PersonenPerson
George Catlin
Kurz erklärt George Catlin (1796 bis 1872) war ein US-amerikanischer Maler und Autor. Von 1830 bis 1836 reiste er von St. Louis aus zu Nationen am Missouri und in den Plains und malte Hunderte Bildnisse und Szenen. Mit dieser Indian Gallery zog er durch die USA und Europa; den größten Teil der ersten Sammlung besitzt heute das Smithsonian American Art Museum.

Wer war George Catlin?
George Catlin war ein US-amerikanischer Maler und Autor. Er kam am 26. Juli 1796 in Wilkes-Barre in Pennsylvania zur Welt und starb am 23. Dezember 1872 in Jersey City in New Jersey.[1, 4] Von 1830 bis 1836 reiste er von St. Louis aus zu Nationen am Missouri und in den Plains und malte ihre Menschen, Dörfer, Jagden und Landschaften.[1, 2, 3] Diese Bilder zeigte er mit Gegenständen, die er gesammelt hatte, als "Indian Gallery" in den USA und in Europa.[2, 4] Der größte Teil der ersten Sammlung gehört heute dem Smithsonian American Art Museum in Washington.[2]
Indigene Menschen hatten schon andere Maler porträtiert. Nach dem Smithsonian Magazine malte Catlin sie als Erster so umfangreich in ihren eigenen Gebieten.[3] Ob er den Nationen damit gedient oder sie ausgenutzt hat, ist bis heute umstritten (mehr im Abschnitt Kritik).[3]
Vom Juristen zum Maler
Nach dem Smithsonian Magazine war Catlin das fünfte von 14 Kindern. Als er ein Säugling war, zog die Familie auf eine Farm im Staat New York, 40 Meilen von Wilkes-Barre entfernt.[3] Auf Wunsch seines Vaters Putnam Catlin studierte er Recht und eröffnete 1820 eine Kanzlei bei Wilkes-Barre. Er zeichnete aber lieber Richter und Geschworene, verkaufte nach einigen Jahren seine Gesetzbücher und ging nach Philadelphia.[3] Ab 1823 malte er Bildnisse; das Malen hatte er sich selbst beigebracht, und 1826 wählte ihn die National Academy of Design zum Mitglied.[4] Zu seinen Auftraggebern gehörten Sam Houston und Dolley Madison.[3]
Um 1828 sah er in Philadelphia eine Abordnung von Plains-Nationen auf dem Weg nach Washington. Danach wollte er nach Britannica das Leben der Nationen festhalten, bevor es mit dem Vorrücken der Grenze verloren ginge.[3, 4] Sein Ziel beschrieb er selbst so: Er wolle jede Nation des Landes besuchen und Bildnisse ihrer wichtigsten Männer und Frauen, Ansichten ihrer Dörfer und Spiele und Notizen zu ihrem Charakter und ihrer Geschichte mitbringen, dazu Kleidung und Gegenstände sammeln, für eine Galerie zum Nutzen künftiger Zeiten.[5]
Reisen in den Westen 1830 bis 1836
1830 ging Catlin nach St. Louis in Missouri, kurz nachdem er Clara Gregory geheiratet hatte; seine Frau blieb im Osten.[3, 12] Dort traf er General William Clark, den früheren Mitleiter der Expedition von Lewis und Clark und nun Superintendent of Indian Affairs, also den Regierungsbeamten, der für die Nationen des Westens zuständig war. Clark zeigte ihm sein Museum, machte ihn mit der American Fur Company bekannt und nahm ihn zu Nationen mit.[2] Im selben Sommer reiste Catlin mit Clark etwa 400 Meilen den Mississippi hinauf nach Fort Crawford, wo mehrere Nationen, unter ihnen Sauk und Fox, zu einem Rat zusammenkamen.[3] St. Louis blieb der Ausgangspunkt für fünf Reisen bis 1836; die meisten Winter verbrachte er bei seiner Familie.[2, 3]
1832: mit der Yellowstone nach Fort Union
1832 war nach dem National Park Service sein ergiebigstes Jahr. Er fuhr mit dem neuen Dampfschiff Yellowstone der American Fur Company auf dessen erster Fahrt den Missouri hinauf bis zum Handelsposten Fort Union (mehr dazu auf der Seite über den Pelzhandel), fast 2.000 Meilen oberhalb von St. Louis.[1] Im Juni 1832 ging er dort an Land, als erster von vielen Künstlern, die Fort Union besuchten; Catlin nannte den Posten den größten und am besten gebauten seiner Art am Fluss.[5, 7]
Auf dieser Reise malte er Assiniboine, Blackfoot, Crow, Plains Ojibwa und Cree, weiter flussabwärts Hidatsa und Mandan in ihren Erdhausdörfern bei Fort Clark.[1] In drei Monaten am oberen Missouri entstanden nach dem Smithsonian Magazine mindestens 135 Bilder; Catlin malte schnell, vor allem die Gesichter, und ergänzte Einzelheiten später.[3] Im Juli 1832 sah er bei den Mandan die Okipa (bei Catlin O-kee-pa), eine Zeremonie der Nation. Als er die Bilder davon fünf Jahre später ausstellte, hielt eine Fachzeitschrift sie für Erfindung; spätere Forschung bestätigte sie.[3]
Bestätigen lassen konnte Catlin seine Beobachtungen nicht mehr: Die Pocken hatten die Mandan kurz nach seinem Besuch fast ausgelöscht.[3] Die Mandan gibt es weiter: Sie gehören heute mit den Hidatsa und den Arikara zur Mandan, Hidatsa and Arikara Nation (auch Three Affiliated Tribes genannt). Ihr Land ist das Fort Berthold Indian Reservation im Zentrum von North Dakota am Missouri; nach eigener Angabe waren im August 2026 17.825 Menschen als Mitglieder eingeschrieben.[13] Nach dem National Park Service tötete die Pockenepidemie von 1837 und 1838 Tausende Menschen in den nördlichen Plains und brachte ganze Nationen an den Rand der Vernichtung.[6] Nach Fort Union kam 1833 auch der Schweizer Maler Karl Bodmer, siehe Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer.[6]

Ein "Park der Nation"
Am oberen Missouri, an der Mündung des Teton River, schrieb Catlin 1832 einen Gedanken auf, der erst 1841 im Druck erschien: Eine große, schützende Politik der Regierung solle die Prärien in einem großen Park bewahren, mit den Menschen der Plains und den Bisonherden, "A nation's Park", einen Park der Nation.[6, 7] Der National Park Service nennt das den frühesten Vorschlag für Nationalparks in den USA. Für einflussreicher hält er allerdings die Beobachtungen von John James Audubon, der 1843 nach Fort Union kam; Catlin verbrachte die folgenden Jahrzehnte größtenteils in Europa.[6]
Nach dem NPS war Catlin in den Vorstellungen seiner Zeit befangen und glaubte an das romantische Bild vom "edlen Wilden" (Noble Savage). Er fürchtete, die Nationen und die Bisons würden vor dem Vordringen der Siedler verschwinden.[6]
1836: der Steinbruch von Pipestone
Auf seinen Reisen sah Catlin viele Pfeifen aus einem roten Stein und hörte von einem einzigen Steinbruch zwischen Mississippi und Missouri, den viele Nationen als heiligen Ort friedlich nutzten (mehr auf der Seite über die zeremonielle Pfeife).[1] 1836 bestand er gegen den Einspruch der "Santee Sioux" (so die Bezeichnung des National Park Service) darauf, den Steinbruch im heutigen Pipestone National Monument im Südwesten Minnesotas zu besuchen; sie hatten ihm gesagt, der Ort sei für Weiße gesperrt. Catlin gab später zu, dass ihr Widerstand seine Neugier nur steigerte.[1, 3] Er nahm eine Probe mit und schickte sie zur Untersuchung nach Boston; der Geologe nannte das bis dahin unbeschriebene Gestein Catlinit.[1]
Wie viel er in diesen Jahren malte, hängt von der Zählung ab. Der National Park Service nennt für 1830 bis 1836 rund 470 Bildnisse und Szenen von fast 40 Nationen, das Smithsonian American Art Museum 50 Nationen, das Smithsonian Magazine 48 Nationen, 300 Bildnisse und fast 175 Landschaften und Szenen. Britannica spricht von mehr als 500 Gemälden und Skizzen.[1, 2, 3, 4]
Die Indian Gallery in den USA und in Europa
Am 23. September 1837 kündigte der New Yorker Commercial Advertiser die Ausstellung mit Vorträgen von Catlin in der Clinton Hall an; danach zog sie durch Städte an der Ostküste.[3] Im Januar 1838 malte Catlin in Fort Moultrie in South Carolina den Seminolen-Anführer Osceola.[9] Catlins Plan, die Sammlung an die Regierung zu verkaufen, blieb ohne Erfolg; der Kongress zögerte.[2, 3] Im November 1839 brachte er die Galerie nach England.[3]
In London, Paris und Brüssel zeigte er die Bilder mit lebenden Darstellern. Zuerst stellte er Schauspieler aus der jeweiligen Stadt mit Federn und Bemalung in Szene, später kamen Gruppen von 21 Ojibwe und 14 Iowa dazu, die mit anderen Veranstaltern durch Europa reisten.[3] Das Smithsonian American Art Museum nennt diese Vorführungen die früheste Form dessen, was später die Wild-West-Show wurde (mehr dazu auf der Seite über Buffalo Bill).[2] Nach dem Smithsonian Magazine überredete Catlin sie, Jagden, Tänze und sogar Skalpierungen nachzuspielen. Angeschlossen hatten sie sich nach einer Besprechung in den Anishinabek News aus eigenen Gründen.[3, 10] 1843 empfing ihn Königin Victoria, 1845 König Louis-Philippe.[3]
1845 starb seine Frau Clara in Paris an einer Lungenentzündung. Unter den Ojibwe brachen die Pocken aus, zwei von ihnen starben, die übrigen kehrten zurück; ein Jahr später starb Catlins dreijähriger Sohn George an Typhus.[3]
1841 erschien in London im Selbstverlag sein bekanntestes Buch, die zweibändigen "Letters and Notes on the Manners, Customs, and Condition of the North American Indians" mit vielen Stichen nach seinen Bildern.[4, 7] Eine deutsche Ausgabe kam 1848 bei C. Muquardt heraus, unter dem Titel "Die Indianer Nord-Amerikas und die während eines achtjährigen Aufenthalts unter den wildesten ihrer Stämme erlebten Abenteuer und Schicksale".[11]

Schulden, Verkauf und späte Jahre
Die Mieten für Säle, der Transport von acht Tonnen Bildern und Gegenständen und der Unterhalt seiner Darsteller und seiner Familie hielten Catlin in Schulden.[3] 1852 kam er in London ins Schuldgefängnis; ein neues Angebot an den Kongress scheiterte am Preis. Im Spätsommer 1852 bezahlte der Eisenbahnunternehmer Joseph Harrison aus Pennsylvania seine Schulden und übernahm die Galerie für 20.000 Dollar.[3] Nach dem Archiv der Smithsonian Institution hatte Joseph Harrison junior Catlin Geld geliehen, mit der Sammlung als Sicherheit; Catlin konnte sie nie auslösen, und sie lagerte jahrelang in Philadelphia.[8]
Von 1852 bis 1860 will Catlin in Südamerika, im pazifischen Nordwesten und in Mittelamerika indigene Menschen gemalt haben. Einige Forscher bezweifeln nach dem Smithsonian Magazine, dass er Europa überhaupt verließ.[3] Bis 1870 malte er 300 Bilder indigener Menschen Südamerikas und rund 300 Kopien seiner ersten Bildnisse nach Skizzen. Diese späteren Werke nannte er "Cartoon Gallery"; die Cartoon Collection kaufte später der Sammler Paul Mellon, der den größten Teil der National Gallery of Art schenkte.[3]
1870 kehrte Catlin in die USA zurück. 1872 lud ihn Joseph Henry, der erste Sekretär der Smithsonian Institution, nach Washington ein, wo er bis kurz vor seinem Tod in einem Atelier im Smithsonian-Gebäude "Castle" arbeitete.[2, 3] Henry hielt seine Bilder nach dem Smithsonian Magazine für künstlerisch wenig wertvoll, brauchte sie aber: Ein Brand hatte gerade die meisten Bildnisse indigener Menschen in der Sammlung zerstört, Werke von John Mix Stanley und Charles Bird King.[3]
Die Sammlung im Smithsonian American Art Museum
1879, sieben Jahre nach Catlins Tod, schenkte die Witwe von Joseph Harrison junior die Sammlung dem United States National Museum der Smithsonian Institution. Die Angaben zum Umfang reichen von etwa 450 Originalgemälden mit vielen Gegenständen (Smithsonian Magazine) über mehr als 500 Werke (Smithsonian American Art Museum) bis zu über 600 Bildnissen und Szenen (Archiv der Smithsonian Institution).[2, 3, 8] Ab 1883 war die Galerie sieben Jahre lang ausgestellt.[3]
Heute besitzt das Smithsonian American Art Museum die fast vollständige erhaltene erste Indian Gallery aus den 1830er Jahren und nennt sie ein Kronjuwel seiner Sammlung.[2] Bis Januar 2003 zeigte es in der Renwick Gallery in Washington mehr als 400 Objekte, die umfassendste Schau seiner Werke seit über hundert Jahren, in Zusammenarbeit mit dem National Museum of the American Indian.[2, 3] Auch das Bildnis Osceolas gehört zur Schenkung von Mrs. Joseph Harrison junior.[9]

Kritik: Wie sah Catlin die Nationen, die er malte?
Zu Lebzeiten wurde Catlin gelobt und kritisiert. Einige Kunstkritiker taten ihn als "American primitive" ab, umstritten war vor allem seine Haltung: Er lehnte das Wort "savage" für die Nationen ab und nannte es einen Missbrauch des Wortes und der Menschen, auf die man es anwende.[3, 7] Regierung und Pelzhändler warf er vor, die Nationen schlecht zu behandeln.[3]
Zugleich sah er sie als "vanishing races", als verschwindende Völker, und wollte festhalten, was er für verloren hielt.[3, 4] Nach einer Besprechung des Smithsonian-Bandes "George Catlin and His Indian Gallery" in den Anishinabek News (2013) ist das moderne Bild "des Indianers" ein Ergebnis seiner Arbeit, wenn auch nicht unbedingt seine Absicht. Der Rezensent Karl Hele stellt die ausbeuterische Seite seiner Arbeit neben die "visuelle Souveränität" der Gemalten: Sie entschieden selbst, ob sie Modell saßen und welche Kleidung sie trugen.[10]
Wie die Nationen auf ihn reagierten, war verschieden. Nach dem Smithsonian Magazine sagten Heiler der "Sioux" (so die Quelle) Unheil für die Gemalten voraus, während Heiler der Blackfoot sich bereitwillig malen ließen; die Mandan staunten über die Ähnlichkeit seiner Bildnisse und nannten ihn "Medicine White Man".[3]
W. Richard West, damals Direktor des National Museum of the American Indian und Bürger der Cheyenne and Arapaho Tribes, sagte 2002, ein indigener Mensch könne kaum anders, als auf einer Ebene tiefen Groll gegen Catlin zu empfinden. Catlin habe Indigene und den Westen als Ware vermarktet; zugleich sei er in seinem Mitgefühl seiner Zeit weit voraus gewesen und habe die Nationen als wertvolle Menschen und Kulturen gezeigt.[3]
Seine Besessenheit, Indianer darzustellen, hat einen äußerst aufdringlichen Unterton.
Zeitleiste
- 26.07.1796George Catlin kommt in Wilkes-Barre in Pennsylvania zur Welt.[4]
- 1823Catlin gibt den Beruf des Juristen auf und malt Bildnisse.[4]
- 1826Die National Academy of Design wählt ihn zum Mitglied.[4]
- 1830In St. Louis wird General William Clark sein Förderer; erste Reise zu Nationen am Mississippi.[2, 3] Lewis-und-Clark-Expedition
- Juni 1832Mit dem Dampfschiff Yellowstone erreicht er Fort Union am oberen Missouri.[1, 5]
- Juli 1832Catlin ist bei den Mandan und malt ihre Dörfer und eine Zeremonie, die Okipa.[1, 3] Mandan
- 1836Gegen den Einspruch der "Santee Sioux" (so der NPS) besucht er den Steinbruch von Pipestone.[1]
- 1837In New York eröffnet er die Ausstellung seiner Indian Gallery.[3]
- Januar 1838In Fort Moultrie malt er den Seminolen-Anführer Osceola.[9] Osceola
- November 1839Catlin bringt die Indian Gallery nach England.[3]
- 1841In London erscheinen im Selbstverlag die "Letters and Notes" in zwei Bänden.[4, 7]
- 1848Eine deutsche Ausgabe erscheint als "Die Indianer Nord-Amerikas".[11]
- 1852Wegen seiner Schulden übernimmt Joseph Harrison die Indian Gallery.[3, 8]
- 23.12.1872George Catlin stirbt in Jersey City in New Jersey.[1, 4]
- 1879Die Witwe von Joseph Harrison junior schenkt die Sammlung der Smithsonian Institution.[2, 8]
Was ist Legende, was ist belegt?
Catlin zeigte seine Bilder ab 1837 in den USA und ab 1839 in Europa.[3] Nach der Besprechung in den Anishinabek News geht das moderne Bild "des Indianers" auf seine Arbeit zurück (mehr zu den Nationen der Plains auf der Seite Plains).[10]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Catlins Bilder zeigen die Nationen der Plains genau so, wie sie lebten.
Was belegt ist
Catlin malte schnell, vor allem die Gesichter, und ergänzte Einzelheiten später. Er glaubte nach dem National Park Service an das romantische Bild vom "edlen Wilden", und in Europa ließ er Schauspieler mit Federn und Bemalung auftreten. Der Kurator George Gurney nennt die Sammlung dennoch die größte Sammlung von Bildern der Native Americans aus der Zeit vor der Fotografie.[3, 6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Mit Catlins Vorschlag begannen die Nationalparks der USA.
Wie starb George Catlin?
Im November 1872 verließ Catlin Washington, um bei seinen Töchtern in New Jersey zu sein.[3] Als Todestag nennen der National Park Service und Britannica den 23. Dezember 1872, als Sterbeort Jersey City.[1, 4] Das Smithsonian Magazine schreibt, er sei zwei Monate nach der Abreise mit 76 Jahren gestorben; das passt nicht genau zu diesem Datum. Zu seinen letzten Worten soll die Frage gehört haben, was aus seiner Galerie werde.[3]
Häufige Fragen
Wer war George Catlin?
Ein US-amerikanischer Maler und Autor, geboren 1796 in Wilkes-Barre in Pennsylvania. Er war zuerst Jurist und brachte sich das Malen selbst bei. Von 1830 bis 1836 malte er Menschen, Dörfer und Landschaften der Nationen am Missouri und in den Plains.
Wie viele Bilder malte George Catlin?
Die Zahlen schwanken je nach Zählung. Der National Park Service nennt für 1830 bis 1836 rund 470 Bildnisse und Szenen, das Smithsonian Magazine 300 Bildnisse und fast 175 Landschaften und Szenen, Britannica mehr als 500 Gemälde und Skizzen. Dazu kommen spätere Kopien und Bilder aus Südamerika.
Wo sind die Bilder von George Catlin heute?
Die fast vollständige erhaltene erste Indian Gallery besitzt das Smithsonian American Art Museum in Washington. Die Witwe des Sammlers Joseph Harrison junior schenkte sie 1879 der Smithsonian Institution. Viele seiner späteren Kopien, die Cartoon Collection, liegen in der National Gallery of Art.
Was ist die Indian Gallery?
So nannte Catlin seine Sammlung aus Bildnissen, Landschaften und Szenen, dazu Kleidung und Gegenstände, die er auf seinen Reisen erworben hatte. Er zeigte sie ab 1837 in den USA; Ende 1839 brachte er sie nach Europa und stellte sie in London, Paris und Brüssel aus.
Warum wird George Catlin kritisiert?
Er sah die Nationen als "verschwindende" Völker und folgte nach dem National Park Service der romantischen Vorstellung vom "edlen Wilden". W. Richard West, Direktor des National Museum of the American Indian, sprach von einem aufdringlichen Unterton und davon, dass Catlin die Nationen als Ware vermarktet habe, nannte ihn aber auch seiner Zeit voraus in seinem Mitgefühl.
Welches Buch schrieb George Catlin?
Sein bekanntestes Buch sind die "Letters and Notes on the Manners, Customs, and Condition of the North American Indians", zwei Bände, 1841 im Selbstverlag in London. Eine deutsche Ausgabe erschien 1848 unter dem Titel "Die Indianer Nord-Amerikas".
Was ist Catlinit?
Der rote Pfeifenstein aus dem Steinbruch von Pipestone im Südwesten Minnesotas. Catlin besuchte den Steinbruch 1836 und schickte eine Probe nach Boston; der Geologe, der sie untersuchte, benannte den Stein nach ihm.
Quellen
- Amtliche Stelle George Catlin. National Park Service, Pipestone National Monument. Stand 31.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Museum George Catlin and His Indian Gallery (Ausstellung). Smithsonian American Art Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Bruce Watson: George Catlin's Obsession. Smithsonian Magazine. Stand Dezember 2002. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Union's 50th Anniversary (Fort Union at Fifty, 1966 bis 2016). National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 24.04.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle A Nation's Parks. National Park Service, Fort Union Trading Post National Historic Site. Stand 23.04.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle George Catlin: Letters and Notes on the Manners, Customs, and Condition of the North American Indians, Bd. 1 (Digitalisat im Internet Archive). Selbstverlag, Egyptian Hall, London. Stand 1841. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv US National Museum Receives Catlin Collection. Smithsonian Institution Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Museum George Catlin: Os-ce-o-lá, The Black Drink, a Warrior of Great Distinction (1838). Smithsonian American Art Museum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Karl Hele: Book Review, Catlin gallery 'complicated'. Anishinabek News. Stand 18.07.2013. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle George Catlin: Die Indianer Nord-Amerikas und die während eines achtjährigen Aufenthalts unter den wildesten ihrer Stämme erlebten Abenteuer und Schicksale (Digitalisat im Internet Archive). C. Muquardt. Stand 1848. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2025 Gazetteer Files, Places, Missouri. U.S. Census Bureau. Stand 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation MHA Nation, Mandan, Hidatsa, and Arikara Nation (Startseite). MHA Nation, Three Affiliated Tribes. Stand 24.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
GeschichtePelzhandelBiberfelle für Filzhüte und Bisonroben: So tauschten Kompanien, Trapper und Nationen in Nordamerika Pelze.
PersonenPrinz Maximilian zu Wied und Karl BodmerPrinz Maximilian zu Wied und der Maler Karl Bodmer reisten 1832 bis 1834 an den oberen Missouri.
Indigene Völker NordamerikasMandanDie Mandan, oft Mandan-Indianer genannt, lebten in Erdhausdörfern am Missouri.
