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Dime Novels: die Groschenhefte des Westens

Kurz erklärt Dime Novels waren billige Romanhefte, die in den USA etwa von 1860 bis 1915 beliebt waren und meist einen Dime (zehn Cent) oder einen Nickel kosteten. Die erste Nummer von Beadle's Dime Novels kam am 9. Juni 1860 heraus. Viele Hefte erzählten vom Westen, und ab Dezember 1869 machte Ned Buntline darin William F. Cody als Buffalo Bill bekannt.

Stapel kleiner, ungeöffneter Hefte mit leeren orangefarbenen Umschlägen auf einem Holztresen, daneben eine Petroleumlampe im warmen Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Was sind Dime Novels?

Dime Novels waren billige, meist broschierte Abenteuerromane voller Melodramatik, die in den USA etwa von 1860 bis 1915 beliebt waren. Oft spielten sie im Westen, und sie kosteten meist einen Nickel oder einen Dime, also fünf oder zehn Cent.[15] Die Hefte erschienen in nummerierten Reihen, häufig mit einem neuen Titel jede Woche, und die meisten hatten ein Titelbild, manche in Farbe.[2] Die ersten Hefte erzählten vor allem vom Grenzland (Frontier), von Kriegen wie der Amerikanischen Revolution und vom Leben auf See. Später kamen Großstadtgeschichten, Sport, Detektive, frühe Science-Fiction und die Westerngeschichte hinzu, die laut Villanova University vielleicht beliebteste Sparte.[2]

Der Begriff "dime novel" begann als Markenname des Verlags Beadle.[6] Albert Johannsen, der Bibliograf dieses Verlags, schrieb 1950, das Wort habe sich seit den 1870er Jahren kaum noch auf den Preis bezogen und meist reißerische Romane in Heftform gemeint. Die nickel libraries zu fünf Cent seien in diesem Sinn Dime Novels gewesen, Beadles eigene Dime Novels dagegen nicht.[7] Im Deutschen heißen solche Hefte Groschenhefte. Ihr Format geht nach einem Aufsatz der Wiener Digitalen Revue von 2022 auf die amerikanischen Dime Novels zurück, die man für einen Dime, ein Zehn-Cent-Stück, kaufen konnte.[20]

Wie begannen die Dime Novels 1860?

Die Library of Congress spricht von einem Phänomen des Buchmarkts, das 1860 auftauchte: Unterhaltungsromane in einer regelmäßigen Reihe zu einem festen, niedrigen Preis. Die frühen Hefte steckten in orangefarbenen Umschlägen und erzählten patriotisch, oft nationalistisch von Begegnungen zwischen indigenen Menschen und Siedlern im Hinterland.[1] Als Erster brachte Irwin Beadle solche Hefte nach Johannsen in fortlaufender Reihe zum festen Preis von zehn Cent heraus.[7]

Die Nummer 1 von Beadle's Dime Novels war Malaeska, the Indian Wife of the White Hunter von Ann S. Stephens. Die New York Tribune kündigte sie für Samstag, den 9. Juni 1860, an und warb mit 128 Seiten für nur zehn Cent. Der Roman war ein Nachdruck einer Fortsetzungsgeschichte aus der Zeitschrift The Ladies' Companion von 1839; für das Recht dazu zahlte Beadle der Autorin 250 Dollar.[8] Nach der Villanova University unterschied sich Malaeska in Ton und Inhalt stark von den meisten späteren Heften, legte aber ihr äußeres Format fest.[2] Die frühen Hefte maßen etwa 6 5/8 mal 4 1/2 Zoll, etwa 16,8 mal 11,4 Zentimeter, und hatten 96 bis 128 Seiten.[8]

Den ersten großen Erfolg brachte die Nummer 8, Seth Jones; or, The Captives of the Frontier von Edward S. Ellis, erschienen am 2. Oktober 1860. Ab dem 29. September fragte die Tribune neunmal auf der Titelseite "Who is Seth Jones?", dazu kamen Plakate mit einem Jäger und den Worten "I am Seth Jones". Wie viele Hefte verkauft wurden, ist umstritten: Johannsen gibt Schätzungen von rund 40.000 in den ersten Wochen bis zu mehr als 600.000 wieder, Ellis selbst sprach von 400.000, Beadle von 60.000.[8] Im Dezember 1860 kündigte der Verlag eine Reihe von Romanen über das Leben im Grenzland, bei indigenen Völkern und unter Fallenstellern an.[8]

Der Verlag hieß ab etwa dem 1. November 1860 Beadle & Co.; ab 1862 gehörte er Erastus F. Beadle und Robert Adams.[8, 9] Am 1. Juli 1872 nahm er nach Johannsen wieder den Namen Beadle and Adams an.[10] Neben Beadle druckten auch Street & Smith und Frank Tousey solche Reihen, wie Hefte in der Sammlung der Library of Congress zeigen.[1]

Stapel unbedruckter Papierbögen und ein Kerzenleuchter mit brennender Kerze auf einem rohen Holztisch im warmen Licht
Papierbögen und ein Kerzenleuchter auf einem Holztisch: Die Hefte wurden auf säurehaltiges Papier gedruckt Bild: KI-generiert

Wer las Dime Novels?

Als am 12. April 1861 auf Fort Sumter geschossen wurde, brachen die Verkäufe zunächst ein. Die Auflagen wuchsen dann aber, und nach Johannsen gingen die Hefte in Ballen an die Front, viele davon an Soldaten. Das Blatt Banner Weekly nannte sie Trost des Soldaten im Lager und auf dem Feldzug, und die Anzeigen nannten die Marketender der Armee als Verkaufsstellen.[9] Von Maum Guinea, der Nummer 33 von 1861, sollen über 100.000 Stück verkauft worden sein.[9] Nach der Villanova University lobte auch Abraham Lincoln dieses Heft über die Sklaverei.[3]

Später galten die Hefte als Lesestoff der Arbeiterschaft. Der Historiker Michael Denning sieht die meisten Leser unter Handwerkern, Fabrikarbeitern und Dienstboten. Auch Einwanderer lasen sie, teils in Übersetzungen, die in den USA erschienen, etwa in der deutschsprachigen Reihe Die Deutsch Library.[3] Frank Tousey wandte sich ab 1878 bewusst an Jugendliche.[3] Mitte der 1890er Jahre lockten nach der Library of Congress kräftig farbige Titelbilder mit Szenen von Blut und Mut ein meist junges Publikum.[1]

Wie machte Ned Buntline Buffalo Bill berühmt?

Ned Buntline hieß eigentlich Edward Zane Carroll Judson. Nach dem Eintrag in Johannsens Bibliografie, der sich auf die Akte der US-Marine stützt, kam er am 20. März 1821 in Harpersfield im Staat New York zur Welt; andere Quellen nennen andere Daten und Orte. Er starb am 16. Juli 1886 auf seinem Landsitz Eagle's Nest im Delaware County. Eine Skizze von ihm erschien 1838 anonym in der Zeitschrift The Knickerbocker, eine stark überarbeitete Fassung später unter dem Namen Ned Buntline, den er danach durchgehend benutzte. Ebenfalls 1838 wurde er Fähnrich (midshipman) bei der Marine, 1842 schied er aus.[13]

1869 traf Buntline in Fort McPherson in Nebraska William F. Cody. Ab dem 23. Dezember 1869 lief im New York Weekly sein Fortsetzungsroman Buffalo Bill, the King of Border Men.[13] Es folgten in den nächsten 40 Jahren weitere Buffalo-Bill-Hefte, am Ende Hunderte.[16] Nach der Library of Congress stellte Buntline 1869 die Figur "Buffalo Bill", das zweite Ich von William F. Cody, in Groschenromanen und Zeitungsgeschichten dem Lesepublikum vor.[17]

Mehr über Codys Leben steht auf der Seite Buffalo Bill und seine Wild West Show.

1872 holte Buntline Cody nach Chicago, wo er in dem Stück Scouts of the Prairie sich selbst spielte. Die Kritiken waren vernichtend, ein Kritiker verglich das Stück spöttisch mit einer Dime Novel auf der Bühne, das Publikum kam trotzdem.[16] Eine Anzeige von 1869 schrieb Buntline über hundert Romane zu, der Autor Prentiss Ingraham später mindestens vierhundert.[13]

Viele Hefte unter Codys Namen stammen nicht von ihm. Britannica nennt Buntline und Ingraham als Ghostwriter vieler Werke, die Cody zugeschrieben wurden.[15] Nach der Villanova University schrieb Cody wohl selbst mindestens 27 der Hunderte Titel, die unter seinem Namen liefen.[3] Die Library of Congress verwahrt unter anderem Hefte der Reihen Buffalo Bill Stories (Nummer 243 von 1906) und Jesse James Stories (Nummer 113 von 1903).[1]

Deadwood Dick und Calamity Jane

Am 15. Oktober 1877 erschien die erste Nummer der Half-Dime Library von Beadle and Adams.[10] Sie brachte Deadwood Dick, the Prince of the Road; or, The Black Rider of the Black Hills von Edward L. Wheeler. Bis 1885 folgten 33 Geschichten um die Figur. Ab dem 19. Januar 1886 kamen unter Wheelers Namen Hefte um Deadwood Dick Jr. heraus, 97 Stück bis 1897; nach Johannsen schrieb Wheeler sie nicht selbst, mindestens 25 stammen von Jesse C. Cowdrick.[14] Deadwood Dick war nach der Villanova University eine der ersten Figuren, die in vielen Heften wiederkehrten, eine Art Antiheld in Schwarz, der sich offen gegen das Gesetz stellte.[4]

Wheeler stammte aus Avoca im Staat New York und lebte etwa von 1854 bis 1885. Der Autor Edmund Pearson behauptete, er sei nie weiter nach Westen gekommen als bis Jersey City. Johannsen widerspricht dem, räumt aber ein, dass die Geografie mancher seiner Geschichten nicht stimmt.[14]

In demselben Heft vom 15. Oktober 1877 trat Calamity Jane, eigentlich Martha Canary, als Heldin auf. Nach WyoHistory rückte diese erfundene Fassung sie in die Öffentlichkeit, und danach verbreiteten sich wilde Geschichten über ihre Treffsicherheit und Kämpfe, während ihr wirkliches Leben meist gewöhnlich verlief.[18] Andere Westernhelden der Hefte waren Diamond Dick, von 1878 bis 1911, und Young Wild West, der von 1902 bis 1915 in mehr als 600 Geschichten auftrat.[4] Die stark ausgeschmückten Taten von Jesse und Frank James gehörten früh zu den beliebten Stoffen. Weil die Postbehörden Hefte beanstandeten, die Banditen verherrlichten, ging diese Sparte nach der Villanova University zurück (mehr zu Jesse James).[4]

Welche Kritik gab es an den Groschenheften?

Schon zu ihrer Zeit galten Dime Novels als Gefahr für die Jugend. Anthony Comstock von der New York Society for the Suppression of Vice nannte sie 1883 in seinem Buch Traps for the Young Fallen, die sicher ins Verderben führten. 1866 schrieb das Arbeiterblatt Workingman's Advocate, solche Literatur richte nicht weniger Schaden an als Schnapsladen und Bordell.[5] Ainsworth Rand Spofford, der Leiter der Library of Congress, warnte vor einem Ausschuss des Senats vor der Gefahr für die Sitten; nach der Villanova University ging es ihm vor allem darum, die günstigen Posttarife abzuschaffen, die Heftverlage nutzten.[5] Beadle and Adams druckte dagegen seine Verlagsregeln in die Hefte, darunter das Versprechen, alles zu meiden, was den guten Geschmack verletze.[5] In den Anweisungen an künftige Autoren, die Johannsen wiedergibt, verbot Beadle Stoffe und Figuren mit unmoralischem Beigeschmack.[7]

Die Geschichten enthalten nach der Villanova University viel Gewalt, rassistische und ethnische Stereotype durchziehen sie, und indigene Menschen kommen besonders schlecht weg. Der Autor Herbert Asbury berichtete, sein Großvater, ein Goldsucher von 1849 mit Jahren unter indigenen Völkern, habe die Hefte über deren Leben abgelehnt, weil sie voller Lügen und ungerecht seien.[5]

Um Wörter und Bilder für indigene Völker geht es auf der Seite Darf man "Indianer" sagen?

Dime Novels und der Mythos des Westens

Die Hefte machten Menschen wie Cody und Martha Canary schon zu Lebzeiten zu Figuren der Unterhaltung.[16, 18] Wie solche Legenden entstanden, zeigt auch der Film Erbarmungslos von 1992. Darin reist der Schreiber W. W. Beauchamp, gespielt von Saul Rubinek, als Biograf mit dem Revolvermann English Bob. In seinen Dime Novels über Bob, den er dort Duke of Death nennt, steckt nach dem Filmkritiker Chuck Koplinski kaum Wahres. Eine Szene, in der Little Bill Daggett dem Schreiber die wahre Geschichte erzählt, nimmt nach Koplinski dem Mythos des Westens die Luft, den diese Bücher und die Filme weitertrugen.[19]

Mehr über die Zeit und ihre Bilder steht auf der Seite Wann war der Wilde Westen?

Dime Novels im Film

Im Film

Wann endeten die Dime Novels?

Erastus Beadle verkaufte seinen Anteil am 1. November 1889 an seinen Partner William Adams.[11] Die Nachlassverwalter von William Adams verkauften den Bestand des Verlags Anfang 1898 an M. J. Ivers & Co. Die letzten Hefte unter dem Namen Beadle waren im Februar 1898 die Nummer 1009 der Dime Library und die Nummer 1074 der Half-Dime Library; Ivers führte beide Reihen bis Dezember 1905 weiter.[12]

Die Hefte verschwanden langsam. Nach dem Bibliografen Edward T. LeBlanc entstand die letzte neue Dime Novel 1915, Nachdrucke gab es bis 1933.[6] Abgelöst wurden die Hefte laut Britannica von den Pulp-Magazinen.[15] Verlage wie Street & Smith hatten auch dort Erfolg; das Magazin Detective Story ersetzte bei Street & Smith die Heftreihe Nick Carter Stories.[6]

Holzregal eines alten Zeitungsstands mit Reihen schmaler Papierhefte in verblassten Farben, ohne lesbare Schrift, im Licht der späten Nachmittagssonne
Zeitungsstand mit Heften: Neue Nummern erschienen oft jede Woche Bild: KI-generiert

Wie kamen die Groschenhefte nach Deutschland?

Um 1905 kamen die amerikanischen Verkaufserfolge übersetzt nach Europa. Nach dem Aufsatz der Wiener Digitalen Revue, der sich auf den Forscher Heinz J. Galle stützt, brachte der Verleger Alwin Eichler 1903 aus den USA die Rechte an Nick Carter und vielen anderen Reihen nach Deutschland. In Dresden machte er sich selbstständig, und 1905 erschienen die Übersetzungen dieser Reihen; der Beginn der deutschen Groschenhefte ist laut Aufsatz nicht ganz geklärt. Zeitweise setzte sein Verlag 80.000 Hefte in der Woche zu je 20 Pfennig ab.[20] Die Jahre von 1905 bis 1914 nennt Galle die goldenen Jahre des deutschen Heftromans; vor dem Ersten Weltkrieg erschienen rund 100 Reihen.[20]

Heftromane gibt es bis heute. Der Bastei Verlag, in den Gustav Lübbe 1950 investierte, gehört zur Bastei Lübbe AG, die neben Büchern, Hörbüchern und E-Books auch Romanhefte herausgibt.[21, 22]

Wie der Westen in Deutschland zu Abenteuerstoff wurde, erzählen die Seiten Karl May und Wilder Westen in Deutschland.

Wo lassen sich Dime Novels heute lesen?

Die Hefte waren zum Wegwerfen gemacht und auf säurehaltiges Papier gedruckt; von Millionen Exemplaren ist wenig erhalten. Große Sammlungen liegen nach der Villanova University in der New York Public Library und an der University of Minnesota, viele weitere Hefte rettete der Kurator V. Valta Parma in der Library of Congress aus dem Copyright Office.[2] Über Pflichtexemplare des Urheberrechts sammelte die Library of Congress fast 40.000 Titel.[1] Alle Dime Novels sind alt genug, um gemeinfrei zu sein, und mehrere Projekte scannen sie.[2] Die Northern Illinois University stellt Johannsens Bibliografie des Verlags Beadle and Adams online.[7] Das Projekt Edward T. LeBlanc Dime Novel Bibliography baut eine Datenbank der Dime Novels, Story Papers und Nachdruckreihen auf.[23]

Zeitleiste der Dime Novels

Zeitleiste: Dime Novels
  1. 09.06.1860Beadle's Dime Novels Nr. 1 erscheint: Malaeska von Ann S. Stephens, 128 Seiten für zehn Cent.[8]
  2. 02.10.1860Seth Jones von Edward S. Ellis erscheint als Nr. 8 der Reihe und wird ein großer Verkaufserfolg.[8]
  3. 23.12.1869Im New York Weekly beginnt Ned Buntlines Fortsetzungsroman Buffalo Bill, the King of Border Men.[13] Buffalo Bill
  4. 01.07.1872Der Verlag nimmt wieder den Namen Beadle and Adams an.[10]
  5. 15.10.1877Nr. 1 der Half-Dime Library bringt Edward L. Wheelers erstes Heft um Deadwood Dick, mit Calamity Jane als Heldin.[10, 14, 18] Calamity Jane
  6. 1878Der Verleger Frank Tousey wendet sich mit seinen Heften bewusst an Jugendliche.[3]
  7. 1883Anthony Comstock greift die Hefte in seinem Buch Traps for the Young an.[5]
  8. 01.11.1889Erastus Beadle verkauft seinen Anteil am Verlag an William Adams.[11]
  9. Februar 1898Die letzten Hefte unter dem Namen Beadle erscheinen; den Bestand übernimmt M. J. Ivers & Co.[12]
  10. 1905In Dresden erscheinen im Verlag von Alwin Eichler deutsche Übersetzungen amerikanischer Heftreihen wie Nick Carter.[20]
  11. Dezember 1905M. J. Ivers & Co. stellt die Dime Library und die Half-Dime Library ein.[12]
  12. 1915Nach dem Bibliografen Edward T. LeBlanc entsteht die letzte neue Dime Novel.[6]
  13. 1933Nach Edward T. LeBlanc erscheinen die letzten Nachdrucke von Dime Novels.[6]

Mehr zu Helden und Legenden des Westens

Häufige Fragen

Was sind Dime Novels?

Dime Novels waren billige, meist broschierte Abenteuerromane, die in den USA etwa von 1860 bis 1915 beliebt waren. Sie erschienen in nummerierten Reihen, oft mit einem neuen Heft jede Woche, und erzählten häufig vom Westen. Im Deutschen heißen solche Hefte Groschenhefte oder Groschenromane.

Was kostete eine Dime Novel?

Wie der Name sagt, meist einen Dime, also zehn Cent, oder einen Nickel zu fünf Cent. Für die erste Nummer von Beadle's Dime Novels warb der Verlag 1860 mit 128 Seiten für nur zehn Cent; die Half-Dime Library kostete ab 1877 die Hälfte.

Was war die erste Dime Novel?

Malaeska, the Indian Wife of the White Hunter von Ann S. Stephens, die Nummer 1 von Beadle's Dime Novels. Sie lag am 9. Juni 1860 bereit und war ein Nachdruck einer Fortsetzungsgeschichte, die 1839 in der Zeitschrift The Ladies' Companion erschienen war.

Wer war Ned Buntline?

Ned Buntline war der Schriftstellername von Edward Zane Carroll Judson (1821 bis 1886 nach Johannsens Bibliografie; andere Quellen nennen ein anderes Geburtsjahr). Er lernte William F. Cody 1869 in Fort McPherson in Nebraska kennen und schrieb Buffalo Bill, the King of Border Men, das ab dem 23. Dezember 1869 als Fortsetzungsroman im New York Weekly erschien.

Hat Buffalo Bill seine Groschenhefte selbst geschrieben?

Wohl nur einen Teil. Nach der Villanova University schrieb Cody wohl selbst mindestens 27 der Hunderte Titel, die unter seinem Namen liefen. Britannica nennt Ned Buntline und Prentiss Ingraham als Ghostwriter vieler dieser Werke.

Wer war Deadwood Dick?

Eine erfundene Figur des Autors Edward L. Wheeler. Das erste Heft erschien am 15. Oktober 1877 als Nummer 1 der Half-Dime Library bei Beadle and Adams; Calamity Jane trat darin als Heldin auf. Bis 1885 kamen 33 Geschichten heraus, danach folgten Hefte um Deadwood Dick Jr.

Wann endeten die Dime Novels?

Nach dem Bibliografen Edward T. LeBlanc entstand die letzte neue Dime Novel 1915, Nachdrucke gab es bis 1933. Abgelöst wurden die Hefte von den Pulp-Magazinen. Den Bestand von Beadle and Adams verkauften die Nachlassverwalter von William Adams schon Anfang 1898 an M. J. Ivers & Co.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Imagination Gallery B: Dime Novels, Ausstellung American Treasures of the Library of Congress. Library of Congress. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  2. Archiv The Basics (Ausstellung Dime Novels). Villanova University, Falvey Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Archiv People (Ausstellung Dime Novels). Villanova University, Falvey Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. Archiv Characters (Ausstellung Dime Novels). Villanova University, Falvey Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  5. Archiv Controversy (Ausstellung Dime Novels). Villanova University, Falvey Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  6. Archiv Relatives (Ausstellung Dime Novels). Villanova University, Falvey Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  7. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel I: Dime Novels. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  8. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel VI: The Year 1860. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  9. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel VII: 1861 bis 1862. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  10. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel XI: The Decade 1870 to 1879. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  11. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel XII: The Eighteen-eighties. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  12. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams and its Dime and Nickel Novels, Kapitel XIII: The Final Years, 1890 to 1897. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  13. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams, Autoreneintrag Edward Zane Carroll Judson (Ned Buntline). Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  14. Fachbuch Albert Johannsen: The House of Beadle and Adams, Autoreneintrag Edward L. Wheeler. Northern Illinois University Libraries, House of Beadle and Adams Online (Text University of Oklahoma Press). Stand 1950. abgerufen am 27.10.2026
  15. Nachschlagewerk dime novel. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors (zuletzt überarbeitet von René Ostberg). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  16. Museum Biografie William F. Cody (Life, wfc.bio.00002). The William F. Cody Archive, Buffalo Bill Center of the West und University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  17. Amtliche Stelle Buffalo Bill: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 27.10.2026
  18. Nachschlagewerk Rebecca Hein: Calamity Jane. Heroine of the West or Ordinary Woman?. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 27.10.2026
  19. Amtliche Stelle Unforgiven (1992), Essay von Chuck Koplinski zum National Film Registry. Library of Congress, National Film Preservation Board. Stand Juli 2025. abgerufen am 27.10.2026
  20. Unternehmen (Geschichte: Begeistert. Seit 1953). Bastei Lübbe AG. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  21. Bastei Lübbe (Startseite Unternehmen). Bastei Lübbe AG. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  22. Archiv The Edward T. LeBlanc Dime Novel Bibliography (Startseite). dimenovels.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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