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Der Red-River-Krieg

Kurz erklärt Der Red-River-Krieg war laut Handbook of Texas eine Reihe von Gefechten zwischen der US-Armee und Kiowa, Comanche, Southern Cheyenne und Southern Arapaho von Juni 1874 bis ins Frühjahr 1875, vor allem im Texas Panhandle. Als Beginn gilt der Angriff auf die Bisonjäger bei Adobe Walls am 27. Juni 1874, als Ende die Kapitulation der Quahadi-Comanche unter Quanah Parker am 2. Juni 1875 in Fort Sill. Eine Gesamtzahl der Toten nennen die Quellen nicht.

Rote und ockerfarbene Felswände eines weiten Canyons mit Wacholderbüschen am Grund im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wie kam es zum Red-River-Krieg?

Im Oktober 1867 verhandelte eine Friedenskommission der USA am Medicine Lodge Creek mit den Nationen der südlichen Plains. Der Ort liegt nach dem Bericht von Cruse etwa 85 Meilen südlich von Fort Larned in Kansas, der Vertragstext nennt siebzig Meilen.[8, 25] Der Vertrag von Medicine Lodge wies Comanche und Kiowa ein Reservat im Südwesten des Indianer-Territoriums zu, Cheyenne und Arapaho eines weiter nördlich, beide im Westen des heutigen Oklahoma.[8, 9] Die Regierung versprach Gewehre und Munition für die Jagd, Saatgut, Schulen, einen Arzt und dreißig Jahre lang jährliche Lieferungen, die Nationen sollten dafür ihre Angriffe einstellen. Außerdem behielten sie das Recht, südlich des Arkansas River zu jagen, "so long as the buffalo may range thereon" (solange die Bisons dort umherziehen).[8]

Laut Handbook of Texas hielt die Bundesregierung ihre Zusagen nicht ein. Die Rationen fielen zu knapp aus oder blieben ganz aus, Waffen- und Alkoholschmuggler wurden nicht aufgehalten, und weiße Viehdiebe aus Kansas und Texas, die im Indianer-Territorium Tiere der Nationen stahlen, wurden meist nicht einmal verfolgt.[1] Die beiden zuständigen Agenten, die Quäker James M. Haworth in Fort Sill und John D. Miles in Darlington, versuchten zu helfen, bekamen aber weder von der Armee noch vom Office of Indian Affairs in Washington Unterstützung.[1] Die Oklahoma Historical Society betont daneben, dass manche Gruppen weiter Überfälle unternahmen und die Reservate als Rückzugsort nutzten. Die Kiowa-Anführer Satanta und Big Tree kamen wegen eines Überfalls von 1871 in Haft, 1872 nahm die Armee 124 Frauen und Kinder der Comanche gefangen. Nachdem alle Gefangenen 1873 freigekommen waren, nahmen die Überfälle zu.[2]

Das Ende der Bisonherden

Im Herbst 1870 begann Josiah Wright Mooar, Bisons für den Handel mit Häuten zu jagen, und binnen Monaten folgten ihm Hunderte Jäger. Mittelpunkt des Geschäfts wurde Dodge City in Kansas.[8] Allein 1873 fuhren die drei Eisenbahnlinien der Stadt laut dem Antrag zum National Register über 750.000 Häute ab; für 1872 bis 1874 nennt er 4.373.730 getötete Bisons, nur nach den Bahntransporten gerechnet.[8] Die Armee setzte das Verbot des Vertrags, das Land der Nationen zu betreten, nicht durch, und zwischen 1872 und 1874 rotteten Berufsjäger aus Dodge City die Herden im Reservat der Cheyenne und Arapaho aus.[1] Die große südliche Herde der Bisons, nach Texas Beyond History die Lebensgrundlage der Nationen der südlichen Plains, war in nur vier Jahren, von 1874 bis 1878, fast vernichtet.[9]

Im Frühjahr 1874 zogen die Jäger gemeinsam nach Süden in den Texas Panhandle. Der Händler A. C. Myers eröffnete dort einen Handelsposten mit Palisade, etwa eine Meile von den Lehmziegelruinen entfernt, die Adobe Walls hießen.[3, 8] Ohne Rationen und ohne Wild waren die vier Nationen laut Handbook in einer verzweifelten Lage.[1] Der Comanche Isa-tai, den Texas Beyond History einen Propheten der Quahadi nennt, rief zu einem Sonnentanz auf, obwohl diese Zeremonie zuvor nicht zur Religion der Comanche gehört hatte.[1, 2, 9] Bei dem Treffen warben er und der junge Kriegsführer Quanah Parker von den Quahadi Krieger für Rachezüge nach Texas an. Isa-Rose (White Wolf) und Tabananica, Anführer der Yapparika, hielten die Händler mit den Häuten für die eigentliche Gefahr und rieten, wenn überhaupt, sie anzugreifen.[1]

Bisonherde auf kurzem, goldgelbem Präriegras unter weitem Himmel, in der Ferne flache Hügel im warmen Nachmittagslicht
Bisons auf der Prärie. Sie waren die Lebensgrundlage der Nationen der südlichen Plains. Bild: KI-generiert

Wer kämpfte im Red-River-Krieg?

Auf der einen Seite standen Krieger der Comanche, der Kiowa, der Southern Cheyenne und der Southern Arapaho.[1] Die Comanche nennen sich in ihrer Sprache Nʉmʉnʉʉ (Numunuu), "die Menschen"; die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen ihre Völker Tsistsistas und Hinono'ei.[16, 19] Von den fünf großen Gruppen der Comanche beteiligten sich laut Oklahoma Historical Society vor allem die Kwahadi (Quahadi) und die Yamparika.[2] Nach dem Angriff auf Adobe Walls verließen bis zu 5.000 Menschen verschiedener Nationen die Reservate und zogen in ihre Jagdgebiete im Westen des Indianer-Territoriums und im Texas Panhandle.[2]

Nicht alle schlossen sich an. Die meisten Kiowa folgten im Juli 1874 Kicking Bird zurück zur Agentur.[1] Wie lange die Cheyenne kämpften, beschreiben die Quellen verschieden: Nach einer Seite des National Park Service beteiligten sie sich nur kurz und kehrten nach Adobe Walls ins Reservat zurück. Nach dem Handbook of Texas kämpften Cheyenne dagegen noch im Palo Duro Canyon und am McClellan Creek und ergaben sich erst im März 1875.[1, 6, 20]

Auf der anderen Seite stand die US-Armee. Den Plan entwarfen General William T. Sherman und Lieutenant General Philip H. Sheridan, Befehlshaber der Military Division of the Missouri, zu der das Kampfgebiet gehörte.[1, 21] Fünf Kolonnen rückten aus verschiedenen Richtungen vor: Colonel Nelson A. Miles von Fort Dodge in Kansas, Lieutenant Colonel John W. Davidson von Fort Sill, Colonel Ranald S. Mackenzie mit der 4. Kavallerie von Fort Concho, Lieutenant Colonel George P. Buell aus Texas und Major William R. Price mit der 8. Kavallerie von Fort Union in New Mexico.[8, 9] Für Buell nennt Texas Beyond History Fort Griffin, der Antrag zum National Register Fort Richardson und das Handbook beide Forts.[1, 8, 9] Mit der Armee zogen Scouts (Kundschafter), darunter Delaware bei Miles sowie Seminole, Lipan Apache und Tonkawa bei Mackenzie.[1]

Was geschah im Red-River-Krieg?

Adobe Walls, 27. Juni 1874

Im Morgengrauen des 27. Juni 1874 griffen Krieger der Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho unter Quanah Parker und Isa-tai das Lager der Bisonjäger bei Adobe Walls am Canadian River an, im heutigen Hutchinson County.[1, 3] Wie viele es waren, ist umstritten: Das Handbook of Texas nennt etwa 700, der Antrag zum National Register und Texas Beyond History, beide von Archäologen der Texas Historical Commission, nennen etwa 300.[1, 3, 8, 9] Die meisten Jäger im Lager waren schon wach, weil sie einen gebrochenen Firstbalken reparierten. Die 28 Männer und die eine Frau verschanzten sich in einem Saloon und zwei Läden und hielten die Angreifer mit ihren weit tragenden Sharps-Gewehren auf Abstand.[3, 8]

Auch die Verluste geben die Quellen verschieden an. Der Artikel des Handbook über den Krieg nennt drei tote Weiße und bis zu siebzig Tote und Verwundete bei den Angreifern, der Artikel über das Gefecht drei Gefallene und einen Mann, der sich versehentlich selbst erschoss.[1, 3] Der Eintrag über Quanah Parker schreibt von einem Verlust (englisch casualty) bei den Jägern und fünfzehn toten Kriegern; Quanah selbst wurde verwundet.[5] Die Angreifer belagerten das Lager mit vereinzelten Schüssen bis zum 1. Juli.[1] Die Oklahoma Historical Society sieht in dem Angriff den Beginn des Krieges.[2]

Überfälle im Sommer 1874

Nach Adobe Walls folgten laut Oklahoma Historical Society ein Zug der Kiowa nach Texas und ein Angriff von Comanche auf eine Abteilung der Armee an der Wichita Agency in Anadarko.[2] Beim Sonnentanz der Kiowa in der ersten Juliwoche fand der Anführer Lone Wolf mit Maman-ti nur fünfzig Krieger. Am 12. Juli trafen sie bei Jacksboro im "Lost Valley Fight" auf Texas Rangers des Frontier Battalion unter Major John B. Jones und töteten zwei von ihnen, David Bailey und William Glass.[1]

Am 11. September 1874 überfiel eine Gruppe von Cheyenne unter Medicine Water in Kansas, eine Tagesreise vor Fort Wallace, die Familie German auf dem Weg nach Colorado. Sie töteten die Eltern, einen Sohn und zwei Töchter und verschleppten die Töchter Catherine, Sophia, Julia und Addie in den Texas Panhandle.[6] Das Handbook sieht in dem Überfall eine Vergeltung für die Verluste der Cheyenne bei Adobe Walls.[6]

Der Plan der Armee

Anfang Juli 1874 legten Sherman und Sheridan die Grundzüge des Feldzugs fest, am 20. Juli setzte ihn der Kriegsminister in Kraft; laut Handbook galt die Strategie spätestens ab dem 25. Juli.[1, 8] Wer friedlich war, sollte sich an den Agenturen registrieren lassen und dort bleiben. Alle anderen galten als "hostiles" (Feinde) und durften verfolgt werden, ohne Rücksicht auf Reservate und die Grenzen der Militärbezirke.[2, 8] Die Kolonnen sollten die Gruppen in die Canyons an der Abbruchkante des Caprock drängen und sie dort vernichten oder zur Aufgabe zwingen.[1] Die Zahl der Gefechte schätzen die Archäologen der Texas Historical Commission auf bis zu 20 (Texas Beyond History) oder bis zu 25 Schlachten und kleinere Gefechte (Antrag zum National Register).[8, 9]

Gefechte im Spätsommer

Als erste Kolonne brach Miles am 11. August 1874 von Fort Dodge auf, mit acht Kompanien der 6. Kavallerie, vier Kompanien der 5. Infanterie, einem Parrott-Geschütz und zwei Gatling Guns.[1] Ende August stellte er am Prairie Dog Town Fork des Red River eine große Gruppe der Southern Cheyenne. Das Handbook nennt für das Gefecht den 27. bis 31. August, Texas Beyond History den 30. August.[1, 10] Rund 650 Soldaten verfolgten die Cheyenne über etwa zwölf Meilen, doch die Familien entkamen durch den Tule Canyon auf den Llano Estacado.[10, 11] Die Funde zeigen laut Texas Historical Commission, dass die Armee hier die Gatling Gun einsetzte, zum ersten Mal im Kampf westlich des Mississippi.[11]

Im September griffen Kiowa und Comanche den Versorgungszug von Captain Wyllys Lyman an, der mit 36 Wagen Nachschub für Miles aus Camp Supply holte; das Handbook nennt den 10., Texas Beyond History den 9. September.[1, 10] Ein Sergeant fiel, ein Fuhrmann wurde tödlich verwundet, am Morgen des 12. September begannen die Krieger abzuziehen.[10] Am selben Tag kesselten Krieger in der Nähe sechs Männer ein, die Kundschafter Billy Dixon und Amos Chapman und vier Soldaten. Einer starb, alle außer Dixon wurden verwundet. Alle sechs erhielten die Medal of Honor; die Auszeichnungen von Dixon und Chapman wurden aberkannt, weil sie keine regulären Soldaten waren, und 1989 wiederhergestellt.[1, 10] Ebenfalls am 12. September stieß Major Price am Sweetwater Creek auf Kiowa und Comanche unter Lone Wolf. Nach der Deutung von Texas Beyond History hielten die Krieger die Soldaten rund vier Stunden auf, damit ihre Familien entkommen konnten, was gelang.[10]

Palo Duro Canyon, 28. September 1874

Ende September hatten sich mehrere Lager im Palo Duro Canyon gesammelt, wo ihnen der Kiowa Maman-ti laut Handbook Sicherheit versprochen hatte.[4] Der Canyon, ausgewaschen vom Prairie Dog Town Fork des Red River, ist fast 120 Meilen lang und bis zu 800 Fuß tief; bis 1874 lagerten dort immer wieder Comanche und Kiowa.[23] Mackenzie kämpfte am 26. September im Tule Canyon und erreichte am 28. September mit der 4. Kavallerie den Rand des Palo Duro Canyon, geführt vom Tonkawa Johnson.[1, 4] Bei Sonnenaufgang stiegen die Soldaten in den Canyon hinab. Der Comanche Red Warbonnet entdeckte sie und warnte mit einem Schuss, dann töteten ihn die Tonkawa-Scouts.[4] Weil die Lager weit verstreut lagen, konnten Iron Shirt von den Cheyenne, Poor Buffalo von den Comanche und Lone Wolf von den Kiowa keine gemeinsame Verteidigung aufbauen.[4, 10]

Die Familien flohen und ließen fast alles zurück, die Soldaten verbrannten die Lager mit den Wintervorräten.[4, 13] Getötet wurden nach dem Artikel des Handbook über den Krieg nur zwei oder drei Angehörige der Nationen, nach dem Artikel über die Schlacht drei Krieger und ein Weißer.[1, 4] Die Armee nahm den Lagern außerdem die Pferde. Der Artikel über die Schlacht nennt mehr als 1.400 erbeutete Ponys; 40 bekam Johnson, 300 die übrigen Scouts, den Rest erschossen die Soldaten. Texas Beyond History zählt 1.424 erbeutete Pferde, von denen mehr als 1.000 rund 20 Meilen entfernt getötet wurden.[4, 10] Die Oklahoma Historical Society nennt etwa 1.400 erbeutete und getötete Pferde, der Artikel des Handbook über den Krieg mehr als tausend. Das Gefecht brach laut Handbook einen großen Teil des Widerstands.[1, 2]

Breiter, flacher Fluss mit Sandbänken, am Ufer Pappeln mit gelbem Herbstlaub und dahinter grasbewachsene Hügel im Abendlicht
Flusslandschaft im Texas Panhandle. Am Canadian River lag 1874 das Lager der Bisonjäger von Adobe Walls. Bild: KI-generiert

Kapitulation 1875

Der Herbst 1874 wurde ungewöhnlich nass. Die Gruppen, die noch frei waren, nannten die Verfolgung laut Handbook die "Wrinkled Hand Chase" (wörtlich: Jagd der runzligen Hände).[1] Am 8. November 1874 überfiel eine Abteilung unter Lieutenant Frank D. Baldwin am McClellan Creek das Lager von Grey Beard und fand dort Julia und Addie German.[1, 6] Manche Kolonnen blieben bis Januar 1875 im Feld, viele Geflohene kehrten schon ab Oktober in die Reservate zurück.[2] Im März 1875 ergaben sich die Cheyenne unter Stone Calf, Grey Beard und Red Moon an der Agentur in Darlington, danach kamen auch Catherine und Sophia German frei.[6]

Im Frühjahr 1875 waren nur noch Gruppen der Quahadi-Comanche unter Mow-way und Quanah Parker frei. Mackenzie, inzwischen Kommandant in Fort Sill, schickte den Dolmetscher J. J. Sturms zu Verhandlungen.[2] Am 2. Juni 1875 kam Quanah Parkers Gruppe nach Fort Sill im Indianer-Territorium und ergab sich; damit endete der Red-River-Krieg.[1, 2] Der Kiowa Tribe schreibt auf seiner Website, die Kiowa hätten 1874 den Krieg wieder aufgenommen und erst beendet, als mehrere ihrer Anführer und viele ihrer Pferde gefangen genommen waren.[17]

Wann war der Red-River-Krieg?

Das Handbook of Texas und Texas Parks and Wildlife datieren den Krieg auf Juni 1874 bis Frühjahr 1875.[1, 13] Andere Angaben weichen ab. Der Artikel des Handbook über die Viehtriebe nennt 1871 bis 1876.[7] Die Comanche Nation sieht in der Übergabe vom 2. Juni 1875 das Ende eines Feldzugs der Armee, der 1868 begonnen hatte.[15] Der National Park Service spricht auf einer Seite vom Red River War des Jahres 1874, auf einer anderen von den Red River Wars von 1874 bis 1875.[14, 21]

Wie viele Menschen starben im Red-River-Krieg?

Eine Gesamtzahl der Toten nennt keine der Quellen. Die meisten Gefechte waren laut Texas Beyond History kurze Scharmützel mit wenigen Beteiligten und wenigen Opfern.[10]

Tote und Verluste bei einzelnen Ereignissen nach Quellen
EreignisAngabeQuelle
Adobe Walls, 27. Juni 18743 tote Weiße, bis zu 70 Tote und Verwundete bei den AngreifernHandbook of Texas, Red River War[1]
Adobe Walls3 Gefallene und ein Unfalltoter bei den VerteidigernHandbook of Texas, Adobe Walls[3]
Adobe Walls1 Verlust (englisch casualty) bei den Jägern, 15 tote KriegerHandbook of Texas, Quanah Parker[5]
Lost Valley Fight, 12. Juli 18742 tote Texas RangersHandbook of Texas[1]
Überfall auf die Familie German, 11. September 18745 Tote, 4 Töchter verschlepptHandbook of Texas[6]
Lyman's Wagon Train, September 1874ein Sergeant tot, ein Fuhrmann tödlich verwundet, 22 Maultiere getötetTexas Beyond History[10]
Buffalo Wallow, 12. September 18741 Toter, 4 Verwundete von 6 MännernTexas Beyond History[10]
Palo Duro Canyon, 28. September 18742 oder 3 Tote; mehr als 1.000 Pferde getötetHandbook of Texas, Red River War[1]
Palo Duro Canyon3 tote Krieger, 1 toter Weißer; mehr als 1.400 Ponys erbeutetHandbook of Texas, Palo Duro Canyon[4]
Palo Duro Canyon1.424 Pferde erbeutet, mehr als 1.000 getötetTexas Beyond History[10]

Welche Folgen hatte der Red-River-Krieg?

Am 28. April 1875 ließ Sherman laut Handbook etwa 72 gefangene Anführer nach Fort Marion in St. Augustine in Florida bringen.[1] Die Oklahoma Historical Society und der National Park Service nennen 74 Gefangene. Nach dem National Park Service waren es 33 Cheyenne, 27 Kiowa, 11 Comanche, 2 Arapaho und ein Caddo, meist Männer, darunter zehn Mexikaner, die in diesen Nationen lebten.[2, 14] Unter ihnen waren Medicine Water und seine Frau Mochi, die die Schwestern German als Täter benannt hatten, und die Kiowa Lone Wolf und Maman-ti.[6, 14]

Die Gefangenen fuhren mit Wagen zu einer Bahnstation 165 Meilen östlich des Reservats und weiter mit Zug und Schiff nach Florida. Zuerst lagen sie in Ketten in den Kasematten der Festung, die heute Castillo de San Marcos heißt.[14] Nach sechs Monaten übernahm Lieutenant Richard Henry Pratt die Aufsicht. Er ließ die Ketten abnehmen, ließ die jungen Männer in Englisch unterrichten und drängte sie, ihre Kultur aufzugeben.[14] Viele zeichneten in der Haft auf Papier aus Kontobüchern, die Zeichnungen heißen deshalb Ledger Art.[14] 1878 wurden die Gefangenen dem Indian Bureau übergeben. 22 wollten im Osten weiterlernen, 17 von ihnen nahm die Hampton School in Virginia auf; die meisten kehrten in den Westen zurück. Pratt gründete 1879 die Carlisle Industrial School in Pennsylvania, die auch Carlisle Indian Industrial School heißt (mehr auf der Seite Internatsschulen für indigene Kinder).[14]

Hohe Mauern einer alten Küstenfestung aus hellem Muschelkalkstein mit Palmen und einem grasbewachsenen Graben im Licht der tief stehenden Sonne
Mauern einer spanischen Festung an der Küste Floridas. In Fort Marion in St. Augustine saßen von 1875 bis 1878 die Gefangenen des Krieges. Bild: KI-generiert

Als Folgen für Texas nennt das Handbook das fast völlige Verschwinden der südlichen Bisonherde, die endgültige Unterwerfung von Comanche, Kiowa und Southern Cheyenne und die Öffnung des Texas Panhandle für weiße Siedler; bald darauf begann die Zeit der Ranches.[1] 1876 trieb Charles Goodnight 1.600 Longhorn-Rinder in den Palo Duro Canyon, 1877 gründete er mit John Adair die JA Ranch.[13] Den Western Trail nach Dodge City nutzten die meisten Treiber laut Handbook erst, als Comanche und Kiowa nach dem Krieg entwaffnet und in Reservate gezwungen waren (Viehtriebe).[7]

Die Oklahoma Historical Society nennt den Krieg weniger bekannt als andere Konflikte, aber folgenreich. Die Haft in Florida nahm den Nationen ihre Anführer im Krieg und zwang sie, die Reservate hinzunehmen. Die Armee hatte gelernt, dass sie mit freier Hand und genug Truppen erfolgreich gegen indigene Gruppen vorgehen konnte, und wandte diese Lehre bald auf den nördlichen Plains an.[2] Zugleich machte der Krieg manche Menschen auf die harte Behandlung der Nationen durch die Regierung aufmerksam.[2] Quanah Parker ernannten Bundesagenten später zum Chief der Comanche, was laut Handbook in der Tradition der Comanche keinen Vorläufer hatte; er wurde Rancher und Richter am Gericht der Nation.[5]

Erinnerung heute

Auf dem Gelände von Adobe Walls errichtete die Panhandle-Plains Historical Society 1924 ein Denkmal.[3] 1998 begann die Archäologie-Abteilung der Texas Historical Commission mit Geld des American Battlefield Protection Program des National Park Service ein Projekt, um die Schlachtfelder genau zu bestimmen und für das National Register of Historic Places anzumelden.[12] 1998 und 1999 untersuchte sie Adobe Walls, Red River, Lyman's Wagon Train, Buffalo Wallow und Sweetwater Creek und barg mehr als 3.000 Fundstücke.[11] Auf jede Patrone der Krieger kamen etwa vier Patronen der Armee, und die meisten Patronen der Krieger stammten von Spencer-Typen, die nach 1866 nicht mehr hergestellt wurden. Daraus schließen die Archäologen, dass weniger Krieger kämpften und sie schlechter bewaffnet waren, als manche Berichte der Armee angeben.[11] Die Schlachtfelder liegen meist auf privatem Ranchland ohne öffentlichen Zugang. Die Ergebnisse erschienen 2008 als Buch bei Texas A&M University Press.[11, 12]

Land im oberen Palo Duro Canyon kaufte der Staat Texas 1933 von Fred S. Emory für einen Staatspark, der 1934 öffnete und heute etwa 28.000 Acres umfasst.[13, 23]

Das Castillo de San Marcos National Monument lädt gemeinsam mit den Cheyenne and Arapaho Tribes, dem Kiowa Tribe, der Comanche Nation und der Caddo Nation jedes Jahr Angehörige nach Fort Marion ein. Im November 2022 ehrten der Park und die Cheyenne and Arapaho Tribes dort die Gefangenen von 1875 bis 1878.[14] Im November 2024 luden die Cheyenne and Arapaho Tribes zu einem dreitägigen Symposium über diese Haft, das an der Stätte am Washita begann, die sie Washita Massacre Site nennen (siehe Schlacht am Washita).[18]

Karte

Die meisten Gefechte fanden im Texas Panhandle statt, viele an den Oberläufen des Red River.[9] Der Punkt auf der Karte markiert die Stadt Canyon in Texas, die Postanschrift des Palo Duro Canyon State Park.[22, 24]

Karte: Red-River-Krieg im Texas Panhandle125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Red-River-Krieg2Schlacht am Washita3Llano Estacado
Karte: Red-River-Krieg im Texas Panhandle
  1. 1Red-River-Krieg (Canyon, Texas; Postanschrift des Palo Duro Canyon State Park) 34,99° N, 101,92° W[22]
  2. 2Schlacht am Washita (Washita Battlefield National Historic Site bei Cheyenne, Oklahoma) 35,62° N, 99,71° W[26]
  3. 3Llano Estacado (Llano Estacado, Punkt des USGS-Ortsnamenverzeichnisses an der Grenze von Texas und New Mexico) 33,00° N, 103,00° W[27]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Zeitleiste

Zeitleiste: Red-River-Krieg
  1. Oktober 1867Vertrag von Medicine Lodge: Reservate für Comanche und Kiowa sowie für Cheyenne und Arapaho im Indianer-Territorium.[8]
  2. 27.06.1874Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho unter Quanah Parker und Isa-tai greifen das Lager der Bisonjäger bei Adobe Walls an.[1, 3]
  3. 12.07.1874Kiowa unter Lone Wolf töten im Lost Valley Fight bei Jacksboro zwei Texas Rangers.[1]
  4. 20.07.1874Der Kriegsminister setzt den Feldzug von Sherman und Sheridan in Kraft.[8]
  5. August 1874Miles verfolgt Southern Cheyenne am Prairie Dog Town Fork des Red River.[1, 10]
  6. 11.08.1874Die Kolonne von Nelson A. Miles verlässt Fort Dodge.[1]
  7. 11.09.1874Cheyenne unter Medicine Water überfallen in Kansas die Familie German und verschleppen vier Töchter.[6]
  8. 12.09.1874Gefechte am Buffalo Wallow und am Sweetwater Creek; die Belagerung von Lymans Wagenzug endet.[1, 10]
  9. 28.09.1874Ranald S. Mackenzie überfällt die Lager im Palo Duro Canyon; die Soldaten töten mehr als 1.000 Pferde.[1, 4]
  10. 08.11.1874Lieutenant Frank D. Baldwin überfällt das Lager von Grey Beard am McClellan Creek.[1, 6]
  11. März 1875Cheyenne unter Stone Calf, Grey Beard und Red Moon ergeben sich in Darlington.[6]
  12. 28.04.1875Etwa 72 gefangene Anführer werden nach Fort Marion in Florida gebracht.[1]
  13. 02.06.1875Die Quahadi-Comanche unter Quanah Parker ergeben sich in Fort Sill.[1, 2] Quanah Parker
  14. 1878Die Gefangenen von Fort Marion werden dem Indian Bureau übergeben.[14]
  15. 1924Die Panhandle-Plains Historical Society errichtet ein Denkmal bei Adobe Walls.[3]
  16. 1998Die Texas Historical Commission beginnt das Red River War Battle Sites Project.[12]

Mythos und Wahrheit

Häufige Fragen

Wann war der Red-River-Krieg?

Das Handbook of Texas und Texas Parks and Wildlife datieren ihn auf Juni 1874 bis Frühjahr 1875. Ein anderer Artikel des Handbook nennt 1871 bis 1876, und die Comanche Nation spricht von einem Feldzug der Armee, der 1868 begann und mit der Übergabe vom 2. Juni 1875 endete.

Wo fand der Red-River-Krieg statt?

Vor allem im Texas Panhandle, an den Oberläufen des Red River und in den Canyons am Rand des Llano Estacado, dazu im Westen des damaligen Indianer-Territoriums, des heutigen Oklahoma. Dorthin waren nach dem Angriff auf Adobe Walls bis zu 5.000 Menschen aus den Reservaten gezogen.

Wer kämpfte im Red-River-Krieg?

Krieger der Comanche, Kiowa, Southern Cheyenne und Southern Arapaho gegen die US-Armee. Die Armee schickte fünf Kolonnen unter Nelson A. Miles, John W. Davidson, Ranald S. Mackenzie, George P. Buell und William R. Price, begleitet von Scouts der Delaware, Seminole, Lipan Apache und Tonkawa.

Was geschah bei Adobe Walls 1874?

Am 27. Juni 1874 griffen Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho unter Quanah Parker und Isa-tai das Lager der Bisonjäger am Canadian River an. Das Handbook of Texas nennt etwa 700 Angreifer, Archäologen der Texas Historical Commission etwa 300. Die 28 Männer und eine Frau im Lager wehrten sie ab.

Was geschah im Palo Duro Canyon?

Am 28. September 1874 überraschte Colonel Ranald S. Mackenzie mit der 4. Kavallerie mehrere Lager im Canyon. Laut Handbook of Texas starben nur zwei oder drei, nach anderer Angabe drei Krieger und ein Weißer, aber die Soldaten verbrannten die Wintervorräte und töteten mehr als 1.000 der erbeuteten Pferde. Ohne Pferde kehrten viele Familien ins Reservat zurück.

Wie endete der Red-River-Krieg?

Am 2. Juni 1875 ergab sich die Gruppe der Quahadi-Comanche unter Quanah Parker in Fort Sill im Indianer-Territorium. Die Cheyenne unter Stone Calf, Grey Beard und Red Moon hatten sich schon im März 1875 an der Agentur in Darlington ergeben.

Was geschah mit den Gefangenen von Fort Marion?

Ab April 1875 hielt die Armee 72 bis 74 Gefangene, vor allem Cheyenne und Kiowa, in Fort Marion in St. Augustine, Florida, fest. 1878 kamen sie frei; die meisten kehrten in den Westen zurück, 17 gingen an die Hampton School in Virginia.

Quellen

  1. Nachschlagewerk James L. Haley: Red River War. Texas State Historical Association, Handbook of Texas Online. Stand 1952, überarbeitet 27.01.2021. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Michael D. Pierce: Red River War (1874 bis 1875). The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag RE010. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Adobe Walls, Second Battle of (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand überarbeitet 29.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk Thomas F. Schilz: Palo Duro Canyon, Battle of (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 04.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  5. Nachschlagewerk Brian C. Hosmer: Parker, Quanah (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 07.01.2021. abgerufen am 25.10.2026
  6. Nachschlagewerk Hugh Allen Anderson: German Sisters (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 25.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs: Cattle Trailing. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle Brett Cruse und Patricia Mercado-Allinger: The Red River War of 1874. Texas Historical Commission und University of Texas at Austin, Texas Beyond History. Stand 01.10.2001. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Brett Cruse und Patricia Mercado-Allinger: Battles of the Red River War. Texas Historical Commission und University of Texas at Austin, Texas Beyond History. Stand 01.10.2001. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle Brett Cruse und Patricia Mercado-Allinger: Reconstructing the Red River War. Texas Historical Commission und University of Texas at Austin, Texas Beyond History. Stand 01.10.2001. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle Red River War Battle Sites Project. Texas Historical Commission. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  12. Amtliche Stelle Palo Duro Canyon State Park History. Texas Parks and Wildlife Department. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche and Caddo Incarceration. National Park Service, Castillo de San Marcos National Monument. Stand 19.09.2025. abgerufen am 25.10.2026
  14. Tribal Nation Comanche Veterans. Comanche Nation, Oklahoma. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  15. Tribal Nation History. Comanche Nation, Oklahoma. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  16. Tribal Nation About Us. Kiowa Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  17. Tribal Nation Fort Marion Symposium November 19-21, 2024. Cheyenne and Arapaho Tribes. Stand 23.10.2024. abgerufen am 25.10.2026
  18. Tribal Nation Language and Culture. Cheyenne and Arapaho Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  19. Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 16.04.2018. abgerufen am 25.10.2026
  20. Amtliche Stelle General Phillip H. Sheridan. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 07.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  21. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Texas. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  22. Nachschlagewerk William Conroy: Palo Duro Canyon (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand überarbeitet 27.05.2026. abgerufen am 25.10.2026
  23. Amtliche Stelle Palo Duro Canyon State Park. Texas Parks and Wildlife Department. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  24. Gesetz und Vertrag Treaty with the Kiowa and Comanche, 1867 (15 Stat. 581), in: Charles J. Kappler, Indian Affairs: Laws and Treaties, Bd. 2, S. 977 bis 982. Oklahoma State University Library (Kappler-Ausgabe, Government Printing Office). Stand 1904. abgerufen am 25.10.2026
  25. Amtliche Stelle Directions and Transportation. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 21.12.2020. abgerufen am 25.10.2026

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Passt dazu

  • PersonenQuanah Parker

    Quanah Parker war Anführer der Quahadi-Comanche, ergab sich 1875 und wurde im Reservat Chief, Richter und Rancher.

  • Indigene Völker NordamerikasComanche

    Die Comanche, oft Komantschen oder Comanche-Indianer genannt, prägten die südlichen Plains.

  • Indigene Völker NordamerikasKiowa

    Die Kiowa, oft Kiowa-Indianer genannt, sind eine Nation der südlichen Plains.

  • GeschichteSchlacht am Washita 1868

    Am 27. November 1868 griff Custer am Washita das Lager des Cheyenne-Friedensführers Black Kettle an.