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Abenaki

Kurz erklärt Die Abenaki sind ein Volk mit einer Sprache aus der Algonkin-Familie, dessen Land sich vom Süden Québecs über Vermont und New Hampshire bis nach Maine erstreckte. Nach Kriegen mit Neuengland zogen viele nach Québec. Ihre Nation, die sich laut ihrem Grand Conseil W8banaki schreibt, hat heute zwei Gemeinden, Odanak und Wôlinak, mit zusammen 3.955 eingetragenen Mitgliedern (Ende 2025).

Ruhiger Fluss in der Morgendämmerung, Nebel liegt über dem Wasser, am Ufer stehen Ahornbäume in Herbstfarben, der Himmel färbt sich rosa
Bild: KI-generiert

Die Abenaki sind ein Volk im Nordosten Nordamerikas; ihre Sprache gehört zu den Algonkin-Sprachen. Ihr Land, das sie Ndakina nennen, reichte vom Süden Québecs über Vermont und New Hampshire bis nach Maine und in Teile von Massachusetts und New Brunswick.[1] Nach Kriegen mit den englischen Kolonien zogen viele an den Sankt-Lorenz-Strom; ihre Nation hat heute zwei Gemeinden in Québec, Odanak und Wôlinak.[1, 2] Im Deutschen heißen sie auch Abnaki oder "Abenaki-Indianer". Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?.

Abenaki oder W8banaki: Was bedeutet der Name?

Der Grand Conseil de la Nation Waban-Aki, der gemeinsame Rat der beiden Gemeinden, erklärt den Namen so: W8banaki verbindet "W8ban" (Licht, Schimmer oder Morgenröte) und "Aki" (Land) und bedeutet "Volk der Morgenröte"; anerkannt seien auch "Volk des Ostens" und "Volk der aufgehenden Sonne". Die Mehrzahl heißt W8banakiak, die 8 steht für ein nasales o, gesprochen etwa wie "on".[1] Die Kolonialverwaltungen Frankreichs und Englands nannten die Nation "Abénaquis", nach dem Wort "Abenaquoit", das Ende der 1620er Jahre aufkam. Heute bevorzugt die Nation nach derselben Quelle W8banaki und für den Menschen Aln8ba (Mann) und Aln8baskwa (Frau).[1] Auch der Rat von Wôlinak schreibt seine Gemeinde W8linak und spricht von der "grande Nation W8banaki".[3]

Andere Quellen weichen ab. Die Canadian Encyclopedia nennt Wobanaki und Wabanaki und übersetzt mit "Menschen des Morgenlands" oder "Menschen aus dem Osten", Britannica übersetzt Abenaki mit "zur Morgenröte hin".[4, 6] Der Rat von Odanak leitet den Namen von w8bAn (Licht) und aKi (Land) ab, "Volk des Morgens" oder "Volk des Ostens".[2]

Abenaki und der Wabanaki-Bund

Abenaki ist der Name eines Volkes. Der Wabanaki-Bund war ein Bündnis mehrerer Nationen. Nach dem Grand Conseil schloss sich die Nation in den 1670er Jahren mit ihren Nachbarn zur Confédération Wabanaki zusammen; sie hatte fünf Mitglieder: die Nation W8banaki, die Penobscot, die Wolastoqey (Maliseet), die Passamaquoddy und die Mi'kmaw.[1, 4] Die Canadian Encyclopedia datiert den Bund in die 1680er Jahre, Britannica nennt allgemein das 17. Jahrhundert und den Schutz gegen den Bund der Haudenosaunee (früher Irokesen genannt) als Zweck.[4, 6]

Laut Grand Conseil war der Bund ab King Philip's War (1675 bis 1678) diplomatisch und militärisch an den Kriegen um das Land in Neuengland und Akadien beteiligt. Seine Macht ließ nach, die Abenaki von Odanak und Wôlinak blieben aber bis zur Auflösung des Bundes Mitte des 19. Jahrhunderts treue Mitglieder.[1] 1993 lebte der Bund laut Canadian Encyclopedia wieder auf.[4]

Die anderen Nationen des Bundes bestehen bis heute. In Maine führt die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 die Penobscot Nation, den Passamaquoddy Tribe, die Houlton Band of Maliseet Indians und die Mi'kmaq Nation (früher Aroostook Band of Micmacs) als vom Bund anerkannte Nationen. Eine Abenaki-Nation steht nicht auf der Liste.[12]

Woher kommen die Abenaki?

Nach dem Grand Conseil liegen im Land der Nation die ältesten archäologischen Fundstellen Québecs, 12.500 bis 8.000 Jahre alt. Sie stammen von Gruppen, die als Jäger, Sammler und Fischer den Wanderungen der Karibus folgten.[1] Die Nation bestand ursprünglich aus vielen kleinen Gruppen an den Flüssen, darunter Sokoki, Pigwacket, Penobscot, Kennebec (später Norridgewock genannt), Arosaguntacook, Pennacook und Missisquoi.[1] Die Canadian Encyclopedia unterscheidet Ost-Abenaki, die im 17. Jahrhundert fast ganz Maine bewohnten, und West-Abenaki im übrigen Norden Neuenglands bis zum Lake Champlain.[4]

Wie viele Menschen es waren, schätzen die Quellen verschieden: Der Grand Conseil nennt 10.000 bis 20.000 zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die Canadian Encyclopedia für 1600 bis 1650 etwa 13.800 Ost- und 12.000 West-Abenaki.[1, 4] Wenige Jahrzehnte nach dem Kontakt mit Europäern hatten Masern und Pocken die Bevölkerung vieler Gemeinschaften nach der Canadian Encyclopedia um bis zu 98 Prozent verringert.[4]

Gesellschaft und Familie

Die Abenaki lebten nach Britannica in kleinen Gruppen aus Verwandten. Ein ziviles Oberhaupt beriet die Gruppe und half, Entscheidungen im Konsens zu finden; meist gab es daneben einen eigenen Anführer im Krieg. Über Krieg entschied ein Rat aller erwachsenen Männer und Frauen, über andere wichtige Fragen ein kleinerer Rat aus Oberhäuptern und Vertretern der Familien.[6] Im Herbst und Winter verteilten sich die Familien laut Grand Conseil auf ihre Jagdgebiete im Hinterland, im Frühjahr und Sommer kamen sie an Seen, Flüssen und der Küste zusammen.[1]

Wirtschaft und Ernährung

Die Abenaki jagten nach dem Grand Conseil Großwild wie Elch, Hirsch und Bär, stellten Fallen für Biber, Bisamratten und Hasen, fischten und sammelten Pflanzen und Beeren. Vor rund 800 Jahren kam der Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis hinzu, der in Vermont und New Hampshire wegen des milderen Klimas besser gelang als in Maine.[1] Sie wohnten in Wigwams und in Langhäusern, die kleiner waren als die der irokesischen Völker.[1] Auf den Flüssen reisten sie im Kanu aus Birkenrinde.[4, 6]

Schlanke Eschen mit grauer, gefurchter Rinde und gelbem Laub in einem feuchten Wald im Nordosten der USA im Herbstlicht
Eschen im Herbst. Aus Eschenspänen entstanden die geflochtenen Körbe der Abenaki. Bild: KI-generiert

Der Rat von Odanak nennt dazu Körbe aus Eschenholz und Süßgras für das Sammeln von Beeren und den Sirup aus dem Saft der Ahornbäume.[2] Mit dem Pelzhandel entstanden Fanggebiete; als er nachließ, gingen viele nach der Canadian Encyclopedia in die Holzwirtschaft oder flochten Körbe.[4] Ab den 1870er und 1880er Jahren wurde das Flechten von Körben aus Schwarzesche (abaznodal) nach dem Grand Conseil zu einem blühenden Gewerbe, das der Grand Conseil als "Industrie" bezeichnet und an dem ganze Familien mitarbeiteten; sie verkauften ihre Körbe in Ferienorten in Ontario und im Norden der USA. Nach dem Börsenkrach von 1929 ging das Geschäft zurück.[1]

Glaube

Gici Niwaskw ist nach der Canadian Encyclopedia der "Große Geist" oder Schöpfer in den Überlieferungen der Abenaki und der südlichen Wabanaki, manchmal auch Tabaldak genannt. Er gilt als gütig und abstrakt, greift nicht direkt in das Leben der Menschen ein und hat in den Erzählungen kein Geschlecht.[4] In manchen Erzählungen ließ er die Große Schildkröte Tolba aus dem Wasser steigen und das Land bilden. Die Welt zu formen und bewohnbarer zu machen, übernahm Gluskabe, nach derselben Quelle ein Kulturheld mit übernatürlichen Kräften und kein Gott.[4] Im späten 17. Jahrhundert missionierten französische Jesuiten viele Abenaki.[6]

Die Kriege mit Neuengland

Das Land der Abenaki lag zwischen Neufrankreich, Neuengland und Neuschottland und diente beiden Kolonialmächten nach dem Grand Conseil als Pufferzone.[1] Die Abenaki verbündeten sich mit den Franzosen gegen die Engländer.[6] Besonders umkämpft war die Mission Norridgewock am Kennebec River im heutigen Maine, die der Jesuit Sébastien Rale 1694 gründete. Im Winter 1705 zogen 275 englische Soldaten unter Colonel Hilton nach Norridgewock und brannten die Kirche nieder.[13] Im Januar 1722 umstellten 100 Männer unter Colonel Westbrook das Dorf; im Juli griffen Abenaki zur Vergeltung Siedlungen an der Merrymeeting Bay an, und am 25. Juli erklärte Gouverneur Shute den Krieg, der als Dummer's War oder Father Rale's War bekannt wurde.[13]

Am 23. August 1724 griff eine Truppe aus Neuengland unter Johnson Harmon und Jeremiah Moulton Norridgewock an; Rale wurde getötet, sein Skalp wurde nach Boston gebracht, um ihn dort gegen eine Prämie einzulösen. Wie viele Angreifer es waren, berichten die beiden Seiten verschieden: rund 1.100 nach dem französischen Bericht von Pater La Chasse, gut 200 nach dem Bericht aus Neuengland.[13] Nach den schweren Niederlagen von 1724 und 1725 zogen die meisten Abenaki laut Britannica nach Kanada und ließen sich schließlich in Saint-François-du-Lac nieder.[6]

Massachusetts und andere Kolonien setzten Prämien auf Gefangene und Skalpe aus. Das Upstander Project zählt für das Land der Wabanaki zwischen 1675 und 1759 insgesamt 79 solche Gesetze und Proklamationen.[17] Gouverneur William Shirley erklärte am 12. Juni 1755 unter anderem die Norridgewock und die Arresaguntacook zu Feinden; die Massachusetts Historical Society ordnet die Arresaguntacook den Androscoggin und den Pigwacket zu.[16] Die Proklamation versprach 40 Pfund für den Skalp eines Mannes und 20 Pfund für den einer Frau oder eines Jungen unter zwölf Jahren.[17] Mehr zu den Prämien steht auf der Seite Skalpieren: Geschichte und Mythos.

Der Weg nach Québec: Odanak und Wôlinak

Nach dem Rat von Odanak ließen sich Abenaki zwischen 1676 und 1680 bei Sillery nahe Québec nieder, lebten danach etwa 20 Jahre am Wasserfall des Chaudière und zogen zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Odanak und Wôlinak.[2] Die Mission Saint-François-de-Sales lag laut Grand Conseil von 1683 bis 1700 am Chaudière und ab 1700 am Saint-François, dem heutigen Odanak.[1] Für die Mission am Bécancour, das heutige Wôlinak, nennen die Quellen verschiedene Jahre: 1704 (Rat von Wôlinak), 1707 und 1708 (Grand Conseil).[1, 3, 18] Am Ende der französischen Herrschaft zählte Odanak laut Canadian Encyclopedia mehr als 1.500 Menschen, Wôlinak weniger als 300.[5]

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts gehörten die Abenaki zu den Sieben Nationen Kanadas. Weil ihre Dörfer südlich des Sankt-Lorenz-Stroms lagen, galten sie als wichtig für die Verteidigung Neufrankreichs.[5] Im Siebenjährigen Krieg befahl General Jeffery Amherst im September 1759 Major Robert Rogers, mit seinen Rangern tief nach Kanada vorzustoßen und das Abenaki-Dorf Saint-François-de-Sales, das heutige Odanak, zu zerstören.[14]

Der Überfall auf Odanak 1759

Rogers brach mit rund 200 Mann auf, beim Angriff waren es nach HistoryNet noch 142.[15] Im Morgengrauen des 4. Oktober 1759 überfielen sie das Dorf und brannten es nieder, obwohl die Bewohner gewarnt worden waren.[14, 15] Nach der mündlichen Überlieferung der Abenaki, die HistoryNet wiedergibt, schlich sich ein Kundschafter ins Dorf und warnte die Menschen; einige versteckten sich im Wald.[15]

Die Zahl der Toten ist umstritten. Rogers meldete, er habe mindestens zweihundert Menschen getötet; französische Berichte nennen nach dem Dictionary of Canadian Biography eine viel kleinere Zahl.[14] HistoryNet gibt die französischen Angaben mit etwa 30 an; ein Jesuit, der das Dorf danach besuchte, fand die Leichen von 10 Männern und 22 Frauen und Kindern. Nach einer Schätzung von Loescher, die HistoryNet anführt, starben 65 bis 140 Menschen.[15] Die Ranger nahmen 20 Frauen und Kinder gefangen und befreiten fünf Gefangene, darunter drei Ranger.[15] Auf dem Rückzug entlang des Connecticut River wurden die Ranger verfolgt, die Männer hungerten, und nach dem Dictionary of Canadian Biography kostete das Unternehmen etwa 50 Offiziere und Ranger das Leben.[14]

Breiter Fluss im Spätherbst mit kahlen Bäumen und dunklen Fichten an flachen Ufern, graue Wolken und ein schmaler Streifen Abendlicht über dem Wasser
Flusslandschaft im Spätherbst Bild: KI-generiert

Die Abenaki im 19. Jahrhundert

Nach dem Frieden von Paris 1763 jagten und fischten die Abenaki von Odanak und Wôlinak nach dem Grand Conseil weiter zwischen dem Chaudière und dem Richelieu, vom Südufer des Sankt-Lorenz-Stroms bis in die späteren Cantons-de-l'Est und darüber hinaus nach Maine, New Hampshire und Vermont.[1] Ab 1792 teilte die Regierung von Niederkanada das Land südlich der Seigneurien in Townships auf und vergab es an Briten, die vor der amerikanischen Revolution geflohen waren. Damit verloren die Abenaki nach und nach den Zugang zu ihren Jagdgebieten; viele jagten deshalb im 19. Jahrhundert nördlich des Lac Saint-Pierre in der Mauricie.[1] Das führte laut Canadian Encyclopedia zu Spannungen mit den Algonkin.[5]

Durch Krieg und Krankheiten sank die Zahl der Abenaki am Sankt-Lorenz-Strom nach der britischen Eroberung, um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren es laut Canadian Encyclopedia etwa 550.[5] Später arbeiteten viele als Führer in privaten Jagd- und Fischereiklubs der Mauricie oder in Holzfällerlagern.[1]

Zeitleiste: Abenaki
  1. 1670er JahreDie W8banaki gründen mit Penobscot, Wolastoqey, Passamaquoddy und Mi'kmaw den Wabanaki-Bund (laut Grand Conseil; Canadian Encyclopedia: 1680er Jahre).[1, 4]
  2. 1676 bis 1680Abenaki lassen sich bei Sillery nahe Québec nieder.[2]
  3. 1700Die Mission Saint-François-de-Sales zieht an den Saint-François, das heutige Odanak.[1]
  4. 1704 bis 1708Die Mission am Bécancour, das heutige Wôlinak, entsteht (1704 laut Rat von Wôlinak, 1707 und 1708 laut Grand Conseil).[1, 3, 18]
  5. 25.07.1722Gouverneur Shute erklärt den Krieg, der als Dummer's War oder Father Rale's War bekannt wird.[13]
  6. 23.08.1724Eine Truppe aus Neuengland greift Norridgewock an; Sébastien Rale wird getötet.[13]
  7. 12.06.1755Gouverneur William Shirley erklärt Norridgewock, Arresaguntacook und weitere Gruppen zu Feinden und setzt Prämien auf Gefangene und Skalpe aus.[16, 17]
  8. 04.10.1759Ranger unter Robert Rogers überfallen Odanak und brennen das Dorf nieder; die Angaben zu den Toten reichen von etwa 30 bis mindestens 200.[14, 15]
  9. 1894Die Bundesregierung schafft für die Abenaki das Reservat Crespieul bei La Tuque; 1910 wird es abgetreten.[18]
  10. 1986Odanak und Wôlinak bilden den Grand Conseil de la Nation Waban-Aki.[5]
  11. 2007Odanak und Wôlinak erhalten für den Verlust von Crespieul etwa 4,8 Millionen Dollar.[4]
  12. 22.04.2011Vermont erkennt den Elnu Abenaki Tribe und die Nulhegan Band of the Coosuk Abenaki Nation als Tribes an.[8]
  13. 07.05.2012Vermont erkennt die Koasek Abenaki of the Koas und die Missisquoi, St. Francis-Sokoki Band als Tribes an.[8]

Verträge, Reservate und Landforderungen

Im 18. Jahrhundert schlossen die Abenaki und andere Nationen des Ostens mit den Briten die Verträge, die als Peace and Friendship Treaties bekannt sind; sie sollten nach der Canadian Encyclopedia vor allem Kriege verhindern und den Handel erleichtern.[4] Landforderungen gibt es bis heute. 1894 schuf die Bundesregierung für die Abenaki das Reservat Crespieul bei La Tuque; 1910 wurde es an die Krone abgetreten und 1911 an ein Forstunternehmen versteigert. Der Grand Conseil hält die Abtretung für eine schwere Benachteiligung der Abenaki.[18] Nach der Canadian Encyclopedia erhielten Odanak und Wôlinak 2007 für den Verlust etwa 4,8 Millionen Dollar.[4] Weitere Forderungen zu den alten Missionsgebieten von Odanak und Wôlinak liegen seit 2012 beim Tribunal des revendications particulières.[18]

Die Abenaki heute

Die Nation hat zwei Gemeinden im Centre-du-Québec: Odanak am Saint-François, den die Nation Alsig8ntegw nennt, und Wôlinak am Bécancour (W8linaktegw). Nach dem Grand Conseil sind sie die einzigen Orte der W8banaki im Ndakina.[1] Odanak liegt nach der kanadischen Ortsnamendatenbank bei Pierreville (Nicolet-Yamaska).[19] Seit 1986 bilden Odanak und Wôlinak gemeinsam den Grand Conseil de la Nation Waban-Aki.[5] Indigenous Services Canada zählt nach dem Indian Register vom 31. Dezember 2025 in Odanak 3.209 eingetragene Mitglieder, davon 278 in der Gemeinde, und in Wôlinak 746, davon 122 in der Gemeinde.[7] Der Rat von Odanak nennt 3.780 Mitglieder der Abenaki, von denen etwas weniger als 600 in Odanak leben; der Grand Conseil spricht von mehr als 3.000.[1, 2]

In Odanak betreibt die Société historique d'Odanak seit 1960 das Musée des Abénakis, nach Angabe des Rats das erste und eines der wichtigsten indigenen Museen Québecs, mit mehr als 5.000 Besuchern im Jahr. Das Flechten von Körben gehört in beiden Gemeinden bis heute zur Kultur.[2] Die Sprache der Abenaki gilt laut Canadian Encyclopedia in Kanada und den USA als gefährdet; Gemeinden bemühen sich, sie wiederzubeleben.[4]

Dorfkirche aus grauem Feldstein mit schlankem Turm am Ufer eines breiten Flusses, davor Rasen und rote Ahornbäume im Herbstlicht, ohne Menschen
Steinkirche an einem Fluss im Süden Québecs Bild: KI-generiert

Offizielle Websites: Conseil des Abénakis d'Odanak, Conseil des Abénakis de Wôlinak, Grand Conseil de la Nation Waban-Aki.

Abenaki in Vermont: staatlich anerkannt, vom Bund nicht

Der Bundesstaat Vermont hat vier Gruppen, die sich als Abenaki verstehen, nach seinem Recht als Tribes anerkannt (1 V.S.A. §§ 853a bis 856): am 22. April 2011 den Elnu Abenaki Tribe und die Nulhegan Band of the Coosuk Abenaki Nation, am 7. Mai 2012 die Koasek Abenaki of the Koas und die Missisquoi, St. Francis-Sokoki Band.[8] Die Vermont Commission on Native American Affairs, eine Kommission des Staates, spricht von vier Tribes, die der Staat derzeit anerkennt.[9] Das Gesetz stellt fest, dass mindestens 1.700 Menschen in Vermont angeben, von den West-Abenaki abzustammen. Nach einer Auskunft des Bureau of Indian Affairs, die das Gesetz zitiert, spielt die Anerkennung durch einen Staat für die Anerkennung durch den Bund kaum eine Rolle; die Anerkennung in Vermont begründet weder Ansprüche auf Land noch eine Erlaubnis für verbotenes Glücksspiel.[8]

Vom Bund anerkannt ist keine dieser Gruppen; auf der Liste des Bureau of Indian Affairs steht keine Abenaki-Nation.[12] Nach Britannica hat sich nur die Abenaki Nation at Missisquoi um die Anerkennung durch den Bund bemüht. Das Innenministerium lehnte den Antrag 2007 ab, weil die Gruppe nicht ausreichend belegt habe, dass sie von den Abenaki abstammt oder mit ihnen sozial und historisch verbunden ist.[6]

Die Nation in Québec stellt die Anerkennung in Frage. Der Conseil des Abénakis d'Odanak wendet sich nach eigener Erklärung vom 25. September 2026 seit Jahren gegen Gruppen in Vermont, die sich als Abenaki darstellen, ohne von der Nation anerkannt zu sein; wer zu einer indigenen Nation gehöre, bestimmten die indigenen Völker selbst.[10] Im Februar 2025 forderten Vertreter von Odanak bei einer Podiumsrunde im Parlamentsgebäude von Vermont, die Anerkennung zu überprüfen; der Abgeordnete Troy Headrick kündigte einen Gesetzentwurf für eine Arbeitsgruppe an, den die Regierungen von Odanak und Wôlinak begrüßten. Vertreter der vier Gruppen wiesen die Vorwürfe nach demselben Bericht scharf zurück, und der Vorsitzende der Kommission kritisierte die Arbeiten des Forschers Darryl Leroux von der University of Ottawa, dessen Studien die Sicht von Odanak stützen.[11]

Bekannte Persönlichkeiten

  • Sébastien Rale (1657 bis 1724), Jesuit, leitete die Mission Norridgewock, schrieb ein Wörterbuch der Sprache der Abenaki und wurde 1724 beim Angriff aus Neuengland getötet; er war selbst kein Abenaki.[13]
  • Joseph Laurent, Chief und Schriftsteller, veröffentlichte 1884 das erste Vokabular in der Sprache der Abenaki.[4]
  • Alanis Obomsawin, Filmemacherin beim Office national du film, gehört laut Rat von Odanak zu den bekannten Abenaki.[2]
  • Nescambuit soll nach einer Überlieferung, die der Rat von Odanak wiedergibt, die Nation in den Kriegen zwischen Frankreich und England verteidigt haben und von König Ludwig XIV. zum Ritter erhoben worden sein.[2]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Wie nennen sich die Abenaki selbst?

Die Nation schreibt sich nach ihrem Grand Conseil heute W8banaki, Mehrzahl W8banakiak; die 8 steht für ein nasales o. Ein Mensch heißt in ihrer Sprache Aln8ba, eine Frau Aln8baskwa. "Abénaquis" war der Name der Kolonialverwaltungen. Die Canadian Encyclopedia schreibt auch Wobanaki oder Wabanaki.

Was bedeutet der Name Abenaki?

Nach dem Grand Conseil de la Nation Waban-Aki verbindet W8banaki die Wörter für Licht oder Morgenröte und für Land: "Volk der Morgenröte". Anerkannt seien auch die Deutungen "Volk des Ostens" und "Volk der aufgehenden Sonne".

Sind Abenaki und Wabanaki dasselbe?

Nicht ganz. Abenaki ist ein Volk. Der Wabanaki-Bund war ein Bündnis mehrerer Nationen, nach dem Grand Conseil der W8banaki, Penobscot, Wolastoqey, Passamaquoddy und Mi'kmaw. Er entstand in den 1670er Jahren (Grand Conseil) oder den 1680er Jahren (Canadian Encyclopedia).

Wo leben die Abenaki heute?

Die beiden Gemeinden der Nation liegen in Québec: Odanak am Saint-François und Wôlinak am Bécancour, beide im Centre-du-Québec. Die meisten Mitglieder wohnen außerhalb, in Québec, im übrigen Kanada und in den USA.

Wie viele Abenaki gibt es?

Ende 2025 waren laut Indian Register 3.209 Menschen in Odanak und 746 in Wôlinak eingetragen, zusammen 3.955; nur 400 von ihnen lebten in den Gemeinden. Der Rat von Odanak nennt für die Abenaki 3.780 Mitglieder.

Sind die Abenaki in Vermont anerkannt?

Vermont erkannte 2011 und 2012 vier Gruppen als Stämme an: Elnu Abenaki Tribe, Nulhegan Band of the Coosuk Abenaki Nation, Koasek Abenaki of the Koas und Missisquoi, St. Francis-Sokoki Band. Vom Bund anerkannt ist keine. Der Rat von Odanak bestreitet, dass diese Gruppen zur Nation gehören.

Was geschah 1759 in Odanak?

Am 4. Oktober 1759 überfielen britische Ranger unter Robert Rogers das Dorf und brannten es nieder. Rogers meldete mindestens 200 Tote, französische Berichte nennen um 30. Auf dem Rückzug starben nach dem Dictionary of Canadian Biography etwa 50 seiner Männer.

Quellen

  1. Tribal Nation Histoire de la Nation. Grand Conseil de la Nation Waban-Aki (W8banaki). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  2. Tribal Nation Histoire. Conseil des Abénakis d'Odanak. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  3. Tribal Nation Conseil des Abénakis de Wôlinak (Startseite). Conseil des Abénakis de Wôlinak. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  4. Nachschlagewerk Dean Snow: Abenaki. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 18.11.2021 (zuerst 18.01.2012). abgerufen am 25.10.2026
  5. Nachschlagewerk Abenaki of the St Lawrence Valley. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.12.2013 (zuerst 27.11.2008). abgerufen am 25.10.2026
  6. Nachschlagewerk Abenaki (Britannica Editors, überarbeitet von Teagan Wolter). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Amtliche Stelle Indigenous communities in Quebec (Tabelle nach dem Indian Register, Stand 31.12.2025). Indigenous Services Canada, Regierung Kanadas. Stand 27.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
  8. Gesetz und Vertrag Vermont Statutes, Title 1, Chapter 23: Native American Indian People (§§ 851 bis 856). Vermont General Assembly. Stand Stand nach der Sitzung 2025. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Vermont Commission on Native American Affairs (Startseite). Vermont Commission on Native American Affairs, State of Vermont. Stand 2026. abgerufen am 25.10.2026
  10. Tribal Nation Le Conseil des Abénakis d'Odanak dénonce une nouvelle agression et des actes d'intimidation répétés au Vermont (Communiqué). Conseil des Abénakis d'Odanak. Stand 25.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
  11. Presse Shaun Robinson: At contentious Statehouse panel, Abenaki leaders urge lawmakers to reconsider recognition of Vermont groups. VTDigger. Stand 20.02.2025 (geändert 25.02.2025). abgerufen am 25.10.2026
  12. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  13. Nachschlagewerk Thomas Charland: RALE (Râle, Rasle, Rasles), SÉBASTIEN. Dictionary of Canadian Biography, Bd. 2, University of Toronto/Université Laval. Stand 1969. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk C. P. Stacey: ROGERS (Rodgers), ROBERT. Dictionary of Canadian Biography, Bd. 4, University of Toronto/Université Laval. Stand 1979. abgerufen am 25.10.2026
  15. Presse Ron Soodalter: Rogers' Rangers' Risky 1759 St. Francis Raid. HistoryNet. Stand 08.04.2021 (geändert 10.06.2022). abgerufen am 25.10.2026
  16. Tribal Nation Revendications particulières (Crespieul und weitere Forderungen). Grand Conseil de la Nation Waban-Aki (W8banaki). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Odanak (Eintrag der Canadian Geographical Names Database, Siedlung bei Pierreville). Natural Resources Canada, Geographical Names Board of Canada. Stand Namensentscheid 28.08.1980. abgerufen am 26.10.2026

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