PersonenPerson
Balduin Möllhausen
Kurz erklärt Balduin Möllhausen (1825 bis 1905) war ein Zeichner und Schriftsteller aus Bonn. Er reiste dreimal in den amerikanischen Westen: 1851 mit Herzog Paul Wilhelm von Württemberg, 1853 und 1854 als Zeichner der Eisenbahnvermessung von Amiel W. Whipple und 1857 und 1858 mit der Colorado-Expedition von Joseph C. Ives. Danach schrieb er in Potsdam Dutzende Abenteuerromane und galt als "der deutsche Cooper".

Wer war Balduin Möllhausen?
Balduin Möllhausen war ein Zeichner und Schriftsteller, der zwischen 1849 und 1858 dreimal in den Westen der USA reiste (weitere Deutsche wie Friedrich Gerstäcker stellt die Seite Deutsche im Wilden Westen vor). Die Neue Deutsche Biographie führt ihn als Reiseschriftsteller und Romancier, geboren am 27. Januar 1825 in Bonn und gestorben am 28. Mai 1905 in Berlin; das Handbook of Texas, Taft und Barba schreiben "bei Bonn".[1, 2, 3, 8] Für zwei Expeditionen der US-Regierung zeichnete er Landschaften, Tiere und Menschen, die als Lithografien in den amtlichen Berichten erschienen.[3] Zurück in Deutschland wurde er mit Abenteuerromanen bekannt; die Neue Deutsche Biographie zählt 46 Romane und Erzählungssammlungen, Robert Taft kam 1948 auf mindestens 45.[1, 3] Sein Biograf Preston A. Barba nannte ihn 1914 "the German Cooper", den deutschen Cooper.[8]
Jugend in Bonn und erste Ausbildung
Sein Vater Heinrich Möllhausen war 1813 Lützower Jäger, dann preußischer Leutnant der Artillerie und später Zivilingenieur, der am Bau der ersten Eisenbahn in Griechenland mitarbeitete; er gilt seit 1867 als verschollen. Die Mutter Elisabeth stammte aus der Familie der Freiherren von Falkenstein und starb 1837.[1, 2] Balduin besuchte bis 1840 das Gymnasium in Bonn. Er wollte Maler werden, bekam aber eine landwirtschaftliche Ausbildung in Pommern.[1] Nach Taft zeigte er früh Talent zum Zeichnen, hatte aber außer dem Unterricht an der Schule in Bonn keine besondere Ausbildung.[3]
1844 und 1845 leistete er seinen Wehrdienst in Stralsund, danach lebte er eine Zeit in Wien und arbeitete wieder in der Landwirtschaft. 1848 und 1849 wurde er in Berlin zum Militär einberufen, im Herbst 1849 schiffte er sich nach Amerika ein.[1] Über die folgenden Jahre gibt es nach Taft wenig Nachrichten; er vermutet, dass er eine Zeit in Belleville in Illinois bei St. Louis lebte und als Jäger am Kaskaskia River unterwegs war.[3]
1851: Mit Herzog Paul Wilhelm von Württemberg in die Prärie
Im Frühjahr 1851 hörte Möllhausen, dass Herzog Paul Wilhelm von Württemberg eine Reise in die Rocky Mountains plante, und durfte mitkommen.[1, 3] Die Gruppe zog laut Smithsonian Institution von St. Louis über den Oregon Trail nach Fort Laramie.[10] Dort gaben die beiden die Reise nach Taft auf, weil es Ärger mit indigenen Gruppen und Probleme mit dem Transport gab, und machten sich im Herbst auf den Rückweg.[3] Eines der vier Pferde töteten nach Taft Indigene, die übrigen kamen in einem Schneesturm um. Eine Postkutsche nach Independence in Missouri hatte nur einen Platz frei; die beiden losten, und der Herzog fuhr mit. Möllhausen blieb von Ende November bis Anfang Januar allein in seinem Lager an einem Bach nahe dem Big Blue River zurück.[3]
Danach schloss er sich einer Gruppe der Oto an, die zu ihren Dörfern an der Mündung des Platte zog. Nach vier Wochen erreichte er die Siedlung Bethlehem am Missouri und verbrachte dann mehr als drei Monate beim Pelzhändler Peter Sarpy am Handelsposten Belle Vue.[3] Nach der Neuen Deutschen Biographie musste er wegen des unglücklichen Reiseverlaufs fünf Monate bei indigenen Völkern verbringen, bevor er im Januar 1853 nach Berlin zurückkehren konnte.[1] Nach Taft brachte er im Herbst 1852 im Auftrag des deutschen Konsuls in St. Louis Tiere für den Berliner Zoo nach Deutschland und kam am 6. Januar 1853 in Berlin an. Dort lernte er Alexander von Humboldt kennen, der sich für seine Erlebnisse und Skizzen interessierte.[2, 3]
Neun Zeichnungen dieser Reise, mit Tinte und Aquarell, besitzen heute die National Anthropological Archives der Smithsonian Institution. Ursprünglich waren es zehn; ein Blatt mit einer Büffeljagd gab das Museum 1937 im Tausch ab, es liegt heute im Peabody Museum der Harvard University.[10]

1853 und 1854: Zeichner der Whipple-Expedition am 35. Breitengrad
Mit Empfehlungen Humboldts fuhr Möllhausen im Frühjahr 1853 wieder nach Amerika. Nach Taft kam er am 3. Mai 1853 in New York an und war eine Woche später in Washington als "topographer or draughtsman", also als Topograf oder Zeichner, bei der Vermessung von Lieutenant Amiel Weeks Whipple angestellt; die Neue Deutsche Biographie datiert die Anstellung auf April 1853. Barba druckt Whipples Ernennungsschreiben an Möllhausen ab, es trägt das Datum 10. Mai 1853.[1, 2, 3, 8] Die Expedition sollte eine Route für eine Eisenbahn zum Pazifik entlang des 35. Breitengrads erkunden; sie gehörte zu den Vermessungen, die die Regierung 1853 für Bahnrouten zum Pazifik aussandte.[2, 3]
Am 15. Juli 1853 brach die Expedition in Fort Smith am Arkansas River auf. Sie zog durch das Indianer-Territorium, über den Llano Estacado in Texas und durch New Mexico nach Albuquerque, dann am San Francisco Mountain vorbei über den Bill Williams Fork und den Colorado durch die Mojave-Wüste. Am 21. März 1854 erreichte sie Pueblo de los Angeles.[2, 3] Bis zum Hafen San Pedro maß der Wegmesser 1.892 Meilen.[3]
Unterwegs passierte die Gruppe im heutigen Arizona ein Trockental voller versteinerter Hölzer. Whipple nannte es Lithodendron Creek, "Steinbaum-Bach"; seine Expedition lieferte nach dem National Park Service die erste veröffentlichte Beschreibung des versteinerten Holzes im heutigen Petrified Forest National Park.[6] Möllhausen veröffentlichte als Erster einen Bericht über die Reise mit Abbildungen dieser Hölzer.[7] Im Februar 1854 kenterte beim Übersetzen über den Colorado ein Boot. Nach Whipples Bericht, den Taft zitiert, zog Möllhausen den Vermesser William White und einen mexikanischen Jungen unter dem Boot hervor. Möllhausen selbst beschrieb, wie Hunderte Mohave der Überfahrt zusahen.[3]
Für Whipples amtlichen Bericht lieferten Möllhausen, A. H. Campbell und Lieutenant J. C. Tidball die meisten Bilder. Taft zählte zehn ganzseitige Lithografien, die Möllhausen ausdrücklich zugeschrieben sind, dazu zahlreiche Holzschnitte, und nannte ihn den wichtigsten Zeichner des Berichts.[3] Das Handbook of Texas erwähnt mehrere Bilder aus dem heutigen Texas Panhandle.[2] Nach einigen Monaten in New York und Washington kehrte Möllhausen im August 1854 nach Berlin zurück.[1, 3]
Zwischen den Reisen: Humboldt, Heirat und Tagebuch
In Berlin wohnte Möllhausen eine Zeit bei Alexander von Humboldt.[1] 1855 heiratete er in Berlin Karoline Seifert (1832 bis 1924), die Tochter von Johann Seifert, dem Kammerdiener und Reisebegleiter Humboldts, und zugleich Humboldts Patentochter; das Handbook of Texas nennt als Tag den 6. Februar 1855.[1, 2] Nach Taft vermittelte Humboldt ihm eine Audienz bei König Friedrich Wilhelm IV., der ihn zum Kustos der Bibliotheken in den königlichen Schlössern von Potsdam ernannte, ein Titel fast ohne Pflichten; Barba berichtet dasselbe und verbindet die Ernennung mit der Rückkehr im Jahr 1854.[3, 8] Die Neue Deutsche Biographie schreibt, er habe seit 1858 als Kustos der Königlichen Bibliotheken in Potsdam gelebt.[1]
1858 erschien sein "Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee" mit einer Einführung von Humboldt; im selben Jahr kam in London eine englische Übersetzung heraus.[1, 2] Darin erzählt Möllhausen auch von seiner ersten Reise und von Geschichten, die er unterwegs hörte.[3]
1857 und 1858: Mit Joseph C. Ives am Colorado und am Grand Canyon
Im Sommer 1857 bot ihm Lieutenant Joseph Christmas Ives, der selbst zur Whipple-Expedition gehört hatte, einen Platz bei einer neuen Erkundung an.[3] Das Haushaltsgesetz für das Heer von 1857 hatte Geld dafür bereitgestellt: Die Expedition sollte klären, ob der Colorado River schiffbar war, auch weil die Armee während des Konflikts mit den Mormonen in Utah einen Versorgungsweg suchte.[5] Ives stellte Möllhausen in seinem Bericht als Mitglied des Haushalts von Alexander von Humboldt vor, den der Kriegsminister zum "artist and collector in natural history" ernannt habe, also zum Zeichner und Sammler für Naturkunde.[4] Nach den Smithsonian Institution Archives bestand die Expeditionstruppe aus 27 Männern; dazu gehörten der Arzt und Geologe John S. Newberry und der Topograf F. W. von Egloffstein.[3, 4, 5] Indigene Führer begleiteten sie, unter ihnen Irataba, ein Anführer der Mohave, den Ives in seinem Bericht Ireteba nennt und als "sub-chief" bezeichnet; er führte den Zug auf dem Landweg zeitweise an.[4, 5]
Möllhausen verließ Berlin am 12. August 1857 und traf am 22. Oktober in San Francisco auf Ives.[3] Das Dampfboot Explorer startete nach der Smithsonian Institution am 31. Dezember 1857 an der Mündung des Colorado; nach Taft fuhr es am 11. Januar 1858 von Fort Yuma flussaufwärts und erreichte nach zwei Monaten den Punkt, den die Expedition als Ende der Schifffahrt ansah, etwa 530 Meilen oberhalb der Mündung.[3, 5] Am 23. März 1858 zog die Gruppe zu Lande weiter, Anfang April war sie am "Big Canyon", dem heutigen Grand Canyon. Am Diamond Creek im heutigen Mohave und Coconino County in Arizona zeichnete Möllhausen die Schlucht.[3, 14] Am 6. Mai trennte sich die Gruppe; Möllhausen erreichte mit Lieutenant Tipton und den Soldaten am 14. Mai 1858 Fort Defiance.[3]
Den Heimweg nahm er über Santa Fe und den Santa Fe Trail nach Fort Leavenworth, das er am 24. Juli 1858 erreichte. Am 1. September 1858 fuhr er nach Deutschland zurück und kam nie wieder nach Amerika.[2, 3] Ives schrieb im Begleitbrief zu seinem Bericht vom 1. Mai 1860, Möllhausen habe den größten Teil der Ansichten und Illustrationen der Reise angefertigt.[4] Die Bilder im Bericht von 1861 gehören laut Handbook of Texas zu den ersten veröffentlichten Ansichten des Grand Canyon (zur späteren Fahrt mit Booten durch den Canyon die Seite über die Powell-Expedition).[2]

Welche Bücher schrieb Balduin Möllhausen?
Seine Reisen beschrieb Möllhausen in zwei großen Berichten, die nach der Neuen Deutschen Biographie naturkundliche und vor allem völkerkundliche Kenntnisse in populärer Form vermitteln.[1] Für die Romane schrieb er nach dem Handbook of Texas meist aus dem Gedächtnis und schlug in Berichten der Smithsonian Institution nach, wo er geschichtliche oder naturkundliche Angaben brauchte.[2] Viele Romane wechseln zwischen amerikanischen und deutschen Schauplätzen. Ihr Grundmotiv ist nach der Neuen Deutschen Biographie der Gegensatz zwischen einer verdorbenen Zivilisation und der Freiheit der Wildnis, in der deutsche Auswanderer Zuflucht und oft moralische Läuterung finden; im Vordergrund stehe aber immer die abenteuerliche und kriminalistische Handlung.[1] Barba fand in mehreren Romanen alte Fallensteller und Führer nach dem Vorbild von Coopers Lederstrumpf.[8]
| Werk | Jahr | Inhalt und Hinweis |
|---|---|---|
| Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee | 1858 | Bericht über die Whipple-Expedition, mit Einführung von Alexander von Humboldt; zweite Auflage 1860 unter dem Titel "Wanderungen durch die Prairien und Wüsten des westlichen Nordamerika".[1, 8] |
| Reisen in die Felsengebirge Nord-Amerikas bis zum Hoch-Plateau von Neu-Mexico | 1861 | Bericht über die Colorado-Expedition in zwei Bänden. Neue Deutsche Biographie, Barba und Taft nennen 1861, das Handbook of Texas 1860; das Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek nennt Leipzig, Otto Purfürst, "1860?" und zeigt auf dem Titelblatt kein Jahr.[1, 2, 3, 8, 11] |
| Der Halbindianer | 1861 | Erster Roman, vier Bände, Verlag Hermann Costenoble; Erzählung aus dem westlichen Nordamerika.[1, 8, 12] |
| Der Majordomo | 1863 | Erzählung aus dem südlichen Kalifornien und New Mexico, im Anschluss an "Der Halbindianer" und dessen Fortsetzung "Der Flüchtling".[8] |
| Das Mormonenmädchen | 1864 | Sechs Bände, spielt während des Feldzugs der USA gegen die Mormonen 1857 und 1858.[1] |
| Die Mandanenwaise | 1865 | Erzählung aus dem Rheinland und dem Stromgebiet des Missouri.[1] |
| Der Meerkönig | 1867 | Erzählung in sechs Bänden; das Handbook of Texas rechnet sie zu den Werken über Texas, nach Barba spielen die letzten drei Bände auf den Bahamas.[2, 8] |
| Das Hundertguldenblatt | 1870 | Erzählung in sechs Bänden; nach Barba spielen die ersten drei Bände in Texas zur Zeit des Bürgerkriegs, die letzten drei in Deutschland.[2, 8] |
| Der Leuchtturm am Michigan | 1883 | Erzählungen mit einer Einleitung von Theodor Fontane.[1] |
| Der Fährmann am Kanadian | 1890 | Roman in drei Bänden.[8] |
| Der Spion | 1893 | Roman in drei Bänden.[8] |
| Bilder aus dem Reiche der Natur | 1904 | Späte Erinnerungen und Naturschilderungen, Berlin.[1, 9] |
Nach seinem Tod erschienen von 1906 bis 1913 "Illustrierte Romane, Reisen und Abenteuer" in 30 Bänden, mit gekürzten Fassungen der Romane.[1]
Wie stellte Möllhausen die indigenen Völker dar?
Möllhausens größtes wissenschaftliches Interesse galt nach Taft den indigenen Völkern. Viele seiner Bilder in den Expeditionsberichten zeigen Choctaw, Creek, Cherokee, Shawnee, Delaware, Wichita, Comanche, Kiowa, Zuni und Mohave; Taft nannte sie 1948 wichtige völkerkundliche Zeugnisse.[3] Die Neue Deutsche Biographie spricht von völkerkundlich bedeutenden Illustrationen.[1] Die National Anthropological Archives weisen bei seinen Zeichnungen von 1851 darauf hin, dass Inhalt und Begriffe die Sicht ihrer Entstehungszeit spiegeln und heute als verletzend gelten können.[10]
In der Einleitung zu seinem ersten Roman schrieb Möllhausen, er habe eine Geschichte gewählt, die die Vorurteile der Amerikaner gegen dunklere Haut und deren Folgen zeigen sollte. Barba gibt die Stelle wörtlich wieder:[8]
und wählte ich zu diesem Zweck eine Geschichte, in welcher namentlich die Vorurteile der Amerikaner gegen jede dunkler gefärbte Haut und die daraus entspringenden Folgen dargelegt werden.
Dieselbe Einleitung spricht aber auch davon, den "wilden Eingeborenen auf dem blutigen Kriegspfade" zu folgen, und greift damit das Klischee vom kriegerischen Wilden auf.[8] Barba schrieb 1914, Möllhausen habe wie Cooper den Untergang der indigenen Völker beklagt, aber kein verklärtes Bild zeichnen wollen; seine Romane zeigten vor allem einzelne Menschen am Rand der Siedlungen, etwa an Handelsposten oder in Reservaten. Barba selbst beschrieb diese Figuren in abwertenden Wörtern seiner Zeit.[8]
In seinem Buch "Bilder aus dem Reiche der Natur" von 1904 erinnerte sich Möllhausen an die Prärie seiner Jugend. Er wünschte, er könne die "unaufhaltsam vordringende Kultur" zurückdrängen, hinter der "der zottige Bison und der braune Jäger" spurlos verschwunden seien.[9] Dieses Bild vom verschwindenden Volk, im Englischen "vanishing American", sehen indigene Kritiker nach Irene S. Di Maio heute als Klischee mit politischen Folgen; sie zitiert Rennard Strickland, nach dem die indigenen Völker weder verblasst noch ausgestorben sind (wie die Nationen sich heute selbst nennen, erklärt die Seite Darf man "Indianer" sagen?).[13]
Zeitleiste
- 27.01.1825Balduin Möllhausen kommt in Bonn zur Welt.[1]
- Herbst 1849Möllhausen schifft sich nach Amerika ein.[1]
- 1851Mit Herzog Paul Wilhelm von Württemberg zieht er über den Oregon Trail nach Fort Laramie; im Winter bleibt er wochenlang allein in der Prärie zurück.[3, 10] Fort Laramie
- 06.01.1853Er kommt mit Tieren für den Berliner Zoo nach Berlin und lernt Alexander von Humboldt kennen.[2, 3]
- 15.07.1853Als Topograf und Zeichner bricht er mit der Whipple-Expedition in Fort Smith am Arkansas River auf.[3]
- 21.03.1854Die Whipple-Expedition erreicht Pueblo de los Angeles.[3]
- 1855In Berlin heiratet er Karoline Seifert, die Tochter von Humboldts Kammerdiener Johann Seifert.[1, 2]
- 1858Sein "Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee" erscheint mit einer Einführung von Humboldt.[1]
- April 1858Die Expedition von Joseph C. Ives erreicht zu Lande den Grand Canyon.[3] Grand Canyon
- 01.09.1858Möllhausen fährt nach Deutschland zurück und kommt nie wieder nach Amerika.[2, 3]
- 1861Sein erster Roman "Der Halbindianer" erscheint in vier Bänden.[1, 12]
- 1864"Das Mormonenmädchen" erscheint in sechs Bänden.[1]
- 28.05.1905Möllhausen stirbt in Berlin.[1, 2]
Was ist Legende, was ist belegt?
Den Beinamen "der deutsche Cooper" trägt Barbas Buch von 1914 im Titel; Taft schrieb 1948, die Parallelen zu Cooper seien so häufig, dass Barba ihn so nenne. Taft vermutete 1948, Möllhausens Landschaftsschilderungen seien stark, seine Figuren aber steif und seine Handlungen oft verwickelt; die Romane selbst waren ihm in den USA kaum zugänglich.[3] Das Handbook of Texas verwendet den Beinamen heute ebenfalls.[2]
Eine Episode aus dem Winter 1851 stammt aus Möllhausens eigenem Tagebuch. Nach Taft sah er damals von einem Hügel aus zwei Pawnee auf sein Lager zuschleichen; er tötete einen und verletzte den zweiten tödlich. Möllhausen war damals allein, und Taft nennt keinen anderen Bericht darüber.[3]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Möllhausen malte die ersten Bilder des Grand Canyon.
Was belegt ist
Die Illustrationen im Bericht von Joseph C. Ives von 1861 gehören laut Handbook of Texas zu den ersten veröffentlichten Ansichten des Grand Canyon. Sie stammen überwiegend von zwei Zeichnern. Die meisten Ansichten fertigte nach Ives Möllhausen an, die Panoramen zeichnete der Topograf F. W. von Egloffstein, und Robert Taft hebt gerade diese Panoramen hervor.[2, 3, 4]
Tod in Berlin und Nachlass
Balduin Möllhausen starb am 28. Mai 1905 in Berlin; er hatte zwei Söhne.[1, 2] Den Titel des Kustos in Potsdam trug er nach Taft bis zu seinem Tod.[3] Die Österreichische Große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und die korrespondierende Mitgliedschaft der Historical Society of New Mexico führt die Neue Deutsche Biographie als Auszeichnungen auf.[1]
Seine Bilder liegen heute verstreut. Das Handbook of Texas nennt die Smithsonian Institution in Washington, die Oklahoma Historical Society in Oklahoma City, das Amon Carter Museum in Fort Worth und das Staatliche Museum für Völkerkunde in Berlin.[2] 1939 besaß das Berliner Museum nach Taft ein Skizzenbuch mit 99 Bleistiftskizzen und 83 Aquarellen; Taft schrieb 1948, Möllhausens Originale seien bei der Eroberung Berlins im April 1945 größtenteils verbrannt.[3] In den USA bewahren die National Anthropological Archives neun Zeichnungen von 1851 auf.[10]

Häufige Fragen
Wer war Balduin Möllhausen?
Ein Zeichner, Reiseschriftsteller und Romanautor aus Bonn, geboren 1825 und gestorben 1905 in Berlin. Er nahm an zwei Expeditionen der US-Regierung teil, 1853 und 1854 mit Lieutenant Amiel W. Whipple und 1857 und 1858 mit Lieutenant Joseph C. Ives, und zeichnete einen großen Teil der Bilder für deren Berichte.
Warum heißt Möllhausen "der deutsche Cooper"?
Sein Biograf Preston A. Barba gab seinem Buch von 1914 den Titel "Balduin Möllhausen, the German Cooper". Robert Taft schrieb 1948, die Parallelen zu James Fenimore Cooper seien so häufig, dass Barba ihn so nenne. Barba fand in mehreren Romanen alte Fallensteller und Führer nach dem Vorbild von Coopers Lederstrumpf.
Welche Bücher schrieb Balduin Möllhausen?
Zuerst zwei Reiseberichte: das "Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee" (1858) über die Whipple-Expedition und die "Reisen in die Felsengebirge Nord-Amerikas" über die Colorado-Expedition. Sein erster Roman war "Der Halbindianer" (1861). Die Neue Deutsche Biographie zählt 46 Romane und Erzählungssammlungen, darunter "Das Mormonenmädchen" (1864) und "Der Meerkönig" (1867).
War Möllhausen am Grand Canyon?
Ja. Die Expedition von Joseph C. Ives zog im April 1858 zu Lande an den Grand Canyon, der damals "Big Canyon" hieß, und Möllhausen zeichnete dort unter anderem am Diamond Creek. Die Bilder im Bericht von Ives gehören laut Handbook of Texas zu den ersten veröffentlichten Ansichten des Grand Canyon.
Wo sind Möllhausens Bilder heute?
Nach dem Handbook of Texas in der Smithsonian Institution in Washington, in der Oklahoma Historical Society, im Amon Carter Museum in Fort Worth und im Berliner Museum für Völkerkunde. Robert Taft schrieb 1948, die Berliner Originale seien im April 1945 größtenteils verbrannt. Die National Anthropological Archives der Smithsonian Institution besitzen neun Zeichnungen von der Reise 1851.
Wann starb Balduin Möllhausen?
Am 28. Mai 1905 in Berlin, mit 80 Jahren. Bis zu seinem Tod trug er den Titel eines Kustos der königlichen Bibliotheken in Potsdam.
Quellen
- Nachschlagewerk Peter J. Brenner: Möllhausen, Balduin (Neue Deutsche Biographie 17, S. 654 f.). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Kathleen Doherty: Mollhausen, Heinrich Balduin (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand veröffentlicht 01.05.1995, überarbeitet 21.04.2016. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Robert Taft: The Pictorial Record of the Old West, VI. Heinrich Balduin Möllhausen (The Kansas Historical Quarterly 16, Nr. 3, S. 225 bis 244). Kansas State Historical Society, Digitalisat der Kansas Collection. Stand August 1948. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Joseph C. Ives: Report upon the Colorado River of the West, Explored in 1857 and 1858 (Digitalisat der Bibliothek des Missouri Botanical Garden im Internet Archive). Government Printing Office, Washington, 36. Kongress, 1. Sitzung, Senat. Stand 1861. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv The Colorado Exploring Expedition (Ives Expedition) (1857 bis 1858). Smithsonian Institution Archives. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Explorers and Settlers. National Park Service, Petrified Forest National Park. Stand 24.02.2015. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Brief Administrative History. National Park Service, Petrified Forest National Park. Stand 16.03.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Fachbuch Preston A. Barba: Balduin Möllhausen, the German Cooper (Americana Germanica 17; Digitalisat im Internet Archive). University of Pennsylvania, Philadelphia. Stand 1914. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Balduin Möllhausen: Bilder aus dem Reiche der Natur (Digitalisat im Internet Archive). Dietrich Reimer, Berlin. Stand 1904. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv Guide to the Heinrich Balduin Möllhausen drawings made during an expedition to the Rocky Mountains, 1851 (NAA.MS378511). National Anthropological Archives, Smithsonian Institution. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Balduin Möllhausen: Reisen in die Felsengebirge Nord-Amerikas bis zum Hoch-Plateau von Neu-Mexico, Band 2 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek im Internet Archive). Otto Purfürst, Leipzig. Stand 1860 (Katalogangabe mit Fragezeichen). abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Balduin Möllhausen: Der Halbindianer. Erzählung aus dem westlichen Nord-Amerika, Band 4 (Digitalisat im Internet Archive). Hermann Costenoble. Stand 1861. abgerufen am 25.10.2026
- Fachaufsatz Irene S. Di Maio: Borders of Culture: The Native American in Friedrich Gerstäcker's North American Narratives (Yearbook of German-American Studies 28, S. 53 bis 76). Society for German-American Studies, University of Kansas Libraries. Stand 1993. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 3928: Diamond Creek, Stream, Mohave und Coconino County, Arizona (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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