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Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer

Kurz erklärt Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied (1782 bis 1867) war ein Naturforscher aus Neuwied, Karl Bodmer (1809 bis 1893) ein Maler aus Zürich. Von 1832 bis 1834 reisten sie gemeinsam an den oberen Missouri und verbrachten den Winter 1833/34 in Fort Clark bei den Mandan und Hidatsa. Maximilians Reisebericht erschien 1839 bis 1841 mit 81 Tafeln nach Bodmers Aquarellen.

Breiter Fluss zwischen hellen, verwitterten Sandsteinfelsen und grasbewachsenen Hügeln im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Wer waren Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer?

Prinz Maximilian Alexander Philipp zu Wied-Neuwied war ein deutscher Naturforscher und Forschungsreisender, der 1832 bis 1834 durch die USA reiste. Bekannt wurde er durch seine Studien über die Völker der nördlichen Plains, vor allem über die Mandan und Hidatsa.[1] Mit ihm reiste der Schweizer Maler Karl Bodmer. Nach der Encyclopedia of the Great Plains malte Bodmer unterwegs Bildnisse von Omaha, Dakota, Assiniboine, Atsina, Mandan, Hidatsa und Blackfeet, dazu Dorfszenen, Zeremonien und viele Landschaften.[2] Die National Archives nennen die Expedition die erste wissenschaftliche Erkundung des oberen Missouri seit Lewis und Clark, die fast dreißig Jahre zuvor dort gewesen waren.[8]

Maximilian: Naturforscher aus Neuwied

Maximilian kam am 23. September 1782 in Neuwied am Rhein als achtes Kind von Friedrich Carl zu Wied-Neuwied zur Welt.[1, 3] Geprägt haben ihn vor allem Johann Friedrich Blumenbach, bei dem er 1811 und 1812 in Göttingen studierte, und Alexander von Humboldt, den er 1814 in Paris kennenlernte.[1] Er war auch preußischer Offizier. Nach der Allgemeinen Deutschen Biographie kämpfte er 1806 bei Jena und geriet bei Prenzlau in Gefangenschaft; 1813 trat er wieder in die Armee ein und zog als Major mit bis nach Paris.[3] Von 1815 bis 1817 reiste er durch den Südosten Brasiliens und erforschte Pflanzen, Tiere und indigene Völker wie die Botocudo, Purí und Pataxó. Sein Bericht darüber erschien 1820 und 1821 in zwei Bänden.[1]

Karl Bodmer: Zeichner aus Zürich

Karl Bodmer wurde am 11. Februar 1809 in Zürich geboren. Ausgebildet hat ihn sein Onkel, der Landschaftsmaler Johann Jakob Meyer.[2, 4] Um 1829 ging er mit seinem Bruder Rudolf nach Koblenz, wo der Verleger Jakob Hölscher 1831 seine Ansichten von Rhein und Mosel herausgab.[4] 1832 lernte er Maximilian kennen, der einen Zeichner für Nordamerika suchte.[4, 12] Das Historische Lexikon der Schweiz schreibt, der Prinz sei von Bodmers Talent für genaues Zeichnen überzeugt gewesen. Als Porträtmaler war Bodmer nach der Encyclopedia of the Great Plains nicht ausgebildet.[2, 4] Dritter Reisender war Maximilians Jäger Dreidoppel, der den Prinzen schon nach Brasilien begleitet hatte.[5]

Wie verlief die Reise von 1832 bis 1834?

Am 17. Mai 1832 gingen die drei in Helvoetsluys an Bord eines amerikanischen Schiffs und landeten am 4. Juli in Boston, am Jahrestag der Unabhängigkeit.[3, 5] Über New York und Philadelphia reisten sie nach Pennsylvania, wo Maximilian die Niederlassung der Mährischen Brüder in Bethlehem besuchte. Den Weg über die Großen Seen versperrte die Cholera in Detroit und Buffalo.[3, 5] Den Winter 1832/33 verbrachten sie in New Harmony am Wabash River in Indiana, wo die Naturforscher Thomas Say und Charles Alexandre Lesueur lebten. Nach der Encyclopedia of the Great Plains musste Maximilian wegen einer schweren, choleraähnlichen Krankheit dort bleiben.[1, 5] Bodmer fuhr in diesen Monaten nach New Orleans und war rechtzeitig zurück, als die Gruppe am 16. März 1833 nach St. Louis aufbrach.[5]

In St. Louis lernten sie den Entdecker William Clark kennen, der inzwischen im Ruhestand lebte.[12] Im April 1833 fuhren sie auf der Yellow-Stone, einem Dampfschiff der American Fur Company, den Missouri hinauf. An den Handelsposten der Kompanie gingen sie an Land und trafen indigene Menschen (mehr zu den Posten auf der Seite über den Pelzhandel).[12] Nach der Allgemeinen Deutschen Biographie erreichten sie Fort Pierre am 30. Mai und Fort Union am 24. Juni 1833.[3] Fort Clark erreichte das Dampfschiff nach Maximilians Bericht am 18. Juni; die Allgemeine Deutsche Biographie nennt den 16. Juni.[3, 5] Bei den Dörfern der Mandan und Hidatsa blieb Maximilian auf der Hinfahrt nur ein oder zwei Tage.[9] Von Fort Union ging es mit einem Kielboot weiter bis Fort McKenzie an der Mündung des Marias River im heutigen Montana, dem westlichsten Punkt der Reise. Dort kamen sie im August 1833 an.[1, 2, 12]

Etwa fünf Wochen forschte Maximilian bei Fort McKenzie.[1] Am Morgen des 28. August 1833 überfielen nach seinem Bericht etwa 600 Assiniboine und Cree ein Lager von 18 bis 20 Zelten der Blackfoot neben dem Fort; die Männer des Postens schossen von den Dächern zurück.[6] Feindseligkeiten und Kämpfe in der Gegend machten Maximilians Plan zunichte, über den Winter in die Rocky Mountains zu ziehen. Im September kehrten Prinz und Maler um.[1, 2, 3]

Hölzernes Kielboot mit Mast und Ruderbänken am Ufer eines breiten Flusses, dahinter erodierte Lehmsteilufer und Pappeln im Herbstlaub, warmes Nachmittagslicht
Kielboot am oberen Missouri. Mit einem solchen Boot fuhren Maximilian und Bodmer 1833 bis Fort McKenzie und zurück. Bild: KI-generiert

Der Winter in Fort Clark bei den Mandan und Hidatsa

Am 8. November 1833 erreichte das Boot nach dem Mandan-Dorf Mih-Tutta-Hang-Kush den Posten Fort Clark, wo sie Kipp, der Leiter des Postens der Pelzkompanie, empfing.[3, 6] Die American Fur Company baute dem Prinzen ein eigenes Haus.[9] Sie blieben bis zum 18. April 1834; die Allgemeine Deutsche Biographie nennt den 14. April.[3, 7]

Nach der Encyclopedia of the Great Plains waren diese Monate künstlerisch und wissenschaftlich der ergiebigste Teil der Reise. Maximilian untersuchte gründlich die Mandan und Hidatsa und weniger ausführlich die benachbarten Arikara.[1, 2] Annika Johnson, 2021 Associate Curator für Native American Art am Joslyn Art Museum, erklärt Bodmers gute Beziehungen zu den Mandan-Anführern Sih-Chidä und Mató-Tópe mit der langen Zeit am Ort. Es war Winter, die Zeit des Erzählens, in der die Menschen in ihren Dörfern blieben. Bodmer malte Mató-Tópe zweimal, und Mató-Tópe schenkte ihm eine Robe, auf die seine Kriegstaten gemalt waren. Sih-Chidä kam ständig in Bodmers Behelfsatelier im Fort, die beiden tauschten viele Zeichnungen, und die Zeichnungen von Sih-Chidä gehören heute zur Sammlung des Joslyn.[13]

Der Winter war hart. Öffnete jemand die Tür, froren Bodmers Farben und Stifte, sodass er sie nur mit heißem Wasser benutzen konnte, und auch die Tinte gefror.[7] Einmal verirrte sich Bodmer für einige Stunden in der Prärie bei Fort Clark.[5, 12] Maximilian erkrankte gegen Ende des Winters an Skorbut und galt Anfang April 1834 als verloren. Der Koch des Forts erkannte die Krankheit, und indigene Kinder brachten ihm die kleine wilde Zwiebel Allium reticulatum aus der Prärie; danach ging es ihm schnell besser.[7, 9]

Maximilian schrieb über Aussehen, Bräuche, Sprachen und Kultur der Menschen, die er traf, auch über die Okipa, eine der wichtigsten Zeremonien der Mandan.[1] Die Encyclopedia of the Great Plains beschreibt die Okipa als stärkste religiöse Zeremonie der Mandan: vier Tage lang, jeden Sommer, mit der Geschichte von der Erschaffung der Erde und aller Lebewesen.[15]

Zugefrorener Missouri im Winter mit verschneiten Steilufern und einem Wäldchen kahler Pappeln am Ufer, tief stehende Wintersonne und lange blaue Schatten, dahinter weite Prärie
Der Missouri im Winter. Den Winter 1833/34 verbrachten Maximilian und Bodmer in Fort Clark. Bild: KI-generiert

Die Sicht der MHA Nation

Mandan, Hidatsa und Arikara bilden heute gemeinsam die Mandan, Hidatsa and Arikara Nation, auch Three Affiliated Tribes genannt; die Arikara heißen bei der Nation Sahnish.[10, 11] Die Nation lebt im Fort Berthold Indian Reservation am Missouri in North Dakota und hatte am 20. August 2026 17.825 eingeschriebene Mitglieder.[11] Auf ihrer Geschichtsseite schreibt sie, Maximilian, der den Winter 1833/34 bei den Mandan verbrachte, könne unter Verweis auf Will und Spinden als die beste unter den verschiedenen Autoritäten gelten. Mehrfach gibt sie wieder, was die Mandan ihm über ihre Herkunft und ihre früheren Dörfer erzählten.[10]

Wenige Jahre nach dem Besuch kamen die Pocken. Nach der Geschichtsseite der Nation überlebten die Epidemie von 1837 nur 125 Mandan; die Sahnish verloren 1836 und 1837 in ihrem Dorf unterhalb des Knife River bei Fort Clark ebenfalls viele Menschen.[10] Der Herausgeber Reuben Gold Thwaites schrieb 1906, Maximilians Beobachtungen seien umso wertvoller, weil sie in der Blütezeit der Mandan vor der Epidemie entstanden.[5] Annika Johnson sagt, über Bodmer und Maximilian lasse sich heute nicht mehr sprechen, ohne die Kolonisierung indigener Heimatländer und ihre Folgen bis heute zu nennen.[13]

Rückkehr und Reisewerk

Von Fort Clark fuhren sie im Boot flussabwärts und erreichten St. Louis nach der Allgemeinen Deutschen Biographie am 27. Mai 1834. Über die Großen Seen ging es nach New York, wo sie sich am 16. Juli 1834 nach Le Havre einschifften; dort kamen sie am 8. August an.[3, 12] Ein großer Teil von Maximilians Sammlungen erreichte Europa nie, denn er verbrannte im Sommer 1834 mit dem Dampfer Assiniboine der Pelzkompanie auf dem Missouri.[3, 6]

Der Bericht erschien zuerst auf Deutsch als "Reise in das Innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834" (Koblenz, 1839 bis 1841) in zwei Bänden mit einem Atlas, 1840 bis 1843 auf Französisch in Paris und 1843 auf Englisch in London.[5] Der Atlas enthielt 81 handkolorierte Aquatinten nach Bodmers Aquarellen.[2] Aquatinta ist ein Ätzverfahren, dessen Drucke wie getuschte Zeichnungen oder Aquarelle wirken.[12] An den Tafeln arbeiteten von 1834 bis 1843 viele Stecher und Drucker mit Bodmer; es entstanden fünf Ausgaben, farbig oder unkoloriert und mit deutschen, französischen oder englischen Titeln.[12] Die deutsche Ausgabe enthielt außerdem Wortlisten von 23 indigenen Sprachen, die keine Übersetzung übernahm, bis Thwaites sie 1906 abdruckte.[5] Das Werk verkaufte sich schlecht. Bodmer sah seine Mitarbeit später nach der Encyclopedia of the Great Plains als unwiederbringlichen Verlust für seine Laufbahn.[2]

Wie Maximilian die Lage der indigenen Menschen im Osten der USA sah, zeigt eine Stelle aus Philadelphia im Sommer 1832. Er hatte in den Buchläden vergeblich nach guten Darstellungen gesucht und schrieb:[5]

Es ist unglaublich, wie sehr die amerikanische Urbevölkerung von den fremden Usurpatoren gehasst und vernachlässigt wird.

Maximilian zu Wied über seinen Aufenthalt in Philadelphia 1832, Travels in the Interior of North America, Kapitel II (London 1843; Early Western Travels, Bd. 22, 1906) Übersetzung der Redaktion[5]

Wo sind Bodmers Aquarelle heute?

Nach Maximilians Tod verschwanden seine Tagebücher und Notizbücher und Bodmers fast 400 Aquarelle und Skizzen im Archiv der Familie Wied. Wiederentdeckt wurden sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg.[2] 1959 kaufte die New Yorker Kunsthandlung M. Knoedler and Company die Druckplatten, die Tagebücher und die Notizen und lieh sie 1961 für eine Ausstellung dem Joslyn Art Museum in Omaha.[12] 1962 erwarb die Northern Natural Gas Company aus Omaha die Sammlung, die schon als Dauerleihgabe im Joslyn lag; nach der Encyclopedia of the Great Plains schenkte ihre Nachfolgerin, die Enron Corporation, sie dem Museum 1986; die National Agricultural Library nennt die Northern Natural Gas Company als Schenkerin.[2, 12] Das Museum war am 29. November 1931 als Joslyn Memorial eröffnet worden und tritt heute als The Joslyn auf.[14]

Die Tagebücher erscheinen in einer neu übersetzten, kommentierten englischen Ausgabe, "The North American Journals of Prince Maximilian of Wied", die auf der Maximilian-Bodmer-Sammlung des Joslyn beruht; die National Archives führen sie im Katalog der Editionsprojekte ihrer Kommission NHPRC.[8] 2021 zeigte das Metropolitan Museum of Art in New York die Ausstellung "Karl Bodmer: North American Portraits" mit 35 Bildnissen, die vom 2. Oktober 2021 bis zum 2. Januar 2022 auch im Joslyn zu sehen war. Für die Wandtexte luden die Kuratorinnen indigene Wissenschaftler, Künstler und Älteste ein.[13]

Zeitleiste

Zeitleiste: Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer
  1. 23.09.1782Maximilian zu Wied-Neuwied kommt in Neuwied zur Welt.[1, 3]
  2. 11.02.1809Karl Bodmer kommt in Zürich zur Welt.[2, 4]
  3. 1815Maximilian bricht zu seiner Forschungsreise nach Brasilien auf, die bis 1817 dauert.[1]
  4. 17.05.1832Maximilian, Bodmer und der Jäger Dreidoppel schiffen sich in Helvoetsluys nach Nordamerika ein.[3, 5]
  5. 04.07.1832Ankunft in Boston.[3, 12]
  6. 16.03.1833Aufbruch aus New Harmony in Indiana in Richtung St. Louis.[5]
  7. April 1833Fahrt auf dem Dampfschiff Yellow-Stone der American Fur Company den Missouri hinauf.[12]
  8. August 1833Ankunft in Fort McKenzie, dem westlichsten Punkt der Reise.[1, 2]
  9. 28.08.1833Etwa 600 Assiniboine und Cree überfallen ein Lager der Blackfoot vor Fort McKenzie.[6] Blackfoot
  10. 08.11.1833Ankunft in Fort Clark beim Mandan-Dorf Mih-Tutta-Hang-Kush; hier verbringen beide den Winter.[6] Mandan
  11. 18.04.1834Abfahrt von Fort Clark flussabwärts in Richtung St. Louis.[7]
  12. 16.07.1834Abfahrt von New York nach Le Havre.[3, 12]
  13. 1839Der erste Teil der "Reise in das Innere Nord-America" erscheint in Koblenz; das Werk ist 1841 vollständig.[5]
  14. 1843Die englische Ausgabe erscheint in London.[5]
  15. 1849Bodmer lässt sich in Barbizon nieder (so das Historische Lexikon der Schweiz; die Encyclopedia of the Great Plains nennt die 1850er Jahre).[2, 4]
  16. 03.02.1867Maximilian stirbt in Neuwied.[1, 3]
  17. 30.10.1893Karl Bodmer stirbt in Paris.[2, 4]
  18. 1962Die Northern Natural Gas Company aus Omaha kauft die Maximilian-Bodmer-Sammlung.[2]
  19. 1986Die Sammlung geht als Schenkung an das Joslyn Art Museum in Omaha.[2, 12]

Was ist Legende, was ist belegt?

Nach der Encyclopedia of the Great Plains stärkten Maximilians Reiseberichte auch das romantische Bild vom "edlen Wilden", eine erfundene Vorstellung, die Gebildete in Europa seit der späten Renaissance beschäftigte.[1] Die North Dakota Studies der State Historical Society of North Dakota urteilen, Maximilian sei den Menschen der nördlichen Plains mit viel weniger Vorurteilen begegnet als die meisten amerikanischen Entdecker.[9] Die Autorin Elizabeth Pochoda schreibt in The Magazine Antiques, günstige Ausgaben des Reisewerks seien weit verbreitet gewesen, und Karl May habe darin viele Anregungen für Winnetou und Old Shatterhand gefunden.[13]

Bodmer und George Catlin malten zur gleichen Zeit dieselben Nationen. William J. Orr hält Bodmer in der Encyclopedia of the Great Plains für den weit besseren Künstler, auch wenn Catlin bekannter ist.[2] Johnson fasst den Unterschied so: Catlin ging es um Menge, Bodmer um Qualität; Catlin malte oft schnell, Bodmer arbeitete an einem Bildnis oft mehrere Tage.[13]

Wann starben Maximilian zu Wied und Karl Bodmer?

Maximilian reiste nach 1834 nicht mehr nach Übersee. In Neuwied ordnete er seine Sammlungen, nach der Allgemeinen Deutschen Biographie mit 400 Arten von Säugetieren, 1.600 Vögeln, 400 Reptilien und Amphibien und 500 Fischen; seine letzte größere Arbeit, ein Verzeichnis der Reptilien seiner Nordamerikareise, erschien 1865.[3] Bodmer lieferte dafür sieben handkolorierte Radierungen.[4] Wenige Monate vor seinem Tod schrieb Maximilian an George Catlin, dessen Bericht über die religiösen Zeremonien der Mandan viele angezweifelt hatten, und erinnerte sich an seinen Aufenthalt am Missouri vor 33 Jahren.[5] Er starb am 3. Februar 1867 in Neuwied.[1, 3] Pflanzen und Tiere tragen seinen Namen, etwa die Sonnenblume Helianthus maximiliani.[1]

Bodmer zog 1836 nach Paris und zeigte seine Bilder aus Amerika in der königlichen Akademie; 1843 wurde er Franzose.[4] Nach dem Historischen Lexikon der Schweiz ließ er sich 1849 mit Théodore Rousseau und Jean-François Millet in Barbizon nieder und begann mit der Ölmalerei; die Encyclopedia of the Great Plains nennt die 1850er Jahre.[2] Auf dem Pariser Salon stellte er Waldlandschaften und Tierbilder aus, und von 1860 bis 1880 arbeitete er für Zeitschriften wie "Le Magasin pittoresque" und "Le Monde illustré".[4] Laut Historischem Lexikon der Schweiz wurde er 1877 Ritter der Ehrenlegion; Thwaites nennt 1876.[4, 5] Seine letzten Jahre verbrachte er nach der Encyclopedia of the Great Plains in großer Armut und entfremdet von seiner Familie. Er starb am 30. Oktober 1893 in Paris.[2, 4]

Grober Holztisch vor einer dunklen Bretterwand mit offenem Farbkasten aus Holz, Pinseln, einem geschlossenen Skizzenbuch mit Ledereinband, gepressten Prärieblumen und einem Glas Wasser im kalten Winterlicht
Arbeitstisch eines reisenden Zeichners im Winter, ohne Bilder und Schrift Bild: KI-generiert

Häufige Fragen

Wer war Karl Bodmer?

Karl Bodmer (1809 bis 1893) war ein Maler und Zeichner aus Zürich. 1832 bis 1834 begleitete er Prinz Maximilian zu Wied an den oberen Missouri und malte Bildnisse, Dörfer und Landschaften. Später lebte er in Barbizon bei Paris und malte Waldlandschaften.

Wer war Prinz Maximilian zu Wied?

Maximilian zu Wied-Neuwied (1782 bis 1867) war ein Naturforscher und Ethnograph aus Neuwied am Rhein. Er reiste 1815 bis 1817 durch Brasilien und 1832 bis 1834 durch Nordamerika. Sein Bericht "Reise in das Innere Nord-America" erschien 1839 bis 1841.

Wie lange dauerte die Reise von Maximilian und Bodmer?

Etwa zwei Jahre. Die drei Reisenden kamen am 4. Juli 1832 in Boston an und schifften sich am 16. Juli 1834 in New York zur Rückreise ein. Der wichtigste Teil begann im April 1833 mit der Fahrt den Missouri hinauf.

Wo überwinterten Maximilian und Bodmer?

In Fort Clark, einem Handelsposten der American Fur Company beim Mandan-Dorf Mih-Tutta-Hang-Kush im heutigen North Dakota. Sie kamen am 8. November 1833 an und fuhren im April 1834 weiter flussabwärts.

Wie viele Bilder malte Karl Bodmer in Amerika?

Nach dem Historischen Lexikon der Schweiz rund 400 Zeichnungen und Aquarelle. Nach ihnen entstanden 81 handkolorierte Aquatinten für den Atlas zu Maximilians Reisewerk.

Wo sind Bodmers Aquarelle heute?

Die Sammlung mit Bodmers fast 400 Aquarellen und Skizzen liegt im Joslyn Art Museum in Omaha, Nebraska, das heute als The Joslyn auftritt. Nach der Encyclopedia of the Great Plains schenkte die Enron Corporation dem Museum die Maximilian-Bodmer-Sammlung 1986, zusammen mit Maximilians Tagebüchern.

Was hat Karl May mit Maximilian zu Wied zu tun?

Nach der Autorin Elizabeth Pochoda (The Magazine Antiques, 2021) fand Karl May in günstigen Ausgaben von Maximilians Reisewerk viele Anregungen für Winnetou und Old Shatterhand. Sie weist darauf hin, dass May selbst nie im amerikanischen Westen war.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Michael G. Noll: Maximilian, Prince of Wied-Neuwied (1782 bis 1867) (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk William J. Orr: Bodmer, Karl (1809 bis 1893) (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Friedrich Ratzel: Neuwied, Max (Allgemeine Deutsche Biographie 23, S. 559 bis 564). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 1886. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk Tapan Bhattacharya: Bodmer, Karl (Historisches Lexikon der Schweiz). Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Stand Version vom 20.11.2013. abgerufen am 25.10.2026
  5. Primärquelle Maximilian, Prince of Wied: Travels in the Interior of North America, 1832 bis 1834, Teil 2 (Early Western Travels Bd. 23, hg. Reuben Gold Thwaites). Arthur H. Clark Company, Cleveland; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 47392. Stand 1906. abgerufen am 25.10.2026
  6. Primärquelle Maximilian, Prince of Wied: Travels in the Interior of North America, 1832 bis 1834, Teil 3 (Early Western Travels Bd. 24, hg. Reuben Gold Thwaites). Arthur H. Clark Company, Cleveland; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 48235. Stand 1906. abgerufen am 25.10.2026
  7. Archiv The North American Journals of Prince Maximilian of Wied, 1832-1834 (Publishing Projects Catalog). National Archives, National Historical Publications and Records Commission. Stand zuletzt geprüft 22. Mai 2025. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle Section 6: Maximilian zu Wied-Neuwied (8th Grade North Dakota Studies). North Dakota Studies, State Historical Society of North Dakota. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  9. Tribal Nation History (The Mandan, The Hidatsa, The Sahnish). Mandan, Hidatsa and Arikara Nation (Three Affiliated Tribes). Stand 17.08.2026. abgerufen am 25.10.2026
  10. Tribal Nation MHA Nation, Startseite (Mitgliederzahl, Fort Berthold Indian Reservation). Mandan, Hidatsa and Arikara Nation (Three Affiliated Tribes). Stand Stand der Mitgliederzahl 20.08.2026. abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle An Illustrated Expedition: Bodmer (1809 bis 1893) und Route der Expedition. National Agricultural Library, U.S. Department of Agriculture. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  12. Presse Elizabeth Pochoda: The West That Was (mit einem Interview mit Annika Johnson, Joslyn Art Museum). The Magazine Antiques, als PDF beim Joslyn Art Museum. Stand 12.05.2021. abgerufen am 25.10.2026
  13. Museum History. Joslyn Art Museum (The Joslyn), Omaha. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk Leslie V. Tischauser: Okipa (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026

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