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Yellowstone-Nationalpark
Kurz erklärt Der Yellowstone-Nationalpark liegt zu 96 Prozent im Nordwesten Wyomings, kleine Teile gehören zu Montana und Idaho. Präsident Ulysses S. Grant unterschrieb das Gründungsgesetz am 1. März 1872; Yellowstone gilt als erster Nationalpark der Welt. Bekannt ist der Park für mehr als 10.000 hydrothermale Erscheinungen wie heiße Quellen und Geysire über einem aktiven Vulkan und für seine Bisons: Nirgends sonst in den USA leben sie seit vorgeschichtlicher Zeit ununterbrochen.

Wo liegt der Yellowstone-Nationalpark?
Der Yellowstone-Nationalpark liegt zu 96 Prozent im Nordwesten von Wyoming, zu 3 Prozent in Montana und zu 1 Prozent in Idaho.[1] Geologisch zählt der National Park Service ihn zu den Rocky Mountains, genauer zu den Landschaftsräumen der Northern und der Middle Rockies; mehr dazu auf der Seite Rocky Mountains.[26] Der Park misst 3.472 Quadratmeilen (8.991 Quadratkilometer) oder 2.221.766 Acres, das ist mehr als Rhode Island und Delaware zusammen. Eine wissenschaftlich bestätigte Flächenangabe gibt es laut National Park Service allerdings noch nicht.[1]
Der Park ist in Luftlinie 63 Meilen (102 Kilometer) lang und 54 Meilen (87 Kilometer) breit. Der höchste Punkt ist der Eagle Peak mit 11.358 Fuß (3.462 Meter), der tiefste liegt am Reese Creek in 5.282 Fuß (1.610 Meter) Höhe. Rund 80 Prozent des Parks sind Wald, 15 Prozent Grasland und 5 Prozent Wasser; allein der Yellowstone Lake bedeckt 131,7 Quadratmeilen (341,1 Quadratkilometer).[1]
Geschichte des Yellowstone-Nationalparks
Die Nationen am Yellowstone
Menschen halten sich nach dem National Park Service seit mehr als 11.000 Jahren in der Gegend auf; das zeigen Fundstellen, Pfade und mündliche Überlieferungen.[27] Eine Speerspitze der Clovis-Zeit aus dieser frühen Epoche war aus Obsidian vom Obsidian Cliff im heutigen Park gemacht.[4] Weil hier die Kulturräume der Great Plains, des Great Basin und des Plateaus zusammentreffen, haben viele Nationen eine überlieferte Bindung an das Land. Sie jagten und fischten, sammelten Pflanzen, brachen Obsidian und nutzten das heiße Wasser für religiöse Handlungen und zum Heilen.[5] Nach den mündlichen Überlieferungen der Salish lebten ihre Vorfahren schon vor 3.000 Jahren dort, nach denen der Kiowa von etwa 1400 bis ins 18. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert begannen die Lakota, die Gegend zu erkunden.[4]
Die Crow, die sich selbst Apsáalooke nennen, lebten nach dem National Park Service vor allem östlich des heutigen Parks, die Blackfeet nördlich davon.[25, 5] Shoshone, Bannock und andere Nationen der Plateaus im Westen zogen jedes Jahr durch das Gebiet, um östlich davon auf den Plains zu jagen.[5] Die Shoshone-Bannock Tribes nennen ihr Volk Newe.[24] Für die Kiowa ist die heiße Quelle Dragon's Mouth am Mud Volcano nach ihrer Überlieferung der Ort, an dem ihr Schöpfer ihnen die Gegend als Heimat gab; auch die Crow erzählen Geschichten über diese Quelle.[5]
Die bekannteste Gruppe, die den Park nutzte, sind nach dem National Park Service die Tukudika, auch Sheep Eaters genannt, eine Gruppe der Shoshone in den Bergen.[27, 5] Die Encyclopedia of the Great Plains schreibt für die Schafesser der Eastern Shoshone Dukundeka'.[29] Der Name bedeutet "Esser der Bergschafe". Die Bezeichnung Sheep Eaters galt früher als abwertend, weil sie die Gruppe auf eine niedrige Stufe unter den Shoshone-Bändern stellte; heute versteht man darunter nur, dass das Dickhornschaf ihre wichtigste Fleischquelle war. Mindestens die Hälfte ihrer Nahrung bestand aus Pflanzen, Wurzeln, Nüssen und Beeren.[5] Bekannt waren sie für Bögen aus Schafshorn, Werkzeug aus Obsidian, Fallen für Wild und Fische und Schüsseln aus Speckstein. Anders als die meisten Nationen im Westen übernahmen sie das Pferd nicht und jagten weiter zu Fuß mit Hunden.[5] In den späten 1860er und frühen 1870er Jahren gingen sie nach dem Vertrag von Fort Bridger von 1868 in die Reservate am Wind River und in Fort Hall; manche Nachfahren ziehen heute den Namen Mountain People vor.[5] Die ersten Superintendents des Parks versuchten aktiv, die Nationen davon abzubringen, den neuen Park zu besuchen, dort zu jagen oder Ressourcen zu sammeln.[5]
Heute nennt der National Park Service 27 Nationen mit alten und heutigen Bindungen an den Park, darunter die Crow Tribe of Montana, die Shoshone-Bannock Tribes und die Nez Perce Tribe, außerdem Nationen der Eastern Shoshone, Northern Arapaho, Northern Cheyenne, Blackfeet, Comanche und Kiowa und mehrere Nationen der Lakota und Dakota.[6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Nationen mieden Yellowstone, weil sie sich vor den Geysiren fürchteten.
Was belegt ist
Diese Vorstellung verbreitete nach dem National Park Service der zweite Superintendent Philetus Norris, um die Öffentlichkeit während der Kriege mit vielen Nationen zu beruhigen. Die Belege sprechen dagegen: Nationen nutzten heiße Quellen für Zeremonien und zum Heilen, brachen Obsidian, jagten im Gebiet, und die Tukudika lebten dort.[3, 5]
Trapper und Expeditionen
Ende des 18. Jahrhunderts fuhren Pelzhändler den Yellowstone hinauf, den sie mit dem französischen Namen "Roche Jaune" (gelber Fels) nannten. Die heißen Quellen sahen sie nach dem National Park Service wohl nicht selbst, hörten aber vermutlich von Bekannten aus den Nationen davon.[7] Die Lewis-und-Clark-Expedition kam 1804 bis 1806 auf 50 Meilen an das Gebiet heran.[4] John Colter, der die Expedition auf dem Rückweg verlassen hatte, gilt dem National Park Service als erster bekannter Euroamerikaner im heutigen Park, 1807 und 1808; vermutlich nahe dem Tower Fall notierte er "Hot Spring Brimstone".[4, 7]
Colter's Hell
Mit diesem Namen bezeichnet das Nationalarchiv der USA das Gebiet am Oberlauf des Yellowstone. WyoHistory schreibt dagegen, Colters Route sei großenteils unklar; offenbar sei er westlich des heutigen Cody am Stinking Water (heute Shoshone River) gezogen und habe dort Geysire und Schlammtöpfe gemeldet. Diese Gegend habe Colter's Hell geheißen, der Spitzname sei erst später irrtümlich auf den Nationalpark übertragen worden.[2, 28]
Nach dem Krieg von 1812 kamen in den 1820er Jahren wieder Trapper in die Rocky Mountains. Daniel Potts veröffentlichte den ersten Bericht über die Wunder des Gebiets als Brief in einer Zeitung in Philadelphia, und Osborne Russell beschrieb seine Jagdzüge der 1830er und frühen 1840er Jahre.[7] 1835 traf Russell im Lamar Valley eine kleine Gruppe Tukudika.[5] Auch Jim Bridger kam nach Yellowstone; seine Lagerfeuergeschichten lockten spätere Forscher an.[7]
Die erste geplante Expedition unter Captain William F. Raynolds kam 1860 wegen späten Schnees nicht auf das Plateau.[8] 1869 erkundeten David E. Folsom, Charles W. Cook und William Peterson auf eigene Faust Canyon, See und Geysirbecken.[8] Im August 1870 folgte die Expedition von Henry D. Washburn, Nathaniel P. Langford und Cornelius Hedges mit Leutnant Gustavus C. Doane als militärischem Geleit; sie gab dem Old Faithful seinen Namen.[8] Mit der Expedition von Ferdinand V. Hayden im Jahr 1871 begann nach dem National Park Service die wissenschaftliche Erforschung von Yellowstone. Die Fotos von William Henry Jackson und die Bilder von Henry W. Elliot und Thomas Moran weckten im ganzen Land Interesse an Yellowstone.[8]
Die Gründung 1872
Im Juni 1870 traf Langford Jay Cooke, den Geldgeber der Northern Pacific, und ging danach als Angestellter der Bahn auf dem Papier zurück nach Montana. Nach der Expedition hielt er Vorträge im ganzen Land, nach dem National Park Service als Teil einer Werbetour für die Northern Pacific. Bei einem Vortrag in Washington am 19. Januar 1871 saß Hayden im Publikum.[15] Langford und seine Mitstreiter warben Ende 1871 und Anfang 1872 in Washington für ein Gesetz, das sich am Yosemite-Gesetz von 1864 orientierte. Am 1. März 1872 unterschrieb Präsident Ulysses S. Grant den Yellowstone National Park Protection Act.[3] Der National Park Service nennt Yellowstone den ersten Nationalpark der Welt. Hot Springs in Arkansas war schon 1832 geschützt worden, aber als Reservat, um das heiße Wasser zu nutzen und zu verteilen, und wurde erst 1921 Nationalpark. Yosemite war seit 1864 ein Park des Staates Kalifornien und wurde 1890 Nationalpark.[1, 3]
Das Gesetz umriss mit geraden Linien ein Gebiet in den Territorien Montana und Wyoming am Oberlauf des Yellowstone River, entzog es der Besiedlung, der Inbesitznahme und dem Verkauf nach den Gesetzen der USA und bestimmte es zum öffentlichen Park.[2] Der Titel des Gesetzes lautet "An act to set apart a certain tract of land lying near the headwaters of the Yellowstone River as a public park" (ein Stück Land nahe dem Oberlauf des Yellowstone River als öffentlichen Park abzusondern); der National Park Service nennt es Yellowstone National Park Protection Act.[2, 3]
dedicated and set apart as a public park or pleasuring-ground for the benefit and enjoyment of the people (gewidmet und abgesondert als öffentlicher Park oder Vergnügungsgrund zum Nutzen und zur Freude der Menschen)
Die Aufsicht bekam der Innenminister. Er sollte Holz, Bodenschätze und "natürliche Kuriositäten" im natürlichen Zustand erhalten, Fische und Wild vor mutwilliger Zerstörung und vor dem Fang für den Handel schützen und Pachtverträge für Gebäude zur Unterbringung von Besuchern höchstens auf zehn Jahre vergeben.[2] Dass Yellowstone ein Park des Bundes wurde und nicht wie Yosemite ein Park eines Staates, hatte nach dem National Park Service auch mit der Lage in drei Territorien zu tun.[3]
Die ersten Jahre und die Armee
Langford wurde der erste Superintendent, ohne Gehalt; der Kongress gab anfangs kein Geld für den Park. Nach dem Historiker Aubrey Haines, den der National Park Service zitiert, lehnte er wohl jeden Antrag auf Geschäfte im Park ab, weil er hoffte, die Northern Pacific werde eines Tages bis dorthin fahren. Am 18. April 1877 setzte ihn Innenminister Carl Schurz ab.[15] Sein Nachfolger Philetus W. Norris baute Straßen, deren Netz bis heute als Grand Loop Road besteht, und ein Hauptquartier in Mammoth Hot Springs; 1878 bewilligte der Kongress erstmals Geld für den Park.[3]
Wilderer, Holzfäller und Siedler ohne Recht setzten dem Park in den folgenden Jahren schwer zu. Am 20. August 1886 übernahm die US-Armee die Verwaltung; Soldaten bewachten die bekannten Orte, Kavallerie ritt Streife.[3] 1894 nahmen Soldaten im Pelican Valley den Wilderer Ed Howell fest, der Bisons getötet hatte. Nach einem Bericht in der Zeitschrift "Forest and Stream" beschloss der Kongress binnen zwei Monaten den National Park Protection Act, das erste der beiden Gesetze mit dem Namen Lacey Act.[3] Am 25. August 1916 entstand mit dem Organic Act der National Park Service, und 1918 übernahmen seine Ranger den Park von der Armee.[3, 4]
Die Nez Perce 1877 im Park
Im Sommer 1877 flohen etwa 800 Nez Perce mit fast 2.000 Pferden vor der US-Armee aus ihrer Heimat im heutigen Oregon und Idaho. Die Nez Perce Tribe nennt ihr Volk Nimiipuu.[14, 23] Am 23. August 1877 kamen die Flüchtenden in den Park und blieben 13 Tage. Sie trafen etwa 25 Touristen, manche mehrmals; Krieger nahmen einige als Geiseln oder griffen sie an und töteten zwei.[14] Über die Absaroka Mountains zogen sie weiter nach Montana. Die Armee stellte sie weniger als 40 Meilen vor der kanadischen Grenze an den Bear Paw Mountains. Einige entkamen nach Kanada, die Übrigen ergaben sich am 5. Oktober.[14] Den ganzen Krieg erzählt die Seite Nez-Perce-Krieg 1877, das Leben ihres bekanntesten Anführers die Seite Chief Joseph. Die Route durch den Park halten viele Nez Perce heute für einen heiligen Ort.[14]
Eisenbahn, Kutschen und Überfälle
1883 erreichte die Northern Pacific die Gegend von Gardiner. Eine Zweigstrecke von Livingston machte den Ort Cinnabar zum Umschlagplatz für Fahrgäste und Fracht, bis rund 20 Jahre später die letzten drei Meilen bis zum Parkeingang gebaut waren.[4, 16] Im Park reisten die Besucher lange in Kutschen. In den Jahren 1887, 1897, 1908, 1914 und 1915 wurden Kutschen überfallen; am 29. Juli 1914 hielten Bewaffnete bei Shoshone Point östlich von Old Faithful 25 Kutschen mit mehr als 165 Fahrgästen an (mehr auf der Seite Postkutschenüberfälle).[20] Private Autos ließ der Park nach der Zeittafel des National Park Service 1915 offiziell zu, Pferdefuhrwerke verbot er 1917 auf den Parkstraßen; ein Beitrag aus dem Archiv des Parks nennt für beides 1916.[4, 20]
Zeitleiste
- 1807John Colter kommt als erster bekannter Euroamerikaner in das Gebiet des heutigen Parks (1807 bis 1808).[4, 7]
- 1835Der Trapper Osborne Russell trifft im Lamar Valley eine Gruppe der Tukudika (Sheep Eaters).[5]
- 1860Die Expedition von William F. Raynolds kommt wegen späten Schnees nicht auf das Yellowstone-Plateau.[8]
- 1869David E. Folsom, Charles W. Cook und William Peterson erkunden das Gebiet auf eigene Faust.[8]
- 1870Die Expedition von Henry D. Washburn, Nathaniel P. Langford und Cornelius Hedges gibt dem Old Faithful seinen Namen.[8]
- 1871Ferdinand V. Hayden leitet eine wissenschaftliche Expedition, mit dem Fotografen William Henry Jackson und dem Maler Thomas Moran.[8]
- 01.03.1872Präsident Ulysses S. Grant unterschreibt den Yellowstone National Park Protection Act.[2, 3]
- 18.04.1877Innenminister Carl Schurz setzt den ersten Superintendent Nathaniel Langford ab.[15]
- 23.08.1877Auf der Flucht vor der Armee erreichen etwa 800 Nez Perce den Park und bleiben 13 Tage.[14]
- 1883Die Northern Pacific erreicht die Gegend von Gardiner; Cinnabar wird Umschlagplatz.[4, 16]
- 20.08.1886Die US-Armee übernimmt die Verwaltung des Parks.[3]
- 1894Der National Park Protection Act (Lacey Act) stellt das Töten von Wildtieren im Park unter Strafe.[3, 4]
- 1902Nur noch etwa zwei Dutzend wilde Bisons leben im Park; die Armee holt 21 Tiere aus privaten Herden dazu.[17]
- 29.07.1914Bewaffnete überfallen bei Shoshone Point 25 Kutschen mit mehr als 165 Fahrgästen.[20]
- 1915Private Autos werden im Park offiziell zugelassen (ein Archivbeitrag des Parks nennt 1916).[4, 20]
- 25.08.1916Der Organic Act schafft den National Park Service.[3]
- 1918Der National Park Service übernimmt den Park von der Armee.[4]
- 1926Im Park wird das letzte Wolfsrudel getötet.[18]
- 1959Das Erdbeben am Hebgen Lake westlich des Parks erreicht die Stärke 7,5.[4, 9]
- 1978Yellowstone wird UNESCO-Welterbe.[22]
- 199514 Wölfe aus Kanada kommen in den Park, 1996 folgen 17 weitere.[18]
Ist Yellowstone ein Supervulkan?
Unter Yellowstone liegt ein aktiver Vulkan.[1] Ihn überwacht das Yellowstone Volcano Observatory, an dem der U.S. Geological Survey (USGS), der Nationalpark und die University of Utah beteiligt sind.[10] Als Supervulkan gilt nach dem USGS ein Vulkan, der bei einem Ausbruch mehr als 1.000 Kubikkilometer Material ausgeworfen hat.[10] Nach dem National Park Service erfüllten zwei der drei großen Ausbrüche von Yellowstone diese Bedingung.[12]
| Ausbruch | Alter laut Quelle | Größe laut USGS |
|---|---|---|
| Huckleberry Ridge Tuff | etwa 2,1 Millionen Jahre (USGS, NPS), 2,08 Millionen Jahre (USGS-FAQ)[9, 11, 12] | mehr als 2.450 Kubikkilometer, Caldera von etwa 75 Kilometer Breite[9] |
| Mesa Falls Tuff | etwa 1,3 Millionen Jahre[9, 11] | deutlich kleiner[9] |
| Lava Creek Tuff | 640.000 Jahre (USGS), 631.000 Jahre (USGS-FAQ, NPS)[9, 11, 12] | mehr als 1.000 Kubikkilometer; heutige Caldera 45 mal 85 Kilometer laut USGS, 30 mal 45 Meilen (48 mal 72 Kilometer) laut NPS[9, 1, 12] |
Seit dem letzten großen Ausbruch gab es nach dem USGS etwa 80 Ausbrüche, die vor allem Lava förderten und kaum explodierten. Der jüngste ist ein Lavastrom auf dem Pitchstone Plateau vor rund 70.000 Jahren; so steht es in den Fragen und Antworten des USGS, in der USGS-FAQ, in den Kurzdaten der USGS-Übersicht und beim National Park Service. Der Einleitungstext der USGS-Übersicht nennt für denselben Strom 77.000 Jahre.[10, 11, 9, 12] Ursache ist nach dem National Park Service ein heißer Fleck im Erdmantel, über den die Nordamerikanische Platte seit 16,5 Millionen Jahren hinwegzieht. Er hinterließ eine Spur aus mehr als 100 Calderen quer durch die Snake River Plain in Idaho.[12]
Ob es je wieder einen großen Ausbruch gibt, ist nach dem USGS keineswegs ausgemacht. Er schätzt die jährliche Wahrscheinlichkeit auf etwa 1 zu 730.000 und schreibt selbst, diese Zahl beruhe nur auf dem Mittel der zwei Abstände zwischen den drei großen Ausbrüchen und reiche für ein Urteil kaum aus.[10] "Überfällig" ist Yellowstone nach dem USGS nicht: Vulkane folgen keinem Fahrplan, und die Magmakammer unter der Caldera ist nur zu 5 bis 15 Prozent geschmolzen, sodass unklar ist, ob überhaupt genug Magma für einen großen Ausbruch da ist.[11] Wahrscheinlicher wäre ein Lavastrom, der laut National Park Service über Monate und Jahre fließen und genug Zeit lassen würde, Menschen in Sicherheit zu bringen.[12] Die Vorboten eines großen Ausbruchs wären nach dem USGS wohl Wochen, vielleicht Monate bis Jahre vorher messbar.[10]
Warnstufe
Am 1. Oktober 2026 stand die Warnstufe des USGS für Yellowstone auf Normal (Grün). Die laufenden Messwerte zu Erdbeben, Bodenhebung und Flüssen veröffentlicht das Yellowstone Volcano Observatory.[9, 10]
Jedes Jahr gibt es nach dem National Park Service 1.000 bis 3.000 Erdbeben, die meisten sehr schwach.[1] Das Beben am Hebgen Lake westlich des Parks erreichte 1959 die Stärke 7,5 und tötete Camper im benachbarten Nationalforst.[4, 9] Gefährlich können auch heiße Quellen werden: Sie sind meist harmlos, können nach dem USGS aber selten in heftigen Dampfexplosionen ausbrechen. Die Kurzdaten des Observatoriums führen solche Explosionen als heutige Aktivität des Vulkans.[10, 9] Mehr als 10.000 hydrothermale Erscheinungen zählt der Park, darunter heiße Quellen, Geysire, Schlammtöpfe und Dampfquellen; mehr als 500 davon sind Geysire, laut National Park Service mehr als die Hälfte aller Geysire der Welt.[1, 13]

Welche Tiere leben in Yellowstone?
Der National Park Service zählt im Park 67 Säugetierarten, darunter sieben heimische Huftierarten und zwei Bärenarten, etwa 330 Vogelarten und 16 Fischarten. Kanadaluchs und Grizzly gelten als bedroht (eine Übersicht über die Tierwelt des Westens gibt die Seite Tiere und Pflanzen des Wilden Westens).[1]
Yellowstone ist nach dem National Park Service der einzige Ort in den USA, an dem Bisons seit vorgeschichtlicher Zeit ununterbrochen leben. Wilderer hatten die Herde von bis zu 1.000 Tieren im Jahr 1872 bis 1902 auf etwa zwei Dutzend verringert.[17] Die Armee holte 1902 nach dem National Park Service 21 Bisons aus zwei privaten Herden in den Park, die sich nach und nach mit den wilden Tieren mischten.[17] Nach den Confederated Salish and Kootenai Tribes kamen 18 Bisons aus der Herde von Pablo und Allard nach Yellowstone.[30] In den letzten Jahren schwankte der Bestand nach dem Park zwischen 3.000 und fast 6.000 Tieren; an anderer Stelle nennt er 3.500 als Untergrenze. Vor der Kalbezeit 2025 schätzte der Park knapp 5.300 Bisons in zwei Herden, im Norden mit dem Lamar Valley und in der Mitte mit dem Hayden Valley.[17]
Wölfe lebten schon bei der Gründung im Park, doch die frühen Verwalter hielten sie für schädliche Raubtiere. Von 1914 bis 1926 wurden mindestens 136 Wölfe getötet, 1926 das letzte Rudel.[18] Im Januar 1995 kamen 14 Wölfe aus Kanada in Gehege im Park, 1996 weitere 17; zusammen waren es 31 Tiere. Die Zeittafel derselben Seite führt für 1997 zusätzlich zehn Wölfe aus dem Nordwesten Montanas auf.[18] Im Januar 2026 lebten mindestens 84 Wölfe in acht Rudeln im Park.[19]

Was ist heute im Yellowstone-Nationalpark zu sehen?
Seit 1978 steht Yellowstone auf der Welterbeliste der UNESCO, von 1995 bis 2003 auch auf der Liste des gefährdeten Welterbes.[22] Nach den Park Facts des National Park Service (Stand der Quelle: April 2025) zählte der Park 2024 4.744.353 Besuche, nach 2021 das zweitstärkste Jahr. Für Besucher gibt es dort fünf Eingänge, 392 Meilen (636 Kilometer) asphaltierte Straßen, mehr als 15 Meilen Holzstege und etwa 1.114 Meilen Wanderwege.[1]
Geöffnet ist der Park laut National Park Service an 365 Tagen rund um die Uhr. Von Anfang November bis Ende April sind aber nur wenige Einrichtungen in Betrieb, und der Zugang hängt vom Zustand der Straßen ab, der sich bei Wetterwechsel schnell ändert. Eintritt, Straßenzustand und Öffnungszeiten der Einrichtungen nennt die Seite des Yellowstone-Nationalparks (Stand: Oktober 2026).[21]
Karte
Der Punkt der Karte zeigt die Lage des Vulkansystems mitten im Park nach den Angaben des USGS.[9]
- 1Yellowstone-Nationalpark (Yellowstone, Lage des Vulkansystems laut USGS) 44,62° N, 110,60° W[9]
- 2Rocky Mountains (Mount Elbert, höchster Gipfel der Rocky Mountains) 39,12° N, 106,45° W[31]
Yellowstone im Film
Der Fernsehserie, die den Namen des Parks trägt, widmet wilder-westen.org eine eigene Seite: Yellowstone (Serie).
Häufige Fragen
In welchem Bundesstaat liegt der Yellowstone-Nationalpark?
Zu 96 Prozent in Wyoming, zu 3 Prozent in Montana und zu 1 Prozent in Idaho. Der Park misst laut National Park Service 3.472 Quadratmeilen (8.991 Quadratkilometer), eine wissenschaftlich bestätigte Flächenangabe gibt es nach dem Dienst aber noch nicht.
Wann wurde der Yellowstone-Nationalpark gegründet?
Am 1. März 1872, als Präsident Ulysses S. Grant den Yellowstone National Park Protection Act unterschrieb. Das Gesetz entzog das Land am Oberlauf des Yellowstone River der Besiedlung und dem Verkauf und bestimmte es zum öffentlichen Park "zum Nutzen und zur Freude der Menschen".
Ist Yellowstone der erste Nationalpark der Welt?
Der National Park Service nennt Yellowstone den ersten Nationalpark der Welt. Hot Springs in Arkansas wurde zwar schon 1832 geschützt, aber als Reservat für das heiße Wasser, und Nationalpark erst 1921. Yosemite war seit 1864 ein Park des Staates Kalifornien und wurde 1890 Nationalpark.
Wird der Supervulkan unter Yellowstone bald ausbrechen?
Darauf gibt es nach dem U.S. Geological Survey keinen Hinweis. Die jährliche Wahrscheinlichkeit eines neuen großen Ausbruchs schätzt der USGS auf etwa 1 zu 730.000 und betont, dass diese Zahl auf nur zwei Zeitabständen beruht. Yellowstone ist laut USGS auch nicht "überfällig". Am 1. Oktober 2026 stand die Warnstufe auf Normal.
Wann ist der Yellowstone-Vulkan zuletzt ausgebrochen?
Der letzte große Ausbruch, der die heutige Caldera schuf, liegt nach USGS und National Park Service 631.000 bis 640.000 Jahre zurück. Die jüngste Lava ist der Pitchstone-Plateau-Strom. Die Kurzdaten und die Fragen und Antworten des USGS nennen dafür rund 70.000 Jahre, der Einleitungstext der USGS-Übersicht 77.000 Jahre. Kleinere Dampfexplosionen aus heißen Quellen kommen bis heute vor.
Wie viele Bisons und Wölfe leben in Yellowstone?
Die Bisons schätzte der National Park Service vor der Kalbezeit 2025 auf knapp 5.300 Tiere, 1902 waren es nur etwa zwei Dutzend. Wölfe siedelte der Park 1995 und 1996 wieder an, insgesamt 31 Tiere aus Kanada; im Januar 2026 lebten mindestens 84 Wölfe in acht Rudeln im Park.
Welche Nationen sind mit Yellowstone verbunden?
Der National Park Service nennt 27 Nationen, darunter die Crow Tribe of Montana, die Shoshone-Bannock Tribes, die Nez Perce Tribe, Blackfeet und Kiowa. Am bekanntesten sind die Tukudika oder Sheep Eaters, eine Gruppe der Shoshone in den Bergen.
Kann man Yellowstone im Winter besuchen?
Ja. Der Park ist laut National Park Service an 365 Tagen rund um die Uhr geöffnet, doch von Anfang November bis Ende April sind nur wenige Einrichtungen in Betrieb, und ob die Straßen befahrbar sind, hängt vom Wetter ab (Stand: Oktober 2026). Aktuelle Angaben stehen auf der Seite des Parks.
Quellen
- Amtliche Stelle Park Facts. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag Act Establishing Yellowstone National Park (1872), mit Transkript des Gesetzes vom 1. März 1872 (Milestone Documents). National Archives. Stand 08.02.2022. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Birth of a National Park. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 22.09.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Timeline of Human History in Yellowstone. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 02.03.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Historic Tribes. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 09.12.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Associated Tribes. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle European Americans Arrive. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Expeditions Explore Yellowstone. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Yellowstone (Übersicht mit Kurzdaten und Warnstufe vom 01.10.2026). U.S. Geological Survey, Yellowstone Volcano Observatory. Stand 01.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Questions About Supervolcanoes. U.S. Geological Survey, Yellowstone Volcano Observatory. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Is Yellowstone overdue for an eruption? When will Yellowstone erupt?. U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Volcano. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Hydrothermal Features. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 17.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Flight of the Nez Perce. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 18.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle The Superintendents: Nathaniel Langford. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 17.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Town Site of Cinnabar, Montana. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 25.06.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Bison Ecology. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 04.05.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle History of Wolf Management. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 09.09.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Wolf Management. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 03.04.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Suzie Catharine, Hailey Galper: Stagecoach Robberies: Yellowstone's Archival Records to tell an Alternative History. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 17.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Operating Dates. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 22.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Yellowstone National Park (Welterbeliste Nr. 28). UNESCO World Heritage Centre. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Nez Perce Tribe (Startseite). Nez Perce Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Shoshone-Bannock Tribes, Fort Hall Reservation (Startseite). Shoshone-Bannock Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Official Site of the Crow Tribe Executive Branch (Startseite, Apsáalooke Nation). Crow Tribe of Montana. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Rocky Mountain System Provinces. National Park Service. Stand 01.05.2018. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Park History. National Park Service, Yellowstone National Park. Stand 02.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Jim Hardee: The Fur Trade in Wyoming (WyoHistory.org). Wyoming State Historical Society. Stand 8. November 2014. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Loether: Shoshones. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation The history of the Bison Range. Confederated Salish and Kootenai Tribes, CSKT Bison Range. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 180381: Mount Elbert, Summit, Lake County, Colorado (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
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