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Jesse James
Kurz erklärt Ja, Jesse James hat es wirklich gegeben: Der Outlaw kam am 5. September 1847 im Clay County in Missouri zur Welt, kämpfte im Bürgerkrieg als Guerillakämpfer der Südstaaten und überfiel danach mit seinem Bruder Frank und den Younger-Brüdern Banken und Züge. Am 3. April 1882 erschoss ihn sein Bandenmitglied Robert Ford in St. Joseph, Jesse James war 34 Jahre alt.

Wer war Jesse James?
Jesse James war ein Outlaw, also ein Gesetzloser, aus Missouri. Nach der State Historical Society of Missouri wurde er schon zu Lebzeiten zur Legende, weil er seine Verbrechen angeblich aus Rache beging, für die Behandlung, die er, seine Familie und andere Anhänger des Südens im Bürgerkrieg durch Soldaten der Union erlitten hatten. Er suchte die Öffentlichkeit und schrieb Briefe an Zeitungen. Seine Taten verbreiteten nach derselben Quelle Angst unter unbeteiligten Menschen und bremsten nach dem Krieg die Wirtschaft von Missouri.[1]
Mit seinem älteren Bruder Frank und den Brüdern Younger überfiel er Banken, Postkutschen und ab 1873 auch Züge. Sechzehn Jahre lang raubten und mordeten er und seine Bande laut der State Historical Society in einem halben Dutzend Staaten.[1] Am 3. April 1882 erschoss ihn Robert Ford, ein Mitglied seiner eigenen Bande, in St. Joseph, Missouri.[1, 2]
Kindheit auf der Farm im Clay County
Jesse Woodson James kam am 5. September 1847 im Clay County im Nordwesten von Missouri zur Welt. Er war das dritte von vier Kindern von Robert und Zerelda Cole James, die beide aus Kentucky stammten; sein Bruder Frank war fast fünf Jahre älter.[1, 4] Der Vater war Farmer, hielt Sklaven und predigte als Baptist. Als Jesse drei Jahre alt war, ging er nach Kalifornien und starb 1850 in einem Goldgräberlager, wahrscheinlich an Cholera.[1]
Auf der Farm der Familie, 100 Acres groß, mussten versklavte Menschen Hanf anbauen und Schafe halten. Als Witwe war Zerelda James für ihre drei Kinder verantwortlich und zugleich für fünf versklavte Kinder und einen versklavten Erwachsenen. Sie heiratete zuerst Benjamin Simms und 1855 den Arzt Reuben Samuel.[1]
Jesse James im Bürgerkrieg
Missouri war im Bürgerkrieg ein Grenzstaat, in dem beide Seiten Anhänger hatten. Milizen der Union und Trupps der Konföderierten griffen einander hart an, trafen dabei Zivilisten und legten die Wirtschaft lahm.[1] Die Familie James hielt als Sklavenhalter mit Wurzeln im Süden zur Konföderation. Frank James kämpfte in der Schlacht am Wilson's Creek und ging danach zu den Guerillas, den irregulären Kämpfern der Südstaaten, die in Missouri Bushwhackers hießen.[1, 4] Laut PBS gehörte Frank James am 21. August 1863 zu den Bushwhackers, die Lawrence in Kansas überfielen. PBS nennt 200 getötete Zivilisten, die Kansas City Public Library 160 bis 190 getötete Männer und Jungen.[4, 18]
1863 kamen Soldaten der Union auf die Farm, um etwas über die Guerillatrupps zu erfahren. Sie verletzten und bedrohten Jesse James und seine Familie.[1] Bald darauf schloss er sich nach der State Historical Society seinem Bruder und der Truppe von William "Bloody Bill" Anderson an; PBS datiert seinen Eintritt bei den Bushwhackers auf den April 1864, als er 16 Jahre alt war.[1, 4]
Im Sommer 1864 wurde Jesse James bei einem Überfall angeschossen. Am 27. September 1864 war er dennoch unter den 80 Männern, mit denen Anderson die Stadt Centralia überfiel. Die Guerillas ermordeten dort 22 unbewaffnete Soldaten der Union; das Verbrechen ist als Massaker von Centralia bekannt. Stunden später töteten sie in der Schlacht von Centralia mehr als hundert Soldaten des 39. Infanterieregiments von Missouri. Jesse James rühmte sich, deren Kommandeur, Major Andrew "Ave" Johnston, getötet zu haben.[1]
Bei Kriegsende schossen Kavalleristen der Union auf ihn, als er sich ergeben wollte; PBS datiert das auf den 15. Mai 1865.[1, 4] Seine Cousine Zerelda "Zee" Mimms pflegte ihn gesund. Am 24. April 1874 heiratete er sie. Die beiden hatten vier Kinder: einen Sohn Jesse, die Zwillinge Gould und Montgomery, die als Säuglinge starben, und die Tochter Mary.[1]

Banküberfälle und Zugüberfälle
Am 13. Februar 1866 überfielen Bewaffnete am helllichten Tag die Clay County Savings Association in Liberty. Die Angaben zur Beute reichen von 57.000 Dollar, davon 18.000 Dollar in bar (House Divided, Dickinson College), über 58.000 Dollar (PBS-Zeitleiste) bis zu fast 60.000 Dollar (PBS-Artikel zu den Banküberfällen).[4, 5, 6] Auf der Flucht erschossen die Täter den College-Studenten George Wymore.[6] Nach PBS und dem Clay County war es der erste Banküberfall bei Tag in Friedenszeiten in den USA; das Dickinson College nennt ihn den wahrscheinlich ersten.[4, 6, 9] Gefasst wurde niemand, die Tat wurde der Bande der Brüder James zugeschrieben. Ob Frank und Jesse James dabei waren, ist offen; das Dickinson College hält es für zweifelhaft.[6, 9] Das Clay County zeigt die Bank heute als Jesse James Bank Museum so, wie sie 1866 aussah.[9]
Erstmals öffentlich mit einem Überfall verbunden wurde Jesse James im Dezember 1869. Am 7. Dezember überfielen er und Frank die Daviess County Savings Association in Gallatin, Missouri.[4, 5] Nach der State Historical Society schoss Jesse James auf den Kassierer, PBS lässt offen, welcher der beiden schoss. Getötet wurde John Sheets; die Brüder hielten ihn für Samuel Cox, der Bloody Bill Anderson im Krieg aufgespürt hatte.[1, 4, 5] Die Beute bestand aus wertlosem Papier. Die Rache und die Flucht brachten den Namen Jesse James zum ersten Mal in die Zeitungen.[1, 5]
Mit den Brüdern Cole, Jim und Bob Younger, die wie sie im Krieg Guerillas gewesen waren, bildeten Frank und Jesse James die James-Younger-Bande. Sie raubte Banken, Postkutschen und sogar die Kasse einer Messe in Kansas City aus, zwischen Iowa und Texas und zwischen Kansas und West Virginia.[1, 7] Am 21. Juli 1873 verübte die Bande ihren ersten Zugüberfall: Sie beschädigte in Iowa die Gleise eines Zuges der Rock Island und sprang nach dem Unglück auf.[4] Meist leerten die Räuber bei Zugüberfällen den Tresor im Expresswagen und ließen die Fahrgäste in Ruhe, was ihrem Ruf in der Öffentlichkeit half.[1, 5]
Nach PBS beauftragten die Expressgesellschaften 1874 die Pinkerton-Detektei; die State Historical Society schreibt, Agenten der Detektei seien schon seit 1871 hinter den Brüdern her gewesen.[1, 3] Am 25. Januar 1875 überfielen Detektive und einige Männer aus der Gegend das Haus der Mutter, weil sie Frank und Jesse dort vermuteten. Ein Brandsatz, den sie ins Haus warfen, explodierte. Er tötete den achtjährigen Halbbruder Archie Samuel und verletzte die Mutter so schwer, dass ihre Hand später amputiert werden musste.[1, 4] Die Brüder waren nicht da. Laut PBS weckte der Angriff in Missouri viel Mitgefühl für sie.[3, 4]

Der Überfall von Northfield 1876
Am 7. September 1876 ritten acht Männer der James-Younger-Bande nach Northfield in Minnesota, um die First National Bank auszurauben.[2, 7] Laut PBS hatte die Bande die Stadt gewählt, weil dort Adelbert Ames lebte, früher republikanischer Gouverneur von Mississippi und General der Union, der viel Geld bei dieser Bank hatte.[5] Nach Minnesota reisten die Brüder Cole, Jim und Bob Younger, Clell Miller und Charlie Pitts. Dass Frank und Jesse James dabei waren, ist nach der Minnesota Historical Society nie bewiesen worden, wird aber allgemein angenommen.[7]
Die Bewohner merkten schnell, was geschah, und wehrten sich. Der Medizinstudent Henry Wheeler erschoss Clell Miller, der Eisenwarenhändler Anselm Manning tötete Bill Chadwell, der als achter Mann der Bande gilt. Der schwedische Einwanderer Nicolaus Gustavson geriet ins Kreuzfeuer und starb einige Tage später.[7] In der Bank weigerte sich der Buchhalter Joseph Lee Heywood, den Tresor zu öffnen, und wurde erschossen. Die Minnesota Historical Society nennt Frank James als Schützen, PBS lässt offen, ob Frank oder Jesse schoss.[5, 7]
Die Räuber nahmen nur Kleingeld vom Schalter mit, 15.000 Dollar blieben in der Bank. Zwei Wochen lang suchten Hunderte Freiwillige im Süden Minnesotas nach ihnen.[7] Bei Madelia stellten der Sheriff des Watonwan County und fünf Helfer die Youngers und Charlie Pitts am 21. September 1876. So nennt es die Library of Congress, und so steht es in den Bildunterschriften des MNopedia-Artikels; sein Haupttext gibt den 20. September an.[2, 7] Pitts starb, die drei Younger-Brüder wurden zu lebenslanger Haft im Gefängnis von Stillwater verurteilt. Nur Frank und Jesse James entkamen, und bis an ihr Lebensende bestritten sie, je in Minnesota gewesen zu sein.[7] Mit Northfield war die James-Younger-Bande laut Library of Congress am Ende.[2]

Die letzten Jahre in Nashville und St. Joseph
Nach Northfield lebten die Brüder unter falschem Namen in der Gegend von Nashville in Tennessee, Jesse als "Thomas Howard", Frank als "B. J. Woodson".[1] Frank zog sich laut PBS vom Verbrechen zurück, Jesse sammelte neue Männer um sich.[4] Mit diesen Männern hatte er nicht im Krieg gekämpft; die State Historical Society nennt sie Schläger ohne Bindung an die Sache der Konföderierten. Jesse James misstraute ihnen zunehmend.[1] Am 8. Oktober 1879 überfiel die neue Bande bei Glendale in Missouri einen Zug.[4]
1881 erließ Gouverneur Thomas T. Crittenden einen Aufruf zur Festnahme von Frank und Jesse James.[1] Ein Gesetz des Staates begrenzte Belohnungen auf 300 Dollar. Crittenden ließ sich deshalb größere Summen von den Eisenbahngesellschaften zusagen und bot nach den Missouri State Archives je 5.000 Dollar für die Festnahme der beiden Brüder.[10] Das Verwaltungsamt des Staates nennt für Festnahme und Verurteilung zusammen 10.000 Dollar je Bruder, PBS 10.000 Dollar je Bruder für die Ergreifung.[3, 4, 11] Im November 1881 zog Jesse James mit seiner Familie nach St. Joseph.[4]
Dort gab er sich als Viehhändler aus. Die Brüder Robert und Charley Ford nahm er in seine Bande auf, sie sollten ihm helfen, Banken für weitere Überfälle auszukundschaften. Er wusste nicht, dass Robert Ford schon mit Gouverneur Crittenden über eine Belohnung für seine Tötung gesprochen hatte.[1] Nach PBS traf Ford den Gouverneur am 13. Januar 1882, und Crittenden sagte ihm Begnadigung und Belohnung zu, wenn er Jesse James tötete.[4]
Zeitleiste
- 05.09.1847Jesse Woodson James kommt im Clay County in Missouri zur Welt.[1]
- 27.09.1864Mit der Guerillatruppe von William "Bloody Bill" Anderson ist er beim Überfall auf Centralia dabei.[1] Der Bürgerkrieg im Westen
- 13.02.1866Bewaffnete rauben die Clay County Savings Association in Liberty aus; die Tat wird der Bande der Brüder James zugeschrieben.[4, 6, 9]
- 07.12.1869Beim Überfall auf die Bank von Gallatin stirbt der Kassierer John Sheets; zum ersten Mal steht Jesse James in den Zeitungen.[4]
- 21.07.1873Die Bande verübt in Iowa ihren ersten Zugüberfall.[4]
- 24.04.1874Jesse James heiratet seine Cousine Zerelda "Zee" Mimms.[1]
- 25.01.1875Bei einem Angriff der Pinkerton-Detektei auf das Haus der Mutter stirbt sein achtjähriger Halbbruder Archie Samuel.[4]
- 07.09.1876Der Überfall auf die First National Bank in Northfield, Minnesota, scheitert; nur Frank und Jesse James entkommen.[2, 7]
- 1881Gouverneur Thomas T. Crittenden setzt Belohnungen für die Festnahme von Frank und Jesse James aus.[1, 10]
- 03.04.1882Robert Ford erschießt Jesse James in dessen Haus in St. Joseph.[1, 4]
- 05.10.1882Frank James stellt sich Gouverneur Crittenden.[2, 10]
- 1995Die Gebeine werden auf dem Friedhof Mount Olivet in Kearney für eine DNA-Untersuchung exhumiert.[8, 12]
Was ist Legende, was ist belegt?
Die Legende entstand zu seinen Lebzeiten. Jesse James schrieb Briefe an John Newman Edwards, den Herausgeber der Kansas City Times, in denen er seine Unschuld beteuerte oder seine Taten erklärte. Edwards wollte, dass die früheren Konföderierten in Missouri wieder an die Macht kamen. Er druckte die Briefe und feierte Jesse James in Leitartikeln als Robin-Hood-Gestalt und als Symbol des Trotzes gegen die Unionisten, die in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg (Reconstruction) den Staat regierten.[1]
Am 15. Oktober 1872 erschien in der Kansas City Times ein anonymer Brief, der laut PBS vermutlich von Jesse James stammt.[4]
Wir rauben die Reichen aus und geben den Armen.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Jesse James war ein Robin Hood, der den Reichen nahm und den Armen gab.
Was belegt ist
PBS American Experience hält fest, dass er Reiche wie Arme beraubte und nie dabei gesehen wurde, seine Beute zu teilen; seine Opfer waren laut PBS fast immer unbewaffnet. Zu dem Bild des edlen Räubers trug der Zeitungsmann John Newman Edwards bei, der Briefe von Jesse James druckte.[1, 3]
Nach seinem Tod wuchs die Legende weiter. Die Nachricht verbreitete sich laut PBS bis an beide Küsten und ins Ausland: Der Dichter José Martí schrieb über ihn in der venezolanischen Zeitung La Opinión Nacional, Oscar Wilde berichtete über die Versteigerung seiner Habe. Robert Ford trat in New York auf der Bühne auf und stellte seine Tat nach.[3] Jesse James wurde nach der State Historical Society zum Stoff unzähliger Lieder, Bücher, Artikel, Feste und Filme, die alle ein etwas anderes Bild von ihm zeichnen.[1] Frank James zog später mit Cole Younger als Wildwest-Show durchs Land.[4]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Jesse James war ein Revolverheld des Fernen Westens.
Vom Zeitungshelden zur Kinofigur
Im Kino lebte lange die Legende weiter. In "Jesse James, Mann ohne Gesetz" (USA 1939, Regie Henry King) mit Tyrone Power als Jesse und Henry Fonda als Frank James rächen die Brüder den Tod ihrer Mutter, an dem Agenten der Eisenbahn schuld sind. Das Lexikon des internationalen Films schreibt, der Film zeige "die heroische Legende, nicht die historische Wahrheit".[15] Die echte Zerelda Samuel überlebte den Angriff von 1875 und starb erst 1911.[1, 4]
Walter Hill erzählte in Long Riders (USA 1979, deutsche Erstaufführung am 31. Juli 1980) die Geschichte der James-Younger-Bande mit James Keach als Jesse, Stacy Keach als Frank James und David, Keith und Robert Carradine als Cole, Jim und Bob Younger. Nach dem Lexikon des internationalen Films baut der Film das Bild der Gesetzlosen als Sozialrebellen weiter aus.[16] "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" (USA 2007, Regie Andrew Dominik) mit Brad Pitt als Jesse James und Casey Affleck als Robert Ford stellt den Mörder in den Mittelpunkt. Das Lexikon sieht darin eine "Entmythisierung der historischen Figur Jesse James"; Brad Pitt erhielt in Venedig 2007 den Darstellerpreis Coppa Volpi.[17]
Gab es Jesse James wirklich?
Ja. Jesse Woodson James ist durch viele Zeugnisse belegt:
- Die Library of Congress verwahrt ein Porträt aus dem Jahr 1864, das ihn als jungen Mann mit einem Revolver in der Hand an der Hüfte zeigt, als Abzug einer Kopie, die 1882 in St. Louis entstand.[14]
- Zeitungen berichteten zu seinen Lebzeiten über ihn und die James-Younger-Bande; die Library of Congress stellt diese Artikel in der Sammlung Chronicling America bereit.[2]
- Der Aufruf von Gouverneur Crittenden von 1881, der Belohnungen für die Festnahme von Frank und Jesse James aussetzte, liegt bei der State Historical Society of Missouri.[1]
- Ein Gericht sprach die Brüder Ford des Mordes an ihm schuldig, bevor der Gouverneur sie begnadigte.[1, 10]
- Eine Untersuchung der mitochondrialen DNA aus Zähnen und Haaren stützte 2001 die Annahme, dass im Grab in Kearney Jesse James liegt.[12]
Wie starb Jesse James?
Am Morgen des 3. April 1882 war Jesse James mit den Brüdern Ford in seinem Haus in St. Joseph. Er stieg auf einen Stuhl, um ein Bild an der Wand gerade zu rücken; PBS schreibt, er habe es abgestaubt. Robert Ford schoss ihm von hinten in den Kopf.[4, 8] Jesse James war 34 Jahre alt. Er lebte damals mit seiner Frau und zwei Kindern unter dem Namen Tom Howard in dem Haus. Seine Frau, die Kinder und seine Mutter Zerelda Samuel verbrachten die beiden folgenden Nächte im Patee House, das damals World's Hotel hieß.[8]
Die Brüder Ford wurden wegen Mordes vor Gericht gestellt und schuldig gesprochen; die Missouri State Archives schreiben, Robert Ford sei zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Gouverneur Crittenden begnadigte sie sofort.[1, 10] Von der Belohnung bekam Robert Ford nach den Archives wenig. Insgesamt zahlte der Gouverneur 20.000 Dollar an Belohnungen für die Festnahme und Verurteilung von Mitgliedern der James-Bande aus, weigerte sich aber zu sagen, an wen.[10] Robert Ford ließ sich später in Colorado nieder und wurde am 8. Juni 1892 in seinem eigenen Saloon getötet.[2]
Frank James stellt sich
Am 5. Oktober 1882 stellte sich Frank James persönlich Gouverneur Crittenden.[2, 10] Ein Gericht sprach ihn vom Vorwurf frei, einen Angestellten der Eisenbahn ermordet zu haben. Danach arbeitete er in verschiedenen Berufen und lebte zuletzt als Farmer. Er starb am 18. Februar 1915 im Alter von 72 Jahren.[2, 10]
Grab und Untersuchung der Gebeine
Zerelda Samuel ließ ihren Sohn im Hof der Familienfarm begraben, zeigte das Grab Besuchern und verkaufte Kieselsteine davon für 25 Cent das Stück.[4, 9] Im Juli 1995 wurden die Gebeine auf dem Friedhof Mount Olivet in Kearney, Missouri, exhumiert; die Stadt St. Joseph nennt den Forensiker James Starrs als Leiter.[8, 12] Die Gruppe um Anne C. Stone von der Pennsylvania State University untersuchte zwei Zähne und zwei Haare, die 1978 an der ersten Grabstelle auf der Farm gefunden worden waren. Ihre mitochondriale DNA stimmte mit Blutproben von zwei Verwandten in mütterlicher Linie überein, und in einer forensischen Datenbank mit 2.426 Sequenzen kam dieselbe Sequenz nicht vor. Die Forscher schrieben 2001, das Ergebnis stütze die Annahme, dass es die Gebeine von Jesse James sind.[12]
Das Haus, in dem er starb, ist heute ein Museum. Es stand ursprünglich zwei Blocks weiter nördlich an der Lafayette Street 1318 auf einem Hügel über dem Patee House. 1939 wurde es als Touristenattraktion an den Belt Highway versetzt. 1977 kaufte es das Ehepaar Robert Keatley und schenkte es der Pony Express Historical Association, die es in die alte Nachbarschaft zurückbrachte; heute steht es auf dem Gelände des Patee House Museum.[8] Ausgestellt sind dort Fundstücke aus dem Grab, darunter Griffe des Sargs und eine Krawattennadel, die er am Todestag trug.[8] Im Museum auf der Farm bei Kearney, die das Clay County heute als historische Stätte zeigt, liegen seine Stiefel und der Brief, mit dem Frank James sich stellte.[9]
J. Frank Dalton und die Legende vom Überleben
Manche Einwohner von Granbury in Texas erzählen, Jesse James habe 1882 überlebt, als J. Frank Dalton weitergelebt und sei 1951 mit 104 Jahren gestorben. Auf dem Grabstein dort steht "Jesse Woodson James" mit dem Zusatz "Supposedly killed in 1882", also angeblich 1882 getötet. Dalton selbst behauptete bis zu seinem Tod 1951, Jesse James zu sein.[13] Als Forscher im Mai 2000 das Grab öffneten, um die DNA mit der eines Nachfahren zu vergleichen, fanden sie wegen eines versetzten Grabsteins den Sarg eines anderen Mannes, Henry Holland, der 1927 gestorben war.[13]
Jesse James im Film
Im Film
Häufige Fragen
Gab es Jesse James wirklich?
Ja. Jesse Woodson James stammte aus Missouri und lebte von 1847 bis 1882. Zeitungen berichteten zu seinen Lebzeiten über ihn, der Gouverneur setzte 1881 Belohnungen für seine Festnahme aus, und eine DNA-Untersuchung seiner Gebeine stützte 2001 die Annahme, dass im Grab in Kearney Jesse James liegt.
Wie alt wurde Jesse James?
Er wurde 34 Jahre alt. Jesse James kam am 5. September 1847 im Clay County in Missouri zur Welt und starb am 3. April 1882 in St. Joseph.
Wie starb Jesse James?
Robert Ford, ein Mitglied seiner Bande, schoss ihm am Morgen des 3. April 1882 in seinem Haus in St. Joseph von hinten in den Kopf, als er auf einem Stuhl stand, um ein Bild an der Wand zu richten. Ford hatte vorher mit Gouverneur Thomas T. Crittenden über eine Belohnung gesprochen; die Brüder Ford wurden wegen Mordes verurteilt und vom Gouverneur begnadigt.
Wer war Frank James?
Frank James war der fast fünf Jahre ältere Bruder von Jesse James und raubte mit ihm Banken und Züge aus. Am 5. Oktober 1882 stellte er sich dem Gouverneur, ein Gericht sprach ihn vom Mordvorwurf frei, und er starb am 18. Februar 1915 mit 72 Jahren.
Wie hoch war die Belohnung für Jesse James?
Nach den Missouri State Archives bot Gouverneur Crittenden 1881 je 5.000 Dollar für die Festnahme von Frank und Jesse James. Das Verwaltungsamt des Staates Missouri nennt für Festnahme und Verurteilung zusammen 10.000 Dollar, PBS 10.000 Dollar je Bruder für die Ergreifung. Das Geld stellten vor allem Eisenbahngesellschaften bereit, und Robert Ford bekam davon nur wenig.
Wie viele Menschen hat Jesse James getötet?
Eine Gesamtzahl nennen weder die State Historical Society of Missouri noch PBS. Er rühmte sich, 1864 bei Centralia den Major Andrew Johnston getötet zu haben, und 1869 starb in Gallatin der Kassierer John Sheets. Den Buchhalter Joseph Lee Heywood in Northfield erschoss 1876 Frank oder Jesse James.
War Jesse James ein Robin Hood?
Nein. Zu dem Bild des edlen Räubers trug der Zeitungsmann John Newman Edwards bei, der Briefe von Jesse James druckte. PBS American Experience hält fest, dass Jesse James Reiche wie Arme beraubte und nie dabei gesehen wurde, seine Beute zu teilen.
Wo ist Jesse James begraben?
Zuerst im Hof der Familienfarm bei Kearney in Missouri. Seine Gebeine lagen später auf dem Friedhof Mount Olivet in Kearney, wo sie 1995 für eine DNA-Untersuchung exhumiert wurden.
Quellen
- Amtliche Stelle Historic Missourians: Jesse James (Text Carlynn Trout). State Historical Society of Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Jesse James: Topics in Chronicling America. Library of Congress. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Jesse James (Filmbeschreibung und Transkript des Dokumentarfilms). PBS American Experience, WGBH Educational Foundation. Stand 2006. abgerufen am 24.10.2026
- Presse The Life and Death of Jesse James (Zeitleiste). PBS American Experience, WGBH Educational Foundation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Jesse James' Bank Robberies. PBS American Experience, WGBH Educational Foundation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz The probable first ever peacetime daylight bank robbery in American history takes place in Liberty, Missouri (John Osborne, nach Ted P. Yeatman 2000). House Divided: The Civil War Research Engine at Dickinson College. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Northfield Bank Raid (Leslie Moore, MNopedia). Minnesota Historical Society. Stand 28.03.2016, zuletzt geändert 17.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Jesse James Home. City of St. Joseph, Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Historic Sites (Jesse James Birthplace, Jesse James Bank Museum). Clay County, Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Finding Aid 3.24: Office of the Governor, Thomas Theodore Crittenden, 1881 bis 1885. Missouri State Archives. Stand 1999, aktualisiert 29.07.2009. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Thomas Crittenden (D), Hall of Governors. Missouri Office of Administration. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz Mitochondrial DNA analysis of the presumptive remains of Jesse James (A. C. Stone, J. E. Starrs, M. Stoneking, Journal of Forensic Sciences 46, Heft 1, S. 173 bis 176). PubMed, National Library of Medicine. Stand Januar 2001. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Jesse James, half-length portrait, facing front, holding handgun at his waist (LC-USZ62-3855). Library of Congress, Prints and Photographs Division. Stand 1864, Kopie 1882. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Jesse James, Mann ohne Gesetz (USA 1939). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Long Riders (USA 1979). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand Aktualisiert am 29.12.2001. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (USA 2007). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand Aktualisiert am 29.09.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Kristen Epps: Quantrill's Raid on Lawrence. Civil War on the Western Border. Kansas City Public Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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