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Die Schlacht am Washita

Kurz erklärt Am 27. November 1868 griff die 7. US-Kavallerie unter Lieutenant Colonel George Armstrong Custer im Morgengrauen das Winterlager der Cheyenne um den Friedensführer Black Kettle am Washita River im heutigen Oklahoma an. Black Kettle und seine Frau Medicine Woman Later wurden getötet, 53 Frauen und Kinder gefangen genommen, und die Zahl der toten Cheyenne reicht von 30 bis 60 (National Park Service) bis 103 (Meldung der Armee), die Armee verlor 20 bis 22 Mann.

Flusstal mit rötlicher Erde im Winter, kahle Pappeln am Ufer eines ruhigen Flusses und niedrige rote Hügel unter blassem Himmel
Bild: KI-generiert

Wie kam es zum Angriff am Washita?

Die Vorgeschichte beginnt für den National Park Service am 29. November 1864. Damals überfielen Truppen unter Colonel John Milton Chivington das Lager von Black Kettle am Sand Creek im Colorado-Territorium, obwohl Black Kettle den Frieden suchte und sein Lager unter dem Schutz der Armee glaubte (Sand-Creek-Massaker).[1] Die Seite des National Park Service zum Washita nennt mindestens 150 getötete Cheyenne und Arapaho, seine Seite über Black Kettle 150 bis 200.[1, 3] Black Kettle überlebte und trug seine Frau Medicine Woman Later, die von neun Schüssen getroffen war, aus dem Lager.[3, 4]

In den Verträgen vom Little Arkansas vom 14. Oktober 1865[25] und von Medicine Lodge vom Oktober 1867 sagten Cheyenne, Arapaho und andere Nationen zu, keine Überfälle mehr zu unternehmen und in Reservate im Indianer-Territorium zu ziehen, dem heutigen Oklahoma. Dafür sollten sie Häuser, Ackergeräte, Waffen und Munition für die Jagd und jährlich Lebensmittel, Decken und Kleidung bekommen.[1] Frieden brachten die Verträge nicht. Viele Anführer unterschrieben sie nicht, andere konnten ihre Leute nicht zur Einhaltung zwingen, der Kongress ratifizierte nur langsam, und die Lieferungen blieben oft aus. Kriegergesellschaften, meist junge Männer, kämpften weiter.[1]

Die Überfälle vom Sommer 1868

Am 9. August 1868 kamen in Fort Larned in Kansas die lange erwarteten Lieferungen für Cheyenne und Arapaho an, darunter Gewehre für die Jagd.[8] Eine Gruppe von etwa 200 Cheyenne, Lakota und Arapaho, die schon am 2. August zu einem Zug gegen die Pawnee aufgebrochen war, griff stattdessen vom 10. bis 12. August die westlichsten Siedlungen am Saline River in Kansas an. Laut National Park Service töteten die Krieger 15 Siedler und vergewaltigten mehrere Frauen.[8] Einige wenige von ihnen kamen aus Black Kettles Gruppe, und das genügte den Generälen William T. Sherman und Philip H. Sheridan als Beweis, dass Black Kettle und seine Leute mitschuldig waren.[8] Bis zum 10. September schätzte Sheridan die Zahl der seit Anfang August getöteten weißen Bewohner auf bis zu 110.[9]

Ein Zug von Lieutenant Colonel Alfred Sully mit 500 Soldaten der 7. Kavallerie endete im September 1868 nach erfolglosen Scharmützeln mit den Dog Soldiers, einer Kriegergesellschaft, der Cheyenne und auch Lakota angehörten.[2, 9] Sheridan, Befehlshaber des Department of the Missouri, plante deshalb einen Feldzug im Winter, wenn die Pferde der Plains-Nationen schwach und ihre Lager kaum beweglich waren.[1, 17] Am 24. September holte er George Armstrong Custer an die Spitze der 7. Kavallerie zurück. Ein Militärgericht hatte Custer im Oktober 1867 für ein Jahr vom Dienst suspendiert, zwei Monate der Strafe standen noch aus.[9, 12] Am 26. September schrieb Sheridan an Samuel J. Crawford, den Gouverneur von Kansas, er wolle die Nationen so bestrafen, dass Kansas nicht wieder unter Morden und Plünderungen zu leiden habe.[9]

Das lässt sich nur erreichen, indem wir so viele töten, wie wir können, ihr Vieh vernichten, die Rädelsführer hängen und sie arm machen.

Philip H. Sheridan, Brief an Gouverneur Samuel J. Crawford, Fort Hays, 26. September 1868, National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site, Seite September 1868 Übersetzung der Redaktion[9]

Seine Befehle an Custer lauteten laut National Park Service, alle Krieger zu töten, alle Frauen und Kinder gefangen zu nehmen, die Lager und den Besitz zu zerstören und alle Ponys zu töten.[6]

Black Kettle in Fort Cobb

Vom 20. bis 22. November 1868 sprachen Black Kettle und andere Anführer in Fort Cobb mit Colonel William B. Hazen, dem Kommandanten des Postens; die Oklahoma Historical Society nennt den 20. November.[7, 17] Black Kettle und der Arapaho-Anführer Big Mouth baten vergeblich darum, Black Kettles Lager näher an das Fort verlegen zu dürfen. Hazen sagte ihnen, sie müssten mit Sheridan Frieden schließen, der mit Truppen im Feld stehe.[3, 7] In der Nacht vor dem Angriff kehrte Black Kettle nach einer Reise von 100 Meilen in sein Lager zurück. Laut National Park Service hielt er es noch für sicher und lehnte es ab, zu den größeren Lagern flussabwärts zu ziehen, obwohl unter anderen seine Frau darauf drängte.[3, 4] Die Oklahoma Historical Society schreibt dagegen, er habe den Umzug zu den größeren Lagern geplant, um nach der Erfahrung von Sand Creek in der Menge Schutz zu finden.[17]

Wer war am Washita?

Black Kettle, in einer Quelle Moke-ta-ve-to genannt, war ein Friedensführer der Southern Cheyenne; die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen das Volk Tsistsistas.[3, 23] Er war um 1803 in den Black Hills geboren und gehörte zu den Suhtai, einer Gruppe innerhalb der Cheyenne. 1854 wurde er Anführer der Wutapiu und Mitglied des Rats der 44, dem angesehene Anführer angehörten.[3] In jungen Jahren war er als Krieger bekannt geworden, seit Anfang der 1860er Jahre setzte er sich für Frieden mit den Weißen ein und unterschrieb die Verträge von Fort Wise 1861, vom Little Arkansas 1865 und von Medicine Lodge 1867.[3] Medicine Woman Later (Ar-no-ho-wok) war eine gefangene Ponca und seine dritte Frau, er hatte sie 1855 geheiratet.[4]

Black Kettles Lager zählte laut National Park Service 250 bis 300 Menschen, die Oklahoma Historical Society nennt etwa 250.[2, 17] Weiter flussabwärts hatten insgesamt 6.000 bis 8.000 Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche und Plains Apache ihre Winterlager.[1] Das Tal lag tiefer als die Ebene ringsum und bot Schutz vor dem Wind, dazu Wasser, Brennholz und etwas Weide für die Pferde.[2] Ein Reservat war das Land am Washita damals noch nicht; das Reservat der Cheyenne lag weiter nördlich zwischen Cimarron und Arkansas River.[2]

Custer führte laut National Park Service 689 Soldaten der 7. Kavallerie, die Encyclopedia of the Great Plains nennt 700.[1, 2, 18] Mit ihnen ritten zwölf Scouts der Osage unter Hard Rope und Little Beaver, die mit Cheyenne und Arapaho verfeindet waren, und weiße Kundschafter wie Custers oberster Scout Ben Clark.[5, 11]

Was geschah am 27. November 1868?

Der Marsch durch den Schnee

Laut einer Seite des National Park Service verließ Custer mit der 7. Kavallerie und Infanterie am 12. November 1868 Fort Dodge in Kansas, die Truppe legte im Indianer-Territorium Camp Supply als Versorgungsstützpunkt an.[12, 17] Am 23. November brach das Regiment von dort allein auf, weil das 19th Kansas Volunteer Cavalry wegen eines Schneesturms nicht rechtzeitig eingetroffen war.[1, 17] Den Schnee beschreibt die Seite des National Park Service zur Geschichte als einen Fuß Neuschnee, die Seite mit häufigen Fragen nennt 18 Zoll.[1, 2] Am 26. November fanden die Osage-Scouts eine Spur, rochen Rauch und stießen auf ein glimmendes Feuer, das wohl Jungen beim Hüten einer Pferdeherde zurückgelassen hatten.[5, 12] Kurz nach Mitternacht erreichte das Regiment das Tal und bezog bei einer Flussbiegung Stellung. Dass das Lager Black Kettle gehörte, war laut National Park Service Zufall.[1, 2]

Der Angriff im Morgengrauen

Custer teilte das Regiment in vier Bataillone. Major Joel Elliott und die Captains William Thompson und Edward Myers sollten das Lager von Nordosten und Südwesten umfassen, Custer selbst führte das größte Bataillon direkt hinein.[1] Der National Park Service nennt das die übliche Taktik der Armee in den Indianerkriegen: ein schlafendes Lager umstellen und im Morgengrauen von allen Seiten angreifen.[2] Am Morgen des 27. November begann der Angriff mit einem Gewehrschuss, dem Trompetensignal zum Angriff und der Regimentskapelle, die "Garry Owen" spielte; die Kavalleristen ritten durch den eiskalten Fluss in das schlafende Lager.[1] Laut Oklahoma Historical Society hatte jemand im Lager die Soldaten bemerkt und mit einem Schuss gewarnt.[17]

Die Soldaten trieben die Bewohner barfuß und halb angezogen aus den Zelten und verfolgten sie in alle Richtungen. Manche Krieger kämpften im Lager und starben dort, andere schossen hinter Bäumen und aus Rinnen zurück, viele entkamen.[1] Black Kettle und Medicine Woman Later wurden von Soldaten erschossen, als sie über den Washita fliehen wollten. Black Kettle verlor auch eine weitere Frau, Sioux Woman.[1, 3] Die vierzehnjährige Moving Behind Woman versteckte sich mit ihrer Tante Corn Stalk Woman im hohen Gras an einem Hang. Ein Soldat sah die beiden, ritt aber weiter, ohne sie zu verraten.[14]

Custers oberster Scout Ben Clark meldete laut National Park Service, die Truppe von Captain Myers schieße entgegen Custers Befehl auf Frauen und Kinder, und Custer ließ das Töten beenden.[11, 12] Auf einer anderen Seite des National Park Service gab Clark die Schuld an der Tötung von Frauen und Kindern den Osage-Scouts, wegen früherer Gewalt der Cheyenne gegen sie.[5] Der Jugendliche Magpie wurde auf der Flucht vor den Soldaten von Myers angeschossen und überlebte.[13]

Verschneites Flussufer im Morgengrauen mit kahlen Pappeln, dünnem Eis am Rand des Wassers und rötlicher Erde unter dem Schnee
Ein Flussufer im Winter. Am Washita lag im November 1868 Schnee, auf den Flüssen war Eis. Bild: KI-generiert

Wie lange der Kampf dauerte, beschreiben die Quellen unterschiedlich. Nach der Oklahoma Historical Society war das Lager in zehn Minuten überrannt, nach einer Seite des National Park Service dauerte der Angriff auf das Lager weniger als 30 Minuten, nach einer anderen hörte das Schießen erst zwei Stunden später auf.[1, 12, 17] Bis etwa 15 Uhr wurde weiter gekämpft, weil Krieger aus den Lagern flussabwärts heraneilten, unter ihnen laut Oklahoma Historical Society der Arapaho-Anführer Little Raven und der Kiowa Satanta.[17]

Major Elliott und die Lager flussabwärts

Major Joel Elliott ritt mit 17 Freiwilligen fliehenden Bewohnern nach, ohne Custer zu verständigen. Arapaho und Kiowa aus den Lagern flussabwärts stellten die Gruppe am Sergeant Major Creek und töteten alle.[10, 17] Unter den Toten war Sergeant Major Walter Kennedy, den laut National Park Service vier Arapaho aus dem Lager von Little Raven töteten.[2] Als Custer abrücken wollte, war Elliotts Abteilung verschwunden. Ein Suchtrupp unter Myers fand keine Spur, und weil es spät wurde und viele Krieger heranrückten, brach Custer die Suche ab.[2, 10] Zwei Wochen später fanden Sheridan und Custer die Toten zwei Meilen flussabwärts; die Seite mit häufigen Fragen spricht von etwa einer Meile.[2, 10] Captain Frederick Benteen warf Custer vor, die Männer im Stich gelassen zu haben, und der Streit spaltete die Offiziere des Regiments noch lange nach Custers Tod.[10]

In einem Lager flussabwärts, vermutlich einem Lager der Kiowa, wurden während des Angriffs Clara Blinn und ihr zweijähriger Sohn Willie getötet. Cheyenne hatten die beiden zuvor im Westen von Kansas von einem Wagenzug verschleppt.[2]

Pferde, Zelte und Gefangene

Nach Sheridans Plan, den Widerstand zu brechen, ließ Custer die Herde von 875 Pferden und Maultieren zusammentreiben. 225 Tiere behielten die Soldaten, die Scouts und die Gefangenen für den Rückweg, die übrigen 650 wurden getötet.[1, 2] Die Oklahoma Historical Society und die Encyclopedia of the Great Plains sprechen von rund 800 getöteten Pferden.[17, 18] Die Soldaten verbrannten die Zelte, laut Oklahoma Historical Society 51, mit allen Wintervorräten an Nahrung und Kleidung.[1, 17] Weil von Osten immer mehr Krieger drohten, täuschte Custer einen Angriff auf die Lager flussabwärts vor und zog sich mit 53 gefangenen Frauen und Kindern nach Camp Supply zurück.[1]

Kleine Herde brauner und gescheckter Ponys auf einer verschneiten Flussaue unter kahlen Pappeln im fahlen Winterlicht
Ponys im Winter. Von 875 erbeuteten Tieren ließ Custer am Washita 650 töten. Bild: KI-generiert

Wie viele Menschen starben am Washita?

Wie viele Cheyenne starben, ist bis heute umstritten. Custer meldete 103 getötete Krieger, später nannte er 140.[2, 17] Sheridan gab die Zahl 103 am 29. November 1868 in einem Tagesbefehl an seine Truppen bekannt.[19] Nach den Cheyenne and Arapaho Tribes, die der National Park Service zitiert, starben im Lager 60 Menschen, darunter sechs Kinder und zwölf Frauen. Laut Oklahoma Historical Society gaben die Cheyenne nur etwa elf getötete Männer an; die übrigen Toten seien Frauen und Kinder gewesen.[2, 17] Zwischen 192 und 262 Menschen überlebten nach Schätzung des National Park Service.[2]

Tote am Washita nach Quellen
GruppeAngabeQuelle
Cheyenne103 KriegerSheridans Tagesbefehl vom 29. November 1868[19]
Cheyenne103, später 140 Krieger (Angaben Custers)National Park Service[2]
Cheyenne30 bis 60 ToteNational Park Service[1]
Cheyenne60 Tote, darunter 6 Kinder und 12 FrauenCheyenne and Arapaho Tribes nach dem National Park Service[2]
Cheyenneetwa 11 Männer, die übrigen Frauen und KinderAngabe der Cheyenne nach der Oklahoma Historical Society[17]
Cheyenne9 bis 20 Männer und 18 bis 40 Frauen und Kinder; andere Schätzungen bis 103Encyclopedia of the Great Plains[18]
CheyenneBlack Kettle, seine Frau und 40 Männer, Frauen und KinderNational Park Service, Little Bighorn[20]
Cheyenne103 Männer, Frauen und KinderBrian W. Dippie 2014[21]
7. Kavallerie2 Offiziere und 19 MannschaftenSheridans Tagesbefehl vom 29. November 1868[19]
7. Kavallerie20 ToteNational Park Service[1]
7. Kavallerie22 Tote, 2 Offiziere und 20 MannschaftenNational Park Service[2]
7. Kavallerie22 Tote, 15 Verwundete, 1 VermissterOklahoma Historical Society[17]
7. Kavallerie22 Tote, 13 VerwundeteEncyclopedia of the Great Plains[18]

Als Erster fiel bei der Armee Captain Louis McLane Hamilton, ein Enkel von Alexander Hamilton. Er liegt heute in Poughkeepsie in New York, Elliott auf dem Nationalfriedhof von Fort Gibson.[2, 10] Wo Black Kettle begraben wurde, weiß niemand. Nach Magpie trugen Frauen der Cheyenne ihn und seine Frau auf einen sandigen Hügel nördlich des Flusses.[2]

Schlacht oder Massaker?

Der National Park Service nennt die Stätte Washita Battlefield. Er erkennt den Angriff als national bedeutsamen Teil der Indianerpolitik der US-Regierung und des Kampfes der Cheyenne um ihr angestammtes Land an.[1] Die Oklahoma Historical Society spricht von einem militärischen Gefecht, der Historiker Brian W. Dippie von einem umstrittenen Sieg.[17, 21] Die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen den Ort Washita Massacre Site.[22] Bei der Einweihung eines neuen Kulturzentrums an der Stätte im April 2007 kündigte ihr Gouverneur Darrell Flyingman an, er werde alles für eine Umbenennung tun.[24]

Was hier am Washita geschah, war ein Massaker.

Darrell Flyingman, Gouverneur der Cheyenne and Arapaho Tribes, 2007, Indianz.com nach The Oklahoman, 23.04.2007 Übersetzung der Redaktion[24]

Der National Park Service stellt den Angriff an der Stätte nicht nach und begründet das mit dem heiklen Charakter des Geschehens.[2]

Welche Folgen hatte der Angriff?

Die Cheyenne verloren ihre Wintervorräte und wussten nun, dass die Kälte sie nicht mehr vor Angriffen schützte; laut National Park Service zwang das viele Gruppen, das Leben im Reservat hinzunehmen.[1] Black Kettles Gruppe, die Wutapiu, gab es nach dem Washita nicht mehr.[3] Die gefangenen Frauen und Kinder kamen über Camp Supply nach Fort Hays in Kansas und wurden im Juli 1869 zur Agentur in Anadarko im Indianer-Territorium entlassen.[2] Magpie und seine Familie schlossen sich der Gruppe von Medicine Arrow an und ergaben sich 1869 in Fort Cobb.[13]

Der Feldzug ging 1869 weiter. Im Januar 1869 begann der Bau von Camp Wichita, dem späteren Fort Sill; die Seite mit häufigen Fragen des National Park Service nennt den 8. Januar 1869 als Gründungstag.[2, 17] Im März 1869 stellte Custer eine große Gruppe der Cheyenne am Sweetwater im Texas Panhandle. Ohne Vorräte griff er nicht an, nahm aber durch eine List Anführer als Geiseln und erreichte das Versprechen, dass sich die Cheyenne in Camp Supply melden würden.[17] Die Seite des National Park Service zu den Cheyenne am Little Bighorn spricht von vier Cheyenne, die Custer dort hinterhältig festnahm.[20] Am 10. April 1869 kehrte das Regiment nach Fort Hays zurück.[17] Für die Encyclopedia of the Great Plains war der Washita das einzige bedeutende Gefecht des Winterfeldzugs, mit dem Sheridan beide Ziele erreichte: Strafe für die Überfälle und Druck in Richtung Reservat.[18]

Colonel Hazen nahm Sheridan und Custer übel, was sie gleich nach dem Washita an falschen Vorwürfen gegen ihn verbreitet hatten.[7] An Custer blieben zwei Streitpunkte hängen: der Tod des Friedensführers Black Kettle und das Schicksal von Elliotts Abteilung.[12] Nach einer mündlichen Überlieferung der Cheyenne, die der National Park Service wiedergibt, warnte ein Anführer Custer im März 1869 am Sweetwater im Zelt von Medicine Arrow, er und seine Männer würden getötet, falls er die Cheyenne je belüge oder angreife.[2, 17] Siebeneinhalb Jahre später starb Custer in der Schlacht am Little Bighorn im Kampf gegen Lakota und Cheyenne.[2, 12] Magpie, der den Washita überlebt hatte, kämpfte im Juni 1876 am Rosebud und am Little Bighorn.[13]

Erinnerung heute

1914 legten Bauarbeiten an der Eisenbahn die Überreste des Cheyenne-Kriegers Hawk frei.[2] Am 27. November 1930 bestatteten Magpie, Little Beaver und Left Hand sie südlich des früheren Lagers neu. Magpie sagte dabei, er habe Custer vergeben und bete, dass Gott ihm vergebe.[13] Anfang 1933 stellte der Platonic Club aus Cheyenne nahe dem Grab einen Gedenkstein aus rotem Granit auf, 1966 baute der Staat Oklahoma einen Aussichtspavillon über dem Tal.[2]

Das Schlachtfeld steht im National Register of Historic Places.[17] Am 12. November 1996 machte der Kongress es zur Washita Battlefield National Historic Site; sie umfasst 315 Acres, von denen zwei Drittel zugänglich sind.[1, 2] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt abweichend das Jahr 1997.[18] Für den 13. November 2021 kündigte der Park zu seinen 25 Jahren beim National Park Service eine Zeremonie an, die er in Zusammenarbeit mit den Cheyenne and Arapaho Tribes ausrichten wollte.[16] Im November 2024 lud die Nation zu einem Symposium über Fort Marion mit dem Titel "Honoring Historic Footprints: 1875-1878" ein, dessen erster Tag an der Stätte stattfand, die sie Washita Massacre Site nennt.[22] In der Stadt Cheyenne gibt es außerdem das Black Kettle Museum.[17]

Grasbewachsener Hang mit rotem Erdreich und schmalem Wanderpfad über einer Flussbiegung mit Pappeln, dahinter sanfte Hügel im warmen Abendlicht
Flussbiegung im Westen Oklahomas. An einer Biegung des Washita stand das Lager von Black Kettle. Bild: KI-generiert

Wo liegt das Schlachtfeld am Washita?

Die Stätte liegt im Black Kettle National Grassland des US Forest Service bei der Stadt Cheyenne im Westen Oklahomas, etwa 140 Meilen westlich von Oklahoma City und 128 Meilen östlich von Amarillo in Texas. Die Zufahrt, der Oklahoma State Highway 47A, heißt seit 1998 Black Kettle Memorial Highway.[15] Aktuelle Hinweise für einen Besuch gibt der National Park Service auf der Seite der Washita Battlefield National Historic Site.[15]

Karte: Washita und benachbarte Schauplätze125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Schlacht am Washita2Sand-Creek-Massaker3Red-River-Krieg
Karte: Washita und benachbarte Schauplätze
  1. 1Schlacht am Washita (Washita Battlefield National Historic Site bei Cheyenne, Oklahoma) 35,62° N, 99,71° W[15]
  2. 2Sand-Creek-Massaker (Eads, Colorado; die Gedenkstätte liegt 23 Meilen nordöstlich) 38,48° N, 102,78° W[26]
  3. 3Red-River-Krieg (Canyon, Texas; Postanschrift des Palo Duro Canyon State Park) 34,99° N, 101,92° W[27]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Zeitleiste

Zeitleiste: Schlacht am Washita
  1. 29.11.1864Truppen unter John M. Chivington überfallen Black Kettles Lager am Sand Creek.[1] Sand-Creek-Massaker
  2. 14.10.1865Vertrag vom Little Arkansas.[25] Sand-Creek-Massaker
  3. Oktober 1867Vertrag von Medicine Lodge: Cheyenne und Arapaho sollen in ein Reservat im Indianer-Territorium ziehen.[1]
  4. 10.08.1868Bis zum 12. August überfallen etwa 200 Cheyenne, Lakota und Arapaho Siedlungen am Saline River in Kansas.[8]
  5. 24.09.1868Sheridan holt Custer an die Spitze der 7. Kavallerie zurück.[9, 12] George Armstrong Custer
  6. 20.11.1868Black Kettle bittet Colonel William B. Hazen in Fort Cobb vergeblich um Schutz für sein Lager.[7, 17]
  7. 23.11.1868Custer bricht mit 689 Soldaten und zwölf Osage-Scouts von Camp Supply auf.[1] Osage
  8. 27.11.1868Die 7. Kavallerie greift im Morgengrauen Black Kettles Lager am Washita an; Black Kettle und Medicine Woman Later werden getötet.[1]
  9. 29.11.1868Sheridan meldet in einem Tagesbefehl 103 getötete Krieger.[19]
  10. März 1869Custer nimmt am Sweetwater im Texas Panhandle Anführer der Cheyenne als Geiseln.[17]
  11. 10.04.1869Das Regiment kehrt nach Fort Hays zurück.[17]
  12. Juli 1869Die gefangenen Frauen und Kinder werden von Fort Hays zur Agentur in Anadarko entlassen.[2]
  13. 1933Ein Gedenkstein aus rotem Granit wird nahe dem Grab des Kriegers Hawk aufgestellt.[2]
  14. 12.11.1996Der Kongress schafft die Washita Battlefield National Historic Site.[1]
  15. 13.11.2021Angekündigte Zeremonie zu 25 Jahren im National Park Service, gemeinsam mit den Cheyenne and Arapaho Tribes.[16]

Mythos und Wahrheit

Die Schlacht am Washita im Film

Häufige Fragen

Wann war die Schlacht am Washita?

Am 27. November 1868. Der Angriff begann im Morgengrauen, gekämpft wurde laut Oklahoma Historical Society bis etwa 15 Uhr, weil Krieger aus den Lagern flussabwärts heraneilten. Danach zog Custer mit den Gefangenen ab.

Wer war Black Kettle?

Black Kettle war ein Friedensführer der Southern Cheyenne, um 1803 in den Black Hills geboren und seit 1854 Mitglied des Rats der 44. Er unterschrieb die Verträge von 1861, 1865 und 1867, überlebte 1864 das Massaker am Sand Creek und wurde am 27. November 1868 am Washita getötet.

Wie viele Menschen starben am Washita?

Die Angaben zu den Cheyenne reichen von 30 bis 60 Toten (National Park Service) und 60 Toten nach den Cheyenne and Arapaho Tribes bis zu 103 Kriegern, die die Armee meldete; Custer nannte später 140. Die Armee verlor je nach Quelle 20, 21 oder 22 Mann.

War der Washita eine Schlacht oder ein Massaker?

Der National Park Service nennt die Stätte Washita Battlefield, die Oklahoma Historical Society spricht von einem Gefecht. Die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen den Ort Washita Massacre Site, und ihr Gouverneur Darrell Flyingman nannte das Geschehen 2007 ein Massaker.

Warum griff Custer im Winter an?

General Philip H. Sheridan wollte die Cheyenne und Arapaho dann treffen, wenn ihre Pferde schwach und ihre Lager kaum beweglich waren. Feldzüge im Sommer hatten keinen Erfolg gebracht.

Was geschah mit Major Elliott?

Major Joel Elliott ritt während des Kampfes mit 17 Mann fliehenden Bewohnern nach, ohne Custer zu verständigen. Arapaho und Kiowa aus den Lagern flussabwärts töteten die Gruppe, Custer zog ab, ohne sie lange zu suchen. Captain Frederick Benteen warf ihm vor, die Männer im Stich gelassen zu haben.

Wo liegt das Schlachtfeld am Washita?

Am Washita River bei der Stadt Cheyenne im Roger Mills County im Westen Oklahomas, im Black Kettle National Grassland. Seit dem 12. November 1996 ist es die Washita Battlefield National Historic Site des National Park Service.

Quellen

  1. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 31.07.2021. abgerufen am 25.10.2026
  2. Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 16.04.2018. abgerufen am 25.10.2026
  3. Amtliche Stelle Chief Black Kettle (Moke-ta-ve-to) (ca. 1803-1868). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 11.09.2021. abgerufen am 25.10.2026
  4. Amtliche Stelle Medicine Woman Later (Ar-no-ho-wok). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  5. Amtliche Stelle Osage Scouts. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 07.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  6. Amtliche Stelle General Phillip H. Sheridan. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 07.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  7. Amtliche Stelle Colonel William B. Hazen (1830-1887). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 07.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle August 1868. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 18.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle September 1868. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 20.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle Major Joel Elliott (1840-1868). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle Ben Clark (1842-1914). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 07.08.2020. abgerufen am 25.10.2026
  12. Amtliche Stelle Lieutenant Colonel George A. Custer (1839-1876). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle Magpie (ca. 1851-1931). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 19.12.2020. abgerufen am 25.10.2026
  14. Amtliche Stelle Moving Behind Woman (ca. 1854-1937). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 25.10.2026
  15. Amtliche Stelle Directions and Transportation. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 21.12.2020. abgerufen am 25.10.2026
  16. Amtliche Stelle Commemorating Washita Battlefield's 25th Year in the National Park Service (Pressemitteilung). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 04.11.2021. abgerufen am 25.10.2026
  17. Nachschlagewerk Stephen Black: Washita, Battle of the. The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag WA037. Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010, geändert 14.02.2024. abgerufen am 25.10.2026
  18. Nachschlagewerk William Corbett: Washita, Battle of the. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
  19. Amtliche Stelle Cheyenne. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 28.08.2025. abgerufen am 25.10.2026
  20. Fachaufsatz Brian W. Dippie: The Changing Image of George Armstrong Custer, Nebraska History 95 (2014), S. 36 bis 51. History Nebraska (Nebraska State Historical Society). Stand 2014. abgerufen am 25.10.2026
  21. Tribal Nation Fort Marion Symposium November 19-21, 2024. Cheyenne and Arapaho Tribes. Stand 23.10.2024. abgerufen am 25.10.2026
  22. Tribal Nation Language and Culture. Cheyenne and Arapaho Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  23. Presse Cheyenne-Arapaho leader seeks Washita change. Indianz.com. Stand 23.04.2007. abgerufen am 25.10.2026
  24. Gesetz und Vertrag Treaty with the Cheyenne and Arapaho, 1865 (14 Stats. 703), Text nach Kappler. Tribal Treaties Database, Oklahoma State University Libraries. Stand 14.10.1865. abgerufen am 25.10.2026
  25. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Colorado. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 24.10.2026
  26. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Texas. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026

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Passt dazu

  • PersonenGeorge Armstrong Custer

    George Armstrong Custer fiel 1876 am Little Bighorn als Lieutenant Colonel der 7.

  • GeschichteSand-Creek-Massaker 1864

    Am 29. November 1864 überfielen Soldaten aus Colorado ein friedliches Lager von Cheyenne und Arapaho.

  • Indigene Völker NordamerikasCheyenne

    Die Cheyenne, oft Cheyenne-Indianer genannt, nennen sich Tsistsistas.

  • GeschichteRed-River-Krieg 1874 bis 1875

    Von Juni 1874 bis Frühjahr 1875 zwang die US-Armee Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho in die Reservate.