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Algonkin

Kurz erklärt Die Algonkin (englisch Algonquin) sind ein indigenes Volk in Kanada, dessen Land am Ottawa River und seinen Zuflüssen in Québec und Ontario liegt. Heute leben sie vor allem in neun Gemeinden in Québec mit zusammen 14.918 eingetragenen Mitgliedern (Ende 2025) und in Pikwàkanagàn in Ontario. Gemeint ist das einzelne Volk, nicht die viel größere Familie der Algonkin-Sprachen.

Breiter Fluss zwischen bewaldeten Ufern mit dunklen Fichten und gelben Birken im Herbst, das Wasser glänzt im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Algonkin, englisch Algonquin, sind ein indigenes Volk in Kanada. Ihr traditionelles Land umfasst Teile des westlichen Québec und des angrenzenden Ontario; in seiner Mitte liegen der Ottawa River und seine Zuflüsse.[1] Bei der Volkszählung 2021 gaben 30.390 Menschen an, Vorfahren aus diesem Volk zu haben.[1] Im Deutschen ist auch von "Algonkin-Indianern" die Rede. Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den Völkern Kanadas die Seite First Nations, Inuit und Métis in Kanada.

Algonkin, Algonquin, Algonkin-Sprachen: Wer ist gemeint?

Im Englischen unterscheiden sich die Wörter. Algonquin bezeichnet ein Volk mit eigener Sprache und Kultur. Algonquian, auch Algonkian geschrieben, meint nach der Canadian Encyclopedia eine viel größere sprachliche und kulturelle Gruppe, zu der etwa die Anishinaabeg, die Innu und die Cree gehören.[1, 2] Britannica nennt Algonquin dagegen einen Dialekt des Ojibwe.[14] Im Deutschen heißen oft beide Algonkin; der Duden leitet zum Beispiel das Wort Manitu "aus dem Algonkin" ab und meint damit eine Sprache.[12] Um das Volk am Ottawa River geht es hier. Die Sprachfamilie und ihre Völker stellt die Seite Nordöstliches Waldland und Große Seen vor.

Die Canadian Encyclopedia teilt die Algonkin-Sprachen im östlichen Waldland in zwei Zweige: Zum zentralen gehören Ojibwe, Odawa, Nipissing und Algonquin, zum östlichen Abenaki, Mi'kmaq und Maliseet.[2] Bei der Volkszählung 2021 war die Algonkin-Sprachgruppe die größte in Kanada; rund 160.980 Menschen gaben an, eine ihrer Sprachen zu können. Das Algonquin selbst gilt als gefährdet, 2021 konnten es 1.925 Menschen.[1] Mit den Ojibwe und den Odawa sind die Algonkin eng verwandt und bilden mit ihnen die größere kulturelle Gruppe der Anishinaabeg, in der Einzahl Anishinaabe.[1]

Wie nennen sich die Algonkin selbst?

Eine einheitliche Schreibweise gibt es nicht. Die Canadian Encyclopedia nennt die Sprache Omàmiwininìmowin; das Stammwort Omàmiwininì werde in der Gemeinschaft oft für die Algonkin im engeren Sinn gebraucht.[1] Die Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation in Ontario nennen ihr Kulturzentrum "Omàmiwininì Pimàdjwowin" (englisch "The Algonquin Way").[7] Kitigan Zibi in Québec schreibt auf seiner Startseite von den "Kitigan Zibi Anishinaabe" und zugleich von den Mitgliedern der "Algonquin First Nation"; die Bundesbehörde führt die Gemeinde als Kitigan Zibi Anishinabeg.[4, 5]

Die Regierung von Québec schreibt "Algonquins (Anichinabés)", übersetzt Anichinabés mit "reine Menschen" und nennt die Sprache Anishnabemowin. Unter den Namen der Gemeinden stehen auch "La Nation Anishnabe du Lac-Simon" und "Communauté anicinape de Kitcisakik".[3, 4] Ein bekannter Ortsname kommt laut Canadian Encyclopedia aus der Sprache der Algonkin: Québec, vom Wort kébec, "wo der Fluss enger wird".[1]

Woher kommen die Algonkin?

Vor der Ankunft der Europäer jagten und handelten die Algonkin-Nationen in großen Gebieten des östlichen Waldlands und der Subarktis und waren weitgehend unabhängig voneinander.[1] Ihr Kerngebiet ist das Einzugsgebiet des Ottawa River. Die Regierung Ontarios schreibt, die Grenzen der heutigen Landforderung folgten weitgehend diesem Einzugsgebiet, das die Algonkin früher nutzten und bewohnten.[8] Wie andere Anishinaabeg lebten sie laut Canadian Encyclopedia in Wigwams aus Birkenrinde, die sich leicht abbauen ließen, und gaben ihr Wissen in mündlicher Überlieferung weiter.[1]

Herbstlicher Mischwald mit gelben Birken und dunklen Fichten, Moos und Laub am Boden, Sonnenstrahlen zwischen den Stämmen
Herbstlicher Mischwald im Osten Kanadas Bild: KI-generiert

Gesellschaft und Familie

Die Gemeinschaften bestanden laut Canadian Encyclopedia aus verwandten Clans, die der väterlichen Linie folgten. Jeder Clan stand für ein Tier, etwa Kranich, Wolf, Bär oder Seetaucher. Die Gemeinschaften waren egalitär, geführt wurden sie von angesehenen Älteren und den Oberhäuptern der Clans. Innerhalb eines Clans durfte niemand heiraten, auch wenn die Partner aus verschiedenen Gemeinschaften kamen.[1]

Wie die Algonkin mit Nachbarn auskamen, hing nach derselben Quelle von den Verhältnissen vor Ort ab; meist dämpften Verwandtschaften die Spannungen, gleich welche Sprache die Nachbarn sprachen. Mit den Nationen der Haudenosaunee (früher Irokesen genannt) herrschte dagegen vor allem im 17. und 18. Jahrhundert Feindschaft. Einige Algonkin lebten aber friedlich neben katholischen Haudenosaunee in Oka, einer Missionsreserve bei Montreal.[1]

Wirtschaft und Ernährung

Nach der Regierung von Québec lebten die Algonkin traditionell von Jagd, Fischfang, Fallenstellerei und Sammeln, im Wechsel der Jahreszeiten. Im Sommer kamen viele zu großen Treffen zusammen, bei denen auch Hochzeiten gefeiert wurden; im Herbst zogen die Familien in ihre Jagdgebiete und verbrachten dort den Winter.[3] Im Süden, wo Klima und Boden es erlaubten, bauten manche Gruppen laut Canadian Encyclopedia auch Feldfrüchte an.[1]

Mit den Franzosen kam der Pelzhandel. Um ihn zu sichern, schlossen die Algonkin-Gruppen militärische und Handelsbündnisse mit indigenen Partnern und mit den Franzosen.[1] 1613 wollte Champlain mit ihrer Hilfe über den Ottawa River bis zur Hudson Bay vordringen. Tessouat, ein Anführer der Algonkin, der auf einer Insel im Fluss lebte, lehnte es ab, ihn weiter nach Norden zu begleiten. Nach dem Dictionary of Canadian Biography wollten die Algonkin ihre Stellung an den Stromschnellen am Beginn eines Tragwegs halten und damit weiter den Handel zwischen dem Westen und dem Sankt-Lorenz-Strom kontrollieren.[11]

Felsiges Ufer eines stillen Sees mit Birken und Nadelwald im warmen Abendlicht
Seeufer im Osten Kanadas Bild: KI-generiert

Glaube

Missionare bekehrten viele Algonkin zum Christentum, viele religiöse Vorstellungen und Bräuche bestehen laut Canadian Encyclopedia aber fort. In vielen mündlichen Überlieferungen der Algonkin ist Manitou der Geist oder die Lebenskraft, die allem zugrunde liegt; nach derselben Quelle zeigt er sich in verschiedenen Gestalten, darunter Windigo, Wisakedjak und Nanabozo.[1] Zum Wort und seiner Geschichte siehe die Seite Manitu: Bedeutung und Herkunft. Viele Nationen mit Algonkin-Sprachen kennen nach der Canadian Encyclopedia die Midewiwin (Grand Medicine Society), die bis heute besteht.[2] Mehr zu Glaube und Zeremonien allgemein steht auf der Seite Glaube, Symbole und Zeremonien.

Das Bündnis mit Champlain 1603 und der Zug von 1609

Die erste bekannte Begegnung mit Europäern fand 1603 bei Tadoussac statt.[1] Am 27. Mai 1603 trafen die Franzosen um Samuel de Champlain und François Gravé Du Pont dort auf Innu, die die Franzosen Montagnais nannten, und deren Verbündete unter den Algonkin und den Etchemin, nach dem Dictionary of Canadian Biography etwa tausend Menschen.[11] Die Algonkin wurden mit den Innu und den Wendat (Huronen) Verbündete der Franzosen gegen die Haudenosaunee.[1]

Im Juni 1609 baten 200 bis 300 Wendat und Algonkin Champlain, mit ihnen gegen ihre Feinde, die Mohawk, zu ziehen. Von der Mündung des Richelieu an gingen nur noch etwa 60 indigene Kämpfer mit; an den Stromschnellen von Chambly kehrten die übrigen Franzosen um, nur Champlain und zwei Begleiter zogen im Kanu der Verbündeten weiter. Im Juli erreichten sie den See, der heute Lake Champlain heißt, und trafen bei Ticonderoga im heutigen Staat New York auf die Mohawk. Champlain tötete mit seiner Muskete zwei ihrer Anführer und verwundete einen weiteren Mohawk tödlich.[11] Für Innu und Algonkin war der Zug nach dem Dictionary of Canadian Biography Teil des Bündnisses von 1603. 1610 siegten die Verbündeten erneut über die Mohawk; danach gab Champlain den jungen Étienne Brûlé zu Iroquet, einem Anführer der Algonkin, damit er die Sprache lerne und Dolmetscher werde.[11] Dass Champlain mit Feuerwaffen in die Kriege der Nationen eingriff, veränderte deren Kriegführung laut derselben Quelle tiefgreifend.[11]

Die Algonkin im 19. Jahrhundert

Kriege mit den Haudenosaunee und Krankheiten, die europäische Händler und Missionare einschleppten, schwächten in der Zeit des Pelzhandels die Gemeinschaften der Algonkin stark. Nach dem Frieden von Montreal 1701, der die Feindschaft mit den Haudenosaunee beendete, reisten viele Algonkin regelmäßig nach Montreal und handelten mit Pelzen.[1] Als die Briten Frankreich in Nordamerika besiegt und 1763 die Königliche Proklamation erlassen hatten, beanspruchten die Algonkin laut Canadian Encyclopedia große Teile des Einzugsgebiets des Ottawa River; die zunehmende Besiedlung bedrohte diese Rechte aber.[1]

Im 19. Jahrhundert baten Gemeinschaften der Algonkin die Regierung, Land als Reservate für sie auszuweisen. Diese entstanden oft nahe früheren Handelsposten, während das Land ringsum an Siedler verkauft oder vergeben wurde.[1] Kitigan Zibi am River Desert nennt 1851 als Beginn der Gemeinschaft und bezeichnet sich als "River Desert People".[5] Nach der Geschichtsseite der Nation fuhr Chief Antoine Pakinawatik, Oberhaupt von 1854 bis 1874, dreimal mit dem Kanu nach Toronto, um das Land sichern zu lassen. Die Missionare wollten das Reservat in ihre Obhut nehmen; die Algonkin lehnten das entschieden ab, wohl in Erinnerung an das Leben in Oka, und die Regierung folgte ihrem Wunsch.[6]

Zeitleiste: Algonkin
  1. 27.05.1603Bei Tadoussac treffen die Franzosen um Champlain auf Innu und ihre Verbündeten, darunter Algonkin; das Bündnis mit Frankreich beginnt.[11]
  2. Juli 1609Algonkin und Wendat ziehen mit Champlain gegen die Mohawk und kämpfen bei Ticonderoga.[11] Mohawk
  3. 1613Tessouat lehnt es ab, Champlain über den Ottawa River weiter nach Norden zu begleiten.[11]
  4. 1701Der Frieden von Montreal beendet die Feindschaft zwischen Algonkin und Haudenosaunee.[1] Haudenosaunee
  5. 1763Nach der Königlichen Proklamation beanspruchen die Algonkin große Teile des Einzugsgebiets des Ottawa River.[1]
  6. 1851Beginn der Gemeinschaft Kitigan Zibi am River Desert (laut Nation).[5]
  7. 1940 bis 1974In Québec entstehen die Reservate Lac-Simon, Lac-Rapide, Pikogan und Kebaowek.[3]
  8. Mitte der 1980er JahreDie Algonkin in Ontario reichen bei Kanada und Ontario eine Landforderung ein.[8]
  9. 18.10.2016Die Algonquins of Ontario, Kanada und Ontario unterzeichnen eine nicht bindende Grundsatzvereinbarung.[9]
  10. 2023Rund 2.000 von mehr als 8.500 eingetragenen Mitgliedern der Algonquins of Ontario verlieren ihre Mitgliedschaft.[1]

Bis ins 20. Jahrhundert bedrohten weitere Besiedlung und die Internatsschulen (residential schools) laut Canadian Encyclopedia die traditionelle Lebensweise.[1] In Abitibi nahm die Sesshaftigkeit der Algonkin nach der Regierung von Québec zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu, als Siedler, Prospektoren und Holzfäller in die Region kamen. Zwischen 1940 und 1974 entstanden mehrere Reservate, darunter Lac-Simon, Lac-Rapide, Pikogan und Kebaowek; Kitcisakik, Winneway und Hunter's Point sind bis heute keine Reservate.[3]

Verträge und Landforderung in Ontario

Die Algonkin in Ontario haben nach eigener Darstellung nie einen Vertrag mit der Krone geschlossen. Mitte der 1980er Jahre reichten sie deshalb bei Kanada und Ontario eine Landforderung ein; sie berufen sich auf nie erloschene Rechte und Titel an den Teilen der Einzugsgebiete von Ottawa River und Mattawa River in Ontario.[8] Das Gebiet umfasst laut Regierung Kanadas rund 36.000 Quadratkilometer mit mehr als 1,2 Millionen Einwohnern, darunter die Stadt Ottawa mit dem Parliament Hill, den Algonquin Park und den Stützpunkt Petawawa.[9] 1991 und 1992 stimmten Kanada und Ontario Verhandlungen zu.[8]

Verhandelt wird mit den Algonquins of Ontario (AOO), einem Zusammenschluss von zehn Gemeinden: den Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation sowie Antoine, Bancroft (Kijicho Manito Madaouskarini), Bonnechere, Greater Golden Lake, Mattawa/North Bay, Ottawa, Shabot Obaadjiwan, Snimikobi und Whitney and Area.[8, 9] Am 18. Oktober 2016 unterzeichneten die drei Seiten eine Grundsatzvereinbarung, die noch nicht bindet. Sie sieht vor, 117.500 Acres (rund 475 Quadratkilometer) Land der Krone in Ontario an die AOO zu übertragen, dazu 300 Millionen Dollar von Kanada und Ontario.[1, 9, 10] Privates Land soll niemandem genommen werden, neue Reservate entstehen nicht.[8, 9]

Die Regierung Ontarios schreibt auf ihrer Seite (Stand 4. Oktober 2024), die Verhandlungen seien in der letzten Phase und könnten in einigen Jahren abgeschlossen sein; das Ergebnis wäre der erste moderne, verfassungsrechtlich geschützte Vertrag der Provinz.[8] Die Seite der Regierung Kanadas rechnet noch mit vielen Jahren bis zu einem Endvertrag.[9] Einen unterzeichneten Endvertrag nennen beide Seiten nicht (abgerufen im Oktober 2026).[8, 9]

Die Forderung ist umstritten. Von den zehn Gemeinden der AOO sind laut Canadian Encyclopedia nur die Algonquins of Pikwàkanagàn eine vom Bund anerkannte First Nation. Die AOO bestimmen ihre Mitglieder über einen "root ancestor", einen Stammvorfahren. Untersuchungen ergaben, dass mehrere dieser Vorfahren keine Algonkin waren; 2023 verloren deshalb rund 2.000 von mehr als 8.500 eingetragenen Mitgliedern ihre Mitgliedschaft.[1] Pikwàkanagàn lehnte die Grundsatzvereinbarung in einer Abstimmung ab, die übrigen Mitglieder der AOO stimmten mit großer Mehrheit zu. Auch die Algonkin-Nationen in Québec und einige Nationen der Haudenosaunee lehnen sie ab: Sie zweifeln an der Herkunft vieler Mitglieder, und das Gebiet überschneidet sich mit ihrem eigenen traditionellen Land.[1]

Die Algonkin heute

In Québec leben die Algonkin in neun Gemeinden. Sieben liegen in Abitibi-Témiscamingue (Hunter's Point, Kebaowek, Lac-Simon, Kitcisakik, Pikogan, Timiskaming und Winneway), zwei in der Outaouais (Lac-Rapide und Kitigan Zibi). Kitigan Zibi ist nach der Regierung von Québec die größte und bevölkerungsreichste.[3] Die Bundesbehörde Indigenous Services Canada zählt nach dem Indian Register vom 31. Dezember 2025:[4]

Gemeinden der Algonkin in Québec: eingetragene Mitglieder laut Indian Register, Stand 31. Dezember 2025 (Indigenous Services Canada)
OrtName der Gemeindein der Gemeindeaußerhalbgesamt
Kitigan ZibiKitigan Zibi Anishinabeg1.6392.7074.346[4]
TimiskamingTimiskaming First Nation6692.4713.140[4]
Lac-SimonLa Nation Anishnabe du Lac-Simon1.8725062.378[4]
KebaowekKebaowek First Nation2901.0071.297[4]
PikoganConseil de la Première Nation Abitibiwinni5915141.105[4]
WinnewayLong Point First Nation503478981[4]
Rapid Lake (Lac-Rapide)Algonquins of Barriere Lake567242809[4]
KitcisakikCommunauté anicinape de Kitcisakik401159560[4]
Hunter's PointWolf Lake0302302[4]
Zusammen6.5328.38614.918[4]

Die Regierung von Québec nennt auf ihrer Seite (Stand 5. Dezember 2025) 14.106 Algonkin, von denen mehr als 6.490 in den neun Gemeinden wohnen.[3] Die Gemeinden verwalten Bildung, Gesundheit, Wohnungsbau und Infrastruktur weitgehend selbst, was viele Arbeitsplätze schafft; dazu kommen Forstwirtschaft, Tourismus und Kunsthandwerk. In den meisten Gemeinden wird die Sprache der Algonkin gesprochen, daneben Englisch oder Französisch, und viele sind dreisprachig.[3]

In Ontario liegt die Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation am Golden Lake und am Bonnechere River im Renfrew County, rund anderthalb Stunden westlich von Ottawa. Pikwàkanagàn bedeutet nach Angabe der Nation "hügeliger Ort". Rund 450 Mitglieder leben im Reservat, fast 3.800 sind eingetragen; das Reservat misst 1.800 Acres und ist Teil eines nach Angabe der Nation 9 Millionen Acres großen traditionellen Gebiets, das nie abgetreten wurde.[7] Auf der Liste der vom Bund anerkannten Nationen der USA, die das Bureau of Indian Affairs führt, stehen die Algonkin nicht; sie leben in Kanada.[13]

Stiller See mit Schilf am Ufer und sanften bewaldeten Hügeln dahinter, der Himmel spiegelt sich im Wasser am frühen Abend
See im Hügelland des östlichen Ontario Bild: KI-generiert

Offizielle Websites: Kitigan Zibi Anishinabeg, Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation, Algonquins of Ontario.

Bekannte Persönlichkeiten

  • Tessouat, ein Anführer der Algonkin auf einer Insel im Ottawa River, verweigerte Champlain 1613 die Weiterreise nach Norden.[11]
  • Iroquet, ein Anführer der Algonkin, nahm 1610 Étienne Brûlé auf, der bei ihm die Sprache lernen sollte.[11]
  • Antoine Pakinawatik war von 1854 bis 1874 Chief der Gemeinschaft am River Desert, dem heutigen Kitigan Zibi, und setzte sich bei der Regierung für das Reservat ein.[6]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Sind die Algonkin und die Algonkin-Sprachen dasselbe?

Nein. Algonquin bezeichnet ein einzelnes Volk am Ottawa River mit eigener Sprache. Die Sprachfamilie, englisch Algonquian oder Algonkian, ist viel größer; zu ihr gehören unter anderem Cree, Innu, Ojibwe und Abenaki. Im Deutschen heißen oft beide Algonkin.

Wie nennen sich die Algonkin selbst?

Die Schreibweisen gehen auseinander. Die Canadian Encyclopedia nennt Omàmiwininì als in der Gemeinschaft gebräuchlichen Namen, Pikwàkanagàn nennt sein Kulturzentrum "Omàmiwininì Pimàdjwowin". Kitigan Zibi schreibt Anishinabeg und Anishinaabe, die Regierung von Québec Anichinabés.

Wo leben die Algonkin heute?

In neun Gemeinden in Québec, sieben davon in Abitibi-Témiscamingue und zwei in der Outaouais, darunter Kitigan Zibi bei Maniwaki als größte. In Ontario ist Pikwàkanagàn am Golden Lake die einzige der zehn Gemeinden der Algonquins of Ontario, die der Bund als First Nation anerkennt. Viele Mitglieder leben außerhalb der Gemeinden.

Wie viele Algonkin gibt es?

Die neun Gemeinden in Québec hatten Ende 2025 laut Indian Register zusammen 14.918 eingetragene Mitglieder, 6.532 davon wohnten in der Gemeinde. Pikwàkanagàn nennt fast 3.800 eingetragene Mitglieder. Bei der Volkszählung 2021 gaben 30.390 Menschen Vorfahren aus dem Volk der Algonkin an.

Was ist ein spiritueller Begriff bei den Algonkin?

Gemeint ist meist Manitu, englisch Manitou. Nach der Canadian Encyclopedia ist Manitou in vielen mündlichen Überlieferungen der Algonkin der Geist oder die Lebenskraft, die allem zugrunde liegt. Das Wort stammt laut Duden "aus dem Algonkin". Mehr dazu auf der Seite Manitu.

Was hatte Champlain mit den Algonkin zu tun?

Samuel de Champlain traf Algonkin 1603 bei Tadoussac, wo die Franzosen ein Bündnis mit ihnen und den Innu eingingen. Im Juli 1609 zog er mit Algonkin und Wendat gegen die Mohawk und kämpfte bei Ticonderoga. Für die Algonkin gehörte der Zug laut Dictionary of Canadian Biography zu diesem Bündnis.

Worum geht es bei der Landforderung der Algonquins of Ontario?

Die Algonquins of Ontario sagen, dass sie nie einen Vertrag mit der Krone geschlossen haben, und fordern Rechte an rund 36.000 Quadratkilometern im Einzugsgebiet des Ottawa River, auch in Ottawa. Eine Grundsatzvereinbarung von 2016 sieht 117.500 Acres Land und 300 Millionen Dollar vor. Ein Endvertrag ist noch nicht geschlossen; umstritten ist auch, wer zu den Algonkin gehört.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Meredith Jean Black: Algonquin. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.04.2025 (zuerst 30.09.2007). abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Michelle Filice: Algonquian. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 06.05.2022. abgerufen am 25.10.2026
  3. Amtliche Stelle Algonquins (Anichinabés), Profil des nations. Gouvernement du Québec. Stand 05.12.2025. abgerufen am 25.10.2026
  4. Amtliche Stelle Indigenous communities in Quebec (Tabelle nach dem Indian Register, Stand 31.12.2025). Indigenous Services Canada, Regierung Kanadas. Stand 27.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
  5. Tribal Nation Kitigan Zibi Algonquin Community (Startseite). Kitigan Zibi Anishinabeg. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  6. Tribal Nation History: Algonquin Chiefs of Kitigan Zibi. Kitigan Zibi Anishinabeg. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Tribal Nation Welcome to the Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation (Startseite). Algonquins of Pikwàkanagàn First Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle The Algonquin land claim. Government of Ontario, Ministry of Indigenous Affairs. Stand 04.10.2024 (zuerst 21.06.2013). abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Algonquins of Ontario Land Claim Negotiations. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada, Regierung Kanadas. Stand 01.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
  10. Algonquins of Ontario (Startseite, Abschnitt The Signing of the Agreement-in-Principle). Algonquins of Ontario. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Raymonde Litalien: CHAMPLAIN, SAMUEL DE. Dictionary of Canadian Biography, Bd. 1, University of Toronto/Université Laval. Stand Mai 2023 (neue Biografie; zuerst 1966). abgerufen am 25.10.2026
  12. Nachschlagewerk Manitu (Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft). Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk Algonquian languages (Britannica Editors, zuletzt überarbeitet von Meg Matthias). Encyclopaedia Britannica. Stand 20.07.1998. abgerufen am 26.10.2026

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