GeschichteListe
Die bekanntesten Banküberfälle im Wilden Westen
Kurz erklärt Als erster Banküberfall bei Tag in Friedenszeiten in den USA gilt der Überfall auf die Clay County Savings Association in Liberty, Missouri, am 13. Februar 1866. Acht Tote forderte Coffeyville in Kansas am 5. Oktober 1892 (vier Männer der Dalton-Bande und vier Bürger), fünf Tote Northfield in Minnesota mit der Verfolgung bis Madelia; dort scheiterte die James-Younger-Bande am 7. September 1876.

Wer steht auf dieser Liste?
Die Liste nennt 17 Banküberfälle in chronologischer Reihenfolge, vom Überfall in Liberty 1866 bis zu dem in Harrison 1921.[1, 13] Aufgenommen sind die Überfälle der Banden, denen wilder-westen.org eigene Seiten widmet (die Brüder James und Younger, die Wild Bunch um Butch Cassidy und die Dalton-Brüder), dazu die Überfälle von Sam Bass und Henry Starr. Die meisten Einträge stützen sich auf staatliche historische Gesellschaften, ein Archiv, eine Behörde oder namentlich gezeichnete Fachartikel. Die Überfälle von Richmond, Corydon, Columbia und Huntington stehen nur bei PBS American Experience, Russellville zusätzlich bei der State Historical Society of Missouri.[2, 3, 4] "Bekannt" heißt hier: Die Fälle stehen in diesen Quellen und auf den Seiten der Täter. Eine Rangfolge nach Beute oder Zahl der Toten gibt es nicht. Mitgezählt sind auch Überfälle, die scheiterten oder nur geplant waren.
Viele Täter kamen aus dem Bürgerkrieg. Die Brüder James und die Younger-Brüder hatten in Missouri als Guerillas der Südstaaten gekämpft, die dort Bushwhackers hießen.[3, 4] Sechzehn Jahre lang raubten und mordeten Jesse James und seine Bande nach der State Historical Society of Missouri in einem halben Dutzend Staaten, zwischen Iowa und Texas und zwischen Kansas und West Virginia.[4] Mehrere Dalton-Brüder waren nach der Encyclopedia of Oklahoma History zuerst Deputy U.S. Marshals gewesen, bevor sie Züge und Banken überfielen.[11]
| Datum | Ort | Täter laut Quelle | Ausgang |
|---|---|---|---|
| 13. Februar 1866 | Liberty, Missouri | 13 Maskierte, Bande der Brüder James zugeschrieben | 57.000 bis fast 60.000 Dollar, ein Toter[1, 2, 3] |
| 22. Mai 1867 | Richmond, Missouri | unbekannt, Gerüchte nannten die Brüder James | mehrere Einwohner getötet, Verdächtige gelyncht[3] |
| März 1868 | Russellville, Kentucky | Brüder James, Cole Younger und andere | ein Einwohner angeschossen[3] |
| 7. Dezember 1869 | Gallatin, Missouri | Frank und Jesse James | Kassierer John Sheets getötet, wertloses Papier erbeutet[2, 3] |
| Juni 1871 | Corydon, Iowa | Brüder James und zwei Komplizen | 6.000 Dollar[2, 3] |
| April 1872 | Columbia, Kentucky | Brüder James und Komplizen | Kassierer getötet, wenig Beute[2, 3] |
| 6. September 1875 | Huntington, West Virginia | Beteiligung von Jesse James möglich | Bank ausgeraubt[3] |
| 7. September 1876 | Northfield, Minnesota | James-Younger-Bande, acht Männer | 26,70 Dollar, fünf Tote mit Madelia[6, 7] |
| 19. Juli 1878 | Round Rock, Texas | Bande von Sam Bass | geplanter Überfall, Bass tödlich verwundet[8] |
| Juni 1889 | Telluride, Colorado | Butch Cassidy, Matt Warner, Tom McCarty | mehr als 20.000 Dollar[9, 10] |
| 5. Oktober 1892 | Coffeyville, Kansas | Bob, Grat und Emmett Dalton mit zwei Komplizen | acht Tote, Emmett Dalton gefasst[11, 12] |
| Juni 1893 | Bentonville, Arkansas | Henry Starr | 15 Jahre Haft[13] |
| 21. Mai 1894 | Longview, Texas | vier Männer, vielleicht mit Bill Dalton | Bill Dalton im Juni 1894 erschossen[11] |
| 13. August 1896 | Montpelier, Idaho | Butch Cassidy, Elzy Lay, Bub Meeks | rund 7.000 Dollar, Flucht gelungen[10] |
| 19. September 1900 | Winnemucca, Nevada | laut Blust Butch Cassidy, Harry Longabaugh, Will Carver; Täterschaft umstritten | 31.640 Dollar gemeldet, Flucht gelungen[10, 17] |
| 27. März 1915 | Stroud, Oklahoma | Henry Starr und sechs Komplizen | Starr verwundet und gefasst[13] |
| 18. Februar 1921 | Harrison, Arkansas | Henry Starr und drei andere | Starr tödlich verwundet[13] |
Die Banküberfälle von Liberty 1866 bis Harrison 1921
Liberty, Missouri, 13. Februar 1866
Am Nachmittag des 13. Februar 1866 ritten nach House Divided, dem Forschungsportal des Dickinson College, 13 maskierte Männer nach Liberty und überfielen die Clay County Savings Association. Sie schlugen den Kassierer mit dem Revolver nieder und nahmen Wertpapiere, Banknoten sowie Gold- und Silbermünzen mit.[1, 2] Die Angaben zur Beute reichen von 57.000 Dollar, davon 18.000 Dollar in bar (House Divided), über 58.000 Dollar (PBS-Zeitleiste) bis zu fast 60.000 Dollar (PBS-Artikel zu den Banküberfällen).[1, 2, 3] Auf der Flucht erschossen die Täter den College-Studenten George Wymore, der Alarm schlug.[1]
PBS nennt den Überfall den ersten bei Tag in Friedenszeiten in den USA, House Divided den wahrscheinlich ersten.[1, 2] Gefasst wurde niemand. Das Clay County schreibt die Tat der Bande der Brüder James zu; House Divided hält ihre Beteiligung für unbestätigt und zweifelhaft.[1, 5] Nach der PBS-Zeitleiste ließ der Gouverneur von Missouri danach die Miliz des Staates aufbieten.[3] Das Clay County zeigt das Gebäude heute als Jesse James Bank Museum so, wie es 1866 aussah.[5]
Richmond, Missouri, 22. Mai 1867
Beim Überfall auf eine Bank in Richmond am 22. Mai 1867 töteten die Täter nach der PBS-Zeitleiste mehrere Einwohner. Einige Verdächtige wurden gelyncht. Gerüchte nannten auch Frank und den damals 19-jährigen Jesse James, die Behörden verfolgten die beiden aber nicht.[3]
Russellville, Kentucky, März 1868
Im März 1868 planten Jesse und Frank James nach der PBS-Zeitleiste mit anderen früheren Bushwhackers, darunter Cole Younger, einen Überfall auf eine Bank in Russellville. Bei der Tat wurde ein Einwohner angeschossen. Detektive aus Louisville fassten später einen der Räuber, ein zweiter starb in Missouri im Kampf mit einer Posse.[3] Auch die State Historical Society of Missouri hält fest, dass die Brüder James 1868 an einem Banküberfall in Kentucky beteiligt waren.[4]
Gallatin, Missouri, 7. Dezember 1869
Kurz nach Mittag am 7. Dezember 1869 betraten Frank und Jesse James die Daviess County Savings Association in Gallatin. Einer der beiden, nach der State Historical Society of Missouri Jesse, erschoss den Kassierer; der Anwalt William McDowell wurde auf dem Weg zur Tür am Arm getroffen.[2, 4] Getötet wurde John Sheets. Jesse James hielt ihn nach der PBS-Zeitleiste für Samuel Cox, der im Bürgerkrieg den Guerillaführer William "Bloody Bill" Anderson aufgespürt hatte.[3] Mitgenommen hatten die Brüder eine Mappe mit wertlosem Papier. Nach diesem Überfall stand der Name Jesse James zum ersten Mal in den Zeitungen.[2, 3, 4]
PBS sieht in Gallatin das Muster der späteren Überfälle: einen Anlass, der über den Raub hinausging, die Suche nach Aufmerksamkeit, unbewaffnete Tote und einen Plan, der nicht aufging.[2]
Corydon, Iowa, Juni 1871
Im Juni 1871 raubten Jesse und Frank James mit zwei weiteren früheren Bushwhackers eine Bank in Corydon in Iowa aus.[3] Nach PBS kamen sie, während ein großer Teil des Ortes in der Methodistenkirche eine Rede von Henry Clay Dean hörte. Sie erbeuteten 6.000 Dollar und gingen danach zur Kirche, wo sie das Geld der Menge vorzeigten.[2] Die Bank beauftragte die Pinkerton-Detektei, die Robert Pinkerton, einen Sohn des Gründers, auf die Spur der Räuber setzte.[3]
Columbia, Kentucky, April 1872
Im April 1872 überfielen Jesse, Frank und ihre Komplizen nach der PBS-Zeitleiste eine Bank in Columbia in Kentucky und ermordeten dabei einen unbewaffneten Kassierer.[3] Nach dem PBS-Artikel zu den Banküberfällen weigerte sich der tödlich verwundete Mann, den Tresorraum zu öffnen, und die Räuber erbeuteten wenig.[2]

Huntington, West Virginia, 6. September 1875
Am 6. September 1875 wurde die Bank of Huntington in West Virginia ausgeraubt. Ob Jesse James dabei war, lässt die PBS-Zeitleiste offen.[3]
Northfield, Minnesota, 7. September 1876
Gegen 14 Uhr am 7. September 1876 ritt die James-Younger-Bande nach Northfield, um die First National Bank auszurauben (mehr dazu auf der Seite über Jesse James).[6, 7] Ausgewählt hatte sie die Stadt laut PBS nach zwei Wochen Erkundung, weil dort Adelbert Ames lebte, früher republikanischer Gouverneur von Mississippi und General der Union, der viel Geld bei dieser Bank hatte.[2] Nach Minnesota reisten die Brüder Cole, Jim und Bob Younger, Clell Miller und Charlie Pitts. Dass auch Frank und Jesse James dabei waren, ist nach MNopedia, dem Lexikon der Minnesota Historical Society, nie bewiesen worden, wird aber allgemein angenommen; als achter Mann gilt Bill Chadwell.[6]
Frank James, Charlie Pitts und Bob Younger gingen in die Bank. Der Kassierer war verreist, deshalb verlangten sie vom Buchhalter Joseph Lee Heywood, den Tresor zu öffnen; die Minnesota Digital Library nennt Heywood den amtierenden Kassierer. Heywood behauptete, das Schloss laufe mit einem Zeitwerk und lasse sich nicht öffnen. Nach MNopedia stimmte das nicht.[6, 7] Draußen hatte J. S. Allen die Fremden bemerkt und die Stadt alarmiert. Der Medizinstudent Henry Wheeler erschoss Clell Miller, der Eisenwarenhändler Anselm Manning Bill Chadwell. Der schwedische Einwanderer Nicolaus Gustavson, der die Befehle der Räuber nicht verstand, geriet in die Schusslinie und starb einige Tage später.[6, 7]
In der Bank schoss Pitts dem Schalterangestellten Alonzo Bunker in die Schulter, Bunker überlebte. Beim Verlassen der Bank erschoss Frank James nach MNopedia und der Minnesota Digital Library Joseph Lee Heywood; PBS lässt offen, ob Frank oder Jesse schoss.[2, 6, 7] Die Räuber nahmen laut Minnesota Digital Library 26,70 Dollar Kleingeld mit, 15.000 Dollar blieben im Tresor.[6, 7]
Zwei Wochen lang suchten Hunderte Freiwillige im Süden Minnesotas nach den Flüchtigen, nach MNopedia die bis dahin größte Menschenjagd in der Geschichte der USA. Bei Madelia stellten der Sheriff des Watonwan County und fünf Freiwillige die Youngers und Charlie Pitts, nach dem Haupttext von MNopedia am 20. September, nach den Bildunterschriften desselben Artikels und nach der Library of Congress am 21. September.[6, 16] Pitts starb, die drei Younger-Brüder bekannten sich des Mordes an Heywood schuldig und wurden zu lebenslanger Haft im Gefängnis von Stillwater verurteilt.[6, 7] Frank und Jesse James entkamen und bestritten bis an ihr Lebensende, je in Minnesota gewesen zu sein.[6]

Round Rock, Texas, 19. Juli 1878 (geplanter Überfall)
Sam Bass, am 21. Juli 1851 bei Mitchell in Indiana geboren, arbeitete nach dem Handbook of Texas auf einer Ranch, im Stall eines Hotels und als Fuhrmann und besaß ein Rennpferd, bevor er 1877 Postkutschen und einen Zug der Union Pacific überfiel. Im Frühjahr 1878 raubte seine neue Bande vier Züge im Umkreis von 25 Meilen um Dallas aus.[8] Danach ritt sie nach Süden, um eine kleine Bank in Round Rock auszurauben. Das Bandenmitglied Jim Murphy war jedoch zum Informanten geworden und schrieb an Major John B. Jones, den Kommandeur des Frontier Battalion der Texas Rangers.[8] Am 19. Juli 1878 gerieten Bass und seine Männer in Round Rock in ein Feuergefecht, bei dem Bass verwundet wurde. Am nächsten Morgen fand man ihn hilflos auf einer Weide nördlich der Stadt; er starb am 21. Juli, seinem 27. Geburtstag.[8]
Telluride, Colorado, Juni 1889
Am 24. Juni 1889 raubten Butch Cassidy, Matt Warner und dessen Cousin Tom McCarty nach Dick Blust die San Miguel Bank in Telluride aus und erbeuteten mehr als 20.000 Dollar.[10] Mac Blewer datiert den Überfall auf den 14. Juni 1889. Starke Hinweise sprechen nach ihm für Cassidys Beteiligung, auch wenn die Zeitungen damals seinen Namen nicht nannten.[9] Für Blust begann mit Telluride Cassidys Laufbahn als Berufsverbrecher.[10]
Coffeyville, Kansas, 5. Oktober 1892
Am 5. Oktober 1892 wollten Bob, Grat und Emmett Dalton mit zwei Komplizen in Coffeyville zwei Banken zugleich ausrauben; nach der Kansas Historical Society wollten sie damit die Bande der Brüder James übertreffen (mehr bei den Dalton-Brüdern).[12] Die Komplizen heißen in der Encyclopedia of Oklahoma History Bill Powers und Dick Broadwell, in der Kansapedia der Kansas Historical Society Tom Evans und Jake Moore.[11, 12]
Die Bande erbeutete laut Kansas Historical Society fast 25.000 Dollar. Die Bürger waren gewarnt und eröffneten das Feuer.[12] Nach dem National Park Service wurde das Geld wiedergefunden: Die First National Bank meldete am nächsten Tag einen Überschuss von 1,98 Dollar, die Condon Bank einen Verlust von 20 Dollar.[19] Vier Bandenmitglieder starben, Emmett Dalton überlebte schwer verwundet, nach der Kansapedia mit mindestens 23 Schusswunden.[11, 12] Getötet wurden auch vier Männer aus Coffeyville: Stadtmarshal Charles T. Connelly, Lucius Baldwin, George Cubine und Charles Brown.[11] Emmett Dalton wurde zu lebenslanger Haft im Gefängnis von Lansing verurteilt. Nach der Kansas Historical Society kam er nach 14 Jahren frei, nach der Encyclopedia of Oklahoma History begnadigte ihn der Gouverneur von Kansas nach vierzehneinhalb Jahren.[11, 12]
Bentonville, Arkansas, Juni 1893
Henry Starr kam nach der Encyclopedia of Oklahoma History am 2. Dezember 1873 bei Fort Gibson in der Cherokee Nation im Indianer-Territorium zur Welt; er war Cherokee und ein Neffe von Belle Starr.[13] Im Sommer 1892 überfiel er den Bahnhof von Nowata, im Dezember 1892 tötete er einen Deputy U.S. Marshal, der ihn festnehmen wollte. Im Juni 1893 raubte er eine Bank in Bentonville in Arkansas aus. Er wurde in Colorado Springs gefasst, nach Fort Smith gebracht und zu 15 Jahren Haft verurteilt; 1903 wurde er begnadigt.[13]
Longview, Texas, 21. Mai 1894
Bill Dalton, ein Bruder von Bob, Grat und Emmett, soll sich nach Coffeyville der Bande von Bill Doolin angeschlossen haben. Möglicherweise gehörte er zu den vier Männern, die am 21. Mai 1894 die First National Bank in Longview in Texas überfielen.[11] Am 8. Juni 1894 erschoss ihn eine Posse bei Ardmore. Alle neun Deputy U.S. Marshals, die ihn getötet hatten, wurden im Juni 1896 in Ardmore wegen Mordes angeklagt; vor Gericht kam offenbar keiner von ihnen.[11]
Montpelier, Idaho, 13. August 1896
Am 13. August 1896 überfielen Butch Cassidy, Elzy Lay und Henry "Bub" Meeks die Bank of Montpelier in Idaho und erbeuteten rund 7.000 Dollar. Nach Dick Blust brauchten sie das Geld für die Verteidigung von Matt Warner und Walter Wall, die in Utah wegen Mordes vor Gericht standen.[10] Laut dem Montpelier Examiner, den Blust zitiert, kamen die drei um 15.30 Uhr unmaskiert in die Stadt. Cassidy schlug in der Bank einen Mann mit dem Revolver nieder, Lay wartete draußen bei den Pferden. Mit frischen Pferden, die sie am Fluchtweg bereitgestellt hatten, hängten sie die Posse von Sheriff M. Jeff Davis ab.[10]
Winnemucca, Nevada, 19. September 1900
Am 19. September 1900 raubten Butch Cassidy, Harry Longabaugh, der Sundance Kid, und Will Carver nach Blust die First National Bank in Winnemucca aus. Gemeldet wurden 31.640 Dollar, meist in Gold, und rund 300 Dollar in Scheinen. Die Räuber hatten etwa zehn Tage lang zehn Meilen vor der Stadt gelagert, die Bank ausgekundschaftet und den Fluchtweg geplant, und trotz Verfolgung durch mehrere Posses entkamen sie.[10] Nach Cowboy State Daily bestreiten andere Historiker, dass Cassidy und seine Bande in der Nähe von Winnemucca waren; eine Überlieferung der Familie Brackett nennt stattdessen Tap Duncan und seine Brüder als Täter.[17]
Ende 1905 überfielen Cassidy und Longabaugh nach Blust eine Bank in Villa Mercedes in Argentinien und erbeuteten 12.000 Pesos.[10]

Stroud, Oklahoma, 27. März 1915
Nach seiner Begnadigung raubte Henry Starr ab 1908 Banken in Kansas und Colorado aus. 1909 wurde er in Arizona gefasst und saß bis 1913 in einem Gefängnis in Colorado.[13] Am 27. März 1915 versuchten er und sechs Komplizen, zwei Banken in Stroud in Oklahoma gleichzeitig auszurauben. Starr wurde verwundet, gefasst und zu 25 Jahren Haft verurteilt.[13]
Harrison, Arkansas, 18. Februar 1921
1919 kam Starr auf Bewährung frei, ging zu einer Filmgesellschaft und drehte "Debtor to the Law", einen Stummfilm über die Überfälle von Stroud.[13] Am 18. Februar 1921 überfiel er mit drei anderen die People's National Bank in Harrison in Arkansas, wurde dabei tödlich verwundet und starb vier Tage später. Begraben wurde er in Dewey in Oklahoma. Starr hatte von sich behauptet, mehr Banken ausgeraubt zu haben als jeder andere Mann in Amerika.[13]
Wer waren die Opfer der Banküberfälle?
Viele Tote nennen die Quellen mit Namen. In Liberty starb 1866 der Student George Wymore, in Gallatin 1869 der Kassierer John Sheets, den Jesse James mit einem anderen verwechselte, in Columbia 1872 ein Kassierer, der den Tresorraum nicht öffnete.[1, 2, 3] In Northfield starben 1876 der Buchhalter Joseph Lee Heywood und der Einwanderer Nicolaus Gustavson, der Bankangestellte Alonzo Bunker wurde verwundet.[6, 7] In Coffeyville kamen 1892 Stadtmarshal Charles T. Connelly, Lucius Baldwin, George Cubine und Charles Brown ums Leben.[11] Nach PBS waren unbewaffnete Tote ein Kennzeichen der Überfälle von Jesse James.[2]
Auch Täter und Verdächtige starben. In Northfield erschossen Bürger Clell Miller und Bill Chadwell, bei Madelia starb Charlie Pitts, in Coffeyville vier Männer der Dalton-Bande.[6, 11] Nach dem Überfall von Richmond 1867 wurden mehrere Verdächtige gelyncht (mehr zur Lynchjustiz im Wilden Westen).[3]
Wie häufig waren Banküberfälle im Wilden Westen?
Der Historiker Larry Schweikart von der University of Dayton und Lynne Doti haben für ihr Buch "Banking in the American West from the Gold Rush to Deregulation" von 1991 Quellen aus 15 Bundesstaaten westlich der Linie Missouri, Minnesota, Texas für die Jahre 1859 bis 1900 ausgewertet. Sie fanden nach Schweikart drei oder vier sichere Banküberfälle. Bei späteren Rückfragen bei Fachkollegen kamen vielleicht zwei oder drei weitere hinzu; zwei Überfälle von Butch Cassidy und dem Sundance Kid, darunter Telluride, hatten sie übersehen.[14] Die Zählung steht in einem Aufsatz Schweikarts auf der Seite der Foundation for Economic Education. Er richtet ihn an Leser, die sich für Freiheit und freie Märkte interessieren, und fragt, warum es vor der staatlichen Bankenregulierung so wenige Überfälle gab. Die Zählung ist eine Einzelquelle; das Buch von 1991 wurde für diese Seite nicht eingesehen.[14] Missouri, Minnesota, Kentucky und Texas gehören nicht zu diesem Gebiet; dort lagen Liberty, Gallatin, Northfield, Round Rock und andere Fälle dieser Liste.[14, 1, 6, 8]
Als Gründe nennt Schweikart die Bauweise der Banken. Sie standen in der Mitte des Ortes zwischen anderen Geschäften, die Rückwand war verstärkt, und Tresore wie der Kugeltresor auf einem eisernen Kasten ließen sich kaum aufbrechen oder wegschaffen. Züge und Postkutschen waren nach seiner Einschätzung leichtere Ziele (mehr bei den Zugüberfällen und Postkutschenüberfällen). Mehr Banküberfälle im Westen gab es nach Schweikart erst in den 1920er Jahren, als Räuber mit dem Auto über die Grenze eines Staates fliehen konnten.[14]
Wie wehrten sich Banken und Städte?
In Northfield und Coffeyville griffen die Bürger zu den Waffen. Nach MNopedia rechneten die Räuber in Northfield nicht mit Widerstand der Einwohner, die danach im ganzen Land für die Verteidigung ihrer Stadt gelobt wurden.[6] In Coffeyville waren die Bürger vor den Plänen der Daltons gewarnt.[12] Nach Northfield setzte der Gouverneur von Minnesota eine Belohnung aus, Freiwillige kamen aus dem ganzen Staat, und die Posse, die die Youngers stellte, hieß später "Magnificent Seven".[7] Die Minnesota Digital Library weist darauf hin, dass die meisten Geschäfte und beide Colleges des Ortes ihr Geld bei der First National Bank hatten und es nicht versichert war.[7]
Gegen die Bande der Brüder James setzte eine Bank 1871 die Pinkerton-Detektei ein.[3] Der Gouverneur von Missouri bot 1873 nach der PBS-Zeitleiste je 1.000 Dollar für die Festnahme von Frank und Jesse James, 1881 setzte Gouverneur Thomas T. Crittenden nach der PBS-Zeitleiste je 10.000 Dollar für die Festnahme aus, die Missouri State Archives nennen 5.000 Dollar je Bruder (mehr bei den Wanted-Postern und den Kopfgeldjägern).[3, 18]
Karte der Banküberfälle
- 1Liberty, Missouri: Banküberfall vom 13. Februar 1866 (Liberty, Missouri, Clay County Savings Association, 13. Februar 1866) 39,24° N, 94,42° W[15, 1]
- 2Richmond, Missouri: Banküberfall vom 22. Mai 1867 (Richmond, Missouri, Banküberfall vom 22. Mai 1867) 39,28° N, 93,97° W[15, 3]
- 3Russellville, Kentucky: Banküberfall im März 1868 (Russellville, Kentucky, Banküberfall im März 1868) 36,84° N, 86,90° W[15, 3]
- 4Gallatin, Missouri: Banküberfall vom 7. Dezember 1869 (Gallatin, Missouri, Daviess County Savings Association, 7. Dezember 1869) 39,91° N, 93,96° W[15, 2, 3]
- 5Corydon, Iowa: Banküberfall im Juni 1871 (Corydon, Iowa, Banküberfall im Juni 1871) 40,76° N, 93,32° W[15, 3]
- 6Columbia, Kentucky: Banküberfall im April 1872 (Columbia, Kentucky, Banküberfall im April 1872) 37,10° N, 85,31° W[15, 3]
- 7Huntington, West Virginia: Banküberfall vom 6. September 1875 (Huntington, West Virginia, Bank of Huntington, 6. September 1875) 38,41° N, 82,43° W[15, 3]
- 8Northfield, Minnesota: Überfall vom 7. September 1876 (Northfield, Minnesota, First National Bank, 7. September 1876) 44,46° N, 93,17° W[15, 6]
- 9Round Rock, Texas: geplanter Überfall vom Juli 1878 (Round Rock, Texas, Feuergefecht der Bande von Sam Bass, 19. Juli 1878) 30,53° N, 97,66° W[15, 8]
- 10Telluride, Colorado: Banküberfall im Juni 1889 (Telluride, Colorado, San Miguel Bank, Juni 1889) 37,94° N, 107,82° W[15, 10]
- 11Coffeyville, Kansas: Doppelüberfall vom 5. Oktober 1892 (Coffeyville, Kansas, zwei Banken, 5. Oktober 1892) 37,03° N, 95,65° W[15, 11, 12]
- 12Bentonville, Arkansas: Banküberfall im Juni 1893 (Bentonville, Arkansas, Banküberfall von Henry Starr, Juni 1893) 36,35° N, 94,23° W[15, 13]
- 13Longview, Texas: Banküberfall vom 21. Mai 1894 (Longview, Texas, First National Bank, 21. Mai 1894) 32,52° N, 94,76° W[15, 11]
- 14Montpelier, Idaho: Banküberfall vom 13. August 1896 (Montpelier, Idaho, Bank of Montpelier, 13. August 1896) 42,33° N, 111,30° W[15, 10]
- 15Winnemucca, Nevada: Banküberfall vom 19. September 1900 (Winnemucca, Nevada, First National Bank, 19. September 1900) 40,96° N, 117,72° W[15, 10]
- 16Stroud, Oklahoma: Doppelüberfall vom 27. März 1915 (Stroud, Oklahoma, zwei Banken, 27. März 1915) 35,77° N, 96,65° W[15, 13]
- 17Harrison, Arkansas: Banküberfall vom 18. Februar 1921 (Harrison, Arkansas, People's National Bank, 18. Februar 1921) 36,24° N, 93,12° W[15, 13]
Outlaws auf wilder-westen.org
PersonBelle Starr"Bandit Queen" der Groschenromane; 1883 in Fort Smith wegen Pferdediebstahls verurteilt
PersonBilly the KidOutlaw im Lincoln-County-Krieg, wegen Mordes an Sheriff William Brady zum Tod verurteilt, Flucht aus dem Gefängnis in Lincoln
PersonButch Cassidy und Sundance KidZug- und Bankräuber der Wild Bunch, 1901 nach Südamerika gegangen
PersonDalton-BrüderDalton-Bande: vier Zugüberfälle 1891 und 1892 im heutigen Oklahoma, gescheiterter Überfall auf zwei Banken in Coffeyville, Kansas, am 5. Oktober 1892
PersonDoc HollidayGlücksspieler und Revolvermann, Freund von Wyatt Earp, Beteiligter der Schießerei am O.K. Corral 1881
PersonJesse JamesBank- und Zugräuber, mit seinem Bruder Frank und den Younger-Brüdern in der James-Younger-Bande
PersonJohn Wesley HardinRevolvermann; 1878 wegen Mordes an Deputy Sheriff Charles Webb zu 25 Jahren Haft verurteilt, 1894 begnadigt; Autobiografie von 1896
Mehr zu Outlaws und Gesetzeshütern
- Die bekanntesten Outlaws: Steckbriefe von Billy the Kid bis zu den Dalton-Brüdern
- Zugüberfälle im Wilden Westen: von den Reno-Brüdern bis zu den Brüdern DeAutremont
- Die berühmtesten Schießereien, darunter Northfield und Coffeyville
- Die Pinkerton-Detektei und Wells Fargo im Wilden Westen
- Berühmte Sheriffs und Marshals und Recht und Ordnung im Wilden Westen
- Belle Starr, die Tante von Henry Starr, und die Cherokee Nation
Häufige Fragen
Was war der erste Banküberfall im Wilden Westen?
Als erster Banküberfall bei Tag in Friedenszeiten in den USA gilt der Überfall auf die Clay County Savings Association in Liberty, Missouri, am 13. Februar 1866. Gefasst wurde niemand; ob Frank und Jesse James dabei waren, ist bis heute offen.
Was geschah beim Banküberfall in Northfield?
Am 7. September 1876 wollte die James-Younger-Bande die First National Bank in Northfield, Minnesota, ausrauben. Bürger schossen auf die Räuber, zwei von ihnen starben, und in der Bank wurde der Buchhalter Joseph Lee Heywood erschossen. Die Younger-Brüder wurden gefasst und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Was passierte in Coffeyville 1892?
Am 5. Oktober 1892 wollten die Dalton-Brüder mit zwei Komplizen zwei Banken in Coffeyville, Kansas, zugleich ausrauben. Die Bürger waren gewarnt; vier Bandenmitglieder und vier Männer aus Coffeyville starben, Emmett Dalton überlebte schwer verletzt. Mehr dazu bei den Dalton-Brüdern.
Wie viele Banken überfiel Jesse James?
Eine gesicherte Gesamtzahl nennen die Quellen dieser Seite nicht. Öffentlich mit einem Banküberfall in Verbindung gebracht wurde Jesse James zum ersten Mal nach Gallatin im Dezember 1869; danach folgten unter anderem Corydon 1871, Columbia 1872 und Northfield 1876. Mehr auf der Seite über Jesse James.
Wurden im Wilden Westen oft Banken überfallen?
Nach einer Zählung von Larry Schweikart und Lynne Doti eher selten: Sie fanden für 15 Bundesstaaten westlich von Missouri, Minnesota und Texas zwischen 1859 und 1900 nur drei oder vier sichere Banküberfälle, später kamen einige Hinweise dazu. Viele bekannte Fälle wie Liberty und Northfield lagen außerhalb dieses Gebiets. Die Zählung ist eine Einzelquelle.
Welche Banken überfiel Butch Cassidy?
Zugeschrieben werden ihm unter anderem die San Miguel Bank in Telluride, Colorado, im Juni 1889, die Bank of Montpelier in Idaho am 13. August 1896 und die First National Bank in Winnemucca, Nevada, am 19. September 1900, wobei seine Beteiligung dort bestritten wird. Ende 1905 überfiel er mit dem Sundance Kid eine Bank in Villa Mercedes in Argentinien.
Wer war Henry Starr?
Henry Starr war ein Bankräuber aus der Cherokee Nation und ein Neffe von Belle Starr. Er überfiel ab 1893 Banken in Arkansas, Kansas und Colorado und versuchte am 27. März 1915, in Stroud in Oklahoma zwei Banken zugleich auszurauben. 1921 starb er nach einem Überfall in Harrison, Arkansas.
Quellen
- Fachaufsatz The probable first ever peacetime daylight bank robbery in American history takes place in Liberty, Missouri (John Osborne, nach Ted P. Yeatman 2000). House Divided: The Civil War Research Engine at Dickinson College. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Jesse James' Bank Robberies. PBS American Experience, WGBH Educational Foundation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse The Life and Death of Jesse James (Zeitleiste). PBS American Experience, WGBH Educational Foundation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Historic Missourians: Jesse James (Text Carlynn Trout). State Historical Society of Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Historic Sites (Jesse James Birthplace, Jesse James Bank Museum). Clay County, Missouri. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Northfield Bank Raid (Leslie Moore, MNopedia). Minnesota Historical Society. Stand 28.03.2016, zuletzt geändert 17.06.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Northfield Bank Raid of 1876, Primary Source Set (Stephanie Hess). Minnesota Digital Library. Stand 08.01.2021, aktualisiert 22.10.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Wayne Gard: Bass, Sam (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 07.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Butch Cassidy in Wyoming (Mac Blewer, WyoHistory.org). Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk The Outlaw and his Lawyer: Butch Cassidy and Douglas Preston (Dick Blust, WyoHistory.org). Wyoming State Historical Society. Stand 18.01.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Nancy B. Samuelson: Dalton Gang (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag DA006). Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Emmett Dalton (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Februar 2013. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jon D. May: Starr, Henry (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag ST060). Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Larry Schweikart: The Non-Existent Frontier Bank Robbery. Foundation for Economic Education. Stand 01.01.2001. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, national (interner Punkt der Orte). U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Jesse James: Topics in Chronicling America. Library of Congress. Stand 12.06.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Presse The American West: Did The Wild Bunch, Rob The Bank In Winnemucca? (R. B. Miller). Cowboy State Daily. Stand 21.03.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Finding Aid 3.24: Office of the Governor, Thomas Theodore Crittenden, 1881 bis 1885. Missouri State Archives. Stand 1999, aktualisiert 29.07.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Coffeyville Affair (Juliet Galonska). National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand März 1996, aktualisiert 10.04.2015. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Passt dazu
PersonenJesse JamesJesse James lebte von 1847 bis 1882 und raubte mit seinem Bruder Frank Banken und Züge aus.
PersonenDalton-BrüderFrank, Grat und Bob Dalton waren Deputy Marshals, Grat und Bob wurden danach Zugräuber.
GeschichteZugüberfälle im Wilden WestenZugüberfälle von den Reno-Brüdern 1866 bis zum Tunnel 13 im Jahr 1923.
PersonenDie bekanntesten OutlawsBilly the Kid, Jesse James, Butch Cassidy und acht weitere Outlaws mit Lebensdaten, Taten und Tod.