Indigene Völker NordamerikasVolk
Sioux
Kurz erklärt Sioux ist ein Fremdname aus dem 17. Jahrhundert, den französische Händler aus einem Wort der Ojibwe verkürzten. Gemeint sind die Oceti Sakowin, die "Sieben Ratsfeuer": Dakota, Nakota und Lakota, die drei verwandte Sprachen sprechen. Ihre Nationen liegen heute in Minnesota, North und South Dakota, Nebraska und Montana sowie in Kanada; bei der US-Volkszählung 2020 gaben laut Britannica 126.571 Menschen eine Sioux-Abstammung an.

Sioux ist ein Fremdname. Gemeint sind die Oceti Sakowin, die "Sieben Ratsfeuer", ein Bund indigener Völker, die drei verwandte Sprachen sprechen: Dakota, Nakota und Lakota.[1, 3] Im Deutschen heißen sie oft auch "Sioux-Indianer". In den offiziellen Namen vieler ihrer Nationen steht das Wort bis heute, etwa beim Oglala Sioux Tribe, beim Yankton Sioux Tribe oder bei der Santee Sioux Nation in Nebraska.[16]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?. Die westlichste der drei Gruppen hat eine eigene Seite: Lakota.
Was bedeutet Sioux?
Das Wort ist im 17. Jahrhundert entstanden, als die Vorfahren noch im Gebiet der Großen Seen lebten. Die Ojibwe nannten Lakota und Dakota mit einem Wort, das die Standing Rock Sioux Tribe mit "Nattern" übersetzt; französische Händler verkürzten es, bis nur die letzte Silbe übrig blieb.[5] Die Cheyenne River Sioux Tribe gibt das Ausgangswort als "Nadoweisiw-eg" wieder und übersetzt es mit "kleine Schlangen" oder "Feinde".[1] Britannica nennt die französische Schreibung nadouessioux und eine zweite Erklärung: Manche führen das Wort auf ein Algonkin-Verb zurück, das "eine fremde Sprache sprechen" bedeutet.[3]
Die Völker selbst sprechen von den Oceti Sakowin; die Minnesota Historical Society schreibt auf ihrer Seite zu Bdote Oceti Ṡakowiŋ.[8] Die Cheyenne River Sioux Tribe nennt sie die Sieben Ratsfeuer der "Lakota/Dakota/Nakota Nation", die Oglala Sioux Tribe die "Seven Council Fires or Great Sioux Nation".[1, 2, 6] Die Minnesota Historical Society schreibt, der Bund werde manchmal fälschlich Sioux genannt.[7] Die Namen der drei Gruppen sind Varianten desselben Wortes: "Dakota" und "Lakota" bedeuten laut Standing Rock Sioux Tribe "Freunde" oder "Verbündete".[3, 5]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Sioux sei der Name, den sich ein einzelnes Volk selbst gegeben hat.
Wer gehört zu den Sieben Ratsfeuern?
Die sieben Ratsfeuer stehen für die sieben Gruppen, aus denen der Bund ursprünglich bestand.[3] Die Minnesota Historical Society nennt sie mit den Namen in Dakota und übersetzt sie so:[6]
- Bdewakaŋtoŋwaŋ (Mdewakanton), das Volk vom Spirit Lake,
- Waĥpekute (Wahpekute), die Schützen zwischen den Blättern,
- Waĥpetoŋwaŋ (Wahpeton), das Volk, das zwischen den Blättern wohnt,
- Sisitoŋwaŋ (Sisseton), das Volk der Fischdörfer,
- Ihaŋktoŋwaŋ (Yankton), die am Ende wohnen,
- Ihaŋktoŋwaŋna (Yanktonai), die kleinen am Ende Wohnenden,
- Tituŋwaŋ (Teton), die in den Plains wohnen.[6]
Die ersten vier Gruppen heißen Santee oder Östliche Dakota, die Yankton und Yanktonai Westliche Dakota oder oft Nakota, die Teton sind die Lakota.[6] Lakota, Dakota und Nakota sprechen laut Cheyenne River Sioux Tribe leicht verschiedene Dialekte, und die Lakota sind die westlichste Gruppe.[1] Britannica ordnet die drei Sprachen der Sioux-Sprachfamilie zu.[3]
Die Yankton und Yanktonai verstehen sich laut Minnesota Historical Society als Dakota und als Nakota; Britannica schreibt, die Nakota könnten sich auch als Dakota bezeichnen.[3, 7] Die Standing Rock Sioux Tribe zählt die Yanktonai ihres Reservats zu den Dakota und nennt ihre Namen: Ihanktonwana, "Kleines Dorf am Ende", für die Oberen Yanktonai und Hunkpatina, "die am Horn lagern", für die Unteren.[5] Für den Yankton Sioux Tribe nennt die Landesbehörde von South Dakota die Gruppen Dakota und Nakota und als traditionelle Sprache Dakota.[12]
Die Lakota gliedern sich noch einmal in sieben Gruppen: Oglala, Sicangu, Hunkpapa, Mnicoujou, Siha Sapa, Oohenumpa und Itazipco. Die Cheyenne River Sioux Tribe nennt sie die sieben bands der Titunwan, des "Volkes der Plains" (Namen und Reservate auf der Seite Lakota).[1]
Woher kommen die Oceti Sakowin?
Die Dakota erzählen mehrere Geschichten über ihren Ursprung. Eine in Minnesota weit verbreitete Überlieferung verbindet ihn mit Bdote, dem Zusammenfluss von Minnesota River und Mississippi; Bdote bedeutet "wo zwei Wasser zusammenkommen". Nach dieser Überlieferung kamen die Seelen der Menschen über Caŋku Wanaġi, den "Geisterweg" der Milchstraße, auf die Erde, und der Schöpfer formte die ersten Menschen dort aus dem Lehm von Maka Ina, "Mutter Erde". Viele Dakota sehen in Bdote einen heiligen Ort der Entstehung und verstehen sich als Wicahpi Oyate, als Sternenvolk, das im Himmel seinen Ursprung hat (die Überlieferung der Lakota steht auf der Seite Lakota).[8]

Historische Quellen beschreiben eine Wanderung nach Westen. Vor der Mitte des 17. Jahrhunderts lebten die Dakota laut Britannica in der Umgebung des Oberen Sees, sammelten Wildreis, jagten Hirsche und Bisons und fischten mit Speeren vom Kanu aus. Lange Kriege mit den Ojibwe drängten sie in den Süden und Westen des heutigen Minnesota, wo damals Lakota und Nakota Ackerbau trieben. Die Dakota verdrängten diese beiden Gruppen ihrerseits in die heutigen Staaten North Dakota und South Dakota. Dort setzten sich zu dieser Zeit Pferde durch, und Lakota und Nakota gaben den Ackerbau zugunsten der Bisonjagd auf.[3]
Das Land der Lakota und Nakota lag laut Britannica zwischen dem Missouri und den Teton Mountains und zwischen dem Platte im Süden und dem Yellowstone im Norden, also über Teile der heutigen Staaten Montana, North Dakota, South Dakota, Nebraska, Colorado und Wyoming.[3] Die Yanktonai kamen nach der Darstellung der Standing Rock Sioux Tribe in den Plains mit den Mandan, Hidatsa und Arikara in Kontakt, die am Fluss in Dörfern lebten. Sie drängten diese Nationen flussaufwärts, trieben aber auch Handel mit ihnen, und einige Gruppen übernahmen von ihnen das Erdhaus, das Bullboat und den Feldbau, während der Bison die wichtigste Nahrung blieb.[5]
Gesellschaft und Familie
Grundlage der traditionellen Gesellschaft der Dakota war laut Minnesota Historical Society die Verwandtschaft. Die Anthropologin Ella Deloria, eine Yankton-Dakota, schrieb 1944 über das Ziel eines Dakota-Lebens:[7]
Man muss ein guter Verwandter sein.
Weil sich die Verwandtschaft über die ganze Nation erstreckte, fand ein Dakota nach dieser Darstellung in fast jedem Dorf einen Verwandten. Fremde konnten in feierlicher Form in die Verwandtschaft aufgenommen werden. Entscheidungen fielen im Konsens, und alle Beteiligten durften sprechen. Händler aus Europa und später die Regierung der USA nutzten diese Netze im frühen 19. Jahrhundert für Handel und Politik, teils auch zu ihrem eigenen Vorteil.[7] Bei den Santee-Dakota sammelten die Frauen Holz, verarbeiteten Häute, bestellten die Felder, nähten die Kleidung und führten den Haushalt; die Männer jagten und fischten für das ganze Dorf und sorgten für die Sicherheit.[7]
Britannica beschreibt für die Oceti Sakowin insgesamt Männerbünde, deren wichtigste Aufgabe die Aufsicht über die gemeinsame Bisonjagd war, und Frauenbünde für Fruchtbarkeit, Heilung und das Wohl der Gruppe. Ansehen gewannen Männer durch mutige Taten im Krieg (zu den Lagergemeinschaften der Lakota siehe Lakota).[3]
Wirtschaft und Ernährung
Die Santee-Dakota richteten ihre Arbeit nach den Jahreszeiten. Im Frühjahr lösten sich die Winterdörfer auf: Die Männer zogen zur Jagd, Frauen, Kinder und Alte gingen in die Lager, in denen sie Ahornzucker und Sirup herstellten. Im Sommer kamen die Familien in Dörfern zusammen, jagten, fischten, sammelten Heilpflanzen und ernteten Mais, Kürbis und Bohnen, dazu Wildreis an den Seen. Im Herbst zogen die Familien zur jährlichen Jagd, und im Winter lebten sie von den Vorräten des Jahres, vom Fischfang und von der Jagd.[7]

Lakota und Nakota lebten laut Britannica wie andere nomadische Völker der Plains in Tipis und trugen Kleidung aus Leder und Fell. Bisonprodukte tauschten sie bei den Ackerbau treibenden Nationen gegen Mais; zugleich überfielen sie diese oft, vor allem die Mandan, Sahnish (Arikara), Hidatsa und Pawnee, die sich deshalb später mit der US-Armee verbündeten.[3] Die Frauen der Oceti Sakowin waren für Stickereien aus Stachelschweinborsten und Perlen mit geometrischen Mustern bekannt und verarbeiteten im 19. Jahrhundert große Mengen Bisonhäute zu Fellen, deren Handelswert stark stieg (mehr zum Tier unter Bison).[3]
Glaube
Die Religion durchdrang laut Britannica alle Bereiche des Lebens. Die Oceti Sakowin kannten vier Mächte, die über das Universum walten, jede wiederum in Vierergruppen gegliedert, und der Bison hatte in allen Ritualen einen festen Platz. Bei Lakota und Dakota galt auch der Bär als wichtiges Tier: Die Kraft des Bären, die jemand in einer Vision erhielt, galt als heilend. Das wichtigste religiöse Ereignis war der jährliche Sonnentanz.[3]
Die Cheyenne River Sioux Tribe übersetzt Wakan Tanka in der Erklärung ihrer Flagge mit "The Great Mystery", das große Geheimnis.[1] Nach der Minnesota Historical Society lehrt die Überlieferung der Oceti Sakowin, dass alles Land und Wasser heilig ist und Menschen Verantwortung füreinander, für das Land und für das Wasser tragen.[8] 1890 und 1891 gewann laut Britannica die Religion des Geistertanzes unter den Oceti Sakowin viele Anhänger (siehe auch Glaube, Symbole und Zeremonien).[4]
Die Oceti Sakowin im 19. Jahrhundert
1805 traten die Dakota am Zusammenfluss von Mississippi und Minnesota River 100.000 Acres (etwa 40.500 Hektar) für ein Fort ab; von den sieben anwesenden Anführern unterschrieben laut Minnesota Historical Society nur zwei.[9] 1837 mussten Anführer der Dakota in Washington alles Land östlich des Mississippi abgeben.[9]
Im Sommer 1862 hungerten die meisten Dakota, weil Geld und Waren aus den Verträgen zu spät oder zu knapp kamen. Der Hunger war eine der Ursachen des Dakota-Kriegs 1862, der sechs Wochen dauerte.[9] Eine Militärkommission verhandelte gegen 392 Gefangene und verurteilte 303 zum Tod. Präsident Abraham Lincoln ließ die Akten prüfen; am 26. Dezember 1862 wurden in Mankato 38 Dakota gehängt.[10] Die übrigen kamen in ein Gefängnis in Iowa oder in Reservate bei Crow Creek im heutigen South Dakota und bei Santee im damaligen Nebraska-Territorium. 1863 mussten die Dakota alles verbliebene Land in Minnesota abgeben, und die Regierung erklärte alle Verträge mit ihnen für ungültig.[9] Viele Sisseton und Wahpeton zogen nach dem Krieg nach Westen in die Gegend von Fort Totten im heutigen North Dakota.[17]
Weiter westlich wehrten sich Lakota gegen die Wege durch ihr Land. Von 1865 bis 1867 führte der Oglala Red Cloud laut Britannica Tausende Kämpfer gegen den Bau des Bozeman Trail; im Dezember 1866 starb bei Fort Phil Kearny die ganze Truppe von etwa 80 Soldaten unter William J. Fetterman in einem Hinterhalt.[3] Mehr dazu steht auf der Seite Red Clouds Krieg. Als Mitte der 1870er Jahre in den Black Hills Gold gefunden wurde, zogen Tausende Goldsucher in das Reservat, obwohl der Vertrag von 1868 das untersagte.[3] Im Juni 1876 besiegten Kämpfer der Oceti Sakowin und der Cheyenne die Truppe von George A. Custer in der Schlacht am Little Bighorn. Laut Britannica kehrte die Mehrheit noch 1876 in die Reservate zurück, Sitting Bull und Gall gingen für einige Jahre nach Kanada (mehr unter Großer Sioux-Krieg).[4]
1890 gewann der Geistertanz unter den Oceti Sakowin viele Anhänger, weil die meisten in den Reservaten Not litten: Das Wild war fast verschwunden, Vorräte aus den Verträgen wurden oft unterschlagen, und viele lebten am Rand des Hungers. Regierungsbeamte wollten die Anführer festnehmen; Sitting Bull wurde getötet, als Lakota-Polizisten ihn in Gewahrsam nehmen wollten.[4] Am 29. Dezember 1890 schossen Soldaten der 7. Kavallerie am Wounded Knee Creek in der Pine Ridge Reservation auf eine Gruppe der Oceti Sakowin. Beim Massaker von Wounded Knee starben nach Schätzung der Library of Congress 200 Menschen, laut Britannica mehr als 200 Männer, Frauen und Kinder; auf der Seite zum Massaker stehen weitere Angaben von mehr als 150 bis etwa 370 Toten. Danach endete laut Britannica der bewaffnete Widerstand der Oceti Sakowin.[4, 20]
- 1805Die Dakota treten am Zusammenfluss von Mississippi und Minnesota River 100.000 Acres für ein Fort ab.[9]
- 1837Anführer der Dakota müssen in Washington alles Land östlich des Mississippi abgeben.[9]
- 1851In den Verträgen von Traverse des Sioux und Mendota geben die Dakota fast ihr ganzes Land in Minnesota ab.[9]
- 1851Erster Vertrag von Fort Laramie mit den Oceti Sakowin und anderen Völkern der Plains.[3] Verträge von Fort Laramie
- 1858Die Dakota geben das Land nördlich des Minnesota River ab.[9]
- 1862Der Dakota-Krieg in Minnesota dauert sechs Wochen.[9] Dakota-Krieg 1862
- 26.12.1862In Mankato werden 38 Dakota gehängt.[10] Dakota-Krieg 1862
- 1863Die Dakota müssen ihr restliches Land in Minnesota abgeben; die Regierung erklärt alle Verträge mit ihnen für ungültig.[9]
- 1866Im Dezember 1866 stirbt bei Fort Phil Kearny die Truppe von William J. Fetterman in einem Hinterhalt.[3] Red Clouds Krieg
- 29.04.1868Der Vertrag von Fort Laramie mit Gruppen der Lakota, Yanktonai und Santee schafft die Große Sioux-Reservation.[18] Verträge von Fort Laramie
- Juni 1876Kämpfer der Oceti Sakowin und der Cheyenne besiegen am Little Bighorn die Truppe von George A. Custer.[4] Schlacht am Little Bighorn
- 28.02.1877Ein Gesetz nimmt die Black Hills ohne die im Vertrag verlangte Zustimmung aus der Großen Sioux-Reservation.[5] Black Hills
- 02.03.1889Ein Gesetz teilt die Große Sioux-Reservation in sechs getrennte Reservate.[5] Lakota
- 29.12.1890Massaker von Wounded Knee: Die Library of Congress schätzt 200 Tote.[20] Massaker von Wounded Knee
- 30.06.1980Der Supreme Court spricht den Nationen für die Black Hills 17,1 Millionen Dollar mit Zinsen seit 1877 zu.[19] Black Hills
- 15.08.1996Die Devils Lake Sioux Tribe heißt nun Spirit Lake Tribe.[17]
- 2016Proteste an der Standing Rock Reservation gegen die Dakota Access Pipeline (2016 bis 2017).[4] Proteste von Standing Rock
Verträge und Reservate
1851 schlossen die Dakota zwei Verträge, die sie fast ihr ganzes Land in Minnesota und im Osten des Dakota-Gebiets kosteten. In Traverse des Sioux traten Sisseton und Wahpeton laut Minnesota Historical Society 21 Millionen Acres (etwa 8,5 Millionen Hektar) für 1.665.000 Dollar ab, rund 7,5 Cent je Acre; in Mendota folgten Mdewakanton und Wahpekute zu ähnlichen Bedingungen mit noch geringeren Zahlungen. Der Senat strich danach die versprochenen Reservate aus den Verträgen. 1858 gaben die Dakota auch das Land nördlich des Minnesota River ab und behielten nur einen schmalen Streifen.[9]
Mit den Plains-Völkern schlossen die USA 1851 den ersten Vertrag von Fort Laramie, der jeder Nation ein Gebiet zuwies und den Bau von Forts und Straßen regelte.[3] Den zweiten Vertrag vom 29. April 1868 schlossen die USA laut National Archives mit Brulé, Oglala, Miniconjou, Yanktonai, Hunkpapa, Blackfeet (Siha Sapa), Cuthead, Two Kettle, Sans Arcs und Santee sowie mit den Arapaho. Nach der Abschrift der National Archives unterzeichneten die Brulé am 29. April, die Oglala am 25. Mai und Red Cloud am 6. November 1868.[18] Mit Yanktonai und Santee waren neben den Lakota auch Westliche und Östliche Dakota beteiligt.[6] Der Vertrag schuf die Große Sioux-Reservation, die einen großen Teil der Westhälfte des heutigen South Dakota mit den Black Hills umfasste.[18]

Artikel 12 des Vertrags verlangte für jede Abtretung von Land die Zustimmung von drei Vierteln der erwachsenen Männer. Der Kongress nahm die Black Hills trotzdem mit einem Gesetz vom 28. Februar 1877 aus dem Reservat, ohne diese Zustimmung einzuholen. Ein Gesetz vom 2. März 1889 teilte die Große Sioux-Reservation in sechs getrennte Reservate, darunter Standing Rock.[5] Am 30. Juni 1980 entschied der Supreme Court im Fall United States v. Sioux Nation of Indians, dass die Vereinigten Staaten für die Black Hills 17,1 Millionen Dollar mit Zinsen seit 1877 zahlen müssen.[19] Laut National Archives ist der Besitz der Black Hills bis heute Gegenstand eines Rechtsstreits.[18] Die Standing Rock Sioux Tribe erklärt, die Rechte aus den Verträgen von 1851 und 1868 gälten heute so wie am Tag der Unterzeichnung.[5]
Die Oceti Sakowin heute
Regierungen und Gemeinden der Dakota, Lakota und Nakota gibt es laut Minnesota Historical Society in Minnesota, North Dakota, South Dakota, Nebraska und Montana sowie in Alberta, Manitoba und Saskatchewan in Kanada.[6] Bei der US-Volkszählung 2020 gaben laut Britannica 126.571 Menschen eine Sioux-Abstammung an, 30.408 davon ausschließlich.[4]
Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt 575 anerkannte Nationen in den USA.[16] Zu den Oceti Sakowin gehören nach ihren offiziellen Namen, nach der Minnesota Historical Society und nach der Landesbehörde von South Dakota diese 16:[7, 16]
| Offizieller Name | Gruppen | Eingetragene Bürger (geschätzt) |
|---|---|---|
| Assiniboine and Sioux Tribes of the Fort Peck Indian Reservation, Montana | Sioux mit den Assiniboine | keine Angabe[16] |
| Cheyenne River Sioux Tribe of the Cheyenne River Reservation, South Dakota | Lakota | 15.993[16, 23] |
| Crow Creek Sioux Tribe of the Crow Creek Reservation, South Dakota | Dakota und Lakota (Mdewakanton, Ihanktonwan) | 4.600[13, 16] |
| Flandreau Santee Sioux Tribe of South Dakota | Dakota (Mdewakanton, Wahpekute) | 736[14, 16] |
| Lower Brule Sioux Tribe of the Lower Brule Reservation, South Dakota | Lakota (Sicangu) | 3.410[16, 25] |
| Lower Sioux Indian Community in the State of Minnesota | Dakota | keine Angabe[7, 16] |
| Oglala Sioux Tribe | Lakota (Oglala) | 46.855 (laut Nation mehr als 52.000)[2, 16, 21] |
| Prairie Island Indian Community in the State of Minnesota | Dakota | keine Angabe[7, 16] |
| Rosebud Sioux Tribe of the Rosebud Indian Reservation, South Dakota | Lakota (Sicangu) | 33.210[16, 22] |
| Santee Sioux Nation, Nebraska | Dakota | keine Angabe[7, 16] |
| Shakopee Mdewakanton Sioux Community of Minnesota | Dakota | keine Angabe[7, 16] |
| Sisseton-Wahpeton Oyate of the Lake Traverse Reservation, South Dakota | Dakota (Sisseton, Wahpeton) | 12.389 (laut Nation mehr als 14.000)[11, 15, 16] |
| Spirit Lake Tribe, North Dakota | Dakota | keine Angabe[7, 16, 17] |
| Standing Rock Sioux Tribe of North & South Dakota | Lakota und Dakota (Hunkpapa, Siha Sapa, Yanktonai) | 16.102[5, 16, 24] |
| Upper Sioux Community, Minnesota | Dakota | keine Angabe[7, 16] |
| Yankton Sioux Tribe of South Dakota | Dakota und Nakota | 11.594[12, 16] |
Die Zahlen der Landesbehörde von South Dakota sind Schätzungen ohne Jahresangabe; für die Nationen außerhalb South Dakotas nennen die gelesenen Quellen keine Zahl.[12, 21] Die Sisseton-Wahpeton Oyate vertritt nach eigenen Worten die Dakota der Sisitunwan-Wahpetunwan Oyate. Die Lake Traverse Reservation liegt im Nordosten South Dakotas und im Südosten North Dakotas und reicht über sieben Countys; die Nation zählt mehr als 14.000 Bürger in den USA und bei den Streitkräften im Ausland.[11]
Die Assiniboine and Sioux Tribes der Fort Peck Indian Reservation in Montana haben ihren Sitz in Poplar.[26] Auf der Reservation leben laut den Tribes zwei verschiedene Nationen, jede aus zahlreichen Gruppen.[26]
Die Nation am Spirit Lake in North Dakota hieß bis 1996 Devils Lake Sioux Tribe. Nach der Überlieferung ihrer Ältesten hieß der See bei ihnen immer Spirit Lake, und am 15. August 1996 genehmigte das Bureau of Indian Affairs den neuen Namen. Der Leiter des zuständigen Regionalbüros sprach dabei von Mni Waukan Oyate, übersetzt "Familie vom Spirit Lake" oder "Verwandte vom Spirit Lake".[17]
In Kanada leben Dakota laut Minnesota Historical Society unter anderem in der Sioux Valley First Nation, der Dakota Plains Wahpeton First Nation, der Standing Buffalo First Nation, der Whitecap Dakota First Nation und der Wood Mountain First Nation.[7] In Wood Mountain in Saskatchewan ließen sich laut Cheyenne River Sioux Tribe ab 1876 auch Lakota nieder.[1]
2016 und 2017 protestierten Menschen an der Standing Rock Reservation gegen den Bau der Dakota Access Pipeline. Viele Bürger der Nation sahen das Land nach dem Vertrag von 1851 weiter als ihres an und fürchteten um Grabstätten und das Trinkwasser. Die Leitung wurde gebaut; laut Britannica war der Protest die größte Versammlung indigener Menschen in der Geschichte der USA (mehr unter Die Proteste von Standing Rock).[4] Zu den Bildungseinrichtungen der Nationen gehören laut Landesbehörde das Ihanktonwan Community College des Yankton Sioux Tribe und das Sisseton-Wahpeton Community College.[12, 15]
Offizielle Websites einiger Nationen: Oglala Sioux Tribe, Cheyenne River Sioux Tribe, Standing Rock Sioux Tribe, Sisseton Wahpeton Oyate, Yankton Sioux Tribe.
Bekannte Persönlichkeiten
- Little Crow (Taoyateduta) führte laut Landesbehörde von South Dakota seit etwa 1834 eine Gruppe der Santee-Dakota und 1862 den Krieg in Minnesota; er wurde im folgenden Jahr getötet und liegt bei Flandreau begraben.[9, 14]
- Ella Deloria, Yankton-Dakota, schrieb als Anthropologin über die Verwandtschaft als Grundlage der Dakota-Gesellschaft.[7]
- Oscar Howe, ein Yanktonai, wurde 1915 in der Crow Creek Reservation geboren, prägte eine neue Richtung der indigenen Kunst und trug den Titel Artist Laureate of South Dakota; er starb 1983.[13]
- Elizabeth Cook-Lynn wuchs in der Crow Creek Reservation auf, lehrte laut Landesbehörde 20 Jahre lang Native Studies, schreibt Romane und Erzählungen und gibt die Zeitschrift "Wicazo Sa Review" heraus.[13]
- Paul War Cloud (1930 bis 1973), Sisseton-Wahpeton, malte als Autodidakt die Kultur der Dakota; ein Wandbild von ihm hängt im Cultural Heritage Center in Pierre.[15]
- Unter den Anführern des 19. Jahrhunderts nennt Britannica den Oglala Red Cloud sowie Sitting Bull, Crazy Horse und Gall; mehr über sie steht auf ihren eigenen Seiten und auf der Seite Lakota.[3, 4]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Wort Sioux?
Sioux ist die letzte Silbe eines Wortes der Ojibwe, das französische Händler verkürzten. Die Standing Rock Sioux Tribe übersetzt es mit "Nattern", die Cheyenne River Sioux Tribe mit "kleine Schlangen" oder "Feinde". Britannica nennt zusätzlich eine Herleitung von einem Verb, das "eine fremde Sprache sprechen" bedeutet.
Wie nennen sich die Sioux selbst?
Den Bund nennen die Nationen Oceti Sakowin, "Sieben Ratsfeuer", so die Cheyenne River Sioux Tribe und die Oglala Sioux Tribe. Die drei Gruppen heißen Dakota, Nakota und Lakota. Dakota und Lakota bedeuten laut Standing Rock Sioux Tribe "Freunde" oder "Verbündete"; Britannica nennt alle drei Namen Varianten eines Wortes für "freundlich" oder "Verbündeter".
Sind Sioux und Lakota dasselbe?
Nein. Die Lakota sind die westlichste der drei Gruppen, die man unter dem Namen Sioux zusammenfasst. Zu den Oceti Sakowin gehören außerdem die Dakota und die Nakota.
Was ist der Unterschied zwischen Lakota, Dakota und Nakota?
Laut Cheyenne River Sioux Tribe sprechen die drei Gruppen leicht verschiedene Dialekte, Britannica spricht von drei verwandten Sprachen. Die Dakota lebten zuletzt im Süden und Westen Minnesotas, die Yankton und Yanktonai, die oft Nakota genannt werden, und die Lakota weiter westlich in den Plains. Die Yankton und Yanktonai verstehen sich laut Minnesota Historical Society als Dakota und als Nakota.
Was sind die Sieben Ratsfeuer?
Die sieben ursprünglichen Gruppen der Oceti Sakowin: Mdewakanton, Wahpekute, Wahpeton und Sisseton (Dakota), Yankton und Yanktonai (oft Nakota genannt) sowie die Teton, also die Lakota.
Wo leben die Sioux heute?
In Reservaten und Gemeinden in Minnesota, North Dakota, South Dakota, Nebraska und Montana, dazu in Alberta, Manitoba und Saskatchewan in Kanada. Die Liste des Bureau of Indian Affairs von 2026 führt 16 Nationen der Oceti Sakowin; die Zuordnung folgt der Minnesota Historical Society und der Landesbehörde von South Dakota. Dazu gehören der Oglala Sioux Tribe und die Sisseton-Wahpeton Oyate.
Wie viele Sioux gibt es heute?
Bei der US-Volkszählung 2020 nannten laut Britannica 126.571 Menschen eine Sioux-Abstammung, 30.408 davon ausschließlich. Allein der Oglala Sioux Tribe zählt nach eigener Website mehr als 52.000 eingetragene Bürger.
Quellen
- Tribal Nation Oglala Sioux Tribe (Startseite, Überschrift The Pine Ridge Indian Reservation). Oglala Sioux Tribe. Stand 16.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Oceti Sakowin. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Oceti Sakowin, Abschnitt The Battle of the Little Bighorn and the cessation of war. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Oceti Šakowiŋ: The Seven Council Fires. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum The Dakota People. Minnesota Historical Society, Historic Fort Snelling. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Bdote. Minnesota Historical Society, Historic Fort Snelling. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Minnesota Treaties. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk The Trials and Hanging. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Sisseton Wahpeton Oyate (Startseite). Sisseton Wahpeton Oyate. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Yankton Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Crow Creek Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Flandreau Santee Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Sisseton Wahpeton Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle American Indian Tribe Reverts to Ancestral Name Spirit Lake New Name for Devil's Lake (Pressemitteilung). Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand 20.08.1996. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag United States v. Sioux Nation of Indians, 448 U.S. 371 (1980). Supreme Court of the United States, Text beim Legal Information Institute der Cornell Law School. Stand 30.06.1980. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Wounded Knee Massacre: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Oglala Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Rosebud Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Cheyenne River Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Standing Rock Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Lower Brule Sioux Tribe. South Dakota Department of Tribal Relations. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Fort Peck Tribes (Startseite). Assiniboine and Sioux Tribes of the Fort Peck Indian Reservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
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