cheyenne und Lakota die Stellen, an denen ihre Krieger fielen, mit roten Granitsteinen; manche hatten Familien zuvor mit kleinen Steinhaufen gekennzeichnet.[25] Auf dem Reservat der Northern Cheyenne erinnert seit 1936 ein Denkmal an Two Moons, der in der Schlacht kämpfte.[19]
Im August 1983 verbrannte ein Grasfeuer 90 Prozent des Schutzgebiets.[16] 1984 und 1985 suchten Mitarbeiter und Freiwillige des Midwest Archeological Center des National Park Service das Gelände systematisch mit Metalldetektoren ab; die dabei entwickelte Methode wurde zum Standard für die Untersuchung von Schlachtfeldern.[17] Patronenhülsen, Geschosse, Pfeilspitzen und Knöpfe helfen seitdem, zusammen mit den Berichten indigener Augenzeugen, die Bewegungen der Kompanien zu rekonstruieren.[14] Zur Museumssammlung des Schutzgebiets gehören Munition, Ausrüstung von Soldaten und Pferdegeschirr aus dem Gelände.[27]

Wo liegt das Schlachtfeld?
Das Schlachtfeld liegt an den Höhen, Steilhängen und Rinnen am Little Bighorn River im Süden von Montana; die Postanschrift des Schutzgebiets ist Crow Agency.[1] Aktuelle Hinweise für einen Besuch gibt der National Park Service auf der Seite des Little Bighorn Battlefield National Monument.[1]
- 1Schlacht am Little Bighorn (Little Bighorn Battlefield National Monument) 45,57° N, 107,43° W[32]
Mythos und Wahrheit
Das populäre Bild von "Custer's Last Stand" ist laut Encyclopaedia Britannica bis heute von Mythen überlagert, und vieles über diesen Teil der Schlacht beruht auf Vermutungen.[14]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Custer und seine Männer verteidigten sich geschlossen auf dem Hügel bis zur letzten Patrone.
Was belegt ist
Laut National Park Service wurden nur etwa 40 der 210 Männer auf dem Hügel des heutigen Denkmals eingeschlossen. Die übrigen Kompanien fielen an verschiedenen Stellen des Höhenrückens, und gegen Ende versuchten Soldaten auszubrechen.[1]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Niemand überlebte die Schlacht am Little Bighorn.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Sitting Bull führte die Krieger in die Schlacht.
Was belegt ist
Sitting Bull war 1876 laut National Park Service über das Alter eines Kämpfers hinaus und nahm nicht am Kampf teil. Er schickte seine Neffen White Bull und One Bull in die Schlacht. Eine andere Seite des National Park Service schreibt, er habe den Kriegern gesagt, wo sie angreifen sollten.[7, 31]
Die Schlacht am Little Bighorn im Film
In "Sein letztes Kommando" (Originaltitel They Died with Their Boots On, USA 1941) von Raoul Walsh spielt Errol Flynn Custer, von der Ausbildung in West Point bis zur Schlacht am Little Bighorn. Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn eine "historisch anfechtbare, heroisch romantisierende Westernbiografie".[21] Anders erzählt Little Big Man von Arthur Penn, 1970 in die Kinos gekommen: Dustin Hoffman spielt Jack Crabb, der bei den Cheyenne aufwächst und die Schlacht am Greasy Grass überlebt, Richard Mulligan spielt Custer.[22, 23] Die Encyclopedia of the Great Plains sieht in dem Film eine revisionistische Erzählung vom Wilden Westen, die die Unruhe der späten 1960er Jahre spiegelt; Custer erscheint darin womöglich zum ersten Mal als eitel und am Ende wahnsinnig.[23]
Häufige Fragen
Wann war die Schlacht am Little Bighorn?
Am 25. und 26. Juni 1876. Custers fünf Kompanien fielen am Nachmittag des 25. Juni, die Belagerung auf Reno Hill endete am Abend des 26. Juni mit dem Abzug des Dorfes.
Wie starb General Custer?
Custer starb am 25. Juni 1876 mit allen Männern seines Bataillons auf dem Höhenrücken; sein Leichnam lag knapp unterhalb der Kuppe am Nordende. Laut dem Handbuch des National Park Service von 1969 hatte er zwei Schusswunden, in der linken Brust und an der linken Schläfe. Beigesetzt wurde er am 10. Oktober 1877 in West Point.
Wie viele Krieger kämpften am Little Bighorn?
Der National Park Service schätzt 1.500 bis 1.800 Krieger, andere Angaben reichen bis etwa 2.000. Im Lager lebten je nach Quelle 5.000 bis 8.000 Menschen.
Hat jemand aus Custers Truppe überlebt?
Aus Custers fünf Kompanien überlebte niemand, von seinem Bataillon fand man nur das verwundete Pferd Comanche lebend. Die Truppen unter Reno und Benteen überstanden die Belagerung auf Reno Hill. Laut einem Handbuch des National Park Service hatten sie im Tal und auf der Anhöhe zusammen 47 Tote und 53 Verwundete.
Warum heißt die Schlacht auch Custers letztes Gefecht?
Der englische Ausdruck Custer's Last Stand meint die Verteidigung der Anhöhe, auf der heute das Denkmal steht. Laut National Park Service wurden dort etwa 40 der 210 Männer eingeschlossen; die anderen Kompanien fielen an verschiedenen Stellen.
Wo liegt das Schlachtfeld vom Little Bighorn?
Im Süden von Montana am Little Bighorn River, Postanschrift Crow Agency. Es gehört zum Little Bighorn Battlefield National Monument, das bis 1991 Custer Battlefield National Monument hieß.
Quellen
- Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Village. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 19.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Memorial. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle 7th US Cavalry Memorial. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Robert M. Utley: Custer Battlefield National Monument, Montana. Historical Handbook Series No. 1, Kapitel Campaign of 1876 bis Custer Battlefield Today. National Park Service. Stand 1969, Onlinefassung 2002. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle 7th Cavalry. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 22.09.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Sitting Bull. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Cheyenne. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 28.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Scouts. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Crazy Horse (tashunka witco). National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle United States v. Sioux Nation of Indians, 448 U.S. 371 (1980). Supreme Court of the United States, United States Reports (Library of Congress). Stand 30.06.1980. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Public Law 102-201, 105 Stat. 1631 (Little Bighorn Battlefield National Monument). U.S. Congress, U.S. Government Publishing Office. Stand 10.12.1991. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Gregory J. W. Urwin: Battle of the Little Bighorn. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Douglas Scott: Little Bighorn, Battle of the. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Fire History. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Retrospection on Prospection (Vortrag von Steven De Vore, Transkript). National Park Service, Archeology Program. Stand 02.10.2014. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk John H. Moore: Cheyenne, Southern. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Northern Cheyenne Tribe Homepage. Northern Cheyenne Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Presse For Great Sioux Nation, Black Hills Can't Be Bought for $1.3 Billion. PBS NewsHour. Stand 24.08.2011. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Sein letztes Kommando (1941). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Little Big Man. filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Larry J. Zimmerman: Little Big Man. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Arapaho. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Deep Ravine Trail. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Reno-Benteen Defense Site. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Museum and Archival Collections. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 26.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Capt. Tom Custer. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle A Chronology of the Battle of the Little Bighorn and Aftermath. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Lt. Col. George Armstrong Custer. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Hunkpapa and Sihasapa. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Directions. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 27.10.2026
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