Indigene Völker NordamerikasVolk
Mandan
Kurz erklärt Die Mandan sind ein indigenes Volk vom oberen Missouri im heutigen North Dakota, das in Dörfern aus Erdhäusern lebte, Mais anbaute und Bisons jagte. Die Pocken von 1837 überlebten laut MHA Nation und National Park Service nur etwa 125 Mandan. Heute bilden sie mit Hidatsa und Arikara die MHA Nation, die im Fort Berthold Indian Reservation lebt und am 20.08.2026 nach eigener Angabe 17.825 eingeschriebene Mitglieder hatte.

Die Mandan sind ein indigenes Volk vom oberen Missouri im heutigen North Dakota. Ihre Nation überschreibt die eigene Geschichte mit "Mandan (Nuta)" und nennt die Sprache Nuu'etaa.[1, 3] Seit dem 19. Jahrhundert leben sie mit den Hidatsa und den Arikara zusammen, die sich selbst Sahnish nennen. Heute bilden die drei Völker die Mandan, Hidatsa and Arikara Nation, kurz MHA Nation, die auch Three Affiliated Tribes heißt. In der Liste des Bureau of Indian Affairs steht sie als Three Affiliated Tribes of the Fort Berthold Reservation, North Dakota.[1, 2, 4] Im Deutschen werden die Mandan oft "Mandan-Indianer" genannt; zum Wort siehe Darf man "Indianer" sagen?
Name, Gruppen und Sprache
Die MHA Nation verwendet für die Mandan auf ihrer Geschichtsseite den Namen Nuta, auf der Sprachseite Nuu'etaa für die Sprache, und ihr Tribal College heißt Nueta Hidatsa Sahnish College.[1, 3] Nach der Encyclopedia of the Great Plains nannten sich die Mandan früher Numangkaki, "Volk des Ersten Menschen", nach ihrer Erschaffung durch den Ersten Menschen.[8]
Trotz des gemeinsamen Namens lebten die Mandan in selbständigen Dörfern, die nach ihrer Lage am Missouri und an seinen Nebenflüssen benannt waren. Die beiden Hauptgruppen hießen laut Encyclopedia of the Great Plains Nuitadi, "Volk der Westseite", und Nuptadi, "Volk der Ostseite"; zwei weitere Gruppen, Awigaxa und Istopa, gingen in Epidemien und unter dem Druck der Besiedlung auf.[8] Die Geschichtsseite der Nation nennt nach Alfred W. Bowers (1950) fünf Gruppen: Is'tope, "die sich tätowierten", Nup'tadi, die größte Sprachgruppe, Ma'nana'r, "die sich stritten", Nu'itadi, "unser Volk", und Awi'ka-xa. Mit jeder Pockenepidemie schlossen sich diese Gruppen enger zusammen.[1]
Mandan und Hidatsa gehören zur Sioux-Sprachfamilie, zusammen mit Crow, Dakota, Lakota, Assiniboine, Omaha, Osage und anderen; die Sprache der Sahnish gehört dagegen zur Familie der Caddo-Sprachen wie die der Pawnee.[1] Die Nation bietet Sprachkurse an, auch online, und stellt jeden Tag ein Wort auf Mandan vor. Auf ihrer Startseite grüßt sie in allen drei Sprachen, auf Mandan mit "Ráátinitak shí'sh", übersetzt "Es ist gut, dass ihr alle angekommen seid".[2, 3]
Woher kommen die Mandan?
Nach ihrer eigenen Überlieferung kamen die Mandan unter der Erde hervor, irgendwo östlich des Missouri, und zogen nach Westen, bis sie den Fluss im heutigen South Dakota erreichten.[5] Dem Prinzen Maximilian zu Wied erzählten sie in den 1830er Jahren, sie seien im Osten aus der Erde gekommen und an der Mündung des White Earth River an den Missouri gelangt.[1] Die Geschichtsseite der Nation hält außerdem fest: Mandan und Hidatsa glauben, dass sie in diesem Gebiet erschaffen wurden und immer dort gelebt haben.[1]
Eine Theorie der Forschung, die die Nation wiedergibt, lässt die Mandan um 900 aus dem Süden Minnesotas und dem Norden Iowas in die Plains von South Dakota ziehen und um 1000 nach North Dakota weiterwandern.[1] Laut National Park Service gründeten sie bis etwa 1450 viele große Dörfer am Missouri, in denen bis zu 15.000 Menschen lebten. Um 1550 schlossen sie sich zu sieben bis neun befestigten Dörfern an der Mündung des Heart River zusammen, nahe der heutigen Stadt Mandan.[5]
Die Überlieferung der Mandan erzählt von der Ankunft der Hidatsa, die aus dem Osten kamen und von den Mandan den Feldbau lernten. Im 17. Jahrhundert zogen diese Hidatsa nach Norden an den Knife River.[5] Den ersten bekannten Bericht eines Europäers schrieb der französische Händler La Vérendrye, der die Mandan im Herbst 1738 besuchte. Er beschrieb sie als großes und mächtiges Volk; schon das kleinste Dorf, das er sah, hatte laut Nation 130 Häuser.[1]
Gesellschaft und Familie
Die Familie der Mandan war nach Clans in der mütterlichen Linie geordnet. Alle Frauen einer Familie und ihre Kinder gehörten demselben Clan an. Verwandte Frauen, meist Schwestern, bauten gemeinsam ein Erdhaus und lebten darin mit ihren Familien; heiratete ein Mann eine Frau aus einem anderen Clan, zog er in ihr Erdhaus, blieb aber vor allem seinem eigenen Clan verpflichtet.[8] Der Clan sorgte für seine Mitglieder, besonders für Waisen und Alte, erzog die Kinder, half beim Eintritt in Gesellschaften der Krieger, des geselligen Lebens und der Religion und beim Erwerb heiliger Bündel.[8]
Jedes Dorf regierte sich selbst. Aus dem Rat der Besitzer heiliger Bündel wählte es laut Encyclopedia of the Great Plains zwei Männer an seine Spitze, einen für seine Fähigkeiten im Krieg, den anderen für sein Geschick in der Diplomatie. Sie führten nur so lange, wie die Menschen ihren Vorschlägen folgten.[8] Mandan, Hidatsa und Arikara hatten laut Nation getrennte Gruppen, Clans und Bündel; nach den Pockenepidemien glichen sich ihre Gemeinschaften an, damit die Völker wirtschaftlich und gesellschaftlich überleben konnten. Getrennte Zeremonien, Clans und Gruppen behielten sie laut North Dakota Studies bei.[1, 10]
Wirtschaft und Ernährung
Die Mandan verbanden Feldbau und Bisonjagd. Sie bauten Mais, Bohnen, Kürbis und Sonnenblumen an, und daraus ergab sich der Lauf des Jahres: Aussaat im Frühjahr, Jagd im Sommer, Ernte im Herbst und wieder Jagd im Winter.[8] Im Dorf Mitu'tahakto's bei Fort Clark bestellten nach der State Historical Society of North Dakota die Frauen die Felder; Tabak war die einzige Pflanze, die Männer anbauten, die vor allem Bisons und anderes Wild jagten. Nach der Ernte zog das Dorf in ein Winterlager im bewaldeten Flusstal und kehrte im Frühjahr zum Pflanzen zurück.[9]

Das Erdhaus war das Haus im Dorf, mit viel Platz für Vorräte, Töpferwaren zum Kochen und Körbe für die Ernte, die die Frauen herstellten. Auf der Jagd lebten die Mandan in Tipis und nahmen nur das Nötigste mit. Anders als bei den Hidatsa standen die Erdhäuser eines Mandan-Dorfs um einen offenen Platz mit einem Schrein in der Mitte.[8]
Die Dörfer waren ein Mittelpunkt des Handels. Laut Nation kamen alle Völker der Plains, um Feldfrüchte und andere Waren einzutauschen, und die Mandan wurden "Marktplatz der zentralen Plains" genannt.[1] Der National Park Service nennt Sioux (so die Quelle), Cheyenne, Crow, Assiniboine und Ojibwe, dazu weiße Händler, Entdecker und Künstler, die in die Dörfer am Knife River reisten, um zu handeln, zu feiern oder Krieg zu führen.[6] Für den Pelzhandel baute James Kipp von der American Fur Company 1830 bis 1831 Fort Clark neben dem Dorf Mitu'tahakto's. 1832 legte dort zum ersten Mal ein Dampfschiff an, die Yellow Stone, mit 1.500 Gallonen Alkohol und anderen Handelswaren an Bord; zurück nach St. Louis nahm sie 100 Packen Biberfelle und Bisonhäute mit.[9]
Glaube
Heilige Bündel galten laut Encyclopedia of the Great Plains als irdische Zeichen der Herkunft der Mandan; zu jedem gehörten Gegenstände, Lieder und Anweisungen für den, der eine Zeremonie ausrichtete. Diese Zeremonien sollten Feldbau und Jagd gelingen lassen.[8]
Als wichtigste Zeremonie nennt dasselbe Lexikon die Okipa, in der die Mandan die Erschaffung ihrer Welt durch Lone Man darstellten.[8] Was der Maler George Catlin und Prinz Maximilian zu Wied in den 1830er Jahren darüber schrieben, steht auf den Seiten George Catlin und Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer. Nach dem Bau des Garrison Dam belebten die Mandan laut Encyclopedia of the Great Plains den Sonnentanz und andere Zeremonien wieder.[8]
Die Mandan im 18. und 19. Jahrhundert
Die Pocken trafen die Mandan mehrmals. Der National Park Service nennt eine Epidemie im Jahr 1781, North Dakota Studies in einem Text das Jahr 1782 und in einem anderen die Jahre 1781 und 1801, die Geschichtsseite der Nation 1792.[5, 10, 15, 1] Nach der Überlieferung, die die Mandan Lewis und Clark und später Maximilian erzählten, lebten sie früher in neun großen Dörfern an der Mündung des Heart River. Die Pocken trafen erst die Dörfer am Ostufer, dann die am Westufer; die Überlebenden zogen flussaufwärts und verbündeten sich mit den Arikara gegen die Sioux, wie die Nation schreibt, alles vor 1796.[1] Laut NPS gründeten sie zwei Dörfer etwa fünf Meilen südlich der Dörfer der Hidatsa.[5] Der britische Forschungsreisende David Thompson traf 1797 einige Mandan noch in ihren Dörfern am Missouri, andere lebten schon bei den Hidatsa am Knife River; nach Bowers schätzte er 1.520 Mandan.[1, 8]
Im Herbst 1804 kam die Lewis-und-Clark-Expedition. Am 2. November 1804 bauten die Männer nahe den Dörfern ihr Winterlager, und Meriwether Lewis schrieb, man habe es "Fort Mandan in honour of our Neighbours" genannt, zu Ehren der Nachbarn.[7, 18] Das Corps blieb bis zum 7. April 1805, verhandelte mit den Nationen der Gegend und stellte Aufzeichnungen und Fundstücke zusammen, die mit dem Kielboot flussabwärts gingen.[7] Hier stießen der Händler Toussaint Charbonneau und seine Frau Sacagawea zur Expedition.[6, 7] Lewis und Clark fanden zwei Mandan-Dörfer, eines auf jeder Seite des Flusses, etwa 15 Meilen unterhalb des Knife River, mit je 40 bis 50 Erdhäusern und zusammen etwa 350 Männern.[1]
1822 bauten Mandan am Westufer des Missouri das Dorf Mitu'tahakto's, das "erste" oder "östliche Dorf".[9] Bedeutende Besucher hielten laut State Historical Society of North Dakota Leben und Sterben dort anschaulich fest.[9] 1832 malte George Catlin laut Bildunterschriften des National Park Service ein Mandan-Mädchen und eine Hidatsa-Frau; die Geschichtsseite der Nation nennt als Zeitpunkt seines Besuchs das Frühjahr 1833. Prinz Maximilian zu Wied verbrachte den Winter 1833/34 bei den Mandan.[1, 5, 6] Zu den Besuchern von Fort Clark zählt die State Historical Society of North Dakota auch den Maler Karl Bodmer.[9]
Die Pocken von 1837
Am 19. Juni 1837 legte das Dampfschiff St. Peters in Fort Clark an. An Bord waren Menschen, die die Pocken hatten.[9] Nach dem Journal des Händlers Francis A. Chardon starb am 14. Juli ein junger Mandan an der Krankheit, und weitere hatten sich angesteckt. Die Hidatsa verteilten sich am Little Missouri River, die Arikara blieben um Fort Clark. Die Mandan blieben aus Furcht vor Angriffen der Sioux (so die Quelle) in ihren Dörfern und wurden am schwersten getroffen. Am 30. September schätzte Chardon, dass sieben Achtel der Mandan und die Hälfte der Arikara und Hidatsa tot waren.[10]
Wie viele überlebten, geben die Quellen verschieden an. Die MHA Nation und der National Park Service nennen etwa 125 Überlebende, die Encyclopedia of the Great Plains weniger als 200.[1, 5, 8] Die National Library of Medicine nennt in ihrer Zeitleiste nur 130 Überlebende von 10.000 Menschen und setzt den schwersten Ausbruch auf 1838.[17] North Dakota Studies zählt nach einer Darstellung von 1959 1.800 Mandan im Juni und im Herbst noch 23 Männer, 40 Frauen und 60 bis 70 junge Menschen.[10] Im Dorf bei Fort Clark starben laut State Historical Society of North Dakota etwa 90 Prozent der Bewohner. Mitte August flohen die Überlebenden zu den Hidatsa an der Mündung des Knife River. Von den Arikara überlebte etwa die Hälfte; sie zogen 1838 in das verlassene Dorf der Mandan.[9]
Unter den Toten war der Anführer Four Bears, den Catlin und Maximilian gelobt hatten. Chardons Journal verzeichnet seinen Tod am 30. Juli 1837.[15] Eine ihm zugeschriebene Rede hat Chardon nach North Dakota Studies aus dem Mandan ins Englische übersetzt; die Seite "The Three Tribes" datiert sie auf den 28. Juli, die Wiedergabe des Journals auf den 30. Juli 1837.[10, 15] Das Smithsonian Magazine schreibt, die Echtheit der Rede werde von einigen Fachleuten bezweifelt.[16] Ein gekürzter Auszug in deutscher Übersetzung:
Seit ich denken kann, habe ich die Weißen geliebt. … Und wie haben sie es mir vergolten? Mit Undank!
Nach der Epidemie zogen die Mandan laut NPS zu den Hidatsa oder schlossen sich den Arikara an.[5] 1845 gründeten Mandan und Hidatsa weiter flussaufwärts das Dorf Like-a-Fishhook; 1862 kamen die Arikara dazu. Das Dorf wurde ein Mittelpunkt für Handel und Verwaltung, mit Pelzhändlern, Regierungsbeamten und Missionaren.[1, 5, 8] Für 1850 nennt die Geschichtsseite der Nation 385 Mandan, für 1874 die Encyclopedia of the Great Plains 241.[1, 8]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Pocken von 1837 hätten die Mandan ausgelöscht. Ältere Literatur, die auch die Geschichtsseite der Nation zitiert, nannte sie als Nation praktisch ausgestorben.
Nach 40 Jahren war Like-a-Fishhook überfüllt, und die Ressourcen der Umgebung waren erschöpft. In den frühen 1880er Jahren zogen die Bewohner in neue Gemeinden entlang des Missouri, die nach Verwandtschaft geordnet waren. Die Mandan siedelten am Westufer in Charging Eagle, Red Butte und Beaver Creek und lebten als Farmer und Viehzüchter.[8]
- 1738Der französische Händler La Vérendrye besucht im Herbst die Dörfer der Mandan; es ist der erste bekannte Bericht über sie.[1]
- 1781Eine Pockenepidemie verwüstet die Dörfer; die Überlebenden ziehen nach Norden in die Nähe der Hidatsa (Jahr laut NPS; andere Quellen nennen 1782 oder 1792).[5]
- 02.11.1804Die Lewis-und-Clark-Expedition legt nahe den Dörfern ihr Winterlager Fort Mandan an und bleibt bis zum 7. April 1805.[7, 18]
- 1822Mandan bauen am Westufer des Missouri das Dorf Mitu'tahakto's, neben dem 1830 bis 1831 Fort Clark entsteht.[9]
- 1833Prinz Maximilian zu Wied verbringt den Winter 1833/34 bei den Mandan.[1] Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer
- 19.06.1837Das Dampfschiff St. Peters bringt die Pocken nach Fort Clark; laut MHA Nation und NPS überleben etwa 125 Mandan.[9, 1, 5]
- 1845Mandan und Hidatsa gründen flussaufwärts das Dorf Like-a-Fishhook, 1862 kommen die Arikara dazu.[1, 5, 8]
- 17.09.1851Der erste Vertrag von Fort Laramie beschreibt das Gebiet von Hidatsa, Mandan und Arikara zwischen Heart River und Yellowstone.[11] Verträge von Fort Laramie
- 15.05.1936Die Three Affiliated Tribes beginnen, sich unter ihrer Verfassung nach dem Indian Reorganization Act selbst zu regieren.[1, 8] Indian Reorganization Act
- 1953Das Army Corps of Engineers stellt den Garrison Dam fertig (Jahr laut Corps; die Encyclopedia of the Great Plains nennt 1954 für den Lake Sakakawea). Das Reservat verliert mehr als 150.000 Acres.[13, 12, 8]
Verträge und Reservat
Am 17. September 1851 unterzeichneten Vertreter vieler Nationen der Plains den ersten Vertrag von Fort Laramie. Artikel 5 beschreibt das Gebiet der "Gros Ventre, Mandans, and Arrickaras", also von Hidatsa, Mandan und Arikara: von der Mündung des Heart River den Missouri hinauf bis zur Mündung des Yellowstone, den Yellowstone hinauf bis zur Mündung des Powder River, von dort nach Südosten zu den Quellen des Little Missouri, an den Black Hills entlang zum Oberlauf des Heart River und diesen hinab zum Ausgangspunkt.[11] Gros Ventre war der Name, den französische und englische Händler den Hidatsa gaben.[1] Für "Mandans and Gros Ventres" setzten zwei Männer ihr Zeichen unter den Vertrag.[11]
Heute umfasst das Fort Berthold Indian Reservation am Missouri laut Nation 988.000 Acres in sechs Landkreisen, McLean, Mountrail, Dunn, McKenzie, Mercer und Ward. 457.837 Acres davon gehören Native Americans, als einzelne Parzellen oder gemeinsam der Nation.[2] 1934 stimmten Mandan, Hidatsa und Arikara für den Indian Reorganization Act, wählten einen Rat, gaben sich eine Verfassung und nahmen den Namen Three Affiliated Tribes of Fort Berthold Reservation an.[8] Als Beginn der Selbstverwaltung nennt die Nation den 15. Mai 1936.[1]
Der Garrison Dam und der Lake Sakakawea
Der Flood Control Act von 1944, auch Pick-Sloan-Plan genannt, sah am Missouri eine Reihe großer Dämme vor.[12] Das U.S. Army Corps of Engineers stellte den Garrison Dam bei Riverdale 1953 fertig; die Encyclopedia of the Great Plains schreibt, 1954 sei der Missouri zum Lake Sakakawea geworden.[13, 8] Der Stausee ist laut Corps mit 178 Meilen Länge und mehr als 1.500 Meilen Ufer der drittgrößte künstliche See der USA. Benannt ist er nach Sacagawea, die das Corps in der Hidatsa-Form Sakakawea schreibt, "Vogelfrau".[13]
Ein Bericht des Senatsausschusses für indianische Angelegenheiten vom 15. Oktober 2003 fasst die Folgen zusammen: Das Reservat verlor mehr als 150.000 Acres. Nach den Verträgen durfte dieses Land nicht ohne Zustimmung der Three Affiliated Tribes genommen werden, doch vor dem Gesetz von 1944 hatte niemand die Nation gefragt, und das Bureau of Indian Affairs erhob keinen Einwand. 1949 mussten 325 Familien umziehen, 80 Prozent der Mitglieder. Ein Viertel des Landes ging unter, darunter das Krankenhaus des Public Health Service in Elbowoods.[12] Die Mandan bekamen mit Twin Buttes eine neue Gemeinde, doch nicht alle zogen dorthin; Verwandte wohnten nicht mehr nebeneinander, und weil die Brücke wegfiel, lag dieser Teil des Reservats abseits von New Town, dem neuen Verwaltungssitz.[8]

Um eine Entschädigung ging es noch Jahrzehnte später. 1984 hielt eine Kommission des Innenministeriums die Zahlungen für das geflutete Land für unangemessen; ein Ausschuss, den der Innenminister am 10. Mai 1985 einsetzte, empfahl 1986 unter anderem den Ersatz der verlorenen Einrichtungen. Ein Gesetz zur Entschädigung der Three Affiliated Tribes und der Standing Rock Sioux Tribe schuf später einen Fonds. 2003 lag dem Senat ein Gesetzentwurf über 20 Millionen Dollar für ein neues Gesundheitszentrum vor.[12]
Die Mandan heute
Die Mandan, Hidatsa and Arikara Nation hat ihren Regierungssitz vier Meilen westlich von New Town in North Dakota.[2, 14] Sie wird von einem Tribal Business Council regiert, den die Mitglieder wählen: sechs Vertreter der Bezirke White Shield, Parshall, New Town, Four Bears, Mandaree und Twin Buttes und ein Vorsitzender. Vorsitzender ist laut Startseite (Stand 24. September 2026) Mark N. Fox; die Wahl des Vorsitzenden 2026 hatte am 22. September ihre Vorwahl.[2] Am 20. August 2026 waren 17.825 Menschen als Mitglieder eingeschrieben, 4.994 davon unter 18 Jahren und 2.389 mit 60 Jahren oder älter.[2] Wie viele davon Mandan sind, nennt die Startseite der Nation nicht; die Encyclopedia of the Great Plains nennt für die Mandan mehr als 1.200 Menschen.[2, 8]
Lehrbücher für die drei Sprachen nutzen das Nueta Hidatsa Sahnish College, die MHA Public Schools und die Abteilung für Kultur und Sprache der Nation, die Kurse auch online anbietet.[3] Nach der Encyclopedia of the Great Plains unterrichten die Mandan ihre Sprache in der Grundschule; Ehen mit Außenstehenden und Arbeit in anderen Teilen des Reservats ziehen aber junge Menschen fort.[8]

An die alten Dörfer erinnern mehrere Orte (Stand Oktober 2026). Die Knife River Indian Villages National Historic Site mit der Postanschrift Stanton erinnert an die Dörfer der Hidatsa über dem Knife River und dem Missouri.[6] Die State Historical Society of North Dakota betreut die Fort Clark State Historic Site mit den archäologischen Spuren des Dorfs Mitu'tahakto's, 15 Meilen südwestlich von Washburn, und einen Nachbau von Fort Mandan etwa zehn Meilen flussabwärts vom ursprünglichen Ort, dessen genaue Lage unbekannt ist.[7, 9]
Offizielle Website der Nation: Mandan, Hidatsa and Arikara Nation.
Bekannte Persönlichkeiten
- Four Bears war nach North Dakota Studies der zweite Anführer (second chief) der Mandan und ein langjähriger Freund der Weißen; Catlin und Maximilian lobten ihn. Er starb im Juli 1837 an den Pocken.[10, 15]
- Sacagawea wurde mit ihrem Mann Toussaint Charbonneau in den Dörfern am Knife River angeworben und schloss sich in Fort Mandan der Expedition von Lewis und Clark an.[6, 7]
- Mark N. Fox ist laut Startseite der Nation (Stand 24. September 2026) Vorsitzender der MHA Nation.[2]
Über die Mandan schrieben und malten George Catlin sowie Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer.[9] Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Mandan selbst?
Die MHA Nation überschreibt ihre Geschichte der Mandan mit "Mandan (Nuta)" und nennt die Sprache Nuu'etaa. Ihr Tribal College heißt Nueta Hidatsa Sahnish College. Nach der Encyclopedia of the Great Plains nannten sich die Mandan früher Numangkaki, "Volk des Ersten Menschen".
Gibt es die Mandan heute noch?
Ja. Die Mandan gehören mit den Hidatsa und den Arikara zur Mandan, Hidatsa and Arikara Nation, auch Three Affiliated Tribes genannt. Die Nation hatte am 20.08.2026 nach eigener Angabe 17.825 eingeschriebene Mitglieder. Die Encyclopedia of the Great Plains zählte für die Mandan allein mehr als 1.200 Menschen.
Wo leben die Mandan heute?
Vor allem im Fort Berthold Indian Reservation am Missouri im Zentrum von North Dakota. Der Regierungssitz der MHA Nation liegt vier Meilen westlich von New Town. Eine eigene Gemeinde der Mandan ist Twin Buttes, die nach dem Bau des Garrison Dam neu entstand.
Wie sah ein Erdhaus der Mandan aus?
Ein Erdhaus war ein festes, mit Erde bedecktes Haus, das verwandte Frauen, meist Schwestern, mit ihren Familien bauten und bewohnten. Darin war Platz für Vorräte, Töpferwaren und Körbe. Die Mandan ordneten ihre Erdhäuser um einen offenen Platz mit einem Schrein in der Mitte; auf der Bisonjagd wohnten sie in Tipis.
Wie viele Mandan überlebten die Pocken 1837?
Die MHA Nation und der National Park Service nennen etwa 125 Überlebende, die Encyclopedia of the Great Plains weniger als 200. Nach North Dakota Studies sank die Zahl von 1.800 im Juni auf 23 Männer, 40 Frauen und 60 bis 70 junge Menschen im Herbst. Im Dorf bei Fort Clark starben laut State Historical Society of North Dakota etwa 90 Prozent der Bewohner.
Was haben die Mandan mit Lewis und Clark zu tun?
Die Expedition baute am 2. November 1804 nahe den Dörfern der Mandan und Hidatsa ihr Winterlager. Lewis nannte es Fort Mandan, zu Ehren der Nachbarn. Bis zum 7. April 1805 blieb das Corps dort; in diesen Monaten stießen Toussaint Charbonneau und Sacagawea zur Expedition.
Was bedeutete der Garrison Dam für die Mandan?
Der Damm am Missouri, 1953 vom Army Corps of Engineers fertiggestellt, staute den Lake Sakakawea. Laut Senatsbericht von 2003 verlor das Reservat mehr als 150.000 Acres, ein Viertel seines Landes, und 325 Familien mussten umziehen. Die Nation war vor dem Gesetz von 1944 nicht gefragt worden.
Quellen
- Tribal Nation MHA Nation History. Mandan, Hidatsa and Arikara Nation (Three Affiliated Tribes). Stand 17.08.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation MHA Nation, Mandan, Hidatsa, and Arikara Nation (Startseite). Mandan, Hidatsa and Arikara Nation (Three Affiliated Tribes). Stand 24.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Language (MHA Nation). Mandan, Hidatsa and Arikara Nation, Culture and Language Department. Stand 07.07.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mandan. National Park Service, Knife River Indian Villages National Historic Site. Stand 22.06.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle People. National Park Service, Knife River Indian Villages National Historic Site. Stand 05.06.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Mandan. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand 01.03.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Mary Jane Schneider: Mandans. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Fort Clark State Historic Site: History. State Historical Society of North Dakota. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Three Tribes. North Dakota Studies, State Historical Society of North Dakota. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie with Sioux, etc., 1851, Artikel 5 und Unterschriften, in: Charles J. Kappler, Indian Affairs: Laws and Treaties, Bd. 2, S. 594 bis 596. Smithsonian National Museum of the American Indian (PDF der Kappler-Seiten, Government Printing Office). Stand 1904. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Senate Report 108-165: Implementing the Recommendations of the Garrison Unit Joint Tribal Advisory Committee (S. 1146). U.S. Senate, Committee on Indian Affairs (GovInfo). Stand 15.10.2003. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Garrison Dam and Lake Sakakawea. U.S. Army Corps of Engineers, Omaha District. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files: Places, North Dakota (New Town city, Stanton city). U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Section 3: Smallpox Epidemic of 1837 (8th Grade North Dakota Studies, mit Auszügen aus Chardons Journal). North Dakota Studies, State Historical Society of North Dakota. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 1837 bis 1838: Smallpox decimates tribes; survivors join together (Ausstellung Native Voices, Zeitleiste). National Library of Medicine, National Institutes of Health. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Mandan, Big Hidatsa (Minitari) Village, and Other Minitari-Mandan Village Sites (Survey of Historic Sites and Buildings, Lewis and Clark). National Park Service, Knife River Indian Villages National Historic Site. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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