GeschichteEreignis
Die Donner Party
Kurz erklärt Die Donner Party war eine Gruppe von Auswanderern, die 1846 von Illinois nach Kalifornien zog. Nach einem Umweg über den Hastings Cutoff schneite sie im Winter 1846/47 in der Sierra Nevada am heutigen Donner Lake ein. Von rund 87 Menschen überlebten je nach Quelle 45 bis 47; einige Eingeschlossene überlebten nur, weil sie von den Toten aßen.

Wie kam es zur Tragödie der Donner Party?
Ab 1844 kamen Auswanderer in großer Zahl über Land nach Kalifornien, das 1846 noch als Alta California zu Mexiko gehörte. Vor 1844 hatten laut California State Parks erst zwei Wagenzüge versucht, die Sierra Nevada zu überqueren; 1844 kam die Stephens-Townsend-Murphy-Gruppe mit Wagen über den Pass.[2, 7] Viele trieb die Idee der Manifest Destiny an, der Glaube, die USA seien dazu bestimmt, sich über den ganzen Kontinent auszudehnen.[2, 3]
In Springfield in Illinois beluden die Brüder George und Jacob Donner, beide Farmer, und der Geschäftsmann James Reed neun Wagen mit Ochsengespannen.[2, 5] Mitte April 1846 brachen sie mit ihren Familien auf; Britannica nennt den 14., der Film der PBS-Reihe American Experience den 16. April.[5, 10] Mit Fuhrknechten und Angestellten zählte die Gruppe laut Britannica etwa 31 Menschen, laut PBS 32 und laut der Online Nevada Encyclopedia 33.[5, 10, 13] Am 12. Mai schlossen sie sich in Independence in Missouri einem großen Wagenzug nach Westen an.[5]
Der Hastings Cutoff
Der Jurist Lansford W. Hastings aus Ohio hatte 1845 das Buch The Emigrants' Guide to Oregon and California herausgebracht. Darin warb er für eine Abkürzung, die laut California State Parks 300 Meilen oder 30 bis 60 Reisetage sparen sollte.[2] Mit Wagen war die Strecke noch nie gefahren worden, und Hastings selbst hatte sie bis 1846 weder benutzt noch gesehen.[2, 4] In Fort Laramie warnte ein alter Freund aus Illinois, der den Weg gerade von Westen her zurückgelegt hatte, James Reed davor.[5]
Am 20. Juli 1846 teilte sich der Wagenzug. Die meisten zogen auf dem bekannten Oregon Trail nach Norden in Richtung Fort Hall weiter, die Donners, die Reeds und andere wandten sich nach Südwesten zum Fort Bridger.[5] Die neue Gruppe wählte George Donner zum Captain; die Online Nevada Encyclopedia nennt dafür den 19. Juli 1846.[13] Nach ihm heißt sie Donner Party oder Donner-Gruppe, Britannica nennt sie auch Donner-Reed-Party.[1, 5] Auf ihrem Höchststand zählte sie laut Britannica rund 87 Menschen, 29 Männer, 15 Frauen und 43 Kinder, mit 23 Ochsenwagen. Die Utah History Encyclopedia nennt ebenfalls 87 Menschen, aber 20 Wagen.[4, 5] Am 28. Juli erreichten sie Fort Bridger, wo man ihnen sagte, die Abkürzung spare 350 oder 400 Meilen.[1] Am 31. Juli bogen sie in den Hastings Cutoff ein, der südlich am Großen Salzsee vorbeiführte.[5]
Was geschah auf dem Weg nach Kalifornien?
Wasatch Mountains und Salzwüste
Hastings führte selbst einen anderen Wagenzug und hinterließ am Weber River eine Nachricht: Der Weg durch den Canyon sei sehr schlecht, sie sollten warten und einen Boten schicken.[1] James Reed ritt ihm nach. Hastings kam nicht zurück, beschrieb ihm aber einen Weg über die Berge.[1, 4] Diesen Weg durch die Wasatch Mountains mussten die Männer erst schlagen, durch dichtes Weidengebüsch und Wald. Für die 36 Meilen brauchten sie laut einer Nominierung des National Park Service von 1978 21 Tage und laut California State Parks drei Wochen; die Utah History Encyclopedia und der National Park Service sprechen von zwölf Tagen bis ins Salzseetal.[1, 2, 4, 6] Kurz vor dem Tal mussten die Ochsen die Wagen einen 200 Fuß hohen Kamm hinaufziehen, der seitdem Donner Hill heißt. Ein Jahr später schlugen die Mormonen dort in vier Stunden einen Weg durch das Gestrüpp (Mormon Trail).[6]
Am 30. August zog die Gruppe in die Great Salt Lake Desert.[4, 5] Hastings hatte zwei Tage für die Durchquerung angegeben, sie brauchte laut Britannica fünf, laut Utah History Encyclopedia sechs Tage für die rund 80 Meilen.[1, 2, 4, 5] Viele Rinder gingen verloren, und mehrere Wagen blieben zurück, nach der Utah History Encyclopedia vier.[4, 5] Erst Ende September erreichte die Gruppe nach einem Umweg um die Ruby Mountains den Humboldt River und damit wieder den California Trail.[1, 5] Der Cutoff war laut Britannica 125 Meilen länger als der übliche Weg nördlich des Großen Salzsees. Alle anderen Auswanderer des Jahres 1846 waren zu diesem Zeitpunkt schon in Kalifornien.[5]

Streit, Verbannung und die letzten Wochen
Am 5. Oktober geriet Reed mit dem Fuhrknecht John Snyder in Streit und erstach ihn; die Nominierung von 1978 spricht von Notwehr.[1, 5] Manche wollten Reed hängen, doch die Gruppe verbannte ihn nur. Er ritt mit einem Begleiter voraus zu Sutters Fort im heutigen Sacramento, seine Familie blieb beim Wagenzug.[2, 5] Ein 70 Jahre alter Mann namens Hardcoop blieb nach derselben Nominierung allein in der Wüste zurück und starb.[1] Paiute töteten laut Britannica einige der übrigen Ochsen. Die Familien vergruben fast ihren ganzen Besitz außer Essen, Kleidung und dem Nötigsten, um die erschöpften Tiere zu entlasten.[5]
Ende Oktober erreichte die Gruppe die Truckee Meadows beim heutigen Reno in Nevada. Dort traf sie Charles Stanton, der Vorräte aus dem Sacramento-Tal brachte und vor dem schweren Weg warnte; die erschöpften Familien ruhten trotzdem sechs Tage.[2] Mit den Vorräten hatte John Sutter laut KQED zwei junge Miwok geschickt, Luis und Salvador. Ob sie freiwillig in Sutters Fort arbeiteten oder versklavt waren, ist nicht bekannt.[7, 13] Am 31. Oktober 1846 erreichte die Gruppe den Truckee Lake, den heutigen Donner Lake, kurz unterhalb des Passes, und Schnee versperrte den Weg.[1, 5] Drei Versuche, den Pass zu überqueren, scheiterten.[2]
Der Winter am Truckee Lake und am Alder Creek
Am See bauten die meisten Familien notdürftige Hütten aus Baumstämmen, mit Häuten, Zelt- oder Wagenplanen gedeckt. Die Breens zogen in eine Hütte, die schon dort stand, die Kesebergs bauten einen Anbau daran.[1, 2] Laut der Nominierung von 1978 drängten sich am See 60 Menschen zusammen, 19 Männer, 12 Frauen und 29 Kinder.[1] Die Donners lagen nach einem Achsbruch etwa fünf Meilen zurück am Alder Creek und erreichten den See nie. Dort lebten 21 Menschen unter Laubdächern, über die sie Stoff spannten.[1, 2] Der PBS-Film zählt in beiden Lagern zusammen 25 Männer, 15 Frauen und 41 Kinder, darunter sechs Säuglinge.[10]
Acht Tage lang schneite es fast ohne Pause, und viele Ochsen, die wichtigste Nahrungsreserve, liefen davon.[5] Jagen und Fischen brachte kaum etwas, und wer noch Vorräte hatte, teilte sie ungern.[2] Im Dezember aßen die Eingeschlossenen Häute und Rinde.[1] Patrick Breen, dessen Familie in Independence dazugekommen war, führte vom 20. November bis zum 1. März ein Tagebuch. Es ist laut Britannica der einzige Bericht, der während dieses Winters entstand.[5] Als erster Toter in den Lagern ist am 15. Dezember Baylis Williams verzeichnet, ein Angestellter der Reeds.[5] Im Januar lag der Schnee laut California State Parks mehr als zehn Fuß hoch.[2]
Am 28. Februar 1847 notierte Breen, ein einzelner Indigener sei vom See her vorbeigekommen und habe ihm fünf oder sechs Wurzeln gegeben, die in der Form Zwiebeln ähnelten. Welcher Nation der Mann angehörte, nennt der abgedruckte Auszug nicht.[2]
Die Schneeschuhgruppe
Am 16. Dezember brachen 15 der Kräftigsten, zehn Männer und fünf Frauen, auf selbst gebauten Schneeschuhen auf, um Hilfe zu holen. Sie hatten Rationen für etwa sechs Tage.[2, 5] Luis und Salvador waren laut KQED dabei.[7, 13] Charles Stanton erblindete nach wenigen Tagen im grellen Schnee, blieb zurück, um die anderen nicht aufzuhalten, und starb.[2] Die Gruppe verirrte sich, und ein Sturm hielt sie drei Tage fest; nach California State Parks starben dabei sieben. Insgesamt starben laut Britannica acht Männer, und die Überlebenden aßen von den Toten.[1, 2, 5] Luis und Salvador weigerten sich laut KQED als Einzige, davon zu essen. Als sie schwächer wurden, erschoss sie William Foster, damit die übrigen sich von ihnen ernähren konnten. KQED nennt ihn den einzigen gesicherten Mörder der Donner Party; zur Rechenschaft gezogen wurde er dafür nie.[7, 8] Dass Foster die beiden Männer erschoss, berichten auch der PBS-Film und die Online Nevada Encyclopedia.[10, 13] Nach einem Monat, laut der Nominierung von 1978 nach 32 Tagen, erreichten zwei Männer und fünf Frauen eine Ranch rund 40 Meilen nördlich von Sutters Fort.[1, 2, 5]
Die Rettungsmannschaften
In Kalifornien stellten Siedler Rettungsmannschaften zusammen. Laut der Nominierung von 1978 gingen vier Mannschaften mit zusammen 30 Männern in die Berge, vier davon hatten Angehörige in den Lagern; Sutter setzte eine Belohnung aus.[1, 5] Die erste Mannschaft verließ Sutters Fort am 31. Januar 1847 und erreichte mit sieben Männern am 18. Februar die Hütten am See.[5] Sie nahm 23 Menschen mit, darunter 17 Kinder; die Nominierung von 1978 nennt 20, zwölf davon unter 16 Jahren.[1, 5] In den Lagern waren inzwischen mehrere verhungert, und einige Eingeschlossene lebten von den Toten.[1, 2, 5]
Anfang März kam James Reed mit der zweiten Mannschaft. Am Alder Creek fand er George Donner, der an einer Infektion starb; seine Frau Tamsen Donner blieb bei ihm.[1, 2] Reed nahm mehrere Überlebende mit. Eine weitere Mannschaft holte die übrigen heraus, außer Lewis Keseberg, der nicht gehen konnte, und Tamsen Donner, die wieder blieb und später starb.[2] Keseberg verließ das Lager am See als Letzter am 21. April 1847.[5]
Gegen Keseberg richteten sich danach die schwersten Vorwürfe. Der Retter William Fallon deutete an, er habe Tamsen Donner getötet; die Nominierung des National Park Service von 1978 hält das für möglich. Bestätigt ist laut KQED nur der Mord Fosters, und Keseberg galt in Kalifornien fortan als Ausgestoßener.[1, 8]
Wie viele Menschen überlebten die Donner Party?
Die Quellen zählen verschieden. Britannica rechnet zwei Männer mit, die erst am See zur Gruppe stießen, und unterscheidet fünf Tote vor den Bergen, 34 in den Lagern oder beim Überqueren der Berge und einen Toten nach der Ankunft. Die Utah History Encyclopedia zählt zwei indigene Helfer gesondert, die bei den Rettungsversuchen ums Leben kamen.[4, 5] Der PBS-Film rechnet Luis und Salvador dagegen zu den 87 Mitgliedern und nennt 41 Tote.[10]
| Quelle | Mitglieder | Tote | Überlebende |
|---|---|---|---|
| Encyclopaedia Britannica[5] | 87, dazu 2 Männer, die am See dazukamen | 42 | 47 |
| National Park Service, Nominierung 1978[1] | 87 | 42 | 47 |
| Utah History Encyclopedia 1994[4] | 87, davon 82 in der Sierra Nevada | 40, dazu 2 indigene Helfer | 47 |
| PBS, American Experience[10] | 87, darunter Luis und Salvador | 41 | 46 |
| California State Parks 2017[2] | 91 | keine Angabe | 45 |
| California State Parks 2026[3] | mehr als 80 Eingeschlossene | fast die Hälfte | keine Angabe |
Von den Eingeschlossenen starben laut der Nominierung von 1978 zwei Drittel der Männer, die meisten früh, etwa ein Drittel der Kinder und ein Viertel der Frauen, also vier, die meisten gegen Ende.[1] Der PBS-Film fasst es so: Zwei Drittel der Frauen und Kinder überlebten, aber nur ein Drittel der Männer.[10] Nur zwei Familien kamen laut KQED vollzählig durch, die Reeds und die Breens.[8]
Welche Folgen hatte das Unglück?
Die Zeitung California Star berichtete bald nach der Rettung in grellen Farben über die Überlebenden. Vieles davon war übertrieben oder falsch, prägte aber laut KQED, wie Kalifornien die Donner Party sah.[8] Eliza Donner, beim Unglück drei Jahre alt, schrieb erst 1911 ihre Erinnerungen; darin erzählt sie, wie ihr Menschen noch Jahre später den Artikel vorhielten.[8] Nach California State Parks machten die Geschichten über Kannibalismus die Überlebenden zu düsteren Berühmtheiten, später wurde die Donner Party zum Sinnbild für Tragödie und Pioniergeist zugleich.[3]
Die Zahl der Auswanderer über Land nach Kalifornien ging 1847 und 1848 nach Einschätzung des Historikers Greg Palmer deutlich zurück; auch der PBS-Film spricht von einem starken Rückgang.[8, 10] Britannica sieht kaum eine bremsende Wirkung und verweist darauf, dass selbst Überlebende anderen zur Reise rieten.[5] Virginia Reed, beim Aufbruch zwölf Jahre alt, schrieb ihrer Cousine in Illinois:[5, 10]
Lass diesen Brief niemanden entmutigen. Nimm nie eine Abkürzung und beeil dich, so sehr du kannst.
Den Hastings Cutoff benutzte danach kein Wagenzug mehr. Den Weg, den die Gruppe durch die Wasatch Mountains geschlagen hatte, nahmen Reisende nach Utah aber noch zehn Jahre lang als Hauptstraße.[4] Der Truckee Lake und der Pass erhielten den Namen Donner, nach dem gewählten Anführer.[2] Mit dem Goldfund von 1848 schwoll die Auswanderung nach Kalifornien zu einer Flut an (Kalifornischer Goldrausch).[5]
Für die Washoe, deren Heimatland den See umgibt, begann mit dem Goldrausch die Verdrängung: Neue Siedler und die Regierung des jungen Staates Kalifornien nahmen laut California State Parks vielen von ihnen das Land, und das versprochene Ersatzland war oft abgeholzt und ohne Wasser.[2, 3] KQED hält fest, dass es das Land der Miwok und Nisenan war, das Siedler wie die Donner Party für sich beanspruchen wollten; Dahlton Brown, Geschäftsführer der Wilton Rancheria bei Sacramento, kommt dort zu Sutters Fort und zur Geschichte der Miwok und Nisenan zu Wort.[7, 8]
Erinnerung heute: Donner Memorial State Park
1901 sammelten der Historiker Charles McGlashan und die Native Sons of the Golden West Geld für ein Denkmal an der Stelle der Breen-Hütte. Am 6. Juni 1918 wurde das Pioneer Monument mit Steinsockel und Bronzefiguren eingeweiht, drei Überlebende der Donner Party waren dabei.[2] Der Sockel ist 22 Fuß hoch und damit höher als der tiefste Schnee, der sich am See sammeln kann. Das Denkmal ehrt alle, die in den 1840er Jahren über Land nach Kalifornien kamen.[2]
Am 23. Mai 1928 übergaben die Native Sons das Denkmal mit 11 Acres Land dem Staat Kalifornien; daraus entstand der Donner Memorial State Park bei Truckee.[2, 3] Seit dem 31. Januar 1934 ist das Denkmal eine California Historical Landmark.[9] 1961 wurden die Lagerstellen der Donner Party zur National Historic Landmark erklärt. Die Nominierung von 1978 beschreibt die Stellen der Murphy-Hütte und der Breen-Keseberg-Hütte im Park, die Stelle der Reed-Graves-Hütte eine halbe Meile östlich und das Lager am Alder Creek im Tahoe National Forest.[1] Von der Murphy-Hütte ist nur der große Felsen geblieben, an den die Familie sie baute.[1]
Das Besucherzentrum erzählt heute von der Donner Party, von den Washoe und von den chinesischen Arbeitern, die von 1864 bis 1869 den Westteil der Eisenbahn bauten, darunter den 1.659 Fuß langen Summit Tunnel beim Donner Pass (Chinesische Arbeiter beim Eisenbahnbau).[3] Den See nennen die Washoe laut der Parkbroschüre von 2026 Behé·ziŋ wí·giya, Kleines Auge, nach seiner Form vom Donner Summit aus; die Broschüre von 2017 gibt als ihren Namen Datsa' shut an. Die Washoe, anerkannt als Washoe Tribe of Nevada and California, pflegen die Landschaft bis heute; ihre Anwesenheit am Lake Tahoe reicht laut California State Parks mindestens 12.000 Jahre zurück.[2, 3] Die Dokumentation The Donner Party von Ric Burns, am 28. Oktober 1992 in der PBS-Reihe American Experience ausgestrahlt, erzählt die Reise aus Tagebüchern, Briefen und Erinnerungen der Beteiligten.[10]
Archäologen untersuchten das Lager am Alder Creek. 2010 gaben sie bekannt, dort keine menschlichen Knochen oder andere Spuren von Kannibalismus gefunden zu haben; ausgeschlossen sei er damit nicht, weil Retter und Überlebende ausführlich davon berichteten.[5] Die Firma Lawrence & Houseworth veröffentlichte 1866 ein Foto von Baumstümpfen im Summit Valley, die laut Bildtitel die Donner Party gefällt hatte; einen Fotografen nennt der Katalog nicht. Ihre Höhe gilt laut Britannica als Hinweis auf die Schneehöhe jenes Winters.[5, 11]

Zeitleiste
- April 1846Die Familien Donner und Reed brechen in Springfield, Illinois, nach Kalifornien auf.[2, 5]
- 12.05.1846In Independence, Missouri, schließt sich die Gruppe einem großen Wagenzug an.[5]
- 20.07.1846Der Wagenzug teilt sich; die Donners und Reeds ziehen in Richtung Fort Bridger.[5]
- 31.07.1846Die Gruppe biegt in den Hastings Cutoff ein.[5]
- 30.08.1846Die Gruppe beginnt die Durchquerung der Great Salt Lake Desert.[4, 5]
- 05.10.1846James Reed ersticht John Snyder und wird aus der Gruppe verbannt.[5]
- 31.10.1846Schnee am Truckee Lake versperrt den Weg über den Pass.[1, 5]
- 20.11.1846Patrick Breen beginnt sein Tagebuch.[5]
- 16.12.184615 Menschen brechen auf Schneeschuhen auf, um Hilfe zu holen.[5]
- 31.01.1847Die erste Rettungsmannschaft verlässt Sutters Fort.[5] Johann August Sutter
- 18.02.1847Die erste Rettungsmannschaft erreicht die Hütten am See.[5]
- 21.04.1847Lewis Keseberg verlässt als Letzter das Lager am See.[5]
- 06.06.1918Einweihung des Pioneer Monument; drei Überlebende sind dabei.[2]
- 23.05.1928Die Native Sons of the Golden West übergeben Denkmal und Land dem Staat Kalifornien.[2]
- 31.01.1934Das Denkmal wird California Historical Landmark.[9]
- 1961Die Lagerstellen der Donner Party werden National Historic Landmark.[1]
Wo lagen die Winterlager?
Die Lager lagen östlich des Donner Pass in der Sierra Nevada, am Ostende des Donner Lake bei Truckee in Kalifornien und etwa fünf Meilen weiter nördlich am Alder Creek.[1, 2] Der Park liegt rund 100 Meilen östlich von Sacramento an der Interstate 80; aktuelle Hinweise für einen Besuch gibt California State Parks.[12]
- 1Donner Party (Lager der Donners am Alder Creek (ungefähre Lage)) 39,38° N, 120,16° W[1]

Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
In den Lagern töteten die Eingeschlossenen Menschen, um sie zu essen.
Was belegt ist
Laut Britannica aßen die Hungernden von Menschen, die schon gestorben waren. Einen gesicherten Mord nennt KQED nur bei der Schneeschuhgruppe: William Foster erschoss die Miwok Luis und Salvador. Dass Lewis Keseberg Tamsen Donner tötete, wurde angedeutet, aber nie bestätigt.[1, 5, 7, 8, 10, 13]
Mythos und Wahrheit
Häufige Fragen
Was war die Donner Party?
Eine Gruppe von Auswanderern, die im April 1846 mit den Familien Donner und Reed von Springfield in Illinois nach Kalifornien aufbrach. Sie nahm den Hastings Cutoff südlich am Großen Salzsee vorbei, verlor dabei Wochen und blieb ab dem 31. Oktober 1846 im Schnee der Sierra Nevada stecken. Der Donner Lake und der Donner Pass tragen ihren Namen.
Wie viele Menschen überlebten die Donner Party?
Die Zahlen gehen auseinander. Britannica und eine Nominierung des National Park Service von 1978 nennen 47 Überlebende und 42 Tote, der PBS-Film 46 Überlebende von 87, eine Broschüre von California State Parks aus dem Jahr 2017 nennt 45 Überlebende von 91 Menschen.
Warum blieb die Donner Party im Schnee stecken?
Der Hastings Cutoff durch die Wasatch Mountains und die Great Salt Lake Desert kostete die Gruppe Wochen. Laut Britannica war er 125 Meilen länger als der übliche Weg. Als sie Ende Oktober 1846 die Sierra Nevada erreichte, versperrte Schnee den Pass.
Gab es bei der Donner Party Kannibalismus?
Ja. Die Schneeschuhgruppe und einige Eingeschlossene in den Lagern überlebten, weil sie von Menschen aßen, die schon gestorben waren. Einen gesicherten Mord nennt KQED nur bei der Schneeschuhgruppe: William Foster erschoss die beiden Miwok Luis und Salvador.
Was war der Hastings Cutoff?
Eine Abkürzung nach Kalifornien, für die Lansford W. Hastings in seinem Buch von 1845 warb. Sie führte von Fort Bridger durch die Wasatch Mountains und südlich am Großen Salzsee vorbei durch die Salzwüste. Mit Wagen war die Strecke vor 1846 noch nie befahren worden.
Wo kann man die Lager der Donner Party besuchen?
Im Donner Memorial State Park bei Truckee in Kalifornien liegen die Stellen der Murphy-Hütte und der Breen-Keseberg-Hütte mit dem Pioneer Monument. Das Lager der Donners am Alder Creek liegt etwa fünf Meilen nördlich im Tahoe National Forest.
Wer war Lewis Keseberg?
Ein Mitglied der Donner Party, das als Letzter am 21. April 1847 das Lager am See verließ. Ein Retter deutete an, er habe Tamsen Donner getötet; bestätigt wurde das nie. In Kalifornien galt Keseberg danach als Ausgestoßener.
Quellen
- Amtliche Stelle National Register of Historic Places Inventory, Nomination Form: Donner Camp Sites (Marilynn Larew). National Park Service, Heritage Conservation and Recreation Service. Stand März 1978. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Donner Memorial State Park (Parkbroschüre, Rev. 2017). California State Parks. Stand 2017. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Donner Memorial State Park: Following Footsteps in the Sierra (Parkbroschüre). California State Parks. Stand 2026. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Dale Beecher: The Donner Party. Utah History Encyclopedia. Utah Historical Society, Utah History to Go. Stand 1994. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Donner Hill. National Park Service, California, Mormon Pioneer und Pony Express National Historic Trails. Stand 20.06.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Carly Severn: Endless Winter: A Fresh Look at the Donner Party Saga. KQED, Bay Curious. Stand 29.10.2020, aktualisiert 21.11.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Carly Severn: Surviving the Donner Party: California, Gold and Lifelong Secrets. KQED, Bay Curious. Stand 29.10.2020, aktualisiert 21.11.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Donner Monument (or) Pioneer Monument, California Historical Landmark. California Office of Historic Preservation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Presse The Donner Party, American Experience (Filmseite mit Transkript). PBS, American Experience. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Archiv Stumps of trees cut by the Donner Party in Summit Valley, Placer County (Lawrence & Houseworth, veröffentlicht 1866). Library of Congress, Prints and Photographs Division. Stand 1866. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Donner Memorial State Park (Parkseite). California State Parks. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Frank Mullen: Donner Party. Online Nevada Encyclopedia. Nevada Humanities. Stand 18.11.2010, aktualisiert 18.03.2016. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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