Indigene Völker NordamerikasVolk
Comanche
Kurz erklärt Die Comanche sind eine indigene Nation der südlichen Great Plains, die sich selbst Nʉmʉnʉʉ nennt, "die Menschen". Im 18. und 19. Jahrhundert beherrschten sie weite Teile von Texas und Oklahoma, seit 1875 lebten die meisten im Reservat in Oklahoma. Die Comanche Nation mit Sitz bei Lawton zählt laut eigener Website etwa 17.000 eingetragene Bürger.

Die Comanche sind eine indigene Nation der südlichen Great Plains. In ihrer Sprache nennen sie sich Nʉmʉnʉʉ, "die Menschen".[1] Im Deutschen heißen sie auch Komantschen,[22] oft auch "Comanche-Indianer". Ihre Regierung ist die Comanche Nation, Oklahoma, mit Sitz nördlich von Lawton im Südwesten Oklahomas.[1, 5]
Im 18. und 19. Jahrhundert beherrschten die Comanche weite Teile von Texas und dem heutigen Oklahoma. Sie waren laut Handbook of Texas für ihre Reitkunst bekannt und spielten in der Geschichte der texanischen Grenze eine große Rolle.[3]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Kulturraum die Seite Plains.
Was bedeutet Comanche, und wie nennen sie sich selbst?
Die Comanche Nation schreibt ihren Namen Nʉmʉnʉʉ und übersetzt ihn mit "The People", die Menschen.[1] Auf der Seite ihres Museums schreibt sie ihn Numunuu, ohne Sonderzeichen.[18] Die Oklahoma Historical Society gibt das Wort als numunuu wieder, die Encyclopedia of the Great Plains als Nemene ("unser Volk"), das Handbook of Texas als Nermernuh.[2, 3, 4]
Der Name Comanche ist eine Fremdbezeichnung. Er geht wahrscheinlich auf ein Wort der Ute zurück. Die Oklahoma Historical Society nennt ein Wort der Southern Ute für "Feind" oder allgemeiner "Fremder", das Handbook of Texas gibt es als Komántcia wieder, übersetzt mit "Feind" oder wörtlich "jemand, der mich ständig bekämpfen will".[2, 3] Nach dem Handbook übernahmen die Spanier in New Mexico den Namen, als sie im frühen 18. Jahrhundert auf die Comanche trafen; später benutzten ihn auch die Amerikaner.[3]
Die Sprache der Comanche gehört zur uto-aztekischen Sprachfamilie und ist eng mit dem Shoshone verwandt.[2, 3] Die Comanche Nation stellt sich selbst als "Lords of the Plains" vor, als Herren der Plains.[1]
Woher kommen die Comanche?
Die Comanche gehörten ursprünglich zu den Shoshone. Nach der Darstellung der Comanche Nation zogen sie im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert von ihren Verwandten fort, zuerst auf die nördlichen Plains und dann nach Süden. Auf der Suche nach einer neuen Heimat durchquerten sie Wyoming, Nebraska, Colorado, Kansas, New Mexico, Texas und Oklahoma und ließen sich schließlich im Südwesten Oklahomas nieder.[1] Eine mündliche Überlieferung, die die Oklahoma Historical Society wiedergibt, führt die Trennung auf einen Streit zwischen zwei Lagern zurück: Die eine Gruppe zog nach Süden und wurde zu den Comanche, die andere nach Westen und wurde zu den Shoshone.[2]
Die Encyclopedia of the Great Plains vermutet, dass Shoshone-Sprecher mit den Vorfahren der Comanche schon im 16. Jahrhundert auf die nördlichen Plains kamen.[4] Das Handbook of Texas beschreibt die Vorfahren als Jäger und Sammler aus dem Great Basin; im späten 17. Jahrhundert bekamen sie Pferde und zogen auf die Plains im Osten Colorados und Westen von Kansas.[3] Für den Zug nach Süden nennt das Handbook mehrere Gründe: die Mustangs und das wärmere Klima des Südwestens, die Bisonherden, den Handel mit den Wichita am Red River, über den französische Gewehre kamen, und den Druck der Blackfoot und Crow im Norden. Die Oklahoma Historical Society nennt dazu den Wunsch nach Kontakt mit den Spaniern in New Mexico und Texas.[2, 3]
1706 hielten spanische Beamte in New Mexico fest, dass sich viele Comanche an der Nordostgrenze der Provinz aufhielten. In Texas erschien 1743 zum ersten Mal nachweislich eine kleine Gruppe, in San Antonio, auf der Suche nach ihren Feinden, den Lipan Apache.[3] Die Apache, die die Region vorher beherrscht hatten, wurden von den Comanche nach Süden abgedrängt und blieben ihre Feinde.[3]
Das Gebiet, das sie beherrschten, heißt Comanchería. Laut Comanche Nation umfasste es das westliche Oklahoma und Texas, den Südwesten von Kansas, den Südosten Colorados, den Westen New Mexicos und Teile des nördlichen Mexiko.[6] Das Handbook of Texas nennt große Teile von Nord-, Zentral- und Westtexas.[3]
Die Gruppen der Comanche
In den Süden kamen die Comanche laut Handbook of Texas in vielen einzelnen Familiengruppen. Das Handbook zählt bis zu dreizehn Gruppen, die in der Geschichte bezeugt sind, und fünf große.[3] Namen und Übersetzungen nach dem Handbook und der Oklahoma Historical Society:[2, 3]
- Penateka, "Honigesser", die südlichste Gruppe zwischen dem Edwards Plateau und den Quellgebieten der Flüsse in Zentraltexas; sie spielten in der Geschichte von Texas die größte Rolle.[3]
- Nokoni (der Handbook-Artikel über Quanah Parker schreibt Noconi), "die umkehren", vom Cross Timbers im Norden von Texas bis in die Berge New Mexicos; im selben Gebiet lebten die kleineren Tanima ("Leberesser") und Tenawa ("die flussabwärts bleiben").[3]
- Kotsoteka, "Bisonesser", im heutigen Westen Oklahomas am Canadian River. Die Oklahoma Historical Society nennt sie die wichtigste Gruppe in Oklahoma vor der Zeit des Reservats.[2, 3]
- Yamparika, nach dem Handbook "Yap-Esser" nach einer essbaren Wurzel, nach der Oklahoma Historical Society "Wurzelesser", die nördlichste Gruppe bis zum Arkansas River.[2, 3]
- Quahadi, "Antilopen", auf dem Hochland des Llano Estacado.[2, 3]
Für die letzte Gruppe stehen in den Quellen mehrere Schreibweisen: Das Handbook of Texas schreibt im Eintrag über die Comanche Quahadi, im Eintrag über Quanah Parker Quahada, die Oklahoma Historical Society Kwahada, in Klammern Quahadi.[2, 3, 10]
Gesellschaft und Familie
Die wichtigste Einheit war die erweiterte Familie, die in mehreren benachbarten Tipis lebte. Verwandte Familien, die zusammen lagerten und zogen, bildeten eine örtliche Gruppe und erkannten das Oberhaupt der Kernfamilie als ihren Anführer an, auf Comanche paraivo. Mehrere Gruppen mit gemeinsamen Interessen bildeten eine Division, deren Anführer aus den paraivo ausgewählt wurde; manche Berichte sprechen von einer Wahl.[2] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt die erweiterte Familie nemenakane, "Leute, die zusammen in einem Haushalt leben"; die Division war die höchste Ebene der politischen Ordnung.[4]
Zwischen allen Ebenen konnten die Menschen frei wechseln, und die Ordnung änderte sich laut Oklahoma Historical Society immer wieder.[2] Jede Division hatte nach dem Handbook of Texas Friedensführer und Anführer im Krieg (zum Begriff siehe Häuptling); der zivile Anführer hatte meist den größten Einfluss. Anführer blieben es nur, solange sie das Vertrauen ihrer Leute hatten; Beschlüsse des Rats der Anführer waren für den Einzelnen nicht bindend.[3]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Comanche hatten einen obersten Häuptling, der für alle sprach.
Das überlieferte Recht der Comanche trennte zwischen privaten und öffentlichen Dingen. Heirat, Scheidung und Schadenersatz bei Ehebruch, auf Comanche nanawoku, waren Familiensache. Gemeinsame Jagden, Handel mit anderen Nationen und Friedensschlüsse besprachen die Comanche in lockeren Runden, den "smoke lodges", und in förmlichen Räten.[2]
Eine geschlossene Mitgliedschaft kannten die Comanche vor dem Reservat nicht. Viele hatten Vorfahren bei den Arapaho, Crow, Shoshone oder den Pueblos. Seit dem frühen 18. Jahrhundert nahmen Comanche Spanier, Mexikaner und später Angloamerikaner und Deutschtexaner gefangen und nahmen sie in ihre Familien auf.[2] Unter den Gefangenen war Cynthia Ann Parker, die laut dem Handbook-Artikel über die Comanche 1836 mit neun Jahren verschleppt wurde und 24 Jahre bei den Comanche lebte; der Handbook-Artikel über sie selbst schreibt fast 25 Jahre. Sie war die Mutter von Quanah Parker.[3, 26]
Wirtschaft und Ernährung
Im Mittelpunkt stand das Pferd. Laut Comanche Nation beherrschten die Comanche das Reiten so gut, dass sie im Krieg einen großen Vorteil hatten; sie züchteten und handelten Pferde, und das veränderte das Leben auf den Plains.[1] Für das Handbook of Texas waren Pferde Maß des Reichtums und wichtige Handelsware, und Kinder lernten früh reiten, Männer wie Frauen.[3] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt die Comanche das erste Volk, das die berittene Lebensweise der Plains annahm.[4]

Der Bison lieferte laut Comanche Nation Nahrung, Kleidung, Bezüge für die Tipis und viele andere Güter.[1] Die Kost bestand nach dem Handbook vor allem aus Fleisch, dazu Wurzeln, Früchte und Nüsse oder Feldfrüchte, die die Comanche bei den Wichita und Caddo im Osten und den Pueblos im Westen eintauschten.[3] Gemeinsame Jagden fanden laut Encyclopedia of the Great Plains meist im Spätsommer und Herbst statt, wenn die Tiere fett und die Felle gut waren; die Haut gehörte dem Jäger, dessen Pfeil das Tier getroffen hatte.[4] Die Tipis der Comanche hatten eine Grundlage aus vier Stangen.[4]
Daneben tauschten die Comanche Bisonprodukte, Pferde und Gefangene gegen Waren und Lebensmittel und kontrollierten nach dem Handbook einen großen Teil des Handels auf den südlichen Plains.[3] Händler, die zu ihnen reisten, hießen viageros, "Reisende", später Comancheros.[4] Pferde und Rinder züchteten die Comanche nach der Oklahoma Historical Society nicht selbst, sie holten sie bei Überfällen in Texas und Mexiko. Im Bürgerkrieg ermunterte die Unionsarmee in New Mexico diese Überfälle sogar; ihr eigener Rindfleischlieferant kaufte in den Lagern der Comanche ein.[2]
Glaube
Die Religion der Comanche war nach der Oklahoma Historical Society Sache des Einzelnen, mit gemeinsamen Grundzügen. Im Mittelpunkt stand puha, persönliche Kraft aus der Geisterwelt, die man mit einigen anderen teilen konnte; es gab Kraft zum Schutz im Krieg und Kraft zum Heilen, verbunden mit dem Wissen über Heilpflanzen.[2] Laut Encyclopedia of the Great Plains konnten Männer wie Frauen puhacut werden, "Besitzer von Kraft".[4] Große gemeinsame Zeremonien gab es nur wenige; ein Teil des Pflanzenwissens ist bis heute erhalten.[2]
Einen Sonnentanz rief 1874 Isa-tai aus, den das Handbook of Texas einen jungen medicine man der Quahadi nennt. Nach dem Handbook war dieses Ritual vorher nie Teil der Religion der Comanche gewesen.[3, 9]
Peyote lernten die Comanche nach der Oklahoma Historical Society wohl um 1800 kennen, als sie in den Süden von Texas und den Norden Mexikos kamen. In den späten 1880er Jahren brachte eine kleine Gruppe Lipan Apache ein neues Peyote-Ritual zu ihnen. Die Bundesregierung unterdrückte es zuerst, 1918 wurde es als Native American Church eingetragen.[2] In den 1890er Jahren entstanden im Reservat katholische, episkopale, baptistische und mennonitische Missionen; Comanche wurden Diakone und Prediger und schrieben Kirchenlieder in ihrer Sprache.[2]
Die Comanche im 19. Jahrhundert
Spanien, Mexiko und die Comanche
1758 griffen nach dem Handbook of Texas etwa 2.000 Comanche und Verbündete die spanische Mission Santa Cruz de San Sabá am San Saba River bei Menard an, die für die Apache gebaut worden war. Sie plünderten und verbrannten die Mission, acht Bewohner kamen ums Leben. Ein Jahr später besiegten sie mit Verbündeten eine spanische Strafexpedition unter Oberst Diego Ortiz Parrilla am Red River.[3] Spanien setzte danach auf Frieden durch Handel und Geschenke. Der Anführer Povea unterzeichnete 1772 in San Antonio einen Vertrag für seine Gruppe, und den spanisch-comanchischen Vertrag von 1785 hielten die Comanche laut Handbook bis zum Ende des Jahrhunderts mit nur kleinen Verstößen ein.[3] Auch unter Mexiko nach 1821 blieben die Comanche die bestimmende Macht in großen Teilen von Texas.[3]
Kriege mit Texas
Mit den Siedlern aus den USA, die nach dem Kolonisationsgesetz von 1824 nach Texas kamen, verschlechterten sich die Beziehungen. Als die Texaner das Land vermaßen, das die Comanche als ihr Jagdgebiet ansahen, wurden beide Seiten zu Feinden.[3] Im Mai 1836 überfielen Comanche und verbündete Kiowa Fort Parker nahe dem Navasota River, töteten mehrere Siedler und nahmen fünf Gefangene mit.[3] Nach der Texanischen Revolution suchte Sam Houston, der erste gewählte Präsident der Republik Texas, Frieden durch Handel; der Kongress von Texas lehnte aber die eine Bedingung der Comanche ab, eine feste Grenze zwischen Texas und der Comanchería.[3]
Sein Nachfolger Mirabeau B. Lamar setzte auf Krieg. Am 19. März 1840 kam eine Friedensdelegation der Penateka nach San Antonio. Als die Texaner die Anführer im Council House als Geiseln festhalten wollten, bis alle Gefangenen frei wären, versuchten diese zu fliehen und riefen ihre Leute draußen zu Hilfe. Im Kampf töteten texanische Soldaten die meisten der Comanche, die im Hof des Council House geblieben waren.[7] Das Handbook of Texas gliedert die Toten in seinen Einträgen verschieden: Der Eintrag über die Comanche nennt 35 getötete Comanche, darunter zwölf Anführer, und sieben tote Texaner; der Eintrag über den Council House Fight nennt dreißig Anführer und Kämpfer und etwa fünf Frauen und Kinder.[3, 7] Für die Comanche waren Gesandte im Krieg unantastbar, die Tat empörte sie.[7]
Im August 1840 antworteten die Penateka unter Buffalo Hump mit einem Zug quer durch Südtexas. Die Zahl der Kämpfer schätzt das Handbook auf 400 bis 500 (Eintrag Linnville) beziehungsweise mehr als 500 (Eintrag Comanche), mit Familien auf vielleicht 1.000 Menschen.[3, 8] Die Zahl der getöteten Siedler nennt das Handbook mit 23, darunter acht Schwarze und ein Mexikaner (Eintrag Linnville), beziehungsweise mit 25 Texanern (Eintrag Comanche).[3, 8] Am 8. August plünderten und verbrannten sie die kleine Hafenstadt Linnville; die Bewohner retteten sich auf Boote in der Bucht. Auf dem Rückweg stellten texanische Truppen die Comanche bei Plum Creek nahe Lockhart, etwa fünfzig Comanche starben.[3, 8] Im Oktober 1840 zerstörte eine Truppe unter John H. Moore ein Lager am Colorado River; die Penateka zogen sich danach über den Red River zurück.[3]
Als Houston 1841 wieder Präsident war, kehrte er zur Friedenspolitik zurück. 1844 unterzeichneten Buffalo Hump und andere Anführer am Tehuacana Creek einen Vertrag über Frieden und Handel, wieder ohne Grenze.[3] Für die deutschen Siedler verhandelte John O. Meusebach am 1. und 2. März 1847 am unteren San Saba mit Buffalo Hump, Santa Anna und weiteren Anführern. Der Vertrag erlaubte Siedlern und Comanche, unbehelligt in das Gebiet der anderen zu gehen, und sah für die Vermessung von Land eine Zahlung von mindestens 1.000 Dollar an die Comanche vor.[11] Nach dem Handbook wurde er zwei Monate später in Fredericksburg ratifiziert; die Anführer der Comanche kamen am 9. Mai 1847 dorthin, um ihn zu unterzeichnen und die versprochenen Geschenke im Wert von 3.000 Dollar abzuholen.[11, 21]
Reservate, Medicine Lodge und der Red-River-Krieg
Nach dem Anschluss von Texas an die USA 1845 übernahm die Bundesregierung die Indianerpolitik. 1854 entstand am Clear Fork des Brazos ein Reservat von 23.000 Acres für etwa 350 Penateka; 1859 brachte man sie auf Druck der Siedler ins Indianer-Territorium bei Anadarko.[3] Im Oktober 1858 griff die Armee unter Earl Van Dorn ein Lager der Penateka bei Rush Springs an.[2] Der Vertrag vom Little Arkansas von 1865 schuf ein Reservat, das große Teile des westlichen Oklahoma und den Texas Panhandle umfasste; der Vertrag von Medicine Lodge 1867 verkleinerte es auf ein Gebiet ganz in Oklahoma.[2]
Im Winter 1868 hatten Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche und Plains Apache laut National Park Service ihre Lager am Washita River, 6.000 bis 8.000 Menschen. Am 27. November griff George Armstrong Custer das Lager von Black Kettle an, siehe Die Schlacht am Washita.[15] Die Quahadi weigerten sich, nach Medicine Lodge zu kommen und ins Reservat zu ziehen, und blieben laut Handbook auf dem Llano Estacado. Am 9. Oktober 1871 erbeuteten Quanah Parker und seine Leute im Blanco Canyon Pferde aus dem Lager der 4. Kavallerie unter Oberst Ranald S. Mackenzie.[10]
Zwischen 1872 und 1874 rotteten Bisonjäger aus Dodge City laut Handbook die Herden im Reservat der Cheyenne und Arapaho aus, und die versprochenen Lebensmittel reichten nicht oder blieben ganz aus.[9] Am 27. Juni 1874 griffen Kämpfer der Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho das Lager der Bisonjäger in Adobe Walls im Texas Panhandle an. Das Handbook nennt rund 700 Angreifer, Archäologen der Texas Historical Commission etwa 300.[9, 23] Die Jäger wehrten die Angriffe mit ihren überlegenen Waffen ab, die Belagerung dauerte bis zum 1. Juli. Der Eintrag über Quanah Parker nennt für die Jäger einen Verlust (englisch casualty) und fünfzehn Tote bei den Angreifern, der Eintrag über den Krieg drei tote Weiße und bis zu siebzig Tote und Verwundete auf der anderen Seite.[9, 10]
Damit begann der Red-River-Krieg.[9] Am 28. September 1874 überraschte Mackenzie die Lager von Kiowa, Comanche und Cheyenne im Palo Duro Canyon; seine Truppe tötete nach dem Handbook-Artikel über den Krieg nur zwei oder drei Menschen, nach dem Artikel über die Schlacht drei Krieger und einen Weißen, verbrannte aber die Lager und ließ mehr als tausend erbeutete Pferde töten.[9, 24] Ohne Pferde und Vorräte kehrten die meisten Gruppen ins Reservat zurück. Als Letzte ergaben sich die Quahadi unter Quanah Parker am 2. Juni 1875 in Fort Sill im Indianer-Territorium.[9] Etwa 72 gefangene Anführer schickte die Armee nach dem Handbook am 28. April 1875 nach Fort Marion in Florida, wo sie bis 1878 festgehalten wurden; zu welchen Nationen sie gehörten, nennt das Handbook nicht.[9] Der National Park Service nennt 74 Gefangene, darunter 11 Comanche.[25] Die Comanche Nation sieht in der Übergabe von 1875 das Ende eines Feldzugs der Armee, der 1868 begonnen hatte.[6]

Nach einer Zählung im Reservat von 1875 lebten laut Handbook noch 1.597 Comanche, die Encyclopedia of the Great Plains nennt 1.556 Comanche im Reservat südlich des Washita.[3, 4] Die Regierung versuchte, aus Jägern Bauern zu machen, was nach der Oklahoma Historical Society meist scheiterte; bei der Pferde- und Rinderhaltung war das Ergebnis etwas besser, aber ebenfalls mit geringem Erfolg.[2]
- 1706Spanische Beamte in New Mexico melden viele Comanche an der Nordostgrenze der Provinz.[3]
- 1758Etwa 2.000 Comanche und Verbündete zerstören die spanische Mission Santa Cruz de San Sabá am San Saba River.[3]
- 1785Spanien und die Comanche schließen in Texas einen Vertrag, den die Comanche bis zum Ende des Jahrhunderts weitgehend einhalten.[3]
- 1835Vertrag von Camp Holmes, wahrscheinlich mit den Tenawa.[2]
- 19.03.1840Council House Fight in San Antonio: Texanische Truppen töten Mitglieder einer Friedensdelegation der Penateka.[3, 7]
- 08.08.1840Die Penateka unter Buffalo Hump plündern und verbrennen die Hafenstadt Linnville.[8]
- 01.03.1847Meusebach verhandelt am unteren San Saba mit Anführern der Comanche; die Verhandlungen enden am 2. März.[11]
- 09.05.1847Anführer der Comanche kommen nach Fredericksburg und unterzeichnen den Vertrag mit John O. Meusebach.[21]
- 1854In Texas entsteht am Clear Fork des Brazos ein Reservat für etwa 350 Penateka.[3]
- 1859Die Comanche des Reservats in Texas werden ins Indianer-Territorium bei Anadarko gebracht.[3]
- 1865Der Vertrag vom Little Arkansas schafft ein Reservat im westlichen Oklahoma und im Texas Panhandle.[2]
- 21.10.1867Kiowa und Comanche schließen am Medicine Lodge Creek den Vertrag von Medicine Lodge.[12]
- 27.11.1868Die Armee unter George Armstrong Custer greift am Washita das Lager des Cheyenne-Anführers Black Kettle an; im Tal liegen auch Winterlager der Comanche.[15] Schlacht am Washita
- 27.06.1874Kämpfer der Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho greifen das Lager der Bisonjäger in Adobe Walls an, nach dem Handbook of Texas rund 700.[9, 10] Red-River-Krieg
- 28.09.1874Truppen unter Ranald S. Mackenzie zerstören Lager im Palo Duro Canyon und töten mehr als tausend Pferde.[9] Red-River-Krieg
- 02.06.1875Die Quahadi unter Quanah Parker ergeben sich als Letzte in Fort Sill.[9] Quanah Parker
- 1901Das Reservat wird in Parzellen von 160 Acres aufgeteilt, das übrige Land für Siedler geöffnet.[2, 3] Dawes Act
- 1903Der Supreme Court entscheidet den Fall Lone Wolf v. Hitchcock.[2] Dawes Act
- 1918Das Peyote-Ritual, das Lipan Apache zu den Comanche gebracht hatten, wird als Native American Church eingetragen.[2]
- 06.06.1944Comanche Code Talker der 4. Infanteriedivision landen in der Normandie.[20]
- 1966Die Comanche nehmen eine eigene Verfassung an.[2]
- 2001Die Oklahoma Historical Society nennt 2001 als Jahr der Goldmedaille des Kongresses für die Code Talker der Comanche.[20]
- 20.11.2013Der Kongress ehrt in der Emancipation Hall 33 Nationen für ihre Code Talker, darunter die Comanche Nation, nach dem Code Talkers Recognition Act von 2008.[27]
Verträge und Reservat
Verschiedene Gruppen der Comanche schlossen Verträge mit Spanien, Mexiko, den USA und den Konföderierten Staaten. Den wichtigsten nennt die Oklahoma Historical Society den Vertrag von Medicine Lodge Creek von 1867, der die Beziehungen zur Bundesregierung für mehr als ein halbes Jahrhundert bestimmte.[2] Schon 1835 unterzeichneten wahrscheinlich Tenawa den Vertrag von Camp Holmes.[2]
Den Vertrag mit den Kiowa und Comanche schlossen die USA am 21. Oktober 1867 im Lager am Medicine Lodge Creek, siebzig Meilen südlich von Fort Larned in Kansas; der Senat ratifizierte ihn am 25. Juli 1868.[12] Zu dem Treffen kamen laut National Park Service auch Cheyenne, Arapaho und Apache.[14] Für die Comanche unterschrieben zehn Männer, als Erster Parry-wah-say-men, Ten Bears.[12] Nach der Oklahoma Historical Society waren die Unterzeichner meist Yamparika.[2] Was der Vertrag regelte:[12]
- Artikel 1: Der Krieg zwischen beiden Seiten endet für immer; Unrecht auf beiden Seiten soll bestraft werden.[12]
- Artikel 2: Ein Reservat zwischen dem Washita River, dem 98. Längengrad, dem North Fork des Red River und dem Red River gehört den Nationen zur ungestörten Nutzung.[12]
- Artikel 10: Statt aller früheren Zahlungen liefern die USA dreißig Jahre lang jedes Jahr Kleidung und geben jährlich 25.000 Dollar für Waren aus.[12]
- Artikel 11: Die Nationen geben das Recht auf, außerhalb des Reservats dauerhaft zu leben, dürfen aber südlich des Arkansas River jagen, solange es dort genug Bisons gibt.[12]
- Artikel 12: Jede Abtretung von Reservatsland braucht die Unterschrift von drei Vierteln der erwachsenen Männer.[12]
Am selben Tag schlossen sich in einem Zusatzvertrag die Apache den Kiowa und Comanche an; die jährliche Summe stieg dafür auf 30.000 Dollar.[13] Aus diesem Bund wurde laut Oklahoma Historical Society die KCA, Kiowa, Comanche und Apache. Er blieb schwach, ein gemeinsamer Geschäftsausschuss entstand erst in den späten 1890er Jahren.[2]
Die Proteste gegen die Aufteilung des Reservats reichten bis zum Supreme Court, zum Fall Lone Wolf v. Hitchcock von 1903.[2] Nach dem Jerome Agreement erhielt 1901 jeder Mann, jede Frau und jedes Kind 160 Acres. Was übrig war, wurde für Siedler geöffnet, und bald lebten auf dem früheren Reservat mehr Weiße als Comanche.[2, 3] Die Weiden, die zunächst gemeinsamer Besitz blieben, wurden 1906 ebenfalls aufgeteilt.[2] Die Encyclopedia of the Great Plains ordnet die Aufteilung dem Dawes Act von 1887 zu.[4]
Die Comanche heute
Die Bundesregierung führt die Nation in der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 als Comanche Nation, Oklahoma.[5] Ihr Hauptsitz liegt laut eigener Website, comanchenation.com, neun Meilen nördlich von Lawton. Die Nation zählt etwa 17.000 eingetragene Bürger, von denen rund 7.000 im Gebiet um Lawton, Fort Sill und in den umliegenden Countys leben; ein Jahr nennt die Seite nicht.[1]
| Jahr | Comanche | Herkunft |
|---|---|---|
| 1870 | 3.742 (Schätzung, davon vielleicht 1.000 außerhalb des Reservats) | Encyclopedia of the Great Plains[4] |
| 1875 | 1.556 bis 1.597 | Encyclopedia of the Great Plains; Handbook of Texas (Zählung im Reservat)[3, 4] |
| 1904 | 1.399 (Tiefstand) | Encyclopedia of the Great Plains[4] |
| 1990 | etwa 9.000 | Encyclopedia of the Great Plains[4] |
| 1995 | 9.722 eingetragene Bürger | Handbook of Texas[3] |
| 2003 | etwa 10.000 | Oklahoma Historical Society[2] |
| heute (ohne Jahr) | etwa 17.000 eingetragene Bürger | Comanche Nation[1] |
Die Verfassung der Comanche Nation regelt die Regierung. Oberstes Organ ist der Tribal Council aus allen eingetragenen Bürgern über 18 Jahren. Er wählt sieben Amtsträger, Chairman, Vice-Chairman, Secretary/Treasurer und vier Committeemen, die zusammen das Comanche Business Committee bilden, und den Tribal Administrator für die laufenden Geschäfte.[1] Eigene Wege geht die Nation laut Handbook of Texas seit den 1960er Jahren, als sie aus dem gemeinsamen Ausschuss mit Kiowa und Apache austrat; eine eigene Verfassung nahmen die Wähler nach der Oklahoma Historical Society 1966 an.[2, 3] Die Website führt die Verfassung in der am 17. Mai 2025 geänderten Fassung.[19] Chairman ist nach der Seite des Comanche Business Committee Forrest Tahdooahnippah.[16]
Comanche wurde früher auf den ganzen südlichen Plains gesprochen und wegen dieser Verbreitung manchmal "court language of the Plains" genannt; die Zahl der Sprecher ist seither gesunken.[2] Es gibt zwei gedruckte Wörterbücher, und ein Komitee für Sprache und Kultur, Numu Tekwapuha Nomnekatu, hat Fibeln herausgegeben.[2] Die Sprachabteilung der Nation in Lawton will die Sprache wiederbeleben und den Bürgern helfen, Sprache, Kultur, Geschichte und Lehren zu lernen; ihr Leitspruch lautet "Nahmaʔai tanʉ nʉmʉniwʉnʉ̠!", übersetzt "Lasst uns alle zusammen Comanche sprechen!".[17] In Lawton zeigt das Comanche National Museum and Cultural Center die Geschichte, Kultur und Kunst der Nation aus ihrer eigenen Sicht.[18]

Viele Comanche dienten in den Streitkräften der USA. Laut Comanche Nation wurden 60 Comanche im Ersten Weltkrieg eingezogen oder meldeten sich freiwillig, obwohl sie erst 1924 Staatsbürger wurden; zur Rechtslage siehe Indian Citizenship Act.[6] Im Zweiten Weltkrieg entwickelten Comanche in der US-Armee einen Code auf der Grundlage ihrer Sprache. Sie dienten in der 4th Signal Company der 4. Infanteriedivision und gaben ab der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 Nachrichten weiter. Die Oklahoma Historical Society schreibt, der Kongress habe sie 2001 mit der Goldmedaille ausgezeichnet.[20] Nach dem Medaillenprogramm der U.S. Mint zum Code Talkers Recognition Act von 2008 ehrte der Kongress am 20. November 2013 33 Nationen für ihre Code Talker, darunter die Comanche Nation; die Navajo Nation erhielt ihre Goldmedaillen 2001.[27]
Nach der Zulassung indigener Spielbanken in den 1990er Jahren eröffnete die Nation am Sitz in Lawton ein Kasino, dessen Erlöse nach der Oklahoma Historical Society viele Vorhaben der Nation finanzieren.[2]
Bekannte Persönlichkeiten
- Quanah Parker, geboren um 1845 oder 1852, Anführer der Quahadi im Red-River-Krieg, nach 1875 von Bundesagenten zum Chief ernannt, später Rancher und Richter am Gericht der Nation (tribal court); er starb am 23. Februar 1911.[10]
- Buffalo Hump, Anführer der Penateka, führte 1840 den Zug nach Linnville und unterzeichnete 1844 und 1847 Verträge.[3, 8, 11]
- Peta Nocona, Anführer der Noconi (Nokoni) im Krieg, Vater von Quanah Parker; er wurde 1860 am Pease River getötet.[10]
- Parry-wah-say-men (Ten Bears) unterzeichnete 1867 als erster Comanche den Vertrag von Medicine Lodge.[12]
- Charles Joyce Chibitty gehörte zu den Code Talkern der Comanche im Zweiten Weltkrieg.[20]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Die Comanche im Film
Im Film
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Comanche selbst?
Die Comanche Nation schreibt Nʉmʉnʉʉ und übersetzt es mit "The People", die Menschen. In der Literatur steht das Wort auch als numunuu, Nemene oder Nermernuh.
Was bedeutet der Name Comanche?
Der Name stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Ute. Das Handbook of Texas übersetzt das Ausgangswort mit "Feind" oder "jemand, der mich ständig bekämpfen will". Die Spanier in New Mexico übernahmen den Namen im frühen 18. Jahrhundert.
Was war die Comanchería?
So hieß das große Gebiet, das die Comanche im 18. und 19. Jahrhundert beherrschten. Laut Comanche Nation reichte es vom westlichen Oklahoma und Texas über Südwest-Kansas und Südost-Colorado bis nach New Mexico und in den Norden Mexikos.
Gibt es die Comanche heute noch?
Ja. Die Comanche Nation, Oklahoma, ist eine der 575 Nationen, die die Vereinigten Staaten anerkennen. Sie hat eine eigene Verfassung, ein gewähltes Comanche Business Committee, ein Museum in Lawton und ein Programm für ihre Sprache.
Wo leben die Comanche heute?
Viele leben im Südwesten Oklahomas um Lawton und Fort Sill. Laut Comanche Nation wohnen dort rund 7.000 der etwa 17.000 eingetragenen Bürger.
Wann ergaben sich die letzten Comanche?
Am 2. Juni 1875 ergaben sich die Quahadi unter Quanah Parker in Fort Sill im Indianer-Territorium. Damit endete der Red-River-Krieg, und die meisten Comanche lebten danach im Reservat.
Welche Gruppen gab es bei den Comanche?
Das Handbook of Texas nennt bis zu dreizehn Gruppen und fünf große: Penateka, Nokoni, Kotsoteka, Yamparika und Quahadi. Die Gruppen waren nicht starr; Familien konnten wechseln, und eine gemeinsame Führung aller Comanche gab es nicht.
Quellen
- Nachschlagewerk Thomas W. Kavanagh: Comanche (tribe) (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag CO033). Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Carol A. Lipscomb: Comanche Indians (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 09.10.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Thomas W. Kavanagh: Comanches. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Comanche Veterans. Comanche Nation, Oklahoma. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Jodye Lynn Dickson Schilz: Council House Fight (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 25.08.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Craig H. Roell: Linnville Raid of 1840 (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1995, überarbeitet 22.11.2020. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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Indigene Völker NordamerikasPlainsDie Völker der Plains, oft Prärie-Indianer genannt, lebten zwischen Mississippi und Rocky Mountains.
Indigene Völker NordamerikasKiowaDie Kiowa, oft Kiowa-Indianer genannt, sind eine Nation der südlichen Plains.
PersonenQuanah ParkerQuanah Parker war Anführer der Quahadi-Comanche, ergab sich 1875 und wurde im Reservat Chief, Richter und Rancher.
GeschichteRed-River-Krieg 1874 bis 1875Von Juni 1874 bis Frühjahr 1875 zwang die US-Armee Comanche, Kiowa, Cheyenne und Arapaho in die Reservate.



