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Chief Joseph

Kurz erklärt Chief Joseph (Heinmot Tooyalakekt, 1840 bis 1904) war ein Anführer der Wallowa-Gruppe der Nez Perce, die sich selbst Nimiipuu nennen. 1877 floh er mit anderen Gruppen vor der US-Armee und ergab sich am 5. Oktober 1877 am Bear Paw in Montana. Seine berühmte Kapitulationsrede kennt man nur aus der Fassung eines Offiziers, ihr Wortlaut ist umstritten.

Langgestreckter Bergsee in einem Tal, dahinter schneebedeckte Gipfel, am Ufer Gras und Kiefern im warmen Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wer war Chief Joseph?

Chief Joseph war ein Anführer der Nez Perce aus dem Wallowa-Tal im Nordosten des heutigen Oregon. Die Nation nennt sich selbst Nimiipuu.[8, 9] Nez Perce ist französisch und heißt durchbohrte Nase. Laut Britannica gaben Franzosen den Namen, weil sie Menschen mit Nasenschmuck irrtümlich für Nimiipuu hielten; die Nimiipuu selbst durchbohren ihre Nasen nicht.[20] Die National Portrait Gallery nennt dagegen Lewis und Clark als Namensgeber, obwohl durchbohrte Nasen selten waren.[17] Josephs eigener Name steht in den Quellen in verschiedenen Schreibweisen. Die Oregon Encyclopedia schreibt Heinmot Tooyalakekt und übersetzt ihn etwa als Donner, der zu höheren Berggipfeln aufsteigt; HistoryLink nennt In-Mut-Too-Yah-Lat-Tat und übersetzt Donner, der in den Bergen rollt.[10, 11]

Berühmt wurde Joseph 1877. Damals flohen mehrere Gruppen der Nez Perce, die einen Vertrag von 1863 nie unterschrieben hatten, vor der US-Armee bis kurz vor die kanadische Grenze. Am 5. Oktober 1877 übergab Joseph am Bear Paw in Montana sein Gewehr.[1, 2] Die Zeitungen hielten ihn für den Feldherrn dieser Flucht. Nach der Oregon Encyclopedia war er aber Diplomat und Unterhändler und nie Anführer im Krieg. Die Kämpfer führte nach HistoryLink und dem Autor David M. Buerge Looking Glass, Joseph sorgte als Lagerleiter für Frauen, Kinder und Alte.[10, 11, 12]

Herkunft im Wallowa-Tal

Joseph kam 1840 zur Welt. Die Oregon Encyclopedia nennt als Geburtsort das Wallowa-Tal, Buerge eine Höhle am Joseph Creek, einem Nebenfluss des Grande Ronde River.[10, 12] Sein Vater Tuekakas, bei den Siedlern Old Joseph, führte die Wallowa-Gruppe; seine Mutter hieß nach Buerge Khap-khap-on-imi.[10, 12] Der Vater ließ sich von dem Missionar Henry H. Spalding taufen, der 1836 in Lapwai im heutigen Idaho eine Mission gegründet hatte, und bekam den Namen Joseph. Später unterschieden die Siedler Old Joseph und Young Joseph.[11, 12] Die Familie kehrte bald zu ihrem alten Glauben zurück. Joseph folgte wie der Vater der Lehre des Wanapam-Propheten Smohalla, deren Anhänger die Weißen Dreamer nannten.[10, 12]

Die Verträge von 1855 und 1863

1855 verhandelte Isaac Stevens, der Gouverneur des Washington-Territoriums, in Walla Walla mit den Umatilla, Yakama, Nez Perce, Cayuse und Palouse.[7, 8] Nach dem Nez Perce Tribe behielt die Nation damals ein Reservat von rund 7,5 Millionen Acres.[8] Der National Park Service schreibt dagegen, die Nimiipuu hätten 7,5 Millionen Acres abgetreten.[7] Old Joseph unterschrieb, denn das Wallowa-Tal lag darin.[8, 11] 1860 wurde im Reservat Gold gefunden. Die Regierung hielt die Eindringlinge nicht auf und setzte 1863 einen neuen Vertrag durch. Er verkleinerte das Reservat nach der Nation auf etwa 750.000 Acres, nach dem National Park Service um 90 Prozent.[7, 8] Die Gruppen, die außerhalb der neuen Grenzen lebten, verließen die Verhandlungen. Unterschrieben haben 51 Anführer aus dem verbleibenden Reservat; der Senat ratifizierte den Vertrag 1867. Bei den Nimiipuu heißt er seitdem "Thief Treaty", Diebesvertrag.[7]

Old Joseph lehnte den Vertrag ab und zerriss nach Buerge sein Exemplar.[12] Er starb 1871. Auf dem Sterbebett nahm er seinem Sohn nach dessen Erinnerung das Versprechen ab, das Land mit den Gräbern der Eltern nie zu verkaufen.[4, 12] Im August 1871 übernahm Joseph die Führung der Gruppe.[11] Das erste Grab des Vaters wurde später geschändet; 1926 sahen 2.500 Menschen zu, als seine Überreste am Wallowa Lake neu bestattet wurden.[4]

Warum mussten die Nez Perce 1877 das Wallowa-Tal verlassen?

Von 1874 bis 1877 vertrat Joseph in Verhandlungen mit Offizieren, Agenten der Regierung und einer Delegation aus Washington die Gruppen, die den Vertrag von 1863 nicht anerkannten. Sie seien nicht an ihn gebunden, argumentierte er, und sein Volk könne das Land seiner Vorfahren nicht verlassen.[10] Nach Buerge bestätigten spätere Verhandlungen zunächst das Recht der Nez Perce auf das Wallowa-Tal, 1875 nahm die Regierung diese Entscheidung zurück. Im Januar 1877 verlangte die Armee, dass alle Gruppen ohne Vertrag in das Reservat bei Lapwai ziehen.[12] Bei einer Ratsversammlung am 15. Mai 1877 setzte General Oliver O. Howard eine Frist von 30 Tagen.[5, 10, 11] Joseph sah nach der Oregon Encyclopedia keine andere Wahl und war für den Umzug.[10]

Am 31. Mai 1877 durchquerte Josephs Gruppe bei Dug Bar den Snake River, der zu dieser Zeit viel Schmelzwasser führte. Frauen, Kinder, Alte und das Gepäck setzten auf Flößen aus Pferdehaut über, die schwimmende Pferde zogen. Mehrere Tausend Pferde und Rinder mussten durch den Fluss schwimmen, viele davon gingen verloren.[5] Bis zum 2. Juni versammelten sich mindestens 600 Nez Perce aus mehreren Gruppen ohne Vertrag am Tolo Lake auf der Camas Prairie, einem alten Treffpunkt der Nimiipuu. Das Wort Tepahlewam, Gespaltene Felsen (Split Rocks), bezieht sich nach dem National Park Service auf den Rocky Canyon westlich des Sees.[6]

In der Nacht des 13. Juni ritten drei junge Männer aus der Gruppe von White Bird los. Sie suchten einen Siedler, der den Vater eines von ihnen getötet hatte, fanden ihn nicht und überfielen stattdessen andere Siedlungen. Am 14. Juni schlossen sich weitere Männer an. Bis zum Abend hatten sie nach dem National Park Service 15 Siedler getötet, nach der Oregon Encyclopedia waren es etwa 18.[6, 10] Am 17. Juni griff die Kavallerie die Nez Perce im White Bird Canyon an und wurde geschlagen. Mit diesem Gefecht begann der Nez-Perce-Krieg.[1, 12]

Breiter, schnell fließender Fluss in einer tiefen, kargen Schlucht mit grasbewachsenen Hängen und Basaltfelsen im Frühsommerlicht
Schlucht des Snake River: Bei Dug Bar überquerte Josephs Gruppe den Fluss am 31. Mai 1877 Bild: KI-generiert

Die Flucht der Nez Perce 1877

Etwa 800 Nez Perce, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, brachen nach HistoryLink mit rund 3.000 Pferden und Packtieren auf. Buerge schätzt etwa 1.000 Menschen, von denen knapp ein Viertel kämpfte.[11, 12] Nach Gefechten bei Cottonwood und am Clearwater River, wo vom 11. bis 12. Juli gekämpft wurde, zogen sie über den Lolo Trail nach Montana. Diesen Weg hatte auch die Lewis-und-Clark-Expedition 1805 und 1806 benutzt.[1] Joseph wollte nach HistoryLink im Bitterroot-Tal abwarten und dann ins Wallowa-Tal zurückkehren. Looking Glass setzte sich durch, und der Zug ging weiter nach Osten in die Büffelgebiete.[11]

Am Morgen des 9. August 1877 überraschten Soldaten das Lager am Big Hole. Sie töteten nach dem National Park Service 60 bis 90 Männer, Frauen und Kinder.[1] Joseph selbst schätzte später 80 Tote, darunter 50 Frauen und Kinder; Colonel John Gibbon verlor nach HistoryLink 29 Soldaten und fünf Freiwillige. Der National Park Service zählt unter Militär und zivilen Freiwilligen zusammen 31 Getötete und 38 Verwundete.[11, 19] Danach zogen die Nez Perce in 13 Tagen durch den Yellowstone-Nationalpark, am 13. September hielten sie bei Canyon Creek die nachfolgende Kavallerie auf. Dann ging es nach Norden in Richtung Kanada.[1]

Die Flucht dauerte 126 Tage und führte nach dem National Park Service über mehr als 1.170 Meilen, rund 1.880 Kilometer, durch vier heutige Bundesstaaten.[1] Andere Quellen nennen andere Längen: Buerge 1.700 Meilen, eine Seite der Lake Roosevelt National Recreation Area 1.300 Meilen.[12, 15]

Die Kapitulation am Bear Paw

Ende September lagerten die Nez Perce am Snake Creek in den Bear Paw Mountains, nur 40 Meilen vor der kanadischen Grenze. Die Nimiipuu nennen den Ort C'aynnim Alikinwaaspa, Ort des Dungfeuers.[2] Am 30. September griff Colonel Nelson A. Miles mit 450 Mann an. Die 2. Kavallerie erbeutete in einem fünf Meilen langen Gefecht die meisten Pferde der Nez Perce, die 7. Kavallerie wurde an der Steilkante über dem Lager aufgehalten. Am ersten Tag starben 26 Nez Perce, unter ihnen Josephs jüngerer Bruder Ollokot, beim National Park Service Ollikut geschrieben, und Lean Elk.[2, 5]

Am 1. Oktober traf Joseph Miles unter einer weißen Fahne. Am Ende des Treffens ließ Miles ihn festhalten und in Ketten legen; die Nez Perce behielten daraufhin Lieutenant Jerome als Gast in ihrem Lager, am 2. Oktober wurden beide ausgetauscht.[2] Am selben Tag wurde Looking Glass erschossen, als er nach einem Reiter Ausschau hielt, den er für einen Lakota aus dem Lager von Sitting Bull hielt. Danach beschoss die Armee mit einer Kanone den Bereich, in dem die Familien Schutz suchten. Am 4. Oktober kam General Howard mit kleiner Begleitung an.[2]

Am Morgen des 5. Oktober kamen zwei Nez Perce aus den Gruppen mit Vertrag, die Howard begleiteten, ins Lager. Den beiden letzten erblichen Anführern, White Bird und Joseph, sagten sie, man werde sie nach Idaho zurückbringen und die Anführer nicht töten. White Bird traute diesen Versprechen nicht. Joseph riet zum Ende der Kämpfe, entscheiden musste nach dem National Park Service jeder selbst.[2] Um 14 Uhr traf Joseph Miles und Howard und übergab sein Gewehr. Mehr als 400 Nez Perce ergaben sich. White Bird verließ das Lager in der Nacht mit 30 bis 50 Menschen; insgesamt erreichten 200 bis 300 Nez Perce Kanada.[2] Viele von ihnen kamen in das Lager von Sitting Bull bei Fort Walsh.[3]

Flache Grashügel und eine schmale Bachsenke mit Weidengebüsch unter grauem Herbsthimmel, auf dem Gras liegt dünner Neuschnee
Hügel am Snake Creek in den Bear Paw Mountains, Ort der Kapitulation im Oktober 1877 Bild: KI-generiert

Die Kapitulationsrede: Was ist Legende, was ist belegt?

Berühmt ist Joseph vor allem durch die Worte, die er bei der Kapitulation gesagt haben soll. In der bekannten Fassung sagt er, er sei des Kämpfens müde, die Anführer seien tot, unter ihnen Looking Glass, die Kinder erfrören, und er wolle Zeit, um nach seinen Kindern zu suchen. Der Schlusssatz lautet im Englischen "From where the sun now stands I will fight no more forever", sinngemäß: von diesem Stand der Sonne an werde er nie wieder kämpfen.[13]

Wer hat die Rede aufgeschrieben?

Gedruckt erschien der Text am 17. November 1877 in der Zeitschrift Harper's Weekly. Dort ist die Rede Josephs abschließende Antwort an General Howard; der Nez Perce Captain John hatte nach langen Gesprächen mit Joseph die Übergabe verkündet. Nach dem Blatt war "our artist" der einzige Anwesende, der mitschrieb.[13] George Venn schreibt in einem Aufsatz über die Rede, dass Lieutenant Charles Erskine Scott Wood, der Adjutant von Howard, sein Leben lang behauptete, er habe die rund 155 Wörter wörtlich notiert.[14]

Belegt ist dieser Anspruch nur durch Wood selbst. Kein anderer Anwesender, auch Howard nicht, veröffentlichte nach Venn eine Bestätigung. Wood ließ zwischen 1877 und 1939 bis zu 19 Fassungen drucken und änderte dabei Wortlaut, Sprecher und Umstände; von 1918 an endete die Rede mit "Joseph will fight no more forever". Sein Original sei, so Wood, im Archiv der Armee verloren gegangen.[14] 1936 schrieb er dem Forscher Lucullus McWhorter privat, er habe die Rede für sich selbst "as a literary item" aufgeschrieben, also als literarisches Stück. Seit 1972 werfen ihm mehrere Historiker vor, die Rede selbst verfasst zu haben.[14]

Venn hält die Frage für offen. Viele andere Anwesende bestätigen, dass Joseph etwas Ähnliches wie den Schlusssatz sagte, und 1879 benutzte er selbst ähnliche Worte.[14] Die Oregon Encyclopedia schreibt vorsichtig, Wood habe eine kurze Rede aufgezeichnet, die angeblich mit dem berühmten Satz endete. Der National Park Service und Buerge geben die Rede dagegen ohne Einschränkung als Josephs Worte wieder.[2, 10, 12] Josephs eigene, viel längere Darstellung der Geschichte seines Volkes erschien im April 1879 in der Zeitschrift North American Review, nach Buerge auf Grundlage eines Gesprächs mit dem Geistlichen W. H. Hare. Viele Sammlungen drucken nach Venn heute diesen Text mit dem Titel "An Indian's View of Indian Affairs" statt der Kapitulationsrede.[12, 14]

Der "rote Napoleon"

Schon während der Flucht schrieb die Presse jeden Erfolg der Nez Perce Joseph zu und nannte ihn nach HistoryLink "The Red Napoleon". Die New York Times meinte nach dem Gefecht am Big Hole, die Nez Perce kämpften, als hätten sie das Kriegshandwerk in West Point gelernt, und Howard lobte später Josephs Feldherrnkunst.[11] Nach Buerge beruhte Josephs Ruhm zuerst auf diesem Irrtum, den der Telegraf und die neue landesweite Presse schnell verbreiteten; dazu kamen die Kapitulationsrede und sein Einsatz für sein Volk.[12]

Exil in Kansas und im Indianer-Territorium

Die Nez Perce hatten erwartet, nach der Kapitulation heimkehren zu dürfen. Stattdessen brachte die Armee die 432 Gefangenen im Winter nach Fort Leavenworth in Kansas und im folgenden Sommer in das Indianer-Territorium, das heutige Oklahoma.[3] Nach der Erinnerung von Yellow Wolf kostete das Klima dort viele das Leben, alle Neugeborenen und viele Alte starben.[3] Auch Josephs Tochter, die kurz vor Beginn des Krieges geboren worden war, starb im Exil.[11]

Joseph setzte sich acht Jahre lang dafür ein, dass seine Leute heimkehren durften.[3] 1878 malte ihn Cyrenius Hall in Fort Leavenworth, das Bild gehört heute der National Portrait Gallery der Smithsonian Institution.[17] 1879 reiste Joseph nach Washington, traf Präsident Rutherford B. Hayes und sprach vor Abgeordneten und Beamten. Nach der Oregon Encyclopedia nutzte er dabei sein Ansehen in der Presse geschickt, um das Unrecht an den Nez Perce zu zeigen.[10, 11]

1885 durften die Überlebenden zurück in den Nordwesten, Buerge nennt 268 Menschen.[12] Ein Teil kam in das Reservat in Idaho. Joseph und andere schickte die Regierung wegen Drohungen aus Idaho in die Colville Reservation im Bundesstaat Washington.[3] Nach HistoryLink fuhren Joseph und 149 weitere Menschen dorthin, etwa 118 meist christliche Nez Perce nach Lapwai. Geholfen hatte Chief Moses, dessen Gruppe in Colville lebte.[11, 15]

Die letzten Jahre auf der Colville Reservation

Josephs Gruppe lebte bei Nespelem nahe der Gruppe von Moses. Bei den San Poil und Nespelem, die ebenfalls auf dem Reservat lebten, war der Empfang nach HistoryLink kühler.[11] Joseph wohnte weiter im Tipi statt in dem Haus, das man ihm gebaut hatte, und blieb bei seinem Glauben; seine Leute bauten ein Langhaus für ihre Zeremonien.[11, 12]

Er reiste mehrmals in den Osten, um für die Rückkehr ins Wallowa-Tal zu werben, und ritt einmal in der Parade zur Eröffnung des Grabmals von Grant (Grant's Tomb) mit.[10] 1897 sah er in New York die Wild West Show von Buffalo Bill im Madison Square Garden und traf dort nach HistoryLink seine früheren Gegner Howard und Miles.[11] 1899 durfte er kurz ins Wallowa-Tal, 1900 stand er am Grab seines Vaters, das inzwischen ausgeraubt worden war.[12] Seinen Wunsch, Land nahe dem Grab und am Wallowa Lake zurückzubekommen, verspotteten die Siedler, und ein Inspektor der Regierung riet ihm, in Colville zu bleiben.[11] Außer zu zwei kurzen Besuchen durfte er nie mehr in die Wallowas.[10] 1903 sprach er neben Howard an der Carlisle Indian Industrial School in Pennsylvania.[11]

Wie starb Chief Joseph?

Chief Joseph starb am 21. September 1904 in seiner Behausung (lodge) auf der Colville Reservation.[10, 12, 15] Nach der Oregon Encyclopedia war es wahrscheinlich ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Der Arzt, der ihn behandelt hatte, sagte nach HistoryLink, Joseph sei an gebrochenem Herzen gestorben.[10, 11] Sein Grab mit einem großen Denkmal liegt in Nespelem.[10] Der Friedhof der Nez Perce dort ist der wichtigste Friedhof der Joseph-Gruppe, auch Yellow Wolf und andere Teilnehmer der Flucht liegen dort. Verwaltet wird er von den Confederated Tribes of the Colville Reservation; der National Park Service nennt ihn eine kulturell sensible Stätte und rät von Besuchen ab.[16]

Sanfte, trockene Hügel mit vereinzelten Ponderosa-Kiefern über einem weiten Flusstal im Spätsommer, goldenes Gras und klarer Himmel
Hügelland im Norden des Bundesstaats Washington, wo Chief Joseph ab 1885 auf der Colville Reservation lebte Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Chief Joseph
  1. 1840Joseph kommt im Wallowa-Tal zur Welt.[10]
  2. 1855Sein Vater unterschreibt den Vertrag von Walla Walla; das Wallowa-Tal liegt im Reservat.[7, 11]
  3. 1863Ein neuer Vertrag verkleinert das Reservat der Nez Perce um 90 Prozent; Old Joseph lehnt ihn ab.[7, 11] Nez Perce
  4. August 1871Nach dem Tod des Vaters übernimmt Joseph die Führung der Wallowa-Gruppe.[11]
  5. 15.05.1877General Oliver O. Howard gibt den Gruppen ohne Vertrag 30 Tage für den Umzug ins Reservat.[5, 10]
  6. 31.05.1877Josephs Gruppe überquert bei Dug Bar den Hochwasser führenden Snake River.[5]
  7. 17.06.1877Gefecht im White Bird Canyon; der Nez-Perce-Krieg beginnt.[1] Nez-Perce-Krieg
  8. 09.08.1877Soldaten überfallen das Lager am Big Hole und töten nach dem National Park Service 60 bis 90 Nez Perce.[1] Nez-Perce-Krieg
  9. 05.10.1877Joseph übergibt am Bear Paw sein Gewehr; mehr als 400 Nez Perce ergeben sich.[2] Nez-Perce-Krieg
  10. 17.11.1877Harper's Weekly druckt die Kapitulationsrede, deren Wortlaut bis heute umstritten ist.[13, 14]
  11. 1878Die Gefangenen kommen von Fort Leavenworth in das Indianer-Territorium.[3, 11]
  12. 1879Joseph reist nach Washington und trifft Präsident Rutherford B. Hayes.[10, 11]
  13. 1885Joseph kommt mit seiner Gruppe auf die Colville Reservation.[3, 12]
  14. 21.09.1904Joseph stirbt auf der Colville Reservation.[10, 15]

Die Nimiipuu heute

Die Flucht von 1877 hat die Nimiipuu auf mehrere Reservate verteilt. Die meisten leben nach dem National Park Service heute im Nez Perce Reservation in Idaho, im Umatilla Reservation in Oregon oder auf der Colville Reservation in Washington, andere in Kanada.[3] Der Nez Perce Tribe mit Sitz in Lapwai ist eine bundesweit anerkannte Nation mit mehr als 3.500 Bürgern.[8, 9] Die Chief Joseph Band of Nez Perce ist eine der zwölf Gruppen der Confederated Tribes of the Colville Reservation, deren Verwaltung in Nespelem sitzt.[18]

Mehr über die Nation steht auf der Seite Nez Perce (Nimiipuu), über den Krieg auf Der Nez-Perce-Krieg 1877 und über das deutsche Wort für Chief auf Häuptling. Viele Orte der Flucht gehören heute zum Nez Perce National Historical Park, darunter Dug Bar, Big Hole und Bear Paw; der Tolo Lake ist ihm als angeschlossene Stätte (affiliated site) zugeordnet.[1, 6] Nach Joseph benannt sind nach HistoryLink unter anderem der Chief Joseph Dam am Columbia River und die Stadt Joseph im Wallowa-Tal.[11]

Häufige Fragen

Wer war Chief Joseph?

Chief Joseph war ein Anführer der Wallowa-Gruppe der Nez Perce (Nimiipuu) aus dem Nordosten des heutigen Oregon. Er führte die Gruppe ab 1871, war Sprecher der Nez Perce ohne Vertrag und ergab sich am 5. Oktober 1877 nach der Flucht vor der US-Armee am Bear Paw in Montana.

Ist die Rede "I will fight no more forever" echt?

Das ist umstritten. Den Wortlaut kennt man nur von Lieutenant C. E. S. Wood, der die Rede zwischen 1877 und 1939 in bis zu 19 Fassungen veröffentlichte und sie 1936 privat ein literarisches Stück nannte. Andere Zeugen bestätigen nur, dass Joseph etwas Ähnliches wie den Schlusssatz sagte.

Wann und wo ergab sich Chief Joseph?

Am 5. Oktober 1877 gegen 14 Uhr übergab Joseph am Snake Creek in den Bear Paw Mountains in Montana sein Gewehr; die Kapitulation nahmen Colonel Nelson A. Miles und General Oliver O. Howard entgegen. Der Ort liegt nach dem National Park Service nur 40 Meilen vor der kanadischen Grenze. Mehr als 400 Nez Perce ergaben sich mit ihm.

Wie starb Chief Joseph?

Er starb am 21. September 1904 in seiner Behausung auf der Colville Reservation im Bundesstaat Washington, nach der Oregon Encyclopedia wahrscheinlich an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sein Arzt sagte, er sei an gebrochenem Herzen gestorben.

Wie alt wurde Chief Joseph?

Etwa 64 Jahre. Er kam 1840 zur Welt und starb am 21. September 1904; einen genauen Geburtstag nennen die gelesenen Quellen nicht.

Wo ist Chief Joseph begraben?

In Nespelem auf der Colville Reservation, sein Grab trägt ein großes Denkmal. Der Friedhof wird von den Confederated Tribes of the Colville Reservation verwaltet; der National Park Service nennt ihn eine kulturell sensible Stätte und rät von Besuchen ab.

Was bedeutet Nez Perce?

Der Name ist französisch und heißt durchbohrte Nase. Laut Britannica gaben Franzosen den Namen, weil sie Menschen mit Nasenschmuck irrtümlich für Nimiipuu hielten; die Nimiipuu selbst durchbohren ihre Nasen nicht. Die National Portrait Gallery nennt dagegen Lewis und Clark als Namensgeber. Die Nation nennt sich selbst Nimiipuu.

Quellen

  1. Amtliche Stelle The Flight of 1877. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 24.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
  2. Amtliche Stelle Bear Paw Battlefield. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 10.10.2024. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle Aftermath of the Flight of 1877. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  4. Amtliche Stelle Old Chief Joseph Gravesite History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  5. Amtliche Stelle Dug Bar History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle Tolo Lake History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  7. Amtliche Stelle The Treaty Period. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 29.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  8. Tribal Nation History. Nez Perce Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  9. Tribal Nation Nez Perce Tribe (Startseite). Nez Perce Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  10. Nachschlagewerk Heinmot Tooyalakekt (Chief Joseph) (1840-1904) (Elliott West). The Oregon Encyclopedia, Oregon Historical Society und Portland State University. Stand 02.02.2021. abgerufen am 24.10.2026
  11. Nachschlagewerk Chief Joseph (1840-1904) (Jim Kershner, Essay 8975). HistoryLink.org. Stand 07.04.2009. abgerufen am 24.10.2026
  12. Fachaufsatz Chief Seattle and Chief Joseph: From Indians to Icons (David M. Buerge). University of Washington Libraries, American Indians of the Pacific Northwest Collection. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  13. Primärquelle The Surrender of Joseph, Harper's Weekly Bd. 21, Nr. 1090, 17.11.1877, S. 906 (Abschrift). University of Washington Libraries, American Indians of the Pacific Northwest Collection. Stand 1877. abgerufen am 24.10.2026
  14. Fachaufsatz Chief Joseph's Surrender Speech as a Literary Text (George Venn, überarbeitet aus Oregon English Journal 20, 1998, S. 69 bis 73). Oregon Cultural Heritage Commission (Nachdruck). Stand 1998. abgerufen am 24.10.2026
  15. Amtliche Stelle Chief Joseph. National Park Service, Lake Roosevelt National Recreation Area. Stand 19.10.2023. abgerufen am 24.10.2026
  16. Amtliche Stelle Nez Perce Cemetery. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 03.08.2022. abgerufen am 24.10.2026
  17. Museum Chief Joseph (ca. 1840-1904), Classroom Resource. Smithsonian Institution, National Portrait Gallery. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  18. Tribal Nation Colville Tribes (Startseite). Confederated Tribes of the Colville Reservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  19. Amtliche Stelle History and Culture: The Battle of Big Hole. National Park Service, Big Hole National Battlefield. Stand 27.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
  20. Nachschlagewerk Nez Percé. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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