Indigene Völker NordamerikasEreignis
Die Proteste von Standing Rock
Kurz erklärt Ab 2016 protestierten die Standing Rock Sioux Tribe und Tausende Unterstützer in Lagern am Missouri gegen die Dakota Access Pipeline, die eine halbe Meile nördlich des Reservats unter dem Stausee Lake Oahe verläuft. Am 23. Februar 2017 räumte die Polizei das Lager Oceti Sakowin; North Dakota zählte bis März 2017 761 Festnahmen. Die Leitung ist seit 1. Juni 2017 in Betrieb; im Mai 2026 erteilte das Army Corps of Engineers eine neue Genehmigung, am 9. Oktober 2026 klagte die Nation erneut.

Worum ging es bei den Protesten von Standing Rock?
Das Reservat Standing Rock liegt beiderseits der Grenze zwischen North Dakota und South Dakota und umfasst 2,3 Millionen Acres Prärie, Hügel und Tafelberge am Missouri. Die Standing Rock Sioux Tribe nennt es die Heimat der Lakota und Dakota; beide Namen bedeuten nach ihren Angaben "Freunde" oder "Verbündete".[1, 2] Zu den Lakota im Reservat gehören die Hunkpapa und die Sihasapa, die vor allem im Teil in South Dakota leben, zu den Dakota die Yanktonai, die vor allem im Teil in North Dakota wohnen.[2] Die Nation zählt sich zu den Oceti Sakowin, den "Sieben Ratsfeuern", die oft Great Sioux Nation genannt werden (mehr auf der Seite Sioux).[14]
1958 entstand mit dem Oahe Dam am Missouri der Stausee Lake Oahe. Er reicht laut Bundesgericht von Bismarck rund 231 Meilen nach Süden; für ihn nahm der Kongress der Standing Rock Sioux Tribe 56.000 Acres ihres Reservats und der Cheyenne River Sioux Tribe 104.420 Acres.[5] Die Nationen nutzen das Wasser des Sees als Trinkwasser, für Landwirtschaft und Gewerbe und für religiöse Bräuche.[5]
Die Dakota Access Pipeline (DAPL) bringt Rohöl aus den Bakken-Ölfeldern bei Stanley in North Dakota durch South Dakota und Iowa nach Patoka in Illinois; das Bundesgericht nannte 2016 eine Länge von 1.172 Meilen.[3] Die Trasse kreuzt das Reservat nicht, quert aber den Lake Oahe eine halbe Meile nördlich davon.[3, 4] Laut einem Urteil von 2017 hatte die Firma zuvor eine Querung rund zehn Meilen nördlich von Bismarck geprüft und verworfen. Das Gericht hielt die Prüfung der Alternativen für ausreichend und verwies darauf, dass bei Bismarck Trinkwasserentnahmen für Mandan und Bismarck näher gelegen hätten.[4] Die Nation schreibt, die Leitung sei von einer Querung oberhalb von Bismarck an ihre Grenze verlegt worden.[14]
Die Nation wehrte sich wegen ihres Trinkwassers im Fall eines Lecks, wegen Grab- und Kulturstätten entlang der Trasse und wegen ihrer Rechte aus den Verträgen von Fort Laramie.[3, 12, 14] Die Firma Dakota Access, LLC beantragte die Genehmigung für die Querung, ein Wegerecht (englisch easement), und trat im Rechtsstreit an der Seite des U.S. Army Corps of Engineers auf.[4, 10] Das Army Corps verwaltet den Stausee und erteilt die Genehmigung für die Querung.[5, 10] Die Nation nennt Energy Transfer als Unternehmen hinter der Leitung.[14]
Die Verträge von 1851 und 1868
Am 17. September 1851 unterzeichneten Vertreter der USA und mehrerer Plains-Nationen am Horse Creek östlich von Fort Laramie einen Vertrag, der laut National Park Service zum ersten Mal versuchte, die beanspruchten Gebiete der Nationen auf Papier festzuhalten. Der National Park Service schreibt, der Vertrag sei nie ratifiziert worden, seine Gültigkeit sei deshalb umstritten; die Angaben dazu stehen auf der Seite Verträge von Fort Laramie.[28] Nach Darstellung der Standing Rock Sioux Tribe tritt die Pipeline am Heart River im heutigen North Dakota in Land ein, das der Vertrag von 1851 den Oceti Sakowin zusprach und das sie nie abgetreten haben.[14, 15]
Der Vertrag vom 29. April 1868 schuf die Große Sioux-Reservation. Ihre Grenze begann laut Vertragstext am Ostufer des Missouri am 46. Breitengrad und folgte dem Fluss nach Süden bis Nebraska; das Land war zur ausschließlichen Nutzung bestimmt.[2, 27] Artikel 12 verlangte für jede Abtretung von Land die Zustimmung von drei Vierteln der erwachsenen Männer. Ohne diese Zustimmung nahm der Kongress 1877 die Black Hills aus dem Reservat, 1889 teilte ein Gesetz die Große Sioux-Reservation in sechs Reservate, darunter Standing Rock.[2] Die Nation erklärt, sie habe die Verträge von 1851 und 1868 als Gleichberechtigte unterzeichnet, und hält die Rechte daraus für so gültig wie am Tag der Unterzeichnung.[2]
2017 bemängelte das Bundesgericht in Washington, das Army Corps of Engineers habe nicht ausreichend geprüft, was ein Ölunfall für die Fischerei- und Jagdrechte der Nation aus dem Vertrag von 1851 bedeuten würde.[6]

Was geschah 2016 und 2017?
Klage und erste Lager
Im Juli 2016 kam das Army Corps of Engineers in einer Umweltprüfung zu dem Schluss, für die Querung des Lake Oahe sei keine ausführliche Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Kurz darauf klagte die Standing Rock Sioux Tribe in Washington, später schlossen sich die Cheyenne River Sioux Tribe, die Oglala Sioux Tribe und die Yankton Sioux Tribe an.[5] Der Staat North Dakota rechnet seinen Einsatz rund um die Proteste ab dem 10. August 2016.[23] Die Nation schreibt, ihre jungen Leute hätten die Bewegung 2016 begonnen, um ihr Wasser vor einem Ölunfall zu schützen.[15] Am Fluss bei Cannon Ball entstanden mehrere Lager, nach Angaben des Staates die Lager Oceti Sakowin, Rosebud und Sacred Stone.[15, 21]
Am 2. September 2016 reichte die Nation die Erklärung ihres früheren Denkmalschutzbeauftragten Tim Mentz ein, der auf privatem Land entlang der Trasse Fundstellen beschrieben hatte. Am nächsten Tag planierte Dakota Access dieses Gebiet. Das Unternehmen bestritt die Darstellung von Mentz: Viele der beschriebenen Fundstellen lägen weit außerhalb der Trasse, und die Leitung weiche den Funden aus.[3] Die Nation spricht von der vorsätzlichen Zerstörung von Gräbern und Steinsetzungen und von Wachhunden der Sicherheitsleute, die gegen Protestierende eingesetzt worden seien.[14, 15] Das Bundesgericht hielt fest, dass das Grundstück außerhalb der Zuständigkeit des Army Corps lag und für die Arbeiten dort keine Bundesgenehmigung nötig war.[3]
Am 9. September 2016 lehnte das Gericht den Eilantrag der Nation ab, den Bau zu stoppen. Am selben Tag erklärten das Justizministerium, das Innenministerium und die Armee gemeinsam, der Bau auf Land des Army Corps am oder unter dem Lake Oahe gehe vorerst nicht weiter; das Army Corps erteilte die Genehmigung für die Querung zunächst nicht.[4, 5]
Backwater Bridge, November 2016
Ein Brennpunkt war die Backwater Bridge auf dem Highway 1806 in Morton County. Das Verkehrsministerium von North Dakota hatte die Brücke gesperrt, die Polizei hatte an ihrem Nordende eine Barrikade aus zwei Lastwagen, Betonsperren und Stacheldraht errichtet.[25] Am Abend des 20. November 2016 zogen Protestierende einen der Lastwagen mit einer Sattelzugmaschine von der Brücke. Nach dem Lagebericht des Staates waren 400 bis 500 Menschen auf und an der Brücke, die nach Darstellung der Behörden Steine und Holz auf die Polizei warfen; die Polizei setzte Reizstoffe, Munition, die nicht tödlich wirken soll, und Wasser aus einem Feuerwehrwagen ein.[17]
Mehrere Protestierende verklagten später Morton County, Stutsman County, die Stadt Mandan, deren Sheriffs und Polizeichef und 100 nicht namentlich bekannte Beamte, weil sie bei dem Einsatz verletzt worden seien. Nach dem Urteil des Berufungsgerichts für den 8. Bezirk vom 3. November 2023 setzten die Beamten Tränengas, Gummigeschosse, mit Blei gefüllte Beutel und Wasser aus einem Feuerwehrschlauch ein. Das Gericht bestätigte das Urteil zugunsten der Beklagten. Im November 2016 sei nicht eindeutig geklärt gewesen, dass Gewalt, mit der Beamte eine Menge nur zerstreuen wollen, als Festnahme unter den vierten Verfassungszusatz fällt; die Klagen gegen die Gemeinden und die Vorgesetzten scheiterten deshalb ebenfalls.[25] Wie viele Menschen verletzt wurden, nennen das Urteil und der Lagebericht nicht.[17, 25] Die Standing Rock Sioux Tribe nennt die Proteste insgesamt weitgehend friedlich und die Reaktion von Polizei und privaten Sicherheitsleuten übermäßig.[15]
Lager, Festnahmen und Räumung
Wie viele Menschen in den Lagern lebten, ist nur geschätzt. Die Native American Journalists Association schrieb in ihrem Leitfaden für Reporter von Tausenden Menschen aus Hunderten Nationen.[26] Die Lageberichte des Staates nennen für einzelne Tage Menschenmengen von 400 bis 500 am 20. November und 500 bis 1.000 am 5. Dezember 2016.[17, 19]
| Angabe | Zahl | Quelle |
|---|---|---|
| Menschen in den Lagern | Tausende aus Hunderten Nationen | Native American Journalists Association[26] |
| Menge an der Backwater Bridge, 20. November 2016 | 400 bis 500 | Lagebericht North Dakota[17] |
| Menge südlich der Backwater Bridge, 5. Dezember 2016 | 500 bis 1.000 | Lagebericht North Dakota[19] |
| Festnahmen bei der Räumung, 23. Februar 2017 | 46 oder 47 | Pressemitteilung und Lagebericht North Dakota[21, 22] |
| Festnahmen insgesamt bis 6. März 2017 | 761, davon 709 Protestierende | Übersicht North Dakota und Morton County[23] |
| Kosten für Staat und Gemeinden bis 6. März 2017 | 38,2 Millionen Dollar (Schätzung) | Übersicht North Dakota und Morton County[23] |
Am 4. Dezember 2016 gab die Armee bekannt, die Genehmigung für die Querung des Lake Oahe auf der damaligen Aktenlage nicht zu erteilen.[4, 18] Am 18. Januar 2017 kündigte das Army Corps eine ausführliche Umweltverträglichkeitsprüfung an. Nach dem Regierungswechsel wies ein Memorandum von Präsident Donald Trump vom 24. Januar 2017 die Behörden an, das Projekt zu beschleunigen. Das Army Corps gab die Prüfung auf, unterrichtete am 7. Februar den Kongress und erteilte die Genehmigung am 8. Februar 2017.[5, 24] Die Armee begründete das damit, es lägen genug Informationen vor; mit der Querung fehlten noch anderthalb Meilen der Leitung.[24]
Bis zum 22. Februar 2017, 14 Uhr, sollten alle Menschen das Lager Oceti Sakowin und das übrige Land des Army Corps verlassen. An diesem Tag brannten nach dem Lagebericht etwa 20 Feuer im Lager, als Bauten und Abfall verbrannt wurden; ein 17-jähriges Mädchen und ein Junge kamen mit Verbrennungen ins Krankenhaus; den Jungen nennt der Tagesbericht vom 22. Februar 7 Jahre alt, die Pressemitteilung vom 23. Februar 10 Jahre alt.[20, 21] Am 23. Februar 2017 räumte die Polizei das Lager, um 14.09 Uhr meldeten die Behörden es als geräumt. Danach räumte das Bureau of Indian Affairs auch das Lager Rosebud.[21, 22] Viele Protestierende verließen das Lager nach Angaben des Staates freiwillig.[21]
Am 1. Juni 2017 war die Pipeline nach dem Urteil des Bundesgerichts voll in Betrieb.[4]

Was entschieden die Gerichte?
Den Rechtsstreit Standing Rock Sioux Tribe gegen das Army Corps of Engineers verhandelte Richter James Boasberg am Bundesbezirksgericht für den District of Columbia.[3, 5] Die wichtigsten Entscheidungen:[3, 4, 5, 6, 7, 8]
- 9. September 2016: Das Gericht lehnt den Eilantrag ab. Es hält die Pflicht des Army Corps, sich nach dem National Historic Preservation Act mit der Nation zu beraten, wahrscheinlich für erfüllt.[3]
- 14. Juni 2017: Die Entscheidung gegen eine ausführliche Prüfung genügt dem Umweltgesetz NEPA laut Gericht "weitgehend", mit drei Ausnahmen: ob die Folgen stark umstritten sind, was ein Ölunfall für die Fischerei- und Jagdrechte aus dem Vertrag von 1851 bedeutet und ob Standing Rock unverhältnismäßig belastet würde. Das Army Corps muss nachbessern, die Leitung läuft weiter.[4, 6]
- 25. März 2020: Das Army Corps hat die Kritik von Fachleuten, etwa an der Lecksuche, an der Bilanz des Betreibers und an der Ölbekämpfung im Winter unter Eis, nicht ausgeräumt. Es muss eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung erstellen.[5]
- 6. Juli 2020: Das Gericht hebt die Genehmigung von 2017 auf und ordnet an, die Leitung bis zum 5. August 2020 stillzulegen und zu leeren.[6, 7]
- 5. August 2020 und 26. Januar 2021: Das Berufungsgericht für den D.C. Circuit setzt die Stilllegung aus. Im Urteil bestätigt es die Aufhebung der Genehmigung und die Pflicht zur Prüfung, hebt aber die Anordnung zur Stilllegung auf.[7]
- 22. Februar 2022: Der Supreme Court lehnt den Antrag von Dakota Access ab, den Fall zu überprüfen.[8]
Dakota Access hielt die Einschätzung des Bezirksgerichts zu den wirtschaftlichen Schäden einer Stilllegung für zu günstig und warf ihm vor, die Umweltfolgen zu übergehen, wenn mehr Öl per Bahn fahren müsste. Das Berufungsgericht sah darin keinen Ermessensfehler.[7] Von der Aufhebung 2020 bis zur neuen Genehmigung 2026 lief die Leitung ohne gültige Genehmigung für die Querung weiter; die Nation wirft dem Army Corps vor, sie in dieser Zeit nicht gestoppt zu haben.[7, 10, 13]
Eine weitere Klage der Nation vom 14. Oktober 2024 verlangte, die Leitung sofort abzuschalten. Nach der Darstellung der Nation in ihrer Klageschrift von 2026 wies das Gericht sie im März 2025 ab, ließ eine neue Klage aber offen; die Berufung nahm die Nation im Juni 2026 zurück, nachdem die neue Genehmigung erteilt war.[13, 14]
Vor einem Gericht in North Dakota klagte Energy Transfer gegen Greenpeace. Eine Jury in Morton County sprach der Firma im März 2025 rund 667 Millionen Dollar zu, weil Greenpeace sie bei den Protesten 2016 und 2017 geschädigt und mit falschen Behauptungen ihrem Ruf geschadet habe. Richter James Gion kürzte die Summe im Oktober 2025 auf 345 Millionen Dollar und setzte das Urteil im Februar 2026 fest. Greenpeace bestreitet die Vorwürfe und kündigte weitere Schritte an, Energy Transfer nannte die Entscheidung einen wichtigen Schritt.[16] Die damalige Vorsitzende der Standing Rock Sioux Tribe, Janet Alkire, wies die Darstellung zurück, Greenpeace habe die Nation zum Protest verleitet: Junge Leute und Älteste hätten die Nation gedrängt, ihr Wasser zu schützen.[15]
Stand der Verfahren im Oktober 2026
Am 19. Dezember 2025 veröffentlichte das Army Corps of Engineers die abschließende Umweltverträglichkeitsprüfung.[9] Sie verglich fünf Möglichkeiten: die Leitung entfernen, sie leeren, verschließen und im Boden lassen, die Genehmigung mit den alten Auflagen erteilen, sie mit neuen Auflagen erteilen oder einen Teil der Trasse um den See herumführen.[10] Am 21. Mai 2026 entschied sich die Behörde für die Genehmigung mit neuen Auflagen. Dazu gehören eine bessere Lecksuche, mehr Messungen von Grund- und Oberflächenwasser, Notfallpläne für die Wasserversorgung, Studien zur Selbstversorgung zusammen mit den betroffenen Nationen und eine unabhängige Prüfung der Sicherheitstechnik.[10]
Innenminister Doug Burgum nannte die Entscheidung einen großen Gewinn für die Energiesicherheit der USA. Robert Newbauer, damals Colonel und Kommandeur des Omaha District, sprach von einer umfassenden Prüfung mit Beteiligung der Öffentlichkeit und Beratungen mit den Nationen.[10] Gouverneur Kelly Armstrong von North Dakota erklärte, die Leitung sei fast neun Jahre lang sicher betrieben worden.[11]
Die Standing Rock Sioux Tribe sieht ihre Bedenken nicht ausgeräumt. Am 9. Oktober 2026 reichte sie beim Bundesgericht in Washington eine neue Klage gegen das Army Corps of Engineers und die Pipeline and Hazardous Materials Safety Administration ein, Aktenzeichen 1:26-cv-03540.[12, 13] Die Nation verlangt, die Entscheidung vom Mai 2026 aufzuheben und die Leitung stillzulegen. Sie wirft den Behörden vor, keinen ausreichenden Notfallplan für ein Leck unter dem See vorgelegt zu haben, ihrer einzigen Trinkwasserquelle.[12, 13] Nach ihren Angaben war die Leitung für 574.000 Barrel am Tag ausgelegt und kann inzwischen bis zu 1,1 Millionen Barrel befördern.[12] Ihr Vorsitzender Steve Sitting Bear erklärte, die Bedenken seien seit zehn Jahren dieselben, und die Nation werde ihr Wasser und ihre Vertragsrechte verteidigen, bis die Leitung stillgelegt sei.[12]
Stand 26. Oktober 2026
Die Klage der Standing Rock Sioux Tribe vom 9. Oktober 2026 (Aktenzeichen 1:26-cv-03540) ist eingereicht, eine Entscheidung des Gerichts ist nicht bekannt.[12, 13] Das Urteil gegen Greenpeace in North Dakota vom 27. Februar 2026 war nach dem Bericht des North Dakota Monitor nicht rechtskräftig; Greenpeace kündigte einen Antrag auf ein neues Verfahren und gegebenenfalls eine Berufung an.[16]
Welche Folgen hatten die Proteste?
Die Pipeline wurde gebaut und ist in Betrieb.[4, 10] Vor Gericht erreichte die Nation, dass das Army Corps eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung erstellen musste und die Genehmigung von 2017 aufgehoben wurde.[5, 6, 7] Die neuen Auflagen von 2026 sollen nach Angaben der Behörde die Risiken für den Lake Oahe, den Missouri und die Gemeinden am Fluss, darunter die der Nationen, weiter verringern; die Nation hält sie für unzureichend.[10, 12]
Ähnliche Proteste früherer Jahrzehnte behandelt die Seite Red Power, die Forderung nach Rückgabe von Land die Seite Land Back. Die Native American Journalists Association bat Reporter während der Proteste, die Nationen der Teilnehmer genau zu benennen und Orte im Lager mit kultureller und religiöser Bedeutung nicht ohne Erlaubnis zu fotografieren.[26]
Erinnerung heute
Die Nation beschreibt ihre Klage von 2026 als Fortsetzung des rechtlichen Kampfes, der vor zehn Jahren zusammen mit der #NoDAPL-Bewegung begann.[12] Ihr Sitz ist Fort Yates in North Dakota, wo 1873 die Standing Rock Agency gegründet wurde.[2, 12] Im Reservat lebte Sitting Bull; die Nation erinnert in ihrer Klageschrift daran, dass er sein Zuhause nahe der Gemeinde Rock Creek am Grand River hatte.[13]

Zeitleiste
- 29.04.1868Vertrag von Fort Laramie: Die Große Sioux-Reservation entsteht.[27] Verträge von Fort Laramie
- 1958Mit dem Oahe Dam entsteht der Lake Oahe; die Standing Rock Sioux Tribe verliert 56.000 Acres.[5]
- Juli 2016Das Army Corps legt seine Umweltprüfung vor, die Standing Rock Sioux Tribe klagt.[5]
- 10.08.2016Beginn des Einsatzes der Behörden von North Dakota rund um die Proteste.[23]
- 03.09.2016Dakota Access planiert ein Stück der Trasse, auf dem die Nation Fundstellen beschrieben hatte; das Unternehmen bestritt, dass viele der Fundstellen auf der Trasse lagen.[3]
- 09.09.2016Das Gericht lehnt den Eilantrag ab; drei Bundesministerien erklären, der Bau am Lake Oahe gehe vorerst nicht weiter.[4, 5]
- 20.11.2016Die Polizei setzt an der Backwater Bridge Wasser, Reizstoffe und Gummigeschosse ein.[17, 25]
- 04.12.2016Die Armee gibt bekannt, die Genehmigung für die Querung des Lake Oahe vorerst nicht zu erteilen.[4, 18]
- 24.01.2017Ein Memorandum von Präsident Trump verlangt, das Projekt zu beschleunigen.[5]
- 08.02.2017Das Army Corps erteilt die Genehmigung für die Querung.[5, 24]
- 23.02.2017Die Polizei räumt das Lager Oceti Sakowin.[21, 22]
- 01.06.2017Die Pipeline ist voll in Betrieb.[4]
- 14.06.2017Das Gericht findet drei Mängel in der Umweltprüfung.[4]
- 25.03.2020Das Gericht verlangt eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung.[5]
- 06.07.2020Das Gericht hebt die Genehmigung auf und ordnet die Stilllegung an.[6]
- 26.01.2021Das Berufungsgericht bestätigt die Aufhebung, hebt die Stilllegung aber auf.[7]
- 22.02.2022Der Supreme Court lehnt die Überprüfung ab.[8]
- 19.12.2025Das Army Corps veröffentlicht die abschließende Umweltverträglichkeitsprüfung.[9]
- 21.05.2026Neue Genehmigung mit zusätzlichen Auflagen.[10]
- 09.10.2026Die Standing Rock Sioux Tribe reicht eine neue Klage ein.[12, 13]
Wo liegt Standing Rock?
Die Lager lagen bei Cannon Ball. Nach Angaben der Nation quert die Pipeline den Lake Oahe an der Mündung des Cannon Ball River, laut Bundesgericht eine halbe Meile nördlich des Reservats.[3, 14, 15] Der Kartenpunkt für Cannon Ball folgt dem Eintrag im Geographic Names Information System des U.S. Geological Survey (Feature ID 1028270, Sioux County).[29]
- 1Proteste von Standing Rock (Cannon Ball am Lake Oahe, North Dakota) 46,39° N, 100,59° W[29]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Proteste haben die Pipeline gestoppt.
Was belegt ist
Die Armee verweigerte im Dezember 2016 zunächst die Genehmigung für die Querung und erteilte sie am 8. Februar 2017 doch. Die Leitung ist seit 1. Juni 2017 in Betrieb. Gerichte hoben 2020 die Genehmigung auf, ließen den Betrieb aber weiterlaufen; im Mai 2026 erteilte das Army Corps eine neue Genehmigung.[4, 5, 6, 7, 10, 18]
Häufige Fragen
Worum ging es bei den Protesten von Standing Rock?
Um die Dakota Access Pipeline, die Rohöl von North Dakota nach Illinois bringt und eine halbe Meile nördlich des Reservats Standing Rock unter dem Stausee Lake Oahe verläuft. Die Standing Rock Sioux Tribe nennt den See ihre einzige Trinkwasserquelle und fürchtet ein Leck; dazu kamen Grab- und Kulturstätten an der Trasse und ihre Rechte aus den Verträgen von 1851 und 1868.
Wann waren die Proteste von Standing Rock?
Der Staat North Dakota rechnet seinen Einsatz ab dem 10. August 2016. Die Lager am Missouri bestanden bis Februar 2017; das Lager Oceti Sakowin räumten die Behörden am 23. Februar 2017. Der Rechtsstreit dauert an.
Wie viele Menschen wurden bei den Protesten festgenommen?
Nach einer Übersicht der Behörden von North Dakota vom 6. März 2017 gab es 761 Festnahmen, davon 709 von Protestierenden. Für die Räumung des Lagers Oceti Sakowin am 23. Februar 2017 nennen zwei Seiten des Staates 46 und 47 Festnahmen.
Fließt durch die Dakota Access Pipeline heute Öl?
Ja. Die Leitung ist laut Bundesgericht seit 1. Juni 2017 voll in Betrieb. Ein Gericht hob 2020 die Genehmigung für die Querung des Lake Oahe auf, die Leitung lief trotzdem weiter. Am 21. Mai 2026 erteilte das Army Corps of Engineers eine neue Genehmigung mit zusätzlichen Auflagen.
Hat Standing Rock vor Gericht gewonnen?
Teilweise. Das Bundesgericht in Washington rügte 2017 drei Mängel der Umweltprüfung und verlangte 2020 eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung. Das Berufungsgericht bestätigte das 2021, hob aber die Anordnung auf, die Leitung stillzulegen. Gegen die neue Genehmigung von 2026 klagt die Nation seit dem 9. Oktober 2026.
Welche Verträge berührt die Pipeline?
Die Standing Rock Sioux Tribe beruft sich auf die Verträge von Fort Laramie von 1851 und 1868 und hält ihre Rechte daraus für so gültig wie am Tag der Unterzeichnung. Nach ihrer Darstellung tritt die Leitung am Heart River in Land ein, das der Vertrag von 1851 den Oceti Sakowin zusprach.
Wer steht hinter der Dakota Access Pipeline?
Die Firma Dakota Access, LLC beantragte die Genehmigung für die Querung des Lake Oahe, ein Wegerecht (englisch easement), und trat im Rechtsstreit an der Seite des Army Corps of Engineers auf. Die Standing Rock Sioux Tribe nennt Energy Transfer als Unternehmen hinter der Leitung. Die Genehmigung erteilt das Army Corps, das den Stausee verwaltet.
Quellen
- Tribal Nation Standing Rock Sioux Tribe, Startseite. Standing Rock Sioux Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Standing Rock Sioux Tribe v. U.S. Army Corps of Engineers, Civil Action No. 16-1534 (JEB), Memorandum Opinion, Document 39. U.S. District Court for the District of Columbia (über govinfo, U.S. Government Publishing Office). Stand 09.09.2016. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Standing Rock Sioux Tribe v. U.S. Army Corps of Engineers, Civil Action No. 16-1534 (JEB), Memorandum Opinion, Document 239. U.S. District Court for the District of Columbia (über govinfo, U.S. Government Publishing Office). Stand 14.06.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Standing Rock Sioux Tribe v. U.S. Army Corps of Engineers, Civil Action No. 16-1534 (JEB), Memorandum Opinion, Document 496. U.S. District Court for the District of Columbia (über govinfo, U.S. Government Publishing Office). Stand 25.03.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Standing Rock Sioux Tribe v. U.S. Army Corps of Engineers, Civil Action No. 16-1534 (JEB), Memorandum Opinion, Document 546. U.S. District Court for the District of Columbia (über govinfo, U.S. Government Publishing Office). Stand 06.07.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Standing Rock Sioux Tribe v. U.S. Army Corps of Engineers, No. 20-5197 (Urteil). U.S. Court of Appeals for the District of Columbia Circuit (über govinfo, U.S. Government Publishing Office). Stand 26.01.2021. abgerufen am 26.10.2026
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- Amtliche Stelle Record of Decision signed for Dakota Access Pipeline Final Environmental Impact Statement. U.S. Army Corps of Engineers, Omaha District. Stand 21.05.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Armstrong statement on U.S. Army Corps releasing Record of Decision for Dakota Access Pipeline. North Dakota Office of the Governor. Stand 21.05.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Standing Rock Sioux Tribe Files New Federal Lawsuit Against U.S. Army Corps of Engineers and PHMSA over Dakota Access Pipeline Record of Decision (Pressemitteilung). Standing Rock Sioux Tribe. Stand 09.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
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- Tribal Nation SRST Files NoDAPL Federal Lawsuit Seeking Immediate Shutdown of Dakota Access Pipeline (Pressemitteilung vom 14.10.2024). Standing Rock Sioux Tribe. Stand 16.10.2024. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Standing Rock Sioux Tribal Chairwoman Janet Alkire Statement on the Jury Verdict against Greenpeace. Standing Rock Sioux Tribe. Stand 26.03.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Mary Steurer: Judge finalizes order for Greenpeace to pay 345 million dollars in North Dakota oil pipeline case. North Dakota Monitor (News From The States). Stand 27.02.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Dakota Access Pipeline, Daily Activity 11/20/2016. North Dakota Department of Emergency Services, ND Response. Stand 20.11.2016. abgerufen am 26.10.2026
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- Amtliche Stelle Dakota Access Pipeline, Daily Activity 12/5/2016. North Dakota Department of Emergency Services, ND Response. Stand 05.12.2016. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Dakota Access Pipeline, Daily Activity 2/22/2017. North Dakota Department of Emergency Services, ND Response. Stand 22.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle 2:09pm: Oceti Sakowin Camp Officially Cleared of Inhabitants (Pressemitteilung). North Dakota Department of Emergency Services, ND Response. Stand 23.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Dakota Access Pipeline, Daily Activity 2/23/2017. North Dakota Department of Emergency Services, ND Response. Stand 23.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle By the Numbers (Stand 6. März 2017). North Dakota Department of Emergency Services und Morton County Sheriff's Department, ND Response. Stand 06.03.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Army takes action on Dakota Access Pipeline. U.S. Army. Stand 07.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Dundon v. Kirchmeier, No. 22-1246 (Urteil). U.S. Court of Appeals for the Eighth Circuit. Stand 03.11.2023. abgerufen am 26.10.2026
- Covering Camp Oceti Sakowin (Leitfaden für Reporter). Native American Journalists Association. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Laramie Treaty of 1851 (Horse Creek Treaty). National Park Service. Stand 19.11.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Cannon Ball (Populated Place), Feature ID 1028270, Sioux County, North Dakota (Geographic Names Information System). U.S. Geological Survey, The National Map Gazetteer. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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