WesternFilm

Nevada Smith (1966)

Kurz erklärt Nevada Smith ist ein amerikanischer Western von Henry Hathaway aus dem Jahr 1966, gedreht 1965 in Bishop und Lone Pine in Kalifornien und in Louisiana. Steve McQueen spielt Max Sand, der jahrelang die drei Mörder seiner Eltern verfolgt und sich am Ende Nevada Smith nennt. Die Figur stammt aus dem Roman The Carpetbaggers von Harold Robbins, eine historische Vorlage nennen die Quellen nicht.

Ledersattel auf einem verwitterten Holzzaun in einem trockenen Hochtal mit Beifuß, dahinter eine steile, schneebedeckte Granitwand im Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Nevada Smith?

Der Film spielt laut AFI Catalog in den 1890er Jahren in den Bergen und Wüsten des amerikanischen Westens.[2] Max Sand ist der Sohn eines weißen Vaters und einer indigenen Mutter.[5] Ohne es zu ahnen, zeigt er drei Männern den Weg zum Hof seiner Eltern.[5] Die Männer foltern Vater und Mutter und bringen sie um, laut PopMatters wegen Gold.[2, 5] Max schwört Rache, verbrennt die Hütte mit den Toten und macht sich auf die Suche nach den Mördern.[2]

Unterwegs nimmt ihn der reisende Waffenschmied und Munitionshersteller Jonas Cord auf. Er versucht, ihm die Rache auszureden, und als das nicht gelingt, bringt er ihm das Schießen bei.[2] Lesen, trinken und Karten spielen kann Max zu dieser Zeit noch nicht.[5] Von Stadt zu Stadt sucht er die drei Männer und findet schließlich Jesse Coe, den er in einem Messerkampf tötet. Seine Wunden pflegt Neesa, laut AFI eine junge Kiowa.[2] Nach der Besprechung bei PopMatters bringt sie ihn in ein Reservat, wo er gesund wird und lesen lernt.[5]

Der zweite Mörder, Bill Bowdre, sitzt in Louisiana eine Haftstrafe ab. Max täuscht einen Überfall vor, lässt sich verhaften und kommt in dasselbe Arbeitslager für Gefangene. Er gibt sich als Freund aus und flieht mit Bowdre durch die Sümpfe, unterstützt von der Cajun Pilar, einer Landarbeiterin.[2, 3] Als sie in Freiheit sind, gibt Max sich zu erkennen und erschießt Bowdre; Pilar stirbt am Biss einer Schlange.[2] Seit Beginn seiner Jagd sind fünf Jahre vergangen, und aus dem arglosen Cowboy ist laut AFI ein hartgesottener Krimineller geworden.[2]

Wie endet Nevada Smith?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Max findet den dritten Mann, Tom Fitch. Beim letzten Kampf schießt er ihm in beide Beine, bringt es aber nicht über sich, ihn zu töten. Er wirft seine Waffen weg und reitet zu Jonas Cord, um ihn um Arbeit zu bitten. Er nennt sich nun Nevada Smith und hofft auf ein neues Leben.[2]

Wer spielt in Nevada Smith mit?

Steve McQueen spielt Max Sand, der sich am Ende Nevada Smith nennt. Die drei Mörder spielen Karl Malden als Tom Fitch, Arthur Kennedy als Bill Bowdre und Martin Landau als Jesse Coe, Brian Keith ist der Waffenschmied Jonas Cord.[1, 2] Henry Hathaway hatte laut Daily Variety vom 16. Juni 1965 zunächst Eli Wallach, Arthur Kennedy und Don Gordon vorgesehen; an die Stelle von Wallach und Gordon traten später Malden und Landau.[2] Suzanne Pleshette als Cajun-Landarbeiterin hält TCM für eine unwahrscheinliche Besetzung.[3]

Darsteller und Rollen laut AFI Catalog[2]
DarstellerRolle
Steve McQueenMax Sand, später Nevada Smith
Karl MaldenTom Fitch
Brian KeithJonas Cord
Arthur KennedyBill Bowdre
Suzanne PleshettePilar
Raf VallonePater Zaccardi
Janet MargolinNeesa
Pat HingleBig Foot
Howard Da SilvaGefängnisdirektor
Martin LandauJesse Coe
Paul FixSheriff Bonnell

Die Rolle ähnelt laut TCM der Figur, mit der McQueen damals im Fernsehen bekannt war: Als Josh Randall in der Serie Wanted: Dead or Alive jagte er Männer für Geld, als Nevada Smith aus Rache (zur Geschichte siehe Kopfgeldjäger).[3] Sein Einstand im Westernfilm war laut Filmdienst Die glorreichen Sieben.[4]

Wie entstand Nevada Smith?

Am 7. Juni 1965 berichtete die New York Times, der Produzent Joseph E. Levine wolle mit seiner Firma Embassy Pictures einen Film über die Figur Nevada Smith drehen, als Vorgeschichte zu The Carpetbaggers (1964) und zum gleichnamigen Roman von Harold Robbins aus dem Jahr 1961.[2] In The Carpetbaggers hatte Alan Ladd die Rolle gespielt, die nun McQueen übernahm.[3] Das erste Drehbuch gefiel McQueen laut Daily Variety nicht, und John Michael Hayes schrieb es weitgehend um.[2]

Produziert haben Solar Productions und Embassy Pictures, den Verleih übernahm Paramount.[2] Hathaway war Regisseur und Produzent, Kameramann war Lucien Ballard, die Musik schrieb Alfred Newman.[1, 2, 3] Das Budget wurde laut AFI Catalog auf 4 Millionen Dollar geschätzt.[2] Am 29. Oktober 1965 gab Levine auf der Filmkulisse bei Paramount ein Fest für den Verband der Kinobesitzer. In derselben Nacht brach in den benachbarten Desilu Studios ein Feuer aus und griff auf das Gelände von Paramount über. Verletzt wurde niemand. Die Los Angeles Times und Daily Variety schätzten den Schaden auf 200.000 Dollar, und McQueen soll beim Löschen geholfen haben.[2]

Werkbank eines Büchsenmachers mit zerlegten Revolverteilen, kleinen Messingpatronen, Ölkanne und Feilen im warmen Fensterlicht
Werkzeug eines Waffenschmieds: Im Film bringt ein reisender Waffenschmied Max Sand das Schießen bei Bild: KI-generiert

Wo wurde Nevada Smith gedreht?

Die Dreharbeiten begannen am 12. Juli 1965 in Bishop in Kalifornien. Im September beschrieb die Los Angeles Times, wie bei Lone Pine auf dem Berg Cerro Gordo eine Hütte für den Film in Brand gesetzt wurde.[2] TCM zählt 42 Drehorte in den Bergen um Lone Pine, Bishop und Mammoth und 68 Sprechrollen. Hathaway hatte die Berge schon so oft als Kulisse genutzt, dass Lucien Ballards Kamera laut TCM nie denselben Ort zweimal zeigt.[3] Laut AFI Catalog wirkten der U.S. Forest Service und das Bureau of Land Management an den Dreharbeiten mit.[2]

Drehorte laut AFI Catalog und TCM
DrehortBundesstaatWas dort entstand
BishopKalifornienDrehbeginn am 12. Juli 1965[2]
Lone Pine, Berg Cerro GordoKalifornienSzene mit der brennenden Hütte, beschrieben in der Los Angeles Times vom 5. September 1965[2]
Berge um MammothKalifornienGebirge unter den 42 Drehorten laut TCM[3]
Baton RougeLouisianaab September 1965, Quartier der Crew in New Orleans, Abschluss im Oktober 1965[2]
Paramount, Los AngelesKalifornienFilmkulisse auf dem Studiogelände[2]

Bishop liegt im Norden des Owens Valley.[7] Im Westen begrenzt das Tal laut U.S. Geological Survey die Sierra Nevada, im Osten begrenzen es die Inyo und White Mountains. Ihre Gipfel ragen mehr als 9.000 Fuß (rund 2.700 Meter) über den Talboden auf, unter ihnen der Mount Whitney. Der Talboden fällt von etwa 4.500 Fuß nördlich von Bishop auf etwa 3.500 Fuß am ausgetrockneten Owens Lake.[7] Westlich von Lone Pine liegen die Alabama Hills, wo laut Bureau of Land Management seit 1920 mehr als 400 Filme entstanden (mehr unter Western-Drehorte).[6] Für Nevada Smith nennen AFI und TCM die Alabama Hills nicht.[2, 3]

Am 9. September 1965 meldete Daily Variety den Umzug des Teams nach Baton Rouge in Louisiana. Weil zu einem Footballspiel des Colleges viele Besucher in die Stadt kamen, musste es sein Quartier in New Orleans nehmen. Starker Regen verzögerte die letzte Drehwoche, Mitte Oktober 1965 war der Dreh abgeschlossen.[2]

Sumpfzypressen mit herabhängendem Louisianamoos in dunklem, stillem Wasser, ein flaches Holzboot an einem schlammigen Ufer im weichen Abendlicht
Ein Bayou in Louisiana: In den Sümpfen dort spielt die Flucht aus dem Gefangenenlager Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Nevada Smith?

Die wahre Geschichte dahinter

Ein historisches Vorbild nennen die Quellen nicht. Max Sand, der sich Nevada Smith nennt, ist eine Figur aus dem Roman The Carpetbaggers von Harold Robbins (New York 1961), und der Film erzählt ihre Vorgeschichte.[2, 3] Der Filmdienst führt ihn als Literaturverfilmung.[1]

PopMatters liest den Film als Mischform seiner Zeit: ein Western mit Action und Liebesgeschichte, der zugleich nach der Identität seines Helden fragt. Die Mörder verspotten Max mit rassistischen Schimpfwörtern über seine Mutter, und ein weißer Star spielt einen Helden mit indigener Mutter, was die Besprechung vor dem Hintergrund der Bürgerrechtsbewegung sieht.[5] Pater Zaccardi erzählt Max, wie seine eigenen Eltern von Angehörigen indigener Völker ermordet wurden und wie er ihnen vergeben hat; die Szene bestätigt laut PopMatters das Klischee, indigene Menschen seien blutrünstig, und das Leid der indigenen Völker unter der Landnahme komme im Film kaum vor (zum Bild indigener Menschen im Genre siehe Indigene Völker im Western).[5]

Neesa ist laut AFI eine Kiowa.[2] In den 1890er Jahren, zur Zeit der Handlung, lebten die Kiowa in einem Reservat im Südwesten des heutigen Oklahoma. Sie hatten es am 21. Oktober 1867 im Vertrag von Medicine Lodge Creek zusammen mit Comanche und Plains Apache angenommen, am 6. August 1901 wurde es für Siedler geöffnet.[9]

Gefangene mussten in Louisiana zur Zeit der Handlung außerhalb der Gefängnismauern arbeiten. Der Staat verpachtete sie laut der Enzyklopädie 64 Parishes fast ohne Unterbrechung von 1844 bis 1901 an private Unternehmer. Ab 1870 arbeiteten die meisten auf Baumwollfeldern, manche an Deichen und beim Bahnbau. Ein Vierteljahrhundert lang beherrschte der frühere Konföderiertenmajor Samuel Lawrence James dieses System. Als der letzte Pachtvertrag 1901 auslief, übernahm der Staat die frühere Plantage Angola; dort lebten und arbeiteten damals die meisten der 1.142 Gefangenen.[8]

Wie wurde Nevada Smith aufgenommen?

Am 10. Juni 1966 lief der Film in Miami an, für Juni war die Europapremiere beim Filmfestival von San Sebastián vorgesehen.[2] Die Kritiken fielen laut AFI lau aus, mehrere fanden den Film zu lang. Beim Publikum kam er besser an: Die Verleiheinnahmen lagen nach Variety vom 4. Januar 1967 bei 5 Millionen Dollar.[2] TCM hält die Geschichte für ziemlich routiniert, doch McQueens kantige Ausstrahlung gebe ihr Leben.[3]

In Deutschland lief Nevada Smith ab dem 9. September 1966 im Kino, das ZDF zeigte ihn am 26. Dezember 1975. Die FSK gab ihn ab 16 Jahren frei.[1] Das Lexikon des internationalen Films hält ihn für einen spannenden Western, der Psychodrama, Romantik und Abenteuer verbindet.[1] Die Kritik des Filmdienst von 1966 hob McQueen in der Rolle des unbeholfenen Farmersohns hervor: Er gebe der Figur Züge zwischen Spencer Tracy und James Dean.[4]

die ausdrucksvolle Schauspielkunst des jungen, natürlichen Steve McQueen

Filmdienst, Kritik von 1966, zitiert in: Nevada Smith (arte), filmdienst.de, 06.06.2019[4]
Zeitleiste: Nevada Smith
  1. 12.07.1965Beginn der Dreharbeiten in Bishop, Kalifornien.[2]
  2. 09.09.1965Daily Variety meldet den Umzug des Filmteams nach Baton Rouge in Louisiana.[2]
  3. 10.06.1966Kinostart in Miami.[2]
  4. 09.09.1966Deutsche Erstaufführung.[1]
  5. 26.12.1975Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen im ZDF.[1]

Häufige Fragen

Wo wurde Nevada Smith gedreht?

Die Dreharbeiten begannen am 12. Juli 1965 in Bishop in Kalifornien. Bei Lone Pine entstand auf dem Berg Cerro Gordo die Szene mit der brennenden Hütte. Am 9. September 1965 meldete Daily Variety den Umzug des Teams nach Baton Rouge in Louisiana. TCM nennt 42 Drehorte in den Bergen um Lone Pine, Bishop und Mammoth.

Wer spielt in Nevada Smith mit?

Steve McQueen spielt Max Sand, der sich später Nevada Smith nennt. Seine Gegenspieler sind Karl Malden als Tom Fitch, Arthur Kennedy als Bill Bowdre und Martin Landau als Jesse Coe. Brian Keith spielt den reisenden Waffenschmied Jonas Cord, Suzanne Pleshette die Cajun Pilar und Janet Margolin die Kiowa Neesa.

Beruht Nevada Smith auf einer wahren Geschichte?

Eine wahre Vorlage nennen die Quellen nicht. Nevada Smith ist eine Figur aus dem Roman The Carpetbaggers von Harold Robbins aus dem Jahr 1961. Der Film erzählt die Vorgeschichte dieser Figur, die in der Verfilmung von 1964 Alan Ladd gespielt hatte.

Wann spielt Nevada Smith?

Laut AFI Catalog in den 1890er Jahren. Die Jagd auf die drei Mörder dauert im Film fünf Jahre und führt aus den Bergen und Wüsten des Westens bis in die Sümpfe von Louisiana.

Wie lang ist Nevada Smith?

Der Filmdienst gibt 120 Minuten an. Der AFI Catalog nennt 128 Minuten, für die beim Copyright angemeldete Fassung 139 Minuten, TCM 131 Minuten. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben.

Wer hat die Musik zu Nevada Smith geschrieben?

Die Musik schrieb Alfred Newman. Kameramann war Lucien Ballard, das Drehbuch stammt von John Michael Hayes.

Wann kam Nevada Smith in die deutschen Kinos?

Die deutsche Erstaufführung war am 9. September 1966, das ZDF zeigte den Film am 26. Dezember 1975. In den USA startete er am 10. Juni 1966 in Miami.

Quellen

  1. Filmdatenbank Nevada Smith, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Nevada Smith (1966), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse Nevada Smith, Artikel von Jerry Renshaw. Turner Classic Movies (TCM). Stand 28. Juli 2003. abgerufen am 26.10.2026
  4. Presse Nevada Smith (arte), Fernsehtipp mit Auszug aus der Filmdienst-Kritik von 1966. filmdienst.de. Stand 06.06.2019. abgerufen am 26.10.2026
  5. Presse Nevada Smith (1966), Besprechung. PopMatters. Stand 28. Mai 2003. abgerufen am 26.10.2026
  6. Amtliche Stelle Alabama Hills National Scenic Area. Bureau of Land Management. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Amtliche Stelle Wesley R. Danskin: Owens Valley Hydrogeology, Description of Study Area (Water-Supply Paper 2370-H). U.S. Geological Survey, California Water Science Center. Stand Seite geändert 07.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
  8. Nachschlagewerk Matthew J. Mancini: Convict Leasing (64 Parishes). Louisiana Endowment for the Humanities. Stand 27.05.2011, aktualisiert 08.02.2019. abgerufen am 26.10.2026
  9. Nachschlagewerk Benjamin R. Kracht: Kiowas. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026

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