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Der Geistertanz
Kurz erklärt Der Geistertanz (Ghost Dance) war eine religiöse Bewegung, die von Propheten der Northern Paiute in Nevada ausging, zuerst um 1869 und ab 1889 durch Wovoka. Die Lehre versprach die Rückkehr der Toten und der Bisons und ein Verschwinden der Weißen und verlangte ein friedliches Leben. 1890 tanzten auch viele Lakota; Behörden und Siedler sahen darin eine Kriegsgefahr, und die Krise endete am 29. Dezember 1890 im Massaker von Wounded Knee.

Der Geistertanz (englisch Ghost Dance) war eine religiöse Bewegung im Westen der USA. Sie ging von Propheten der Northern Paiute im Westen Nevadas aus, die die baldige Rückkehr der Toten verkündeten, das Verschwinden der Weißen und die Rückkehr des Landes, der Bisons und der alten Lebensweise.[6] Britannica unterscheidet zwei Bewegungen: eine erste ab 1869 und eine zweite, die der Prophet Wovoka 1889 begründete.[6] Die zweite erreichte 1890 die Lakota in South Dakota und endete dort mit dem Massaker von Wounded Knee.[1, 6]
Wie entstand der Geistertanz?
Die erste Bewegung begann laut Britannica 1869 am Walker Lake in Nevada mit dem Propheten Wodziwob, der um 1872 starb; im Britannica-Artikel zum Great Basin steht für die Bewegung unter Wodziwob 1870[17]; ein Merkmal war ein Tanz, bei dem Männer und Frauen sich an den Händen hielten und seitwärts im Kreis gingen. Von 1871 bis 1873 breitete sie sich nach Kalifornien und Oregon aus und verlor sich dann.[6] Die Library of Congress nennt ebenfalls Wodziwob und verweist auf die Jahre davor, in denen viele Menschen an Krankheiten aus Europa gestorben waren; auch eine Typhus-Epidemie von 1867 könne die Bewegung beeinflusst haben.[5] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt dagegen Tävibo, einen Northern Paiute, als ersten Propheten des Geistertanzes, 1869 oder 1870.[1] Britannica nennt Tavibo den Vater Wovokas, der Wodziwob geholfen habe.[6]
Die Lehre der ersten Bewegung wandelte sich laut Library of Congress: Zuerst sah Wodziwob eine Katastrophe, die alle Europäer fortnehmen sollte, später ein ewiges und friedliches Leben für alle, die seinen Lehren folgten.[5] Als sich die Vorhersagen nicht erfüllten, ließ die Bewegung nach.[1]
Wer war Wovoka?
Der Name Wovoka bedeutet laut Britannica "der Schneidende"; schon als Jugendlicher arbeitete er für den Farmer David Wilson und nahm dessen Familiennamen an, wenn er unter Weißen war.[7] Der Ethnologe James Mooney traf ihn in der Neujahrsnacht 1892 im Mason Valley in Nevada. Wovoka sagte ihm, er sei etwa 35 Jahre alt; sein Vater sei Tävibo gewesen, nach dessen Tod habe ihn die Familie Wilson aufgenommen, die ihm den Namen Jack Wilson gab. Nach Mooney hatte er das Mason Valley nie verlassen und sprach nur Paiute und etwas Englisch.[2] Britannica gibt als Geburtsjahr 1858 mit Fragezeichen an, im Artikel zum Geistertanz um 1856; Wovoka starb im Oktober 1932 in der Walker River Indian Reservation in Nevada.[6, 7] Die Yerington Paiute Tribe in Nevada, nach eigener Darstellung der Geburtsort Wovokas, nennt sich auf ihrer Website Taboosi Tukadu Numu, auf Englisch Nut Grass Eater People.[15]

Seine große Offenbarung hatte Wovoka nach eigener Aussage, als "die Sonne starb", also bei einer Sonnenfinsternis. Mooney prüfte die Finsternisse jener Jahre und fand, dass die vom 1. Januar 1889 am besten zu Wovokas Angaben passte.[2] Britannica und die Library of Congress nennen dieses Datum, die Dokumentation zum National Historic Landmark Wounded Knee von 1990 (im Folgenden die Nominierung) spricht von einer Vision im Januar 1889.[3, 5, 6] Wovoka erzählte Mooney, er sei in die andere Welt gebracht worden und habe dort Gott und die längst Verstorbenen gesehen, glücklich und für immer jung. Gott habe ihm aufgetragen, seinem Volk zu sagen, es solle gut sein, einander lieben, nicht streiten, in Frieden mit den Weißen leben, arbeiten, nicht lügen und nicht stehlen; dann werde es mit den Toten wieder vereint. Dazu habe er den Tanz erhalten, den er seinem Volk bringen sollte.[2]
Nach Britannica sagte Wovoka 1889 voraus, dass in zwei Jahren die Vorfahren auferstehen, die Bisons die Plains wieder füllen und die weißen Kolonisten verschwinden würden; die Menschen sollten friedlich bleiben und den Tanz ausführen.[7] Mooney schreibt, Wovoka erhebe keinen Anspruch darauf, Christus zu sein; er halte sich für einen Propheten, der eine göttliche Offenbarung erhalten habe. Seine Religion sei nach Wovokas Worten eine des allgemeinen Friedens.[2] Britannica sieht Einflüsse der Presbyterianer, auf deren Farm er arbeitete, der Mormonen und der Indian Shaker Church, vor allem des Glaubens an ein nahes Ende der Zeiten.[6]
Wie verbreitete sich der Geistertanz?
Die Weißen nahmen Wovoka laut der Nominierung fast zwei Jahre lang kaum wahr, doch seine Botschaft verbreitete sich unter den Nationen mündlich, in Briefen und durch Abordnungen, die unter anderen Arapaho, Caddo, Cheyenne, Shoshone und Ute nach Nevada schickten.[3] Mooney hob die Rolle früherer Schüler staatlicher Schulen im Osten hervor: Sie schrieben die Briefe zwischen den Agencies, übersetzten für die Abordnungen und übernahmen teils die Leitung des Tanzes.[2] Eine Abordnung von etwa zwölf Cheyenne und Arapaho tanzte nach Wovokas Worten im Sommer vor Mooneys Besuch mit seinen Leuten.[2]
Die zweite Bewegung reichte laut Britannica bis an den Missouri, an die kanadische Grenze, an die Sierra Nevada und in den Norden von Texas.[6] Mooney schätzte, dass 30 bis 35 Nationen mit zusammen etwa 60.000 Menschen mehr oder weniger beteiligt waren. Fast geschlossen folgten ihr Paiute, Shoshone, Arapaho, Cheyenne, Caddo und Pawnee, bei den Comanche nur eine kleine Minderheit; Navajo, die Pueblos außer Taos und die Nationen am Columbia River nahmen sie nicht an. Von den etwa 26.000 Menschen, die Mooney als "Sioux" zählt, machte etwa die Hälfte aktiv mit.[2] Die Encyclopedia of the Great Plains schreibt, dass Nationen, die schon der ersten Bewegung gefolgt waren, Wovokas Fassung eher ablehnten.[1]
Der Tanz beruhte laut Library of Congress auf dem Rundtanz, den viele Nationen als geselligen Tanz und bei der Heilung kennen; die Einzelheiten unterschieden sich von Nation zu Nation. Die Lieder übernahmen eine Form der Paiute, bei der jede Zeile zweimal gesungen wird, und die Nationen dichteten in dieser Form neue Lieder in ihren eigenen Sprachen.[5] Bei den Paiute hieß der Tanz laut Mooney "Tanz im Kreis". Lakota, Arapaho und die meisten Plains-Nationen nannten ihn Geister- oder Seelentanz, weil sich alles um die Rückkehr der Toten aus der Geisterwelt drehte; unter diesem Namen lernten ihn die Weißen kennen.[2] Der Lakota Leonard Little Finger, ein Nachfahre von Überlebenden von Wounded Knee, sagte 1990 in einem Interview für die Nominierung, das englische Wort sei irreführend:[3]
Es ist kein Geistertanz. Geister gibt es in Comics und in Filmen.
Gemeint sei nach seinen Worten die geistige Verbindung mit der Welt der Geister durch Gebet.[3]
Der Geistertanz bei den Lakota
Laut der Nominierung hatten die Lakota 1889 mehr als neun Millionen Acres (rund 3,6 Millionen Hektar) Land abgegeben; kurz darauf kürzte die Regierung die Rationen, und 1889 und 1890 herrschte auf den High Plains eine schwere Dürre.[3] Der Oglala Black Elk fand laut National Park Service sein Volk bei seiner Rückkehr nach Pine Ridge 1889 hungrig und krank vor.[8] Hunger gilt oft als Hauptursache des Geistertanzes; die Nominierung sieht einen tieferen Grund im Wunsch der Lakota, wieder über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.[3]
Im Herbst 1889 bestimmte laut Mooney ein Rat in Pine Ridge, an dem Red Cloud, Young Man Afraid, Little Wound und American Horse teilnahmen, eine Abordnung: Good Thunder, Flat Iron, Yellow Breast und Broken Arm aus Pine Ridge, Short Bull und ein weiterer Mann aus Rosebud und Kicking Bear von der Cheyenne River Agency.[2] Die Nominierung spricht von einem halben Dutzend Männern, die Pine Ridge verließen, und einer zweiten Abordnung, die im März 1890 als Jünger Wovokas zurückkehrte und zu predigen begann; Agent H. D. Gallagher befahl ihnen sofort, damit aufzuhören.[3] Kicking Bear wurde nach der Nominierung einer der sichtbarsten Anführer der Bewegung.[3]
Die Lakota fügten dem Geistertanz Elemente ihrer eigenen Religion hinzu, sodass er laut der Nominierung Teil ihres Glaubens wurde. Sie trugen besondere Hemden und Kleider, die Geisterhemden.[3] Nach der Encyclopedia of the Great Plains waren es Hemden aus weißem Musselin, mit verschiedenen Zeichen bemalt, die vor Gefahren und auch vor Kugeln schützen sollten.[1] Mooney beschreibt Malereien von Sonne, Mond und Sternen und Adlerfedern am Hemd.[2] Viele Plains-Nationen trugen solche Hemden, doch nur die Lakota glaubten laut der Nominierung, dass sie Kugeln abhielten.[3] Wovoka lehnte gegenüber Mooney jede Verantwortung für das Hemd ab, und in seinem Tal gehörte es nicht zum Tanz. Mooney vermutete, die Idee stamme vom Gewand, das die Mormonen bei der Einweihung erhalten, und sei über die Shoshone und Arapaho zu den Lakota gekommen; Britannica hält eine Anregung durch das Tempelgewand der Mormonen für möglich.[2, 6] Als Anfang 1891 das erste Hemd zu den Cheyenne und Arapaho in Oklahoma kam, beschlossen diese, es nicht zu tragen: Ihr Geistertanz sei eine Lehre des Friedens, die Lakota hätten das Hemd zu einem Mittel des Krieges gemacht.[2]
Im Sommer und Herbst 1890 breitete sich der Geistertanz in den Reservaten Pine Ridge und Rosebud aus. Verlässliche Zahlen gibt es nicht; ein Beobachter schätzte laut der Nominierung, dass 40 Prozent der Menschen in Pine Ridge und 30 Prozent in Rosebud die Bewegung unterstützten.[3] Auch Black Elk nahm am Wounded Knee Creek an einem Geistertanz teil und hatte dabei weitere Visionen.[8]
Warum fürchteten die Behörden den Geistertanz?
Seit 1883 waren laut National Park Service die Religionen und öffentlichen Zeremonien der indigenen Völker verboten; die Chronologie des NPS zum Little Bighorn nennt für die Lakota ein Verbot aller Bräuche und religiösen Handlungen am 10. April 1882. Nach dem Bericht des Commissioner of Indian Affairs billigte der Innenminister die Regeln, die unter anderem den Sonnentanz verboten, am 10. April 1883: Der Tag stimmt mit dem NPS überein, das Jahr nicht.[16] Die Ausbreitung des Geistertanzes beunruhigte die Agents in den Reservaten.[8, 14] Das Bureau of Indian Affairs sah in ihm laut der Nominierung eine Gefahr für seine Pläne, die Lakota anzupassen; die Agents versuchten, jede Verbindung zum Geistertanz zu verbieten, und Siedler verlangten, die Religion zu unterdrücken. Die Angst vor einem Aufstand war nach der Nominierung unbegründet, wuchs aber, als Zeitungen ungeprüfte Berichte über Überfälle druckten.[3] Ab November 1890 meldeten Zeitungen laut Library of Congress massenhafte Geistertänze und sprachen von "religiöser Raserei".[4]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Geistertanz war ein Kriegstanz, mit dem sich die Lakota auf einen Aufstand vorbereiteten.
Daniel F. Royer, ein Arzt aus South Dakota, kam Ende September 1890 als Agent nach Pine Ridge und wollte vor allem den Geistertanz unterdrücken; Ende Oktober verlangte er Soldaten.[3] Am 13. November 1890 ließ Präsident Benjamin Harrison Truppen bereitstellen, am 20. November erreichte General John R. Brooke mit etwa 400 Soldaten die Pine Ridge Agency.[3] Die Anhänger des Tanzes, vielleicht 3.500 Menschen, sammelten sich in den Badlands im Nordwesten des Reservats an einem Ort, der als Stronghold bekannt wurde, vor allem Brulé aus Rosebud und viele Oglala aus Pine Ridge.[3]

Sitting Bull, Big Foot und Wounded Knee
Sitting Bull war nach der Nominierung im Reservat Standing Rock ein Anführer des Geistertanzes geworden.[3] Britannica schreibt, ihm sei befohlen worden, sich von Versammlungen des Geistertanzes fernzuhalten, und er habe erklärt, sich nicht daran zu halten.[13] Am 15. Dezember 1890 wurden laut National Park Service mehr als 40 Lakota-Polizisten zu Sitting Bulls Hütte geschickt, um ihn festzunehmen, weil Agent James McLaughlin ihn für einen Beteiligten der Bewegung hielt; bei der Schießerei vor der Hütte starb Sitting Bull.[9]
Im Reservat Cheyenne River war Big Foot nach der Nominierung zuletzt der einzige Anführer der Geistertänzer. General Nelson A. Miles nannte ihn einen der trotzigsten und bedrohlichsten unter ihnen.[3] Am 29. Dezember 1890 schoss die 7. Kavallerie beim Entwaffnen seiner Gruppe am Wounded Knee Creek auf die Lakota. Die Zahl der Toten geben die Quellen verschieden an: die Encyclopedia of the Great Plains in ihrem Artikel zum Geistertanz mit Big Foot und mindestens 145 Anhängern und Schätzungen bis über 300, die Library of Congress mit geschätzt 200, die Dokumentation zum National Historic Landmark mit mindestens 250, die sie für fast sicher hält, Mooney nach der Library of Congress mit etwa 300 Menschen, die getötet wurden oder später an Wunden und Kälte starben (zum Ablauf siehe Massaker von Wounded Knee).[1, 3, 5, 11]
Danach flohen fast alle Lakota an der Agency nach Norden zum Stronghold. Anfang Januar 1891 überzeugte der Oglala Young Man Afraid of His Horses viele, zurückzukehren; am 15. Januar waren die letzten Geistertänzer an der Pine Ridge Agency, am 16. Januar übergab Kicking Bear sein Gewehr an General Miles, und am 18. Januar erklärte Miles den Feldzug für beendet.[3]
Welche Folgen hatte der Geistertanz?
Laut Encyclopedia of the Great Plains starb der Geistertanz bei den Lakota nach Wounded Knee aus.[1] Mooney schrieb in seinem 1896 erschienenen Bericht, die Lakota hätten ihn wohl schon vor der letzten Übergabe aufgegeben, weil Wounded Knee auch die Gläubigsten überzeugt habe, dass sie weder unverwundbar seien noch übernatürliche Hilfe kommen werde.[2] Ethnohistoriker sehen Wounded Knee laut der Nominierung als Wendepunkt: Der Geistertanz verschwand weitgehend aus dem Blick, und die Nationen fügten sich dem Leben im Reservat.[3] Die Bewegung wurde laut Library of Congress danach bei manchen Nationen weniger beliebt, doch das Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit blieb.[4]
In anderen Nationen ging der Geistertanz weiter. Laut Mooney tanzten die Paiute noch ein Jahr vor der Niederschrift seines Berichts, die Kiowa nahmen den Tanz unter der Führung der Alten wieder auf, und bei Arapaho, Cheyenne, Caddo, Wichita, Pawnee und Oto in Oklahoma war er Teil des Lebens der Nationen geworden. Bei den meisten beteiligten Nationen war die Bewegung nach Mooney dagegen schon erloschen.[2] Das Bureau of Indian Affairs versuchte laut Library of Congress, den Geistertanz zu verbieten, doch er wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert getanzt, und einige Lieder leben in den Überlieferungen bis heute fort.[5] Die Library of Congress nennt Zeitungsberichte von 1910, nach denen Eintrittskarten verkauft wurden, und von 1913, als der Geistertanz auf einer Messe eines Bundesstaates erlaubt wurde.[4] Eine Dakota-Gemeinde in Kanada tanzte ihn laut Encyclopedia of the Great Plains bis in die 1960er Jahre.[1]

In den 1970er Jahren belebte der Oglala Leonard Crow Dog, ein heiliger Mann, der dem American Indian Movement nahestand, den Geistertanz als Teil der Red-Power-Bewegung wieder. Für viele stand der Geistertanz laut Encyclopedia of the Great Plains für Widerstand gegen die Politik der USA gegenüber den indigenen Völkern und für die Bewahrung der eigenen Kultur.[1] Britannica schreibt, einige Native Americans beachteten seine Lehren auch im frühen 21. Jahrhundert, inzwischen eher im Leben Einzelner als in der Gruppe.[7]
Erinnerung heute
Den Stronghold Table im Badlands National Park, nur zu Fuß erreichbar, nennt der National Park Service den Ort des letzten bekannten Geistertanzes, ohne ein Jahr anzugeben. Dass der Tanz in anderen Nationen später weiterging, belegen Mooney und die Library of Congress.[2, 4, 10] Im Sommer 1894 nahm James Mooney Lieder des Geistertanzes in mehreren Sprachen auf; die Library of Congress hält es für wahrscheinlich, dass er sie selbst sang, wie es Ethnologen damals oft taten.[5] Mit seinem Bericht, der 1896 als Teil eines Jahresberichts des Bureau of Ethnology erschien, wollte Mooney laut Library of Congress den falschen Zeitungsberichten entgegentreten; er betonte, dass der Tanz friedlich war.[2, 5]
Mehrere Hemden vom Ort des Massakers von Wounded Knee kamen laut Mooney in das National Museum.[2] Ein Hemd im Kelvingrove Art Gallery and Museum in Glasgow entdeckte 1992 ein Native American bei einem Besuch in Glasgow. Nach jahrelangen Verhandlungen von Marcella LeBeau von der Wounded Knee Survivors Association, Mitglied der Gruppe des Verbands in der Cheyenne River Sioux Reservation, gab das Museum das Hemd 1999 an die Lakota zurück.[12] Charles New Holy, amtierender Leiter der Survivors Association, kritisierte 2022, das Hemd sei an einen Rat der Nation und dann an ein Museum gegangen; der Verband sei übergangen worden, und solche geistlichen Gegenstände gehörten in keine Ausstellung.[12]
Zeitleiste
- 1869Laut Britannica begründet der Prophet Wodziwob am Walker Lake in Nevada die erste Geistertanzbewegung.[6]
- Herbst 1889Ein Rat in Pine Ridge schickt eine Abordnung der Lakota zu Wovoka.[2, 3]
- 01.01.1889Wovoka hat bei einer Sonnenfinsternis seine große Vision (Datum nach Mooney am wahrscheinlichsten).[2, 5, 6]
- März 1890Eine zweite Abordnung kehrt nach Pine Ridge zurück und beginnt den Geistertanz zu predigen.[3]
- November 1890Zeitungen berichten von massenhaften Geistertänzen.[4]
- 13.11.1890Präsident Benjamin Harrison lässt Truppen bereitstellen.[3]
- 20.11.1890General John R. Brooke erreicht mit etwa 400 Soldaten die Pine Ridge Agency.[3] Massaker von Wounded Knee
- 15.12.1890Lakota-Polizisten sollen Sitting Bull festnehmen; er stirbt bei der Schießerei vor seiner Hütte.[9] Sitting Bull
- 29.12.1890Massaker von Wounded Knee an der Gruppe von Big Foot.[1, 11] Massaker von Wounded Knee
- 16.01.1891Kicking Bear übergibt sein Gewehr an General Nelson A. Miles.[3]
- 01.01.1892James Mooney spricht in der Neujahrsnacht im Mason Valley mit Wovoka.[2]
- 1894Mooney nimmt Lieder des Geistertanzes in mehreren Sprachen auf.[5]
- 1896Mooneys Bericht über den Geistertanz erscheint im Jahresbericht des Bureau of Ethnology.[2, 5]
- Oktober 1932Wovoka stirbt in der Walker River Indian Reservation in Nevada.[7]
- 1999Das Kelvingrove Art Gallery and Museum in Glasgow gibt ein Geisterhemd an die Lakota zurück.[12]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Wovoka versprach seinen Anhängern Hemden, die Kugeln abhalten.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Mit dem Massaker von Wounded Knee endete der Geistertanz.
Was belegt ist
Laut Encyclopedia of the Great Plains starb der Tanz bei den Lakota aus. In Oklahoma gehörte er laut Mooney in den 1890er Jahren bei mehreren Nationen zum Leben, die Library of Congress nennt Aufführungen 1910 und 1913, und eine Dakota-Gemeinde in Kanada tanzte ihn bis in die 1960er Jahre.[1, 2, 4]
Der Geistertanz im Film
Im Film
Häufige Fragen
Was ist der Geistertanz?
Eine religiöse Bewegung des späten 19. Jahrhunderts, die von Propheten der Northern Paiute in Nevada ausging. Wer tanzte und nach der Lehre lebte, sollte mit den Toten vereint werden; die Bisons sollten zurückkehren und die Weißen verschwinden. Laut Britannica verbot die Lehre jeden Krieg.
Wer war Wovoka?
Ein Northern Paiute aus dem Mason Valley in Nevada, unter Weißen Jack Wilson genannt. Nach einer Vision, die er mit einer Sonnenfinsternis verband, wohl der vom 1. Januar 1889, lehrte er den Tanz und ein friedliches Leben. Er starb laut Britannica im Oktober 1932 in der Walker River Reservation.
Warum heißt er Geistertanz?
Lakota, Arapaho und die meisten anderen Plains-Nationen nannten ihn laut James Mooney Geister- oder Seelentanz, weil sich alles um die Rückkehr der Toten aus der Geisterwelt drehte. Bei den Paiute hieß er "Tanz im Kreis". Der Lakota Leonard Little Finger erklärte 1990, das Wort Geist führe in die Irre: Gemeint sei die Verbindung mit der Welt der Geister.
Was ist ein Geistertanz-Hemd?
Ein Hemd, das Anhänger des Geistertanzes trugen, bei den Lakota aus weißem Musselin und mit Zeichen bemalt. Laut der Dokumentation zum National Historic Landmark Wounded Knee glaubten nur die Lakota, dass es Kugeln abhält. Wovoka lehnte laut Mooney jede Verantwortung für das Hemd ab.
Was hat der Geistertanz mit Wounded Knee zu tun?
Behörden und Siedler hielten den Geistertanz der Lakota für die Vorbereitung eines Krieges, im November 1890 kam die Armee in die Reservate. Am 15. Dezember wurde Sitting Bull getötet, am 29. Dezember 1890 schoss die 7. Kavallerie am Wounded Knee Creek auf die Gruppe von Big Foot, zuletzt dem einzigen Anführer der Geistertänzer im Reservat Cheyenne River.
Endete der Geistertanz mit Wounded Knee?
Laut Encyclopedia of the Great Plains starb er bei den Lakota aus, bei anderen Nationen hielt er sich. In Oklahoma gehörte er laut Mooney in den 1890er Jahren bei Arapaho, Cheyenne, Caddo, Wichita, Pawnee und Oto zum Leben der Nationen. Eine Dakota-Gemeinde in Kanada tanzte ihn laut Encyclopedia of the Great Plains bis in die 1960er Jahre.
Gibt es den Geistertanz heute noch?
In den 1970er Jahren belebte der Oglala Leonard Crow Dog den Geistertanz als Teil der Red-Power-Bewegung wieder. Britannica schreibt, dass einige Native Americans seine Lehren auch im frühen 21. Jahrhundert beachten.
Quellen
- Nachschlagewerk Todd M. Kerstetter: Ghost Dance. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle James Mooney: The Ghost-Dance Religion and the Sioux Outbreak of 1890, in: Fourteenth Annual Report of the Bureau of Ethnology 1892-93, Teil 2, Washington, Government Printing Office (Digitalisat im Internet Archive). Bureau of Ethnology, Smithsonian Institution. Stand 1896. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Wounded Knee National Historic Landmark. National Register of Historic Places Registration Form, verfasst von Richard E. Jensen und Eli Paul, Nebraska Historical Society. National Park Service, U.S. Department of the Interior. Stand 06.12.1990. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Ghost Dance Movement: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Stephanie Hall: James Mooney Recordings of American Indian Ghost Dance Songs, 1894. Library of Congress, American Folklife Center (Blog Folklife Today). Stand 17.11.2017. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Ghost Dance. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Wovoka. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Sitting Bull. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Stronghold Table. National Park Service, Badlands National Park. Stand 16.12.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Wounded Knee Massacre: Topics in Chronicling America. Library of Congress, Research Guides. Stand 12.06.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Presse David Kindy: Native Americans Urge Scottish Museum to Return Artifacts From Wounded Knee Massacre. Smithsonian Magazine. Stand 24.02.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Oceti Sakowin, Abschnitt The Battle of the Little Bighorn and the cessation of war. Encyclopaedia Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle A Chronology of the Battle of the Little Bighorn and Aftermath. National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 03.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Primärquelle Report of the Commissioner of Indian Affairs 1883, S. 10 bis 11 (Auszug, H.Ex.Doc. 1, Pt. 5, Vol. 2, Serial Set 2191). Government Printing Office; Abschrift University of Idaho Library. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Great Basin Indian: Religion and ritual. Encyclopaedia Britannica, Catherine S. Fowler und Don D. Fowler. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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