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Die glorreichen Sieben (1960)
Kurz erklärt Die glorreichen Sieben ist ein Western von John Sturges aus dem Jahr 1960 und eine Neuverfilmung von Akira Kurosawas Die sieben Samurai (1954). Yul Brynner, Steve McQueen, Charles Bronson und vier weitere Revolvermänner verteidigen ein mexikanisches Dorf gegen den Banditen Calvera, gespielt von Eli Wallach. Die Geschichte ist erfunden; gedreht wurde in Mexiko, die Musik schrieb Elmer Bernstein.

Worum geht es in Die glorreichen Sieben?
Zur Erntezeit überfällt der Bandit Calvera mit seinen 40 Männern immer wieder das mexikanische Dorf Ixcatlan und nimmt den Bauern Essen und Vorräte. Einen Bauern, der sich empört, erschießt er.[2] Ein alter Mann des Dorfes rät, an der Grenze Waffen zu kaufen und den Umgang damit zu lernen. Drei Bauern unter Hilario reiten in eine Grenzstadt. Dort sehen sie, wie die Revolvermänner Chris und Vin einen Leichenwagen mit einem toten indigenen Mann zum Friedhof fahren, weil der Bestatter aus Angst vor den voreingenommenen Bürgern nicht fahren will.[2]
Die Bauern bitten Chris, für sie Waffen zu kaufen, weil die mexikanische Landpolizei, die Rurales, das Dorf nicht vor Calvera schützen kann. Stattdessen bietet Chris an, eine Gruppe von Revolverhelden zusammenzustellen, obwohl das Dorf nur 20 Dollar für sechs Wochen Arbeit zahlen kann. Es kommen der Goldsucher Harry Luck, der an einen versteckten Schatz glaubt, Vin, der kräftige Kriegsveteran O'Reilly, der Messerwerfer Britt und Lee, der vor seinen Feinden auf der Flucht ist und die Nerven verloren hat. Der junge Chico, den Chris zuerst abgewiesen hat, reitet ihnen nach und wird der Siebte.[2]
Im Dorf bringen die Sieben den Bauern das Schießen bei, die Bauern bauen Mauern und Netze. Den ersten Angriff schlagen sie zurück. Später verrät der ängstliche Sotero die Sieben an Calvera, der sie entwaffnet und aus dem Dorf führen lässt. Er verschont sie, weil er die Polizei der USA nicht auf sich aufmerksam machen will, und gibt ihnen außerhalb ihre Waffen zurück. Harry Luck verlässt die Gruppe, die anderen reiten zurück.[2]
Wie endet Die glorreichen Sieben?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Im letzten Kampf fallen Harry, der doch zurückgekommen ist, Lee, Britt und O'Reilly. Die Bauern kommen aus ihren Verstecken und schlagen mit Stöcken und Stühlen auf die Banditen ein. Chris verwundet Calvera tödlich.[2] Nur Chris, Vin und Chico überleben. Chico bleibt bei Petra im Dorf, und der alte Mann sagt, gewonnen hätten nur die Bauern. Chris gibt ihm beim Wegreiten recht: Die Revolvermänner verlieren immer.[2]
Wer spielt in Die glorreichen Sieben mit?
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Yul Brynner | Chris[1] |
| Eli Wallach | Calvera[1] |
| Steve McQueen | Vin[1] |
| Charles Bronson | O'Reilly[1] |
| Robert Vaughn | Lee[1] |
| Horst Buchholz | Chico[1] |
| James Coburn | Britt[1] |
| Brad Dexter | Harry Luck[1] |
| Vladimir Sokoloff | der alte Mann[1] |
| Rosenda Monteros | Petra[1] |
| Jorge Martinez de Hoyos | Hilario[1] |
Für mehrere junge Schauspieler war der Film laut Library of Congress ein Sprungbrett: Steve McQueen, Charles Bronson, James Coburn, Robert Vaughn und Horst Buchholz.[4] McQueen kannte man damals aus der Fernsehserie Wanted Dead or Alive.[2] Der Deutsche Horst Buchholz gab als Mexikaner Chico sein Debüt im amerikanischen Film. Nach einem Bericht der New York Times vom April 1960 entstand die Rolle, um die mexikanische Regierung zufriedenzustellen: So war einer der Sieben ein Mexikaner.[2] Auch für die Mexikanerin Rosenda Monteros, die Petra spielt, war es der erste amerikanische Film.[2]
Zwischen Brynner und McQueen gab es laut Turner Classic Movies während der Dreharbeiten Streit: Brynner sah sich als Star, weil er den Stoff entwickelt hatte, und McQueen versuchte, ihm die Szenen zu stehlen.[6] Eli Wallach, der den Banditenführer spielt, kam vom Theater. Für seine Bande holte Sturges laut TCM einige echte Banditen vor die Kamera; Einheimische brachten Wallach Schießen und Reiten bei.[6]
Wie entstand Die glorreichen Sieben?
Vorlage ist Die sieben Samurai, ein Film von Akira Kurosawa, den die japanische Firma Toho 1954 herausbrachte; das steht schon im Vorspann. Kurosawa sagte, ihn hätten amerikanische Western angeregt.[2, 3] Im Mai 1958 hatte sich Yul Brynners Firma Alciona die Rechte gesichert. Laut Library of Congress kaufte Brynner die Rechte an Kurosawas Geschichte und wählte John Sturges selbst als Regisseur aus, der sich mit Western wie Bad Day at Black Rock (1955) und Gunfight at the O.K. Corral (1957) einen Namen gemacht hatte.[2, 4]
Der Produzent Lou Morheim sagte später, er habe die Rechte zuerst gesichert und Anthony Quinn als Hauptdarsteller gefragt. Anfang 1959 sollte Brynner noch Regie führen, im April 1959 übernahm Martin Ritt, und Brynner wurde Hauptdarsteller.[2] Im August 1959 verkaufte Brynner das Projekt an die Mirisch Company, die es mit Alpha Productions herstellte, der Firma von Sturges; für Sturges war es die erste Arbeit als Produzent.[2] Das Drehbuch schrieb zuerst Walter Newman. Weil William Roberts sein Buch in Mexiko überarbeiten sollte, ließ Newman laut einer späteren Quelle seinen Namen aus dem Vorspann nehmen.[2] Quinn und Morheim zogen vor Gericht; Morheim wurde abgefunden und als Associate Producer genannt.[2]
Laut New York Times plante Mirisch-Alpha ein Budget von 2 Millionen Dollar. Gedreht wurde vom 29. Februar bis 3. Mai 1960; der Streik der Schauspielergewerkschaft vom 7. März bis 18. April 1960 erschwerte die Besetzung.[2] Kameramann war Charles Lang jr., die Musik schrieb Elmer Bernstein.[1, 2]
Wo wurde Die glorreichen Sieben gedreht?
Gedreht wurde ganz in Mexiko. Der Szenenbildner Edward Fitzgerald baute zwei Kulissen des Dorfes, eine in Tepoztlán und eine in Oacalco im Bundesstaat Morelos. Die Kapelle des Dorfes war aus Pappmaché, zwei falsche Tauben sollten echte zum Nisten anlocken. Alle Innenaufnahmen entstanden in den Estudios Churubusco in Mexiko-Stadt.[2] Turner Classic Movies nennt als Drehort außerdem Cuernavaca.[6]
Wer in Mexiko drehte, musste das Drehbuch den mexikanischen Zensoren vorlegen. Sie verlangten laut TCM zahlreiche Änderungen, damit Land und Leute im besten Licht erscheinen, etwa dass die Bauern in jeder Szene saubere Kleidung tragen.[6] Ein Zensor war bei den Dreharbeiten dabei.[2] Nach der New York Times vom Mai 1960 durfte der alte Mann den Bauern nicht raten, Revolvermänner anzuheuern; im Film rät er deshalb zum Kauf von Waffen, und erst Chris schlägt vor, Männer anzuwerben.[2]

Wie viel Wahrheit steckt in Die glorreichen Sieben?
Die wahre Geschichte dahinter
BegriffRevolverheld
Die Handlung ist erfunden. Kurosawas Die sieben Samurai spielt Ende des 16. Jahrhunderts in einem armen japanischen Dorf, das Banditen ausplündern. Die Bauern heuern für Essen eine Gruppe hungriger Samurai an, die das Dorf retten.[3] Der Filmdienst spricht von der "Abwandlung einer altjapanischen Legende".[1] Britannica nennt Kurosawas Film das Vorbild für eine heute häufige Handlung, in der sich ungleiche Figuren für einen einzigen Auftrag zusammentun.[3]
Sturges verlegte Kurosawas Geschichte in ein mexikanisches Dorf nahe der Grenze zu den USA, aus den Samurai wurden bezahlte Revolvermänner.[1, 4]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die glorreichen Sieben erzählt eine wahre Geschichte aus dem mexikanischen Grenzland.
Wie wurde Die glorreichen Sieben aufgenommen?
In New York und Los Angeles lief der Film am 23. November 1960 an.[2] Viele Kritiken fielen laut AFI ablehnend aus, auch die der New York Times.[2] Kurosawa war dagegen beeindruckt und schickte Sturges laut TCM ein Zeremonienschwert als Geschenk.[6]
Ein blasser, prätentiöser und überlanger Abglanz des japanischen Originals.
Eine spätere Wiederaufführung durch United Artists lief besser. Nach dem AFI Catalog zählten mit den Jahren viele Kritiker und Filmhistoriker den Film zu den besten Western überhaupt.[2] Elmer Bernsteins Musik war für den Oscar nominiert, unterlag aber Exodus.[2] Das Thema lief laut Library of Congress von 1962 an in Fernsehspots für Marlboro-Zigaretten, bis Zigarettenwerbung im Fernsehen 1971 verboten wurde.[4] Am 18. Dezember 2013 nahm die Library of Congress den Film in das National Film Registry auf; ihre Gesamtliste führt ihn mit dem Jahr 1961.[4, 5]
In Deutschland kam der Film am 24. Februar 1961 heraus, in der DDR am 16. August 1963; das Fernsehen der DDR zeigte ihn erstmals am 16. März 1984 im Programm DFF 1. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei. Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn spannend und lobt die Kameraarbeit und die Leistungen in den Nebenrollen.[1]

Fortsetzungen und Neuverfilmung
Die Mirisch Company drehte drei Fortsetzungen, die United Artists in die Kinos brachte: Die Rückkehr der glorreichen Sieben (Return of the Seven, 1966) von Burt Kennedy, wieder mit Yul Brynner, Die Rache der glorreichen Sieben (Guns of the Magnificent Seven) von Paul Wendkos mit George Kennedy und Der Todesritt der glorreichen Sieben (The Magnificent Seven Ride!, 1972) von George McCowan mit Lee Van Cleef.[1, 2] Für den zweiten Teil nennt der AFI Catalog 1969, der Filmdienst 1968.[1, 2] Von 1998 bis 2000 lief eine Fernsehserie von M-G-M, in der Robert Vaughn als Gast auftrat.[2]
2016 drehte Antoine Fuqua eine Neuverfilmung mit Denzel Washington als Sam Chisolm, Chris Pratt und Ethan Hawke. In Deutschland lief sie ab dem 22. September 2016.[7]
- 29.02.1960Beginn der Dreharbeiten in Mexiko, die bis zum 3. Mai 1960 dauern.[2]
- 23.11.1960Start in New York und Los Angeles.[2]
- 24.02.1961Deutsche Erstaufführung.[1]
- 16.08.1963Kinostart in der DDR.[1]
- 16.03.1984Erste Ausstrahlung im Fernsehen der DDR (DFF 1).[1]
- 18.12.2013Die Library of Congress nimmt den Film in das National Film Registry auf.[4]
Häufige Fragen
Wer spielt in Die glorreichen Sieben mit?
Yul Brynner spielt Chris, den Anführer der Sieben, Eli Wallach den Banditen Calvera. Zu den Sieben gehören außerdem Steve McQueen als Vin, Charles Bronson als O'Reilly, Robert Vaughn als Lee, Horst Buchholz als Chico, James Coburn als Britt und Brad Dexter als Harry Luck.
Wo wurde Die glorreichen Sieben gedreht?
In Mexiko. Für das Dorf baute der Szenenbildner Edward Fitzgerald zwei Kulissen, in Tepoztlán und in Oacalco im Bundesstaat Morelos; Turner Classic Movies nennt außerdem Cuernavaca. Die Innenaufnahmen entstanden in den Estudios Churubusco in Mexiko-Stadt.
Beruht Die glorreichen Sieben auf einer wahren Geschichte?
Nein. Vorlage ist der japanische Film Die sieben Samurai von Akira Kurosawa, der Ende des 16. Jahrhunderts in Japan spielt. Das mexikanische Dorf und die Bande des Calvera sind erfunden.
Wer hat die Musik zu Die glorreichen Sieben geschrieben?
Elmer Bernstein. Seine Musik war für den Oscar nominiert, der Preis ging aber an Exodus. Laut Library of Congress lief das Thema von 1962 an in der Fernsehwerbung für Marlboro-Zigaretten, bis Zigarettenwerbung im Fernsehen 1971 verboten wurde.
Wie lang ist Die glorreichen Sieben?
Der Filmdienst gibt 127 Minuten an, der AFI Catalog 126 oder 128 Minuten. Die FSK hat den Film ab 12 Jahren freigegeben.
Wie viele Teile hat Die glorreichen Sieben?
Auf den Film von 1960 folgten drei Fortsetzungen: Die Rückkehr der glorreichen Sieben (1966), Die Rache der glorreichen Sieben (1969 laut AFI Catalog, 1968 laut Filmdienst) und Der Todesritt der glorreichen Sieben (1972). Dazu kamen eine Fernsehserie von 1998 bis 2000 und 2016 eine Neuverfilmung von Antoine Fuqua.
Wann kam Die glorreichen Sieben in die deutschen Kinos?
Die deutsche Erstaufführung war am 24. Februar 1961. In der DDR lief der Film ab dem 16. August 1963, das Fernsehen der DDR zeigte ihn erstmals am 16. März 1984.
Quellen
- Filmdatenbank Die glorreichen Sieben (1960), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 21.12.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank The Magnificent Seven (1960), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Seven Samurai, Artikel von Lee Pfeiffer. Encyclopaedia Britannica. Stand 2010, aktualisiert 31.07.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Cinema with the Right Stuff Marks 2013 National Film Registry, Pressemitteilung. Library of Congress. Stand 18. Dezember 2013, überarbeitet 19. Dezember 2013. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Complete National Film Registry Listing. Library of Congress, National Film Preservation Board. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Behind the Camera: The Magnificent Seven, von Frank Miller. Turner Classic Movies. Stand 25. April 2003. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Die glorreichen Sieben (2016), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.12.2020. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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