WesternSerie
Into the West (2005)
Kurz erklärt Into the West ist eine sechsteilige Miniserie, die der US-Sender TNT ab dem 10. Juni 2005 zeigte; ausführender Produzent war Steven Spielberg. Sie erzählt von 1825 bis 1890 die Geschichte der Siedlerfamilie Wheeler und einer Familie der Lakota, deren Wege sich durch eine Heirat verbinden. 2006 gewann die Serie zwei Emmys, für die Musik und für die Tonmischung.

Into the West ist eine Miniserie in sechs Teilen, die der US-Kabelsender TNT im Sommer 2005 zeigte. Steven Spielberg war ausführender Produzent.[2, 6] Erzählt wird die Besiedlung des Westens von 1825 bis 1890 aus zwei Blickwinkeln, dem einer indigenen und dem einer weißen Familie.[2] Die indigene Familie gehört zu den Lakota, und viele indigene Figuren sprechen in ihrer eigenen Sprache, mit englischen Untertiteln.[2, 4]
Worum geht es in Into the West?
Laut Filmdienst verlässt Jacob Wheeler (Matthew Settle), der Sohn eines Stellmachers, im Jahr 1827 seine Heimat in Virginia und folgt einem Abenteurer nach Kalifornien. Zur selben Zeit hat der junge Lakota Loved By the Buffalo, deutsch "Den die Büffel lieben", Visionen vom Kommen der Weißen.[1] Nach NPR lockt Jacob die Erzählung von der Schönheit Kaliforniens nach Westen. Unter den historischen Personen, auf die die erfundenen Figuren treffen, nennt NPR Jedediah Smith, den Josh Brolin spielt.[3]
Jacob rettet die Schwester von Loved By the Buffalo, Thunder Heart Woman (Tonantzin Carmelo), aus der Gewalt von Menschenhändlern, heiratet sie, und beide ziehen mit einem Treck nach Westen.[1, 4] Von da an folgt die Serie den Nachkommen beider Familien über die Jahrzehnte.[2] TVLine beschreibt den Gegensatz der beiden Männer so: Wheeler sucht sein Glück an der Frontier, Loved By the Buffalo will die Lebensweise seines Volkes bewahren.[4]
Die Figuren geraten laut Filmdienst in die großen Ereignisse der Zeit. Jacobs Bruder Jethro (Skeet Ulrich) folgt dem Ruf des Goldes, die Bahn wird quer durch das Land gebaut, und Jacobs Tochter Margaret gerät in Gefangenschaft der Cheyenne. Am Little Bighorn wird Custers Truppe geschlagen, und später werden indigene Kinder in Erziehungsanstalten gebracht.[1] Mehr über diese Schulen steht auf der Seite Internatsschulen für indigene Kinder.
Wie endet Into the West?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Laut Filmdienst keimt bei den indigenen Figuren Hoffnung auf, als Wovoka mit dem Geistertanz die Befreiung des Landes verspricht. Stattdessen kommt es zum Massaker von Wounded Knee.[1] Damit endet die Serie, so beschreibt es auch der Christian Science Monitor.[2] Am 29. Dezember 1890 schossen Truppen der US-Armee am Wounded Knee Creek in der Pine Ridge Reservation auf indigene Menschen; die Library of Congress schätzt die Zahl der Toten auf 200.[11] Andere Schätzungen nennt die Seite Das Massaker von Wounded Knee.
Wie viele Folgen gibt es?
Into the West hat eine Staffel mit sechs Teilen. NPR nennt zwölf Stunden Sendezeit in sechs Teilen zu je zwei Stunden, der Filmdienst 552 Minuten für die deutsche Fassung.[1, 3] TNT zeigte die Teile ab dem 10. Juni 2005 an sechs aufeinanderfolgenden Wochenenden, jeden Teil inszenierte ein anderer Regisseur.[2]
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Staffeln und Teile | 1 Staffel, 6 Teile[1, 2] |
| Länge | 12 Stunden Sendezeit (NPR), 552 Minuten deutsche Fassung (Filmdienst)[1, 3] |
| Start in den USA | TNT, 10. Juni 2005[2, 3] |
| Deutschland | DVD ab 5. Dezember 2006, kabel eins ab 9. Juni 2009[1] |
| Freigabe | ab 12 Jahren[1] |
Wer spielt in Into the West mit?
Die Hauptrollen spielen Matthew Settle als Jacob Wheeler, im Alter John Terry, und Tonantzin Carmelo als Thunder Heart Woman.[1] Loved By the Buffalo spielt laut TVLine Joseph M. Marshall III.[4] Josh Brolin ist Jedediah Smith, Skeet Ulrich Jethro Wheeler; der Filmdienst nennt außerdem Gary Busey, Will Patton, Zahn McClarnon als Running Fox und Michael Spears als Dog Star.[1] Zu den bekannten Namen der Besetzung zählt der Christian Science Monitor auch Rachael Leigh Cook, Keri Russell, Matthew Modine, Sean Astin und Beau Bridges.[2]
Wie entstand Into the West?
Produziert wurde die Serie von DreamWorks und Voice Pictures.[1] Für die Emmys 2006 führt die Television Academy Steven Spielberg als ausführenden Produzenten, Justin Falvey, Darryl Frank und William Mastrosimone als Co-Executive-Producer, Kirk Ellis als Supervising Producer sowie David A. Rosemont und Larry Rapaport.[6] Regie führten nach dem Filmdienst Robert Dornhelm, Sergio Mimica-Gezzan, Jeremy Podeswa, Timothy Van Patten, Michael Watkins und Simon Wincer, die Drehbücher schrieben Kirk Ellis, William Mastrosimone, Cyrus Nowrasteh und Craig Storper. Die Musik stammt von Geoff Zanelli.[1] Spielberg selbst führte keine Regie.[4]
Die Kosten nennen die Quellen unterschiedlich. Laut der Pressesammlung von Indianz kostete die Produktion 50 Millionen Dollar, und nach der Seattle Times gab TNT noch einmal 50 Millionen Dollar für die Werbung aus.[5] NPR nannte geschätzte 100 Millionen Dollar für Produktion und Werbung; TNT selbst nannte laut Christian Science Monitor kein Budget.[2, 3] Gedreht wurde laut Indianz mit Tausenden Mitwirkenden in Calgary und in New Mexico.[5]

Wie zeigt Into the West die Lakota?
Die Lakota sind eine Nation der nördlichen Plains. Die Cheyenne River Sioux Tribe nennt sieben Gruppen der Titunwan, des "Volks der Plains", das eines der sieben Ratsfeuer (Oceti Sakowin) von Lakota, Dakota und Nakota bildet.[9] Mehr über ihre Geschichte und die Nationen heute steht auf der Seite Lakota.
Die Produzenten wollten laut Christian Science Monitor die gängigen Hollywood-Klischees über Pioniere und indigene Völker vermeiden. Indigene Figuren sprechen deshalb in ihren eigenen Sprachen, mit englischen Untertiteln. Man habe sich im Zweifel für die Authentizität entschieden, sagte Co-Executive-Producer Darryl Frank.[2] Als Sprachberater arbeitete Charlie White Buffalo, ein Ältester, der am Oglala Lakota College in Kyle in South Dakota Lakota unterrichtete. Die Drehbücher prüften unter anderen George P. Horse Capture, Sonderassistent für kulturelle Beziehungen am National Museum of the American Indian, und Kay-Karol Horse Capture, Fachfrau für Ethnografie und materielle Kultur.[2] White Buffalo meinte, die Serie vermeide Stereotype über sein Volk und zeige die indigenen Menschen als Menschen. Die Autorin des Artikels erinnerte daran, dass sein Volk trotz der Tragödie von 1890 nicht verschwunden sei:[2]
Wir sind noch da. Die Kultur lebt wieder auf.
Dennis Zotigh, damals Historiker bei der Oklahoma Historical Society, warf der Serie historische Fehler, negative Stereotype und das Festhalten am Hergebrachten vor. In den rund zehn Minuten mit den Mohave betrinken sich nach seiner Beschreibung die indigenen Figuren, die jungen Frauen bieten sich den Entdeckern an, und das Dorf steht schweigend herum.[5] Die Kritikerin Melanie McFarland vom Seattle Post-Intelligencer hielt das Bemühen um Ausgewogenheit für das alte Bild vom "edlen Wilden" in neuem Gewand; die Lakota-Figuren hätten wenig Tiefe und in den Teilen zwei und drei weniger Zeit im Bild.[5]
Nancy deWolf Smith lobte im Wall Street Journal die indigenen Handlungsstränge als die am besten gespielten: Alltag, Bräuche und Glauben der Lakota würden mit Respekt gezeigt. Sie kritisierte aber, dass indigene Figuren auffällig oft Weiße heirateten, als könne das Publikum sie nur so annehmen.[5] Mehr über den historischen Trapper steht auf der Seite Jedediah Smith.
Wie viel Wahrheit steckt in Into the West?
Die wahre Geschichte dahinter
VolkLakota
PersonJedediah SmithÜberquerung des South Pass 1824, erster Amerikaner auf dem Landweg von Osten nach Kalifornien (1826), Karten des Westens
EreignisKalifornischer Goldrausch
EreignisOregon Trail
EreignisSchlacht am Little Bighorn
PersonGeorge Armstrong CusterKavallerieoffizier der Union im Bürgerkrieg; Kommandeur der 7. Kavallerie beim Angriff am Washita 1868 und in der Schlacht am Little Bighorn 1876
Die Familien Wheeler und Loved By the Buffalo sind ausgedacht, aber sie geraten nach NPR immer wieder an echte Wendepunkte der amerikanischen Geschichte, vom Goldrausch bis zum Bau der transkontinentalen Eisenbahn, und treffen historische Personen wie Jedediah Smith.[3] Der Filmdienst nennt als Stationen Aufbruch, Goldrausch, Eisenbahnbau, den Treck nach Oregon, die Kriege mit den indigenen Nationen und die Christianisierung und hält die Darstellung für "historisch weitgehend präzise".[1] Mehr zu den Trecks steht auf der Seite Der Oregon Trail.
Die erste transkontinentale Eisenbahn war am 10. Mai 1869 fertig, als in Promontory in Utah die letzten Schienen gelegt wurden; die Central Pacific hatte dafür über 10.000 chinesische Arbeiter beschäftigt.[12] Die Schlacht am Little Bighorn fand am 25. und 26. Juni 1876 im Süden Montanas statt. Laut National Park Service kämpften Krieger der Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho gegen das 7. Kavallerieregiment, das Kundschafter der Crow und Arikara begleiteten. Custer selbst führte fünf Kompanien mit 210 Mann.[10]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Am Little Bighorn schlugen die Lakota unter Crazy Horse den General Custer.
Was belegt ist
Laut National Park Service kämpften Krieger der Lakota, Northern Cheyenne und Arapaho. Zu den Anführern der Lakota, die das Reservatssystem ablehnten, zählt der NPS Sitting Bull und Crazy Horse. Das Lager zählte nach Schätzung heutiger Historiker rund 8.000 Menschen mit 1.500 bis 1.800 Kriegern.[10]
Der Filmdienst fasst die Schlacht in seiner Inhaltsangabe so zusammen, dass Custer "von den Lakota unter der Führung von Crazy Horse" geschlagen wird.[1] Wie die Kämpfe verliefen und welche Rolle Sitting Bull und Crazy Horse spielten, steht auf der Seite zur Schlacht.

Wie wurde Into the West aufgenommen?
Laut Indianz lobten die meisten Kritiker 2005 den Versuch, die indigene Sicht einzubeziehen; manche fanden, die Serie bleibe hinter ihrem Ziel zurück.[5] Alessandra Stanley schrieb in der New York Times, keine Seite werde ganz verklärt oder verteufelt, und die Serie drehe gängige Klischees des Fernsehwesterns bewusst um. Sid Smith von der Chicago Tribune fand sie dagegen aufwendig und langweilig.[5] Andrew Wallenstein lobte bei NPR die Ausstattung und die Liebe zum Detail, empfand das Tempo über zwölf Stunden aber als schleppend.[3]
Bei den Emmys 2006 war Into the West als beste Miniserie nominiert; der Preis ging an Elizabeth I.[6] Gewonnen hat die Serie zwei Emmys: Geoff Zanelli für die Musik einer Miniserie und Rick Alexander, Richard Rogers und George Tarrant für die Tonmischung.[7, 8] In Deutschland erschien sie laut Filmdienst am 5. Dezember 2006 auf DVD, im Fernsehen ab dem 9. Juni 2009 bei kabel eins. Das Lexikon des internationalen Films vergab die Bewertung "Diskussionswert".[1] Weitere Serien stellt die Liste Western-Serien vor.
- 10.06.2005TNT zeigt den ersten von sechs Teilen der Miniserie Into the West.[2, 3]
- 2006Into the West gewinnt zwei Emmys, für die Musik von Geoff Zanelli und für die Tonmischung.[7, 8]
- 05.12.2006Into the West erscheint in Deutschland auf DVD.[1]
- 09.06.2009kabel eins zeigt die Serie im deutschen Fernsehen.[1]
Häufige Fragen
Hat Steven Spielberg bei Into the West Regie geführt?
Nein. Spielberg war ausführender Produzent, die sechs Teile inszenierten sechs verschiedene Regisseure, darunter Robert Dornhelm, Simon Wincer und Jeremy Podeswa. Die Drehbücher schrieben Kirk Ellis, William Mastrosimone, Cyrus Nowrasteh und Craig Storper.
Wie viele Folgen hat Into the West?
Sechs Teile mit zusammen zwölf Stunden Sendezeit. TNT zeigte sie ab dem 10. Juni 2005 an sechs aufeinanderfolgenden Wochenenden. Der Filmdienst gibt für die deutsche Fassung 552 Minuten an.
Sprechen die Lakota in Into the West ihre eigene Sprache?
Ja, viele indigene Figuren sprechen in ihren eigenen Sprachen, mit englischen Untertiteln. Als Sprachberater arbeitete Charlie White Buffalo, der laut Christian Science Monitor am Oglala Lakota College in Kyle Lakota unterrichtete.
Welche Emmys gewann Into the West?
Zwei, bei den Emmys 2006: für die Musik von Geoff Zanelli und für die Tonmischung einer Miniserie. Als beste Miniserie war Into the West nominiert, der Preis ging an Elizabeth I.
Wann lief Into the West in Deutschland?
Laut Filmdienst erschien die Serie am 5. Dezember 2006 in Deutschland auf DVD. Als Fernsehtermin nennt der Filmdienst kabel eins ab dem 9. Juni 2009. Freigegeben ist sie ab 12 Jahren.
Ist Into the West historisch genau?
Die Familien Wheeler und Loved By the Buffalo sind ausgedacht, sie erleben aber historische Ereignisse wie den Goldrausch, den Bau der Eisenbahn und die Schlacht am Little Bighorn. Der Filmdienst nennt die Serie historisch weitgehend präzise. Der Historiker Dennis Zotigh warf ihr dagegen Fehler und negative Stereotype vor.
Wer spielt in Into the West mit?
Matthew Settle spielt Jacob Wheeler, Tonantzin Carmelo Thunder Heart Woman und Joseph M. Marshall III Loved By the Buffalo. Josh Brolin spielt den Trapper Jedediah Smith, Skeet Ulrich Jacobs Bruder Jethro. Dazu kommen unter anderen Zahn McClarnon, Michael Spears, Keri Russell und Beau Bridges.
Quellen
- Filmdatenbank Into the West (2005), Lexikon des internationalen Films, mit Kritik von Stephan Mertens. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 20.11.2009. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Gloria Goodale: A TV epic tiptoes through the West. The Christian Science Monitor. Stand 10.06.2005. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Andrew Wallenstein: 'Into the West': Manifest Destiny on the Small Screen (Sendung Day to Day, Abschrift). NPR. Stand 10.06.2005. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Andrew Gladman: The Underrated Western Miniseries You Likely Didn't Know Steven Spielberg Produced. TVLine. Stand 22.02.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Roundup: Reviews of TNT series 'Into the West'. Indianz.Com (Ho-Chunk Inc.). Stand 10.06.2005. abgerufen am 27.10.2026
- Nominees and Winners 2006: Outstanding Miniseries. Television Academy. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nominees and Winners 2006: Outstanding Music Composition for a Miniseries, Movie or a Special (Original Dramatic Score). Television Academy. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nominees and Winners 2006: Outstanding Single-Camera Sound Mixing for a Miniseries or a Movie. Television Academy. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Story of the Battle. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Wounded Knee Massacre: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Gesetz und Vertrag Pacific Railway Act (1862), Milestone Documents, mit Gesetzestext. National Archives. Stand 10.05.2022. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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