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Der Mormon Trail und die Mormonen im Westen
Kurz erklärt Der Mormon Trail war der Weg, auf dem die Mormonen unter Brigham Young 1846 und 1847 nach dem Gesetz von 1978 rund 1.300 Meilen von Nauvoo in Illinois in das Tal des Großen Salzsees zogen. Young erreichte das Tal am 24. Juli 1847. Bis 1868 folgten ihm nach dem National Park Service fast 70.000 Mormonen, von 1856 bis 1860 fast 3.000 davon mit Handkarren.

Was war der Mormon Trail?
Der Mormon Trail war der Weg, auf dem die Mormonen 1846 und 1847 von Nauvoo in Illinois in das Tal des Großen Salzsees zogen. Angeführt von Brigham Young, dem zweiten Leiter ihrer Kirche, brach die erste Gruppe am 4. Februar 1846 auf und erreichte das Ziel am 24. Juli 1847.[3] Das Gesetz, das den Weg 1978 zum Mormon Pioneer National Historic Trail machte, nennt rund 1.300 Meilen, etwa 2.100 Kilometer, von Nauvoo bis Salt Lake City.[6]
Der erste Abschnitt führte 1846 durch Iowa bis an den Missouri beim heutigen Omaha in Nebraska, der zweite 1847 an der Platte entlang, über den South Pass und durch die Wasatch Mountains nach Utah.[4, 5] Ab Fort Laramie teilte er sich den Weg mit dem Oregon Trail und dem California Trail (Überblick bei den Trails des Wilden Westens).[5, 14] Bis 1868 folgten fast 70.000 Mormonen der Route nach Utah.[5]
Warum verließen die Mormonen Nauvoo?
1827 gab der 21-jährige Joseph Smith an, er habe goldene Platten mit den Lehren der wahren Kirche Gottes gefunden, zu denen ihn ein Engel namens Moroni geführt habe. Daraus entstand nach seiner Darstellung eine neue heilige Schrift, das Buch Mormon. 1830 gründete Smith im Westen des Staates New York die Gemeinschaft, aus der die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (englisch The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints) wurde; seine Anhänger nannte man Mormonen.[1, 22]
Die Lehre unterschied sich bald in wichtigen Punkten vom übrigen Christentum. Nach dem National Park Service (NPS) waren es aber vor allem Streit um Land, Geschäfte und Politik, die Smith zwangen, den Sitz der Kirche immer wieder zu verlegen.[1] Die Mormonen bauten eigene Orte mit religiös geprägter Verwaltung und eigenen Sicherheitskräften, was ihre Nachbarn beunruhigte. Von New York zogen sie nach Ohio, Missouri und Illinois, und aus jedem Staat wurden sie mit Drohungen und Gewalt vertrieben.[8] 1838 mussten sie Missouri verlassen und gründeten am Mississippi die Stadt Nauvoo, nach dem NPS ein hebräisches Wort für "schöner Ort"; sie wurde bald die größte Stadt in Illinois.[1]
In Nauvoo führte Smith unter einigen Kirchenführern vorsichtig die Mehrehe ein. Als eine Zeitung der Opposition ihm das öffentlich vorwarf, ließ er ihre Druckerpresse zerstören, wurde festgenommen und in Carthage, Illinois, eingesperrt. Am 27. Juni 1844 drang eine Menge in das Gefängnis ein und ermordete Joseph Smith und seinen Bruder Hyrum; danach griffen Vigilanten Farmen der Mormonen um Nauvoo an.[1] Brigham Young, Smiths Nachfolger, plante für das Frühjahr 1846 einen geordneten Auszug von etwa 15.000 Gläubigen in das Große Becken, das damals zu Mexiko gehörte.[1]
Der Zug durch Iowa 1846
Weil die Gewalt zunahm, schickte Young schon im späten Winter eine Vorhut voraus. Am 4. Februar 1846 setzten die ersten Wagen über den Mississippi nach Iowa und lagerten fünf Meilen weiter am Sugar Creek.[1] Als der Fluss zufror, gingen manche über das Eis zum Lager.[8] Statt der geplanten 1.800 Menschen zählte die Vorhut am Ende nach dem NPS etwa 3.000, ein Reiseführer des NPS nennt rund 2.500; vielen fehlten eigene Wagen und Vorräte.[1, 8] Am 1. März 1846 rollten etwa 500 Wagen nach Nordwesten über die winterliche Prärie von Iowa in Richtung Missouri.[1]
Die ersten 260 Meilen setzten der Vorhut am stärksten zu. Kalte Nächte, Dauerregen, Schlamm bis an die Achsen und Hochwasser hielten sie auf.[4] Ende März teilte Young das Lager in drei Kompanien zu je 100 Familien, unterteilt in Gruppen zu 50 und zu 10 mit eigenen Anführern.[4] Auf halbem Weg durch Iowa, 144 Meilen westlich von Nauvoo, entstand im April die Farmsiedlung Garden Grove (nach dem NPS am 24., nach dem Reiseführer am 19. April), 30 Meilen weiter Mount Pisgah. Dort blieben die Schwächsten und bauten Getreide für die nachfolgenden Gruppen an.[4, 8]
Am 14. Juni 1846 erreichten die Wagen den Missouri bei Council Bluffs in Iowa. Für die etwa 260 Meilen ab Sugar Creek hatten sie 105 Tage gebraucht, im Schnitt zweieinhalb Meilen am Tag.[4] Ein Teil blieb auf der Seite von Iowa und gründete Kanesville, andere setzten über den Fluss und bauten im heutigen Omaha die Siedlung Winter Quarters.[4] Im Dezember bestand sie aus etwa 540 Hütten, Erdhäusern und Baracken mit fast 4.000 Bewohnern; im Umkreis von 40 Meilen um Council Bluffs entstanden mehr als 90 Siedlungen.[8] Im Winter und Frühjahr 1846/47 starben in den Lagern mehr als 700 Mormonen an Kälte, Mangelernährung, Skorbut, Tuberkulose, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten.[4, 8]

Das Mormonenbataillon
Im Mai 1846 hatte der Kongress Mexiko den Krieg erklärt (mehr beim Mexikanisch-Amerikanischen Krieg). Präsident James K. Polk bot den Mormonen an, ein Bataillon von 500 Freiwilligen für die Armee aufzustellen.[12] Am 1. Juli 1846 erlaubte Captain James Allen dafür, dass die Mormonen auf Land der USA lagern durften; nach einem Reiseführer des NPS erhielt Young so auch die Erlaubnis, auf indigenem Land westlich des Missouri zu lagern.[8, 12] Am 16. Juli 1846 ließen sich etwa 543 Männer anwerben, mit ihnen zogen etwa 33 Frauen und 51 Kinder.[12]
Das Bataillon marschierte über Fort Leavenworth und Santa Fe nach Kalifornien und lagerte am 29. Januar 1847 an der Mission San Diego. Die Utah History Encyclopedia zählt den Marsch von rund 2.000 Meilen ab Council Bluffs zu den längsten Militärmärschen der Geschichte.[12] Am 16. Juli 1847 wurden die Soldaten entlassen. Einige arbeiteten danach in Nordkalifornien und gehörten zu den Ersten, die an Sutters Mühle Gold fanden.[12] Auf dem Heimweg ins Salzseetal öffneten Veteranen 1848 den Wagenweg über den Carson Pass, im Goldrausch die bevorzugte Route über die Sierra Nevada.[14]
Der Zug ins Salzseetal 1847
Im Winter sammelte Young Reiseberichte und befragte Männer, die den Weg nach Westen kannten.[5] Für 1847 stellte er eine Vorhut von 144 Männern, drei Frauen und zwei kleinen Jungen zusammen; ein Reiseführer des NPS zählt 143 Männer.[5, 9] Am 5. April 1847 verließ der erste Wagenzug Winter Quarters.[5] Young hielt sich auf dem Nordufer der Platte, auf einem alten Weg der Pelzhändler, um nicht auf Gegner der Mormonen zu treffen, die am Südufer nach Oregon oder Kalifornien zogen.[5] Unterwegs setzte die Gruppe alle zehn Meilen Wegzeichen, baute Fähren und vermaß die Strecke für die Nachfolgenden.[9] In Nebraska gab es eine angespannte Begegnung mit Omaha, Pawnee nahmen zwei Pferde mit, und ein Präriebrand zwang die Reisenden auf eine Insel in der Platte.[9]
Bei Fort John, dem späteren Fort Laramie, setzten die Mormonen über die North Platte und trafen auf den Oregon Trail. Am 21. Juni stiegen sie auf den Independence Rock; sechs Tage später, am dritten Jahrestag der Morde an Joseph und Hyrum Smith, überquerten sie den South Pass.[5] Am 9. Juli bogen sie bei Fort Bridger auf den Hastings Cutoff ab, dem die Donner Party im Jahr zuvor gefolgt war. Deren Wagenspur durch die Wasatch Mountains bauten die Mormonen auf den schwierigsten 116 Meilen des ganzen Weges aus.[5] An der Felsnase am Fuß des Donner Hill, an der die Donner Party ein Jahr zuvor nicht weitergekommen war, räumte ein Arbeitstrupp in vier Stunden einen Weg frei.[10]
Am 21. Juli 1847 blickten die Kundschafter Orson Pratt und Erastus Snow vom Donner Hill ins Tal, am 22. Juli folgte der Arbeitstrupp.[10] Einen Tag später, am 23. Juli, kamen nach einem Reiseführer des NPS die ersten Wagen an, und die Ankömmlinge begannen sofort, Kartoffeln und Rüben zu pflanzen.[9] Die NPS-Seite zum Zug von 1847 lässt die Hauptgruppe dagegen zwei Tage vor Young im Tal eintreffen, also am 22. Juli.[5] Brigham Young lag krank in einem Wagen und erreichte das Lager im heutigen Zentrum von Salt Lake City erst am 24. Juli; seine Leute gruben da schon Bewässerungsgräben.[5] Der 24. Juli wird in Utah seit 1849 jedes Jahr gefeiert und ist als Pioneer Day ein Feiertag des Staates.[10]
Es ist genug. Dies ist der richtige Ort. Fahrt weiter.
Welche Route nahm der Mormon Trail?
| Abschnitt | Zeit | Verlauf und Besonderheiten |
|---|---|---|
| Nauvoo bis Sugar Creek | ab 4. Februar 1846[1] | über den Mississippi, Lager fünf Meilen weiter in Iowa[1] |
| Sugar Creek bis Council Bluffs | 1. März bis 14. Juni 1846[1, 4] | etwa 260 Meilen in 105 Tagen, Farmsiedlungen Garden Grove und Mount Pisgah[4] |
| Winter Quarters | Winter 1846/47[4] | im heutigen Omaha; mehr als 700 Tote in den Lagern[4] |
| Winter Quarters bis Fort Laramie | ab 5. April 1847[5] | am Nordufer der Platte, Wegzeichen alle zehn Meilen[5, 9] |
| Fort Laramie bis Fort Bridger | bis 9. Juli 1847[5] | auf dem Oregon Trail über Independence Rock und South Pass[5] |
| Fort Bridger bis Salzseetal | 9. bis 24. Juli 1847[5] | Hastings Cutoff durch Echo Canyon und Wasatch Mountains, die schwierigsten 116 Meilen[5, 10] |
Für die Länge nennen das Gesetz und die Übersicht des NPS rund 1.300 Meilen, die Seite des NPS mit häufigen Fragen etwa 1.400 Meilen.[3, 6, 7] Auch bei den Staaten weichen die Angaben ab: Die Startseite des Trails spricht von fünf Staaten, die Seite mit häufigen Fragen von sechs, Illinois, Iowa, Nebraska, Wyoming, Utah und Nevada.[2, 3] Der offizielle Trail umfasst nur die Route der ersten Gruppe unter Brigham Young, obwohl der Weg viele Jahre genutzt wurde. Das Bundesgesetz sieht in seiner heutigen Fassung eine Prüfung weiterer Wege vor, darunter die Handkarrenroute von Iowa City nach Council Bluffs.[3, 6]
- 1Mormon Trail (Salt Lake City, Ziel des Trails) 40,78° N, 111,93° W[17]
- 2Nauvoo, Ausgangspunkt des Mormon Trail (Nauvoo, Illinois, Ausgangspunkt 1846) 40,54° N, 91,38° W[18]
- 3Winter Quarters, Winterlager 1846/47 im heutigen Omaha (Omaha, Nebraska; hier lag Winter Quarters) 41,26° N, 96,05° W[19, 4]
Die Punkte zeigen die Mittelpunkte der heutigen Städte Nauvoo, Omaha und Salt Lake City nach dem Ortsverzeichnis des U.S. Census Bureau. Winter Quarters lag im heutigen Omaha, im Stadtteil Florence; der Punkt zeigt deshalb nur ungefähr die Gegend.[4, 9, 17, 18, 19]
Wie viele Mormonen zogen nach Utah?
Schon im Sommer 1847 waren mindestens 1.500 weitere Pioniere, vor allem Familien, von Winter Quarters unterwegs; ein anderer Reiseführer des NPS spricht von mehr als 2.000 Menschen, die in diesem Sommer erwartet wurden.[9, 10] Im Frühjahr 1848 brach eine dritte Gruppe von fast 2.500 Menschen auf, und Winter Quarters wurde aufgegeben. Spätere Auswanderer zogen bis in die frühen 1870er Jahre von Übergängen über den Missouri bei Council Bluffs und Omaha los.[9] Von 1847 bis 1868, als die Eisenbahn Utah erreichte, folgten nach dem NPS fast 70.000 Mormonen dem Trail in das Salzseetal.[5] Der Reiseführer für Iowa nennt die Wagenzüge und Handkarren-Kompanien der Mormonen die größte organisierte Wanderung durch den amerikanischen Westen in der Zeit der Auswanderung.[8]
Viele kamen aus Europa. 1849 entstand der Perpetual Emigrating Fund, zuerst für die Flüchtlinge aus Nauvoo, später vor allem für Bekehrte aus dem Ausland. Nach der Utah History Encyclopedia half er etwa 26.000 Menschen, rund 36 Prozent der etwa 73.000 Mitglieder der Kirche, die von 1852 bis 1887 aus Europa in die USA auswanderten.[13] Die Hilfe galt als Darlehen, mit dem später andere reisen sollten; nur etwa ein Drittel zahlte alles zurück, ein weiteres Drittel einen Teil, der Rest nichts.[13]
Die Handkarren-Kompanien 1856 bis 1860
Mitte der 1850er Jahre war der Fonds erschöpft, und Wagen und Ochsengespanne waren teuer. Am 29. Oktober 1855 kündigte Brigham Young deshalb an, die Kirche werde Karren stellen, die die Auswanderer selbst über den Mormon Trail ziehen sollten.[11] Von 1856 bis 1860 zogen nach William G. Hartley in der Utah History Encyclopedia fast 3.000 Menschen in zehn Kompanien mit zusammen etwa 650 Handkarren nach Utah, von Iowa City aus rund 1.300 Meilen, von Florence in Nebraska 1.030 Meilen.[11] Der National Park Service spricht für diese Jahre von mehr als zehn Handkarren-Kompanien mit etwa 3.000 Mormonen.[23]
Fünf Menschen teilten sich einen Karren, den zwei kräftige Personen ziehen mussten; er trug 400 bis 500 Pfund Lebensmittel, Bettzeug, Kleidung und Kochgeschirr. Erwachsene durften 17 Pfund Gepäck mitnehmen, Kinder zehn.[11] Zu jeder Kompanie gehörten einige Ochsenwagen für Vorräte und Gepäck, mindestens einer auf 20 Karren.[11] Von Florence nach Salt Lake City brauchten die ersten drei Kompanien im Schnitt 65 Tage, spätere 84; Wagenzüge benötigten 1861 für dieselbe Strecke 73 Tage.[11]
| Leitung | Aufbruch | Menschen | Ankunft in Salt Lake City |
|---|---|---|---|
| Edmund Ellsworth | 9. Juni 1856, Iowa City | 275 | 26. September 1856[11] |
| Daniel D. McArthur | 11. Juni 1856, Iowa City | 222 | 26. September 1856[11] |
| Edward Bunker | 23. Juni 1856, Iowa City | 300* | 2. Oktober 1856[11] |
| James G. Willie | 15. Juli 1856, Iowa City | 500* | 9. November 1856[11] |
| Edward Martin | 28. Juli 1856, Iowa City | 575 | 30. November 1856[11] |
| Israel Evans | 22. Mai 1857*, Iowa City | 149 | 11. oder 12. September 1857[11] |
| Christiansen | 15. Juni 1857*, Iowa City | 330* | 13. September 1857[11] |
| George Rowley | 9. Juni 1859, Florence | 235 | 4. September 1859[11] |
| Daniel Robinson | 6. Juni 1860, Florence | 233 | 27. August 1860[11] |
| Oscar O. Stoddard | 6. Juli 1860, Florence | 126 | 24. September 1860[11] |
Die meisten Kompanien kamen sicher an. Die Kompanien Willie und Martin brachen 1856 aber spät in Iowa City auf, weil mehr Menschen kamen als erwartet und zusätzliche Karren und Zelte gebaut werden mussten. Reparaturen in Florence hielten sie weiter auf, zusätzliches Mehl beschädigte die Karren, und in Fort Laramie fehlte das erwartete Mehl.[11] Mit knappen Rationen und ohne warme Kleidung gerieten sie in heftige Schneestürme mit bis zu 18 Zoll Schnee. Trotz der Hilfstrupps aus Utah starben etwa 200 Menschen, ein Sechstel der beiden Kompanien; der Historiker William G. Hartley nennt das Unglück das schlimmste in der Geschichte der Überlandreisen im Westen.[11] Die Kirche hielt am Plan fest und schickte bis 1860 fünf weitere Handkarren-Kompanien nach Westen. Durch die niedrigen Kosten konnten Hunderte in Großbritannien auswandern, meist Fabrik- und Landarbeiter.[11]

Die Mormonen in Utah
Bei der Ankunft der Mormonen gehörte das Große Becken zu Mexiko. Sechs Monate später, 1848, trat Mexiko seine Gebiete zwischen den Rocky Mountains und dem Pazifik an die USA ab.[10] 1849 schlugen die Kirchenführer einen Staat Deseret vor, der den größten Teil dieses Gebiets bis nach Südkalifornien umfassen sollte. Der Kongress lehnte ab und schuf 1850 das Utah-Territorium, zu dem neben dem heutigen Utah auch der Westen Colorados, der Südwesten Wyomings und der größte Teil Nevadas gehörten.[10]
In den ersten Jahren vernichteten zweimal hintereinander Dürre, Frost, Heuschrecken und die sogenannten Mormonengrillen den größten Teil der Ernte, und den Winter 1848/49 überstanden die Siedler unter anderem mit gekochter Rohhaut.[10] Mit dem Goldrausch wurde Salt Lake City zur Zwischenstation am California Trail. 1849 kamen rund 10.000 Goldsucher durch die Stadt, 1850 weitere 15.000, und Young gab sein anfängliches Verbot des Handels mit Außenstehenden auf.[10]
Der Utah-Krieg 1857 und 1858
Bundestruppen sollten 1857 in Salt Lake City einen Gouverneur einsetzen, der kein Mormone war. Der Reiseführer des NPS nennt dafür den Mai 1857; nach WyoHistory kündigte die Armeeführung den Zug Ende Mai an, die ersten Einheiten brachen am 18. Juli 1857 von Fort Leavenworth auf.[10, 20] Brigham Young, damals amtierender Gouverneur, verhängte das Kriegsrecht und bot seine Miliz auf. Sie sollte die Armee aufhalten und befestigte den Weg durch die Wasatch Mountains; Reste der Befestigungen sind im Echo Canyon noch zu sehen.[10] Milizen der Mormonen überfielen Viehherden und Versorgungszüge der Armee. Der Frachtfirma Russell, Majors und Waddell nahmen sie 52 Frachtwagen, 300.000 Pfund Vorräte, 300 Ochsen und 700 Rinder ab. In der Hoffnung auf einen Postvertrag der Regierung, der sie vor dem Bankrott bewahren sollte, gründeten die Partner später den Pony Express.[10]
In der aufgeheizten Stimmung verübten einige kriegsbereite Mormonen bei Mountain Meadows nahe Cedar City ein Massaker an einem durchziehenden Wagenzug; Hergang, Opfer und Verantwortung beschreibt die Seite Mountain-Meadows-Massaker.[10] Zum offenen Krieg kam es nicht. Die Armee überwinterte 1857/58 bei Fort Bridger, Young nahm eine Begnadigung des Präsidenten an und ließ den neuen Gouverneur sein Amt antreten. Die Truppen zogen durch das geräumte Salt Lake City und legten 45 Meilen südwestlich Camp Floyd an.[10] Im Januar 1896 wurde Utah mit seinen heutigen Grenzen der 45. Bundesstaat.[10]

Ute, Shoshone und die Mormonen
Das Salzseetal nutzten Ute und Shoshone gemeinsam. Die Mormonen breiteten sich schnell in das Land der Ute aus, und der Wettstreit um die Lebensgrundlagen führte zu Konflikten.[15] Unter Wakara und seinem Bruder Arapeen vergalten Ute das Vordringen der Siedler mit einer Reihe von Überfällen. Der sogenannte Walker-Krieg von 1853 und 1854 kostete einige Mormonen und viel mehr Ute das Leben und leitete die Verdrängung der Ute ein.[15] Brigham Young fasste seine Politik in den Satz, es sei billiger, sie zu ernähren, als gegen sie zu kämpfen. Weil die Mormonen das Land der Ute wollten, waren Kämpfe nach dem Utah American Indian Digital Archive wohl unvermeidlich.[15]
1861 richtete Präsident Abraham Lincoln auf Wunsch der Mormonen per Erlass das Uintah Valley Reservation ein, das der Kongress 1864 bestätigte. Nach einer Pockenepidemie und Hunger im Winter 1864/65 verstärkte der Ute-Anführer Black Hawk die Überfälle auf Siedlungen der Mormonen; 1868 schloss er Frieden, einige seiner Anhänger setzten die Überfälle bis 1872 fort.[15]
Bald siedelten die Mormonen auch im Weber Valley und im Cache Valley auf dem Land der Northwestern Shoshone und machten ihnen die Lebensgrundlagen streitig. Ende der 1850er und Anfang der 1860er Jahre wuchsen die Konflikte mit Siedlern und Auswanderern.[16] Am 29. Januar 1863 griffen Soldaten der US-Armee unter Colonel Patrick Edward Connor aus Camp Douglas bei Salt Lake City ein Lager von etwa 450 Shoshone am Bear River an. Nach dem Utah American Indian Digital Archive töteten sie etwa 350 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder.[16] Die Northwestern Band of Shoshone ist seit 1987 als eigene Nation anerkannt und hat heute Land bei Washakie in Utah.[16] Die Shoshone-Bannock Tribes in Idaho, eine andere Shoshone-Nation, nennen ihre Leute auf der eigenen Startseite "Newe".[21]
Der Mormon Pioneer National Historic Trail heute
Am 10. November 1978 machte der Kongress den Weg mit Public Law 95-625 zum Mormon Pioneer National Historic Trail.[6] Ihn verwaltet der National Park Service, den Boden besitzen öffentliche, private, gemeinnützige und staatliche Eigentümer; der NPS selbst hat dort kein Land.[3] Einen durchgehend markierten Wanderweg gibt es nicht. Teile lassen sich auf öffentlichem Land begehen, andere auf der Auto Tour Route nachfahren.[3] In Iowa erinnern die Stätten Garden Grove und Mount Pisgah an die Lager von 1846.[8] Unterhalb des Donner Hill in Salt Lake City erinnert der This Is the Place Heritage Park an die Ankunft der Pioniere im Juli 1847.[10] Wichtigster Partner des Trails ist die Mormon Trails Association, dazu kommt die Iowa Mormon Trails Association.[3]
Vorsicht
Viele Abschnitte des Mormon Trail liegen auf Privatland, Militärgelände oder in Reservaten. Ohne Markierung gibt es dort keinen öffentlichen Zugang; wer sie betreten will, braucht die Erlaubnis der Eigentümer.[3]
Zeitleiste
- 27.06.1844Eine Menge ermordet Joseph Smith und seinen Bruder Hyrum im Gefängnis von Carthage, Illinois.[1]
- 04.02.1846Die ersten Wagen der Mormonen setzen bei Nauvoo über den Mississippi.[1]
- 01.03.1846Etwa 500 Wagen brechen vom Sugar Creek nach Nordwesten durch Iowa auf.[1]
- 14.06.1846Die Wagen erreichen den Missouri bei Council Bluffs; am Westufer entsteht Winter Quarters.[4]
- 16.07.1846Etwa 543 Männer lassen sich für das Mormonenbataillon anwerben.[12] Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
- 05.04.1847Der erste Wagenzug der Vorhut verlässt Winter Quarters.[5]
- 24.07.1847Brigham Young erreicht das Tal des Großen Salzsees.[5]
- 1848Veteranen des Mormonenbataillons öffnen den Wagenweg über den Carson Pass.[14] California Trail
- 1850Der Kongress schafft das Utah-Territorium.[10]
- 29.10.1855Brigham Young kündigt die Reise mit Handkarren an.[11]
- 1856In den Handkarren-Kompanien Willie und Martin sterben im Schnee etwa 200 Menschen.[11]
- Juli 1857Die ersten Bundestruppen verlassen Fort Leavenworth in Richtung Utah; Beginn des Utah-Kriegs.[20]
- 1868Die Eisenbahn erreicht Utah; bis dahin sind fast 70.000 Mormonen dem Trail gefolgt.[5] Die erste transkontinentale Eisenbahn
- Januar 1896Utah wird der 45. Bundesstaat.[10]
- 10.11.1978Public Law 95-625 macht den Weg zum Mormon Pioneer National Historic Trail.[6]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Brigham Young rief beim ersten Blick auf das Tal: "This is the place."
Mythos und Wahrheit
Mythos
Auf dem Mormon Trail zogen nur Mormonen.
Was belegt ist
Ab Fort Laramie folgte die Vorhut von 1847 dem Oregon Trail, und ihr Weg am Nordufer der Platte wurde laut National Park Service binnen weniger Jahre auch der bevorzugte Weg anderer Auswanderer. Im Goldrausch kamen 1849 und 1850 zusammen rund 25.000 Goldsucher durch Salt Lake City.[5, 10]
Der Mormon Trail im Film
Im Film
SerieAmerican Primeval
Häufige Fragen
Wie lang war der Mormon Trail?
Das Gesetz von 1978 nennt rund 1.300 Meilen von Nauvoo in Illinois bis Salt Lake City, etwa 2.100 Kilometer. Die Seite des National Park Service mit häufigen Fragen nennt etwa 1.400 Meilen.
Wann kamen die Mormonen nach Utah?
Die ersten Kundschafter blickten am 21. Juli 1847 ins Tal des Großen Salzsees, nach einem Reiseführer des National Park Service kamen die ersten Wagen am 23. Juli an. Brigham Young erreichte das Tal am 24. Juli 1847; der Tag ist in Utah als Pioneer Day ein Feiertag.
Wie viele Mormonen zogen nach Utah?
Von 1847 bis 1868 folgten laut National Park Service fast 70.000 Mormonen dem Trail. Viele kamen aus Europa; der Perpetual Emigrating Fund der Kirche half nach der Utah History Encyclopedia etwa 26.000 Auswanderern mit Darlehen.
Warum verließen die Mormonen Nauvoo?
Nach dem Mord an Joseph Smith und seinem Bruder Hyrum am 27. Juni 1844 griffen Vigilanten Farmen der Mormonen an. Brigham Young plante den Auszug von etwa 15.000 Gläubigen in das Große Becken, das damals zu Mexiko gehörte; am 4. Februar 1846 setzten die ersten Wagen über den Mississippi.
Was waren die Handkarren-Kompanien?
Von 1856 bis 1860 zogen nach der Utah History Encyclopedia fast 3.000 Mormonen in zehn Kompanien mit Karren nach Utah (der National Park Service nennt mehr als zehn), die sie selbst zogen, weil Wagen und Ochsen zu teuer waren. Die meisten kamen sicher an; in den Kompanien Willie und Martin starben 1856 im Schnee etwa 200 Menschen.
Was tat die Miliz der Mormonen im Utah-Krieg?
Als 1857 Bundestruppen nach Utah marschierten, bot Brigham Young seine Miliz auf. Sie befestigte den Weg durch die Wasatch Mountains und überfiel Viehherden und Versorgungszüge der Armee. Zu einem offenen Krieg kam es nicht; Young nahm eine Begnadigung des Präsidenten an.
Quellen
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Mormon Pioneer National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mormon Pioneer National Historic Trail (Startseite). National Park Service. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Mormon Pioneer National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The 1846 Trek. National Park Service, Mormon Pioneer National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The 1847 Trek. National Park Service, Mormon Pioneer National Historic Trail. Stand 23. April 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag 16 U.S. Code § 1244 (a)(4), Mormon Pioneer National Historic Trail, eingefügt durch Public Law 95-625 vom 10. November 1978. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle National Historic Trails. National Park Service, National Trails System. Stand 11. März 2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle National Historic Trails Auto Tour Route Interpretive Guide: Illinois and Iowa on the Mormon Pioneer Trail. National Park Service, National Trails. Stand April 2007, dritter Druck Mai 2020. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle National Historic Trails Auto Tour Route Interpretive Guide: Nebraska and Northeastern Colorado. National Park Service, National Trails System. Stand August 2006. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle National Historic Trails Auto Tour Route Interpretive Guide: Utah, Crossroads of the West. National Park Service, National Trails System. Stand September 2010. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk William G. Hartley: Handcart Companies. Utah History Encyclopedia. Utah Department of Cultural and Community Engagement, Utah History to Go. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Susan Easton Black: Mormon Battalion. Utah History Encyclopedia. Utah Department of Cultural and Community Engagement, Utah History to Go. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Richard L. Jensen: Perpetual Emigrating Fund Company. Utah History Encyclopedia. Utah Department of Cultural and Community Engagement, Utah History to Go. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle California National Historic Trail: Official Map and Guide (Large Print). National Park Service, Bureau of Land Management und Forest Service. Stand Rev. 29. November 2012. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv History: The Northern Utes. Utah American Indian Digital Archive, American West Center und J. Willard Marriott Library, University of Utah. Stand 2008. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv History: The Northwestern Band of Shoshone. Utah American Indian Digital Archive, American West Center und J. Willard Marriott Library, University of Utah. Stand 2008. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Utah (Salt Lake City city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Illinois (Nauvoo city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Nebraska (Omaha city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Rebecca Hein: The Utah War in Wyoming. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 4. Dezember 2017. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Shoshone-Bannock Tribes, Fort Hall Reservation (Startseite). Shoshone-Bannock Tribes. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Startseite, deutsch). Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Wagons on the Emigrant Trails. National Park Service, Oregon, California und Mormon Pioneer National Historic Trails, Scotts Bluff National Monument. Stand 09.11.2021. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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GeschichteMountain-Meadows-Massaker 1857Im September 1857 töteten Milizionäre in Utah schätzungsweise 100 bis 150 Auswanderer aus Arkansas.
GeschichteTrails des Wilden WestensAuf den Trails des Wilden Westens zogen Siedler, Händler, Postreiter und Rinderherden.