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Der Dakota-Krieg 1862

Kurz erklärt Der Dakota-Krieg (U.S.-Dakota War of 1862) begann am 18. August 1862 im Tal des Minnesota River und dauerte sechs Wochen; hungernde Dakota, vor allem Mdewakanton und Wahpekute, kämpften gegen Siedler und Truppen der USA. Die Angaben zu den getöteten Weißen reichen von 400 bis mehr als 600, die toten Dakota sind nicht gezählt, die Minnesota Historical Society schätzt 75 bis 100 gefallene Kämpfer. Danach wurden 38 Dakota in Mankato gehängt und fast alle Dakota aus Minnesota vertrieben.

Tal des Minnesota River mit hohem Präriegras, Eichen an den Hängen und dem Fluss im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wie kam es zum Dakota-Krieg?

Die Dakota leben seit Jahrhunderten im heutigen Minnesota, ihr Land heißt in ihrer Sprache Mni Sota Makoce.[1, 12] Der Name Dakota bedeutet laut der Lower Sioux Indian Community ungefähr "Freund" oder "Verbündeter".[14] Vor 1862 bestanden die Dakota in Minnesota aus vier Gruppen: den Mdewakanton und Wahpekute, den unteren Gruppen, und den Sisseton und Wahpeton, den oberen.[14] Die Prairie Island Indian Community nennt sich mit dem Eigennamen Bdewakantunwan, "die aus den Wassern Geborenen".[16] Zusammen mit Lakota und Nakota gehören die Dakota zu den Oceti Sakowin, den Sieben Ratsfeuern (Sioux); die Shakopee Mdewakanton Sioux Community schreibt Oceti Ṡakowiŋ.[17]

1851 gaben die Dakota in den Verträgen von Traverse des Sioux und Mendota fast ihr ganzes Land in Minnesota ab.[1, 9] Die Sisseton und Wahpeton traten laut Minnesota Historical Society 21 Millionen Acres für 1.665.000 Dollar ab, etwa 7,5 Cent je Acre; den größten Teil des Geldes behielt die Regierung ein und zahlte nur Zinsen.[9] Die Dakota sollten in einem Streifen von je zehn Meilen Breite beiderseits des Minnesota River leben.[12] Der Senat strich die Reservate aus den Verträgen, Präsident Millard Fillmore erlaubte den Dakota dann, dort zu wohnen, bis Siedler das Land brauchten.[9] 1853 errichtete die Regierung die Lower Sioux Agency als Verwaltungssitz; das Reservat umfasste laut Lower Sioux Indian Community nur vier Prozent des früheren Landes.[15] Im Vertrag von Washington von 1858 verloren die Dakota auch das Ufer nördlich des Flusses, für 30 Cent je Acre; das meiste Geld ging an Händler, die Schulden geltend machten.[1, 9]

Das Leben im Reservat machte Jagd und Wanderung mit den Jahreszeiten schwer. Missionare und Verträge drängten die Dakota, Landwirtschaft und Christentum anzunehmen.[1] Wer sich anpasste, bekam Unterstützung der Regierung, wer an der alten Lebensweise festhielt, nicht; darüber zerstritten sich die Dakota.[2] Junge Mdewakanton, die sich der Anpassung widersetzten, sammelten sich in einer Soldatenversammlung (soldiers' lodge), zu der Dakota-Bauern keinen Zutritt hatten.[4] Schon am 1. Januar 1862 meldete der Sonderbeauftragte George E. H. Day an Präsident Abraham Lincoln Betrug durch Agenten und Händler.[2]

Zweistöckiges Lagerhaus aus Bruchstein auf einem grasbewachsenen Hang über einem Flusstal, Eichen und Präriegras im warmen Abendlicht
Lagerhaus aus Stein über dem Tal eines Flusses. In den Lagern der Agenturen lagen 1862 die Vorräte, auf die hungernde Dakota warteten. Bild: KI-generiert

Der Hungersommer 1862

1861 war die Maisernte schlecht gewesen, im Reservat gab es kaum Wild, und Siedler jagten im Umland.[2] Im Sommer 1862 verzögerte sich die Zahlung aus den Verträgen, die Händler gaben deshalb keinen Kredit mehr, und der Agent der Regierung, Thomas Galbraith, weigerte sich laut Minnesota Historical Society, Lebensmittel aus den Lagern zu verteilen.[2] An der Upper Agency gab er nach Anderson erst Anfang August unter dem Druck des Militärs Vorräte frei.[20] Der Händler Andrew Myrick soll den Hungernden gesagt haben, sie sollten Gras oder ihren eigenen Kot essen.[1] Taoyateduta (Little Crow), ein Anführer der Mdewakanton, nannte Myricks Satz am 7. September 1862 in einem Brief an Henry Sibley unter den Gründen für den Krieg.[10] Der Historiker Gary Clayton Anderson zeigte 1983, dass die Bemerkung wohl nicht unmittelbar vor dem Krieg an der Lower Agency fiel. Am ehesten kommen die Tage vom 5. bis 8. August an der Upper Agency in Frage, wo Sisseton und Wahpeton hungerten. Die Mdewakanton an der Lower Agency litten nach Anderson am 15. August mehrheitlich keine Not und hatten eine reiche Ernte vor sich. Er hielt die Ursachen für vielschichtiger, als die bekannte Geschichte es erzählt.[20]

Was geschah im August und September 1862?

Acton und der Beginn des Krieges

Am Sonntag, dem 17. August 1862, töteten vier junge Dakota auf der Rückkehr von der Jagd in Acton Township im Meeker County fünf Siedler: Robinson Jones, Ann Baker, Howard Baker, Viranus Webster und die 15-jährige Clara Wilson.[1, 3] Die vier flohen in ihr Dorf. In der Nacht überredeten Männer der Soldatenversammlung Taoyateduta, sie in den Krieg zu führen, und er stimmte zögernd zu.[1, 4] In den frühen Morgenstunden des 18. August begann der Krieg.[2]

Mdewakanton-Kämpfer griffen am 18. August Händler und Angestellte der Regierung an der Lower Agency an und schlugen eine Hilfstruppe aus Fort Ridgely zurück. Danach überfielen sie Höfe und Siedlungen im Renville und im Brown County.[4] Im Renville County mit seinen geschätzt 1.200 Siedlern starben am 18. und 19. August mehr als 160 Menschen, mehr als 100 wurden gefangen genommen; in Milford Township westlich von New Ulm, wo vor allem deutsche Einwanderer lebten, starben mehr als 50.[4]

New Ulm, Fort Ridgely und Birch Coulee

Am 19. August führte John Other Day (Anpetu Tokeca), ein Dakota, die weißen Bewohner der Upper Agency in Sicherheit.[1, 4] Gouverneur Alexander Ramsey ernannte am selben Tag den früheren Händler und Gouverneur Henry H. Sibley zum Befehlshaber der Freiwilligen gegen die Dakota.[4] Eine kleine Gruppe von Dakota griff New Ulm an; fünf Siedler starben.[4] Am 20. und am 22. August wiesen die Verteidiger von Fort Ridgely zwei Angriffe ab.[1, 4] Am 23. August kämpften mehr als 600 Dakota unter den Anführern Waŋbdí Tháŋka (Wambditanka, Big Eagle), Wabaṡa und Makato erneut um New Ulm; die Stadt hielt, wurde aber am 25. August geräumt und lag zu großen Teilen in Asche.[4]

Anfang September besiegten etwa 200 Dakota bei Birch Coulee eine Abteilung der US-Truppen.[1] Kämpfe gab es auch bei Acton, Forest City, Hutchinson und Fort Abercrombie am Red River.[1, 4] Sibley erfuhr, dass die Dakota mehr als 250 Gefangene hatten, und begann Verhandlungen.[4] Am 16. September übernahm Generalmajor John Pope das neue Militärdepartement Nordwest, und die Truppen Minnesotas kamen unter Befehl des Bundes.[13]

Maisfeld im Spätsommer am Rand einer Flussaue, reife Kolben an hohen Stängeln, dahinter ein bewaldeter Hang unter weitem Himmel
Maisfeld im Spätsommer. Viele Dakota im Reservat lebten 1862 als Bauern, die schlechte Ernte des Vorjahres trug zum Hunger bei. Bild: KI-generiert

Wood Lake und Camp Release

Am 23. September besiegten Sibleys Truppen die Dakota unter Taoyateduta bei Wood Lake nahe dem Yellow Medicine River; es war die letzte Schlacht des Krieges.[1, 4] Taoyateduta und andere Mdewakanton flohen ins Dakota-Territorium und nach Kanada.[1] Am 26. September übergaben Dakota ihre Gefangenen an einem Ort, der danach Camp Release hieß.[1] Viele Kämpfer blieben bei ihren Familien, die nicht schnell genug fliehen konnten, und kamen mit Dakota, die nicht gekämpft hatten, in Sibleys Gewahrsam.[13] Am 28. September schrieb General John Pope an Sibley, wie er mit den Dakota verfahren wolle.[6]

Es ist meine Absicht, die Sioux völlig auszurotten, wenn ich die Macht dazu habe, und sei dafür auch ein Feldzug nötig, der das ganze nächste Jahr dauert.

General John Pope an Henry Sibley, 28. September 1862, Minnesota Historical Society, Aftermath. The U.S.-Dakota War of 1862 Übersetzung der Redaktion[6]

Wer kämpfte im Dakota-Krieg?

Gekämpft haben vor allem Männer der Mdewakanton und Wahpekute.[4] Laut MNopedia nahmen weniger als 1.000 von mehr als 7.000 Dakota teil; die Seite der Minnesota Historical Society zum Kriegsverlauf schätzt, dass von etwa 6.500 Dakota im Reservat höchstens 1.000 kämpften, einige davon gezwungen.[1, 4] Viele Dakota retteten Siedlern das Leben, und einige, wie Gabriel Renville, schlossen sich einer Versammlung für den Frieden an. Sisseton- und Wahpeton-Männer bildeten eine Soldatenversammlung gegen den Krieg, nach MNopedia am 22. August, nach der Seite der Minnesota Historical Society zum Kriegsverlauf am 26. August.[1, 4] Wambditanka (Big Eagle) sagte später, er sei gegen den Krieg gewesen und habe seine Gruppe trotzdem hineingeführt.[3]

Auf der anderen Seite standen Siedler, Milizen und Freiwilligenregimenter Minnesotas, die eigentlich für den Bürgerkrieg angeworben waren. Sibley führte zuerst vier eilig bewaffnete Kompanien des 6. Infanterieregiments von Fort Snelling nach St. Peter.[1, 13]

Wie viele Menschen starben im Dakota-Krieg?

Die Zahlen gehen auseinander, und für die Dakota gibt es keine Zählung.[1, 6]

Tote im Dakota-Krieg 1862 nach Quellen
GruppeAngabeQuelle
Weiße insgesamtmehr als 600, davon gut 70 Soldaten und etwa 50 bewaffnete ZivilistenMinnesota Historical Society[6]
weiße Zivilisten und Soldaten400 bis 600Minnesota Historical Society, Fragen und Antworten[12]
Siedleretwa 500Lower Sioux Indian Community[14]
Siedler und Soldatenetwa 400 Siedler und 70 SoldatenEncyclopaedia Britannica[19]
Dakotanicht verzeichnetMNopedia[1]
Dakota-Kämpfergeschätzt 75 bis 100, davon 32 mit Namen bekanntMinnesota Historical Society[6]
Dakota30Encyclopaedia Britannica[19]
Dakota (Mdewakanton)HunderteLower Sioux Indian Community[14]

Die meisten getöteten Weißen waren unbewaffnete Zivilisten, vor allem junge Männer, Frauen und Kinder, die erst kurz zuvor eingewandert waren. Der Historiker Curtis Dahlin schätzt, dass 30 Prozent der getöteten Zivilisten Kinder von zehn Jahren oder jünger waren.[6] Nach dem Krieg starben weitere Dakota: 38 bei der Hinrichtung in Mankato und mehr als ein Viertel aller Dakota, die sich 1862 ergeben hatten, im folgenden Jahr.[5, 6]

Die Prozesse und die Hinrichtung in Mankato

Am 28. September 1862, zwei Tage nach Camp Release, begann eine von Sibley eingesetzte Militärkommission, Dakota-Männer vor Gericht zu stellen. Später tagte sie an der Lower Agency in der Sommerküche des Händlers François LaBathe, einem der wenigen Gebäude, die noch standen.[5] Manche Verfahren dauerten nicht länger als fünf Minuten.[13] Bis zum 5. November verhandelte die Kommission 392 Fälle, verurteilte 303 Männer zum Tod und 16 zu Haft.[5] Die Rechtsprofessorin Carol Chomsky von der University of Minnesota nannte die Verfahren unfair: Die Beweise waren dürftig, das Gericht voreingenommen, die Angeklagten hatten keinen Beistand, und verhandelt wurde in einer fremden Sprache.[5]

Präsident Lincoln ließ die Akten aller 303 Verurteilten prüfen. Zuerst sollten nur Männer hingerichtet werden, denen Vergewaltigung nachgewiesen war; als das nur auf zwei zutraf, nahm er auch die Beteiligung an Morden an Zivilisten hinzu und schickte Sibley eine Liste mit 39 Namen.[5] Einer wurde kurz vorher begnadigt. Am 26. Dezember 1862 um 10 Uhr wurden in Mankato 38 Dakota-Männer gehängt; etwa 4.000 Zuschauer standen in der Stadt, über die Oberst Stephen Miller das Kriegsrecht verhängt hatte.[5] Es war die größte Massenhinrichtung in der Geschichte der USA.[1, 16] Danach stellte sich nach Angabe der Minnesota Historical Society heraus, dass zwei Männer irrtümlich gehängt worden waren, darunter Wicaŋḣpi Wastedaŋpi, genannt Caske, der während des Krieges Sarah Wakefield und ihre Kinder beschützt hatte. Ob es ein Versehen war, ist umstritten: Stephen Riggs erklärte den Fehler mit einer Verwechslung der Namen, Wakefield hielt ihn für Absicht.[4, 5]

Welche Folgen hatte der Dakota-Krieg?

Das Lager bei Fort Snelling

Ab dem 7. November 1862 brachten 300 Soldaten unter Oberstleutnant William R. Marshall die Dakota, die nicht verurteilt waren, von der Lower Agency nach Fort Snelling. Die Minnesota Historical Society zählt 1.658 Menschen, an anderer Stelle etwa 1.700, die meisten Frauen, Kinder und Alte.[7, 13] In Henderson griff eine Menge den Zug an, ebenso am 9. November bei New Ulm den Transport der Verurteilten nach Mankato; zwei Gefangene starben an ihren Verletzungen.[7] Bei Fort Snelling bauten Soldaten im Dezember ein Lager mit einem mehr als zwölf Fuß hohen Holzzaun, in dem mehr als 1.600 Dakota den Winter verbrachten. Die Seite von Historic Fort Snelling, einer Einrichtung der Minnesota Historical Society, nennt es ein Konzentrationslager, kein Todeslager, aber Teil der völkermörderischen Politik gegen indigene Völker in den USA. In den Fragen und Antworten der Gesellschaft heißt es dagegen, manche sprächen von Völkermord, andere teilten diese Einschätzung nicht.[12, 13] Über den Winter starben im Lager nach Schätzungen 130 bis 300 Menschen, vor allem an Masern und anderen Krankheiten.[13] Eine andere Seite der Gesellschaft nennt 102 bis 300 Tote.[7]

Die Verurteilten, die nicht gehängt wurden, kamen am 22. April 1863 per Dampfschiff in ein Militärgefängnis in Davenport in Iowa; dort starben mindestens 120 von ihnen.[7]

Verschneite Flussaue im Winter unter einem steilen Hang, kahle Pappeln am zugefrorenen Ufer, blasses Licht am späten Nachmittag
Flussaue im Winter. In einem Lager in der Aue unterhalb von Fort Snelling verbrachten mehr als 1.600 Dakota den Winter 1862 auf 1863. Bild: KI-generiert

Aufhebung der Verträge und Exil

Am 16. Februar 1863 erklärte der Kongress alle Verträge mit den Dakota für aufgehoben; ihr Land und alle noch ausstehenden Zahlungen fielen an die USA. Ein zweites Gesetz vom 3. März 1863 sah vor, die Dakota aus Minnesota zu entfernen.[13] Auch die Ho-Chunk, die am Krieg nicht beteiligt waren, mussten Minnesota verlassen.[1, 13] Im Mai 1863 brachten Dampfschiffe 1.300 Dakota nach Crow Creek im heutigen South Dakota. In den ersten sechs Monaten starben dort mehr als 200 Dakota, die meisten Kinder.[8] Nur wenige Familien, die im Krieg zu den USA gehalten hatten, durften bleiben.[1, 14] Da die Dakota-Gebiete nun offen standen, füllte der Homestead Act von 1862 sie laut Minnesota Historical Society rasch mit weißen Siedlern.[12]

Kopfgelder und die Feldzüge von 1863 und 1864

Im Juni 1863 kehrte Taoyateduta mit einer kleinen Gruppe nach Minnesota zurück. Am 3. Juli 1863 schossen der Siedler Nathan Lamson und sein Sohn Chauncey nordwestlich von Hutchinson auf ihn, als er mit seinem Sohn Wowinape Beeren sammelte, und töteten ihn; der Staat zahlte Nathan Lamson 500 Dollar.[10] Am 4. Juli 1863 setzte der Generaladjutant Minnesotas, Oscar Malmros, Prämien aus: Für berittene Freiwillige waren neben zwei Dollar Tagessold zusätzlich 25 Dollar je Dakota-Skalp ausgesetzt, für Bürger außerhalb des Militärs 75 Dollar, ab dem 22. September 200 Dollar.[10] Die Minnesota Historical Society stellte Überreste von Taoyateduta bis 1915 aus, 1971 wurden sie bei Flandreau in South Dakota beigesetzt.[10] Die Anführer Sakpedan (Little Six) und Wakan Ozanzan (Medicine Bottle) wurden im Januar 1864 von Kanada aus betäubt, entführt und den US-Truppen übergeben; am 11. November 1865 wurden sie vor den Mauern von Fort Snelling gehängt.[10, 13]

1863 und 1864 zog die Armee gegen die Dakota und andere Gruppen ins Dakota-Territorium.[11] Am 3. September 1863 griffen Truppen unter Brigadegeneral Alfred Sully ein großes Lager bei Whitestone Hill an, in der Überlieferung der Nationen ein Massaker.[11] Am 28. Juni 1864 kämpften mehr als 4.000 Soldaten unter Sully bei Killdeer Mountain gegen ein Lager, in dem vor allem Lakota lebten.[11] Laut Minnesota Historical Society bereitete der Dakota-Krieg die Kriege gegen die Lakota der folgenden Jahrzehnte vor, bis zum Little Bighorn und zu Wounded Knee.[12]

Rückkehr nach Minnesota

Dakota-Gemeinschaften außerhalb Minnesotas entstanden unter anderem in Santee in Nebraska (1869), in Sisseton und Devils Lake (durch einen Vertrag von 1867), in Flandreau (1869) und in Reserves in Manitoba und Saskatchewan.[6] In den 1880er Jahren kehrten Familien zurück und kauften Land, aus dem die Lower Sioux Indian Community wurde; 1887 ließen sich Sisseton bei Granite Falls nieder, 1910 kamen Mdewakanton und Yankton hinzu, daraus entstand die Upper Sioux Community; später folgten Gemeinschaften in Prairie Island und Shakopee.[6] Für die Dakota, die in Prairie Island geblieben waren, kaufte der Innenminister fast 120 Acres; 1936 gab sich die Gemeinschaft eine Verfassung und wurde vom Bund anerkannt.[16] Die Lower Sioux Indian Community hat heute fast 930 eingeschriebene Mitglieder und 1.743 Acres Land im Redwood County.[14]

Zeitleiste

Zeitleiste: Dakota-Krieg 1862
  1. 1851In den Verträgen von Traverse des Sioux und Mendota treten die Dakota fast ihr ganzes Land in Minnesota ab.[1, 9]
  2. 1858Im Vertrag von Washington verlieren die Dakota das Land nördlich des Minnesota River.[1, 9]
  3. 17.08.1862Vier junge Dakota töten in Acton Township fünf Siedler.[1, 3]
  4. 18.08.1862Kämpfer der Mdewakanton greifen die Lower Agency an; der Krieg beginnt.[2, 4]
  5. 20.08.1862Erster Angriff auf Fort Ridgely; ein zweiter folgt am 22. August.[1, 4]
  6. 23.08.1862Mehr als 600 Dakota greifen New Ulm zum zweiten Mal an; die Stadt wird am 25. August geräumt.[4]
  7. 23.09.1862Truppen unter Henry H. Sibley besiegen die Dakota bei Wood Lake.[1, 4]
  8. 26.09.1862Dakota übergeben in Camp Release ihre Gefangenen.[1]
  9. 05.11.1862Die Militärkommission beendet ihre Arbeit: 392 Fälle, 303 Todesurteile.[5]
  10. 26.12.1862In Mankato werden 38 Dakota-Männer gehängt.[5]
  11. 16.02.1863Der Kongress erklärt alle Verträge mit den Dakota für aufgehoben.[13]
  12. Mai 1863Dampfschiffe bringen 1.300 Dakota nach Crow Creek im heutigen South Dakota.[8]
  13. 03.07.1863Taoyateduta (Little Crow) wird bei Hutchinson getötet.[10]
  14. 11.11.1865Sakpedan und Wakan Ozanzan werden bei Fort Snelling gehängt.[13]

Erinnerung heute

Clifford Canku aus der Sisseton-Wahpeton-Gemeinschaft der Dakota sagte 2010, neun Angehörige seiner Familie seien 1862 nach Fort Snelling gebracht worden; schon Dakota zu sein, habe als Schuld gegolten.[6] Die Prairie Island Indian Community erinnert an die Hinrichtung in Mankato und daran, dass der Kongress danach alle Verträge aufhob.[16] Die Shakopee Mdewakanton Sioux Community schreibt, die Dakota-Sprache sei vom Aussterben bedroht, weil sie ihr in der Zeit der Zwangsanpassung genommen wurde.[17]

Seit 2005 ritten jedes Jahr zum 26. Dezember überwiegend Menschen der Oceti Sakowin von South Dakota nach Mankato, um an die Gehängten zu erinnern. Die Idee zu diesem Dakota 38+2 Wokiksuye Ride, 330 Meilen lang, hatte Jim Miller; 2022 endete der offizielle Ritt im Reconciliation Park in Mankato. Gouverneur Tim Walz entschuldigte sich dort bei den Familien.[18]

Seit 2007 betreibt die Lower Sioux Indian Community die Gedenkstätte an der früheren Lower Sioux Agency gemeinsam mit der Minnesota Historical Society.[15] 2012 ersetzte die Gesellschaft drei Gedenktafeln mit veralteter Sprache, die neuen Texte prüften Dakota-Berater mit.[3] An der Stelle der Hinrichtung von Sakpedan und Wakan Ozanzan steht heute ein Hinweis bei Historic Fort Snelling.[10] Die Minnesota Historical Society nennt den Krieg U.S.-Dakota War of 1862; ältere Bücher wie Kenneth Carleys "The Sioux Uprising of 1862" sprachen vom Sioux-Aufstand.[1, 20] Die Lower Sioux Indian Community setzt das alte Wort "Outbreak" in Anführungszeichen.[14]

Karte

Die Kämpfe reichten über den Südwesten Minnesotas von der Lower Agency über New Ulm bis Fort Abercrombie am Red River.[1, 4] Die Karte zeigt Morton, zwei Meilen nördlich der heutigen Lower Sioux Indian Community, und Mankato, den Ort der Hinrichtung.[14, 21]

Karte: Orte des Dakota-Kriegs 1862 in Minnesota125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Dakota-Krieg 1862
Karte: Orte des Dakota-Kriegs 1862 in Minnesota
  1. 1Dakota-Krieg 1862 (Mankato, Minnesota, Ort der Hinrichtung vom 26. Dezember 1862) 44,17° N, 93,98° W[21]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Mehr zum Thema

Häufige Fragen

Wann begann der Dakota-Krieg?

Am 18. August 1862, einen Tag nachdem vier junge Dakota in Acton fünf Siedler getötet hatten. Die letzte Schlacht war am 23. September bei Wood Lake, am 26. September übergaben Dakota in Camp Release ihre Gefangenen.

Warum kam es zum Dakota-Krieg?

Mit den Verträgen von 1851 und 1858 hatten die Dakota fast ihr ganzes Land in Minnesota abgegeben. Im Sommer 1862 kamen die versprochenen Zahlungen zu spät, Händler gaben keinen Kredit mehr, und der Agent Thomas Galbraith weigerte sich laut Minnesota Historical Society zunächst, Lebensmittel zu verteilen. Viele Dakota hungerten.

Wie viele Menschen starben im Dakota-Krieg?

Die Minnesota Historical Society nennt mehr als 600 getötete Weiße, darunter gut 70 Soldaten; an anderer Stelle schreibt sie 400 bis 600. Britannica nennt etwa 400 Siedler und 70 Soldaten. Die Zahl der toten Dakota ist nicht verzeichnet, geschätzt werden 75 bis 100 Kämpfer.

Was geschah am 26. Dezember 1862 in Mankato?

In Mankato wurden 38 Dakota-Männer öffentlich gehängt, die größte Massenhinrichtung in der Geschichte der USA. Ein Militärgericht hatte 303 Männer zum Tod verurteilt, Präsident Abraham Lincoln ließ die Akten prüfen und bestätigte 39 Urteile; einer wurde kurz vorher begnadigt.

Wer war Little Crow?

Taoyateduta, bekannt als Little Crow, war ein Anführer der Mdewakanton-Dakota und hatte die Verträge von 1851 und 1858 mit ausgehandelt. Er führte die Kämpfenden im Krieg, obwohl er zunächst zögerte. Am 3. Juli 1863 erschossen ihn zwei Siedler, Vater und Sohn, bei Hutchinson.

Was geschah nach dem Krieg mit den Dakota?

Rund 1.600 Dakota, die nicht zum Tod oder zu Haft verurteilt waren, vor allem Frauen, Kinder und Alte, verbrachten den Winter in einem Lager bei Fort Snelling. 1863 hob der Kongress alle Verträge auf und ließ die Dakota aus Minnesota bringen, viele nach Crow Creek im heutigen South Dakota. Ab den 1880er Jahren kehrten Familien zurück.

Heißt es Dakota-Krieg oder Sioux-Aufstand?

Die Minnesota Historical Society nennt ihn U.S.-Dakota War of 1862. Ältere Darstellungen sprechen vom Sioux-Aufstand (Sioux Uprising), die Lower Sioux Indian Community setzt das alte Wort Outbreak in Anführungszeichen.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Peter DeCarlo: US-Dakota War of 1862 (MNopedia). Minnesota Historical Society. Stand 01.03.2022, geändert 13.07.2026. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Causes of the War. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  3. Nachschlagewerk The Acton Incident. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  4. Nachschlagewerk During the War. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Nachschlagewerk The Trials and Hanging. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  6. Nachschlagewerk Aftermath. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Forced Marches and Imprisonment. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Exile. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  9. Nachschlagewerk Minnesota Treaties. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  10. Nachschlagewerk Bounties. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  11. Nachschlagewerk Punitive Expeditions. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  12. Nachschlagewerk Frequently Asked Questions. The U.S.-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  13. Museum The US-Dakota War of 1862. Minnesota Historical Society, Historic Fort Snelling. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  14. Tribal Nation About Us. Lower Sioux Indian Community. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  15. Tribal Nation Historic Site. Lower Sioux Indian Community. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  16. Tribal Nation Prairie Island Indian Community History. Prairie Island Indian Community. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  17. Tribal Nation Culture and History. Shakopee Mdewakanton Sioux Community. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  18. Presse Ride to Remember: Dakota 38+2 riders end journey in Mankato. MPR News. Stand 26.12.2022. abgerufen am 24.10.2026
  19. Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the Great Plains, Abschnitte Intercultural contact, The Plains Wars. Encyclopaedia Britannica. Stand 29.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
  20. Fachaufsatz Gary Clayton Anderson: Myrick's Insult. A Fresh Look at Myth and Reality. Minnesota History 48, Nr. 5, S. 198 bis 206. Minnesota Historical Society. Stand Frühjahr 1983. abgerufen am 24.10.2026
  21. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Minnesota. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 24.10.2026

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