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George Armstrong Custer
Kurz erklärt George Armstrong Custer (1839 bis 1876) war Kavallerieoffizier der US-Armee. Im Bürgerkrieg wurde er mit 23 Jahren Brigadegeneral der Freiwilligen, 1868 griff er mit der 7. Kavallerie das Lager von Black Kettle am Washita River an. Am 25. Juni 1876 starb er als Lieutenant Colonel mit allen rund 210 Mann seiner fünf Kompanien am Little Bighorn.

Wer war George Armstrong Custer?
George Armstrong Custer war ein Offizier der US-Kavallerie. Er kam am 5. Dezember 1839 in New Rumley im US-Bundesstaat Ohio zur Welt und machte 1861 seinen Abschluss an der Militärakademie West Point.[1] Im Bürgerkrieg führte er als junger General zuerst die Michigan-Kavalleriebrigade und dann die 3. Kavalleriedivision der Union, danach kommandierte er zehn Jahre lang die 7. Kavallerie in Feldzügen gegen Nationen der Great Plains.[4] Im November 1868 führte er den Angriff auf ein Lager der Cheyenne am Washita River, am 25. Juni 1876 starb er in der Schlacht am Little Bighorn.[1, 3]
Das Handbuch des National Park Service von 1969 nennt ihn eine der umstrittensten Figuren der US-Geschichte. Manche Historiker beschrieben ihn als rücksichtslos, brutal und selbstverliebt, sein erster Biograf als Vorbild an Ehre und Tapferkeit.[4] Die Encyclopaedia Britannica schreibt, die meisten Historiker sähen in ihm heute weder einen Helden noch einen Schurken.[6]
Kindheit in Ohio und Michigan
An der Stelle seines Geburtshauses in New Rumley steht heute ein Bronzedenkmal, vom Haus ist nur das Fundament erhalten.[7] Einen Teil seiner Jugend verbrachte er bei seiner Halbschwester und ihrem Mann in Monroe in Michigan. 1856 schloss er die McNeely Normal School in Ohio ab, eine Schule für angehende Lehrer, und unterrichtete selbst, bevor er an die Militärakademie ging.[6]
West Point: Abschluss als Letzter
Im Herbst 1857 trat Custer in West Point ein. Im Juni 1861 schloss er als Letzter seines Jahrgangs ab, auf Platz 34 von 34.[1] Der Bürgerkrieg hatte da schon begonnen. Als Second Lieutenant (Leutnant) war er im Juli 1861 bei der ersten Schlacht am Bull Run dabei.[1, 6]

Custer im Bürgerkrieg
Zunächst diente Custer im Stab der Potomac-Armee der Union und fiel dort als Offizier auf, der sich schnell freiwillig meldete.[1] Er kam in den Stab von General George B. McClellan und lernte viele hohe Offiziere kennen.[6] 1863 wählte General Alfred Pleasonton ihn und zwei weitere junge Offiziere für eine rasche Beförderung aus. Mit 23 Jahren wurde Custer Brigadegeneral, der jüngste der US-Armee seit Lafayette.[4] Er führte die Michigan-Kavalleriebrigade aus vier Regimentern seiner Wahlheimat und bekam den Beinamen "Boy General".[6]
Am Morgen des 3. Juli 1863 stand er mit dieser Brigade und einer Batterie reitender Artillerie auf dem Gelände, das heute East Cavalry Field heißt, östlich von Gettysburg. Er sollte die rechte Flanke der Unionsarmee und eine wichtige Straßenkreuzung sichern; kurz darauf verstärkte die Division von General David M. Gregg seine Stellung.[8] Die Britannica nennt außerdem die Gefechte bei Yellow Tavern im Mai 1864 und bei Winchester im September 1864, nach denen er eine Division übernahm und noch vor seinem 25. Geburtstag Generalmajor wurde.[6]
Custer führte seine Männer von vorn. Laut National Park Service wurden ihm im Krieg elf Pferde unter dem Leib erschossen, er selbst wurde nur einmal verwundet, bei Culpeper Court House durch eine Granate. Daher kam die Rede vom "Custer Luck", dem Glück Custers.[1] In den letzten Kriegstagen verfolgte seine Division die Armee von Nord-Virginia unter Robert E. Lee, was nach der Britannica deren Kapitulation in Appomattox am 9. April 1865 beschleunigte.[6] Den kleinen Tisch, an dem General Ulysses S. Grant dort die Bedingungen der Kapitulation unterschrieb, schenkte General Philip H. Sheridan laut Smithsonian der Frau Custers. Sie lieh ihn 1912 dem Nationalmuseum; 1936 wurde die Leihgabe nach ihrem Testament zum Vermächtnis.[9]
Im November 1862 hatte Custer Elizabeth Bacon kennengelernt, genannt Libbie, die Tochter eines Richters aus Monroe. Ihr Vater war zunächst gegen die Verbindung.[1, 6] Die beiden heirateten am 9. Februar 1864 in Monroe.[6]
Lieutenant Colonel der 7. Kavallerie
Nach dem Krieg wurde die Freiwilligenarmee aufgelöst. Custer war Generalmajor der Freiwilligen und Generalmajor als Brevet gewesen, ein Ehrenrang auf Zeit; in der regulären Armee war er nur bis zum Captain (Hauptmann) aufgestiegen und fiel auf diesen Rang zurück.[4, 5] 1866 wurde in Fort Riley in Kansas die 7. Kavallerie aufgestellt, und Custer wurde ihr Lieutenant Colonel (Oberstleutnant).[1] Die beiden ersten Obersten des Regiments, Andrew Smith und Samuel Sturgis, waren meist abkommandiert, deshalb führte Custer das Regiment in der Regel selbst.[1]
Hancocks Feldzug und das Kriegsgericht von 1867
Im Frühjahr 1867 zog die 7. Kavallerie mit General Winfield Scott Hancock durch Kansas, der die Dog Soldiers einschüchtern wollte, eine Gruppe von Kriegern vor allem aus den Cheyenne.[10] Ab dem 15. April verfolgte Custer fliehende Familien der Cheyenne und Lakota, ohne sie einzuholen, während Hancock ihr verlassenes Dorf am Pawnee Fork niederbrennen ließ.[10, 14] Bis Ende April desertierten 65 Männer aus dem Regiment.[10]
Im Sommer ließ Custer laut National Park Service auf Deserteure schießen und verweigerte den Überlebenden zunächst die Behandlung. Dann verließ er ohne Befehl seinen Posten, nach allen Berichten, um seine Frau zu sehen.[2] Die Anklage warf ihm vor, er sei am 15. Juli 1867 von Fort Wallace ohne Erlaubnis nach Fort Harker geritten, 275 Meilen weit, und habe dabei die Pferde seines Trupps überanstrengt.[11] Das Kriegsgericht tagte ab September 1867 in Fort Leavenworth. Es sprach ihn in allen Punkten schuldig und suspendierte ihn für ein Jahr von Rang und Sold.[2, 11]
Noch vor Ablauf der Strafe holte General Philip H. Sheridan ihn zurück. Am 24. September 1868 telegrafierte Sheridan aus Fort Hays, er, General Sherman, General Sully und fast alle Offiziere des Regiments hätten um ihn gebeten.[12] Custer sollte die 7. Kavallerie in einem Winterfeldzug gegen die Cheyenne führen.[2, 5]
Der Angriff am Washita 1868
Sheridans Plan war ein Feldzug im Winter, wenn die Pferde der Plains-Nationen schwach und ihre Lager kaum beweglich waren.[3] Am 23. November 1868 brach Custer mit 689 Soldaten der 7. Kavallerie und einem Dutzend Osage-Scouts (Kundschafter) von Camp Supply im Indianer-Territorium auf, dem heutigen Oklahoma. Im Tal des Washita River hatten laut National Park Service 6.000 bis 8.000 Cheyenne, Arapaho, Kiowa, Comanche und Plains Apache ihre Winterlager.[3] Die Truppe stieß auf das Lager von Black Kettle, einem Friedensführer der Cheyenne, der 1864 das Sand-Creek-Massaker überlebt hatte.[3]
Am Morgen des 27. November 1868 griffen die Soldaten das schlafende Lager an. Soldaten töteten Black Kettle und seine Frau Medicine Woman Later, als sie den Fluss überqueren wollten.[3] Nach der Seite des National Park Service zum Washita starben 30 bis 60 Cheyenne und 20 Soldaten. Die Seite des National Park Service zu den Cheyenne am Little Bighorn nennt Black Kettle, seine Frau und vierzig Männer, Frauen und Kinder.[3, 14] Der Historiker Brian W. Dippie schreibt von 103 getöteten Männern, Frauen und Kindern.[22] Laut National Park Service meldete Custers oberster Scout Ben Clark während des Angriffs, die Truppe von Captain Edward Myers töte Frauen und Kinder; darauf ließ Custer das Töten von Frauen und Kindern einstellen.[2] Custer ließ von 875 erbeuteten Pferden und Mauleseln alle bis auf 225 töten und die Zelte mit den Wintervorräten verbrennen. Mit 53 gefangenen Frauen und Kindern zog er sich nach Camp Supply zurück, weil sich Krieger aus den Lagern flussabwärts näherten.[3]
Major Joel Elliott war mit einem Trupp von 17 Mann fliehenden Bewohnern nachgeritten, ohne Custer zu verständigen. Zwei Wochen später fanden Sheridan und Custer die Toten zwei Meilen flussabwärts. Captain Frederick Benteen warf Custer vor, die Männer im Stich gelassen zu haben; der Streit spaltete die Offiziere des Regiments noch lange nach Custers Tod.[13]
Die Britannica nennt den Angriff einen zweifelhaften Erfolg, weil die meisten Getöteten wohl Frauen, Kinder und Alte waren, und schreibt, er habe Custers Ruf als Kämpfer gegen die Plains-Nationen begründet.[6] Laut der Kansas Historical Society war er ein Sieg für Custer und die 7. Kavallerie, manche sahen darin aber ein Massaker.[5] Die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen die Stätte heute Washita Massacre Site.[15] Der Kongress richtete dort am 12. November 1996 die Washita Battlefield National Historic Site ein.[3]

Im März 1869 umstellte Custer laut National Park Service ein Lager der Cheyenne am Sweet Water Creek. Dort rauchte er mit dem Hüter der heiligen Pfeile die Pfeife zum Frieden und nahm danach, wie der National Park Service schreibt, hinterlistig vier Cheyenne als Geiseln.[14] Custer selbst beschrieb seine Jahre in den Plains in Artikeln für die Zeitschrift The Galaxy, die 1874 als Buch "My Life on the Plains" erschienen.[2, 16] Darin nennt er den "Indianer" einen "Wilden in jedem Sinne des Wortes" (Übersetzung der Redaktion) und schreibt zugleich, er würde an dessen Stelle lieber auf den freien Plains bleiben als in ein Reservat gehen.[5, 16]
Wäre ich ein Indianer, so würde ich, denke ich oft, mein Los lieber mit denen meines Volkes teilen, die an den freien, offenen Plains festhielten, als mich in die engen Grenzen eines Reservats zu fügen, um dort die gesegneten Wohltaten der Zivilisation zu empfangen, deren Laster noch ohne Maß und Zahl dazukommen.
Yellowstone, Black Hills und der Streit mit Grant
1870 kam die 7. Kavallerie nach Kentucky, wo sie in der Zeit der Reconstruction vor allem gegen den Ku-Klux-Klan eingesetzt wurde.[5] Ab 1873 lag das Regiment im Dakota-Territorium. Im Sommer 1873 schützte es die Vermessung der Northern Pacific Railroad am Yellowstone River; die Lakota und andere Nationen griffen die Lager der Vermesser immer wieder an.[1] In diesen Jahren führte Custer auch Jagdgesellschaften, unter anderen mit dem russischen Großfürsten Alexis, mit Buffalo Bill Cody und mit General Sheridan.[2]
1874 führte Custer eine Expedition von rund 1.000 Mann in die Black Hills.[17] Das Gebiet lag innerhalb der Großen Sioux-Reservation. Custer sollte die Gegend kartieren und einen Platz für ein Fort suchen. Geologen der Expedition fanden Gold, und Goldsucher drangen in das Gebiet ein, was gegen den Vertrag von Fort Laramie von 1868 verstieß.[18] Nach der Britannica lösten Custers übertriebene Berichte den Goldrausch in den Black Hills aus.[6]
Im März und April 1876 sagte Custer vor einem Ausschuss des Kongresses aus, Kriegsminister William Belknap sei in den Handel mit Konzessionen für die Händler an den Forts verwickelt. Seine Aussage belastete auch Orvil Grant, den Bruder des Präsidenten. Das brachte Custer in eine schwierige Lage, denn Präsident Ulysses S. Grant plante gerade den Feldzug gegen die Lakota und Cheyenne, die keinen Vertrag unterzeichnet hatten. Schließlich durfte Custer die 7. Kavallerie doch in den Feldzug führen.[1]
Der Feldzug von 1876 und die Schlacht am Little Bighorn
Am 17. Mai 1876 verließ die Kolonne von General Alfred Terry mit der 7. Kavallerie Fort Abraham Lincoln bei Bismarck.[19] Sie gehörte zum Großen Sioux-Krieg: Drei Kolonnen der Armee sollten die Lakota und Cheyenne, die nicht im Reservat lebten, dorthin zwingen.[1, 18] Am 22. Juni schickte Terry Custer auf einen weiten Umgehungsmarsch, damit sich das Lager am Little Bighorn nicht zerstreuen konnte.[18]
Am Morgen des 25. Juni meldeten die Crow- und Arikara-Scouts, das Regiment sei entdeckt. Custer gab seinen Plan auf, am 26. Juni im Morgengrauen anzugreifen, und befahl den sofortigen Vormarsch.[18] Er teilte das Regiment in vier Teile: den Tross mit 125 Mann, drei Kompanien unter Captain Frederick Benteen mit 125 Mann, drei Kompanien unter Major Marcus Reno mit 140 Mann und fünf Kompanien unter seinem eigenen Befehl mit 210 Mann.[18] Im Lager lebten nach heutigen Schätzungen rund 8.000 Menschen, die Zahl der Krieger schätzen Historiker laut National Park Service auf 1.500 bis 1.800.[18]
Reno griff im Tal an und wurde auf die Höhen östlich des Flusses zurückgeschlagen. Custer ritt mit seinem Bataillon über die Höhen nach Norden. Was dort genau geschah, setzen Historiker aus Berichten der Lakota und Cheyenne, archäologischen Funden und der Lage der Toten zusammen. Etwa 40 der 210 Männer wurden auf dem Hügel eingeschlossen, auf dem heute das Denkmal steht; niemand aus den fünf Kompanien überlebte.[18] Mit Custer starben sein Bruder Captain Tom Custer und sein Schwager Lieutenant James Calhoun.[4, 20] Insgesamt nennt die Seite des National Park Service zu Custer 263 tote Soldaten und Zivilisten und etwa 80 tote Lakota und Cheyenne, die Chronologie des National Park Service 268 Tote der 7. Kavallerie samt Scouts und geschätzt 60 bis 100 tote Lakota und Cheyenne.[1, 19]
Zeitleiste
- 05.12.1839George Armstrong Custer kommt in New Rumley, Ohio, zur Welt.[1]
- Juni 1861Abschluss an der Militärakademie West Point als Letzter seines Jahrgangs, Platz 34 von 34.[1]
- 1863Mit 23 Jahren wird Custer Brigadegeneral der Freiwilligen und übernimmt die Michigan-Kavalleriebrigade.[4, 6]
- 03.07.1863Custers Brigade sichert am heutigen East Cavalry Field bei Gettysburg die rechte Flanke der Unionsarmee.[8]
- 09.02.1864Hochzeit mit Elizabeth Bacon in Monroe, Michigan.[6]
- 09.04.1865Lee kapituliert in Appomattox; Custers Division hatte seine Armee bis zuletzt verfolgt.[6]
- 1866Custer wird Lieutenant Colonel der neuen 7. Kavallerie in Fort Riley, Kansas.[1]
- Oktober 1867Ein Kriegsgericht in Fort Leavenworth suspendiert ihn für ein Jahr von Rang und Sold.[2, 11]
- 24.09.1868Sheridan ruft Custer vor Ablauf der Strafe zur 7. Kavallerie zurück.[12]
- 27.11.1868Die 7. Kavallerie unter Custer greift am Washita River das Lager von Black Kettle an.[3] Schlacht am Washita
- 1874Expedition von rund 1.000 Mann in die Black Hills; Geologen finden Gold.[17, 18] Goldrausch in den Black Hills
- 25.06.1876Custer stirbt mit allen rund 210 Mann seiner fünf Kompanien in der Schlacht am Little Bighorn.[18] Schlacht am Little Bighorn
- 10.10.1877Custer wird in der Militärakademie West Point beigesetzt.[4]
- April 1933Elizabeth Bacon Custer stirbt wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag.[22]
Wie starb General Custer?
Am 27. Juni 1876 trafen die Truppen von General Terry und Colonel John Gibbon ein und fanden Custers tote Männer.[19] Lieutenant James H. Bradley und seine Crow-Scouts zählten auf dem Höhenrücken 197 Tote. Custers Leichnam lag knapp unterhalb der Kuppe am Nordende des Rückens.[4] Laut dem Handbuch des National Park Service von 1969 hatte er zwei Schusswunden, eine in der linken Brust und eine an der linken Schläfe.[4] Die Britannica schreibt, jede der beiden Wunden hätte tödlich sein können.[6] Wie Custers Bataillon unterging, kann nach Utley niemand sicher wissen, weil keiner überlebte.[4] Der Hunkpapa-Lakota Rain-in-the-Face behauptete nach der Schlacht laut National Park Service, er habe Custer getötet.[21]
Was geschah mit Custers Leichnam?
Ob der Leichnam verstümmelt wurde, geben zwei Seiten des National Park Service unterschiedlich an. Nach Utleys Handbuch von 1969 war er entkleidet, aber weder skalpiert noch verstümmelt; die heutige Seite des National Park Service zu den Hunkpapa und Sihasapa spricht von vielen Verstümmelungen.[4, 21] Am 28. Juni begruben Renos Männer die Toten von Custers Bataillon. Werkzeug war knapp, die meisten Gräber waren flach; die Offiziere wurden sorgfältiger begraben und ihre Gräber deutlich gekennzeichnet.[4, 19]
Ein Jahr später kam eine Kompanie der 7. Kavallerie zurück und begrub die Toten neu. Die Leichname von elf Offizieren und zwei Zivilisten wurden ausgegraben und zu ihren Familien gebracht.[4] Custer wurde am 10. Oktober 1877 in einer feierlichen Zeremonie in der Militärakademie West Point im Staat New York beigesetzt. Sein Grab liegt nahe der alten Kadettenkapelle.[4] Tom Custer liegt auf dem Nationalfriedhof von Fort Leavenworth.[20]
Wie die Nachricht nach Osten kam
Der Dampfer Far West brachte die Verwundeten den Yellowstone und den Missouri hinunter und legte am 5. Juli 1876 um 23 Uhr in Bismarck an. Von dort ging die Nachricht per Telegraf nach Osten.[4] Am 6. Juli druckte die Bismarck Tribune die Meldung, und um 7 Uhr morgens erfuhr Libbie Custer in Fort Abraham Lincoln vom Tod ihres Mannes.[19] Der Historiker Brian W. Dippie schreibt, die Nachricht habe das Land am 6. Juli erreicht, zwei Tage nach dem 100. Jahrestag der Unabhängigkeit.[22]
Was ist Legende, was ist belegt?
Libbie Custer warb nach seinem Tod laut National Park Service für den Rest ihres Lebens für das Bild eines tapferen, edlen Mannes, der zu früh gefallen war.[1] Sie schrieb mehrere Bücher über das Leben in der Armee an der Grenze.[4] Custers Name lebte in Groschenromanen (Dime Novels), Bildern, Liedern und Filmen weiter.[1] Noch 1876 erschien Frederick Whittakers Buch "A Complete Life of Gen. George A. Custer".[22]
Dippie teilt das Nachleben Custers in zwei Hälften. In den ersten 50 Jahren nach dem Little Bighorn galt er als Held, der sich geopfert hatte. Kritiker hielten sich zurück, solange die Witwe lebte; sie starb kinderlos und ohne wieder geheiratet zu haben im April 1933, wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag.[22] Ein Jahr später erschien Frederic F. Van de Waters Biografie "Glory-Hunter", die Custer als rücksichtslosen Ruhmsüchtigen zeichnete. Seit den 1930er-Jahren dient er laut Dippie meist als Schurke oder Narr; in den 1960er-Jahren lautete ein Spruch der indigenen Bürgerrechtsbewegung Red Power "Custer died for your sins".[22]
Mythos und Wahrheit
Mythos
General Custer fiel am Little Bighorn als General an der Spitze seiner Armee.
Was belegt ist
Am Little Bighorn war Custer Lieutenant Colonel und führte die 7. Kavallerie unter General Alfred Terry. General war er nur im Bürgerkrieg, als Brigadegeneral und Generalmajor der Freiwilligen und als Brevet. In der regulären Armee fiel er nach dem Krieg auf den Rang Captain zurück.[1, 4, 5, 18]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Custers Leiche blieb als einzige unberührt, weil die Krieger ihn achteten.
Was belegt ist
Utleys Handbuch des National Park Service von 1969 nennt seinen Leichnam entkleidet, aber weder skalpiert noch verstümmelt. Eine heutige Seite des National Park Service spricht von vielen Verstümmelungen. Einen Beleg dafür, warum sein Leichnam anders behandelt worden sein soll, nennt keine der Quellen.[4, 21]
Custer im Film
In "Sein letztes Kommando" (Originaltitel They Died with Their Boots On, USA 1941) von Raoul Walsh spielt Errol Flynn Custer, Olivia de Havilland Elizabeth Bacon. Das Lexikon des internationalen Films nennt den Film eine "historisch anfechtbare, heroisch romantisierende Westernbiografie".[23] Für Dippie ist Flynns Custer der einnehmendste, den das Kino je zeigte.[22] In Little Big Man (1970) von Arthur Penn spielt Richard Mulligan Custer.[22, 24] Dippie beschreibt diese Figur als aufgeblasenen Clown mit mörderischem Herzen, der in seinem letzten Gefecht den Verstand verliert.[22]

Erinnerung heute
Das Schlachtfeld am Little Bighorn gehört heute zum Little Bighorn Battlefield National Monument in Montana, Postanschrift Crow Agency.[25] Die Stätte am Washita betreut der National Park Service seit 1996 als National Historic Site; sie erkennt den Angriff Custers auf das Lager von Black Kettle als Teil der Politik der US-Regierung gegenüber den Nationen und des Kampfes der Cheyenne um ihr Land an.[3] In New Rumley erinnert ein Bronzedenkmal am Ort des Geburtshauses an Custer, ein Ausstellungspavillon erzählt sein Leben.[7]
George Armstrong Custer im Film
Im Film

SerieInto the West
Häufige Fragen
Wie starb General Custer?
Custer starb am 25. Juni 1876 in der Schlacht am Little Bighorn mit allen Männern der fünf Kompanien unter seinem Befehl. Laut dem Handbuch des National Park Service von 1969 hatte er zwei Schusswunden, eine in der linken Brust und eine an der linken Schläfe. Wie genau er starb, weiß niemand sicher, weil aus seinem Bataillon keiner überlebte.
Was geschah mit der Leiche von General Custer?
Soldaten fanden seinen Leichnam am 27. Juni 1876 knapp unterhalb der Kuppe am Nordende des Höhenrückens. Am 28. Juni begruben Männer der 7. Kavallerie die Toten in flachen Gräbern auf dem Schlachtfeld. Am 10. Oktober 1877 wurde Custer in West Point neu beigesetzt, nahe der alten Kadettenkapelle.
Wurde Custer skalpiert?
Nach dem Handbuch des National Park Service von 1969 nicht: Sein Leichnam war entkleidet, aber weder skalpiert noch verstümmelt. Eine neuere Seite des National Park Service spricht dagegen von vielen Verstümmelungen. Die Quellen widersprechen sich also.
War Custer wirklich General?
Im Bürgerkrieg ja, aber nur als General der Freiwilligen und als Brevet, ein Ehrenrang auf Zeit. Nach dem Krieg fiel er auf seinen regulären Rang Captain zurück und wurde 1866 Lieutenant Colonel der 7. Kavallerie. In diesem Rang starb er 1876.
Wie alt wurde George Armstrong Custer?
36 Jahre. Er kam am 5. Dezember 1839 in New Rumley, Ohio, zur Welt und starb am 25. Juni 1876 am Little Bighorn River im Montana-Territorium.
Was geschah am Washita?
Am 27. November 1868 griff Custer mit der 7. Kavallerie im Morgengrauen das Winterlager der Cheyenne um Black Kettle am Washita River an. Der National Park Service zählt 30 bis 60 tote Cheyenne und 20 tote Soldaten, der Historiker Brian W. Dippie nennt 103 Tote im Dorf. Die Cheyenne and Arapaho Tribes nennen den Ort heute Washita Massacre Site.
Wer war Custers Frau?
Elizabeth Bacon, genannt Libbie, aus Monroe in Michigan. Die beiden heirateten am 9. Februar 1864. Nach seinem Tod verteidigte sie sein Bild in der Öffentlichkeit, schrieb Bücher über das Leben in der Armee und starb im April 1933.
Quellen
- Amtliche Stelle Lt. Col. George Armstrong Custer. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Lieutenant Colonel George A. Custer (1839-1876). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 31.07.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Robert M. Utley: Custer Battlefield National Monument, Montana. Historical Handbook Series No. 1, Kapitel A Custer Profile bis Custer Battlefield Today. National Park Service. Stand 1969, Onlinefassung 2002. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk George Armstrong Custer (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand November 2011, geändert März 2013. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Gregory J. W. Urwin: George Armstrong Custer. Encyclopaedia Britannica. Stand 28.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Battery M, 2nd US Artillery. National Park Service, Gettysburg National Military Park. Stand 27.09.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Furniture used by Grant and Lee at Appomattox. Smithsonian Institution, National Museum of American History. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle April 1867. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 18.06.2018. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle September 1867. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 18.06.2018. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle September 1868. National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 20.06.2018. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Major Joel Elliott (1840-1868). National Park Service, Washita Battlefield National Historic Site. Stand 30.07.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Cheyenne. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 28.08.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Fort Marion Symposium November 19-21, 2024. Cheyenne and Arapaho Tribes. Stand 23.10.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle George A. Custer: My Life on the Plains, or Personal Experiences with Indians (Ausgabe 1874, Project Gutenberg eBook 73498). Sheldon and Company, New York. Stand 1874. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Beyond Lewis and Clark: General George A. Custer (1839-1876). Kansas Historical Society, Kansas Museum of History. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle A Chronology of the Battle of the Little Bighorn and Aftermath. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Capt. Tom Custer. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Hunkpapa and Sihasapa. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz Brian W. Dippie: The Changing Image of George Armstrong Custer, Nebraska History 95 (2014), S. 36 bis 51. History Nebraska (Nebraska State Historical Society). Stand 2014. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Sein letztes Kommando (1941). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Little Big Man. filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Basic Information. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 07.09.2026. abgerufen am 24.10.2026
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