WesternFilm
Das war der Wilde Westen (1962)
Kurz erklärt Das war der Wilde Westen (How the West Was Won) ist ein Western von MGM und Cinerama, den Henry Hathaway, John Ford und George Marshall in fünf Teilen inszenierten (laut Filmdienst auch Richard Thorpe). Er folgt drei Generationen der erfundenen Familie Prescott vom Erie-Kanal bis zum Marshal in Arizona, mit James Stewart, Debbie Reynolds, Gregory Peck, George Peppard und John Wayne. Uraufführung war am 1. November 1962 in London; 1964 gewann der Film drei Oscars.

Worum geht es in Das war der Wilde Westen?
Der Film erzählt in fünf Teilen von drei Generationen einer Familie, die nach Westen zieht. Die Zeitspanne gibt der Filmdienst mit 1840 bis 1890 an, American Cinematographer mit 1839 bis 1889.[1, 4] Spencer Tracy spricht den Erzähler.[2] Grundlage war eine Artikelserie über die Westwanderung im 19. Jahrhundert, die das Magazin Life vom 6. April bis 18. Mai 1959 brachte.[2]
| Teil | Regie | Worum es geht | Geschichte dazu |
|---|---|---|---|
| The Rivers (die Flüsse) | Henry Hathaway | Familie Prescott zieht über Kanal und Fluss nach Westen[2, 4] | Erie-Kanal (siehe unten); Flussschifffahrt: Mississippi und Missouri |
| The Plains (die Prärie) | Henry Hathaway | Lilith Prescott fährt mit einem Planwagenzug zu einer Goldmine in Kalifornien[2, 4] | Kalifornischer Goldrausch |
| The Civil War (der Bürgerkrieg) | John Ford | Zeb Rawlings kämpft für die Union bei Shiloh[2] | Bürgerkrieg und Westen |
| The Railroad (die Eisenbahn) | George Marshall | Zeb schützt den Bahnbau, eine Büffelherde zerstört das Lager[2] | Transkontinentale Eisenbahn |
| The Outlaws (die Gesetzlosen) | Henry Hathaway | Zeb jagt als Marshal in Arizona eine Bande von Zugräubern[2] | Zugüberfälle |
Im ersten Teil verlässt Zebulon Prescott mit seiner Frau Rebecca, zwei Söhnen und den Töchtern Eve und Lilith seine Farm in Neuengland. Die Reise beginnt laut American Cinematographer auf einem Kahn des Erie-Kanals, danach fährt die Familie auf einem Floß den Ohio hinab. Die Inhaltsangabe des AFI setzt den Aufbruch ins Jahr 1829.[2, 4] Unterwegs begegnet die Familie dem Trapper Linus Rawlings, der sie vor den Flusspiraten um Colonel Hawkins rettet. In den Stromschnellen ertrinken die Eltern. Eve heiratet Linus und lässt sich beim Grab ihrer Eltern nieder, Lilith geht nach St. Louis.[2]
Im zweiten Teil tritt Lilith als Tänzerin auf und erbt von einem älteren Verehrer eine Goldmine in Kalifornien. Der verschuldete Spieler Cleve van Valen folgt ihr mit einem Planwagenzug, unterwegs überstehen sie einen Angriff. Die AFI-Inhaltsangabe spricht dabei nur allgemein von "Indians" und nennt keine bestimmte Nation. In Kalifornien erweist sich die Mine als wertlos. Jahre später begegnen sich beide laut American Cinematographer zufällig auf einem Mississippi-Flussschiff wieder; sie heiraten doch und lassen sich in San Francisco nieder.[2, 4]
Im Bürgerkriegsteil von John Ford geht Eves Sohn Zeb zur Armee der Union, Linus ist im Krieg gefallen. In der Schlacht von Shiloh trifft Zeb einen Deserteur der Konföderierten und hört mit ihm ein Gespräch der Generäle Sherman und Grant mit an. Als der Deserteur auf die Generäle schießen will, tötet Zeb ihn. Nach dem Krieg ist seine Mutter tot, und Zeb geht zur Kavallerie, die Bahnarbeiter schützen soll.[2, 4]
Im Eisenbahnteil von George Marshall hält Zeb mit Hilfe des Büffeljägers Jethro Stuart den Frieden mit der indigenen Bevölkerung an der Strecke, bis der Bauleiter Mike King einen Vertrag brechen und eine Abkürzung durch ihr Land bauen will. Daraufhin treiben die Indigenen eine Büffelherde durch das Lager der Bahn. Zeb fühlt sich mitschuldig, nimmt seinen Abschied und geht nach Arizona.[2] Im letzten Teil ist er in den 1880er Jahren dort Marshal. Er erfährt, dass sein alter Feind Charlie Gant mit seiner Bande einen Zug mit einer Goldladung überfallen will.[2]
Wie endet Das war der Wilde Westen?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Gegen den Willen seiner Frau Julie stellt sich Zeb der Bande. Auf dem außer Kontrolle geratenen Zug kommt es zum Kampf, die Ketten des Holzwagens reißen, und der ganze Zug entgleist. Zeb kommt knapp mit dem Leben davon, tötet Gant und kehrt zu seiner Familie zurück.[2] In der Cinerama-Fassung folgte zum Schluss ein Hubschrauberflug über das Amerika der Gegenwart; in der allgemeinen Fassung fehlt diese Szene laut AFI.[2]
Wer spielt in Das war der Wilde Westen mit?
Laut American Cinematographer gingen 2.204.000 Dollar an 13 Stars und 10 weitere Hauptdarsteller. Henry Hathaway erinnerte sich dort, dass kein Schauspieler mehr als 25.000 Dollar bekam, auch John Wayne nicht.[4] Wayne und Spencer Tracy waren laut Los Angeles Times vom April 1961 als die Generäle Sherman und Grant vorgesehen. Den Erzähler sollte zuerst Bing Crosby sprechen; als Tracy ihn übernahm, gab er die Rolle Grants an Harry Morgan ab.[2] Gary Cooper, für eine Rolle angekündigt, starb vor Drehbeginn.[2]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Carroll Baker | Eve Prescott[1] |
| James Stewart | Linus Rawlings, Trapper[1, 2] |
| Debbie Reynolds | Lilith Prescott[1] |
| Gregory Peck | Cleve van Valen, Spieler[1, 2] |
| George Peppard | Zeb Rawlings[1] |
| Henry Fonda | Jethro Stuart, Büffeljäger[1, 2] |
| Richard Widmark | Mike King[1] |
| Karl Malden | Zebulon Prescott[1] |
| Agnes Moorehead | Rebecca Prescott[1] |
| Walter Brennan | Colonel Hawkins[1] |
| Robert Preston | Roger Morgan, Führer des Wagenzugs[1, 2] |
| Carolyn Jones | Julie Rawlings[1] |
| Eli Wallach | Charlie Gant[1] |
| Lee J. Cobb | Lou Ramsey[1] |
| John Wayne | General Sherman[1] |
| Harry Morgan | General Ulysses S. Grant[1] |
| Raymond Massey | Abraham Lincoln[1] |
| Spencer Tracy | Erzähler[2] |
Wie entstand Das war der Wilde Westen?
Auf die Life-Serie folgte Anfang 1960 eine Schallplatte gleichen Namens bei RCA-Victor, auf der unter anderem Bing Crosby und Rosemary Clooney singen. Im Juni 1960 meldete die New York Times, Bing Crosby Enterprises wolle mit Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) daraus einen Film im Cinerama-Verfahren machen; im Oktober 1960 stand der Titel How the West Was Won fest.[2] Ein Teil des Gewinns sollte an das St. John's Hospital in Santa Monica gehen.[2]
Fünfzehn Monate schrieb James R. Webb am Drehbuch über die erfundene Familie Prescott. Jeder der drei Regisseure bekam eine eigene Einheit, damit nicht das ganze Team von Drehort zu Drehort ziehen musste: Henry Hathaway drehte den ersten, zweiten und fünften Teil, John Ford den dritten, George Marshall den vierten.[2] Der Filmdienst nennt zusätzlich Richard Thorpe als Regisseur.[1] Hathaway sagte 1983 in American Cinematographer, er habe Marshalls Eisenbahnteil neu gedreht, den Teil von John Ford aber nicht angerührt.[4]
Gedreht wurde ab Ende Mai 1961. Das AFI nennt nach einer Produktionsliste von Variety den 28. Mai, American Cinematographer den 26. Mai in Paducah in Kentucky.[2, 4] Die Kosten schätzte die New York Times im Mai 1961 auf mindestens 8 Millionen Dollar, Variety wenig später auf über 12 Millionen. American Cinematographer nennt fast 15 Millionen Dollar; in inflationsbereinigten Dollar sei der Film damit nach Gone with the Wind und Ben-Hur der drittteuerste der MGM-Geschichte gewesen.[2, 4] Im Februar 1962 entschieden die MGM-Manager Joe Vogel und Robert Weitman, der Film brauche noch ein großes Finale, und am 5. März 1962 gingen die Dreharbeiten weiter.[2]
Die Musik schrieb Alfred Newman. Das Titellied How the West Was Won stammt von Newman und Ken Darby; dazu kommen Lieder mit Texten von Sammy Cahn und Johnny Mercer und Volkslieder, gesungen von Dave Guard und den Whiskeyhill Singers.[2]
Was ist Cinerama?
Cinerama ist ein Breitwandverfahren, das der Erfinder Fred Waller entwickelte. Die Kamera bestand aus drei Kameras in einem Gehäuse mit drei Objektiven, die im Winkel von 48 Grad zueinander standen; jede nahm ein Drittel des Bildfelds auf. Im Kino warfen drei Projektoren die drei Filmstreifen auf eine tief gewölbte Leinwand, dazu kam Ton auf sieben Kanälen. Das Seitenverhältnis betrug 2,66 zu 1.[4] Der erste Cinerama-Film, This Is Cinerama, lief ab dem 30. September 1952 am Broadway.[4]
Das Verfahren schränkte die Arbeit ein. Die Kamera ließ sich kaum bewegen, ohne dass das Bild verzerrte, und für eine Halbnahe musste sie nach Hathaway bis auf 18 Zoll an die Schauspieler heran.[4] Laut Produzent Bernard Smith gab es 1961 weltweit nur 110 Kinos, die Cinerama zeigen konnten.[2] Für die übrigen Kinos kam der Film in 35 Millimeter im CinemaScope-Format heraus.[2] Nach American Cinematographer war Das war der Wilde Westen der erste und letzte Spielfilm im Dreistreifenverfahren; The Wonderful World of the Brothers Grimm wurde später begonnen, kam aber früher heraus.[4] Der Filmdienst lobt, dass die Technik vor allem in Fords Bürgerkriegsteil klug genutzt sei.[1]

Wo wurde Das war der Wilde Westen gedreht?
Bis auf die Innenaufnahmen bei MGM entstand der Film nach Hathaway fast ganz an Drehorten in der Natur. Die Planwagen wurden bei Montrose in Colorado gefilmt und mussten auf Lastwagen 1.100 Meilen aus Hollywood herangeschafft werden.[4]
| Drehort | Staat | Was dort entstand |
|---|---|---|
| Battery Rock am Ohio | Illinois | Außenaufnahmen am Fluss[2] |
| Umgebung von Paducah | Kentucky | Drehbeginn im Mai 1961[2, 4] |
| Montrose, Chimney Rock und Uncompahgre National Forest in den Rocky Mountains | Colorado | Außenaufnahmen, bei Montrose der Planwagenzug[2, 4] |
| Custer State Park und Black Hills | South Dakota | Büffelherde mit rund 1.200 Bisons[2, 4] |
| Globe und Tonto National Forest | Arizona | Außenaufnahmen, in Globe auch Szenen auf einem fahrenden Zug[2] |
| Monument Valley | Arizona und Utah | Außenaufnahmen[2, 4] |
| Flüsse Rogue und McKenzie | Oregon | Außenaufnahmen[4] |
| Courthouse Mountain im Pinnacles National Monument, Inyo National Forest | Kalifornien und Nevada | Außenaufnahmen[2] |
Für die Büffelherde im Eisenbahnteil wurden nach Kameramann Joseph LaShelle zwei Monate lang Bisons in South Dakota zusammengetrieben, rund 1.200 Tiere. Beim ersten Versuch wichen sie dem aufgebauten Lager aus; erst mit Cowboys und Stuntmen als Treibern lief die Herde hindurch.[4]
Wie viel Wahrheit steckt in Das war der Wilde Westen?
Die wahre Geschichte dahinter
EreignisKalifornischer Goldrausch
EreignisDer Bürgerkrieg im Westen
OrtMississippi und MissouriMississippi vom Lake Itasca in Minnesota zum Golf von Mexiko, 2.340 Meilen (USGS) bis 2.350 Meilen (NPS); Missouri von Three Forks in Montana bis zur Mündung knapp oberhalb von St. Louis, 2.321 Meilen ab Three Forks (Corps of Engineers) bis 2.540 Meilen ab Red Rock Creek (USGS)
OrtMonument ValleyGrenze von Utah (San Juan County) und Arizona im Land der Navajo Nation; Höhe 5.564 Fuß (rund 1.696 m) laut Parkverwaltung
OrtBlack HillsWesten von South Dakota und Nordosten von Wyoming, zwischen Cheyenne River und Belle Fourche River; rund 120 mal 60 Meilen laut USGS, 125 mal 65 Meilen laut Forest Service; höchster Gipfel Black Elk Peak mit 7.242 Fuß (rund 2.207 m) laut USGS
OrtRocky MountainsGebirgssystem im Westen Nordamerikas, von Kanada bis ins mittlere New Mexico (NPS); rund 4.800 km vom Norden Albertas und British Columbias bis New Mexico (Britannica), etwas mehr als 5.000 km bis zur Beringsee (USGS-Kapitel); höchster Gipfel Mount Elbert in Colorado, 14.433 Fuß
Die Familie Prescott ist erfunden; Webbs Drehbuch erzählt sie laut AFI über mehrere Generationen.[2] Ihre Handlung verbinden die fünf Teile aber mit Wegen und Ereignissen, die es gab.[2, 4]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Das war der Wilde Westen erzählt die Geschichte einer echten Pionierfamilie.
Was belegt ist
Die Prescotts und Rawlings sind erfunden. Vorlage war eine Artikelserie im Magazin Life von 1959, aus der James R. Webb eine Familiengeschichte über drei Generationen machte. Historisch sind die Schauplätze, etwa der Erie-Kanal, die Schlacht von Shiloh 1862 und der Bahnbau nach dem Pacific Railway Act von 1862.[2, 6, 8, 9]
Den Erie-Kanal gab es zur Zeit des ersten Teils schon: Das Kanalsystem des Staates New York ist laut National Park Service seit 1825 ununterbrochen in Betrieb. Der Kanal öffnete das Innere des Kontinents für die Besiedlung, und an seiner Strecke vervierfachte sich die Bevölkerung von Syracuse, Rochester und Buffalo zwischen 1830 und 1850.[6]
Der zweite Teil spielt im Goldrausch in Kalifornien. James Marshall fand am 24. Januar 1848 an seinem Sägewerk am American River Gold. 1849 begann laut NPS die größte Wanderung der amerikanischen Geschichte, allein in diesem Jahr mit 25.000 Menschen; zwischen 1849 und 1854 kamen schätzungsweise 140.000 über den California Trail.[7] Für die indigenen Völker entlang der Wege hatte das schwere Folgen: Nach dem NPS verbrauchten die Goldsucher Nahrung, Land und Wasser, von denen sie lebten. Die Wege nach Kalifornien wurden laufend verändert, erprobt oder aufgegeben; wie die Wagenzüge auf solchen Wegen reisten, zeigt die Seite zum Oregon Trail.[7]
Die Schlacht von Shiloh, auch Pittsburg Landing genannt, wurde am 6. und 7. April 1862 am Tennessee River gekämpft. Die Truppen von Ulysses S. Grant wurden am ersten Tag überrascht und drängten die Konföderierten am zweiten mit Verstärkung zurück; beide Seiten verloren zusammen 23.746 Mann an Toten, Verwundeten und Vermissten. Der National Park Service rechnet Shiloh wie die Kämpfe in Kentucky und Tennessee davor zum Krieg im Westen; mehr zum Krieg in den Territorien steht unter Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen.[8]
Für den Eisenbahnteil gibt es einen rechtlichen Hintergrund. Der Pacific Railway Act vom 1. Juli 1862 förderte den Bau einer Bahn zum Pazifik mit Land und Krediten und verpflichtete die USA, die Landrechte der indigenen Völker auf den benötigten Flächen so rasch wie möglich zu tilgen.[9] Die Union Pacific baute ab 1863 von Omaha nach Westen, die Central Pacific von Sacramento nach Osten. Beide gerieten in Konflikte mit indigenen Völkern, deren Land die Strecken durchschnitten, und am 10. Mai 1869 trafen die Gleise in Promontory in Utah zusammen.[9] Mit der Bahn kam laut NPS die gewerbliche Jagd auf Bisons im großen Stil, denn Häute, Fleisch und Knochen ließen sich nun schnell in den Osten bringen. Der Rückgang der Herden, über den die Seite zum Bison berichtet, traf viele Nationen der Plains schwer.[10]
Zugüberfälle wie im letzten Teil gab es ebenfalls. Einer der frühesten in den USA geschah laut Indiana Historical Bureau am 22. Mai 1868 bei Marshfield in Indiana: Die Reno-Bande, eine der Outlaw-Banden der Zeit nach dem Bürgerkrieg, koppelte Lokomotive und Expresswagen ab und raubte aus den Tresoren der Adams Express Company Schatzanweisungen und Staatsanleihen.[11]

Wie zeigt der Film die indigenen Völker?
Wie im Prärieteil nennt die AFI-Inhaltsangabe auch im Eisenbahnteil keine bestimmte Nation.[2] Für eine Kampfszene koordinierte der indigene Pferdeführer Gene Hoback 225 Navajo als Statisten; der Los Angeles Times sagte er 1963, er wolle den Film nicht sehen, weil ihm die Nachstellung zu wirklichkeitsnah sei.[2] Greg Kimble urteilte 1983 in American Cinematographer, der Eisenbahnteil sei mit seinem Verständnis für die Lage der indigenen Völker seiner Zeit etwas voraus gewesen.[4] Ursprünglich sollte George Marshall nach einer Meldung der New York Times von 1961 den zweiten Teil drehen, als komische Fassung eines großen Angriffs.[2]
Wie wurde Das war der Wilde Westen aufgenommen?
Uraufführung war am 1. November 1962 in London mit einer Wohltätigkeitsgala. In den USA lief der Film am 20. Februar 1963 im Warner Hollywood Cinerama Theatre in Los Angeles an, zugunsten des St. John's Hospital.[2] Die Kritiken waren lau: Die Los Angeles Times und die New York Times beschrieben ihn Anfang 1963 als Sammlung von Westernklischees.[2] Beim Publikum lief er gut. Variety nannte ihn im Januar 1964 den Film mit den höchsten Verleiheinnahmen und erwartete 17 Millionen Dollar; American Cinematographer nennt über 45 Millionen Dollar Einnahmen in der ersten Auswertung.[2, 4] Cinerama selbst bekam laut Variety bis Ende 1964 keinen nennenswerten Teil seines Anteils an den Kosten zurück, machte Verluste von über 10 Millionen Dollar und schränkte danach die Filmproduktion ein.[2]
Bei der Oscar-Verleihung am 13. April 1964 war der Film achtmal nominiert und gewann dreimal: James R. Webb für das Drehbuch, Harold F. Kress für den Schnitt und die Tonabteilung von MGM unter Franklin E. Milton für den Ton. Nominiert waren außerdem der Film selbst, Kamera, Ausstattung, die Kostüme von Walter Plunkett und die Musik von Alfred Newman und Ken Darby.[5]
In Deutschland kam der Film am 1. Februar 1963 heraus, zuerst im Verleih der Deutschen Cinerama. Er ist ab 12 Jahren freigegeben. Der Filmdienst nennt ihn fesselnde Unterhaltung, bewertet ihn als diskussionswert und empfiehlt ihn ab 14.[1] 1997 nahm die Library of Congress den Film in das National Film Registry auf.[3] Im selben Register steht seit 2007 auch Der Mann, der Liberty Valance erschoss, ebenfalls von 1962.[3]
- 1959Die Zeitschrift Life bringt vom 6. April bis 18. Mai die Artikelserie How the West Was Won.[2]
- Mai 1961Drehbeginn in Kentucky (laut Variety am 28. Mai, laut American Cinematographer am 26. Mai in Paducah).[2, 4]
- 01.11.1962Uraufführung in London.[2]
- 01.02.1963Deutsche Erstaufführung.[1]
- 20.02.1963Premiere in den USA im Warner Hollywood Cinerama Theatre in Los Angeles.[2]
- 13.04.1964Oscar-Verleihung: drei Preise bei acht Nominierungen.[5]
- 1997Aufnahme in das National Film Registry der Library of Congress.[3]
Häufige Fragen
Wer spielt in Das war der Wilde Westen mit?
Unter anderem Carroll Baker als Eve Prescott, James Stewart als Trapper Linus Rawlings, Debbie Reynolds als Lilith Prescott, Gregory Peck als Spieler Cleve van Valen, George Peppard als Zeb Rawlings, Henry Fonda als Büffeljäger Jethro Stuart, Richard Widmark als Mike King, Eli Wallach als Charlie Gant und John Wayne als General Sherman. Spencer Tracy ist der Erzähler.
Wer führte Regie bei Das war der Wilde Westen?
Henry Hathaway drehte die Teile über die Flüsse, die Prärie und die Gesetzlosen, John Ford den Bürgerkrieg und George Marshall die Eisenbahn. Der Filmdienst nennt zusätzlich Richard Thorpe.
Wo wurde Das war der Wilde Westen gedreht?
An vielen Orten in den USA, unter anderem am Ohio bei Battery Rock in Illinois, bei Paducah in Kentucky, bei Montrose in Colorado, im Custer State Park in South Dakota, im Monument Valley und im Pinnacles National Monument in Kalifornien. Innenaufnahmen entstanden bei MGM.
Was ist Cinerama?
Ein Breitwandverfahren, bei dem eine Kamera mit drei Objektiven drei Filmstreifen zugleich belichtet. Im Kino werfen drei Projektoren die Streifen auf eine tief gewölbte Leinwand, dazu kommt Ton auf sieben Kanälen. Laut American Cinematographer war Das war der Wilde Westen der erste und letzte Spielfilm im Dreistreifenverfahren; The Wonderful World of the Brothers Grimm wurde später begonnen, kam aber früher heraus.
Wie viele Oscars gewann Das war der Wilde Westen?
Drei von acht Nominierungen: James R. Webb für das Drehbuch, Harold F. Kress für den Schnitt und die Tonabteilung von MGM unter Franklin E. Milton für den Ton. Die Verleihung war am 13. April 1964.
Wer schrieb die Musik zu Das war der Wilde Westen?
Alfred Newman. Das Titellied How the West Was Won stammt von Newman und Ken Darby, die für die Musik auch für den Oscar nominiert waren. Dazu kommen Volkslieder, gesungen von Dave Guard und den Whiskeyhill Singers.
Ist Das war der Wilde Westen eine wahre Geschichte?
Nein. Die Familie Prescott ist erfunden. Historisch ist der Hintergrund der fünf Teile: der Erie-Kanal, der Goldrausch in Kalifornien, die Schlacht von Shiloh 1862, der Bau der transkontinentalen Eisenbahn und Zugüberfälle wie der bei Marshfield 1868.
Wie lang ist Das war der Wilde Westen?
Der Filmdienst gibt 160 Minuten an. Der AFI Catalog nennt 155 Minuten und verzeichnet Kritiken mit 162 und 165 Minuten; beim Urheberrecht waren 149 Minuten angemeldet.
Quellen
- Filmdatenbank Das war der Wilde Westen, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank How the West Was Won (1963), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Complete National Film Registry Listing. Library of Congress, National Film Preservation Board. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Presse How the West Was Won: in Cinerama, von Greg Kimble (zuerst in American Cinematographer, Oktober 1983). American Society of Cinematographers. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- The 36th Academy Awards, 1964. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Erie Canalway National Heritage Corridor. National Park Service. Stand 11.08.2022. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle The California Gold Rush. National Park Service, California National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Battle of Shiloh. National Park Service, Shiloh National Military Park. Stand 30.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag Pacific Railway Act (1862), Milestone Documents, mit Gesetzestext. National Archives. Stand 10.05.2022. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Where the Buffalo Roamed. National Park Service, Golden Spike National Historical Park. Stand 19.02.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Marshfield Train Robbery (Text des Historical Marker von 2002 mit Belegen). Indiana Historical Bureau. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
WesternDer Mann, der Liberty Valance erschoss (1962)John Fords Western von 1962 mit James Stewart, John Wayne und Lee Marvin.

WesternEl Dorado (1966)El Dorado ist der Western von Howard Hawks mit John Wayne und Robert Mitchum.
Indigene Völker NordamerikasPlainsDie Völker der Plains, oft Prärie-Indianer genannt, lebten zwischen Mississippi und Rocky Mountains.