GeschichteEreignis

Der Große Sioux-Krieg 1876 bis 1877

Kurz erklärt Der Große Sioux-Krieg, auch Black-Hills-Krieg, war der Krieg der USA gegen Lakota und Northern Cheyenne, die auch nach dem Goldfund in den Black Hills außerhalb der Reservation lebten. Er begann im Februar 1876 mit dem Befehl an die Armee, umfasste im Juni 1876 die Schlacht am Little Bighorn und endete 1877 mit der Kapitulation der meisten Gruppen. Am 28. Februar 1877 nahm der Kongress den Lakota die Black Hills.

Hügeliges Grasland mit einem gewundenen, von Pappeln gesäumten Bach, am Horizont dunkle bewaldete Berge im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wie kam es zum Großen Sioux-Krieg?

Der Vertrag von Fort Laramie vom 29. April 1868 schuf die Große Sioux-Reservation im Westen des heutigen South Dakota und sprach sie samt den Black Hills den Lakota und ihren Verbündeten zur ausschließlichen Nutzung zu.[3, 4, 5] Das Land nördlich des North Platte und östlich der Bighorn Mountains blieb nicht abgetretenes Gebiet, in dem die Nationen jagen durften.[4, 5] Der Vertrag beendete Red Clouds Krieg am Bozeman Trail.[4, 10]

Sitting Bull hatte an den Verhandlungen nicht teilgenommen und fühlte sich an den Vertrag nicht gebunden. Damit spalteten sich die Lakota laut National Park Service in zwei Lager: Die einen folgten Red Cloud und Spotted Tail in die Reservation, die anderen lebten mit Sitting Bull weiter wie bisher.[10] Auch Crazy Horse lehnte die Reservation ab und unterschrieb keinen Vertrag.[3, 9]

Am 2. Juli 1874 brach Lieutenant Colonel George Armstrong Custer von Fort Abraham Lincoln mit fast 1.000 Soldaten und Fuhrleuten zu einer Expedition in die Black Hills auf. Bis Mitte August bestätigte sie dort Gold, und Zeitungen im ganzen Land berichteten davon.[4] Den Weg der Expedition nannte ein Anführer namens Fast Bear später "that thieves' road", die Straße der Diebe.[4] Mit dem Goldrausch in den Black Hills drangen Goldsucher und Unternehmer in die Reservation ein, obwohl der Vertrag das verbot.[3] Anfangs sollte die Armee sie fernhalten. Im November 1875 entschied Präsident Ulysses S. Grant laut dem Obersten Gerichtshof, das Militär solle sich den Bergleuten nicht mehr widersetzen; die Entscheidung sollte vertraulich bleiben.[4]

1875 versuchte eine Kommission unter William B. Allison, die Black Hills zu kaufen. Die Lakota wollten nicht unter 70 Millionen Dollar verkaufen; die Kommission bot eine jährliche Pacht von 400.000 Dollar oder 6 Millionen Dollar für die Abtretung. Die Verhandlungen scheiterten.[4] Am 6. Dezember 1875 wies der Commissioner of Indian Affairs, der für die Beziehungen zu den Nationen zuständige Beamte, die Agenten an, allen Gruppen außerhalb der Reservation mitzuteilen, sie müssten bis zum 31. Januar 1876 zu den Agencies zurückkehren, sonst gälten sie als "feindlich". Mitten im Winter war das laut dem Obersten Gerichtshof unmöglich.[4] Am 1. Februar 1876 übergab das Innenministerium die Sache dem Kriegsministerium, und am 8. Februar meldete General Philip Sheridan den Generälen Alfred Terry und George Crook, das Kriegsministerium habe Operationen angeordnet.[2, 4]

Hänge mit Ponderosa-Kiefern über einer Bergwiese mit klarem Bach in den Black Hills, warmes Nachmittagslicht
Kiefernwälder in den Black Hills. Der Vertrag von 1868 sprach das Gebirge den Lakota zu, der Goldfund von 1874 brachte die Goldsucher. Bild: KI-generiert

Woher hat der Krieg seinen Namen?

Der National Park Service nennt den Krieg Great Sioux War oder Black Hills War, also Großer Sioux-Krieg oder Krieg um die Black Hills; eine andere Seite des National Park Service spricht vom Sioux-Krieg von 1876 bis 1877.[1, 9] "Sioux" ist ein Sammelname, den heute mehrere Nationen in ihrem offiziellen Namen führen, etwa die Standing Rock Sioux Tribe.[11] Gekämpft haben vor allem Gruppen der Lakota und die Northern Cheyenne; der National Park Service nennt unter den Nationen, deren Jagdgebiete die Goldsucher betraten, auch Dakota und Arapaho.[1, 7] Die Encyclopedia of the Great Plains zählt den Krieg zu den Sioux-Kriegen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vom Grattan-Massaker 1854 bis Wounded Knee 1890.[7]

Wer kämpfte im Großen Sioux-Krieg?

Auf der Seite der Nationen standen die Gruppen, die den Vertrag nicht anerkannten oder im nicht abgetretenen Gebiet jagten.[4, 10] Die Encyclopedia of the Great Plains beschreibt sie als lose unter Sitting Bull verbunden, in kleinen Winterlagern im Gebiet des Powder River im Südosten Montanas und Nordwesten Wyomings.[7] Sitting Bull war ein Anführer der Hunkpapa-Lakota, Crazy Horse der Oglala-Lakota.[9, 10] Mit ihnen zogen die Northern Cheyenne, die sich selbst Tsistsistas nennen.[8, 13] Zu ihren Anführern gehörten Two Moons, Little Wolf und Dull Knife, dessen Name bei den Cheyenne Morning Star war.[2, 8]

General Sheridan setzte drei Kolonnen in Marsch. Colonel John Gibbon zog mit 450 Mann von Fort Ellis bei Bozeman los, General George Crook Ende Mai mit rund 1.000 Mann von Fort Fetterman in Wyoming und General Alfred Terry mit 879 Mann von Fort Abraham Lincoln bei Bismarck, die meisten davon das 7. Kavallerieregiment unter Custer.[3] Jede Kolonne sollte allein mit den 800 bis 1.500 Kriegern fertig werden, die man erwartete.[3] Die Armee warb Scouts an: am 10. April 1876 fünfundzwanzig Crow für Gibbon, zwischen dem 26. April und dem 9. Mai dreißig Arikara.[2] Die Crow standen im Krieg auf der Seite der Armee, als Scouts und Führer.[14]

Was geschah 1876?

Powder River und Rosebud

Im März 1876 überfiel ein Teil von Crooks Truppe unter Colonel Joseph J. Reynolds ein Lager von Cheyenne und Lakota im Tal des Powder River, zog sich aber zurück, ohne den Vorteil zu nutzen.[6] Lakota und Cheyenne hielten im Juni einen Sonnentanz ab, laut Chronologie des National Park Service vom 4. bis 7. Juni bei den Deer Medicine Rocks, laut der Seite des National Park Service zu Sitting Bull in der Mitte des Monats; Sitting Bull sah dabei in einer Vision Soldaten in sein Lager fallen.[2, 10]

Am 17. Juni 1876 griffen Lakota unter Crazy Horse und Cheyenne unter Two Moons Crooks Kolonne am Rosebud Creek an.[2] Die Zahl der Krieger gibt die Armeegeschichte mit etwa 1.500 an, die Seite des National Park Service zu Crazy Horse mit mehr als 1.200; Crook hatte rund 1.000 Mann und etwa 300 indigene Verbündete und Zivilisten.[6, 9] Nach sechs Stunden war das Gefecht vorbei. Neun Soldaten und 13 Krieger wurden laut National Park Service getötet, und Crow- und Shoshone-Scouts bewahrten die Armee vor größeren Verlusten.[2] Crook behielt das Feld, zog sich aber zu seinem Lager am Goose Creek beim heutigen Sheridan zurück. Taktisch konnte nach der Armeegeschichte keine Seite einen klaren Sieg beanspruchen; Crooks Rückzug gab dem Gefecht aber den Anschein einer Niederlage der Armee, zumal sein weiterer Vormarsch die Ereignisse am Little Bighorn hätte beeinflussen können.[2, 6] Die Seite des National Park Service zu Crazy Horse spricht von einem Sieg über Crook, die Encyclopedia of the Great Plains davon, dass die Lakota Crooks Kolonne zurückschlugen.[7, 9] Die Chronologie des National Park Service nennt es auch die Schlacht, in der die Schwester ihren Bruder rettete.[2]

Breites Tal mit einem gewundenen Bach zwischen Salbeihängen und grasbewachsenen Hügeln, vereinzelte Kiefern auf den Kämmen, Sommerdunst unter weitem Himmel
Hügelland am Rosebud Creek im Süden des heutigen Montana. Am 17. Juni 1876 griffen Lakota und Cheyenne hier Crooks Kolonne an. Bild: KI-generiert

Little Bighorn

Am 25. und 26. Juni 1876 besiegten Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho am Little Bighorn River das 7. Kavallerieregiment.[3] Das Lager zählte nach heutigen Schätzungen laut National Park Service rund 8.000 Menschen mit 1.500 bis 1.800 Kriegern; die Seite des National Park Service zu Sitting Bull nennt rund 7.000 Lakota und Cheyenne.[3, 10] Custers fünf Kompanien mit 210 Mann starben vollständig.[3] Insgesamt nennt die Chronologie des National Park Service 268 getötete Soldaten, Zivilisten und Scouts der 7. Kavallerie und geschätzt 60 bis 100 tote Lakota und Cheyenne.[2] Den Ablauf schildert die Seite zur Schlacht am Little Bighorn. Am 6. Juli erreichte die Nachricht die Generäle Sherman und Sheridan auf der Centennial Exposition in Philadelphia, der Ausstellung zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit.[2]

Sommer und Herbst 1876

Für die Lakota und Cheyenne blieb der Sieg laut National Park Service ein kurzer Erfolg: Die USA schickten mehr Truppen, um die Nationen in die Reservation zu zwingen.[3] Die großen Lager zerstreuten sich in kleinere Gruppen.[7, 9] Am 15. August 1876 wurden die Lakota und Cheyenne, die in der Reservation geblieben waren, entwaffnet und ihre Pferde abgenommen.[2] Am selben Tag beschloss der Kongress, dass es für die Versorgung der Lakota keine Mittel mehr geben sollte, solange sie nicht ihre Jagdgebiete außerhalb der Reservation und die Black Hills abtraten.[4] Die Chronologie des National Park Service fasst den Tag kürzer: Der Kongress stimme dafür, die Black Hills zu nehmen.[2] Das Gesetz, das die Black Hills von der Reservation trennte, ist nach dem Obersten Gerichtshof das vom 28. Februar 1877.[4]

Am 9. September 1876 griff Captain Anson Mills bei Slim Buttes ein Lager von 37 Familienzelten unter dem Oglala American Horse an; drei Soldaten und etwa ein Dutzend Lakota starben, darunter American Horse.[2] Am 15. Oktober überfiel Sitting Bull mit 400 bis 600 Kriegern einen Wagenzug der Armee auf dem Weg zum Lager am Tongue River und verlangte am nächsten Tag unter einer Parlamentärflagge, die Armee solle das Land der Lakota verlassen. Colonel Nelson A. Miles verfolgte ihn, und am 21. Oktober kam es zum Gefecht am Cedar Creek.[2]

Am 25. November 1876 griff Colonel Ranald S. Mackenzie das Hauptlager der Northern Cheyenne am Red Fork des Powder River an, etwa 20 Meilen westlich des heutigen Kaycee in Wyoming. Die Cheyenne nannten den Ort Willow Creek.[8] Im Lager standen 173 Zelte, die Zahl der Menschen wird auf 900 bis 1.200 geschätzt. Mackenzie hatte 700 Kavalleristen und mehr als 400 indigene Scouts, darunter Lakota und Arapaho, Pawnee und Shoshone.[8] Die Armee verlor einen Offizier und sechs Soldaten. Die Cheyenne schätzten ihre Toten auf 40 und die Verwundeten auf doppelt so viele.[8] Zelte, Wintervorräte und viele Kulturgüter verbrannten oder fielen den Soldaten in die Hände. In der ersten Nacht der Flucht in die Berge erfroren laut WyoHistory elf Säuglinge.[8] Nach WyoHistory traf der Angriff die Cheyenne härter als die Schlacht am Little Bighorn.[8]

Verschneites Flusstal in hügeligem Vorland unter grauem Winterhimmel, kahle Pappeln an einem zugefrorenen Bach, vom Wind verwehter Schnee über Salbeibüschen
Winterlandschaft im Vorland der Bighorn Mountains. Im Winter 1876 bis 1877 verfolgte die Armee die Gruppen der Lakota und Cheyenne bis in ihre Winterlager. Bild: KI-generiert

Wie endete der Große Sioux-Krieg?

Crazy Horse wollte weder in die Reservation noch nach Kanada und schlug sein Winterlager am Tongue River auf. Am 8. Januar 1877 griff er die Truppen von Colonel Miles in der Schlacht am Wolf Mountain an, laut Chronologie des National Park Service in eisiger Kälte und im Schneesturm. Die Seite des National Park Service zu Crazy Horse nennt das eine Niederlage, die Chronologie einen Rückzug nach heftigem Gefecht, WyoHistory ein Unentschieden.[2, 8, 9] Danach hielt er eine Kapitulation für unvermeidlich.[9] Am 22. April 1877 ergaben sich 300 Cheyenne unter Two Moons und Hump von den Miniconjou-Lakota bei Colonel Miles.[2]

Im Mai 1877 führte Crazy Horse mehr als 1.100 Menschen nach Camp Robinson in Nebraska, um sich zu ergeben, laut Chronologie des National Park Service am 6., laut der Seite des National Park Service zu Crazy Horse am 7. Mai. Der Posten hieß bis Juni 1878 Camp Robinson; die Seiten des National Park Service schreiben Fort Robinson.[2, 9, 16] Am 7. Mai besiegte Miles beim heutigen Ort Lame Deer in Montana eine Gruppe von Miniconjou-Lakota unter Lame Deer und Iron Star.[2] Am 5. September 1877 wurde Crazy Horse in Camp Robinson bei seiner Festnahme niedergestochen und starb am Abend.[2, 9, 16]

Sitting Bull ging mit seinen Anhängern nach Kanada, laut der Chronologie im Mai 1877, laut der Seite des National Park Service zu Sitting Bull im Herbst 1877. Die Encyclopedia of the Great Plains nennt im Artikel über die Sioux-Kriege bis zu 2.000 Anhänger, im Artikel über Sitting Bull etwa 400, die bis Mai 1877 in Saskatchewan Zuflucht gesucht hatten.[2, 7, 10, 15] Am 17. Oktober 1877 lehnten die Anführer der Lakota in Fort Walsh in Saskatchewan die Rückkehr gegenüber General Terry ab.[2] Hunger und Krankheit trieben immer mehr Familien zurück in die USA. Am 19. Juli 1881 kam Sitting Bull mit 43 Familien nach Fort Buford im Dakota-Territorium und ergab sich am Tag darauf.[2, 10]

Die Quellen setzen das Ende verschieden an. Der National Park Service schreibt, er habe erst geendet, als sich die letzten Gruppen Ende 1877 ergaben, nachdem die Armee ihre Jagdgebiete besetzt hatte und die Regierung Grant sie mit harten Maßnahmen zwang.[1] Für die Encyclopedia of the Great Plains begann mit den Ereignissen von 1877 die Zeit der Reservationen; nach Sitting Bulls Rückkehr 1881 lebten alle Gruppen der Lakota in Reservationen.[7]

Gefechte des Großen Sioux-Kriegs nach Quellen
GefechtDatumBeteiligteTote laut Quelle
Powder RiverMärz 1876[6]Truppe unter Reynolds gegen ein Lager von Cheyenne und Lakota[6]keine Zahl in der Quelle[6]
Rosebud Creek17. Juni 1876[2]Lakota unter Crazy Horse und Cheyenne unter Two Moons gegen Crook[2]9 Soldaten, 13 Krieger[2]
Little Bighorn25. und 26. Juni 1876[2]Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho gegen das 7. Kavallerieregiment[3]268 Soldaten, Zivilisten und Scouts, geschätzt 60 bis 100 Lakota und Cheyenne[2]
Slim Buttes9. September 1876[2]Truppe unter Anson Mills gegen das Lager von American Horse[2]3 Soldaten, etwa 12 Lakota[2]
Cedar Creek21. Oktober 1876[2]Miles gegen Lakota und Cheyenne[2]keine Zahl in der Quelle[2]
Red Fork des Powder River25. November 1876[8]Mackenzie mit Scouts gegen das Lager der Northern Cheyenne[8]7 der Armee, nach Schätzung der Cheyenne 40 Cheyenne[8]
Wolf Mountain8. Januar 1877[2]Miles mit etwa 300 Infanteristen gegen Crazy Horse[2]keine Zahl in der Quelle[2]
Lame Deer7. Mai 1877[2]Miles gegen Miniconjou unter Lame Deer und Iron Star[2]keine Zahl in der Quelle[2]

Wie verloren die Lakota die Black Hills?

Im September 1876 kam die Kommission unter George Manypenny in die Reservation. Sie brachte einen fertigen Vertragstext mit: Die Lakota sollten die Black Hills, das Land westlich des 103. Längengrads und ihre Jagdrechte abtreten und bekamen dafür Lebensmittel, solange sie sie zum Überleben brauchten.[4] Der Vertrag von 1868 verlangte für jede Abtretung die Unterschrift von drei Vierteln der erwachsenen Männer.[5] Die Kommission legte den Text nur Anführern vor, und laut dem Obersten Gerichtshof unterschrieben ihn nur 10 Prozent der erwachsenen Männer.[4]

Am 28. Februar 1877 setzte der Kongress die "Vereinbarung" als Gesetz in Kraft (19 Stat. 254). Es trennte mehr als 7 Millionen Acres mit den Black Hills von der Reservation, nahm die Jagdrechte im nicht abgetretenen Gebiet und erlaubte drei Wagenstraßen durch die Reservation.[4] Die Standing Rock Sioux Tribe hält fest, dass die USA die Zustimmung von drei Vierteln nie bekommen haben.[11] Ob die Abtretung eine Antwort auf den Little Bighorn war, sehen die Quellen verschieden: Die Encyclopedia of the Great Plains nennt das Gesetz von 1877 eine Vergeltung für die Niederlage. Der Oberste Gerichtshof schreibt, der zeitliche Ablauf beim Gesetz vom August 1876, mit dem die Forderung nach der Abtretung begann, stütze diese Sicht nicht unbedingt.[4, 7]

Die Lakota klagten über Jahrzehnte. Am 30. Juni 1980 bestätigte der Oberste Gerichtshof, das Gesetz von 1877 sei eine Enteignung gewesen. Den Marktwert der Black Hills von 1877 hatte die Indian Claims Commission auf 17,1 Millionen Dollar festgesetzt. Das Court of Claims, ein Bundesgericht für Ansprüche gegen die USA, sprach dazu 5 Prozent Zinsen im Jahr seit 1877 zu.[4] Das Urteil zitiert das Court of Claims mit diesem Satz:[4]

Ein reiferer und krasserer Fall unehrenhaften Handelns wird sich in unserer Geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach nie finden.

Court of Claims der USA, 1975, zitiert vom Obersten Gerichtshof (Auszug), zitiert in United States v. Sioux Nation of Indians, 448 U.S. 371 (1980); Original 207 Ct.Cl. 234, 241 Übersetzung der Redaktion[4]

Bis 2011 hatten die neun beteiligten Nationen das Geld laut PBS nicht angenommen; die Summe lag da bei mehr als einer Milliarde Dollar. Der Anwalt Mario Gonzalez, Oglala Sioux, nennt die Black Hills im Beitrag von PBS das spirituelle Zentrum der Sioux, und viele lehnen es ab, sie gegen Geld aufzugeben.[12] Die Standing Rock Sioux Tribe erklärt, ihre Rechte aus den Verträgen von 1851 und 1868 gälten heute so wie am Tag der Unterzeichnung.[11] Der Streit um die Black Hills ist laut den National Archives bis heute nicht beigelegt.[5]

Welche Folgen hatte der Krieg?

Wer sich ergab, kam in die Reservation, ohne Waffen und Pferde, und war laut dem Obersten Gerichtshof ganz auf die Rationen der Regierung angewiesen.[4] Das Gesetz von 1877 machte die Rationen davon abhängig, dass die Kinder zur Schule gingen und die Erwachsenen auf geeignetem Land arbeiteten.[4] Die Nationen verloren das Powder River Country und die Black Hills; der Krieg zeichnete die Karte der nördlichen Plains laut National Park Service neu.[1, 4]

Für die Northern Cheyenne ging die Not weiter. Nach dem Angriff am Red Fork waren sie fast zwei Wochen unterwegs, bis sie das Lager von Crazy Horse erreichten. Ihr Zustand überzeugte laut WyoHistory viele Lakota, dass sie ihren Familien dasselbe Schicksal nicht zumuten konnten.[8] Dull Knife wurde später eine Hauptfigur des Ausbruchs aus Fort Robinson 1879, den die Seite über die Cheyenne schildert.[8] Am 10. April 1882 verbot die Regierung laut Chronologie des National Park Service alle traditionellen Bräuche und religiösen Handlungen der Lakota.[2] Der Bericht des Commissioner of Indian Affairs nennt denselben Tag, aber das Jahr 1883: Damals billigte der Innenminister die Regeln, die unter anderem den Sonnentanz verboten.[17] Den Geistertanz und das Massaker von Wounded Knee 1890 rechnet die Encyclopedia of the Great Plains noch zu den Sioux-Kriegen.[7]

Zeitleiste

Zeitleiste: Großer Sioux-Krieg
  1. 02.07.1874Custers Expedition bricht von Fort Abraham Lincoln in die Black Hills auf; bis Mitte August bestätigt sie Gold.[4] Goldrausch in den Black Hills
  2. 06.12.1875Der Commissioner of Indian Affairs setzt die Frist: Wer bis zum 31. Januar 1876 nicht zurückkehrt, gilt als "feindlich".[4]
  3. 01.02.1876Das Innenministerium übergibt die Sache dem Kriegsministerium.[2, 4]
  4. März 1876Truppen unter Colonel Joseph J. Reynolds überfallen ein Lager von Cheyenne und Lakota am Powder River.[6]
  5. 17.06.1876Gefecht am Rosebud Creek: Lakota und Cheyenne greifen die Kolonne von General George Crook an.[2]
  6. 25.06.1876Schlacht am Little Bighorn: Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho besiegen das 7. Kavallerieregiment.[2, 3] Schlacht am Little Bighorn
  7. 15.08.1876Der Kongress sperrt die Versorgung, bis die Lakota die Black Hills abtreten; die Lakota in der Reservation werden entwaffnet.[2, 4]
  8. 09.09.1876Gefecht bei Slim Buttes: Truppen unter Captain Anson Mills greifen das Lager von American Horse an.[2]
  9. 21.10.1876Gefecht am Cedar Creek zwischen Colonel Nelson A. Miles und Lakota und Cheyenne.[2]
  10. 25.11.1876Colonel Ranald S. Mackenzie zerstört das Hauptlager der Northern Cheyenne am Red Fork des Powder River.[8] Cheyenne
  11. 08.01.1877Schlacht am Wolf Mountain: Crazy Horse greift Colonel Miles an und zieht sich nach heftigem Gefecht zurück.[2, 9] Crazy Horse
  12. 28.02.1877Gesetz 19 Stat. 254: Der Kongress trennt die Black Hills von der Großen Sioux-Reservation.[4] Black Hills
  13. Mai 1877Crazy Horse ergibt sich mit mehr als 1.100 Menschen in Camp Robinson, beim NPS Fort Robinson (laut NPS am 6. oder 7. Mai).[2, 9, 16] Crazy Horse
  14. 05.09.1877Crazy Horse wird in Camp Robinson bei seiner Festnahme tödlich verwundet.[2, 9, 16] Crazy Horse
  15. 20.07.1881Sitting Bull ergibt sich in Fort Buford.[2, 10] Sitting Bull
  16. 30.06.1980Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigt, dass das Gesetz von 1877 eine Enteignung war.[4] Black Hills

Erinnerung heute

Das Schlachtfeld am Little Bighorn im Süden Montanas betreut heute der National Park Service; wie dort an die Toten beider Seiten erinnert wird, schildert die Seite zur Schlacht am Little Bighorn.[3] 2023 gab das American Battlefield Protection Program des National Park Service dem American Battlefield Trust einen Zuschuss, um mit den Denkmalbehörden von vier Bundesstaaten und der Nationen die Schlachtfelder des Großen Sioux-Kriegs zu untersuchen; die Sicht der indigenen Nationen soll dabei vorn stehen.[1]

Für Orte kennen die Quellen weitere Namen: Die Encyclopedia of the Great Plains nennt die Black Hills Paha Sapa und den Little Bighorn River Greasy Grass.[7] Laut PBS wollten die neun Nationen 2011 erreichen, dass ihnen Teile des Landes zurückgegeben werden; ein Anwalt der Nationen nannte mehr als eine Million Acres Bundesland in den Black Hills als gemeinsames Eigentum.[12]

Karte

Gekämpft wurde vor allem im Südosten des Montana-Territoriums und im Norden des heutigen Wyoming; dazu kamen die Black Hills im Dakota-Territorium, die Agencies in Nebraska mit Camp Robinson und am Ende die Flucht nach Kanada.[2, 7, 8]

Karte: Schauplätze des Großen Sioux-Kriegs125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Schlacht am Little Bighorn2Black Hills
Karte: Schauplätze des Großen Sioux-Kriegs
  1. 1Schlacht am Little Bighorn (Little Bighorn Battlefield National Monument) 45,57° N, 107,43° W[18]
  2. 2Black Hills (Black Elk Peak, höchster Gipfel der Black Hills, South Dakota) 43,87° N, 103,53° W[19]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Nach dem Sieg am Little Bighorn ging der Krieg weiter; den Verlust der Black Hills besiegelte erst das Gesetz vom Februar 1877.[3, 4]

Der Große Sioux-Krieg im Film

Häufige Fragen

Wann war der Große Sioux-Krieg?

Am 1. Februar 1876 übergab das Innenministerium die Sache dem Kriegsministerium, die ersten Gefechte folgten im März 1876. Die meisten Gruppen ergaben sich innerhalb eines Jahres nach der Schlacht am Little Bighorn; nach dem National Park Service endete der Krieg erst mit der Kapitulation der letzten Gruppen Ende 1877. Sitting Bull kehrte erst 1881 aus Kanada zurück.

Warum kam es zum Großen Sioux-Krieg?

Nach dem Goldfund von 1874 drangen Goldsucher in die Black Hills ein, die der Vertrag von 1868 den Lakota zugesprochen hatte. Die Lakota lehnten einen Verkauf ab. Die Regierung verlangte, dass sich alle Gruppen bis zum 31. Januar 1876 in der Reservation meldeten, sonst gälten sie als "feindlich", und schickte dann die Armee.

Welche Gefechte gehören zum Großen Sioux-Krieg?

Unter anderem der Angriff am Powder River im März 1876, das Gefecht am Rosebud am 17. Juni, die Schlacht am Little Bighorn am 25. und 26. Juni, Slim Buttes am 9. September, Cedar Creek am 21. Oktober, der Angriff auf das Lager der Northern Cheyenne am Red Fork am 25. November 1876 und Wolf Mountain am 8. Januar 1877.

Wer gewann den Großen Sioux-Krieg?

Am Little Bighorn siegten Lakota und Cheyenne. Am Rosebud sieht die Armeegeschichte keinen klaren Sieger, die Seite des National Park Service zu Crazy Horse spricht von einem Sieg über Crook. Danach verfolgte die Armee die Gruppen den Winter über. Bis 1877 hatten sich die meisten ergeben, und die USA nahmen per Gesetz die Black Hills. Damit begann laut Encyclopedia of the Great Plains die Zeit der Reservationen.

Was geschah mit den Black Hills?

Eine Kommission legte 1876 eine Abtretung vor, die nur 10 Prozent der erwachsenen Männer unterschrieben; der Vertrag von 1868 verlangte drei Viertel. Der Kongress setzte sie am 28. Februar 1877 als Gesetz um. 1980 sah der Oberste Gerichtshof darin eine Enteignung und sprach eine Entschädigung samt Zinsen zu.

Was wurde aus Sitting Bull und Crazy Horse?

Crazy Horse ergab sich im Mai 1877 mit mehr als 1.100 Menschen in Camp Robinson in Nebraska (beim National Park Service Fort Robinson) und wurde dort am 5. September 1877 bei seiner Festnahme tödlich verwundet. Sitting Bull ging nach Kanada und ergab sich am 20. Juli 1881 in Fort Buford.

Haben die Lakota das Geld für die Black Hills angenommen?

Nein. Laut PBS hatten die neun beteiligten Nationen das Geld bis 2011 nicht genommen, die Summe war auf mehr als eine Milliarde Dollar angewachsen. Der Anwalt Mario Gonzalez nennt die Black Hills in dem Beitrag das spirituelle Zentrum der Sioux, und viele lehnen es ab, sie gegen Geld aufzugeben.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Fighting for the Black Hills: Understanding Indigenous Perspectives on the Great Sioux War of 1876-1877. National Park Service, American Battlefield Protection Program. Stand 26.07.2023. abgerufen am 24.10.2026
  2. Amtliche Stelle A Chronology of the Battle of the Little Bighorn and Aftermath. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
  3. Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  4. Gesetz und Vertrag United States v. Sioux Nation of Indians, 448 U.S. 371 (1980). Supreme Court of the United States, Text beim Legal Information Institute der Cornell Law School. Stand 30.06.1980. abgerufen am 24.10.2026
  5. Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
  6. Amtliche Stelle American Military History, Kapitel 14: Winning the West. The Army in the Indian Wars, 1865 to 1890. U.S. Army Center of Military History, Army Historical Series. Stand Seite aktualisiert 27.04.2001. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Carole A. Barrett: Sioux Wars. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  8. Nachschlagewerk Gerry Robinson: The Dull Knife Fight, 1876: Troops Attack a Cheyenne Village on the Red Fork of Powder River. WyoHistory.org. Stand 08.11.2014. abgerufen am 24.10.2026
  9. Amtliche Stelle Crazy Horse (tashunka witco). National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  10. Amtliche Stelle Sitting Bull. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  11. Tribal Nation History. Standing Rock Sioux Tribe. Stand 23.09.2021. abgerufen am 24.10.2026
  12. Presse For Great Sioux Nation, Black Hills Can't Be Bought for $1.3 Billion. PBS NewsHour. Stand 24.08.2011. abgerufen am 24.10.2026
  13. Nachschlagewerk John H. Moore: Cheyenne, Southern. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
  14. Amtliche Stelle Chronology of Bighorn Canyon History Part Two 1864-1968. National Park Service, Bighorn Canyon National Recreation Area. Stand 24.02.2015. abgerufen am 24.10.2026
  15. Nachschlagewerk Carole A. Barrett: Sitting Bull (ca. 1831-1890). Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
  16. Archiv Fort Robinson, Nebraska: Records, RG0501 (Findbuch mit Historical Note). History Nebraska (Nebraska State Historical Society). Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  17. Primärquelle Report of the Commissioner of Indian Affairs 1883, S. 10 bis 11 (Auszug, H.Ex.Doc. 1, Pt. 5, Vol. 2, Serial Set 2191). Government Printing Office; Abschrift University of Idaho Library. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle Directions. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 27.10.2026

Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.

Passt dazu

  • GeschichteSchlacht am Little Bighorn 1876

    Im Juni 1876 besiegten Lakota und Cheyenne am Little Bighorn die 7.

  • GeschichteNez-Perce-Krieg 1877

    Von Juni bis Oktober 1877 flohen Gruppen der Nez Perce vor der US-Armee bis kurz vor Kanada.

  • GeschichteRed-River-Krieg 1874 bis 1875

    Von Juni 1874 bis Frühjahr 1875 zwang die US-Armee Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho in die Reservate.

  • Orte und NaturOrte und Natur

    Städte, Forts, Geisterstädte, Landschaften und Nationalparks des Wilden Westens mit Geschichte und Karte.