GeschichteThema
Der Pelzhandel in Nordamerika
Kurz erklärt Im Pelzhandel tauschten europäische und amerikanische Kompanien Waren gegen Felle, die zuerst vor allem indigene Jäger lieferten und später auch weiße Trapper. Biberfell ging in Filzhüte, nach 1830 wurden auf den Plains Bisonroben wichtiger. Die Hudson's Bay Company erhielt ihre Urkunde am 2. Mai 1670, das letzte Rendezvous der Trapper fand 1840 statt.

Was war der Pelzhandel?
Im 17. Jahrhundert wurde der Pelzhandel in Nordamerika zu einem großen Geschäft, weil man in Europa Filzhüte aus Biberfell wollte.[2] Aus dem Fell des Bibers ließ sich besonders guter Filz machen, und die besten Hüte bestanden daraus.[3] Auf den Great Plains unterscheidet die Encyclopedia of the Great Plains drei Handelssysteme: den französischen und später englischen Handel in den kanadischen Prärieprovinzen und auf den nördlichen Plains, den Handel am Missouri unter wechselnder französischer, spanischer, englischer und amerikanischer Kontrolle und den Handel mit Fellen und Häuten auf den südlichen Plains.[1]
Biberfell war das wichtigste Einzelprodukt, doch in den Lagern der Forts lagen auch Felle von Bison, Wapiti, Wolf, Fuchs, Hirsch und Bär. Die Händler gaben dafür vor allem Feuerwaffen, Munition, Metallgefäße, Glasperlen, Messer, Decken und Stoff, an vielen Orten auch Alkohol.[1] Die indigenen Händler hatten schon lange vor der Ankunft der Europäer untereinander gehandelt und verlangten gute Ware.[1]
Welche Kompanien beherrschten den Pelzhandel?
Am 2. Mai 1670 erhielt die Hudson's Bay Company ihre königliche Urkunde. Die "Governor and Company of Adventurers of England trading into Hudson Bay" bekam das alleinige Handelsrecht im Gebiet aller Flüsse, die in die Hudson Bay münden; es hieß Rupert's Land. Jeden Posten, eine "factory", leitete ein Chief Factor; daher stammen Ortsnamen wie York Factory und Moose Factory.[2] Um den Handel zwischen den Posten zu vereinheitlichen, führte die Company den "Made Beaver" als Rechnungseinheit ein, den Wert eines guten männlichen Biberfells; alle Felle und Waren wurden daran gemessen.[2]
Ihr großer Rivale war die North West Company aus Montreal. Von 1779 bis 1821 legten beide Kompanien mehr als 100 Posten an Saskatchewan, Qu'Appelle, Souris und Red River an.[1] Das Hauptdepot der North West Company lag an der Grand Portage am Oberen See, einem 8,5 Meilen langen Tragepfad namens Gichi Onigaming, großer Tragplatz. Dort tauschte die Company Felle aus Nordamerika gegen Waren aus Montreal, Europa, Asien und Südamerika, und von 1731 bis 1804 trugen Tausende Männer Vorräte und Felle über den Pfad.[7] 1821 schlossen sich die beiden Kompanien zusammen, und das britische Parlament bestätigte und erweiterte die Vorrechte der Hudson's Bay Company.[2]
Am Missouri begann der amerikanische Pelzhandel erst richtig nach der Rückkehr der Lewis-und-Clark-Expedition 1806. 1807 baute Manuel Lisa an der Mündung des Bighorn River einen Posten, 1809 entstand die Missouri Fur Company.[1, 3] Die wichtigste Kompanie, die American Fur Company, gründete John Jacob Astor 1808.[1] 1810 und 1811 schickte Astor zudem Leute seiner Pacific Fur Company über Land an die Mündung des Columbia; auf dem Rückweg stieß Robert Stuart 1812 auf den South Pass, später ein Durchgang des Oregon Trail.[3] 1834 verkaufte Astor seine Anteile; den Handel im Westen übernahm Pratte, Chouteau and Company in St. Louis.[3]
| Kompanie | Gegründet oder belegt | Gebiet |
|---|---|---|
| Hudson's Bay Company | Urkunde vom 2. Mai 1670 | Rupert's Land an der Hudson Bay, ab 1821 mit erweiterten Vorrechten bis in die Northwest Territories[2] |
| North West Company | Posten in den Prärieprovinzen ab 1779 | von Montreal über die Grand Portage nach Westen, 1821 mit der Hudson's Bay Company vereinigt[1, 7] |
| American Fur Company | 1808 | Missouri und Große Seen, Posten wie Fort Union[3, 5]; zu den wichtigsten Posten am Missouri zählt die Encyclopedia of the Great Plains auch Fort Clark und Fort Pierre[1] |
| Missouri Fur Company | 1809 | Missouri[1] |
| Pacific Fur Company | Expedition 1810 bis 1811 | Mündung des Columbia[3] |
| Rocky Mountain Fur Company | nach 1825 | Rocky Mountains; Teilhaber Thomas Fitzpatrick, Jim Bridger, Milton Sublette, Jean Baptiste Gervais und Henry Fraeb[3] |
| Bent, St. Vrain and Company | Fort am Arkansas 1833 | südliche Plains und Santa Fe Trail, Läden in Taos und Santa Fe[10] |
Was war ein Handelsposten (Trading Post)?
An einem Handelsposten tauschten Händler Waren gegen Felle. Zur Hudson's Bay Company kamen indigene Jäger nach der Jagd im Herbst und Winter, wenn das Biberfell am besten war, im Sommer an die Posten und tauschten Felle gegen Werkzeuge aus Metall, Gewehre, Stoffe und Lebensmittel. Oft waren sie Zwischenhändler, die Felle aus Gemeinschaften weiter im Landesinneren brachten.[2]
Am oberen Missouri gründete die American Fur Company 1828 nahe der Mündung des Yellowstone den Posten Fort Union. Er hieß Fort, war aber eine private Handelsniederlassung und keine Einrichtung der Armee, und er entstand auf Wunsch der Assiniboine Nation. Bis 1867 handelten dort Assiniboine, Crow, Plains Cree, Blackfeet, Plains Ojibwa, Mandan, Hidatsa, Arikara, Lakota und Dakota. Im Schnitt nahm der Posten im Jahr mehr als 25.000 Bisonroben an und verkaufte Waren für über 100.000 Dollar.[5] Die Nationen bekamen dafür unter anderem Kattun, Kleidung, Decken, Kessel, Messer, Glasperlen, Tabak, Feuerwaffen und Munition.[5, 6] 1832 brachte der Leiter Kenneth McKenzie das erste Dampfschiff nach Fort Union. Weil der Transport damit billiger war als bei der Hudson's Bay Company, konnte der Posten mehr für Felle zahlen und gewann Handelspartner unter den Blackfeet.[6]

Weiter südlich bauten William und Charles Bent und Ceran St. Vrain 1833 am Arkansas River ein Fort aus Adobe, vor allem für den Handel mit Bisonroben mit den Southern Cheyenne und Arapaho; mehr dazu beim Santa Fe Trail.[10] In Wyoming errichtete William Sublette 1834 am Laramie River Fort William, den ersten festen Handelsposten dort; später hieß er Fort Laramie und wurde ein Stützpunkt der Armee.[3, 12]
Auch die Regierung der USA betrieb Handelsposten. Von 1795 bis 1822 unterhielt sie Handelshäuser, die Indigene mit Fabrikwaren versorgten und dafür Felle und Häute nahmen; sie hießen "factories", ihre Leiter "factors". Die Preise sollten nur das Kapital erhalten, keinen Gewinn bringen, und das Ziel war, durch geregelten Handel freundliche Beziehungen zu sichern. 1822 wurde das System abgeschafft.[8] Im selben Jahr beendete ein Vertrag mit den Osage die Rolle von Fort Osage als Handelshaus des Bundes; eingerichtet hatte es ein Vertrag von 1808.[9]
Handelsposten gab es noch lange nach dem Ende des großen Pelzhandels. 1878, zehn Jahre nachdem die Navajo aus Bosque Redondo in ihre Heimat zurückkehren durften, kaufte John Lorenzo Hubbell einen Handelsposten in Ganado, Arizona. Er und seine Söhne besaßen zeitweise 24 Posten; der Hubbell Trading Post ist bis heute in Betrieb.[11]
Trapper, Mountain Men und das Rendezvous
Bis etwa 1812 kam nach WyoHistory der weitaus größte Teil der Felle durch Tausch mit den Nationen. Danach jagten nach und nach auch weiße Trapper selbst.[3] Ein Trapper ist ein Fallensteller, der Pelztiere fängt. 1822 warben William Ashley und Andrew Henry in Zeitungen um "100 Enterprising Young Men", die mit ihnen den Missouri hinaufziehen sollten.[3, 4]
An unternehmungslustige junge Männer: Der Unterzeichnete möchte hundert Männer anwerben, die den Missouri bis zu seiner Quelle hinaufziehen, um dort ein, zwei oder drei Jahre beschäftigt zu werden ...
Nach dem Krieg mit den Arikara 1823 nahmen die Trapper zunehmend den Landweg. Im Februar 1824 erfuhr eine Gruppe um Jedediah Smith von den Crow vom South Pass und kam an den Green River, wo es viele Biber gab.[3] 1825 legte Ashley am Green River Vorräte ab und bestellte seine Männer dorthin. Das war das erste Rendezvous in den Rocky Mountains, ein Markt im Sommer, der bis 1840 jedes Jahr stattfand, meist in Wyoming. Die Trapper mussten nicht mehr bis St. Louis zurück, um Felle zu verkaufen und Vorräte zu holen.[3]
Laut National Park Service kauften Hutmacher in den 1820er und 1830er Jahren 100.000 Felle im Jahr, und die Trapper bekamen 6 bis 9 Dollar je Fell, während die Händler ihre Waren um 200 bis 1.000 Prozent aufschlugen; die Trapper sprachen von "mountain prices".[3, 4] Gebraucht wurden Salz, Zucker, Tabak, Fallen und Alkohol, und das Rendezvous dauerte bis zu zwei Wochen, mit Trinken, Glücksspiel und Schlägereien.[4] Auch Nationen kamen, darunter Abordnungen der Nez Perce, der Flathead und der Shoshone, und tauschten Felle gegen Töpfe, Tabak, Perlen, Decken und Gewehre.[3] Unter den Trappern waren Haudenosaunee (Irokesen), Shawnee und Delaware aus dem Osten, dazu Deutsche, Franzosen, Mexikaner, Schotten und Iren und Männer der kanadischen Kompanien.[3] Zu den bekannten Mountain Men zählt der National Park Service James Beckwourth, Kit Carson und Jedediah Smith.[4]
Was bedeutete der Pelzhandel für die indigenen Nationen?
Viele Nationen veränderten durch den Handel ihre Lebensweise. Nach der Canadian Encyclopedia gaben viele ihre alte Wirtschaft auf und wurden von europäischen Waren und Lebensmitteln abhängig; manche zogen auf der Suche nach Pelztieren aus ihrem Gebiet, und der Wettbewerb um europäische Waren führte zu Konflikten zwischen den Nationen. Eingeschleppte Krankheiten wie die Pocken verheerten die Bevölkerung.[2] Gewehre verschoben das Gleichgewicht: Die Shoshone hatten früh Pferde, wurden aber 1781 von Pocken geschwächt, während die Blackfeet um die Zeit von Lewis und Clark bei kanadischen Händlern Gewehre bekamen. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Shoshone weitgehend aus den Plains in die Berge abgedrängt.[3]
Am oberen Missouri zeigen Funde aus Fort Union den Wandel. Vor dem Kontakt schlugen die Assiniboine und ihre Nachbarn Pfeilspitzen aus Feuerstein vom Knife River, später kauften sie Spitzen aus Eisen, Messing und Kupfer.[5] Kessel und andere Waren waren laut National Park Service besonders für Frauen eine bequeme Alternative zu den eigenen Geräten; die Nationen lieferten dem Posten neben Fellen auch Lebensmittel.[6] Doch Händler und Nationen erschöpften die Bestände an Pelztieren, die Händler brachten Krankheiten wie die Pocken, oft unwissentlich, und am Ende verloren die Nationen ihr Land und die Jagd, von der sie lebten. Der National Park Service schreibt, die Nationen sollten eingeladen werden, diese Geschichte selbst zu erzählen.[6]
Die Grand Portage liegt im Heimatland der Grand Portage Band der Lake Superior Chippewa, der Ojibwe oder Anishinaabe. Die Neuankömmlinge übernahmen ihre Werkzeuge und Techniken, um die Rohstoffe des Landes als Weltware zu nutzen. Mehr über den Handel im Nordosten und die Biberkriege steht bei den Haudenosaunee, über die Nordwestküste bei den Chinook. Etwa die Hälfte des Landes für das Grand Portage National Monument schenkte die Band.[7]
Wie endete der Pelzhandel?
Bis 1840 war der Biber in den Rocky Mountains fast ausgerottet.[3, 4] Zugleich änderte sich die Mode. Nach WyoHistory wechselte der ideale Hut Mitte der 1830er Jahre von Filz zu Seide, und aus Südamerika kamen billigere Nutriafelle, die sich ebenso gut verfilzen ließen. Der National Park Service schreibt, bis 1840 sei Seide der bevorzugte Stoff für Hüte geworden.[3, 4] Das letzte Rendezvous fand 1840 statt.[3] Viele Mountain Men arbeiteten danach als Führer für Wagenzüge, als Scouts der Armee oder als Bisonjäger.[4]
Auf den Plains dauerte der Handel länger. Nach 1830 waren dort Bisonroben das wichtigste Produkt; bis 1867 waren die Pelztiere erschöpft und der Bison fast ausgerottet, und auch dieser Handel war vorbei.[1] 1867 kaufte die Armee Fort Union und baute es ab, um mit dem Holz und den Steinen das nahe Fort Buford zu errichten.[5] Auf den südlichen Plains brach der Handel nach der Encyclopedia of the Great Plains schon Anfang der 1850er Jahre zusammen, als kommerzielle Jagd, Trockenheit, eingeschleppte Rinderkrankheiten und Umweltschäden die Bisonherden schrumpfen ließen.[1] Die Hudson's Bay Company verkaufte 1870 Rupert's Land an Kanada und bekam dafür 300.000 Pfund und ein Zwanzigstel des fruchtbaren Siedlungslands.[2]
Auf den nördlichen Great Plains und in den Prärieprovinzen wird bis heute gefangen, meist im Nebenerwerb; vor allem Biber und Bisamratte brachten in den Prärieprovinzen von 1976 bis 1986 im Schnitt 15 Millionen Dollar im Jahr.[1]

Mythos und Wahrheit
WyoHistory verweist zum Ende der Rendezvous auf einen Aufsatz von James A. Hanson mit dem Titel "The Myth of the Silk Hat and the End of the Rendezvous" (2000).[3] Bilder aus erster Hand hinterließ der Maler Alfred Jacob Miller, den der schottische Adlige Sir William Drummond Stewart 1837 mitnahm; nach WyoHistory sind es die einzigen Bilder aus dem Pelzhandel der Rocky Mountains von einem Augenzeugen.[3] Nach Fort Union kamen George Catlin, Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer, um die Menschen, Tiere und Landschaften der Region festzuhalten; mehr auf den Seiten über George Catlin und Maximilian zu Wied und Karl Bodmer.[5]
Wo lässt sich der Pelzhandel heute nachvollziehen?
Fort Union erwarb der National Park Service 1966. Nach Grabungen ab 1968 und weiteren von 1986 bis 1988 wurde der Posten wieder aufgebaut, und zwar so, wie er 1851 aussah, als der Handel mit Bisonroben seinen Höhepunkt hatte.[5] Am Oberen See in Minnesota umfasst das Grand Portage National Monument 710 Acres mit einem nachgebauten Palisadenposten; den Tragepfad dürfen nach dem Webster-Ashburton-Vertrag von 1842 Bürger der USA und Kanadas frei benutzen.[7] Bent's Old Fort in Colorado ist ein Nachbau von 1976, und der Hubbell Trading Post in Arizona handelt bis heute.[10, 11]
Zeitleiste des Pelzhandels
- 02.05.1670Die Hudson's Bay Company erhält ihre königliche Urkunde und das alleinige Handelsrecht für Rupert's Land.[2]
- 1779Hudson's Bay Company und North West Company beginnen, in den Prärieprovinzen Posten anzulegen; bis 1821 werden es mehr als 100.[1]
- 1795Die Regierung der USA beginnt mit staatlichen Handelshäusern, den "factories", für den Handel mit indigenen Nationen.[8]
- 1806Nach der Rückkehr von Lewis und Clark beginnt der amerikanische Pelzhandel am Missouri.[1] Lewis-und-Clark-Expedition
- 1807Manuel Lisa baut an der Mündung des Bighorn River einen Handelsposten.[1, 3]
- 1808John Jacob Astor gründet die American Fur Company.[1]
- 1812Robert Stuart von der Pacific Fur Company stößt auf dem Rückweg vom Columbia auf den South Pass.[3] Oregon Trail
- 1821Hudson's Bay Company und North West Company schließen sich zusammen.[1, 2]
- 1822Die USA schaffen ihre staatlichen Handelshäuser ab; William Ashley und Andrew Henry werben Trapper an.[3, 8]
- 1825Am Green River findet das erste Rendezvous der Trapper in den Rocky Mountains statt.[3]
- 1828Die American Fur Company gründet auf Wunsch der Assiniboine Fort Union am oberen Missouri.[5]
- 1832Kenneth McKenzie bringt das erste Dampfschiff nach Fort Union.[6]
- 1833William und Charles Bent und Ceran St. Vrain bauen Bent's Fort am Arkansas River.[10] Santa Fe Trail
- 1834Astor verkauft seine Anteile; William Sublette baut Fort William, das spätere Fort Laramie.[3] Fort Laramie
- 1840In den Rocky Mountains findet das letzte Rendezvous statt.[3]
- 1867Die Armee kauft Fort Union und baut es ab; der Handel mit Bisonroben auf den Plains ist vorbei.[1, 5]
- 1870Die Hudson's Bay Company verkauft Rupert's Land an Kanada.[2]
- 1878John Lorenzo Hubbell kauft einen Handelsposten in Ganado im Land der Navajo.[11] Navajo
Mehr zu Trappern und Handel
- Entdecker, Trapper und Scouts: die Menschen hinter den Routen
- Jedediah Smith, Hugh Glass und Kit Carson
- Trapper und Mountain Men im Glossar
- Die Wirtschaft des Wilden Westens: vom Pelz bis zur Eisenbahn
- Der Bison und die Rocky Mountains
- Métis und First Nations, Inuit und Métis in Kanada
- Forts im Wilden Westen und Fort Laramie
Häufige Fragen
Was ist ein Handelsposten (Trading Post)?
Ein Handelsposten war eine feste Station, an der Händler Waren gegen Felle tauschten. Die Hudson's Bay Company nannte ihre Posten "factories". Fort Union am Missouri hieß zwar Fort, war aber ein privater Posten der American Fur Company und keine Einrichtung der Armee.
Warum war Biberfell so begehrt?
Aus der weichen, wasserfesten Unterwolle des Bibers ließ sich fester Filz machen, und Filzhüte aus Biber waren in Europa und den USA Mode. Laut National Park Service kauften Hutmacher in den 1820er und 1830er Jahren 100.000 Felle im Jahr.
Was war ein Rendezvous der Trapper?
Ein Markt im Sommer in den Rocky Mountains, auf dem Trapper ihre Felle gegen Vorräte tauschten. Das erste Rendezvous fand 1825 am Green River statt, das letzte 1840, die meisten in Wyoming.
Was verdiente ein Trapper an einem Biberfell?
Nach dem National Park Service bekamen die Trapper in den 1820er und 1830er Jahren 6 bis 9 Dollar je Fell. Die Händler am Rendezvous schlugen auf ihre Waren 200 bis 1.000 Prozent auf.
Was bekamen indigene Nationen für ihre Felle?
In Fort Union erhielten sie zum Beispiel Kattun, Kleidung, Decken, Kessel, Messer, Glasperlen, Tabak, Feuerwaffen und Munition. Die Hudson's Bay Company rechnete alle Waren in "Made Beaver" um, den Wert eines guten Biberfells.
Wann endete der Pelzhandel?
Der Biberhandel in den Rocky Mountains ging ab Mitte der 1830er Jahre stark zurück, das letzte Rendezvous war 1840. Bisonroben handelte man am oberen Missouri bis 1867. Ganz vorbei ist er nicht: Auf den nördlichen Plains und in den kanadischen Prärieprovinzen wird bis heute gefangen, meist im Nebenerwerb.
Quellen
- Nachschlagewerk W. Raymond Wood: Fur Trade (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Arthur J. Ray: Hudson's Bay Company (The Canadian Encyclopedia). Historica Canada. Stand 2. April 2009, geändert 10. Juli 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jim Hardee: The Fur Trade in Wyoming (WyoHistory.org). Wyoming State Historical Society. Stand 8. November 2014. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mountain Men and Trappers. National Park Service, Gateway Arch National Park. Stand 21. August 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture: Fort Union 1828 bis 1867. National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 29. Dezember 2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Union's Fur Trade Origins. National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 24. April 2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Grand Portage National Monument. Stand 23. Januar 2026. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Letter Book of the Arkansas Trading House, 1805 bis 1810 (Begleitheft zur Mikrofilmausgabe M142, Records of the Bureau of Indian Affairs, Record Group 75). National Archives and Records Service. Stand 1972. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Osage Treaties with the United States (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand September 2015, geändert April 2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Bent's Old Fort National Historic Site. Stand 2. Dezember 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture: A Brief History of Hubbell Trading Post. National Park Service, Hubbell Trading Post National Historic Site. Stand 30. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Fort Laramie National Historic Site. Stand 6. Februar 2025. abgerufen am 25.10.2026
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