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Der Nez-Perce-Krieg 1877
Kurz erklärt Der Nez-Perce-Krieg begann am 17. Juni 1877 im White Bird Canyon in Idaho und endete am 5. Oktober 1877 am Bear Paw in Montana. Gruppen der Nez Perce (Nimiipuu), die den Vertrag von 1863 nie unterschrieben hatten, flohen nach dem National Park Service 126 Tage lang über mehr als 1.170 Meilen vor der US-Armee. Am Big Hole töteten Soldaten nach Angaben des National Park Service 60 bis 90 Nez Perce; am Bear Paw ergaben sich mehr als 400 Menschen, 200 bis 300 erreichten Kanada.

Wie kam es zum Nez-Perce-Krieg?
Die Nez Perce nennen sich selbst Nimiipuu. Ihr Land umfasste Teile der heutigen Bundesstaaten Idaho, Oregon und Washington; zum Fischen, Jagen und Handeln zogen sie bis in das heutige Montana und Wyoming.[15] 1855 verhandelte Isaac Stevens, der Gouverneur des Washington-Territoriums, in Walla Walla mit mehreren Nationen des Plateaus.[2, 15] Nach dem Nez Perce Tribe behielt die Nation damals ein Reservat von rund 7,5 Millionen Acres.[15] Der National Park Service schreibt dagegen, die Nimiipuu hätten 7,5 Millionen Acres abgetreten.[2]
1860 wurde im Reservat Gold gefunden. Die Regierung hielt die Eindringlinge nicht auf. Sie setzte 1863 einen neuen Vertrag durch, der das Reservat nach dem National Park Service um 90 Prozent verkleinerte, nach der Nation auf etwa 750.000 Acres.[2, 15] Die Gruppen, deren Land außerhalb der neuen Grenzen lag, verließen die Verhandlungen. Unterschrieben haben 51 Anführer aus dem verbleibenden Reservat; bei den Nimiipuu heißt der Vertrag seitdem "Thief Treaty", Diebesvertrag.[2] Zu den Gruppen ohne Vertrag gehörten die von Joseph aus dem Wallowa-Tal in Oregon und die von White Bird.[3, 4, 18]
Von 1874 bis 1877 vertrat Chief Joseph diese Gruppen in Verhandlungen mit Offizieren und Beamten. Bei einer Ratsversammlung am 15. Mai 1877 verlangte General Oliver O. Howard, der Befehlshaber der Armee im Nordwesten, dass alle Gruppen innerhalb eines Monats in das Reservat zogen.[18] Bis zum 2. Juni versammelten sich mindestens 600 Nez Perce aus mehreren Gruppen ohne Vertrag am Tolo Lake auf der Camas Prairie, einem alten Treffpunkt.[3] Josephs Gruppe hatte nach der Nation etwa 400 Menschen, darunter nur rund 60 Krieger, und musste das Wallowa-Tal verlassen.[17]
In der Nacht des 13. Juni ritten drei junge Männer aus der Gruppe von White Bird los. Sie suchten den Siedler Larry Ott, der einige Jahre zuvor den Vater eines von ihnen getötet hatte, fanden ihn nicht und überfielen andere Höfe. Am 14. Juni schlossen sich weitere Männer an; bis zum Abend hatten sie nach dem National Park Service 15 Siedler getötet, nach der Oregon Encyclopedia etwa 18.[3, 18] Die Anführer brachen ihren Rat ab, weil sie Vergeltung fürchteten, und zogen mit ihren Familien nach Lahmotta am White Bird Creek, einem der Wohnorte der White-Bird-Gruppe.[3, 4]
Wer kämpfte im Nez-Perce-Krieg?
Auf der Flucht waren nach HistoryLink etwa 800 Nez Perce, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, mit rund 3.000 Pferden und Packtieren. Der National Park Service nennt für Anfang August mehr als 800 Menschen und mehr als 2.000 Pferde, in Yellowstone 800 Menschen und fast 2.000 Pferde.[9, 11, 19] Die Zahl der Kämpfer schätzt ein Artikel der US-Armee auf einige hundert.[21] Joseph war nach HistoryLink einer von mehreren starken Anführern, neben White Bird, Looking Glass und Toohoolhoolzote. Die Kämpfer führte vor allem Looking Glass, Joseph sorgte als Lagerleiter dafür, dass die Familien sicher waren.[19] Die Oregon Encyclopedia nennt ihn einen Diplomaten und Unterhändler, nie einen Anführer im Krieg.[18] Im ersten Gefecht führten Josephs jüngerer Bruder Ollokot und Two Moons Gruppen von Kämpfern.[4]
Gegen sie setzte die Armee nach eigener Darstellung mehrere tausend Soldaten ein.[21] Die Verfolgung leitete General Howard. Die großen Gefechte führten Colonel John Gibbon am Big Hole, Colonel Samuel D. Sturgis mit der 7. Kavallerie am Canyon Creek und Colonel Nelson A. Miles am Bear Paw.[9, 12, 13, 20] Für die Armee ritten auch Kundschafter (Scouts) aus dem eigenen Volk, nach Two Moons Christen, und Crow, die die Nez Perce lange für Verbündete gehalten hatten.[8, 12] Die Nimiipuu waren damit auch untereinander gespalten. Nach der Oregon Encyclopedia zog die Mehrheit der Nez Perce nach und nach in das Reservat, eine große Minderheit widersetzte sich.[18]
Was geschah im Sommer 1877?
White Bird Canyon, 17. Juni
Captain David Perry ritt mit 106 Kavalleristen der Kompanien F und H und elf zivilen Freiwilligen von Fort Lapwai los, um die Täter der Überfälle festzunehmen.[4] Am Morgen des 17. Juni kam ihm im White Bird Canyon eine Abordnung von sechs Nez Perce mit weißer Fahne entgegen, die verhandeln sollte. Der Freiwillige Arthur "Ad" Chapman eröffnete aus nicht geklärten Gründen das Feuer auf sie.[4] Knapp 70 Nez Perce kämpften. Nach weniger als 30 Minuten musste Perry den Rückzug befehlen, und seine Truppe zerfiel in zwei Gruppen.[4] Perry ließ 34 Tote zurück; die Nez Perce hatten drei Verwundete und keinen Toten und nahmen rund 63 Karabiner, Pistolen und Munition an sich.[4] Es war das erste Gefecht des Krieges.[1, 21]
Looking Glass, Cottonwood und Clearwater
Die Gruppe von Looking Glass, etwa 150 Menschen, hatte den Tolo Lake schon am 10. Juni verlassen und lebte im Reservat. Howard traute ihr nicht und schickte Captain Stephen G. Whipple mit 60 Soldaten und 20 Freiwilligen. Am 1. Juli eröffnete einer seiner Männer während der Verhandlungen das Feuer. Die Soldaten verbrannten das Dorf und erbeuteten die meisten der 700 Pferde.[5] Danach schloss sich Looking Glass den Gruppen ohne Vertrag an. Howard schrieb später, man habe damit ein neues Hornissennest aufgestört.[5]
Vom 3. bis 5. Juli kam es bei Cottonwood zu Gefechten. Ein Trupp von zehn Mann unter Lieutenant Sevier M. Rains geriet dabei in einen Hinterhalt, keiner überlebte.[6] Am 11. Juli wollte Howard das Lager am South Fork des Clearwater River überraschen, doch die Nez Perce waren gewarnt, und der erste Tag endete unentschieden. Am 12. Juli setzte er Infanterie, Kavallerie und Artillerie ein, und die Nez Perce zogen sich langsam nach Kamiah zurück. Howard nahm das Lager und viele Vorräte, verfolgte sie aber nicht mit Nachdruck.[7]

Über den Lolo Trail nach Montana
Am 16. Juli 1877 zogen die Gruppen ohne Vertrag über den Lolo Trail nach Osten, den alten Weg der Nez Perce über die Bitterroot Mountains in die Büffelgebiete. Denselben Weg hatte die Lewis-und-Clark-Expedition 1805 benutzt.[8] Joseph wollte nach HistoryLink im Bitterroot-Tal abwarten und dann ins Wallowa-Tal zurückkehren; Looking Glass und Toohoolhoolzote wollten weiter in die Büffelgebiete, und Looking Glass setzte sich durch.[19]
Auf der Weippe Prairie nahm die Armee die Gruppe von Redheart fest, die sich der Flucht nicht angeschlossen hatte. Nach dem National Park Service waren es etwa 20 Menschen, die in Ketten 60 Meilen zu Fuß nach Lapwai gehen mussten und bis April 1878 in Fort Vancouver gefangen blieben.[8] Der Nez Perce Tribe nennt 33 Männer, Frauen und Kinder, acht Monate Haft und ein Kleinkind, das dabei starb.[16]
Am Lolo Creek hatte Captain Rawn mit zwei Kompanien der 7. Infanterie und mehr als 150 Freiwilligen eine Barrikade gebaut. Am 26. Juli erklärten ihm die Nez Perce, sie wollten friedlich durchziehen und ihre Waffen und Pferde behalten. Am 28. Juli umgingen sie die Sperre über eine steile Schlucht, die seitdem spöttisch Fort Fizzle heißt.[8]
Der Überfall am Big Hole, 9. August
Die Anführer der Nez Perce glaubten, die Armee werde ihnen nicht nach Montana folgen. Am 7. August lagerten die Nez Perce am Big Hole und ahnten nicht, dass Soldaten dicht hinter ihnen waren. Colonel John Gibbon brach in der Nacht mit 17 Offizieren, 132 Mann und 34 Zivilisten auf.[9] Vor dem Morgengrauen des 9. August griffen sie das schlafende Lager an. Ein Soldat erinnerte sich, sie hätten drei Salven tief in die Zelte geschossen und seien dann gestürmt; die Zelte wurden angezündet.[9] Die Krieger drängten die Soldaten auf eine Anhöhe zurück, erbeuteten ihre Haubitze und hielten sie dort fest, während die Familien ihre Toten begruben und weiterzogen.[9]
Zwischen 60 und 90 Nez Perce, Männer, Frauen und Kinder, wurden nach dem National Park Service getötet, wie viele verwundet wurden, ist unbekannt. Manche von ihnen wurden von Zivilisten aus dem Bitterroot-Tal getötet oder verletzt, die die Nimiipuu wiedererkannten.[9] Joseph schätzte später 80 Tote, darunter 50 Frauen und Kinder.[19] Unter Militär und Freiwilligen zählt der National Park Service 31 Tote und 38 Verwundete, HistoryLink nennt 29 Soldaten und fünf Freiwillige.[9, 19] Für die Nez Perce war der Überfall ein Wendepunkt: Sie hielten die Bewohner von Montana nicht mehr für ihre Freunde.[9]
Wenn wir einen Soldaten töteten, nahmen tausend seinen Platz ein. Wenn wir einen Krieger verloren, gab es keinen, der seinen Platz einnahm.

Camas Meadows und Yellowstone
Nach dem Big Hole zogen die Nez Perce über den Bannock Pass zurück nach Idaho und dann nach Osten.[9] In der Nacht zum 20. August ritten 28 Männer unter Ollokot (beim National Park Service Ollikut), Looking Glass und Tuxúulxulc'ut in Howards Lager bei Camas Meadows und trieben die meisten Maultiere fort. Howard musste neue Tiere aus Virginia City holen; auf Seiten der Armee starb ein Trompeter, zwei Soldaten starben später, fünf Verwundete kamen nach Virginia City.[10]
Am 23. August erreichten die Nez Perce den Yellowstone-Nationalpark, den kurz zuvor gegründeten ersten Nationalpark der USA.[10, 11, 18] In 13 Tagen trafen sie dort etwa 25 Touristen, nahmen einige als Geiseln oder griffen sie an und töteten zwei.[11] Über die Absaroka Mountains verließen sie den Park nach Montana.[11]
Canyon Creek, 13. September
Am Yellowstone River erkannten die Nez Perce, dass die Crow nicht zu ihnen halten würden, und zogen nach Norden in Richtung Kanada.[12] Am 13. September holte sie Sturgis mit der 7. Kavallerie am Canyon Creek ein. Eine Nachhut hielt die Soldaten von den Felsen der Schlucht aus auf, bis der Zug entkommen war.[12] Sturgis meldete 16 getötete Nez Perce; die Nez Perce selbst nannten nur einen Toten, den älteren Tookleiks (Fish Trap), den Crow erschossen. Auf Seiten der Armee starben drei Soldaten.[12] Viele Pferde gingen verloren, nach manchen Quellen 100 bis 400, die die Crow erbeuteten. Das machte den Zug langsamer.[12]
Die Belagerung am Bear Paw, 30. September bis 5. Oktober
Ende September lagerten die Nez Perce am Snake Creek in den Bear Paw Mountains, nur 40 Meilen vor der kanadischen Grenze. Die Nimiipuu nennen den Ort C'aynnim Alikinwaaspa, Ort des Dungfeuers.[13] Colonel Nelson A. Miles war ihnen mit 450 Mann in neun Tagen rund 260 Meilen entgegengezogen und griff am Morgen des 30. September an. Die 2. Kavallerie erbeutete die meisten Pferde, die 7. Kavallerie wurde an der Steilkante über dem Lager aufgehalten. Am ersten Tag starben 26 Nez Perce, unter ihnen Josephs jüngerer Bruder Ollikut und Lean Elk.[13]
Am 1. Oktober traf Joseph Miles unter einer weißen Fahne und wurde am Ende des Treffens in Ketten gelegt; die Nez Perce behielten daraufhin Lieutenant Jerome bei sich, und am 2. Oktober wurden beide ausgetauscht. Am selben Tag wurde Looking Glass erschossen.[13] Danach beschoss die Armee mit einer Kanone den Bereich, in dem die Familien Schutz suchten. Am 4. Oktober kam Howard mit kleiner Begleitung an.[13] In diesen letzten Kämpfen starb nach HistoryLink auch Toohoolhoolzote.[19]
Am 5. Oktober versprachen zwei Nez Perce aus den Gruppen mit Vertrag den Anführern White Bird und Joseph, man werde sie nach Idaho zurückbringen. White Bird traute dem nicht. Joseph riet zum Ende der Kämpfe, entscheiden musste nach dem National Park Service jeder selbst.[13] Um 14 Uhr übergab Joseph Miles und Howard sein Gewehr. Mehr als 400 Nez Perce ergaben sich; White Bird verließ das Lager in der Nacht mit 30 bis 50 Menschen, insgesamt erreichten 200 bis 300 Nez Perce Kanada.[13] Nez Perce erreichten in kleinen Gruppen das Lager von Sitting Bull bei Fort Walsh.[14]
Die Kapitulationsrede am Bear Paw
Bei der Übergabe soll Chief Joseph die Worte gesagt haben, die mit dem Satz "From where the sun now stands, I will fight no more forever" enden, sinngemäß: Von diesem Stand der Sonne an werde ich nie wieder kämpfen. Der National Park Service gibt die Rede ohne Einschränkung wieder.[13] Ihr Wortlaut ist aber umstritten. Er stammt von Lieutenant Charles Erskine Scott Wood, dem Adjutanten Howards, der zwischen 1877 und 1939 bis zu 19 Fassungen veröffentlichte und sie dabei veränderte; kein anderer Anwesender hat nach Venn je eine Bestätigung veröffentlicht.[24] Viele Anwesende bestätigen nach George Venn, dass Joseph etwas Ähnliches wie den Schlusssatz sagte, und 1879 benutzte Joseph selbst ähnliche Worte.[24]
Wie viele Menschen starben im Nez-Perce-Krieg?
Eine Gesamtzahl der Toten nennen die gelesenen Quellen nicht. Die Armee-Geschichte des U.S. Army Center of Military History spricht von schweren Verlusten auf beiden Seiten.[20]
| Gefecht | Datum | Armee und Freiwillige | Nez Perce |
|---|---|---|---|
| White Bird Canyon | 17. Juni 1877 | 34 Tote[4] | 3 Verwundete, keine Toten[4] |
| Cottonwood | 3. bis 5. Juli 1877 | Trupp von Rains (zehn Mann) getötet, dazu ein ziviler Kundschafter[6] | keine Angabe |
| Big Hole | 9. und 10. August 1877 | 31 Tote und 38 Verwundete laut NPS[9]; 29 Soldaten und 5 Freiwillige laut HistoryLink[19] | 60 bis 90 Tote laut NPS[9]; 80 laut Joseph[19] |
| Camas Meadows | 20. August 1877 | 1 Toter, 2 später gestorben, 5 Verwundete[10] | keine Angabe |
| Canyon Creek | 13. September 1877 | 3 Tote[12] | 1 Toter laut Nez Perce, 16 laut Sturgis[12] |
| Bear Paw | 30. September bis 5. Oktober 1877 | keine Angabe in den gelesenen Quellen | 26 Tote am ersten Tag, dazu Looking Glass am 2. Oktober[13] |
Dazu kamen die Siedler, die bei den Überfällen im Juni getötet wurden (15 nach dem National Park Service, etwa 18 nach der Oregon Encyclopedia), und zwei Touristen in Yellowstone.[3, 11, 18] Am Yellowstone River unterhalb des Canyon Creek töteten Nez Perce am 13. September zwei Wolfsjäger.[12]
Welche Folgen hatte der Nez-Perce-Krieg?
Miles hatte den Nez Perce nach einem Artikel der Armee die sichere Rückkehr in das Wallowa-Tal versprochen. Er wurde überstimmt.[21] Die 432 Gefangenen brachte die Armee im Winter nach Fort Leavenworth in Kansas und im folgenden Sommer in das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma.[14] Nach der Erinnerung von Yellow Wolf kostete das Klima dort viele das Leben, alle Neugeborenen und viele Alte starben.[14] Nach der Modoc Nation brachten Modoc, die seit dem Modoc-Krieg selbst als Kriegsgefangene in der Quapaw Agency lebten, die geschwächten und kranken Nez Perce von Baxter Springs mit Wagen nach Modoc Springs in ihrem Reservat.[25]
Joseph setzte sich acht Jahre lang dafür ein, dass sein Volk heimkehren durfte.[14, 18] 1885 durften die Überlebenden in den Nordwesten zurück. Ein Teil kam in das Reservat in Idaho; Joseph und andere schickte die Regierung wegen Drohungen aus Idaho auf die Colville Reservation in Washington.[14] Ins Wallowa-Tal kam Joseph außer zu zwei kurzen Besuchen nie mehr.[18]
Die Flucht hat die Nimiipuu dauerhaft verteilt. Die meisten leben nach dem National Park Service heute im Nez Perce Reservation in Idaho, im Umatilla Reservation in Oregon und auf der Colville Reservation in Washington, andere in Kanada. Spaltungen zwischen den Gruppen bestehen bis heute.[14] Die Armee-Geschichte des Center of Military History sieht in dem Feldzug ein Beispiel dafür, wie schwer sich reguläre Truppen gegen bewegliche Gegner taten, die das Gelände nutzten. Am Ende gaben nach dieser Darstellung die Überzahl der Soldaten, Haubitzen, Gatling-Kanonen und der Telegraf den Ausschlag.[20]

Zeitleiste
- 1863Ein neuer Vertrag verkleinert das Reservat der Nez Perce um 90 Prozent; mehrere Gruppen unterschreiben ihn nie.[2] Nez Perce
- 15.05.1877General Oliver O. Howard gibt den Gruppen ohne Vertrag einen Monat für den Umzug ins Reservat.[18] Chief Joseph
- 14.06.1877Nach Überfällen junger Männer aus der Gruppe von White Bird sind 15 Siedler tot, nach der Oregon Encyclopedia etwa 18.[3, 18]
- 17.06.1877Im White Bird Canyon schlagen die Nez Perce die Kavallerie unter Captain David Perry; der Krieg beginnt.[4]
- 01.07.1877Soldaten überfallen das Dorf von Looking Glass, der sich danach den Gruppen ohne Vertrag anschließt.[5]
- 11.07.1877Zweitägige Schlacht am Clearwater River; die Nez Perce ziehen sich nach Kamiah zurück.[7]
- 16.07.1877Die Nez Perce ziehen über den Lolo Trail nach Montana.[8] Lewis-und-Clark-Expedition
- 28.07.1877Die Nez Perce umgehen die Barrikade am Lolo Creek, die seitdem Fort Fizzle heißt.[8]
- 09.08.1877Soldaten unter Colonel John Gibbon überfallen das Lager am Big Hole und töten nach dem National Park Service 60 bis 90 Nez Perce.[9]
- 20.08.1877Bei Camas Meadows erbeuten Nez Perce die meisten Maultiere der Armee.[10]
- 23.08.1877Die Nez Perce erreichen den Yellowstone-Nationalpark.[11] Yellowstone-Nationalpark
- 13.09.1877Am Canyon Creek hält eine Nachhut der Nez Perce die 7. Kavallerie auf.[12]
- 30.09.1877Colonel Nelson A. Miles greift das Lager am Bear Paw an.[13]
- 05.10.1877Chief Joseph übergibt am Bear Paw sein Gewehr; mehr als 400 Nez Perce ergeben sich.[13]
- 1885Die Überlebenden dürfen in den Nordwesten zurück, nach Idaho oder auf die Colville Reservation.[14]
- 1965Der Kongress gründet den Nez Perce National Historical Park.[11]
- 06.10.1986Der Kongress schafft den Nez Perce National Historic Trail.[22]
Erinnerung heute
1965 gründete der Kongress den Nez Perce National Historical Park, der heute 38 Stätten in Idaho, Montana, Oregon und Washington umfasst.[11] Dazu gehören die Schlachtfelder im White Bird Canyon und am Bear Paw; das Schlachtfeld am Big Hole ist als Big Hole National Battlefield eine eigene Stätte des National Park Service.[9, 13, 23] 1986 kam der Nez Perce National Historic Trail hinzu. Das Gesetz beschreibt ihn als Route von etwa 1.170 Meilen von der Gegend um den Wallowa Lake in Oregon bis zum Bear Paw in Montana; verwaltet wird er vom U.S. Forest Service.[11, 22] Den Abschnitt durch den Yellowstone-Nationalpark halten viele Nez Perce nach dem National Park Service für einen heiligen Ort.[11]
Nach dem National Park Service bewegen die Ereignisse von 1877 die Nez Perce bis heute.[1] Der Nez Perce Tribe erinnert jedes Jahr in Fort Vancouver an die Gefangenschaft der Gruppe von Redheart, mit Gesang, Trommeln und einer Ehrung von Veteranen.[16] Am 9. Dezember 2020 kaufte der Tribe in Joseph im Wallowa-Tal das Gelände Am'sáaxpa (Ort der Felsblöcke), einen alten Dorfplatz der Nez Perce, auf 148 Acres. Der Vorsitzende Shannon Wheeler sprach von einem Schritt, die Gegenwart der Nez Perce in der Heimat ihrer Vorfahren wiederherzustellen.[17] Der Nez Perce Tribe mit Sitz in Lapwai ist eine bundesweit anerkannte Nation mit mehr als 3.500 Bürgern.[26]
Karte
Die Flucht führte durch vier heutige Bundesstaaten: von Oregon und Idaho über die Bitterroot Mountains nach Montana, durch den Yellowstone-Nationalpark in Wyoming und zurück nach Montana bis an die Bear Paw Mountains, 40 Meilen vor der kanadischen Grenze.[1, 8, 11, 13, 27]
- 1Nez-Perce-Krieg (White Bird Battlefield, Idaho) 45,78° N, 116,28° W[23]
- 2Chief Joseph (Bear Paw Battlefield, Montana) 48,38° N, 109,21° W[13]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Nez Perce wollten von Anfang an nach Kanada fliehen.
Was belegt ist
Nach dem National Park Service zogen sie zuerst in Richtung ihrer Verbündeten, der Crow. Erst am Yellowstone River, als klar war, dass die Crow zur Regierung hielten, wandten sie sich nach Norden. Nach HistoryLink wollte Joseph anfangs sogar nur im Bitterroot-Tal abwarten und dann heimkehren.[12, 13, 19]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Chief Joseph führte die Nez Perce als Feldherr durch den Krieg.
Häufige Fragen
Wann war der Nez-Perce-Krieg?
Von Juni bis Oktober 1877. Das erste Gefecht fand am 17. Juni im White Bird Canyon in Idaho statt, die letzte Schlacht vom 30. September bis 5. Oktober am Bear Paw in Montana. Die Flucht dauerte nach dem National Park Service 126 Tage.
Warum flohen die Nez Perce 1877?
Ein Vertrag von 1863 hatte das Reservat der Nez Perce um 90 Prozent verkleinert. Die Gruppen, die ihn nicht unterschrieben hatten, sollten 1877 in das kleine Reservat bei Lapwai ziehen. Nach Überfällen junger Männer auf Siedler griff die Armee an, und die Gruppen zogen über die Berge nach Montana, zuerst zu den Crow, dann in Richtung Kanada.
Wie weit flohen die Nez Perce?
Der National Park Service nennt mehr als 1.170 Meilen, rund 1.880 Kilometer, durch vier heutige Bundesstaaten. Die Armee-Geschichte des U.S. Army Center of Military History spricht von 1.300 Meilen, ein Artikel der Armee von mehr als 1.500 Meilen.
Wie viele Nez Perce starben am Big Hole?
Nach dem National Park Service 60 bis 90 Männer, Frauen und Kinder. Chief Joseph schätzte später 80 Tote, darunter 50 Frauen und Kinder. Auf Seiten der Soldaten und Freiwilligen starben laut National Park Service 31 Menschen.
Wer führte die Nez Perce im Krieg?
Mehrere Anführer, darunter Looking Glass, White Bird, Toohoolhoolzote, Ollokot und Joseph. Die Kämpfer führte nach HistoryLink vor allem Looking Glass. Chief Joseph war nach der Oregon Encyclopedia Diplomat und Unterhändler, nach HistoryLink sorgte er als Lagerleiter für die Familien.
Wie endete der Nez-Perce-Krieg?
Am 5. Oktober 1877 übergab Chief Joseph am Bear Paw sein Gewehr an Colonel Nelson A. Miles und General Oliver O. Howard. Mehr als 400 Nez Perce ergaben sich, 432 Gefangene kamen nach Fort Leavenworth und dann in das Indianer-Territorium. Erst 1885 durften die Überlebenden in den Nordwesten zurück.
Ist die Rede "I will fight no more forever" echt?
Ihr Wortlaut ist umstritten. Er stammt von Lieutenant C. E. S. Wood, der zwischen 1877 und 1939 bis zu 19 Fassungen veröffentlichte; andere Anwesende bestätigen nur, dass Joseph etwas Ähnliches wie den Schlusssatz sagte. Mehr dazu steht auf der Seite über Chief Joseph.
Quellen
- Amtliche Stelle The Flight of 1877. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 24.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Treaty Period. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Tolo Lake History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle White Bird Battlefield History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Looking Glass' 1877 Camp History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Cottonwood Skirmish Site History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 04.02.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Clearwater Battlefield History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Lolo Trail and Pass History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture: The Battle of Big Hole. National Park Service, Big Hole National Battlefield. Stand 27.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Camas Meadows History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Flight of the Nez Perce. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Canyon Creek History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 28.02.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Bear Paw Battlefield. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 10.10.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Aftermath of the Flight of 1877. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Nez Perce Tribe Purchases 148 Acres in Joseph, Oregon. Nez Perce Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Heinmot Tooyalakekt (Chief Joseph) (1840-1904) (Elliott West). The Oregon Encyclopedia, Oregon Historical Society und Portland State University. Stand 02.02.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Chief Joseph (1840-1904) (Jim Kershner, Essay 8975). HistoryLink.org. Stand 07.04.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle American Military History, Kapitel 14: Winning the West. The Army in the Indian Wars, 1865 to 1890. U.S. Army Center of Military History, Army Historical Series. Stand Seite aktualisiert 27.04.2001. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle David Kennaly: The Nez Perce War of 1877. U.S. Army, Army Heritage and Education Center. Stand 01.10.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1244: National scenic and national historic trails, Absatz (a)(14), eingefügt durch Pub. L. 99-445 vom 06.10.1986. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle White Bird Battlefield. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 28.07.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Chief Joseph's Surrender Speech as a Literary Text (George Venn, überarbeitet aus Oregon English Journal 20, 1998, S. 69 bis 73). Oregon Cultural Heritage Commission (Nachdruck). Stand 1998. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Nez Perce National Historic Trail. National Park Service. Stand 22.06.2021. abgerufen am 25.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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