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Die Powell-Expedition 1869
Kurz erklärt Die Powell-Expedition war die erste bekannte Bootsfahrt von Green River im heutigen Wyoming durch die Canyons von Green River und Colorado bis unterhalb des Grand Canyon. John Wesley Powell brach am 24. Mai 1869 mit neun Männern in vier Booten auf; am 30. August 1869 erreichten sechs Männer in zwei Booten die Mündung des Virgin River. Einer war im Juli ausgestiegen, drei verließen die Gruppe am 28. August und kamen nie an.

Wie kam es zur Powell-Expedition?
John Wesley Powell wurde am 24. März 1834 in Mount Morris im Westen des Staates New York geboren.[10] In der Schlacht von Shiloh traf ihn am 6. April 1862 eine Kugel am Handgelenk, sein rechter Arm wurde unterhalb des Ellbogens amputiert.[3] Nach einigen Monaten kehrte er in den Dienst zurück und wurde zum Major befördert.[3, 10] Nach dem Krieg wurde er Professor für Geologie und Kurator des Museums an der Illinois Wesleyan University in Bloomington.[10]
1867 reiste Powell mit einer kleinen Gruppe von Naturforschern und Studenten in die Berge des Colorado-Territoriums; danach wollte er die Canyons von Grand, Green und Colorado River erkunden.[1] Im Oktober 1868 bezog er ein Winterlager am White River, etwa 120 Meilen oberhalb seiner Mündung; mit ihm blieben seine Frau Emma und drei Männer. Von dort erkundete er die Flüsse der Umgebung.[1, 2, 3] Neben seinem Lager zeltete eine Gruppe der Ute unter Douglass. Powell verbrachte viele Winterabende damit, ihre Sprache zu lernen. Diese Kenntnis der Sprache von Ute und Südlichen Paiute half ihm später bei seiner Arbeit im Canyonland.[2]
Auf den Karten der Regierung klaffte nach dem Historiker Will Bagley eine Lücke von rund 500 Meilen Länge und 150 Meilen Breite, beschriftet als "Unknown Territory".[11] Powell schrieb, über die Schluchten hätten sich Jäger und Goldsucher Geschichten erzählt: von Booten, die in Strudeln untergingen, von einem Fluss, der Hunderte Meilen unter den Felsen verschwinde, und von großen Wasserfällen.[1] Geld bekam er aus privaten Quellen und von der Illinois State Natural History Society, dazu die Erlaubnis, Vorräte aus Armeebeständen anzufordern.[3] Die Eisenbahngesellschaften unterstützten seine Forschungen nach Powells Worten mit freien Transporten im Wert vieler Tausend Dollar.[1] Vier Boote ließ er in Chicago bauen und mit der Bahn an die Stelle bringen, an der die Union Pacific Railroad den Green River überquert.[1, 3, 10]
Wer fuhr mit Powell?
Mit Powell brachen neun Männer auf, zusammen zehn.[5, 9] Außer seinem Bruder Walter waren es nach dem US Geological Survey Männer aus den Bergen, die es gewohnt waren, vom Land zu leben; der National Park Service nennt frühere Trapper, Männer aus den Bergen und Veteranen des Bürgerkriegs wie Powell selbst.[3, 4] Bootsleute waren sie nicht. Billy Hawkins gab zu: "Wir verstanden nichts von einem Boot" (Übersetzung der Redaktion).[11]
| Boot | Bauart | Besatzung |
|---|---|---|
| Emma Dean | Kiefer, 16 Fuß lang, leicht, Vorausboot[1] | John Wesley Powell, J. C. Sumner, William H. Dunn[1] |
| Kitty Clyde's Sister | Eiche, 21 Fuß lang[1] | Walter H. Powell, George Y. Bradley[1] |
| No Name | Eiche, 21 Fuß lang[1] | Oramel G. Howland, Seneca Howland, Frank Goodman[1] |
| Maid of the Canyon | Eiche, 21 Fuß lang[1] | William R. Hawkins, Andrew Hall[1] |
Die drei Eichenboote hatten doppelte Spanten und je drei Abteilungen, die vordere und hintere waren als wasserdichte Kajüten abgedeckt. Die Männer nahmen Lebensmittel für zehn Monate mit, weil sie im Winter irgendwo auf das Frühjahr warten wollten, dazu Munition, Fallen, Werkzeug zum Bau von Hütten und für Reparaturen sowie zwei Sextanten, vier Chronometer, mehrere Barometer, Thermometer und Kompasse. Mehl, Fleisch und die übrigen Vorräte teilten sie auf die drei großen Boote auf, damit ein Unglück nicht alles kostete.[1]
Was geschah auf der Fahrt 1869?
Start in Green River und das Unglück im Canyon of Lodore
Am 24. Mai 1869 sahen die Einwohner von Green River City zu, wie die Boote ablegten.[1] Die transkontinentale Eisenbahn fuhr da erst seit zwei Wochen.[11] Schon ein oder zwei Meilen unterhalb des Ortes saßen die schwer beladenen Boote auf einer Sandbank fest.[1]
Am 9. Juni gaben die Männer einer Schlucht den Namen Canyon of Lodore. Dort geriet die No Name mit den Howland-Brüdern und Goodman über einen Wasserfall und zerbrach an den Felsen. Die drei Männer retteten sich auf eine Insel, von der Sumner sie mit der Emma Dean holte; Powell nannte die Stelle Disaster Falls.[1] Mit dem Boot ging nach dem National Park Service ein Drittel der Vorräte verloren.[6] Die Barometer, die alle in der No Name gelegen hatten, holten Sumner und Dunn am 10. Juni aus dem Wrack, zusammen mit einem Paket Thermometer und einem Fässchen Whiskey, das die Männer ohne Powells Wissen an Bord gebracht hatten.[1]

Anfang Juli meldeten Zeitungen den Tod der ganzen Expedition. Der Omaha Republican schrieb am 2. Juli 1869, die Männer seien gestorben, wie sie gelebt hätten, die Chicago Tribune berichtete am nächsten Tag von 21 Männern, die in einem Augenblick verschlungen worden seien. Die Geschichte hatte sich nach Bagley ein Pferdedieb namens John A. Risdon ausgedacht.[11] Zur selben Zeit lagerten die Männer an der Mündung des Uinta River. Powell ging zu Fuß zur Agentur des Ute-Reservats, und dort sagte ihm Frank Goodman am 5. Juli, er habe genug Gefahr gesehen und werde nicht weiterfahren.[1]
Durch die Canyons von Utah
Am 17. Juli erreichten die Boote die Stelle, an der der Grand River in den Green River mündet; von hier an heißt der Fluss Colorado.[1] Als Grand River bezeichnete man bis 1921 den Colorado oberhalb dieser Mündung, das Gebiet liegt heute im Canyonlands National Park.[8] Am 18. Juli siebten die Männer ihr feucht gewordenes, klumpiges Mehl durch Mückennetz und verloren dabei mehr als 200 Pfund. Nach diesem Verlust und dem Wrack der No Name blieben ihnen Vorräte für wenig mehr als zwei Monate.[1] Die Felslandschaft der Gegend nannte Powell eine "seltsame, unheimliche, großartige Gegend" (Übersetzung der Redaktion).[1, 7]
Durch den Grand Canyon
Am Abend des 4. August lagerten die Männer an der Mündung eines Bachs, den Powell für den Paria hielt; der National Park Service schreibt, die Expedition habe den Paria am 4. August passiert. Am 10. August erreichten sie den Little Colorado.[1, 4] Am 13. August fuhren sie in die lange Schlucht unterhalb des Little Colorado ein. Ihnen blieben Lebensmittel für einen Monat, der Speck war verdorben, der Zucker im Fluss verloren, nur Kaffee hatten sie noch reichlich.[1]
Wir haben eine unbekannte Strecke vor uns, einen unbekannten Fluss zu erkunden. Welche Fälle es dort gibt, wissen wir nicht.
Die längste Schlucht des Colorado reicht nach Powell 217,5 Meilen von der Mündung des Little Colorado bis zur Grand Wash.[1] Der National Park Service beschreibt dort eine fast ununterbrochene Folge von Stromschnellen, die die Männer befuhren, an Leinen hinunterließen oder auf dem Landweg umgingen; aus der Forschungsreise war ein Kampf ums Überleben geworden.[4]
Was geschah an der Separation Rapid?
Am 27. August erreichten die Boote eine Stromschnelle, die schlimmer aussah als alle bisherigen. Beim Erkunden kletterte Powell 400 Fuß über dem Fluss so weit hinaus, dass er weder vor noch zurück konnte; die Männer befreiten ihn mit zwei Rudern.[1] Am Abend sagte ihm Oramel G. Howland, er, sein Bruder Seneca und William Dunn wollten nicht weiter mit den Booten fahren. Powell bestimmte in der Nacht mit dem Sextanten die Lage: rund 45 Meilen Luftlinie bis zur Mündung des Virgin River, auf dem gewundenen Fluss vielleicht 80 bis 90 Meilen. Er entschied, weiterzufahren, und die übrigen fünf versprachen, bei ihm zu bleiben.[1]
Am Morgen des 28. August trennten sich die Gruppen. Die drei Männer bekamen zwei Gewehre und eine Schrotflinte; Vorräte lehnten sie ab, Hawkins ließ ihnen eine Pfanne Brötchen auf einem Felsen zurück. Powell gab Howland einen Brief an seine Frau und eine Abschrift der Aufzeichnungen mit, Sumner seine Uhr für seine Schwester.[1] Die Emma Dean ließen sie zurück. Die beiden übrigen Boote kamen heil durch die Stromschnelle, die Männer warteten ein paar Stunden in der Hoffnung, die drei würden mit dem kleinen Boot folgen, dann fuhren sie weiter.[1]
Am 29. August um zwölf Uhr verließen die Boote nach Powells Bericht den Grand Canyon an der Grand Wash; der National Park Service nennt den 28. August als Tag, an dem der Canyon endete.[1, 4] Am 30. August trafen sie an der Mündung des Virgin River einen Siedler namens Asa und seine zwei Söhne, die nach Überresten der für tot gehaltenen Expedition Ausschau halten sollten. Den Männern blieben noch etwa zehn Pfund Mehl, fünfzehn Pfund getrocknete Äpfel und siebzig bis achtzig Pfund Kaffee.[1] Am 1. September fuhren Sumner, Bradley, Hawkins und Hall mit den Booten weiter den Colorado hinab in Richtung Fort Mojave, die Brüder Powell reisten über St. Thomas nach Salt Lake City.[1] Die Länge der Fahrt geben die Quellen verschieden an: rund 900 Meilen nach der Utah History Encyclopedia, mehr als 1.000 Meilen Fluss nach einer Schrift des US Geological Survey von 1970.[3, 10]

Was geschah mit den drei Männern nach der Trennung?
Am 8. September 1869 meldete die Deseret News, die Zeitung der Mormonen in Salt Lake City, nach Angaben eines Indigenen hätten Shivwits drei hungrige Männer verpflegt und auf den Weg gebracht; danach hätten die Männer eine Frau beim Sammeln von Samen erschossen und seien von drei Shivwits getötet worden. Powell nannte diesen Teil der Geschichte eine Verleumdung.[11]
Im September 1870 kam Powell mit dem Mormonen-Missionar Jacob Hamblin, der die Sprache der Südlichen Paiute gut sprach, zu einem Rat mit Shivwits nördlich des Grand Canyon.[1, 2] Ihr Anführer sagte nach Powells Bericht:[1]
Letztes Jahr haben wir drei weiße Männer getötet. Böse Männer sagten, sie seien unsere Feinde. Sie erzählten große Lügen. Wir hielten sie für wahr.
Hamblin erfuhr danach von einem der Männer mehr: Ein Indigener vom Ostufer des Colorado sei ins Dorf gekommen und habe erzählt, Bergleute hätten dort eine Frau getötet; er habe die Shivwits überzeugt, die drei Fremden seien diese Männer, und daraufhin hätten sie ihnen aufgelauert.[1] Powell nahm das Friedensangebot an.[11] Die Schrift des US Geological Survey von 1970 nennt Indigene als Täter, die der Geschichte der drei Männer, sie seien auf dem Fluss durch den Canyon gekommen, nicht geglaubt hätten.[3]
Nicht alle glaubten ihr. Jack Sumner schrieb 1906 in einem Brief, den der Historiker Don Lago fand, die drei seien von Mormonen getötet worden.[11] 1993 vertrat Wesley P. Larsen die These, ein Brief des Mormonen William Leany von 1883 berichte von ihrem Mord in seiner Gemeinde. Eli Pace, ein Schwiegersohn von John D. Lee, habe die drei für Bundesbeamte gehalten, die Lee wegen des Mountain-Meadows-Massakers von 1857 festnehmen wollten.[11] Lago widersprach 2003: Der Brief passe besser zu einem anderen dreifachen Mord in Toquerville im Jahr 1875. Nach dem Biografen Donald Worster verstand Powell die Sprache der Paiute gut genug, um eine falsche Übersetzung durch Hamblin zu bemerken.[11] Bagley hält nach dem Stand der Belege eine tödliche Begegnung mit einer Gruppe Paiute für am wahrscheinlichsten, nennt das Schicksal der drei aber weiter ein Rätsel. Eine 1978 auf dem Mount Dellenbaugh gefundene Inschrift "DUNN 1869" halten viele Fachleute für zweifelhaft.[11] Der National Park Service schreibt, die drei hätten die Expedition aus Furcht vor den Gefahren des Flusses und ohne Vertrauen in Powells Führung verlassen, seien beim Versuch, aus dem Canyon zu wandern, aber nie wieder gesehen worden.[6]
Die zweite Expedition 1871 bis 1872
Nach der ersten Fahrt waren Powells Notizen lückenhaft und seine Instrumente beschädigt; viele Aufzeichnungen hatten die drei Männer bei sich gehabt.[3] Vom Kongress bekam er Geld für weitere Arbeit, und die zweite Fahrt begann am 22. Mai 1871.[3, 4] Diesmal fuhren der Vermesser Almon H. Thompson, Powells Schwager, und Fotografen mit: E. O. Beaman, nach ihm James Fennemore und J. K. Hillers.[3] Frederick Dellenbaugh war 17 Jahre alt, als er sich der zweiten Fahrt anschloss.[6] Die zweite Fahrt endete an der Mündung des Kanab Creek im Grand Canyon.[2] Von ihr stammen alle Fotos der Powell-Expeditionen und die erste genaue Karte des Gebiets.[6]
Powells Bericht erschien 1875 bei der Regierungsdruckerei in Washington, im Auftrag der Smithsonian Institution.[1] Er erzählt die Fahrt als Tagebuch von 1869. Nach einer Fachschrift des US Geological Survey von 1969 fassen Powells Berichte von 1875 und 1895 aber Ereignisse beider Fahrten zusammen und geben sie als 1869 aus.[2]
Welche Folgen hatte die Expedition?
Die Fahrt machte Powell zum Nationalhelden. Der Kongress bewilligte ihm Geld für weitere Forschung, daraus entstand der Geographical and Geological Survey of the Rocky Mountain Region, eine der vier großen Vermessungen des Westens neben denen von F. V. Hayden, Clarence King und G. W. Wheeler.[2] 1879 löste der Kongress die Vermessungen von Powell, Hayden und Wheeler auf und gründete den US Geological Survey; dasselbe Gesetz führte zum Bureau of Ethnology der Smithsonian Institution, einem Büro für Völkerkunde, das Powell bis zu seinem Tod leitete.[2] Direktor des US Geological Survey war er nach der Behörde von 1881 bis 1894, die Utah History Encyclopedia nennt 1880 als Beginn.[3, 10]
1878 schloss Powell seinen Bericht über die Trockengebiete der USA ab; die Utah History Encyclopedia führt ihn unter 1879.[3, 10] Er forderte, das öffentliche Land im Westen nach seiner Eignung für Bewässerung, Weide, Holz und Bergbau einzuteilen. Die 160 Acres des Homestead Act hielt er für Weidebetriebe im Westen für viel zu klein; sie sollten mindestens 2.560 Acres groß sein.[10] Das Dinosaur National Monument nennt Powell eine mitunter umstrittene Gestalt.[6] Er starb am 23. September 1902 in Haven in Maine und liegt auf dem Nationalfriedhof Arlington begraben.[3, 10]
Was bedeutete die Expedition für Ute und Südliche Paiute?
Die Ute nannten Powell Kapurats, "Arm ab"; an den Namen erinnerten sich nach der Fachschrift von 1969 noch einige Indigene in Süd-Utah und Nord-Arizona.[2] Powell selbst schrieb, so nannten ihn Ute und Shoshone, das Dinosaur National Monument schreibt den Namen den Paiute zu.[1, 6] Eine ältere Frau der Kaibab-Paiute erzählte 1967 einem der Autoren, ihr Volk erinnere sich an Kapurats als den Mann, der vor vielen Jahren Lappen an Bäume gebunden habe; gemeint war wohl das Vermessungsband.[2]
1870 besuchte Powell mit Hamblin die Gruppen der Kaibab, Uinkarets und Shivwits der Südlichen Paiute auf den Hochflächen am Nordrand des Grand Canyon. Sie hatten nach der Fachschrift kaum Pferde oder Gewehre.[2] 1873 untersuchte Powell mit G. W. Ingalls als Sonderbeauftragter der Indianerbehörde die Lage der Nationen in Utah, Nevada und Nord-Arizona.[2] Manche Fotos, die J. K. Hillers dabei von Südlichen Paiute machte, zeigen sie nicht so, wie sie lebten. Powell ließ sie Kleidung der Ute und eigens angefertigten Federschmuck tragen, offenbar damit sie den Vorstellungen im Osten entsprachen, und verkaufte die Bilder als Stereoansichten.[2]
Für die Südlichen Paiute in Utah zerstörte nach der Utah History Encyclopedia vor allem die Ansiedlung der Mormonen ab den 1850er Jahren ihre Selbstbestimmung, Hunger und Krankheit verringerten ihre Zahl stark. Das erste Reservat entstand 1891 in Shivwits bei St. George.[12] Heute gehört die Shivwits Band zum Paiute Indian Tribe of Utah, der aus fünf Gruppen besteht: Cedar, Indian Peaks, Kanosh, Koosharem und Shivwits. 1954 verloren die Utah Paiute durch den Termination Act die Anerkennung durch die Bundesregierung, am 3. April 1980 erhielten sie sie zurück. Ende 2021 zählten die fünf Gruppen zusammen 920 Mitglieder.[13] Die Shivwits Band führt auf der Seite des Paiute Indian Tribe of Utah den Namen See'veets eng ("Whitish Earth People", etwa "Volk der weißlichen Erde"), und die Nation nennt den 3. März 1891 als Tag des ersten Gesetzes, das die Shivwits formell anerkannte.[16]
Zeitleiste
- 24.03.1834John Wesley Powell wird in Mount Morris im Staat New York geboren.[10]
- 06.04.1862In der Schlacht von Shiloh wird Powell verwundet, sein rechter Arm wird unterhalb des Ellbogens amputiert.[3]
- Oktober 1868Powell bezieht ein Winterlager am White River und lernt die Sprache der Ute.[1, 2] Ute
- 24.05.1869Powell und neun Männer legen mit vier Booten in Green River City ab.[1]
- 09.06.1869Die No Name zerbricht im Canyon of Lodore an der Stelle, die Powell Disaster Falls nennt.[1]
- 02.07.1869Der Omaha Republican meldet den Tod der Expedition; die Nachricht ist erfunden.[11]
- 05.07.1869Frank Goodman verlässt die Expedition an der Agentur des Ute-Reservats am Uinta River.[1] Ute
- 17.07.1869Die Boote erreichen die Mündung des Grand River in den Green River, den Beginn des Colorado.[1, 8]
- 04.08.1869Die Männer lagern an der Mündung eines Bachs, den Powell für den Paria hält.[1, 4]
- 13.08.1869Mit Lebensmitteln für einen Monat fahren die Männer in den Grand Canyon unterhalb des Little Colorado.[1] Grand Canyon
- 28.08.1869An der Separation Rapid verlassen die Howland-Brüder und William H. Dunn die Expedition.[1] Grand Canyon
- 29.08.1869Nach Powells Bericht verlassen die Boote den Grand Canyon an der Grand Wash.[1] Grand Canyon
- 30.08.1869Sechs Männer erreichen die Mündung des Virgin River.[1]
- September 1870Bei einem Rat mit Shivwits und Jacob Hamblin hört Powell, die Shivwits hätten die drei Männer getötet.[1, 2] Paiute
- 22.05.1871Die zweite Expedition beginnt; von ihr stammen alle Fotos der Powell-Expeditionen.[4, 6]
- 1875Powells Bericht erscheint bei der Regierungsdruckerei in Washington.[1]
- 1879Der Kongress gründet den US Geological Survey; Powell leitet bis zu seinem Tod das Bureau of Ethnology.[2]
- 23.09.1902Powell stirbt in Haven in Maine.[3, 10]
Erinnerung heute
Am Südrand des Grand Canyon erinnert das Powell Memorial am Powell Point an die Fahrten von 1869 und 1871 bis 1872.[4] Viele Namen, die die Expedition vergab, gelten bis heute, im Dinosaur National Monument etwa Gates of Lodore, Winnie's Grotto, Whirlpool Canyon, Split Mountain und Disaster Falls.[6] Laut der Schrift des US Geological Survey von 1970 erinnert eine Tafel nahe dem Nordostufer des Colorado auf der Ostseite des Separation Canyon an die Stelle, an der sich die Howland-Brüder und Dunn von der Expedition trennten.[3] Am Green River Overlook im Canyonlands National Park erklärt eine Tafel Powells Fahrt.[7]
Der Stausee hinter dem Glen Canyon Dam, der Mitte der 1960er Jahre fertig wurde, trägt Powells Namen: Lake Powell. Er bedeckt einen großen Teil des Glen Canyon und mit ihm viele historische und archäologische Stätten.[14] Zum 150. Jahrestag fuhr 2019 eine Gruppe der University of Wyoming mit Wissenschaftlern des US Geological Survey 70 Tage lang rund 1.000 Flussmeilen auf Green River und Colorado.[9]

Wo begann die Fahrt?
Die Boote legten in Green River im heutigen Wyoming ab, wo die Union Pacific Railroad den Fluss überquert.[1, 15]
- 1Powell-Expedition (Green River, Wyoming (Startpunkt; Koordinate der Stadt laut U.S. Census Bureau)) 41,51° N, 109,47° W[15]
- 2Grand Canyon (Grand Canyon Village am Südrand) 36,05° N, 112,14° W[17]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Vor Powell hatte niemand die Canyons des Colorado gesehen.
Was belegt ist
Laut National Park Service waren Powell und seine Männer nicht die Ersten, die die Canyons von Green River und Colorado erkundeten, wohl aber die Ersten, die sie auf ganzer Länge befuhren. Am Zusammenfluss von Green und Grand River waren vorher Indigene und vielleicht 1836 der französische Trapper Denis Julien. Den Fluss unterhalb der Grand Wash kannte Powell aus dem Tagebuch von drei Mormonen, die ihn mit einem Boot hinabgefahren waren.[1, 6, 11]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Shivwits-Paiute töteten die Howland-Brüder und Dunn, das ist sicher.
Was belegt ist
Powell stützte sich auf einen Rat im September 1870, bei dem Jacob Hamblin übersetzte. Jack Sumner hielt Mormonen für die Täter, 1993 brachte Wesley P. Larsen einen Brief von 1883 als Beleg vor, den Don Lago 2003 auf einen anderen Mord bezog. Nach dem Historiker Will Bagley ist eine Begegnung mit Paiute am wahrscheinlichsten, ganz geklärt ist die Frage nicht.[1, 11]
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Häufige Fragen
Wer war John Wesley Powell?
Powell wurde 1834 im Westen des Staates New York geboren und verlor im Bürgerkrieg in der Schlacht von Shiloh seinen rechten Unterarm. Nach dem Krieg lehrte er Geologie in Illinois, leitete 1869 die erste bekannte Bootsfahrt durch die Canyons des Colorado und war später Direktor des US Geological Survey. Er starb am 23. September 1902.
Wann fand die Powell-Expedition statt?
Die erste Fahrt dauerte vom 24. Mai bis 30. August 1869, von Green River im heutigen Wyoming bis zur Mündung des Virgin River. Eine zweite Fahrt begann am 22. Mai 1871 und endete 1872 an der Mündung des Kanab Creek im Grand Canyon.
Wie viele Männer fuhren mit Powell?
Mit Powell brachen neun Männer auf, zusammen also zehn. Frank Goodman stieg im Juli am Uinta River aus, die Brüder Oramel G. und Seneca Howland und William H. Dunn verließen die Gruppe am 28. August. Sechs Männer kamen an.
Was geschah mit den Howland-Brüdern und William Dunn?
Die drei stiegen an der Separation Rapid aus dem Canyon und kamen nie in den Siedlungen an. Powell hörte 1870 bei einem Rat mit Shivwits-Paiute, diese hätten die Männer getötet, weil sie sie für Bergleute hielten, die eine Frau ermordet hatten. Schon Jack Sumner bezweifelte das; ganz geklärt ist die Frage bis heute nicht.
Wie lang war die Strecke der Powell-Expedition?
Die Utah History Encyclopedia nennt rund 900 Meilen, eine Schrift des US Geological Survey von 1970 mehr als 1.000 Meilen Fluss. Die längste Schlucht maß Powell selbst mit 217,5 Meilen zwischen der Mündung des Little Colorado und der Grand Wash.
Gibt es Fotos von der Powell-Expedition 1869?
Nein. Laut National Park Service machte die erste Fahrt keine Fotos; alle Fotos der Powell-Expeditionen stammen von der zweiten Fahrt 1871 bis 1872, unter anderem von E. O. Beaman und J. K. Hillers.
Warum heißt der Lake Powell so?
Der Stausee hinter dem Glen Canyon Dam ist nach John Wesley Powell benannt. Der Damm wurde Mitte der 1960er Jahre fertig, der See bedeckt seitdem einen großen Teil des Glen Canyon.
Quellen
- Primärquelle J. W. Powell: Exploration of the Colorado River of the West and Its Tributaries, Explored in 1869, 1870, 1871, and 1872, Teil 1 (Kapitel 1 bis 9). Government Printing Office, Washington, im Auftrag der Smithsonian Institution; Scan im U.S. Geological Survey Publications Warehouse. Stand 1875. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Don D. Fowler, Robert C. Euler, Catherine S. Fowler: John Wesley Powell and the Anthropology of the Canyon Country, Professional Paper 670. U.S. Geological Survey. Stand 1969. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle John Wesley Powell: Soldier, Explorer, Scientist. U.S. Geological Survey, Engineering Geology and Ground Water Branches. Stand 1970. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Powell Point. National Park Service, Grand Canyon National Park. Stand 10.10.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Powell Expedition Photos. National Park Service, Grand Canyon National Park. Stand 10.02.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle John Wesley Powell. National Park Service, Dinosaur National Monument. Stand 25.09.2019. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Green River Overlook: What Shall We Find?. National Park Service, Canyonlands National Park. Stand 11.11.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Grand View Point: Grand View Point Overlook. National Park Service, Canyonlands National Park. Stand 11.11.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Exploring the Grand Canyon: 150 Years Later. U.S. Geological Survey. Stand 24.05.2019. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Margaret S. Bearnson: John Wesley Powell (Utah History Encyclopedia). Utah Historical Society, History to Go. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Will Bagley: Here Be Dragons (zuerst in Wild West, August 2009). HistoryNet. Stand 26.03.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Ronald L. Holt: Paiute Indians (Utah History Encyclopedia). Utah Historical Society, History to Go. Stand 1994. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Paiute Indian Tribe of Utah (Startseite). Paiute Indian Tribe of Utah. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Martha Sonntag Bradley: Lake Powell (aus History of Kane County). Utah Historical Society, History to Go. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, Wyoming (Green River city). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Constituent Bands. Paiute Indian Tribe of Utah. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Einträge 5213 (Grand Canyon, Populated Place, Coconino County) und 23907 (Grand Canyon, Valley, Coconino und Mohave County), Arizona (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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