Indigene Völker NordamerikasThema
Arktis und Subarktis: die Völker des Nordens
Kurz erklärt Arktis und Subarktis sind zwei Kulturareale im Norden Nordamerikas. Zur Arktis jenseits der Baumgrenze zählt Britannica die Inuit und die Unangan (Aleuten), zur Subarktis die Völker der Nadelwälder vom Beringmeer bis Labrador, etwa Dene, Cree und Innu. In Alaska nennt das Bureau of Indian Affairs 229 anerkannte Nationen (Liste vom 30. Januar 2026).

Arktis und Subarktis sind in der Ethnologie zwei Kulturareale im Norden Nordamerikas. Britannica zieht die Grenze an der Baumgrenze: Nördlich davon, an den Küsten und in der offenen Tundra, leben die Inuit und die Unangan (Aleuten) der Inseln im nördlichen Pazifik, südlich davon in den Nadelwäldern die Völker der Subarktis.[2] Die Subarktis reicht nach der Canadian Encyclopedia vom Beringmeer bis Labrador. Zu ihren Völkern zählt sie unter anderem Dene, Cree, Ojibwe, Atikamekw und Innu.[3] In Alaska erkennt das Bureau of Indian Affairs (BIA) 229 Nationen an, so seine Regionalseite; die Liste vom 30. Januar 2026 hat im Abschnitt Alaska 229 Einträge.[5, 24]
Die Inuit und verwandte Völker in Alaska hießen lange "Eskimo"; Britannica nennt das Wort heute abwertend (mehr im Abschnitt Wer war mit "Eskimo" gemeint?).[17]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den drei indigenen Völkern Kanadas die Seite First Nations, Inuit und Métis.
Was ist ein Kulturareal?
Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein zusammenhängendes Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften viele Merkmale teilen. Die Ethnologie grenzte solche Gebiete um 1900 ab, und bis heute gehören sie zu den meistgenutzten Rahmen, um Kulturen zu beschreiben.[1] Arktis und Subarktis sind also Einteilungen der Wissenschaft. Die Menschen selbst nennen sich Inuit, Dene ("Menschen"), Innu oder, wie die Cree in Québec, Eeyou.[3, 13, 14, 17] Für das heutige Kanada zählt die Canadian Encyclopedia sechs Kulturareale. Feste Grenzen wie Provinzen oder Staaten haben sie nicht.[3]
Arktis und Subarktis trennt Britannica nach der Umwelt. Der wichtigste Übergang ist danach die Baumgrenze am Nordrand des Nadelwalds, der Taiga. In Nordamerika lebten in Wald und Waldtundra nur Native Americans beziehungsweise First Nations, an den Küsten und in der Küstentundra nur Inuit und Unangan; deshalb rechnet Britannica in diesem Artikel nur diese beiden zu den Völkern der Arktis.[2] Teile der Subarktis reichen nach der Canadian Encyclopedia bis in die Arktis hinein.[3] Manche Nationen gehören zu zwei Räumen: Die Algonkin jagten und handelten vor der Ankunft der Europäer im östlichen Waldland und in der Subarktis.[18]
Siehe auch Nordöstliches Waldland und Große Seen und, für die Cree der Prärie, Plains.
Landschaft und Klima
Die Subarktis besteht nach der Canadian Encyclopedia zum größten Teil aus einer rund fünf Millionen Quadratkilometer großen Zone borealen Walds zwischen der arktischen Tundra im Norden und den Gebirgen, Ebenen und Laubwäldern weiter im Süden. Drei Viertel des Gebiets liegen auf dem Kanadischen Schild und in den Tiefländern der Hudson Bay und des Mackenzie. Unzählige Seen und Flüsse durchziehen das Land, im Westen kommen Gebirge, Hochebenen und das Tiefland des Yukon dazu.[3]
Elche, Karibus, Schwarzbären, Biber und Hasen lieferten Nahrung und Material. Vielfraß, Otter, Marder, Nerz, Luchs, Wolf, Fuchs und andere Tiere gaben die Felle für den Handel. In Flüssen und Seen leben viele Arten von Renken, dazu Hechte und Seesaiblinge.[3]
Die Arktis stellt man sich oft karg und feindlich vor. Britannica hält dieses Bild für die Sprache fremder Entdecker; den indigenen Bewohnern sei der Norden vertraut und großzügig. Kennzeichnend ist der Wechsel der Jahreszeiten: Das Dauerlicht des Sommers lässt die Pflanzen schnell wachsen und lockt viele Zugtiere an, und an manchen Küsten bringen warme Strömungen reiches Leben ins Meer. Die Nahrung, meist von Tieren, gibt es zu bestimmten Zeiten in großen Mengen, zu anderen kaum.[2]

Beringia
Im Nordwesten liegt Beringia, das Land- und Meeresgebiet zwischen dem Fluss Lena in Russland und dem Mackenzie in Kanada. Gegen Ende der Eiszeit sank der Meeresspiegel stellenweise um bis zu 300 Fuß (rund 90 Meter), und unter der Beringstraße kam eine flache, baumlose Graslandschaft zum Vorschein, die Asien und Nordamerika verband. Pflanzen und Tiere wanderten über diese Landbrücke, und Menschen folgten ihnen. Zu beiden Seiten der Beringstraße verbinden Sprache, Verwandtschaft und Überlieferung die Menschen bis heute, schreibt der National Park Service.[11]
Mehr dazu auf der Seite Die ersten Menschen in Nordamerika.
Wie lebten die Völker der Arktis und Subarktis?
Britannica unterscheidet im hohen Norden vier Lebensweisen. Im Wald selbst lebten kleine, weit verstreute Gruppen, die Landtiere, Vögel und Fische nutzten. Zwischen Wald und Tundra hingen Menschen das ganze Jahr von den Karibuherden ab, die im Frühjahr in die Tundra und im Herbst zurück in den Wald ziehen; in Nordamerika jagten sie die Herden auf ihren Wanderungen. Bei den Inuit war am häufigsten der umgekehrte Wechsel: im Winter und Frühjahr Jagd auf Meeressäuger an der Küste, im Sommer und Herbst Karibujagd und Fischfang in der Tundra. An der nördlichen Pazifikküste schließlich lebten die Menschen ganzjährig in größeren Siedlungen vom Meer.[2]
In der Subarktis lebten die Menschen nach der Canadian Encyclopedia von Jagd, Fischfang, Fallenstellen und dem Sammeln wilder Pflanzen; für Ackerbau eignete sich das Land nicht. Die Männer jagten meist das Großwild, die Frauen fingen Hasen in Schlingen, fischten, schnitten und trockneten Fleisch und gerbten Häute. Eine Gemeinschaft zählte meist 25 bis 30 Menschen und zog in einem fest umrissenen Gebiet umher, je nachdem, wo es gerade Wild gab. Für Reisen im Winter waren Schneeschuhe unverzichtbar, schwere Lasten zogen die Menschen auf Toboggans.[3]
Formelle Anführer hatten die meisten Gruppen der Subarktis vor dem Kontakt mit Europäern nach der Canadian Encyclopedia nicht. Die Menschen schlossen sich Personen an, die für eine Aufgabe wie Handel, Krieg oder eine gemeinsame Jagd Verantwortung übernahmen. Erst Pelzhändler versuchten, Anführer mit großer Macht einzusetzen, um die Menschen an den Handelsposten besser zu lenken. Wer mit einer Entscheidung nicht einverstanden war, konnte sich einer anderen Gruppe anschließen.[3]
Zum deutschen Wort für solche Anführer siehe Häuptling.
Häuser im Norden
Das Alaska Native Heritage Center in Anchorage zeigt nachgebaute Häuser der Völker Alaskas. Das Blockhaus der Dene folgt dem Vorbild der Dena'ina Athabasken von Eklutna; in kälteren Gegenden setzten die Dene ihre Häuser zwei bis fünf Fuß (0,6 bis 1,5 Meter) tief in den Boden. Das Ulax der Unangax̂ auf den Aleuten war ein länglicher, halb unterirdischer Bau aus Treibholz oder Walknochen, gedeckt mit Soden und Gras, in den man über eine Leiter durch das Dach stieg.[4] Das Iglu aus Schneeblöcken bauten nach Britannica nur Inuit in Kanada und Grönland zwischen dem Mackenzie-Delta und Labrador, als Winterhaus oder Unterkunft auf der Jagd.[21]

Völker der Arktis und Subarktis
Arktis
In der Arktis leben die Inuit. Ihre Heimat in Kanada heißt Inuit Nunangat und umfasst nach Inuit Tapiriit Kanatami (ITK) 40 Prozent der Landfläche und 72 Prozent der Küste des Landes, mit den vier Regionen Inuvialuit, Nunavut, Nunavik und Nunatsiavut.[9] Bei der Volkszählung 2021 zählte Statistics Canada 70.545 Inuit.[10] In Alaska nennt Britannica die Iñupiat im Norden und die Yupiit und Cupiit im Südwesten als Inuit. Die Yupiit haben sich nach Britannica politisch für die Bezeichnung Inuit entschieden, manche Anthropologen halten sie für kulturell eigenständig; das Alaska Native Heritage Center zeigt Iñupiat sowie Yupiit und Cupiit in getrennten Nachbauten. Kulturell verwandt sind die Unangan, auch Aleuten genannt, auf den Aleuten.[17, 4]
Alaska
Das BIA zählt in Alaska 229 anerkannte Nationen mit mehr als 180.000 Mitgliedern, von Ketchikan im Südosten bis Barrow (heute Utqiaġvik) am Nordpolarmeer und von Eagle an der Grenze zum Yukon bis Atka auf den Aleuten.[5, 26] Die Liste vom 30. Januar 2026 (91 FR 4102) hat im Abschnitt Alaska 229 Einträge; vier davon verweisen mit "See" auf einen anderen Eintrag, etwa Arctic Village auf die Native Village of Venetie Tribal Government.[24] Das Alaska Native Heritage Center stellt die Kulturen des Staates in Nachbauten ihrer Häuser vor: Dene (Athabasken), Yupiit und Cupiit, Iñupiat und Sivuqam Yupigi, Sugpiat (Alutiit) von Kodiak und den Halbinseln Alaska und Kenai, Unangax̂ sowie die Kulturen des Südostens, die das Zentrum dAXunhyuu, Łingít, Xaadas und Ts'msyenm schreibt. Die BIA-Liste führt auch den Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes und die Yakutat Tlingit Tribe auf.[24] Mehr zu den Tlingit und den Haida, die zum Kulturraum Nordwestküste zählen, steht auf ihren Seiten. In Alaska werden nach dem Zentrum zwanzig indigene Sprachen aus vier Sprachfamilien gesprochen.[20]
Subarktis in Kanada
Die meisten Völker der östlichen Subarktis sprechen nach der Canadian Encyclopedia Algonkin-Sprachen, die der westlichen meist athapaskische, auch Dene-Sprachen genannt. Dene bedeutet "Menschen" und bezeichnet die Sprecher athapaskischer Sprachen ebenso wie die Dene Nation. Sprachwissenschaftler unterscheiden in der westlichen Subarktis mit Alaska mehr als 20 nördliche Dene-Sprachen.[3] Die Dene Nation ist die politische Organisation der Dene von Denendeh, dem "Land der Menschen".[15]
Zu den Völkern mit Algonkin-Sprachen gehören die Cree, die sich in Québec Eeyou nennen, die Ojibwe und die Innu.[3, 13] Die Innu Nation vertritt die Innu in Labrador, rund 3.200 Menschen, von denen die meisten in Sheshatshiu und Natuashish leben; seit 2006 sind sie nach dem Indian Act anerkannt.[14] Die Innu bauten nach der Canadian Encyclopedia eine Wirtschaft mit Fallenstellerei und festen Handelsbeziehungen zu den Europäern auf. Später siedelte die Bundesregierung sie gegen ihren Willen in feste Orte um, oft mit schlimmen sozialen Folgen.[3]
Im Westen leben in den Nordwest-Territorien unter anderem die Gwich'in, die Dene und Métis des Sahtu-Gebiets und die Tłı̨chǫ; mit ihnen hat Kanada moderne Abkommen über Land und Selbstverwaltung geschlossen.[8, 23] Die Sprache Gwich'in, eine athapaskische Sprache, sprachen 2021 laut Statistics Canada 275 indigene Menschen gut genug für ein Gespräch.[10] Viele Völker des Yukon unterscheidet die Regierung der Tr'ondëk Hwëch'in nach ihren Sprachen, von denen viele zur athapaskischen Familie gehören. Hän sprachen die Menschen am Yukon River im Westen des Yukon und im Osten Alaskas; im späten 19. Jahrhundert gab es drei Gruppen, zwei in Alaska und die Tr'ondëk Hwëch'in an der Mündung des Klondike.[12]
Die Métis sind eines der drei indigenen Völker, die Kanadas Verfassung nennt.[10] Im Norden schlossen Dene und Métis des Sahtu-Gebiets gemeinsam ein Abkommen, das seit 1994 gilt.[8, 23] Auch Tlingit leben im Inland: Die Canadian Encyclopedia nennt die Tlingit unter den Gruppen der Subarktis,[3] und der Teslin Tlingit Council im Yukon unterzeichnete 1993 sein Final Agreement.[8]
Geschichte: Pelzhandel, Alaska-Kauf und Goldrausch
Der Kontakt mit Europäern veränderte die Subarktis tief. Viele Gruppen wurden nach der Canadian Encyclopedia bald abhängig vom Pelzhandel, zuerst für Gewehre, Messer, Äxte, Kochtöpfe und Kleidung, später auch für Nahrung: Sie fingen nun die Tiere, die der europäische Markt verlangte, und jagten weniger für den eigenen Bedarf. Gruppen zogen näher an die Handelsposten, viele Wild- und Pelztiere wurden selten, und Pocken, Tuberkulose, Masern und Grippe töteten viele Menschen. Schon im 17. Jahrhundert lösten die ersten Kontakte große Wanderungen aus, etwa bei den Cree.[3]
Die Cree wurden Zwischenhändler zwischen der Hudson's Bay Company und den Dene im Westen. Nach den Reisen von Alexander Mackenzie am Peace River und am Mackenzie ab 1789 baute die konkurrierende North West Company Posten bei den Dene; 1821 übernahm die Hudson's Bay Company diese Posten. Auf Neufundland waren die Beothuk bis 1829 durch den Verlust ihres Landes und Tötungen durch Europäer ganz zerstreut.[3] Mehr dazu auf der Seite Pelzhandel: Kompanien, Handelsposten und Trapper. Missionare und die Internatsschulen (residential schools) zwangen viele Menschen der Subarktis, Teile des Christentums anzunehmen; manche bewahrten ihre eigenen Überlieferungen oder verbanden beides.[3]
Siehe Internatsschulen für indigene Kinder.
Am 30. März 1867 einigte sich US-Außenminister William Seward mit dem russischen Gesandten Edouard de Stoeckl auf den Kauf Alaskas für 7,2 Millionen Dollar. Der Senat stimmte am 9. April zu, und mit dem Kauf endete die Präsenz Russlands in Nordamerika.[19]
Siehe Der Alaska-Kauf 1867.
Im Yukon kam 1851 der Händler Robert Campbell durch das Land der Hän, 1874 entstand mit Fort Reliance der erste Handelsposten im Gebiet der Tr'ondëk Hwëch'in. 1886 brachte ein Goldfund am Fortymile River viele Fremde. 1896 löste Gold am Rabbit Creek, später Bonanza Creek, den Klondike-Goldrausch aus; nach den Tr'ondëk Hwëch'in kamen rund 30.000 Neuankömmlinge. Bergleute und Siedler verdrängten die Tr'ondëk Hwëch'in von ihrem Fischlager Tr'ochëk; Chief Isaac führte sie nach Moosehide, wo 1900 ein Reservat entstand.[12]
Mehr dazu auf den Seiten Dawson City, Der Klondike-Goldrausch und Jack London und der Klondike.

Wer war mit "Eskimo" gemeint?
"Eskimo" war lange der Name für die Inuit. Britannica hält eine Herkunft aus der Sprache der Mi'kmaq im Osten Kanadas für möglich, in der ein ähnlich klingendes Wort "Esser von rohem Fleisch" bedeutet. Die Inuit nannten sich selbst nicht so, bis Menschen aus dem Süden das Wort einführten. Britannica nennt es heute abwertend und beleidigend, auch in Alaska, wo es früher weit verbreitet war, und schreibt, im 21. Jahrhundert habe "Inuit" es weitgehend ersetzt.[17] Zwei Einträge der BIA-Liste tragen das Wort bis heute im Namen: die Chinik Eskimo Community (Golovin) und die Nome Eskimo Community.[24]
Das National Museum of the American Indian schreibt, Inuit, Yup'ik und Aleut in der Arktis sähen sich als kulturell eigenständig gegenüber den "Indians".[16] Im US-Recht steht das Wort bis heute: Nach der Grundregel des Alaska Native Claims Settlement Act gehören US-Bürger zu den Alaska Natives, die mindestens zu einem Viertel von "Alaska Indian", "Eskimo" oder "Aleut" abstammen (im Gesetz "blood"), allein oder in Kombination.[22]
Mehr zur Herkunft der Inuit und zu ihren Namen steht auf der Seite Inuit.
Arktis und Subarktis heute
Der Alaska Native Claims Settlement Act vom 18. Dezember 1971 sollte alle Landansprüche der Alaska Natives schnell, ohne Prozesse und ausdrücklich ohne ein System von Reservaten regeln.[6] Er sah vor, Alaska in zwölf Regionen zu teilen, deren Bewohner möglichst ein gemeinsames Erbe und gemeinsame Interessen haben sollten; in jeder Region sollten fünf Gründer eine Regionalgesellschaft (Regional Corporation) gründen.[7]
Wie das Gesetz die Tlingit und Haida betraf, beschreibt die Seite Tlingit.
In Kanada regeln moderne Abkommen (modern treaties) Land und Selbstverwaltung vieler Nationen des Nordens; die Regierung setzt derzeit 27 solcher Abkommen um. Das erste war das James Bay and Northern Quebec Agreement von 1975, das erste nördlich des 60. Breitengrads das Inuvialuit Final Agreement von 1984.[8] Die Entschädigung aus dem James-Bay-Abkommen beträgt nach dem Grand Council of the Crees 225 Millionen Dollar für Cree und Inuit, gezahlt über 20 Jahre.[13]
| Abkommen | Nationen | unterzeichnet | in Kraft |
|---|---|---|---|
| James Bay and Northern Quebec Agreement | Cree und Inuit in Québec | 1975[8] | 1977[8] |
| Inuvialuit Final Agreement | Inuvialuit | 1984[8] | 1984[8] |
| Gwich'in Comprehensive Land Claim Agreement | Gwich'in | 1992[8] | 1992[8] |
| Nunavut Agreement | Inuit in Nunavut | 1993[8] | 1993[8] |
| Sahtu Dene and Metis Comprehensive Land Claim Agreement | Dene und Métis des Sahtu-Gebiets | 1993[25] | 1994[8, 23] |
| Tr'ondëk Hwëch'in Final Agreement | Tr'ondëk Hwëch'in | 1998[8] | 1998[8] |
| Tłı̨chǫ Land Claims and Self-Government Agreement | Tłı̨chǫ | 2005[8] | 2005[8] |
| Labrador Inuit Land Claims Agreement | Inuit von Nunatsiavut | 2005[8] | 2005[8] |
| Nunavik Inuit Land Claims Agreement | Inuit von Nunavik | 2006[8] | 2008[8] |
Die Liste der Regierung nennt für den Yukon allein elf Final Agreements einzelner First Nations, die ersten vier 1993 unterzeichnet, darunter das des Teslin Tlingit Council und das der Vuntut Gwitchin.[8] Die Tr'ondëk Hwëch'in reichten 1973 mit anderen First Nations des Yukon eine Landforderung ein, schlossen 1998 ihr Final Agreement und regieren sich heute mit einem eigenen Abkommen über Selbstverwaltung selbst.[12] Die Innu Nation in Labrador verhandelt weiter mit Bund und Provinz über Landrechte und Selbstverwaltung.[14] Am 1. April 1999 wurde Nunavut ein eigenes Territorium mit der Hauptstadt Iqaluit (mehr auf der Seite Inuit).[9]
Mehr zur Gegenwart auf den Seiten Indigene Völker heute und First Nations, Inuit und Métis in Kanada.
Zeitleiste: Arktis und Subarktis
- 1789Alexander Mackenzie beginnt seine Erkundungsreisen am Peace River und am Mackenzie; die North West Company baut danach Handelsposten bei den Dene.[3]
- 1821Die Hudson's Bay Company übernimmt die Handelsposten der North West Company im Gebiet der Dene.[3]
- 1829Auf Neufundland sind die Beothuk durch den Verlust ihres Landes und Tötungen durch Europäer zerstreut.[3]
- 30.03.1867Die USA vereinbaren mit Russland den Kauf Alaskas für 7,2 Millionen Dollar.[19] Alaska-Kauf
- 1874Fort Reliance entsteht als erster Handelsposten im Land der Tr'ondëk Hwëch'in.[12]
- 1896Gold am Rabbit Creek, später Bonanza Creek, löst den Klondike-Goldrausch aus.[12] Klondike-Goldrausch
- 1900Bei Moosehide entsteht ein Reservat für die Tr'ondëk Hwëch'in.[12]
- 18.12.1971Der Alaska Native Claims Settlement Act soll die Landansprüche der Alaska Natives regeln, ohne Reservate.[6]
- 11.11.1975Cree und Inuit in Québec schließen das James Bay and Northern Quebec Agreement.[8, 13] Cree
- 1984Inuvialuit Final Agreement, das erste moderne Abkommen nördlich des 60. Breitengrads.[8]
- 1992Gwich'in Comprehensive Land Claim Agreement.[8]
- 1993Nunavut Agreement; in Yukon unterzeichnen vier First Nations ihre ersten Final Agreements.[8]
- 1994Das Sahtu Dene and Metis Comprehensive Land Claim Agreement, 1993 unterzeichnet, tritt in Kraft.[8, 25]
- 1998Tr'ondëk Hwëch'in Final Agreement.[8, 12]
- 01.04.1999Nunavut wird ein eigenes Territorium.[9] Inuit
- 2005Tłı̨chǫ Land Claims and Self-Government Agreement und Labrador Inuit Land Claims Agreement.[8]
Karte: Nationen der Arktis und Subarktis
- 1Cree (Fort Carlton (Saskatchewan), Ort der Verhandlungen über Treaty 6) 52,87° N, 106,53° W[27]
- 2Algonkin (Kitigan Zibi bei Maniwaki (Québec), größte Gemeinde der Algonkin) 46,35° N, 75,98° W[28]
- 3Ojibwe (Sault Ste. Marie (Michigan), Sitz des Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians) 46,48° N, 84,37° W[29]
- 4Métis (Winnipeg, früher Red River Settlement) 49,88° N, 97,15° W[30, 31]
- 5Inuit (Iqaluit, Hauptstadt von Nunavut) 63,75° N, 68,52° W[32]
Alle Seiten zu Arktis und Subarktis
Völker
Orte und Geschichte
- Dawson City
- Der Klondike-Goldrausch
- Der Alaska-Kauf 1867
- Pelzhandel: Kompanien, Handelsposten und Trapper
- Die ersten Menschen in Nordamerika
Weitere Kulturräume
- Plains
- Nordwestküste
- Nordöstliches Waldland und Große Seen
- Südwesten
- Südosten
- Kalifornien
- Great Basin und Plateau
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Arktis und Subarktis?
Die Grenze ist die Baumgrenze. Nördlich davon, an den Küsten und in der Tundra, liegt die Arktis mit den Inuit und den Unangan. Südlich davon liegt die Subarktis, ein breiter Gürtel aus Nadelwald vom Beringmeer bis Labrador. Beide Namen sind Einteilungen der Ethnologie, keine Selbstbezeichnungen.
Welche Völker leben in der Arktis?
In Nordamerika zählt Britannica nur die Inuit und die Unangan (Aleuten) zu den Völkern der Arktis. Zu den Inuit zählt Britannica in Kanada auch die Inuvialuit, in Alaska die Iñupiat sowie die Yupiit und Cupiit im Südwesten. Die Yupiit haben sich nach Britannica politisch für die Bezeichnung Inuit entschieden.
Welche Völker leben in der Subarktis?
Im Osten vor allem Völker mit Algonkin-Sprachen wie Cree, Innu, Ojibwe und Atikamekw, im Westen Völker mit athapaskischen Sprachen, auch Dene-Sprachen genannt, etwa die Gwich'in und die Dene des Sahtu-Gebiets. Im Yukon leben unter anderem die Tr'ondëk Hwëch'in, deren Sprache Hän ist. Auch die Algonkin am Ottawa River lebten zum Teil in der Subarktis.
Wie viele Nationen gibt es in Alaska?
Das Bureau of Indian Affairs nennt auf seiner Regionalseite (ohne Datum) 229 von den USA anerkannte Nationen mit mehr als 180.000 Mitgliedern. Die Liste vom 30. Januar 2026 führt im Abschnitt Alaska 229 Einträge, vier davon sind Verweise auf andere Einträge. Nach dem Alaska Native Heritage Center werden dort zwanzig indigene Sprachen aus vier Sprachfamilien gesprochen.
Was regelte der Alaska Native Claims Settlement Act?
Das Gesetz vom 18. Dezember 1971 sollte alle Landansprüche der Alaska Natives schnell und ohne Prozesse regeln, ausdrücklich ohne ein System von Reservaten. Es sah vor, Alaska in zwölf Regionen zu teilen und in jeder Region eine Regionalgesellschaft (Regional Corporation) zu gründen.
Ist "Eskimo" ein Schimpfwort?
Britannica nennt das Wort heute abwertend und beleidigend; es ist weitgehend durch Inuit ersetzt. Es kommt womöglich aus der Sprache der Mi'kmaq und wurde von Außenstehenden eingeführt. Im US-Recht steht es noch, etwa im Alaska Native Claims Settlement Act von 1971.
Wohnten alle Völker des Nordens in Iglus?
Nein. Das Iglu aus Schneeblöcken bauten nach Britannica nur Inuit zwischen dem Mackenzie-Delta und Labrador, als Winterhaus oder für die Jagd. Die Unangan lebten in halb unterirdischen Häusern aus Treibholz oder Walknochen, die Dene in Alaska auch in Blockhäusern.
Quellen
- Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: culture area. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Arctic, Abschnitt The people. Encyclopaedia Britannica, Tim Ingold und weitere Autoren. Stand 13.02.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Robin Ridington: Subarctic Indigenous Peoples in Canada. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 04.03.2015 (zuerst 19.09.2012). abgerufen am 26.10.2026
- Museum ANHC's Interactive Campus Map (Village Sites). Alaska Native Heritage Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Alaska Region. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 43 U.S. Code § 1601, Congressional findings and declaration of policy (Alaska Native Claims Settlement Act, Pub. L. 92-203 vom 18.12.1971). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 43 U.S. Code § 1606, Regional Corporations (Alaska Native Claims Settlement Act). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Modern treaties. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 17.02.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation About Canadian Inuit. Inuit Tapiriit Kanatami. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Indigenous population continues to grow and is much younger than the non-Indigenous population, although the pace of growth has slowed (The Daily). Statistics Canada. Stand 21.09.2022. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Beringia. National Park Service, Bering Land Bridge National Preserve. Stand 21.06.2023. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Timeline: The Crees of Yesterday and Today. Grand Council of the Crees (Eeyou Istchee) und Cree Nation Government. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Museum The Impact of Words and Tips for Using Appropriate Terminology (Native Knowledge 360). Smithsonian, National Museum of the American Indian. Stand 20.08.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Inuit. Encyclopaedia Britannica; Inuit Circumpolar Council, Karla Jessen Williamson und The Editors of Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Meredith Jean Black: Algonquin. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.04.2025 (zuerst 30.09.2007). abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Purchase of Alaska, 1867 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). Office of the Historian, U.S. Department of State. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 43 U.S. Code § 1602, Definitions (Alaska Native Claims Settlement Act). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Northwest Territories: Final Agreements and Related Implementation Matters. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 12.07.2023. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Sahtu Dene and Metis Comprehensive Land Claim Agreement, Volume I. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 1993 (Seite geändert 15.09.2010). abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files, Places: Alaska. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty Texts: Treaty No. 6. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 1876 (Seite geändert 22.09.2021). abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Algonquins (Anichinabés), Profil des nations. Gouvernement du Québec. Stand 05.12.2025. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2025 U.S. Gazetteer Files: Places, Eintrag Sault Ste. Marie city, Michigan (Datei 2025_Gaz_place_national). U.S. Census Bureau. Stand 2025. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation The Red River Métis: La Nouvelle Nation. Manitoba Métis Federation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Canadian Geographical Names Database: Winnipeg (GBEIN). Natural Resources Canada. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Iqaluit (Eintrag der Canadian Geographical Names Database). Natural Resources Canada, Geographical Names Board of Canada. Stand Namensentscheid 19.04.2001. abgerufen am 26.10.2026
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