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Friedrich Gerstäcker

Kurz erklärt Friedrich Gerstäcker (1816 bis 1872) war ein Reiseschriftsteller aus Hamburg. Von 1837 bis 1843 zog er als Auswanderer durch die USA und lebte lange in den Wäldern von Arkansas; daraus entstand sein erster Roman "Die Regulatoren in Arkansas". 1849 und 1850 suchte er in Kalifornien Gold; er schrieb rund 70 Bücher und starb 1872 in Braunschweig.

Ruhiger Fluss in dichtem Laubwald mit hohen Platanen und Eichen, am Ufer ein Einbaum aus Holz und ein Lagerfeuerplatz, warmes Spätnachmittagslicht zwischen den Bäumen
Bild: KI-generiert

Wer war Friedrich Gerstäcker?

Friedrich Gerstäcker war ein Reiseschriftsteller, der am 10. Mai 1816 in Hamburg geboren wurde und am 31. Mai 1872 in Braunschweig starb.[1, 2] Von 1837 bis 1843 zog er als junger Auswanderer durch die USA und lebte lange in den Wäldern von Arkansas; seine Erlebnisse dort wurden der Stoff für seine ersten Bücher (andere Auswanderer stellt die Seite Deutsche im Wilden Westen vor).[1, 2] Danach reiste er als Schriftsteller um die Welt. Nach der Encyclopedia of Arkansas besuchte er fünf Kontinente und veröffentlichte rund 70 Bücher und mehr als 400 Reiseskizzen und Erzählungen; er gehörte zu den erfolgreichsten Unterhaltungsschriftstellern seiner Zeit.[2] Friedrich Ratzel schrieb 1879 in der Allgemeinen Deutschen Biographie, seine Romane hätten ihn bei einem großen Teil der deutschen Leser beliebt gemacht, weit mehr als seine Reisewerke.[1]

Kindheit in einer Künstlerfamilie

Sein Vater Carl Friedrich Gerstäcker (1790 bis 1825) war ein auch im Ausland gefeierter Tenor, zuletzt Hofschauspieler und Kammersänger in Kassel; die Mutter Louise Friederike, geborene Herz, war Opernsängerin.[1] Nach dem Tod des Vaters kam der Junge zu seinem Onkel, dem Hofschauspieler Eduard Schütz in Braunschweig.[1, 2] Er besuchte dort bis 1830 das Katharineum und bis 1833 die Nicolaischule in Leipzig.[1] Danach lernte er in Kassel widerwillig den Beruf des Kaufmanns.[1, 2]

Mit 19 Jahren wollte er nach Amerika auswandern und Farmer werden. Nach der Encyclopedia of Arkansas bestand die Mutter darauf, dass er zuvor zwei Jahre auf einem deutschen Hof arbeitete, weil er von Landwirtschaft nichts verstand.[2] Die Neue Deutsche Biographie nennt für die Jahre 1835 bis 1837 eine Ausbildung zum Landwirt in Döben bei Grimma, das Gerstäcker-Museum ein Rittergut bei Grimma.[1, 3] Die Romane von James Fenimore Cooper hatten nach der Encyclopedia of Arkansas schon den Jungen begeistert, und er stellte sich die amerikanische Grenze als Ort völliger Freiheit vor.[2]

1837 bis 1843: Als Auswanderer durch die USA

Im März 1837 brach Gerstäcker nach der Neuen Deutschen Biographie als Auswanderer zu seiner ersten Reise in die USA auf, nach der Allgemeinen Deutschen Biographie über Bremen; die Zeittafel des Gerstäcker-Museums nennt den Mai 1837.[1, 5] Von New York aus ging er sofort nach Westen, meist zu Fuß, bis nach Arkansas.[2] Als Farmer versuchte er sich in den USA nie ernsthaft; er wanderte, jagte und nahm Gelegenheitsarbeiten an.[2]

Nach der Encyclopedia of Arkansas jagte er in den ersten drei Monaten des Jahres 1838 am Little Red River und arbeitete als Heizer auf einem Dampfboot auf dem Arkansas River. Danach zog er 15 Monate zwischen Texas, Ohio und Louisiana hin und her. Von Mai 1839 bis Februar 1840 lebte er in den Counties Poinsett, St. Francis und Independence, im August 1840 jagte er zwei Wochen am Cache River und am Bayou de View.[2] 1841 und 1842 blieb er 18 Monate, vor allem am Fourche La Fave River in den Counties Perry und Yell und am Mulberry Creek im Madison County.[2, 12] Im Juli 1842 ging er nach Louisiana, wo er ein Jahr blieb.[2] Nach dem Gerstäcker-Museum verdiente er dort als Hotelier das Geld für die Rückfahrt.[3] Im Sommer 1843 kehrte er nach Deutschland zurück, nach der Neuen Deutschen Biographie im September.[1, 2]

Unterwegs führte er Tagebuch und schickte es in Teilen statt Briefen an seine Mutter.[2] Nach der Neuen Deutschen Biographie lernte er auf seinen Wanderungen von der kanadischen Grenze bis Texas Land und Leute gründlich kennen.[1] Über Arkansas sagte er nach dem Gerstäcker-Museum später, er habe dort seine "schönsten Jugendjahre" verlebt.[3] Die Encyclopedia of Arkansas hält ihn für eine wichtige Quelle zur frühen Geschichte des Staates, weil die Siedler selbst wenig Schriftliches hinterließen und Gerstäcker die Verhältnisse möglichst genau schildern wollte.[2]

Dichter Laubwald an einem langsamen Fluss mit Schilf und umgestürzten Stämmen, ein schmaler Jägerpfad am Ufer, warmes Licht der tief stehenden Sonne zwischen den Bäumen
Waldfluss im Westen von Arkansas, wie Gerstäcker ihn am Fourche La Fave River kennenlernte Bild: KI-generiert

Die Regulatoren in Arkansas und die ersten Bücher

Zurück in Deutschland wurde Gerstäcker freier Schriftsteller und schrieb nach der Neuen Deutschen Biographie wahrheitsgetreue Berichte, zum Teil ausdrücklich für Auswanderer, und wirklichkeitsnahe Romane.[1] Sein erstes Buch, "Streif- und Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nord-Amerikas", erschien 1844 in zwei Bänden. Nach der Encyclopedia of Arkansas war es kaum mehr als eine bearbeitete Fassung seiner Tagebücher; 1845 kam es auf Englisch als "Wild Sports in the Far West" heraus.[1, 2]

Seinen Ruhm begründete der Roman "Die Regulatoren in Arkansas. Aus dem Waldleben Amerika's". Er erschien in drei Bänden, nach Neuer und Allgemeiner Deutscher Biographie 1846; die Bayerische Staatsbibliothek besitzt eine Ausgabe von Otto Wigand in Leipzig mit der Jahreszahl 1846. Die Encyclopedia of Arkansas nennt 1845.[1, 2, 10] Der Roman handelt von Pferdedieben und Selbstjustiz am Fourche La Fave River, nach Di Maio in einer abgelegenen Waldgegend, in der die Gerichte wenig ausrichteten (mehr unter Vigilanten).[2, 8] 1857 erschien eine englische Übersetzung, und 1964 diente der Stoff nach der Encyclopedia of Arkansas lose als Vorlage für den Film "Die Goldsucher von Arkansas".[2] Irene S. Di Maio beschreibt den Roman als Kriminalgeschichte: Der indigene Jäger Assowaum spürt den Anführer der Pferdediebe auf, der sich als Methodistenprediger ausgibt.[8]

1848 folgte "Die Flußpiraten des Mississippi", ebenfalls in drei Bänden (zum Fluss die Seite Mississippi und Missouri).[1] Für Auswanderer schrieb er 1847 "Der deutschen Auswanderer Fahrten und Schicksale" und 1855 "Nach Amerika".[1] Nach der Encyclopedia of Arkansas wollte er seinen Lesern die Vorteile des Lebens in Amerika zeigen, aber auch die Entbehrungen, die ein Siedler auf sich nehmen musste; viele andere deutsche Autoren hätten mit wenig eigener Erfahrung oder vor allem für den Verkauf geschrieben.[2] Ratzel lobte, dass er die Interessen deutscher Auswanderer und Siedler in fernen Ländern verteidigte.[1]

1849 und 1850: Gerstäcker im kalifornischen Goldrausch

Seine zweite große Reise unterstützte nach Ratzel das Reichsministerium in Frankfurt.[1] Nach der Library of Congress sollte Gerstäcker Informationen für Auswanderer sammeln, die nach Kalifornien wollten.[6] Am 18. März 1849 lag er nach seinem eigenen Bericht an Bord der Talisman in der Weser, eines Schiffs, das direkt nach San Francisco fuhr; die Passagiere waren fast alle junge Männer, keine Frau und kein Kind war an Bord.[7] In Rio de Janeiro verließ er das Schiff, fuhr nach Buenos Aires, ritt durch die Pampa und überquerte im Winter die Anden nach Valparaíso; von dort fuhr er nach San Francisco.[1, 6, 7]

Von September 1849 bis November 1850 blieb er nach der Library of Congress 14 Monate in Kalifornien. Er suchte Gold und führte einen Laden, am Feather River, in Murphy's New Diggings und in Mosquito Gulch.[6] In seinem Reisebericht, der 1854 auch auf Englisch erschien, schildert er San Francisco im Herbst 1849, die Fahrt auf dem Sacramento und die Arbeit mit fünf Gefährten am Feather River, wo er als Einziger mit dem Beil umgehen konnte und deshalb die Zimmermannsarbeiten übernahm.[7] Mehr über diese Zeit steht auf den Seiten Kalifornischer Goldrausch, San Francisco im Goldrausch und Goldsucher. Nach dem Gerstäcker-Museum mühte er sich vergeblich, mit dem gefundenen Gold auch nur seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.[3]

Von Kalifornien fuhr er weiter nach Hawaii und Tahiti, durchwanderte den Südosten Australiens von Sydney bis Adelaide und kehrte 1852 über Java nach Deutschland zurück.[1] Aus der Reise entstanden die "Reisen" in fünf Bänden (1853 bis 1854), die "Californischen Skizzen" (1856) und der dreibändige Roman "Gold!" (1858) mit dem Untertitel "Ein californisches Lebensbild aus dem Jahre 1849".[1, 6, 11]

Klarer Gebirgsfluss mit Kiesbänken zwischen großen Granitblöcken und Zedern in der Sierra Nevada im warmen Nachmittagslicht
Gebirgsfluss in den Goldfeldern Kaliforniens, wo Gerstäcker 1849 und 1850 Gold suchte Bild: KI-generiert

Weitere Reisen und die letzten Jahre

Nach seiner Rückkehr lebte Gerstäcker zunächst in Leipzig und ab 1854 als ständiger Gast von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha auf Schloss Rosenau.[1] 1860 und 1861 bereiste er Staaten Südamerikas und besonders deren deutsche Siedlungen. Seine erste Frau Anna, eine Hofschauspielerin, starb nach der Neuen Deutschen Biographie 1861, nach der Encyclopedia of Arkansas während dieser Reise.[1, 2] 1862 begleitete er Herzog Ernst II. auf einer Jagdreise nach Ägypten und Abessinien; im selben Jahr zog er nach Gotha, 1866 nach Dresden.[1] 1863 heiratete er in Bremen Marie Louise Visscher van Gaasbeek, die nach der Encyclopedia of Arkansas 28 Jahre jünger war als er.[1, 2]

1867 und 1868 unternahm er seine letzte Reise nach Amerika, durch die USA, Mexiko, Ecuador, Venezuela und Westindien. Die Neue Deutsche Biographie zählt sie als fünfte Reise in die USA, Ratzel als vierte Reise über den Atlantik.[1] Dabei besuchte er nach der Encyclopedia of Arkansas kurz auch Arkansas und fuhr diesmal meist mit der Bahn.[2] Ab 1869 wohnte er in Braunschweig.[1] Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 und 1871 berichtete er für die Familienzeitschrift "Die Gartenlaube" von der Front, nach der Encyclopedia of Arkansas als glühender Nationalist.[2, 5] Zu seinen Nachkommen gehörten die Schriftsteller Friedrich und Felix Huch, seine Enkel; die Schriftstellerin Ricarda Huch war eine Großnichte.[1]

Wie stellte Gerstäcker die indigenen Völker dar?

Irene S. Di Maio von der Louisiana State University stellte 1993 die unterschiedlichen Urteile der Forschung über Gerstäckers Bild der indigenen Völker zusammen: Karl W. Doerry meinte, Gerstäcker habe die indigenen Menschen vernachlässigt; Manfred Durzak sah die Begegnung mit ihnen als festen Teil seiner Amerika-Erfahrung; Jeffrey L. Sammons hielt es für wahrscheinlich, dass er mehr über sie wusste als jeder andere deutsche Schriftsteller seiner Zeit.[8] Preston A. Barba schrieb 1914, erst durch Gerstäckers Bücher sei das Bild der indigenen Völker, so wie ein Deutscher sie sah, Allgemeingut in Deutschland geworden.[9]

In seinem ersten Reisebericht griff Gerstäcker nach Di Maio auf Klischees zurück. Er nannte die Menschen "wilde Waldsöhne" und folgte damit dem romantischen Bild vom "edlen Wilden".[8] Seine erste ausführlichere Begegnung hatte er nach Di Maio mit einer Jagdgesellschaft von Choctaw aus Arkansas im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Texas und den USA. Der Älteste sprach besser Englisch als Gerstäcker und fragte, ob es so wenige Weiße gebe, dass er allein unterwegs sei.[8] Am Feather River in Kalifornien fehlte ihm eines Morgens sein Gewehr. Nach der englischen Ausgabe seines Reiseberichts verdächtigte er ohne Beweis die indigenen Menschen der Gegend und belegte sie mit einem abwertenden Ausdruck, der auf ihre Hautfarbe zielte.[7] Im Bericht über seine Reise von 1867 und 1868 nannte er nach Di Maio indigene Täter eines Überfalls "wilde Bestien" und zwei alte Frauen in einem Sioux-Lager "Scheusale"; Di Maio zählt diese Stellen zu den Beispielen, in denen er indigene Menschen entmenschlichte.[8]

In seinen Romanen und Erzählungen kehrte er nach Di Maio die Erwartungen der Leser oft um: Maßlos gewalttätig sind dort meist weiße Männer. In der Erzählung "Die Rache des weißen Mannes" (1847) steckt ein Weißer ganze Gruppen absichtlich mit Pocken an.[8] In den "Regulatoren" lehnt Assowaum Alkohol ab, und der Erzähler stellt ihn und seine Frau Alapaha als Paar dar, das mit den weißen Nachbarn einander auf der Jagd und in der Not hilft.[8] Seine indigenen Figuren sprechen meist normales Deutsch; gebrochene Sprache lässt er sie gelegentlich in humorvollen Geschichten sprechen.[8]

Di Maio sieht aber auch die Grenze: Gerstäcker kannte die Klischees vom "edlen Wilden" und vom betrunkenen Indigenen, war aber besonders in den Reiseberichten überzeugt, dass die indigenen Völker untergehen müssten. Indigene Kritiker sehen dieses Bild vom "vanishing American" heute als Klischee mit politischen Folgen (zum heutigen Sprachgebrauch die Seite Darf man "Indianer" sagen?).[8] Barba sah 1914 in Karl May den späten Schlusspunkt dieser Reihe deutscher Romane über indigene Völker.[9]

Breiter brauner Strom bei Sonnenuntergang mit einem flachen hölzernen Floßboot am bewaldeten Ufer, Treibholz im Wasser und Nebel über den Weiden
Abend am Mississippi, dem Schauplatz der "Flußpiraten" von 1848 Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Friedrich Gerstäcker
  1. 10.05.1816Friedrich Gerstäcker kommt in Hamburg zur Welt.[1, 2]
  2. März 1837Gerstäcker bricht als Auswanderer in die USA auf (die Zeittafel des Gerstäcker-Museums nennt Mai 1837).[1, 5]
  3. 1838In den ersten drei Monaten des Jahres jagt er am Little Red River in Arkansas und arbeitet als Heizer auf einem Dampfboot.[2]
  4. 1841Er beginnt einen Aufenthalt von 18 Monaten am Fourche La Fave River in Arkansas.[2]
  5. 1843Rückkehr nach Deutschland, laut Neuer Deutscher Biographie im September.[1, 2]
  6. 1844Sein erstes Buch "Streif- und Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nord-Amerikas" erscheint.[1, 2]
  7. 1846Der Roman "Die Regulatoren in Arkansas" erscheint in drei Bänden (Encyclopedia of Arkansas: 1845).[1, 2, 10]
  8. 1848"Die Flußpiraten des Mississippi" erscheint.[1]
  9. 18.03.1849An Bord der Talisman auf der Weser beginnt seine zweite große Reise.[7]
  10. September 1849Gerstäcker kommt nach Kalifornien und sucht bis November 1850 Gold.[6] Kalifornischer Goldrausch
  11. 1858Der Goldrauschroman "Gold!" erscheint in drei Bänden.[1, 11]
  12. 1867Seine letzte Amerikareise führt ihn noch einmal kurz nach Arkansas.[1, 2]
  13. 1869Gerstäcker zieht nach Braunschweig.[1]
  14. 31.05.1872Gerstäcker stirbt in Braunschweig.[1, 2]

Was ist Legende, was ist belegt?

Schon ein Jahr nach seinem Tod erschien nach dem Gerstäcker-Museum ein Roman über sein Leben, "Friedrich Gerstäcker der Weitgereiste" von August Carl (Gera 1873); das Museum urteilt, darin stehe viel Dichtung und sehr wenig Wahrheit.[3] Ratzel schrieb 1879, wissenschaftliche Ergebnisse habe Gerstäcker auf seinen Reisen weder erzielt noch gesucht; selbst seine Naturbilder seien selten genau genug für die Geografie.[1]

Wie starb Friedrich Gerstäcker?

Gerstäcker bereitete im Mai 1872 nach dem Gerstäcker-Museum eine Reise nach Indien, China und Japan vor, als ihn in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai ein Schlaganfall traf.[3, 5] Die Encyclopedia of Arkansas schreibt, dem Schlaganfall sei ein Wutanfall nach einem Streit mit einem Polizisten vorausgegangen.[2] Er wurde auf dem Friedhof St. Magni in Braunschweig begraben, nahe seinem Haus in der früheren Bertramstraße 16, der heutigen Adolfstraße 45, das nach dem Museum an ihn erinnert.[3, 5] Von 1872 bis 1878 erschienen seine "Gesammelten Schriften" in 43 Bänden.[1]

In Braunschweig verwahrt nach der Gerstäcker-Gesellschaft das Stadtarchiv den größten Teil seines Nachlasses, die Stadtbibliothek zahlreiche Erstausgaben. Die Stadt vergibt alle zwei Jahre den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendbücher, den die Gesellschaft den ältesten Jugendbuchpreis Deutschlands nennt.[5] Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft wurde 1979 gegründet.[5] Ihr Museum führte sie nach eigener Angabe 34 Jahre lang ehrenamtlich; seit dem 3. Oktober 2016 ist es geschlossen, weil die Stadt es nicht übernehmen wollte und aus Altersgründen kein anderer Weg blieb. Es gibt einen virtuellen Rundgang durch die Räume.[4]

Häufige Fragen

Wer war Friedrich Gerstäcker?

Ein deutscher Reiseschriftsteller, geboren 1816 in Hamburg und gestorben 1872 in Braunschweig. Er besuchte nach der Encyclopedia of Arkansas fünf Kontinente und veröffentlichte rund 70 Bücher und mehr als 400 Reiseskizzen und Erzählungen, viele davon aus den Wäldern von Arkansas und Missouri.

Welche Bücher schrieb Friedrich Gerstäcker?

Bekannt sind vor allem die Romane "Die Regulatoren in Arkansas" (1846) und "Die Flußpiraten des Mississippi" (1848). Dazu kommen Reiseberichte wie "Streif- und Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nord-Amerikas" (1844) und "Reisen" (1853 bis 1854) sowie der Goldrauschroman "Gold!" (1858). Seine "Gesammelten Schriften" erschienen von 1872 bis 1878 in 43 Bänden.

Worum geht es in "Die Regulatoren in Arkansas"?

Um Pferdediebe und Selbstjustiz am Fourche La Fave River in Arkansas, wo Gerstäcker 1841 und 1842 selbst lange lebte. Der Roman ist nach Irene S. Di Maio wie eine Kriminalgeschichte gebaut: Der indigene Jäger Assowaum spürt den Anführer der Pferdediebe auf, der sich als Methodistenprediger ausgibt.

War Gerstäcker im Goldrausch in Kalifornien?

Ja. Von September 1849 bis November 1850 lebte er nach der Library of Congress 14 Monate in Kalifornien, suchte Gold und führte einen Laden, unter anderem am Feather River. Darüber schrieb er in seinen "Reisen" (1853 bis 1854), in den "Californischen Skizzen" (1856) und im Roman "Gold!" (1858).

Woran starb Friedrich Gerstäcker?

An einem Schlaganfall in der Nacht zum 31. Mai 1872 in Braunschweig, als er eine Reise nach Asien vorbereitete. Die Encyclopedia of Arkansas schreibt, der Schlaganfall sei auf einen Wutanfall nach einem Streit mit einem Polizisten gefolgt. Er liegt auf dem Magnifriedhof in Braunschweig begraben.

Gibt es ein Gerstäcker-Museum in Braunschweig?

Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft betrieb dort 34 Jahre lang ehrenamtlich ein Museum. Nach ihrer eigenen Website ist es seit dem 3. Oktober 2016 geschlossen, weil die Stadt es nicht übernehmen wollte und aus Altersgründen kein anderer Weg blieb; es gibt einen virtuellen Rundgang. Seinen Nachlass bewahrt nach der Gesellschaft das Stadtarchiv Braunschweig.

Was verbindet Gerstäcker mit Balduin Möllhausen?

Beide schrieben Amerikaromane für deutsche Leser. Als 1861 Möllhausens erster Roman erschien, war Gerstäcker nach Preston A. Barba schon seit 15 Jahren ein Lieblingsautor des deutschen Publikums. Mehr steht auf der Seite Balduin Möllhausen.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Fritz Lenz: Gerstäcker, Friedrich Wilhelm Christian (Neue Deutsche Biographie 6, S. 323 f.), mit dem ADB-Artikel von Friedrich Ratzel (1879). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 1964. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk James W. Miller: Friedrich Wilhelm Christian Gerstäcker (1816 bis 1872) (CALS Encyclopedia of Arkansas). Central Arkansas Library System. Stand aktualisiert 15.12.2023. abgerufen am 25.10.2026
  3. Museum Kurzbiographie. Gerstäcker-Museum Braunschweig, Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft. Stand ohne Datum (Website Copyright 2009). abgerufen am 25.10.2026
  4. Museum Museum seit dem 3. Oktober 2016 geschlossen. Gerstäcker-Museum Braunschweig, Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft. Stand ohne Datum (Website Copyright 2009). abgerufen am 25.10.2026
  5. Museum Dates of Life. Gerstäcker-Museum Braunschweig, Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft. Stand ohne Datum (Website Copyright 2009). abgerufen am 25.10.2026
  6. Archiv Scenes of life in California (Katalogsatz mit Zusammenfassung, Sammlung California as I Saw It). Library of Congress. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Fachaufsatz Irene S. Di Maio: Borders of Culture: The Native American in Friedrich Gerstäcker's North American Narratives (Yearbook of German-American Studies 28, S. 53 bis 76). Society for German-American Studies, University of Kansas Libraries. Stand 1993. abgerufen am 25.10.2026
  8. Fachbuch Preston A. Barba: Balduin Möllhausen, the German Cooper (Americana Germanica 17; Digitalisat im Internet Archive). University of Pennsylvania, Philadelphia. Stand 1914. abgerufen am 25.10.2026

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