Indigene Völker NordamerikasVolk
Mohikaner
Kurz erklärt Die Mohikaner (Mohican) sind ein Algonkin-Volk aus dem oberen Hudson-Tal im heutigen Staat New York. Über Stockbridge in Massachusetts und New Stockbridge bei den Oneida kamen sie im 19. Jahrhundert nach Wisconsin. Ihre Nation heißt heute Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians, und hat laut Wisconsin Department of Public Instruction 1.565 Bürger.

Die Mohikaner (englisch Mohican, auch Mahican) sind ein Volk mit einer Algonkin-Sprache aus dem oberen Tal des Hudson River im heutigen Staat New York.[7] Ihre Nachfahren gehören heute zur Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians, in Wisconsin; die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt sie als "Stockbridge Munsee Community, Wisconsin".[2, 6] Im Deutschen heißen sie oft "Mohikaner-Indianer". Der Roman "Der letzte Mohikaner" von James Fenimore Cooper war in den USA und in Europa erfolgreich.[13]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den Nachbarvölkern die Seite Nordöstliches Waldland und Große Seen.
Was bedeutet Mohikaner, und wer sind die Mohegan?
Die Kurzgeschichte der Nation nennt den eigenen Namen im Fließtext Muh-he-con-neok, in einer Überschrift Muh-he-con-ne-ok, und gibt ihn englisch als "The People of the Waters that Are Never Still" wieder, auf Deutsch das Volk der Wasser, die nie still sind. Den Fluss, an dem sie sich niederließen, nannten sie nach derselben Quelle Mahicannituck; die Zeittafel der Nation schreibt Muhheacannituck.[1, 2] Das Wisconsin Department of Public Instruction schreibt den Namen Muh-he-con-ne-ok, Britannica Muh-he-con-neok.[5, 7] Der Leitspruch "People of the waters that are never still" steht auch auf der Website der Nation.[17] Niederländer und Engländer nannten die Mohikaner laut Britannica River Indians, die Franzosen Loups, "Wölfe".[7]
Leicht zu verwechseln sind die Mohegan. Sie lebten im oberen Tal des Thames River im heutigen Connecticut und sind mit den Pequot verwandt; Britannica betont in beiden Artikeln, dass Mohikaner und Mohegan zwei verschiedene Völker sind.[7, 8] Die Mohegan wurden im 17. Jahrhundert unter dem Anführer Uncas von den Pequot unabhängig und verbündeten sich mit den Engländern.[8] Die Mohegan Tribe erzählt ihre Herkunft selbst so: Ein früher Clan der Delaware, der Wolfsclan oder die Mohegan, siedelte im Norden des heutigen Staates New York und wurde nach dem Zug nach Connecticut zur heutigen Mohegan Tribe. Sie hat ein Reservat im Südosten Connecticuts.[9] Die Liste des BIA führt sie als "Mohegan Tribe of Indians of Connecticut".[6]
Britannica zählt beide Völker, dazu die Delaware, zu den Völkern mit Algonkin-Sprachen im Nordosten Nordamerikas.[10] Mit den Lenape verbindet die Mohikaner nach ihrer eigenen Zeittafel eine enge Verwandtschaft; die Lenape lebten südlich von ihnen.[1]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Mohikaner und Mohegan seien zwei Namen für dasselbe Volk, so wie es Coopers Roman nahelegt.
Was belegt ist
Die Mohikaner lebten im oberen Hudson-Tal und gehören heute zur Stockbridge-Munsee Community in Wisconsin. Die Mohegan lebten im Tal des Thames River in Connecticut und bilden heute die Mohegan Tribe mit eigenem Reservat. Cooper nannte in der Einleitung seines Romans Mahicanni, Mohicans und Mohegans als Formen eines Namens.[7, 8, 9, 12]
Woher kommen die Mohikaner?
Die mündliche Überlieferung schrieb nach John W. Quinney der Mohikaner Hendrick Aupaumut auf. Danach zog ein großes Volk aus Norden und Westen heran und überquerte Wasser, wo das Land sich fast berührte. Über viele Jahre wanderte es weiter, bis es im Osten ein Flusstal fand, dessen Wasser wie in der alten Heimat nie still war. Was mit "Norden und Westen" und dem Wasser gemeint ist, weiß man laut Kurzgeschichte nicht; die Annahme einer Einwanderung über die Beringstraße hält sie nach heutiger Forschung für fraglich.[2]
Die ältesten archäologischen Spuren im Gebiet der Mohikaner sind nach der Zeittafel der Nation 12.500 bis 10.000 Jahre alt. In der Woodland-Zeit vor 1609 lebten die Mohikaner um das Hudson-Tal, ihr zentrales Ratsfeuer brannte auf Schodack Island.[1] Ihr Land und das der Munsee reichte nach der Kurzgeschichte über sechs heutige Bundesstaaten: vom Südwesten Vermonts über das ganze Hudson-Tal vom Lake Champlain bis Manhattan, den Westen von Massachusetts bis zum Connecticut River und den Nordwesten Connecticuts bis in Teile von Pennsylvania und New Jersey.[2] Britannica beschreibt das Kerngebiet enger, als oberes Hudson-Tal oberhalb der Catskill Mountains.[7] Für das 17. Jahrhundert nennt die Zeittafel 25.000 oder mehr Mohikaner, die den Fluss beherrschten.[1]
Gesellschaft und Familie
Vor der Kolonisierung bestanden die Mohikaner laut Britannica aus mindestens fünf Gruppen und waren in drei Clans gegliedert, deren Zugehörigkeit über die Mutter lief. Die Clans führten erbliche Sachems, Oberhäupter, denen gewählte Berater zur Seite standen. Die Menschen wohnten in befestigten Orten mit 20 bis 30 Häusern auf Hügeln, umgeben von Palisaden, und in Dörfern zwischen Maisfeldern und Wald.[7]
Die Kurzgeschichte der Nation nennt für die Stockbridge-Munsee vier Familienclans: Bär, Wolf, Schildkröte und Truthahn. Gewohnt wurde in runden Wigwams aus gebogenen Schösslingen, die mit Häuten oder Rinde bedeckt waren, und in Langhäusern, manche bis zu 100 Fuß lang (rund 30 Meter). In einem Langhaus konnten mehrere Familien desselben Clans leben, jede in einem eigenen Abschnitt.[2]
Die Frauen waren nach derselben Quelle meist für Haus, Kinder und Gärten zuständig, die Männer gingen weiter fort zur Jagd und zum Fischfang oder zogen in den Krieg. Im Winter erzählten Erzähler den Kindern, wie das Leben entstand und warum sich die Blätter rot färben; die Kinder lernten ihre weitläufige Verwandtschaft kennen und wie sie sich zu jedem Menschen verhalten sollten.[2] Bündnisse mit verwandten Völkern gingen die Mohikaner nach der Kurzgeschichte oft ein, aber nur zeitweise; einen festen Bund wie den der Haudenosaunee bildeten sie nicht.[2]
Wirtschaft und Ernährung
In den Wäldern des Hudson-Tals wuchsen nach der Kurzgeschichte Fichten, Ulmen, Kiefern, Eichen, Birken und Ahorn, dort lebten Schwarzbären, Hirsche, Elche, Biber und Otter. In den Flüssen fingen die Mohikaner Hering, Maifisch und Forelle, unter den Uferböschungen lagen Austernbänke. Fleisch, Gemüse und Beeren wurden nach Jagd und Ernte getrocknet und mit geräuchertem Fisch in tiefen, mit Gras oder Rinde ausgekleideten Gruben gelagert.[2] Angebaut wurden Mais, Bohnen und Kürbis.[2]

Im Winter schnitzten die Menschen Geräte und Gefäße, flochten Körbe, töpferten und verzierten Kleidung mit gefärbten Stachelschweinborsten und Muscheln. Im Frühling zogen sie in die Ahornwälder, zapften die Bäume an und kochten den Saft zu Sirup und Zucker ein.[2]
Im September 1609 segelte Henry Hudson für die Niederländer den Fluss hinauf und fand ein Gebiet voller Biber und Otter; 1614 stand nach der Kurzgeschichte ein niederländischer Handelsposten auf einer Insel, die später Castle Island hieß. Mit dem Pelzhandel wuchsen die Spannungen mit den Mohawk im Westen, und die Mohikaner gaben viele eigene Erzeugnisse auf, weil eiserne Kessel, Stoff, Gewehre und Glasperlen zu haben waren.[2]
Glaube
Die Zeittafel der Nation nennt unter dem Jahr 1609 Lieder, Tänze und Zeremonien, die die Nation pflegt, darunter Grüne-Mais-Zeremonien, Zeremonien zum neuen Jahr und eine Erdbeerzeremonie.[1] Auch das Zapfen der Ahornbäume galt nach der Kurzgeschichte als Zeremonie, mit der man den Frühling begrüßte. Zeremonien gab es immer dann, wenn etwas besondere Aufmerksamkeit brauchte, etwa wenn Mais, Bohnen und Kürbis gesät wurden und zur Ernte.[2]
Ab 1734 lebte der Missionar John Sergeant bei den Mohikanern in ihrem Dorf Wnahktukuk, predigte, taufte und gab den Getauften christliche Namen. Manche setzten ihre Zeremonien heimlich fort, viele Bräuche missbilligten die Missionare.[2] Auch Missionare der Moravian Church arbeiteten unter Mohikanern: Der Missionar David Zeisberger, der in Herrnhut in Sachsen aufgewachsen war, führte 1765 die überlebenden Christen seiner Mission, meist Delaware und Mohikaner, an den Susquehanna und gründete Friedenshütten.[15] Auf dem heutigen Reservat baute die Lutheran Indian Mission 1901 Kirche und Schule; 1923 kam nach der Kurzgeschichte ein Wohnheim für ein Internat hinzu, die Schule schloss 1958.[2] Die Zeittafel der Nation führt die Lutheran Indian Mission Boarding School unter den Jahren 1906 bis 1933.[1]
Zum Algonkin-Begriff Manitu, der auch in Coopers Roman vorkommt, siehe die Seite Manitu.
Die Mohikaner vom 17. bis zum 19. Jahrhundert
Seuchen wie Pocken, Masern, Grippe und Fleckfieber, die Biberkriege mit den Mohawk und Landgeschäfte mit Niederländern und Engländern trafen die Mohikaner zwischen den 1620er Jahren und 1700 schwer.[1] Als die Niederländer kamen, lagen die Mohikaner laut Britannica schon im Krieg mit den Mohawk; 1664 mussten sie Schodack bei Albany verlassen und zogen ostwärts in das Gebiet des heutigen Stockbridge in Massachusetts.[7]

1734 berieten nach der Zeittafel der Nation die Anführer Konkapot und Umpachenee, ob man in die Missionssiedlung am Housatonic River ziehen solle. Von 1736 bis 1739 erhielten die Mohikaner eine Stadt von sechs Quadratmeilen, das heutige Stockbridge und West Stockbridge, mit Missionshaus und Versammlungshaus.[1] Britannica datiert die Mission auf 1736.[7] Auch Angehörige anderer Völker zogen hin, etwa Wappinger, Niantic, Pequot, Mohawk, Narragansett und Oneida, und die Bewohner hießen bald Stockbridge Indians.[2] 1749 lebten nach der Zeittafel 218 Menschen der Nation in Stockbridge. Von den ursprünglich 23.000 Acres (rund 9.300 Hektar) Land blieben 1774 noch 1.200 Acres.[1]
Im Krieg zwischen Frankreich und England schlossen sich 1756 nach der Zeittafel 45 Kämpfer aus Stockbridge den Rangers von Major Robert Rogers an. Im Unabhängigkeitskrieg kämpften Kompanien aus Stockbridge bei der Belagerung von Boston, im Feldzug von Saratoga und bei Kingsbridge in der heutigen Bronx, 1775 auch bei Bunker Hill.[1] Als die Überlebenden heimkehrten, war ihr Land nach der Kurzgeschichte durch Hypotheken, Schulden und Betrug verloren.[2] 1783 gab George Washington nach der Zeittafel ein Festessen als Dank, während die Nation zugleich aus Stockbridge verdrängt wurde.[1]
New Stockbridge bei den Oneida
1784 überließ die Oneida Nation den Mohikanern eine Stadt von sechs mal sechs Meilen im heutigen Madison County, New York. Rund 300 Stockbridge-Mohikaner zogen zu Fuß dorthin und gründeten New Stockbridge; 1800 bauten sie mit Hilfe von Quäkern aus Philadelphia eine Sägemühle und eine Kirche.[1] Die Kurzgeschichte setzt den Umzug in die Mitte der 1780er Jahre und nennt die Oneida, die im Unabhängigkeitskrieg ebenfalls auf der Seite der Kolonisten gekämpft hatten, als Gastgeber; das Wisconsin Department of Public Instruction nennt als Gründungsjahr 1785.[2, 5] Ab 1802 schlossen sich nach der Zeittafel weitere Lenape aus Pennsylvania der Gemeinschaft an.[1]
Der Weg nach Wisconsin
1818 zog ein Drittel der Stockbridge-Mohikaner unter John Metoxen auf Einladung verwandter Delaware und Miami an den White River im heutigen Indiana.[1] Als sie nach etwa einem Jahr ankamen, hatten die Delaware das Land nach der Kurzgeschichte schon unter Druck verkauft.[2] 1821 verhandelte eine Abordnung der Stockbridge und Oneida mit den Menominee, den Ho-Chunk und der US-Regierung über 2 Millionen Acres am Fox River in Wisconsin; von 1822 bis 1829 verloren die Mohikaner durch Verkäufe an den Staat New York ihr Land in New Stockbridge.[1] 1830 lebten 350 bis 400 Mohikaner bei Kaukauna in Wisconsin.[1] Die Gruppe von Metoxen hatte dort am Fox River ein Dorf gebaut, die übrigen folgten zu Fuß, mit Wagen oder per Dampfschiff über die Großen Seen.[2]
Ein Zusatz des Senats zum Vertrag mit den Menominee vom Februar 1831 sah zwei Townships am Ostufer des Lake Winnebago für die Stockbridge und Munsee vor.[11] Die Kurzgeschichte nennt 1834 als Jahr des Umzugs dorthin.[2] 1837 kamen nach der Zeittafel 250 Munsee aus Kanada hinzu, seitdem heißt die Gemeinschaft Stockbridge-Munsee; das Wisconsin Department of Public Instruction schreibt, einige Munsee-Familien seien zwei Jahre nach dem Umzug von 1834 gekommen.[1, 5]
Zu den Munsee siehe auch die Seite Lenape.
Ein Vertrag vom 3. September 1839 gab die östliche Hälfte der beiden Townships an die USA zurück, ein Teil der Stockbridge und Munsee zog daraufhin westlich des Mississippi.[11] Viele starben unterwegs, einige schlossen sich anderen Nationen in Oklahoma und Kansas an, andere kehrten nach Wisconsin zurück.[1, 2] Ein Gesetz von 1843 teilte das übrige Land in Parzellen für Einzelne; weil ein Teil der Nation das ablehnte, hob der Kongress es 1846 wieder auf.[11] Nach der Kurzgeschichte standen sich nun eine Citizen Party, die das Bürgerrecht der USA annahm, und eine Indian Party gegenüber, die an der Nation festhielt.[2] 1854 besuchte der Sachem John W. Quinney die alte Heimat und hielt am 4. Juli in Reidsville, New York, eine Rede über den Verlust des Landes.[1]
Nichts, was den Namen Kauf verdient, wurde getätigt.
- 1609Henry Hudson segelt für die Niederländer den Fluss der Mohikaner hinauf.[2]
- 1664Nach Kriegen mit den Mohawk verlassen die Mohikaner Schodack bei Albany und ziehen ostwärts.[7] Mohawk
- 1734Die Anführer Konkapot und Umpachenee beraten über den Umzug in die Missionssiedlung am Housatonic River, das spätere Stockbridge.[1]
- 175645 Kämpfer aus Stockbridge schließen sich den Rangers von Robert Rogers an.[1]
- 1784Die Oneida Nation überlässt den Stockbridge-Mohikanern Land im heutigen Madison County, New York; dort entsteht New Stockbridge.[1] Oneida
- 1818Ein Drittel der Nation zieht unter John Metoxen an den White River in Indiana.[1, 2]
- 1830350 bis 400 Mohikaner leben bei Kaukauna in Wisconsin.[1]
- 1837250 Munsee aus Kanada schließen sich an; die Gemeinschaft heißt seitdem Stockbridge-Munsee.[1] Lenape
- 03.09.1839Ein Vertrag gibt die östliche Hälfte des Landes am Lake Winnebago an die USA zurück; ein Teil der Nation zieht westlich des Mississippi.[11]
- 04.07.1854John W. Quinney spricht in Reidsville, New York, über den Verlust der alten Heimat.[1]
- 05.02.1856Der Vertrag von Stockbridge, Wisconsin, begründet das heutige Reservat im Shawano County.[1, 11]
- 1887Der Dawes Act führt zur Aufteilung des Landes; in den 1920er Jahren ist die Nation fast ohne Land.[2, 5] Dawes Act
- 1937Die Stockbridge-Munsee Community gibt sich eine neue Verfassung nach dem Muster des Bureau of Indian Affairs.[1, 2] Indian Reorganization Act
- 1972Die übrigen 13.000 Acres des zurückgewonnenen Landes kommen in Treuhand.[2]
- 2015Die Nation eröffnet eine Außenstelle ihres Denkmalschutzamts in Troy, New York.[2]
Verträge und Reservat
Den Vertrag, der das heutige Reservat begründete, schlossen die Stockbridge und Munsee am 5. Februar 1856 in Stockbridge, Wisconsin, mit dem Bevollmächtigten Francis Huebschmann.[11] Nach Artikel 1 traten sie ihr restliches Land in Stockbridge und 72 Sections in Minnesota ab, die ihnen ein Zusatz zum Vertrag von 1848 zugesagt hatte. Artikel 2 versprach dafür ein Gebiet in Wisconsin nahe der Südgrenze des Reservats der Menominee, groß genug für Parzellen von 80 und 40 Acres; nach Artikel 3 sollten Familienoberhäupter und alleinstehende Männer über 18 Jahre je 80 Acres erhalten, alleinstehende Frauen über 18 Jahre und Waisen je 40 Acres. In Artikel 12 sagten die Nationen zu, Branntwein in ihren Siedlungen zu unterdrücken. Der Senat ratifizierte den Vertrag am 18. April 1856, verkündet wurde er am 8. September 1856.[11] Für die Nation unterschrieb nach der Zeittafel der Sachem Ziba T. Peters; das neue Reservat lag in den Gemeinden Red Springs und Bartelme im Shawano County.[1]
Der sandige und sumpfige Boden taugte nach der Kurzgeschichte kaum für Ackerbau, also lebten die Menschen vom Wald. Ein Gesetz von 1871 "For the relief of the Stockbridge and Munsee Indians" sah Jahreszahlungen aus dem Verkauf von 54 Sections des bewaldeten Reservats vor; am Holz verdienten nach derselben Quelle vor allem Politiker und Käufer, die Kurzgeschichte spricht vom "Pine Ring".[2] Mit dem Dawes Act von 1887 und weiteren Gesetzen wurde das Land an Einzelne aufgeteilt und besteuert. Viele verkauften ihre Parzellen oder verloren sie wegen Steuern und Schulden; in den 1920er Jahren war die Nation nach der Kurzgeschichte fast ohne Land.[2, 5]

Nach dem Indian Reorganization Act von 1934 erhielt die Nation rund 15.000 Acres abgeholzten Landes in Bartelme zurück, davon kamen zunächst nur etwa 2.500 Acres in Treuhand; 1937 gab sie sich eine neue Verfassung nach dem Muster des Bureau of Indian Affairs.[1, 2] Seitdem heißt sie offiziell Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. 1972 kamen die übrigen 13.000 Acres in Treuhand.[2] Die Fläche des Reservats geben die Quellen verschieden an: 24.734 Acres, davon 17.150 in Treuhand, nennt die Kurzgeschichte der Nation von 2017, 22.139 Acres, davon 16.255 in Treuhand, das Wisconsin Department of Public Instruction.[2, 5]
Mehr zum Land der Nationen steht auf der Seite Reservate.
Die Mohikaner heute
Die Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians, hat ihre Verwaltung in Bowler, Wisconsin; dort liegen der Sitz des Tribal Council und das Arvid E. Miller Library-Museum.[4, 16] Am Shawano County Road A kündigt ein Schild die "Mohican Nation" an. Der Name steht nach der Kurzgeschichte für die Souveränität der Nation, die Worte "Stockbridge-Munsee Band" für ihre Geschichte.[2] Ihr Ratsfeuer und Regierungssitz besteht nach der Zeittafel im Shawano County fort.[1]
Der Tribal Council hat sieben Mitglieder, gewählt wird jedes Jahr im Oktober.[5] Präsidentin ist laut Website der Nation (Stand Oktober 2026) Shannon Holsey.[4] Das Wisconsin Department of Public Instruction nennt 1.565 Bürger, ohne Jahr; 529 von ihnen leben im Reservat.[5] Die Kurzgeschichte von 2017 spricht von etwa 1.500 Bürgern, von denen ungefähr die Hälfte im Reservat oder in seiner Nähe wohnt.[2] Mit 740 Beschäftigten ist die Nation nach derselben Landesbehörde der größte Arbeitgeber im Shawano County.[5]
Die Nation erkennt zwei Sprachen an, Mohican und Munsee, und pflegt beide in einem eigenen Sprachprogramm.[3] Das Arvid E. Miller Library-Museum ist das offizielle Archiv der Nation; seine Sammlung reicht von der Zeit vor dem Kontakt mit Europäern bis heute.[16] Über die Rückgabe nach dem NAGPRA-Gesetz kamen nach der Kurzgeschichte unter anderem ein Wampum-Gürtel und zeremonielle Pfeifen zurück. 1993 bekam die Nation außerdem eine große Bibel zurück, die ihr 1745 geschenkt worden war.[2]
1999 richtete die Nation ein eigenes Amt für den Denkmalschutz ein, das in New York und Neuengland zu Bauvorhaben angehört wird. 2011 kaufte sie 63 Acres am Hudson, um eine kulturell bedeutende Stätte zu schützen, und 2015 eröffnete sie eine Außenstelle auf dem Campus des Russell Sage College in Troy, New York, die nach der Kurzgeschichte jedes Jahr rund 500 Bauvorhaben prüft.[2] Seit 1974 fuhren nach der Zeittafel Gruppen mindestens 30-mal in die alte Heimat.[1]
Offizielle Website der Nation: Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians.
Der letzte Mohikaner: Roman gegen Geschichte
James Fenimore Cooper veröffentlichte "The Last of the Mohicans" 1826 als zweiten Band seiner Lederstrumpf-Romane um den Waldläufer Natty Bumppo, genannt Hawkeye. Der Roman spielt 1757 im Krieg zwischen Frankreich und England. Laut Britannica war er in den USA und in Europa erfolgreich und wurde zum Vorbild für viel spätere Unterhaltungsliteratur, besonders für den Western.[13]
Mehr über die Reihe steht auf der Seite Lederstrumpf von James Fenimore Cooper.
Im Roman sind Chingachgook und sein Sohn Uncas die letzten ihres Geschlechts. Chingachgook sagt, nach Uncas werde es kein Blut der Sagamores mehr geben, denn sein Junge sei der letzte der Mohikaner; am Ende spricht der alte Tamenund vom letzten Krieger des "weisen Volks der Mohikaner" (Übersetzung der Redaktion).[12] Britannica nennt das Bild, das Cooper von den Mohikanern zeichnete, romantisiert.[7]
In der Einleitung, die Cooper nach eigener Angabe gut 25 Jahre nach dem Roman schrieb, nennt er Mahicanni, Mohicans und Mohegans als Formen desselben Namens und schreibt, Lenni-Lenape, Delawares und Mohicans meinten in seinem Buch dasselbe Volk oder Völker desselben Ursprungs. Von allen Völkern des Romans gebe es nur noch einige Oneida in New York, die übrigen seien verschwunden.[12] Tatsächlich lebten die Stockbridge-Mohikaner zu dieser Zeit als Nation in Wisconsin, 1856 schlossen sie dort den Vertrag über ihr heutiges Reservat.[1, 11]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Die Mohikaner seien ausgestorben, wie es der Titel von Coopers Roman von 1826 nahelegt.
Was belegt ist
Die Mohikaner zogen über Stockbridge und New Stockbridge nach Wisconsin. Ihre Nation, die Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians, hat laut Wisconsin Department of Public Instruction 1.565 Bürger und steht in der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026.[1, 5, 6]
Den Deutschen Balduin Möllhausen nannte sein Biograf Preston A. Barba 1914 im Titel seines Buches "the German Cooper", den deutschen Cooper.[14] Eine Verfilmung von 1992 zeigt Daniel Day-Lewis als Hawkeye.[13]
Mehr zum Film auf der Seite Der letzte Mohikaner (1992).
Mohikaner im Film
Im Film
Bekannte Persönlichkeiten
- Konkapot und Umpachenee berieten 1734 nach der Zeittafel der Nation am Ratsfeuer über den Umzug in die Missionssiedlung Stockbridge.[1]
- Hendrick Aupaumut schrieb nach John W. Quinney die mündliche Geschichte der Mohikaner auf; er starb nach der Zeittafel 1830 in Kaukauna, Wisconsin.[1, 2]
- John Metoxen bat 1808 die Stadt Stockbridge, keine Straße durch den Friedhof der Nation zu bauen, und führte 1818 eine Gruppe an den White River in Indiana.[1]
- John W. Quinney, Sachem, hielt am 4. Juli 1854 in Reidsville, New York, seine Rede über den Landverlust.[1]
- Electa Quinney war nach der Kurzgeschichte die erste Lehrerin an einer öffentlichen Schule in Wisconsin.[2]
- Arvid E. Miller, zweiter Präsident nach der Neuordnung der 1930er Jahre, führte die Nation 26 Jahre lang und war Mitgründer des National Congress of American Indians und des Great Lakes Inter-Tribal Council; das Museum der Nation trägt seinen Namen.[2]
- Dorothy Davids leitete das Historical Committee der Nation und schrieb die erste Fassung ihrer Kurzgeschichte.[2]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Häufige Fragen
Gibt es die Mohikaner heute noch?
Ja. Die Nachfahren der Mohikaner bilden mit Munsee die Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians, mit Sitz in Bowler, Wisconsin. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt sie als anerkannte Nation. Das Wisconsin Department of Public Instruction nennt 1.565 Bürger.
Wie nennen sich die Mohikaner selbst?
Die Kurzgeschichte der Nation schreibt im Fließtext Muh-he-con-neok und in einer Überschrift Muh-he-con-ne-ok; gemeint ist das Volk der Wasser, die nie still sind. Das Wisconsin Department of Public Instruction schreibt Muh-he-con-ne-ok. Den Leitspruch "People of the waters that are never still" trägt auch die Website der Nation.
Sind Mohikaner und Mohegan dasselbe Volk?
Nein. Die Mohikaner lebten im oberen Hudson-Tal, die Mohegan im Tal des Thames River im heutigen Connecticut; Britannica nennt sie ausdrücklich zwei verschiedene Völker. Die Mohegan Tribe hat heute ein eigenes Reservat im Südosten Connecticuts. Cooper behandelte die Namen in der Einleitung seines Romans als Formen eines Namens.
Wo leben die Mohikaner heute?
Das Reservat der Stockbridge-Munsee Community liegt in den Gemeinden Red Springs und Bartelme im Shawano County, Wisconsin. Nach der Kurzgeschichte der Nation lebt etwa die Hälfte der rund 1.500 Bürger im Reservat oder in seiner Nähe, die übrigen anderswo in Wisconsin, in den USA und in der Welt.
War Coopers Roman "Der letzte Mohikaner" eine wahre Geschichte?
Nein. James Fenimore Cooper veröffentlichte den Roman 1826; er spielt 1757 im Krieg zwischen Frankreich und England. Britannica nennt sein Bild der Mohikaner romantisiert. Cooper behandelte in der Einleitung Mohikaner, Mohegan und Lenape als Formen eines Namens oder als Völker desselben Ursprungs, und die Nation, die er für verschwunden hielt, lebte damals in Wisconsin weiter.
Warum heißen die Mohikaner auch Stockbridge Indians?
In den 1730er Jahren zogen Mohikaner in eine Missionssiedlung am Housatonic River, die die Siedler Stockbridge nannten. Nach der Kurzgeschichte der Nation hießen die Bewohner danach Stockbridge Indians. Den Namen nahmen sie mit nach New Stockbridge in New York und nach Wisconsin.
Welche Sprache sprechen die Mohikaner?
Mohican gehört zu den Algonkin-Sprachen. Die Stockbridge-Munsee Community erkennt zwei Sprachen an, Mohican und Munsee, und pflegt beide in einem eigenen Sprachprogramm.
Quellen
- Tribal Nation Tribal History Timeline. Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation A Brief History of the Mohican Nation, Stockbridge-Munsee Band (Dorothy Davids, überarbeitet vom Stockbridge-Munsee Historical Committee). Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand 2017. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Language. Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Tribal Council. Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Stockbridge-Munsee Band of Mohican Indians (Tribal Nations of Wisconsin). Wisconsin Department of Public Instruction. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Mohican. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors (zuletzt überarbeitet von Elizabeth Prine Pauls). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Mohegan. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Our History (The Mohegan Tribe's History). The Mohegan Tribe. Stand 2017. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Elisabeth Tooker: Northeast Indian. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag Treaty with the Stockbridge and Munsee, 1856 (11 Stat. 663; Kappler, Indian Affairs: Laws and Treaties, Bd. 2, S. 742). Oklahoma State University Libraries, Tribal Treaties Database. Stand 05.02.1856. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle James Fenimore Cooper: The Last of the Mohicans. A Narrative of 1757. Project Gutenberg, eBook 940. Stand 1826 (Gutenberg-Ausgabe 2006). abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk James Fenimore Cooper (George G. Dekker). Encyclopaedia Britannica. Stand 11.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch Preston A. Barba: Balduin Möllhausen, the German Cooper (Americana Germanica 17; Digitalisat im Internet Archive). University of Pennsylvania, Philadelphia. Stand 1914. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Daniel J. Brock: Zeisberger, David (Dictionary of Canadian Biography, Bd. 5). University of Toronto und Université Laval. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Arvid E. Miller Library/Museum. Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians (Startseite). Stockbridge-Munsee Community, Band of Mohican Indians. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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