GeschichteEreignis
Der Oregon Trail
Kurz erklärt Der Oregon Trail war der Wagenweg, auf dem ab 1841 Auswanderer mit Planwagen rund 2.000 Meilen vom Missouri River über den South Pass bis Oregon City zogen. Die Oregon Encyclopedia schätzt 300.000 bis 400.000 Menschen von 1840 bis 1860, der National Park Service nennt für 1840 bis 1869 mehr als 500.000, und auf den Oregon, California und Mormon Trails zusammen starb laut National Park Service fast jeder zehnte Auswanderer, meist an Krankheiten. Seit 1978 ist er ein National Historic Trail.

Was war der Oregon Trail?
Der Oregon Trail war der Wagenweg, auf dem Auswanderer aus den USA im 19. Jahrhundert vom Missouri River in das Oregon Country am Pazifik zogen. Er folgte den Flüssen Missouri und Platte durch das heutige Nebraska zum South Pass in Wyoming und lief von dort am Snake River entlang nach Fort Hall im Osten Idahos, wo sich die Wege nach Oregon und nach Utah und Kalifornien trennten.[6] Die Reise dauerte bis zu sechs Monate, und die Wagen schafften zehn bis 20 Meilen am Tag.[6]
Das Gesetz, das den Weg 1978 zum Oregon National Historic Trail machte, beschreibt eine Route von rund 2.000 Meilen (etwa 3.200 Kilometer) von der Gegend um Independence in Missouri bis in die Nähe von Portland in Oregon.[8] Der National Park Service (NPS) gibt die offizielle Trasse mit allen Nebenrouten mit etwa 2.250 Meilen an, von Ost nach West mit 2.000 Meilen. Sie berührt sieben heutige Bundesstaaten: Missouri, Kansas, Nebraska, Wyoming, Idaho, Oregon und Washington (Überblick bei den Trails des Wilden Westens).[2]
Wie entstand der Oregon Trail?
Lange bevor hier Wagen fuhren, gehörte der spätere Trail zu einem alten Netz indigener Fußpfade und Wildwechsel im Westen.[3] Das Oregon Country zwischen Pazifik und Rocky Mountains beanspruchten die USA und Großbritannien seit einem Vertrag von 1818 gemeinsam.[6, 9] Die USA stützten ihren Anspruch auf die Expedition von Lewis und Clark und auf Handelsposten wie Astoria an der Mündung des Columbia River, die John Jacob Astors Pacific Fur Company gegründet hatte.[9]
1812 folgte der Pelzhändler Robert Stuart von der Pacific Fur Company auf dem Rückweg von Fort Astoria mit sechs Begleitern einer indigenen Spur im heutigen Wyoming und stieß dabei auf einen breiten Pass über die kontinentale Wasserscheide, den South Pass.[3, 6] Er liegt auf 7.550 Fuß, rund 2.300 Metern, und ist ein zwölf Meilen breites Tal, laut NPS praktisch die einzige Stelle zwischen den Plains und Oregon, an der Wagen die Rocky Mountains überqueren konnten.[1, 3] In den 1820er und 1830er Jahren brachten Wagen der Pelzhändler Vorräte von St. Louis zu den jährlichen Treffen der Trapper am Green River, den Rendezvous, und fuhren mit gepressten Biberfellen zurück. Diese Fahrspur entlang der Platte und durch die Rockies war der Anfang des Oregon Trail (mehr zum Pelzhandel).[3]
1836 reisten die Missionare Marcus und Narcissa Whitman sowie Henry und Eliza Spalding mit einer Karawane der Pelzhändler nach Westen. Narcissa Whitman und Eliza Spalding waren nach Angaben des NPS die ersten weißen Frauen, die auf dem späteren Oregon Trail den Kontinent durchquerten.[3] Ihre Wagen mussten die Whitmans 200 Meilen vor dem Ziel zurücklassen, sie zeigten aber, dass Familien auf Rädern nach Westen reisen konnten.[1]
Warum zogen die Menschen nach Oregon?
Nach den Wirtschaftskrisen von 1837 und 1841 suchten Farmer und Geschäftsleute neue Chancen. Politiker riefen zum Zug nach Westen auf, weil eine starke amerikanische Präsenz den umstrittenen Nordwesten gegenüber Großbritannien sichern sollte, und Missionare lobten die Fruchtbarkeit des Landes.[3] Die Idee des Manifest Destiny, nach der Gott die USA von Küste zu Küste reichen lassen wollte, ließ den Aufbruch vielen als patriotische Pflicht erscheinen.[3] Bei der Planung halfen Reiseführer wie Lansford Hastings' Emigrant Guide to Oregon and California von 1845 und Joel Palmers Journal of Travels von 1847.[6]
1841 brach der erste Auswanderer-Wagenzug in Independence, Missouri, auf: etwa 80 Männer, Frauen und Kinder mit dem Führer Thomas Fitzpatrick.[2, 3] Bei Soda Springs trennte sich die Gruppe. Ihr Kern, die Bidwell-Bartleson-Gruppe, zog weiter nach Kalifornien (siehe California Trail), die anderen folgten Fitzpatrick nach Fort Hall und kamen mit indigenen Führern den Columbia hinunter ins Willamette Valley.[3] Im Frühjahr 1843 sammelte sich in Independence ein Wagenzug von fast 1.000 Menschen, die "Great Migration", und erreichte Oregon.[1]
| Jahr | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| 1841 | etwa 80 im ersten Wagenzug, ein Teil davon nach Kalifornien | National Park Service[2, 3] |
| 1843 | fast 1.000 | National Park Service[1] |
| 1843 | fast 900 | Meacham 1923, zitiert von den Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation[13] |
| 1844 | etwa 1.200 | Meacham 1923, ebenda[13] |
| 1845 | 3.000 | Meacham 1923, ebenda[13] |
| 1847 | etwa 4.700 | Meacham 1923, ebenda[13] |
Wie viele Menschen den Weg insgesamt nahmen, ist nur geschätzt. Nach der Oregon Encyclopedia und dem Bureau of Land Management (BLM) nutzten zwischen 1840 und 1860 300.000 bis 400.000 Menschen die 2.000 Meilen lange Route, mit Zielen im Willamette Valley, am Puget Sound, in Utah und in Kalifornien.[6, 7] Der NPS nennt teils höhere Zahlen: mehr als 500.000 Pioniere zwischen 1840 und 1869 und an anderer Stelle 500.000 Auswanderer auf den Oregon, California und Mormon Trails zusammen. Seine Schätzung der Todesfälle geht von 350.000 Aufgebrochenen aus.[3, 4, 11] Am Independence Rock in Wyoming zogen laut WyoHistory in drei Jahrzehnten fast eine halbe Million Menschen vorbei.[15]
Welche Route nahm der Oregon Trail?
Die Reise begann in Orten am Missouri River zwischen Independence und Council Bluffs. Als östlichen Endpunkt nennt der NPS Wayne City in Missouri, weitere Ausgangsorte waren St. Joseph in Missouri und Omaha in Nebraska.[2, 6] Die Wagenzüge brachen meist Mitte April auf und wollten Fort Kearny im heutigen Nebraska bis zum 15. Mai erreichen, Fort Laramie in Wyoming bis Mitte Juni, den South Pass bis zum 4. Juli und Oregon bis Mitte September.[6]
| Station | Lage | Bedeutung |
|---|---|---|
| Independence | Missouri | Sammelort, Start des ersten Wagenzugs 1841 und der Great Migration 1843[1, 3] |
| Fort Kearny | Nebraska | 1848 gegründet, Etappenziel bis zum 15. Mai[6] |
| Chimney Rock und Scotts Bluff | Nebraska | Felsmarken an der Platte, schon 1841 passiert[3] |
| Fort Laramie | Wyoming | Etappenziel bis Mitte Juni[6] |
| Independence Rock | Wyoming, am Sweetwater River | Granitfelsen mit Tausenden Namen von Reisenden[15] |
| South Pass | Wyoming | Übergang über die kontinentale Wasserscheide, Ziel bis zum 4. Juli[3, 6] |
| Fort Hall | Idaho, am Snake River | Handelsposten, Trennung der Wege nach Oregon und Kalifornien[3, 6] |
| Fort Boise | Idaho, an der Mündung des Owyhee | 1834 von der Hudson's Bay Company gegründet, Furt über den Snake[6] |
| Blue Mountains | Oregon | Gebirge vor dem Tal des Umatilla[6] |
| The Dalles | Oregon, am Columbia River | Methodistenmission von 1838; bis 1846 nur per Floß weiter[6] |
| Oregon City | Oregon, am Willamette River | Endpunkt des Trails[2] |
Die Auswanderer von 1841 waren schon auf der Pazifikseite, bevor sie merkten, dass sie am South Pass die Wasserscheide überquert hatten.[3] Am Independence Rock, einem 136 Fuß hohen und 1.900 Fuß langen Granitfelsen, ritzten oder malten Tausende ihre Namen. Pierre-Jean De Smet nannte ihn 1841 das "große Register der Wüste" (Übersetzung der Redaktion), und wer ihn bis zum 4. Juli erreichte, lag gut in der Zeit.[15]

Hinter Fort Hall lagen die schwierigsten Abschnitte: die Furt über den Snake bei Fort Boise, die Blue Mountains und bis 1846 die Fahrt von The Dalles den Columbia hinunter, für die alle ihre Wagen zerlegen und auf Flöße laden mussten. Die Floßfahrt war riskant und teuer, und in den Stromschnellen kamen viele Pioniere kurz vor dem Ziel um.[3, 6]
1846 legten Samuel K. Barlow und Joel Palmer einen Weg südlich um den Mount Hood nach Oregon City an. Barlow baute ihn zur Mautstraße aus; anfangs kostete sie fünf Dollar je Wagen und zehn Cent je Stück Vieh.[6] Im selben Jahr folgten rund 1.000 Auswanderer mit mindestens 200 Wagen dem Trapper Stephen Meek auf einer angeblichen Abkürzung, verirrten sich, und mindestens 24 Menschen starben. Michael Simmons, der 1845 Tumwater gründete, ging mit seinem Wagenzug nach Norden an den Puget Sound, weil der Afroamerikaner George Bush dazugehörte und die provisorische Gesetzgebung Oregons die Ansiedlung von Schwarzen verboten hatte.[6]
Wie reisten die Auswanderer?
Die Auswanderer zogen meist in Gruppen von 25 und mehr Wagen mit einem oder mehreren Anführern (mehr zum Alltag der Siedler). Bis 1850 gaben sich viele Gruppen schriftliche Verfassungen mit Regeln, Ämtern und Pflichten, danach meist nur noch formlose Absprachen.[6]
Die meisten fuhren umgebaute Farmwagen mit Holzbögen für eine Plane aus Segeltuch (mehr beim Planwagen). Sie waren zehn bis zwölf Fuß lang, vier Fuß breit und zwei bis drei Fuß tief und trugen 1.500 bis 2.500 Pfund Ladung. Gezogen wurden sie meist von zwei oder vier Ochsen im Joch, die ausdauernder und billiger waren als Pferde oder Maultiere und seltener gestohlen wurden.[6] Der Auswanderer James Miller notierte 1848 für seine Gruppe von zehn Personen je Person 200 Pfund Mehl und 100 Pfund Speck, dazu Maismehl, Trockenobst, Bohnen, Reis, Tee, Kaffee und Zucker sowie eine Medizinkiste.[6]

Die Reisenden gingen meist zu Fuß neben den Wagen voller Hausrat und Vorräte. Frauen kümmerten sich nach den Rollen der Zeit um Kinder, Essen und Wäsche, gingen ebenfalls zu Fuß, standen aber nicht Wache.[6] 1852 war laut NPS etwa ein Drittel der Menschen, die die Plains überquerten, Frauen (mehr zu den Frauen im Wilden Westen).[3] Afroamerikaner stellten vor 1860 nach der Oregon Encyclopedia bis zu drei Prozent der Reisenden, manche als Versklavte weißer Auswanderer, viele als freie Menschen.[6]
Wie gefährlich war der Oregon Trail?
Die Route der Oregon, California und Mormon Trails wurde laut NPS "das längste Gräberfeld der Nation" (Übersetzung der Redaktion) genannt; fast jeder zehnte Auswanderer überlebte den Weg nicht.[4] Häufigste Todesursache waren mit großem Abstand Krankheiten. Von geschätzt 350.000 Menschen, die aufbrachen, starben nach dieser Schätzung bis zu 30.000 an Krankheiten, im Schnitt zehn bis 15 Tote je Meile.[4] Die Cholera forderte mehr Kranke und Tote als alle anderen Leiden zusammen, und Erkrankte starben oft binnen zwölf Stunden nach den ersten Anzeichen.[4] Die meisten Todesfälle durch Krankheit gab es östlich von Fort Laramie, an zweiter Stelle standen Unfälle.[6]
Kinder und Erwachsene fielen unter die Wagenräder oder wurden von Zugtieren getreten und mitgeschleift.[4] Aus unbegründeter Furcht vor den Völkern am Weg führte fast jeder Wagen Gewehre mit, und Schussunfälle waren häufig, Morde dagegen selten.[4] Weitere häufige Todesursachen waren Ertrinken an Flussübergängen und Unwetter.[4] Nach der Oregon Encyclopedia töteten Native Americans bis 1860 etwa 400 Auswanderer, Auswanderer töteten mehr Native Americans, und bis 1845 starb auf beiden Seiten niemand durch Gewalt.[6] Der NPS schreibt, Angriffe auf Wagenzüge habe es nur gelegentlich gegeben, bei Weitem nicht so oft, wie alte Westernfilme es zeigen; die meisten Begegnungen verliefen friedlich, und die Nationen handelten oft mit den Auswanderern.[2, 4]
Was bedeutete der Trail für die Nationen am Weg?
In Nordost-Kansas trafen die Auswanderer zuerst auf Nationen wie Kickapoo, Delaware und Potawatomi, die die US-Regierung aus dem Osten in das Indianer-Territorium westlich des Missouri umgesiedelt hatte. Ihre neuen Gebiete waren zuvor Land der Kanza, Otoe, Missouria, Osage, Pawnee und anderer Nationen gewesen, die weichen mussten.[5] Die Pawnee gaben 1833 in einem Vertrag ihr Land südlich der Platte auf, gerieten dadurch näher an das Gebiet ihrer Gegner, der Lakota, und traten laut National Park Service 1859 auch den Rest ihres Landes ab. Der Vertrag von Table Creek, den sie am 24. September 1857 unterzeichneten und der am 26. Mai 1858 verkündet wurde, nennt ein Reservat am Loup Fork.[5, 18] Die Wagenzüge brachten Cholera, Grippe, Pocken und Masern zu den Nationen am Trail. Auswanderer schossen Bisons und ließen ihr Vieh auf deren Weidegründen grasen, bis die Herden aus dem Platte-Tal wichen.[5]
In den ersten zehn Jahren arbeiteten Auswanderer und Nationen meist zusammen: Die Nationen lieferten frisches Fleisch, führten die Reisenden über Flüsse und halfen, verlorenes Vieh zu suchen.[3] Vor Fähren und Brücken der Weißen setzten indigene Fährleute Wagen und Menschen in Kanus über die Flüsse.[4] Mit dem Ansturm von 1849 wuchsen die Spannungen. Manche Nationen verlangten Zahlungen für den Durchzug durch ihr Land, was die meisten Auswanderer als anmaßende Tributforderung ansahen.[3]
1851 lud die Regierung die Nationen der Plains zu einem Vertragsrat, um den Durchzug der Auswanderer zu legalisieren. Mehr als 10.000 Menschen kamen an die Mündung des Horse Creek, 30 Meilen östlich von Fort Laramie, darunter Lakota, Cheyenne, Arapaho, Crow, Assiniboine, Mandan und Hidatsa.[14] Der am 17. September 1851 unterzeichnete Vertrag gab den USA das Recht, Straßen und Militärposten durch das Land der Nationen anzulegen, und versprach 50.000 Dollar im Jahr. Der Kongress kürzte die Laufzeit von 50 auf zehn Jahre, und laut NPS wurde nur eine der Zahlungen geleistet (mehr zu den Verträgen von Fort Laramie).[14]
Washakie, ein Anführer der Shoshone, wird auf einer Seite des NPS für das Jahr 1855 mit diesen Worten zitiert:[3]
Seit der weiße Mann eine Straße durch unser Land gebaut und unser Wild getötet hat, hungern wir ...
Ende der 1850er Jahre kam es zu Tötungen auf beiden Seiten. In Oregon zerstörten Landwirtschaft, Bergbau und Holzeinschlag Lachsgründe und Dörfer. Bis in die 1880er Jahre leisteten Nationen entlang des ganzen Trails Widerstand; danach hatten sie militärische Niederlagen erlitten, Siedler hatten ihr bestes Land genommen, Verträge waren geschlossen und gebrochen, und die meisten Nationen lebten in Reservaten.[3]
Die Cayuse und die Whitman-Mission
Die Cayuse lebten in den Flusstälern der Blue Mountains und waren für ihre großen Pferdeherden bekannt.[13] 1836 gründete Marcus Whitman bei Waiilatpu nahe dem heutigen Walla Walla eine Mission unter den Cayuse.[13] Je mehr Auswanderer kamen, die indigenes Land wollten, desto wichtiger wurde die Mission als Station am Trail, und die Spannungen wuchsen.[10, 12] 1847 tötete eine Masernepidemie die Hälfte der Cayuse in der Umgebung. Im selben Jahr griff eine Gruppe von Cayuse die Mission an; laut NPS starben 14 Menschen, darunter Marcus und Narcissa Whitman.[10, 12]
Die Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation, zu denen die Cayuse heute gehören, nennen als Gründe unter anderem Whitmans Vordringen in den Handel, die Furcht vor ihm, weil man glaubte, er habe sie vergiftet, und die immer neuen Seuchen, die die Bevölkerung halbiert hatten. Nach ihrer Überlieferung konnte das Scheitern eines Heilers den Tod bedeuten.[13] Laut NPS gab der Angriff der US-Regierung einen Vorwand, Reservate einzurichten und die Bewegungsfreiheit der Nationen einzuschränken.[12] Im sogenannten Cayuse-Krieg von 1847 bis 1850 kämpften kleine Gruppen gegen die Miliz des Territoriums, die nach der Darstellung der Tribes wahllos indigene Menschen tötete. Der Krieg endete 1850, als sich fünf Cayuse opferten, um die Gewalt gegen ihr Volk zu beenden; sie wurden in Oregon City gehängt, nach Sicht der Tribes ohne Rücksicht auf ihre Schuld.[13]
Mit dem Vertrag vom 9. Juni 1855 traten Walla Walla, Cayuse und Umatilla 6,4 Millionen Acres an die USA ab. Sie behielten 510.000 Acres als Reservat und das Recht zu fischen, zu jagen und zu sammeln. Heute umfasst die Umatilla Indian Reservation 172.882 Acres.[13] Als Bruch des Vertrags nennen die Tribes unter anderem, dass der Oregon Trail nicht südlich um das Reservat verlegt wurde.[13]
Welche Folgen hatte der Oregon Trail?
1845 waren die Amerikaner im Oregon Country gegenüber den Briten in der Überzahl.[3] Nach dem Office of the Historian des US-Außenministeriums machte die Einwanderung über den Oregon Trail die Grenzfrage ab 1843 im Kongress zu einem brennenden Thema. Präsident James K. Polk schlug Großbritannien den 49. Breitengrad als Grenze vor, und am 18. Juni 1846 stimmte der Senat dem Oregon-Vertrag mit 41 zu 14 Stimmen zu.[9] Mit gut 5.000 Einwohnern wurde Oregon 1848 Territorium, 1850 lebten dort mehr als 12.000 Menschen, und 1859 wurde Oregon Bundesstaat.[6]
Schon im Juli 1843 hatte die provisorische Regierung Oregons einer Auswandererfamilie 640 Acres Land zugesichert. 1850 übernahm der Kongress die Regel als Oregon Donation Land Act, der weißen Männern und Siedlern mit einem indigenen Elternteil 160 Acres gab und ihren Ehefrauen weitere 160 Acres; verheiratete Frauen konnten damit Land auf eigenen Namen besitzen.[3, 6] Bis 1855 entstanden so 7.500 Ansprüche auf mehr als 2,5 Millionen Acres.[6] Der Zustrom und die Landgesetze brachten die Regierung dazu, den Nationen mit Verträgen Millionen Acres abzukaufen. Die Verträge, die Isaac Stevens und Joel Palmer 1854 und 1855 aushandelten, sicherten den USA den größten Teil des Landes der Nationen in Oregon und Washington.[6]
Mit der transkontinentalen Eisenbahn ging die Zeit der Planwagen ab 1869 zu Ende. Teile des alten Weges blieben für kurze Fahrten in Gebrauch, die besseren Abschnitte wurden zu Straßen, andere wurden umgepflügt, überbaut oder verschwanden.[3]
Zeitleiste
- 1812Robert Stuart von der Pacific Fur Company findet auf dem Rückweg von Fort Astoria den South Pass.[3, 6]
- 1836Die Missionare Marcus und Narcissa Whitman reisen mit Wagen nach Westen und lassen sie 200 Meilen vor Oregon zurück; bei Waiilatpu gründen sie eine Mission unter den Cayuse.[1, 3, 13]
- 1841Der erste Auswanderer-Wagenzug mit etwa 80 Menschen bricht in Independence, Missouri, auf.[2, 3] California Trail
- 1843Fast 1.000 Menschen erreichen mit der Great Migration Oregon.[1]
- 1846Samuel K. Barlow und Joel Palmer legen die Barlow Road um den Mount Hood an.[6]
- 18.06.1846Der US-Senat stimmt dem Oregon-Vertrag mit Großbritannien zu; die Grenze folgt dem 49. Breitengrad.[9]
- 1847Nach einer Masernepidemie greifen Cayuse die Whitman-Mission an; laut NPS sterben 14 Menschen.[10, 12]
- 1848Oregon wird Territorium der USA.[6]
- 1850Der Oregon Donation Land Act gibt Siedlern 160 Acres Land, ihren Ehefrauen weitere 160 Acres.[3, 6]
- 17.09.1851Vertrag von Fort Laramie (Horse Creek): Nationen der Plains gestatten Straßen und Militärposten durch ihr Land.[14] Verträge von Fort Laramie
- 09.06.1855Walla Walla, Cayuse und Umatilla treten im Vertrag 6,4 Millionen Acres ab.[13]
- 1859Oregon wird Bundesstaat.[3, 6]
- 1869Die transkontinentale Eisenbahn beendet die Zeit der Planwagen auf dem Trail.[3] Die erste transkontinentale Eisenbahn
- 1906Ezra Meeker fährt mit einem Planwagen den Trail von West nach Ost, um ihn zu markieren.[3]
- 10.11.1978Public Law 95-625 macht den Weg zum Oregon National Historic Trail.[8]
Der Oregon National Historic Trail heute
1906 fuhr der 76-jährige Ezra Meeker, der 1852 nach Oregon gezogen war, mit einem Planwagen den alten Weg von West nach Ost, um die Route zu markieren und die erhaltenen Spurrillen zu schützen. Bis zu seinem Tod 1928 traf er zwei Präsidenten und sprach vor dem Kongress.[3] Am 10. November 1978 machte der Kongress den Weg mit Public Law 95-625 zum Oregon National Historic Trail.[8] Ihn verwaltet der NPS, der Boden gehört aber öffentlichen, privaten, gemeinnützigen und staatlichen Eigentümern.[2]
Einen durchgehend markierten Wanderweg gibt es nicht. Teile lassen sich auf öffentlichem Land begehen, andere auf den Auto Tour Routes des NPS nachfahren.[2] Das National Historic Oregon Trail Interpretive Center des BLM bei Baker City umfasst mehr als 500 Acres Landschaft am Trail mit echten Wagenspuren und wurde 1992 eröffnet.[6, 7] 1995 eröffneten die Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation das Tamástslikt Cultural Institute, laut Oregon Encyclopedia das einzige indigene Museum am Trail.[6] Der Independence Rock ist heute eine State Historic Site mit einem Fußweg rund um den Felsen.[15] Zwei Vereine, die Oregon-California Trails Association und Trails West, erforschen, markieren und schützen den Trail.[2]
Vorsicht
Viele Abschnitte des Oregon Trail liegen auf Privatland, Militärgelände oder in Reservaten. Ohne Markierung gibt es dort keinen öffentlichen Zugang; wer sie betreten will, braucht die Erlaubnis der Eigentümer.[2]

Was ist das Computerspiel The Oregon Trail?
1971 entwickelten drei Lehramtsstudenten in Minnesota, Don Rawitsch, Bill Heinemann und Paul Dillenberger, das Lernspiel The Oregon Trail, in dem Schüler als Siedler im Jahr 1848 an die Pazifikküste ziehen. 1974 brachte Rawitsch den Code zum Minnesota Educational Computer Consortium (MECC), das eine Fassung für die Schulen entwickelte. Laut The Strong National Museum of Play wurde es mehr als 65 Millionen Mal verkauft und 2016 in die World Video Game Hall of Fame aufgenommen (mehr bei den Western-Spielen).[16]
Karte
Die Karte zeigt Independence in Missouri, den Sammelort des ersten Wagenzugs von 1841. Die Koordinaten stammen aus dem Ortsverzeichnis des U.S. Census Bureau.[3, 17]
- 1Oregon Trail (Independence, Missouri, Sammelort der ersten Wagenzüge) 39,09° N, 94,35° W[17]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die größte Gefahr auf dem Oregon Trail waren Überfälle von Native Americans.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Siedler fuhren im Planwagen nach Westen.
Was belegt ist
Die Wagen waren mit Hausrat und Vorräten beladen. Die Reisenden gingen meist zu Fuß nebenher, an einem Reisetag zwölf bis 15 Meilen.[6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Oregon Trail war eine feste Straße.
Was belegt ist
Auf vielen Abschnitten verteilte sich der Weg über Meilen, weil jeder Wagenzug leichteres Gelände suchte, und es entstanden Abkürzungen wie die Barlow Road und der Meek Cutoff.[6]
Der Oregon Trail im Film
Im Film
Serie1883
SerieInto the West
Häufige Fragen
Wie lang war der Oregon Trail?
Das Gesetz von 1978 nennt eine Route von rund 2.000 Meilen, etwa 3.200 Kilometer, von der Gegend um Independence in Missouri bis in die Nähe von Portland. Mit allen Nebenrouten misst die offizielle Trasse laut National Park Service etwa 2.250 Meilen.
Wie lange dauerte die Reise auf dem Oregon Trail?
Bis zu sechs Monate. Die Wagenzüge brachen meist Mitte April am Missouri auf und wollten Oregon bis Mitte September erreichen; an einem Reisetag schafften sie meist zwölf bis 15 Meilen.
Wie viele Menschen zogen über den Oregon Trail?
Die Zahlen sind Schätzungen. Die Oregon Encyclopedia und das Bureau of Land Management nennen 300.000 bis 400.000 Menschen zwischen 1840 und 1860, auch mit Zielen in Utah und Kalifornien. Der National Park Service nennt an einer Stelle mehr als 500.000 Pioniere zwischen 1840 und 1869.
Wie viele Menschen starben auf dem Oregon Trail?
Laut National Park Service überlebte auf den Oregon, California und Mormon Trails zusammen fast jeder zehnte Auswanderer den Weg nicht. Von geschätzt 350.000 Menschen, die aufbrachen, starben möglicherweise bis zu 30.000 an Krankheiten, vor allem an Cholera.
Gab es wirklich Überfälle auf Wagenzüge?
Es gab sie, aber viel seltener als in Western. Nach der Oregon Encyclopedia töteten Native Americans bis 1860 etwa 400 Auswanderer, Auswanderer töteten mehr Native Americans, und die meisten Begegnungen verliefen friedlich, oft mit Handel.
Was ist das Spiel The Oregon Trail?
Ein Lernspiel von 1971, in dem Schüler als Siedler an die Pazifikküste ziehen. Laut The Strong National Museum of Play wurde es mehr als 65 Millionen Mal verkauft.
Quellen
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Oregon National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Oregon National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Oregon Trail Junior Ranger. National Park Service. Stand 12. Februar 2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Death and Danger on the Emigrant Trails (Reihe The Emigrant Experience). National Park Service. Stand 29. Dezember 2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle A Gathering Storm: American Indians and Emigrants in the 1830s (Reihe The Emigrant Experience). National Park Service. Stand 23. Februar 2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk William L. Lang: Oregon Trail. The Oregon Encyclopedia, Oregon Historical Society und Portland State University. Stand 25. September 2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Oregon National Historic Trail. Bureau of Land Management, Oregon-Washington. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1244 (a)(3), Oregon National Historic Trail, eingefügt durch Public Law 95-625, § 551(9). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Oregon Territory, 1846 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). U.S. Department of State, Office of the Historian. Stand ohne Datum, Reihe nicht mehr gepflegt. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Narcissa Whitman. National Park Service, Oregon National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle What is a National Historic Trail (NHT)?. National Park Service, Oregon National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Learn About the Park. National Park Service, Whitman Mission National Historic Site. Stand 13. Februar 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Tribal Nation Brief History of CTUIR. Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Laramie Treaty of 1851 (Horse Creek Treaty). National Park Service. Stand 19. November 2025. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Independence Rock (Essay im Auftrag des Wyoming State Historic Preservation Office, 2002). WyoHistory.org. Stand 8. November 2014. abgerufen am 24.10.2026
- Museum Jon-Paul Dyson: The 2016 Class for the World Video Game Hall of Fame. The Strong National Museum of Play. Stand 6. Mai 2016. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Missouri (Independence city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty with the Pawnees, 24. September 1857 (11 Stat. 729). United States Statutes at Large, Bd. 11 (GovInfo). Stand 26.05.1858. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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