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Der California Trail

Kurz erklärt Der California Trail war der Wagenweg, auf dem zwischen 1841 und 1869 mehr als eine Viertelmillion Menschen vom Missouri nach Kalifornien zogen, die meisten nach dem Goldfund von 1848. Bis Wyoming folgte er dem Oregon Trail, dann führte er am Humboldt River durch Nevada und über die Sierra Nevada. Seit 1992 ist er ein National Historic Trail; das Gesetz nennt mit allen Routen rund 5.700 Meilen.

Schwache alte Wagenspuren ziehen durch eine weite Beifußebene in Nevada auf eine Bergkette zu, Wolkenschatten auf den Hängen im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Was war der California Trail?

Der California Trail war der Landweg der Auswanderer und Goldsucher vom Missouri nach Kalifornien. Zwischen 1841 und 1869 zogen laut National Park Service (NPS) mehr als eine Viertelmillion Menschen über ihn nach Westen.[6] Bis in das heutige Wyoming teilte er sich den Weg mit dem Oregon Trail, dann bog er nach Idaho oder Utah ab, folgte dem Humboldt River durch Nevada und überquerte die Sierra Nevada (Überblick bei den Trails des Wilden Westens).[6]

Der NPS vergleicht ihn mit einem Seil mit ausgefransten Enden. Die Reisenden brachen an verschiedenen Orten am Missouri auf, etwa in Wayne City und St. Joseph in Missouri oder in Omaha in Nebraska, und erreichten verschiedene Ziele in Kalifornien; am weitesten westlich lag Sacramento.[3] Der heutige California National Historic Trail berührt zehn Bundesstaaten: Missouri, Kansas, Colorado, Nebraska, Wyoming, Idaho, Oregon, Utah, Nevada und Kalifornien.[3]

Wie entstand der California Trail?

In den 1820er und 1830er Jahren war Kalifornien eine Provinz Mexikos, und fast alle Reisen dorthin gingen über das Meer.[1] Die Wege über Land kannten bis dahin vor allem die Pelzhändler. Nach der Reise von Lewis und Clark folgten sie indigenen Pfaden durch die Flusstäler und über die Gebirgspässe des Westens, und Ende der 1830er Jahre hatten Trapper die meisten späteren Routen erkundet (mehr zum Pelzhandel).[6] Die Wirtschaftskrise von 1837 und Werbeschriften, die Kalifornien als Land mit idealem Klima schilderten, gaben vielen einen Grund mehr zum Aufbruch.[6]

Die Bidwell-Bartleson-Gruppe 1841

Im Mai 1841 brach bei Independence in Missouri die erste Auswanderergruppe nach Kalifornien auf, die Bidwell-Bartleson-Gruppe mit 69 Menschen, darunter fünf Frauen und etwa zehn Kinder.[1, 6] Der Trapper Thomas Fitzpatrick führte sie bis Soda Springs im heutigen Idaho. Dort zog etwa die Hälfte nach Oregon weiter (eine Seite des NPS verlegt die Trennung nach Fort Hall), die übrigen 34 wandten sich am 11. August 1841 nach Südwesten zum Großen Salzsee.[1, 10]

Niemand wusste mehr als ein wenig über das Land. Soweit wir erfahren konnten, war noch niemand auf diesem Weg nach Kalifornien gekommen.

John Bidwell, 1841, zitiert in: National Park Service, Auto Tour Route Interpretive Guide Utah, September 2010, S. 8 Übersetzung der Redaktion[10]

Im Osten des heutigen Nevada ließ die Gruppe ihre Wagen zurück und zog zu Pferd und zu Fuß weiter.[1] Acht Männer um John Bartleson ritten voraus. Paiute führten die übrigen 26 den Humboldt River hinunter und an der Humboldt Sink vorbei; danach durchquerten sie die Forty Mile Desert und zogen zum Walker River.[7] Halb verhungert erreichten sie im November das Central Valley.[1] Die 19-jährige Nancy Kelsey, die ihr Baby über die Sierra Nevada trug, war nach dem NPS die erste Frau aus einem Planwagenzug, die Kalifornien erreichte.[6]

Die ersten Wagen über die Sierra Nevada 1844

1844 zog die Stephens-Townsend-Murphy-Gruppe den Humboldt River hinab und stieg dann am Truckee River in die Sierra Nevada auf.[1] Den Weg zeigte ihr ein Anführer der Nördlichen Paiute, den die Weißen Chief Truckee nannten; nach ihm sind Fluss und Route benannt.[6, 7] Im November hielt Schnee die Gruppe auf, und sie ließ einige Wagen am heutigen Donner Lake stehen. Im Frühjahr holte sie sie nach und brachte als erste Auswanderergruppe Wagen bis zum Fort von Johann August Sutter.[6] Damit gab es laut NPS drei Jahre nach dem ersten Wagenzug einen durchgehenden Wagenweg von Missouri nach Kalifornien.[7]

Frémont, Hastings und die Donner Party

1845 erkundete John C. Frémont einen direkten Weg vom Großen Salzsee zum Humboldt River.[6, 10] Lansford W. Hastings, der im selben Jahr mit seinem Buch The Emigrants' Guide to Oregon and California für Kalifornien geworben hatte, bot 1846 eine Abkürzung von Fort Bridger durch die Wasatch Mountains und die Great Salt Lake Desert an. Mit Wagen war dieser Weg noch nie befahren worden.[6, 10] Etwa 80 Wagen spät aufgebrochener Auswanderer folgten ihm, als letzte die Donner Party, die danach im Winter 1846/47 im Schnee der Sierra Nevada festsaß.[1, 6]

Der California Trail im Goldrausch

Am 24. Januar 1848 fand James Marshall an Sutters Sägemühle am South Fork des American River Gold (mehr beim Kalifornischen Goldrausch).[8] Im Februar 1848 kam Kalifornien mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo unter die Herrschaft der USA, 1850 wurde es der 31. Bundesstaat.[1] Präsident James Polk bestätigte den Fund erst im Dezember 1848 vor dem Kongress, zu spät für einen Aufbruch aus dem Osten im selben Jahr. Im Frühjahr 1849 begann dann nach dem NPS die größte Wanderung der amerikanischen Geschichte, allein in diesem Jahr mit 25.000 Menschen.[8] Die Goldsucher nannte man Forty-Niners, Neunundvierziger.[1]

Von 1849 bis 1854 kamen nach Schätzung des NPS etwa 140.000 Menschen über den California Trail nach Kalifornien.[8] Am Humboldt River zogen allein 1849 rund 21.000 Menschen mit 50.000 Tieren entlang, in den folgenden Jahren Zehntausende mehr. Lagerfeuer und Vieh ließen das Tal kahl zurück, verlassene Wagen und Abfälle lagen herum, und Kadaver verschmutzten den Fluss.[7] Tausende andere reisten per Schiff um Kap Hoorn oder über die Landenge von Panama.[1]

Viele Forty-Niners machten in Salt Lake City Station, wo seit 1847 die Mormonen siedelten (mehr beim Mormon Trail). Nach einem Reiseführer des NPS kamen im Sommer 1849 rund 10.000 Goldsucher durch die Stadt, im Jahr darauf weitere 15.000. Sie kauften frisches Gemüse und ausgeruhte Tiere und klagten in ihren Tagebüchern über die hohen Preise.[10] Ab Salt Lake City führte der Salt Lake Cutoff nach Norden zurück zum Hauptweg bei der City of Rocks im heutigen Idaho. Gefunden hatte ihn Samuel J. Hensley, nachdem seine Maultiere im Juli 1848 in der Salzwüste des Hastings Cutoff stecken geblieben waren; heimkehrende Veteranen des Mormonenbataillons fuhren ihn als Erste mit Wagen. Binnen zwei Jahren nahm der meiste Verkehr von Salt Lake City nach Kalifornien diesen Weg.[10] Die NPS-Seite zur City of Rocks schreibt dagegen, Soldaten des Mormonenbataillons hätten ihn schon 1847 dokumentiert.[11]

Welche Route nahm der California Trail?

Die meisten Auswanderer brachen in Städten am Missouri auf und folgten dem Oregon Trail an Platte und North Platte. Zwischen Fort Kearny und dem South Pass im heutigen Wyoming liefen die Wege mehr oder weniger zu einem Strang zusammen.[6] Der South Pass über die kontinentale Wasserscheide lag auf halber Strecke. Hinter ihm fächerten sich die Wege wieder auf: nach Idaho in die Gegend des Raft River, wo sich der Hauptzweig vom Oregon Trail trennte, oder nach Utah zu den Siedlungen der Mormonen.[6]

In Nevada folgte der Trail rund 300 Meilen dem Humboldt River.[7] Er war laut NPS der beste Wagenweg durch das Land der Becken und Gebirgsketten, aber ein träger, alkalischer Fluss, den manche Reisende "Humbug" nannten.[6] Wo der Humboldt in der Humboldt Sink versickert, begann östlich des heutigen Reno die Forty Mile Desert.[6, 7] Dort teilte sich der Weg. Die Truckee Route lief am Nordrand der Wüste zum Truckee River, die 1848 eröffnete Carson Route am Südrand zum Carson River; sie trug danach den meisten Verkehr. Auf beiden Wegen lagen 40 Meilen Wüste vor den Reisenden, am Ende acht bis zehn Meilen tiefer Sand.[7]

Die letzte Hürde war die Sierra Nevada. Den Weg über den Carson Pass südlich des Lake Tahoe hatten 1848 Veteranen des Mormonenbataillons geöffnet, die von Sutters Fort ins Salzseetal zurückzogen; im Goldrausch wurde er der bevorzugte Wagenweg.[6] Später verlagerte sich der Verkehr nach und nach auf die Route über den Donner Pass.[1]

Abkürzungen und Nebenrouten des California Trail (Auswahl, Jahr der Eröffnung und Einteilung laut NPS)
RouteJahrTeilVerlauf und Herkunft
Truckee Route1844[8]westlich[8]am Truckee River in die Sierra Nevada, benannt nach dem Paiute Chief Truckee[7]
Hastings Cutoff1846[8]zentral[8]von Fort Bridger durch die Wasatch Mountains und die Great Salt Lake Desert[10]
Applegate Trail1846[8]westlich[8]südliche Route nach Oregon, von Siedlern aus dem Willamette Valley angelegt[6]
Salt Lake Cutoff1848[8]zentral[8]von Salt Lake City zur City of Rocks in Idaho[10]
Carson Route1848[8]westlich[8]über den Carson Pass, von Veteranen des Mormonenbataillons geöffnet[6]
Lassen Route1848[8]westlich[8]Abzweig vom Applegate Trail zur Ranch von Peter Lassen in Nordkalifornien[6]
Beckwourth Trail1851[8]westlich[8]über die Sierra Nevada, angelegt von Jim Beckwourth[6]
Nobles Road1852[8]westlich[8]über die Sierra Nevada, angelegt vom Landvermesser William Nobles[6]

Zu den Wegen des Goldrauschs gehörte auch eine Route, die Cherokee aus Arkansas und dem heutigen Oklahoma durch die Rocky Mountains öffneten, nach dem NPS die erste ohne den South Pass.[6]

Karte: Orte am California Trail und an den Nachbarwegen125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1California Trail2Oregon Trail3Mormon Trail4Donner Party
Karte: Orte am California Trail und an den Nachbarwegen
  1. 1California Trail (Sacramento, westlichstes Ziel des Trails) 38,57° N, 121,47° W[14]
  2. 2Oregon Trail (Independence, Missouri, Sammelort der ersten Wagenzüge) 39,09° N, 94,35° W[18]
  3. 3Mormon Trail (Salt Lake City, Ziel des Trails) 40,78° N, 111,93° W[19]
  4. 4Donner Party (Lager der Donners am Alder Creek (ungefähre Lage)) 39,38° N, 120,16° W[20]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Die Karte zeigt Sacramento, das westlichste Ziel des Trails, und Orte der Nachbarwege. Die Koordinaten von Sacramento stammen aus dem Ortsverzeichnis des U.S. Census Bureau.[3, 14]

Wie lang war der California Trail?

Die Angaben hängen davon ab, was gezählt wird. Das Gesetz von 1992 nennt rund 5.700 Meilen mit allen Routen und Abkürzungen, von Independence und St. Joseph in Missouri und Council Bluffs in Iowa bis zu verschiedenen Orten in Kalifornien und Oregon.[4] Die Übersicht des NPS über die National Historic Trails gibt 5.600 Meilen an, die Startseite des Trails "über 5.000 Meilen".[2, 5] Seine Seite mit häufigen Fragen nennt für die offizielle Trasse samt allen Varianten und Abzweigen etwa 8.000 Meilen.[3] Ein einzelner Weg von Ost nach West ohne Varianten war nach dem NPS etwa 2.000 Meilen lang, gut 3.200 Kilometer.[3, 6]

Wie reisten die Auswanderer?

Die meisten fuhren leichte Farmwagen, die wegen ihrer Planen aus Segeltuch Prairie Schooner hießen (mehr beim Planwagen). Ein solcher Wagen trug etwa eine Tonne Lebensmittel und Ausrüstung. Wurde die Last zu schwer, warfen die Reisenden Porzellan, Erbstücke und Möbel ab.[6] Als Zugtiere nahmen sie lieber Ochsen als Pferde oder Maultiere: Ochsen waren langsamer, aber billiger, verlässlicher und kräftiger, schwerer zu stehlen und kamen mit dem Präriegras besser zurecht.[6]

Planwagen mit weißer Leinwandplane und zwei Ochsengespannen allein auf einer Beifußebene, ein Wasserfass am Wagen, Berge am Horizont im warmen Nachmittagslicht
Planwagen mit Ochsengespann. Ochsen waren langsamer als Pferde, aber billiger und kräftiger. Bild: KI-generiert

Reiseführer, sogenannte Waybills, gab es fast von Anfang an. Die meisten gaben praktische Hinweise zu Routen, Landmarken, Entfernungen und Ausrüstung, während Hastings Kalifornien in seinem Buch in fast himmlischen Farben malte.[6] Unter den frühen Auswanderern und Forty-Niners waren die meisten ledige Männer. 1852 war laut NPS etwa ein Drittel der Menschen auf dem Weg über die Plains Frauen, fünf Jahre später bestanden manche Wagenzüge vor allem aus Frauen und Kindern (mehr bei den Frauen im Wilden Westen und beim Alltag der Siedler).[6] Mit ihnen reisten Afroamerikaner, indigene Menschen, Kanadier und Europäer. Der afroamerikanische Trapper Jim Beckwourth führte Wagenzüge und legte 1851 einen Weg über die Sierra Nevada an (mehr bei den Afroamerikanern im Westen).[6]

Wie gefährlich war der California Trail?

Die Wüsten des Großen Beckens und die Sierra Nevada machten den California Trail nach dem NPS zum schwierigsten aller Auswandererwege.[6] Die gemeinsame Route von Oregon, California und Mormon Trail wurde "das längste Gräberfeld der Nation" genannt (Übersetzung der Redaktion), und fast jeder zehnte Auswanderer überlebte die Reise nicht.[9] Häufigste Todesursache waren mit großem Abstand Krankheiten, vor allem die Cholera: Von geschätzt 350.000 Aufgebrochenen starben vielleicht bis zu 30.000 an Krankheiten. Dazu kamen Schussunfälle, Unfälle mit Wagen und Zugtieren, Ertrinken an Flussübergängen und das Wetter.[9]

Besonders hart war die Forty Mile Desert. Viele zogen am Abend hinein, um die offene Ebene vor der Hitze des Tages hinter sich zu haben. Händler aus Kalifornien brachten Wasser vom Carson River heran und verkauften die Gallone für einen Dollar und mehr.[7] 1850 sammelten Bergleute in Kalifornien Geld für Hilfsstationen in der Wüste, und 1852 richtete das Parlament Kaliforniens mindestens vier staatliche Stationen ein.[7]

Weite, flache Salzwüste mit rissiger weißer Kruste und vereinzelten Salzbüschen, ein zurückgelassenes hölzernes Wagenrad im Vordergrund, kahle Berge im Dunst, gleißendes Nachmittagslicht
Salzwüste im Großen Becken. Auf der Forty Mile Desert lagen rund 40 Meilen ohne Wasser vor den Reisenden. Bild: KI-generiert

Shoshone, Paiute und die Auswanderer

Das scheinbar leere Land am California Trail war seit mehr als 10.000 Jahren die Heimat indigener Nationen.[6] In den 1840er Jahren waren tödliche Zusammenstöße selten. Indigene Führer brachten Reisende über reißende Flüsse und durch unbekanntes Land, und nach dem NPS waren indigene Menschen den Auswanderern eher eine Hilfe als eine Gefahr.[6, 9] Der Anführer Washakie und seine Shoshone geleiteten in den 1850er Jahren Tausende Auswanderer sicher durch ihr Land im Westen des heutigen Wyoming.[6]

Am Humboldt River lebten die Western Shoshone, die sich selbst Newe ("die Menschen") nennen,[7, 15] weiter westlich die Nördlichen Paiute, die sich nach der Pyramid Lake Paiute Tribe Numu ("die Menschen") nennen.[7, 16] Für sie waren Fluss, Marschen und See die Lebensgrundlage, mit Wasser, Wasservögeln, Fischen und Nahrungspflanzen und mit Weiden für Körbe und Behausungen.[7] Die Western Shoshone gaben Auswanderern oft Auskunft über den Weg und teilten manchmal ihr Essen mit Hungernden, obwohl sie selbst wenig hatten.[7] Die Fremden fällten ihre Pinienwälder, besetzten die besten Lagerplätze und jagten das knappe Wild; ihr Vieh fraß die Grassamen und verschmutzte das Wasser. Mit dem Goldrausch von 1849 waren die Vorräte der Newe schnell erschöpft, und es kam zu Hungersnot.[7] Der NPS schreibt, gerade die indigenen Völker hätten unter den Forty-Niners gelitten, weil deren Jagd nach Reichtum ihnen Nahrung, Land, Wasser und Raum nahm.[8]

Shoshone und Paiute trieben nachts Ochsen und Maultiere weg oder schossen mit Pfeilen auf sie, damit die Tiere zurückbleiben mussten. Für die Auswanderer konnte der Verlust der Zugtiere lebensgefährlich werden.[7] Einige empörte Auswanderer suchten Lager der Shoshone und Paiute auf und zerstörten Unterkünfte, Vorräte und Besitz; jede Vergeltung zog neue nach sich, und oft traf es Unbeteiligte beider Seiten.[7] In den 1850er und 1860er Jahren nahmen die Konflikte zu. Manche Nationen verlangten Zahlungen für den Durchzug durch ihr Land, die meisten Auswanderer zahlten nicht. Indigene töteten Reisende, und Auswanderer töteten Indigene. Viele Vorfälle gingen auf weiße Kriminelle zurück, die sogenannten "white Indians"; der NPS nennt sie berüchtigt für ihre Brutalität. Die meisten Toten unter den Auswanderern forderten aber Ertrinken, Unfälle und Krankheiten.[6]

Rund um den Lake Tahoe an der Sierra Nevada liegt das Land der Washoe, die sich Washiw ("die Menschen") nennen.[17] Nach ihrer eigenen Darstellung kamen nach dem Goldfund von 1848 Wagenzüge zu Hunderten; ab 1849 entstanden Handelsposten auf Washoe-Gebiet, und Siedler ließen sich oft auf den fruchtbarsten Sammelplätzen nieder, auf die die Washoe angewiesen waren.[17]

Gruppen der Northern Shoshone und der Bannock, die von den Nördlichen Paiute abstammen, bilden heute die Shoshone-Bannock Tribes of Fort Hall in Idaho. Ihr Reservat entstand nach dem Vertrag von Fort Bridger von 1868. Es umfasste anfangs 1,8 Millionen Acres und ist heute kleiner.[13]

Wann endete die Zeit des California Trail?

Nach 1852 ließ der Verkehr nach. Oft zogen nun ebenso viele Menschen nach Osten wie nach Westen, und viele Auswanderer gingen eher nach Oregon.[1] 1857 stieg der Wagenverkehr noch einmal an und brach 1858 stark ein; meist wird das mit der Furcht vor Kämpfen zwischen den Mormonen und der US-Armee im sogenannten Utah-Krieg erklärt.[10] Bis 1860 hatten Fracht- und Postfirmen, Militärexpeditionen, neue Siedlungen und Handelsstationen den Trail in eine Straße verwandelt, auf der Reisende in beide Richtungen unterwegs waren.[6] Verschiedene Routen blieben in Gebrauch, bis 1869 die transkontinentale Eisenbahn fertig war. Ihre Gleise trafen sich am Promontory Summit in Utah, und damit ging die Zeit der Wagenzüge zu Ende.[1, 6]

Der California National Historic Trail heute

Mit dem Gesetz vom 3. August 1992 (Public Law 102-328) machte der Kongress den Weg zum California National Historic Trail.[3, 4] Ihn verwaltet der National Park Service; die Abschnitte betreuen das Bureau of Land Management, der Forest Service, weitere Bundesbehörden, Staaten, Gemeinden und private Eigentümer.[6] Der NPS selbst besitzt am Trail kein Land.[3] Auf mehr als 1.000 Meilen sind noch Wagenspuren zu sehen.[2]

Einen durchgehend markierten Wanderweg gibt es nicht. Teile lassen sich auf öffentlichem Land begehen, andere auf den Auto Tour Routes nachfahren, die der historischen Strecke folgen oder nah neben ihr verlaufen.[1, 3] In der City of Rocks National Reserve in Idaho rasteten die Auswanderer am Circle Creek. Viele schrieben ihre Namen mit Achsfett auf die Granitfelsen, und diese Inschriften sind bis heute zu sehen; im Süden des Schutzgebiets traf der Weg von Salt Lake City auf den Hauptweg.[11] Etwa acht Meilen westlich von Elko in Nevada zeigt das California Trail Interpretive Center des Bureau of Land Management die Geschichte der Auswanderer und der indigenen Kulturen am Weg; Wanderwege bieten dort den Blick auf die Ruby Mountains und den Humboldt River.[12] Zwei Vereine, die Oregon-California Trails Association und Trails West, erforschen, markieren und schützen den Trail.[3]

Hohe, abgerundete Granitfelsen in einer Hochebene mit Beifuß und Wacholder, ein schmaler Bach im Vordergrund, ohne Menschen, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Granitfelsen wie in der City of Rocks in Idaho, wo Auswanderer ihre Namen auf die Felsen schrieben. Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: California Trail
  1. Mai 1841Die Bidwell-Bartleson-Gruppe bricht bei Independence, Missouri, als erste Auswanderergruppe nach Kalifornien auf.[1, 6]
  2. 11.08.184134 Mitglieder der Gruppe wenden sich bei Soda Springs nach Südwesten, die übrigen ziehen nach Oregon.[10] Oregon Trail
  3. 1844Die Stephens-Townsend-Murphy-Gruppe nimmt die Truckee Route und bringt als Erste Wagen bis zu Sutters Fort.[1, 6] Johann August Sutter
  4. 1846Etwa 80 Wagen folgen dem Hastings Cutoff, als letzte die Donner Party.[6] Donner Party
  5. 1848Veteranen des Mormonenbataillons öffnen den Weg über den Carson Pass und fahren den Salt Lake Cutoff mit Wagen.[6, 10] Mormon Trail
  6. 24.01.1848James Marshall findet Gold an Sutters Sägemühle am American River.[8] Kalifornischer Goldrausch
  7. 1849Allein in diesem Jahr ziehen rund 25.000 Menschen über den California Trail.[8]
  8. 1852Das Parlament Kaliforniens richtet mindestens vier Hilfsstationen in der Forty Mile Desert ein.[7]
  9. 1858Der Wagenverkehr bricht ein, meist erklärt mit der Furcht vor dem Utah-Krieg.[10]
  10. 1869Mit der transkontinentalen Eisenbahn endet die Zeit der Wagenzüge.[6] Die erste transkontinentale Eisenbahn
  11. 03.08.1992Public Law 102-328 macht den Weg zum California National Historic Trail.[4]

Mythos und Wahrheit

Häufige Fragen

Wie lang war der California Trail?

Das Gesetz von 1992 nennt mit allen Routen und Abkürzungen rund 5.700 Meilen, der National Park Service an anderen Stellen 5.600 oder über 5.000 Meilen. Ein einzelner Weg vom Missouri nach Kalifornien war ohne Varianten etwa 2.000 Meilen lang, gut 3.200 Kilometer.

Wie viele Menschen zogen über den California Trail?

Laut National Park Service mehr als eine Viertelmillion zwischen 1841 und 1869. Im Goldrausch kamen allein 1849 rund 25.000 Menschen, von 1849 bis 1854 nach seiner Schätzung etwa 140.000.

Wo trennten sich Oregon Trail und California Trail?

Hinter dem South Pass in Wyoming fächerten sich die Wege auf. Der Hauptzweig des California Trail trennte sich in der Gegend des Raft River in Idaho vom Oregon Trail. Andere Reisende zogen über Salt Lake City und kehrten bei der City of Rocks auf den Hauptweg zurück.

Was war die Forty Mile Desert?

Eine Wüste in Nevada zwischen der Humboldt Sink, wo der Humboldt River versickert, und den Flüssen Truckee und Carson östlich des heutigen Reno. Auf beiden Routen lagen rund 40 Meilen ohne Wasser vor den Reisenden, am Ende acht bis zehn Meilen tiefer Sand.

Wer zog als Erster über den California Trail?

Die Bidwell-Bartleson-Gruppe, die im Mai 1841 bei Independence in Missouri aufbrach. Etwa die Hälfte ging nach Oregon, die übrigen ließen ihre Wagen in Nevada zurück und erreichten im November das Central Valley. Die ersten Wagen brachte 1844 die Stephens-Townsend-Murphy-Gruppe bis zu Sutters Fort.

Kann man den California Trail heute besuchen?

Einen durchgehend markierten Wanderweg gibt es nicht. Teile lassen sich auf öffentlichem Land begehen oder auf den Auto Tour Routes nachfahren, etwa in der City of Rocks in Idaho, wo Auswanderer ihre Namen auf Felsen schrieben. Bei Elko in Nevada zeigt das California Trail Interpretive Center die Geschichte des Trails.

Quellen

  1. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, California National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
  2. Amtliche Stelle California National Historic Trail (Startseite). National Park Service. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
  3. Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, California National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
  4. Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1244 (a)(18), California National Historic Trail, eingefügt durch Public Law 102-328 vom 3. August 1992. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  5. Amtliche Stelle National Historic Trails. National Park Service, National Trails System. Stand 11. März 2025. abgerufen am 25.10.2026
  6. Amtliche Stelle California National Historic Trail: Official Map and Guide (Large Print). National Park Service, Bureau of Land Management und Forest Service. Stand Rev. 29. November 2012. abgerufen am 25.10.2026
  7. Amtliche Stelle National Historic Trails Auto Tour Route Interpretive Guide: Across Nevada on the Humboldt Route and the Central Route of the Pony Express. National Park Service, National Trails. Stand April 2012, vierter Druck Juni 2021. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle The California Gold Rush. National Park Service, California National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Death and Danger on the Emigrant Trails (Reihe The Emigrant Experience). National Park Service. Stand 29. Dezember 2020. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle National Historic Trails Auto Tour Route Interpretive Guide: Utah, Crossroads of the West. National Park Service, National Trails System. Stand September 2010. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, City of Rocks National Reserve. Stand 22. November 2024. abgerufen am 25.10.2026
  12. Amtliche Stelle California Trail Interpretive Center. Bureau of Land Management. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Tribal Nation About. Shoshone-Bannock Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, California (Sacramento city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  15. Tribal Nation History & Culture. Te-Moak Tribe of Western Shoshone. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  16. Tribal Nation The People. Pyramid Lake Paiute Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  17. Tribal Nation Hunga mi' heshi! (Hello!). Washoe Tribe of Nevada and California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Missouri (Independence city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
  19. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Utah (Salt Lake City city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  20. Amtliche Stelle National Register of Historic Places Inventory, Nomination Form: Donner Camp Sites (Marilynn Larew). National Park Service, Heritage Conservation and Recreation Service. Stand März 1978. abgerufen am 24.10.2026

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    Am 24. Januar 1848 fand James Marshall bei Sutter's Mill Gold.