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Huronen
Kurz erklärt Huronen nannten die Franzosen die Wendat, einen Bund von Nationen mit irokesischer Sprache südlich der Georgian Bay im heutigen Ontario. Nach Seuchen und dem Krieg mit den Haudenosaunee zerstreuten sie sich 1649 und 1650. Heute zählt die Nation Wendat in Wendake bei Québec laut eigener Website 5.233 Mitglieder, die Wyandotte Nation in Oklahoma 7.150.

Huronen nannten die Franzosen die Wendat, einen Bund von Nationen mit irokesischer Sprache südlich der Georgian Bay im heutigen Ontario. Im Pelzhandel waren die Wendat Verbündete der Franzosen und Feinde der Haudenosaunee (früher Irokesen genannt), die sie 1650 zerstreuten.[4] Im Deutschen ist auch von "Huronen-Indianern" die Rede. Die Wendat gibt es bis heute: in der Nation Wendat in Wendake bei Québec[19] und, so die Canadian Encyclopedia, in den Wyandot-Nationen der USA, von denen die Wyandotte Nation in Oklahoma vom Bund anerkannt ist.[1, 4, 14] Sie sieht sich vor allem als Nachfahrin der Tionontati, die nie zum Bund der Wendat gehörten.[10]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den Nachbarvölkern die Seite Waldland: die Völker des Nordostens und der Großen Seen.
Was bedeutet Huronen, und wie nennen sich die Wendat?
"Huron" war laut Canadian Encyclopedia ein Spitzname, den die Franzosen den Wendat gaben. Er bedeutet entweder Wildschweinkopf, nach der Haartracht der Männer, oder im alten Französisch so viel wie Flegel und Raufbold. Der Name ihres Bundes war Wendat, auch Ouendat geschrieben, "Inselbewohner".[4] Die Oklahoma Historical Society übersetzt Wendat mit "Inselbewohner" oder "Bewohner einer Halbinsel".[12]
Die Nation in Québec nennt sich heute Nation Wendat, die kanadische Denkmalbehörde schreibt Huron-Wendat.[1, 6] Die Wyandotte Nation in Oklahoma gibt als traditionellen Namen Waⁿdát an, vereinfacht Wandat. Nach ihrer Darstellung wurde daraus im Kontakt mit den Briten in Ohio zwischen den 1730er und den 1750er Jahren Wyandot; die Schreibweise Wyandotte übernahm die Nation nach dem Vertrag von 1867, sie zeigt einen Einfluss des Französischen.[10] Auch die Canadian Encyclopedia erklärt Wyandot als englische Verballhornung von Wendat.[4]
Woher kommen die Huronen?
Zum Bund der Wendat gehörten laut Canadian Encyclopedia fünf Nationen: die Attinniaoenten ("Volk des Bären"), die Hatingeennonniahak ("die Schnüre für Netze machen"), die Arendaenronnon ("Volk des liegenden Felsens"), die Atahontaenrat ("zwei weiße Ohren", das Volk des Hirschs) und die Ataronchronon ("Volk des Sumpfes"). Bär und Schnur lebten schon lange im Norden des heutigen Simcoe County in Ontario. Die anderen drei kamen im späten 16. Jahrhundert vom Nordufer des Ontariosees und aus der Gegend der Bay of Quinte und schlossen sich ihnen zu einem lockeren Bündnis gegen die fünf Nationen der Haudenosaunee südlich des Sees an.[4]
Das Land der Wendat, das sie selbst Wendake nannten, umfasste zur Zeit der ersten Kontakte mit den Franzosen etwa 880 Quadratkilometer mit durchschnittlich 23 Menschen je Quadratkilometer. Sie lebten in 18 bis 25 Dörfern, manche mit bis zu 3.500 Bewohnern; größere Dörfer schützten Palisaden.[4] Die Wyandotte Nation nennt als Gründer des Bundes die Attignawantan und die Attingueenongnahac und schreibt die Namen damit anders als die Canadian Encyclopedia.[10]
Ihren Ursprung erzählt die Nation Wendat in einer eigenen Überlieferung. Danach lebten die Vorfahren in der Himmelswelt. Yäa'tayenhtsihk, die Tochter des Anführers, wurde krank; um an die heilenden Wurzeln des Himmelsbaums zu gelangen, ließ ein Heiler ein Loch um den Baum graben. Der Baum kippte, und Yäa'tayenhtsihk fiel in die Meereswelt. Gänse fingen sie auf, der Rat der Tiere beschloss, Erde von den Wurzeln auf den Rücken der Großen Schildkröte zu legen. Yäa'tayenhtsihk breitete sie dort aus, und daraus wurde der Kontinent.[1] Auch die Wyandotte Nation erklärt die Schildkröte in ihrem Wappen mit dem Glauben, die Welt sei auf dem Rücken einer Schnappschildkröte entstanden.[10]
Gesellschaft und Familie
Abstammung und Erbe rechneten die Wendat laut Canadian Encyclopedia in mütterlicher Linie. Eine Großfamilie aus mehreren Kernfamilien, deren Frauen von einer gemeinsamen Mutter oder Großmutter abstammten, lebte in einem Langhaus von etwa 7 Metern Breite; aus archäologischen Arbeiten sind Häuser von bis zu 90 Metern Länge berichtet.[4] Jeder Mensch gehörte zu einem von acht Clans in mütterlicher Linie: Bär, Hirsch, Schildkröte, Biber, Wolf, Seetaucher oder Stör, Falke und Fuchs; manche Quellen nennen Stachelschwein und Schlange statt Seetaucher und Fuchs. Innerhalb des eigenen Clans durfte niemand heiraten, und Clanmitglieder mussten einander helfen, egal in welchem Dorf sie lebten.[4] Die Wyandotte Nation zählt heute zwölf Clans, darunter fünf Schildkrötenclans.[10]

Die Dörfer führten zwei Räte, einen für zivile Fragen und einen für den Krieg; Mitglieder waren alle Männer über 30. In der Theorie entschied man im Konsens, tatsächlich gaben laut Canadian Encyclopedia oft die alten Männer und die gewählten Oberhäupter großer Familien den Ausschlag. Anders als bei den Haudenosaunee hatten die Frauen nach dieser Quelle in den Räten wenig oder nichts zu sagen.[4] Die Nation Wendat beschreibt die Rolle der Frauen anders: Sie stünden im Mittelpunkt der Gesellschaft, die Familien seien um die Clanmütter geordnet, und der einflussreichste Mann einer Familie sei nicht der Vater, sondern der Onkel mütterlicherseits. Bis heute wirkten die Frauen bei der Ernennung und Absetzung der Gewählten mit.[1]
Wirtschaft und Ernährung
Die Wendat lebten laut Canadian Encyclopedia von Mais, Bohnen, Kürbis und Fisch. Die Jagd spielte nur im Herbst und im späten Winter eine größere Rolle und fand weit außerhalb des bewohnten Gebiets statt. Alle 10 bis 15 Jahre, wenn Böden und Brennholz erschöpft waren, zogen die Dörfer um.[4] Mit den Tionontati (Petun), den Neutral, den Odawa, den Nipissing und den Algonkin-Nationen an der Georgian Bay und im Tal des Ottawa River tauschten sie überschüssigen Mais, Bohnen und Schnur aus Fasern des Apocynum cannabinum (in der Quelle "Indian hemp") gegen Tabak, Kupfer, Pfeifenstein, Muscheln und Wampum.[4]
Mitte der 1630er Jahre gehörten die Wendat laut Canadian Encyclopedia zu den wichtigsten Lieferanten von Pelzen für die Franzosen. Rund 500 Männer aus verschiedenen Dörfern betrieben das Handelsnetz, kauften Felle entlang der Kanuroute zu den französischen Posten am Sankt-Lorenz-Strom und tauschten sie dort gegen französische Waren.[4]
Mehr dazu auf der Seite Pelzhandel: Kompanien, Handelsposten und Trapper.
Nach dem Umzug in die Gegend von Québec wurde die Jagd wichtiger, der Feldbau spielte im 19. Jahrhundert nur noch eine kleine Rolle. Die Jagdgebiete lagen nördlich des Sankt-Lorenz-Stroms. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mussten die Huron-Wendat die Jagd aufgeben, weil neue Siedlungsgebiete, private Jagd- und Fischereiklubs und der Parc des Laurentides entstanden. Seitdem lebten viele von der Herstellung und dem Verkauf von Schneeschuhen, Körben und Kanus.[5] Heute zählt die Nation Wendat mehr als 300 Unternehmen von Wendat, darunter 150 private Firmen und 167 Handwerker, Künstler und Kulturbetriebe.[1]
Glaube und die Jesuitenmission Sainte-Marie
Die Nation Wendat beschreibt ihre Sicht auf die Welt als kreisförmig und animistisch: Erde, Wind, Wasser, Tiere und Sterne hätten eine Seele, und dieses Band leite bis heute Entscheidungen über das Land.[1] Um die Handelsbeziehungen und die militärische Hilfe der Franzosen zu sichern, nahmen die Wendat laut Canadian Encyclopedia Missionare auf: 1615 kamen die Rekollekten, 1625 lösten Jesuiten sie ab. Als Samuel de Champlain und Pater Paul Le Jeune 1633 und 1635 vorschlugen, Wendat und Franzosen sollten untereinander heiraten, lehnten die Wendat ab, weil die Ehe für sie Sache der beiden Menschen und ihrer Familien war und nicht des Rates.[4]
1639 gründeten die Jesuiten am Wye River bei Midland in Ontario Sainte-Marie, die Zentrale ihrer Mission bei den Wendat, mit Kapelle, Spital, Wohnhäusern, Lagern und Werkstätten. Christliche Wendat kamen zum Gottesdienst und zur Behandlung, doch Sainte-Marie blieb laut kanadischer Denkmalbehörde im Kern eine europäische Enklave, von der aus Priester in die Dörfer gingen.[7] Seuchen wie die Pocken trafen das Land der Wendat schwer, die Übertritte zum Christentum spalteten die Gemeinschaft, und die Angriffe der Haudenosaunee nahmen zu. Im Winter 1648 auf 1649 brannten die Jesuiten Sainte-Marie selbst nieder und zogen mit einem Teil der Wendat nach Christian Island.[7] Seit 1920 ist der Ort eine National Historic Site Kanadas, die Gebäude wurden 1964 rekonstruiert.[7]
Die Huronen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert
1609 traten die Wendat laut Canadian Encyclopedia dem Bündnis aus Handel und Krieg bei, das Innu und Algonkin mit den Franzosen geschlossen hatten, und beteiligten sich an einem Angriff auf die Kanien'kehá:ka (Mohawk).[4] Danach trafen Seuchen die Wendat. Vor 1600 zählten die Wendat nach der Canadian Encyclopedia etwa 20.000 bis 25.000 Menschen, die Oklahoma Historical Society schätzt für 1639 rund 20.000. Epidemien, besonders Masern, Grippe und Pocken, senkten die Zahl von 1634 bis 1642 auf etwa 9.000.[4, 12]
Auch die Haudenosaunee hatten viele Menschen verloren. Ihre Räte der Frauen drängten laut Canadian Encyclopedia darauf, die Toten durch Aufgenommene aus benachbarten Völkern mit ähnlicher Kultur zu ersetzen; die Räte der Krieger sahen darin eine Gelegenheit, die Nachbarn in einem Volk zu vereinen.[4] Ihr Ruf an die Angegriffenen lautete nach derselben Quelle:[4]
Kommt und schließt euch uns an, damit wir ein Volk in einem Land sind.
Manche Forscher nennen laut Canadian Encyclopedia auch wirtschaftliche Gründe, die Zeitgenossen selbst erwähnten solche Absichten nicht.[4] Von 1642 bis 1646 griffen die Haudenosaunee die östlichen Dörfer der Wendat an, 1648 und 1649 besiegten sie die Wendat mit Gewehren aus den Niederlanden.[4] Am 16. März 1649 zerstörten Kämpfer der fünf Nationen das Dorf und die Mission St. Ignace II und am selben Morgen den Ort Saint-Louis; die Jesuiten Jean de Brébeuf und Gabriel Lalemant wurden gefangen und am nächsten Tag in St. Ignace II getötet. Nach Angabe der kanadischen Denkmalbehörde besiegelte der Angriff das Schicksal des Bundes.[9] In diesen Kriegen ging laut Canadian Encyclopedia etwa die Hälfte der Wendat verloren, die die Seuchen überlebt hatten; danach traf es die Tionontati 1649 und 1650, die Neutral bis 1651 und die Erie bis 1656.[4]
Die Rolle der Seneca beschreibt die Seite Seneca.
Die Zerstreuung von 1649 und 1650
Mindestens 3.000 schlossen sich laut Canadian Encyclopedia den Haudenosaunee an, darunter die Hirsch-Nation und der größte Teil der Felsen-Nation, die ein eigenes Dorf bei den Seneca gründeten.[4] Etwa 1.000 Wendat, vor allem Christen, flohen 1649 mit den Jesuiten nach Christian Island in der Georgian Bay; dort errichteten die Franzosen Fort Sainte Marie II.[4, 8] Hunger und Kälte ließen bis zum Frühjahr 1650 nur 300 übrig.[4] Im Juni 1650 zogen die Jesuiten unter Paul Ragueneau mit rund 300 Wendat über den Nipissingsee und das Tal des Ottawa River nach Québec; die Zurückgebliebenen leisteten 1651 von dem Fort aus ihren letzten Widerstand gegen die Haudenosaunee und folgten dann nach Québec.[8] Die Canadian Encyclopedia nennt für die Flucht an den Sankt-Lorenz-Strom insgesamt etwa 500 Wendat.[5]
Bei Québec lebten die Wendat zuerst auf der Île d'Orléans, von 1650 bis 1656.[5] 1656 und 1657 zwangen die Franzosen, die mit den Haudenosaunee Frieden schließen wollten, einen Teil von ihnen, zu den früheren Feinden zu ziehen: Die Felsen-Nation ging zu den Onondaga, ein Teil der Bären zu den Mohawk. Die übrigen Bären und die Schnur-Nation weigerten sich und zogen über Sillery nach Lorette.[4] 1697 ließen sich nach Angabe von Parks Canada rund 150 Menschen, vor allem der Attigeeniongnahak, an den Fällen von Kabir Kouba nieder, im heutigen Wendake.[5, 6] Ihre Zahl sank laut Canadian Encyclopedia bis 1760 auf etwa 100 und stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf rund 300.[5] Bis 1760 waren die Huron-Wendat Verbündete der Franzosen, danach der Briten; sie zählten zu den Sieben Nationen Kanadas.[5]
Die Wyandot am Ohio, in Kansas und in Oklahoma
Ein anderer Teil der Wendat, die Gegner der Haudenosaunee unter den Traditionalisten, floh 1649 zu den Tionontati und zog 1650 mit ihnen nach Michilimackinac. Aus dieser Gruppe, die laut Canadian Encyclopedia vor allem aus Tionontati bestand, wurden die Wyandot.[4] Die Wyandotte Nation sieht sich selbst als Nachfahren von Tionontati, Attignawantan und Wenrohronon, die sich 1649 und 1650 nach der Niederlage gegen die Haudenosaunee zusammenschlossen; die Tionontati waren nach ihrer Darstellung alte Feinde der Seneca und gehörten nie zum Bund der Wendat.[10] Über Green Bay, die Quellgebiete des Mississippi und Chequamegon am Oberen See kehrten die Wyandot 1671 nach Michilimackinac zurück und ließen sich 1704 bei Detroit nieder.[4] Nach Angabe der Nation hatte Antoine de la Mothe Cadillac sie 1701 zu seinem neuen Fort Detroit eingeladen.[10]
Um 1745 zog laut Oklahoma Historical Society eine große Gruppe von Detroit nach Sandusky in Ohio. Im Siebenjährigen Krieg kämpften die Wyandot auf französischer Seite, im Unabhängigkeitskrieg auf britischer.[4, 10, 12] Ein Vertrag mit den USA legte 1785 ihr Gebiet fest, das einen großen Teil Ohios umfasste; der Vertrag von Greenville von 1795 verkleinerte es.[12] Als der Shawnee Tecumseh im Frühjahr 1809 bei den Wyandot in Sandusky für seinen Bund warb, kam dort nach dem Dictionary of Canadian Biography keine Bewegung der Indigenen zustande, weil sich Tarhe (Crane), ein Wyandot und Unterzeichner des Vertrags von Greenville, dagegenstellte. Unterstützer fand Tecumseh trotzdem auch unter den Wyandot.[17] Mit dem Vertrag von Fort Meigs von 1817 verloren sie den größten Teil ihres Landes in Ohio und Michigan, bei Upper Sandusky blieb ein Reservat von zwölf Quadratmeilen.[12]
1842 traten die Wyandot ihr ganzes restliches Land in Ohio und Michigan ab; der Vertrag versprach ihnen 148.000 Acres westlich des Mississippi.[12, 13] Im Sommer 1843 kamen sie in Kansas an, doch das versprochene Land war schon von den Shawnee und anderen Nationen bewohnt. Laut Wyandot Nation of Kansas setzten Dampfschiffe mehr als 700 Menschen an den Ufern von Missouri und Kansas River ab, viele blieben über Herbst und Winter ohne feste Unterkunft. Bis 1844 starben mehr als 100 Menschen, ein Siebtel der Wyandot aus Ohio.[13] Die Nation kaufte den Delaware Land zwischen den beiden Flüssen ab, nach Angabe der Wyandot Nation of Kansas für 48.000 Dollar; die Oklahoma Historical Society nennt 40.000 Acres.[12, 13] Ihr Hauptort Wyandotte City ist heute Teil von Kansas City, Kansas.[10, 13]

Mit dem Vertrag von 1855 löste die US-Regierung die Wyandot als Nation auf und teilte ihr Land an Einzelne auf, die Bürger der USA wurden.[10, 13] Wer das ablehnte, zog ab 1857 ins Indianer-Territorium und lebte dort als Gast der gemischten Gruppe von Seneca und Shawnee.[10] Nach dem Bürgerkrieg erhielten 1867 rund 200 Wyandot die Anerkennung als Nation zurück und ein Reservat von 20.000 Acres im Nordosten des Indianer-Territoriums, das bis 1893 an 241 Mitglieder aufgeteilt wurde.[10, 12] Die Wyandot in Kansas blieben als Nation zusammen, ohne Anerkennung des Bundes.[13]
- 1609Wendat beteiligen sich als Verbündete der Franzosen an einem Angriff auf die Mohawk.[4] Mohawk
- 1615Die ersten Missionare, Rekollekten, kommen zu den Wendat; 1625 lösen Jesuiten sie ab.[4]
- 16341634 bis 1642 senken Masern, Grippe und Pocken die Zahl der Wendat auf etwa 9.000.[4]
- 1639Die Jesuiten gründen am Wye River die Mission Sainte-Marie.[7]
- 16.03.1649Die Haudenosaunee zerstören die Mission St. Ignace II und den Ort Saint-Louis; das Ende des Bundes der Wendat beginnt.[9] Seneca
- 1650Im Juni ziehen die Jesuiten mit rund 300 Wendat von Christian Island nach Québec.[8]
- 1697Rund 150 Wendat lassen sich an den Fällen von Kabir Kouba nieder, im heutigen Wendake.[6]
- 1701Antoine de la Mothe Cadillac lädt die Wyandot zu seinem neuen Fort Detroit ein.[10]
- 05.09.1760James Murray unterzeichnet in Longueuil das Dokument, das die Huronen von Lorette unter britischen Schutz stellt.[15]
- 1795Der Vertrag von Greenville verkleinert das Gebiet der Wyandot in Ohio.[12]
- 1817Im Vertrag von Fort Meigs verlieren die Wyandot den größten Teil ihres Landes in Ohio und Michigan.[12]
- 1843Im Sommer kommen mehr als 700 Wyandot aus Ohio in Kansas an.[13] Indian Removal Act
- 1855Ein Vertrag löst die Wyandot in Kansas als Nation auf und teilt ihr Land an Einzelne auf.[10, 13]
- 1867Rund 200 Wyandot erhalten die Anerkennung als Nation zurück und ein Reservat im Indianer-Territorium.[10, 12]
- 24.05.1990Der Oberste Gerichtshof Kanadas erkennt im Fall R. v. Sioui das Dokument von 1760 als geltenden Vertrag an.[15]
- 1995Das Bureau of Indian Affairs gewährt der Wyandotte Nation die Selbstverwaltung.[10]
- 29.09.1999Die Wyandotte Nation gibt sich eine neue Verfassung.[11]
- 20072007 bis 2012 belebt das Projekt Yawenda mit der Université Laval die Sprache der Wendat.[3]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Wurden die Huronen 1649 von den Irokesen ausgelöscht?
Was belegt ist
Die Wendat verloren 1648 bis 1650 ihr Land und etwa die Hälfte der Überlebenden der Seuchen. Viele schlossen sich den Haudenosaunee an, andere flohen nach Québec oder zu den Tionontati. Heute zählt die Nation Wendat in Wendake 5.233 Mitglieder, die Wyandotte Nation in Oklahoma 7.150.[4, 1, 10]
Verträge und Rechte
In Kanada berufen sich die Wendat auf ein Dokument vom 5. September 1760, das der britische Brigadegeneral James Murray in Longueuil unterzeichnete, drei Tage vor der Kapitulation von Montréal am 8. September 1760. Es nahm den Anführer der Huronen und sein Volk unter britischen Schutz, verbot englischen Offizieren, sie auf dem Rückweg nach Lorette zu behelligen, und erlaubte ihnen die freie Ausübung ihrer Religion und ihrer Bräuche und den Handel mit den Engländern.[15] Am 24. Mai 1990 entschied der Oberste Gerichtshof Kanadas im Fall R. v. Sioui, dass dieses Dokument ein Vertrag im Sinne des Indian Act ist und weiter gilt; weder die Kapitulation von Montréal 1760 noch der Frieden von Paris 1763 hätten ihn aufgehoben. Anlass waren vier Brüder Sioui aus Lorette, die im Parc de la Jacques-Cartier außerhalb des Reservats Bäume gefällt, gezeltet und Feuer gemacht hatten.[5, 15]
Die Verträge der Wyandot mit den USA folgen dem Weg ihrer Umsiedlung: 1785 die Grenzen in Ohio, 1795 Greenville, 1817 Fort Meigs, 1842 die Abtretung des Landes in Ohio und Michigan, 1855 die Auflösung als Nation in Kansas und 1867 der neue Anfang in Oklahoma.[10, 12, 13] 1850 unterzeichneten die Wyandot nach Angabe der Wyandot Nation of Kansas einen weiteren Vertrag, der ihnen 185.000 Dollar als Ersatz für das nie erhaltene Land in Kansas versprach; gezahlt wurde nach derselben Quelle nicht.[13]
Die Huronen heute
Die Nation Wendat nennt 5.233 Mitglieder, von denen 1.495 in Wendake leben und 3.738 in anderen Teilen Québecs, in anderen Provinzen und im Ausland.[1] Die Canadian Encyclopedia gibt 5.155 registrierte Mitglieder im April 2024 an; bei der Volkszählung 2021 nannten 6.980 Menschen in Kanada Vorfahren der Wendat.[4] Wendake ist nach Angabe der Nation die einzige von Wendat bewohnte Reserve Kanadas und hat eine Fläche von 2,258 Quadratkilometern. Es liegt im Onyionhwentsïio', dem traditionellen Gebiet der Nation von 66.065 Quadratkilometern zwischen dem Saguenay, dem Saint-Maurice, dem Sankt-Lorenz-Strom und dem Saint-Jean.[1]
Regiert wird die Nation von einem gewählten Rat aus dem Grand Chef, auf Wendat Harihöndahskowänenh, und acht Chefs familiaux, den Hatihahchenhk.[2] Die Nation unterhält laut Canadian Encyclopedia eine Schule, ein Gesundheitszentrum und eine eigene Polizei, in Wendake steht das Hôtel-Musée Premières Nations.[4] Die Sprache der Wendat ruhte seit dem 19. Jahrhundert; die letzten Sprecher starben nach Einschätzung der Nation wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seit dem Ende der 1970er Jahre wird sie wiederbelebt, von 2007 bis 2012 im Projekt Yawenda mit der Université Laval, das fast eine Million Dollar über fünf Jahre erhielt.[3]

Die Wyandotte Nation hat ihren Sitz in Wyandotte in Oklahoma und zählt nach eigener Angabe 7.150 Bürger.[10] Sie hat eine Verfassung vom 29. September 1999; regiert wird sie von einem Rat aus Chief, Second Chief und vier Ratsmitgliedern, Chief ist (Stand Oktober 2026) Billy Friend.[11] Zweimal verlor die Nation nach eigener Darstellung die Anerkennung und erhielt sie zurück, 1995 gewährte ihr das Bureau of Indian Affairs die Selbstverwaltung.[10] Sie nennt zwei weitere Gruppen ihres Volkes: die Wyandot of Anderdon Nation in Michigan und die Wyandot Nation of Kansas.[10] Auf der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 steht von ihnen nur die Wyandotte Nation.[14] Die Nachkommen der Gruppe, die bei Detroit blieb, leben laut Canadian Encyclopedia heute in der Gegend von Windsor in Ontario.[4] Nach der Haudenosaunee Confederacy wurde auch eine Nation der Wyandot in den Bund aufgenommen; sie bringt ihre Anliegen über die Cayuga in den Rat ein.[16]
| Nation | Sitz | Anerkennung | Mitglieder |
|---|---|---|---|
| Nation Wendat | Wendake bei Québec | First Nation in Kanada[5] | 5.233[1] |
| Wyandotte Nation | Wyandotte, Oklahoma | BIA-Liste 2026 | 7.150[10, 14] |
| Wyandot Nation of Kansas | Kansas | nicht auf der BIA-Liste | keine Angabe[13, 14] |
| Wyandot of Anderdon Nation | Michigan | nicht auf der BIA-Liste | keine Angabe[10, 14] |
Offizielle Websites: Nation Wendat, Wyandotte Nation, Wyandot Nation of Kansas.
Die Huronen bei Cooper
James Fenimore Coopers Roman "The Last of the Mohicans" spielt im Jahr 1757 und ist Literatur, keine Quelle über die Wendat. Sein Gegenspieler Magua, von den Franzosen Le Renard Subtil genannt, ist als Huron geboren und lebt als Aufgenommener bei den Mohawk.[18]
Mehr dazu auf den Seiten Lederstrumpf von James Fenimore Cooper und Der letzte Mohikaner (1992).
Bekannte Persönlichkeiten
- Zacharie Vincent (1815 bis 1886), Huron-Wendat aus Wendake, war Künstler.[5]
- Max Gros-Louis (1931 bis 2020) war Chief der Huron-Wendat.[5]
- Die Brüder Georges, Régent, Konrad und Hugues Sioui erstritten 1990 vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas die Anerkennung des Vertrags von 1760.[5, 15]
- Tarhe (Crane), Wyandot, unterzeichnete den Vertrag von Greenville von 1795 und stellte sich 1809 in Sandusky gegen Tecumsehs Werben für seinen Bund.[12, 17]
- William Walker, ein führender Wyandot, wurde in Kansas von Wyandot und weißen Siedlern zum vorläufigen Gouverneur des Territoriums gewählt; die Bundesregierung erkannte die Wahl nicht an.[13]
- Peter Dooyentate Clarke ließ 1870 auf eigene Kosten 1.000 Exemplare seines Buches "Origin and Traditional History of the Wyandotts" drucken.[10]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Die Huronen im Film
Im Film
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Huronen selbst?
Wendat. So nennt sich die Nation in Wendake bei Québec heute selbst: Nation Wendat. Die Wyandotte Nation in Oklahoma gibt als traditionellen Namen Waⁿdát oder Wandat an. Wyandot ist laut Canadian Encyclopedia eine englische Verballhornung von Wendat.
Was bedeutet das Wort Huronen?
Huron war laut Canadian Encyclopedia ein Spitzname der Franzosen. Er bedeutet entweder Wildschweinkopf, nach der Haartracht der Männer, oder im alten Französisch so viel wie Flegel oder Raufbold. Wendat übersetzt dieselbe Quelle mit Inselbewohner.
Gibt es die Huronen heute noch?
Ja. Die Nation Wendat in Wendake nennt 5.233 Mitglieder, davon 1.495 in Wendake. In den USA erkennt das Bureau of Indian Affairs die Wyandotte Nation in Oklahoma an, die 7.150 Bürger zählt. Dazu kommen die Wyandot Nation of Kansas, die nicht auf der Liste des Bundes steht, und die Wyandot of Anderdon Nation in Michigan.
Was ist der Unterschied zwischen Wendat und Wyandot?
Beide Namen gehen auf dasselbe Wort zurück. Die Wendat in Québec stammen vor allem von den Gruppen ab, die 1650 mit den Jesuiten nach Québec flohen. Die Wyandot entstanden aus Flüchtlingen, die zu den Tionontati gingen; die Wyandotte Nation sieht sich vor allem als Nachfahren der Tionontati, die nie zum Bund der Wendat gehörten.
Was geschah 1649 mit den Huronen?
Nach schweren Seuchen griffen die Haudenosaunee 1648 und 1649 an. Am 16. März 1649 zerstörten sie die Mission St. Ignace II und den Ort Saint-Louis. Die Wendat verließen ihr Land, mindestens 3.000 schlossen sich den Haudenosaunee an, andere flohen nach Québec oder zu den Tionontati.
Was war Sainte-Marie unter den Huronen?
Die Zentrale der Jesuitenmission bei den Wendat am Wye River bei Midland in Ontario, gegründet 1639. Im Winter 1648 auf 1649 brannten die Jesuiten sie selbst nieder und zogen nach Christian Island. Seit 1920 ist der Ort eine National Historic Site Kanadas, die Gebäude wurden 1964 rekonstruiert.
Wie viele Huronen gab es vor den Seuchen?
Laut Canadian Encyclopedia vor 1600 etwa 20.000 bis 25.000 Menschen. Die Oklahoma Historical Society schätzt für 1639 rund 20.000. Seuchen wie Masern, Grippe und Pocken senkten die Zahl von 1634 bis 1642 auf etwa 9.000.
Welche Rolle spielen die Huronen bei James Fenimore Cooper?
Im Roman "The Last of the Mohicans", der 1757 spielt, ist der Gegenspieler Magua als Huron geboren und bei den Mohawk aufgenommen. Das ist Literatur und keine Quelle über die Wendat.
Quellen
- Tribal Nation Langue: Revitalisation de la langue wendat. Nation Wendat. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk C. E. Heidenreich, aktualisiert von Michelle Filice: Wendat (Huron). The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.05.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Alain Beaulieu: Huron-Wendat of Wendake. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 16.05.2024. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Dispersal of Huron-Wendat from Huronia National Historic Event (Directory of Federal Heritage Designations). Parks Canada. Stand Bezeichnung vom 22.09.1997. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Sainte-Marie Among the Hurons Mission National Historic Site of Canada. Canada's Historic Places, Parks Canada (nach Historic Sites and Monuments Board of Canada). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Fort Sainte Marie II National Historic Site of Canada. Canada's Historic Places, Parks Canada (nach Historic Sites and Monuments Board of Canada). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mission of St. Ignace II National Historic Site of Canada. Canada's Historic Places, Parks Canada (nach Historic Sites and Monuments Board of Canada). Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Rick Stansfield: Wyandotte (tribe), in: The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture. Oklahoma Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Wyandot in Kansas. The Wyandot Nation of Kansas. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Gesetz und Vertrag R. v. Sioui, 1990, 1 S.C.R. 1025. Supreme Court of Canada. Stand 24.05.1990. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation The League of Nations. Haudenosaunee Confederacy. Stand 17.04.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Herbert C. W. Goltz: TECUMSEH (Tech-kum-thai), Dictionary of Canadian Biography, Band 5. University of Toronto, Université Laval. Stand 1983. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle James Fenimore Cooper: The Last of the Mohicans. A Narrative of 1757 (Project Gutenberg eBook Nr. 940). Project Gutenberg. Stand 05.02.2006. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Canadian Geographical Names Database: Village des Hurons Wendake 7. Natural Resources Canada. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
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Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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