Indigene Völker NordamerikasVolk
Tlingit
Kurz erklärt Die Tlingit sind eine indigene Nation der nördlichen Nordwestküste. Sie leben seit Jahrhunderten an der Küste Südostalaskas von der Yakutat Bay bis Cape Fox, Gruppen auch im Yukon und in British Columbia. Eine ihrer Regierungen, der Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes in Juneau, vertritt nach eigenen Angaben mehr als 38.000 Bürger, Tlingit und Haida zusammen.

Die Tlingit sind laut Britannica die nördlichste Nation der Nordwestküste; ihr Land sind die Inseln und Küsten Südalaskas von der Yakutat Bay bis Cape Fox.[12] Gruppen der Tlingit leben auch im Landesinneren, im Süden des kanadischen Yukon und in Atlin in British Columbia.[23] Im Deutschen werden sie oft "Tlingit-Indianer" genannt. Eine ihrer Regierungen ist der Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska; er vertritt nach eigenen Angaben mehr als 38.000 Bürger in aller Welt, Tlingit und Haida zusammen.[2]
Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zu den Nachbarvölkern die Seite Nordwestküste.
Wie nennen sich die Tlingit selbst?
Ihre Sprache heißt in der Sprache selbst Lingít. Der Central Council bietet Gesprächsrunden "in Lingít and X̱aad Kíl" an, also auf Tlingit und Haida.[3] Die Yakutat Tlingit Tribe überschreibt ihren Abschnitt über die Sprache mit "Lingít Yoo X̲ʼatángi", die Tlingit-Sprache, und schreibt dazu, die Identität der Tlingit entstehe durch ihre Sprache.[20] Die Carcross/Tagish First Nation im Yukon bietet "Lingít"-Kurse an.[28] Für das Volk schreibt der National Park Service Łingít: Tausende Jahre vor den Euroamerikanern hätten die Łingít den Orten am nördlichen Lynn Canal und in ganz Südostalaska ihre Namen gegeben.[15] Das Alaska Native Language Center der University of Alaska schreibt den Namen der Sprache ebenfalls Łingít.[26]
Neben dem Namen der Nation tragen Orte und Gruppen eigene Namen. Sitka hieß laut National Park Service Shee Atika, "Menschen an der Außenseite von Shee", wie die Tlingit Baranof Island nannten.[7] Die Sitka Tribe of Alaska nennt ihren Ort Sheet'ká, die Yakutat Tlingit Tribe sieht sich als "People of Yaakwdáat".[20, 29]
Woher kommen die Tlingit?
Nach ihren eigenen Überlieferungen kamen laut Britannica einige Vorfahren der Tlingit aus dem Süden, andere aus dem kanadischen Landesinneren an die Küste.[12] Der Central Council fasst die frühe Geschichte so zusammen: Seit unvordenklicher Zeit lebten Tlingit und Haida als getrennte Nationen, pflegten Land und Wasser und trieben Handel.[1] Die Sitka Tribe of Alaska schreibt, die Tlingit lebten seit Tausenden von Jahren in Sitka.[29]
Die Sprache Tlingit ist laut Alaska Native Language Center ein Zweig der Sprachfamilie Athabaskan-Eyak-Tlingit; Britannica nennt sie mit den athabaskischen Sprachen verwandt.[12, 26] Ins Landesinnere breitete sich das Tlingit nach Angaben der Carcross/Tagish First Nation wohl erst vor zwei bis drei Jahrhunderten aus. Die Tlingit der Küste kontrollierten den Handel zwischen Europäern und den athabaskischen Völkern im Inneren, Heiraten festigten die Verbindungen, und so verbreiteten sich Sprache und Kultur der Küste ins Yukon-Gebiet. Die Tagish um Carcross übernahmen Sprache und Bräuche der Tlingit und sehen sich heute kulturell als Tlingit.[23]
Gesellschaft und Familie
Tlingit und Haida leben laut Central Council nach einem Clansystem, in dem die Zugehörigkeit über die Mutter weitergegeben wird.[3] Britannica beschreibt drei Ebenen: Jeder Mensch gehörte zu einer von zwei Hälften (englisch moieties), und jede Hälfte umfasste mehrere Clans, deren Mitglieder sich auf einen gemeinsamen Ahnen aus der Überlieferung zurückführten. Die wichtigste Einheit war die Abstammungsgruppe, eine über die Mutter verwandte Großfamilie mit eigenem Gebiet, eigenen Zeremonien und eigenen Anführern. Eine Obrigkeit über alle Tlingit gab es selten; im Krieg wählten verbündete Gruppen einen Anführer auf Zeit.[12]
Die Carcross/Tagish First Nation nennt die beiden Hälften Wolf (Gooch) und Krähe (Yeitl). Ein Kind gehört zur Hälfte, zum Clan und zum Haus seiner Mutter, und traditionell heiratete ein Mensch aus der Krähen-Hälfte jemanden aus der Wolf-Hälfte und umgekehrt. Jeder Clan besitzt eigene Wappen (crests), die seine Mitglieder an der Kleidung tragen; ein fremdes Wappen zu tragen gilt als verboten. Jeder Clan wählt einen Sprecher, den die Nation Kha Shade Heni nennt.[22] Der Central Council schreibt, Namen auf Lingít gehörten den Clans und würden bei einer Zeremonie oder bei der Geburt vergeben.[3]
Vor mehr als 20 Jahren stellten Älteste der Tlingit, Haida und Tsimshian laut Central Council 14 Werte zusammen, die bis heute als Grundlage gelten, darunter "Respect for Self, Elders & Others" und "We Are Stewards of the Air, Land & Sea".[27]
Wirtschaft und Ernährung
Die meiste Nahrung kam laut National Park Service aus dem Meer, dazu Beeren und Wild. In Kanus aus Zedernstämmen, bis zu 60 Fuß lang, fingen die Tlingit Kabeljau, Heilbutt und Hering mit Speeren und Haken. Im Sommer bauten sie in flachen, steinigen Flüssen Fallen für den aufsteigenden Lachs, den wichtigsten Fang, und trockneten den Überschuss für den Winter.[7] Auch Britannica nennt Lachs die Hauptnahrung. Die großen Häuser standen an guten Fischplätzen und geschützten Landestellen und dienten als Winterquartier; im Sommer zogen die Bewohner zu entfernteren Fisch- und Jagdgründen.[12]

Jeder Clan hatte laut National Park Service eigene Fischgründe; wer sie verletzte, riskierte Krieg oder Vergeltung. Auf festen Handelswegen tauschten die Tlingit getrockneten Fisch, Otterfelle und hoch geschätzte Chilkat-Decken bei den Athabasken des Inneren gegen Karibufelle, Fuchsfelle, Jade und Kupfer.[7] Den Chilkoot Pass nutzten die Chilkat-Tlingit aus Klukwan als wichtigsten Handelsweg ins Innere und ließen andere nicht hinüber. 1852 brannten sie Fort Selkirk im Yukon nieder, als die Hudson's Bay Company dort direkt mit den First Nations handeln wollte.[14]
Im Yukon lebten die Menschen laut Carcross/Tagish First Nation von Jagd, Fischfang und Fallenstellen: Elche jagten sie vor allem im Herbst, Fische fingen sie mit Netzen aus Weiden oder Sehnen, und im Winter stellten sie Fallen für Pelztiere.[24]
Glaube
Die Yakutat Tlingit Tribe schreibt, die Tlingit glauben, jedes Lebewesen habe eine Seele und alles Leben sei gleich viel wert; Pflanzen, Bäume, Vögel, Fische, Tiere und Menschen würden gleichermaßen respektiert.[20] Die Carcross/Tagish First Nation nennt Zeremonien einen wichtigen Teil des Lebens, von der Geburt bis zum Tod. Wappen und geschnitzte Pfähle seien Schlüssel zu einer reichen mündlichen Überlieferung.[24]
Den Potlatch beschreibt Britannica bei den Tlingit als Folge von Ritualen, mit denen eine Abstammungsgruppe den Tod ihres Anführers betrauerte.[12] Geschnitzte Pfähle (siehe Totempfahl) zeigen laut National Park Service meist die Abstammung eines Clans, seine Geschichte, eine Überlieferung oder das Andenken an eine wichtige Person; im Sitka National Historical Park stehen Hauspfosten, wie sie die Häuser der Tlingit und Haida trugen, dazu Pfähle vor Häusern und freistehende Pfähle.[11]
Die Tlingit im 19. Jahrhundert
1741 landeten Vitus Bering und Aleksei Chirikov für Russland in Alaska, und bald folgten Pelzhändler. Weiter südlich, im Land der Tlingit, trafen sie auf Widerstand und auf britische und amerikanische Konkurrenz. Die Tlingit handelten schon mit Briten und Amerikanern, die ihnen für Seeotterfelle Feuerwaffen gaben.[9] 1799 handelte Alexander Baranov, der erste Leiter der Russisch-Amerikanischen Kompanie, mit den Sitka-Tlingit einen kleinen Posten sieben Meilen nördlich des heutigen Sitka aus; daraus wurde die befestigte Redoubt Saint Michael.[9] Die Kiks.ádi, laut National Park Service das mächtigste der Clanhäuser in Sitka, duldeten die Russen nur widerwillig. 1802 griffen Tlingit den Posten an und töteten fast alle Russen und Aleuten dort.[7, 8]
Im Herbst 1804 kehrte Baranov mit Seeleuten, Jägern der Aleuten und Alutiiq und dem Schiff Neva zurück. Nach der Überlieferung hatten die Tlingit auf Rat des Schamanen Stoonookw an der Mündung des Indian River eine neue Festung gebaut, Shís'gi Noow, und K'alyáan zum gemeinsamen Anführer gewählt.[8] Am 1. Oktober 1804 schlugen sie den Angriff zurück, Baranov wurde verwundet. Kurz zuvor war aber ihr Vorrat an Schießpulver beim Transport im Kanu explodiert. Nach einer Belagerung von sechs Tagen, so eine Seite des National Park Service, verließen die Tlingit die Festung nachts; die Russen bauten auf dem Platz des alten Dorfes Noow Tlein ihre Stadt Novoarkhangel'sk (Neu-Archangelsk), das heutige Sitka.[7, 8] 1805 traten die Tlingit den Castle Hill laut einer weiteren NPS-Seite förmlich ab.[10]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Wurden die Tlingit 1804 in der Schlacht von Sitka von den Russen besiegt und gaben auf?
Was belegt ist
Laut National Park Service schlugen die Tlingit den Angriff am 1. Oktober 1804 zurück und zogen sich erst zurück, als ihr Schießpulver verloren war. Die Russen bauten danach auf dem Platz ihre Stadt, und der National Park Service nennt die Schlacht das Ende des offenen Widerstands der Tlingit. Die Kiks.ádi blockierten anschließend den Handel im Sitka Sound und kehrten erst 1821 oder 1822 zurück.[7, 8, 9]
Die Kiks.ádi zogen an die Ostseite von Chichagof Island und sperrten von einer Festung am Wasser aus mit einer Blockade den Handel nach Sitka; amerikanische Händler nutzten das und verkauften ihnen Waffen.[8] Zurück nach Sitka kamen sie 1821, so zwei Seiten des National Park Service, oder 1822, so die Seite zur Schlacht. Sie lebten danach neben der befestigten russischen Stadt, als Handelspartner und zeitweise als Gegner.[7, 8, 9]

1867 verkaufte Russland Alaska an die USA, mehr dazu auf der Seite Der Alaska-Kauf 1867. Die Tlingit hatten nach dem Sealaska Heritage Institute unter den Russen ihre Unabhängigkeit bewahrt und sahen Südostalaska als ihr Land an. 1869 beschwerten sich ihre Clanführer beim Finanzministerium der USA, Alaska sei ohne ihre Zustimmung verkauft worden.[13] Im selben Jahr beschoss die US-Armee vier Dörfer der Tlingit, drei bei Kake und eines bei Wrangell; sie traf Zivilisten, Alte, Frauen und Kinder. Die Armee regierte Alaska von 1867 bis 1877, von 1879 bis 1885 patrouillierte die Marine in den Gewässern Südostalaskas.[13]
1879 einigte sich Commander L. A. Beardsley von der US-Marine mit den Chilkat-Tlingit: Goldsucher durften über die Pässe zum Yukon, sollten aber den Handel der Tlingit nicht stören. Im Mai 1880 führten Tlingit die erste Gruppe hinüber und trugen gegen Bezahlung ihr Gepäck; daraus wuchs ihr Trägergeschäft, das im Klondike-Goldrausch blühte.[14] Das Lager der Tlingit lag in Dyea flussaufwärts vom Handelsposten Healy & Wilson.[14]
- 1799Alexander Baranov von der Russisch-Amerikanischen Kompanie errichtet mit Zustimmung der Sitka-Tlingit einen Posten nördlich des heutigen Sitka.[9]
- 1802Tlingit zerstören den russischen Posten Redoubt Saint Michael bei Sitka.[7, 9]
- 01.10.1804Die Tlingit wehren in Shís'gi Noow bei Sitka einen russischen Angriff ab und ziehen sich wenige Tage später zurück, weil ihr Schießpulver fehlt.[7, 8]
- 1821Die Kiks.ádi kehren nach Sitka zurück (so die NPS-Seiten zu Tlingit und Russen; die NPS-Seite zur Schlacht nennt 1822).[7, 8, 9]
- 1867Russland verkauft Alaska an die USA; 1869 beschweren sich Clanführer der Tlingit, das Land sei ohne ihre Zustimmung verkauft worden.[13] Alaska-Kauf
- 1869Die US-Armee beschießt vier Dörfer der Tlingit bei Kake und Wrangell.[13]
- Mai 1880Tlingit führen die erste Gruppe von Goldsuchern über den Chilkoot Pass und tragen gegen Bezahlung ihr Gepäck.[14] Klondike-Goldrausch
- 1912Gründung der Alaska Native Brotherhood.[1]
- 1935Ein Gesetz des Kongresses (49 Stat. 388) erkennt Tlingit und Haida als einen gemeinsamen "tribe" an; der Central Council entsteht.[1, 4]
- 16.02.1945Das Parlament des Territoriums Alaska beschließt das Anti-Discrimination Act, für das sich Elizabeth und Roy Peratrovich eingesetzt hatten.[18]
- 1968Nach Angaben des Central Council spricht der Court of Claims Tlingit und Haida 7,5 Millionen Dollar für Land des Tongass National Forest und des Glacier Bay National Monument zu; der Congressional Research Service nennt eine Barzahlung von 7,2 Millionen Dollar aus einem Vergleich.[1, 31]
- 18.12.1971Der Alaska Native Claims Settlement Act tritt in Kraft (Pub. L. 92-203).[16]
- 29.05.1993Teslin Tlingit Council, Kanada und Yukon schließen ein Abkommen über die Selbstverwaltung.[25]
- 2006Die Carcross/Tagish First Nation verwaltet sich selbst.[21]
Landrechte und Verträge
In Alaska verfolgten Tlingit und Haida ihre Landansprüche über eigene Organisationen und vor Gericht. 1912 entstand die Alaska Native Brotherhood, 1929 beschloss sie, die USA wegen des Tongass National Forest und des Glacier Bay National Park zu verklagen, die ohne Zustimmung der indigenen Menschen Südostalaskas eingerichtet worden waren.[1] Weil nur anerkannte Nationen klagen durften, erkannte der Kongress 1935 die Tlingit und Haida mit einem eigenen Gesetz (49 Stat. 388) als einen gemeinsamen "tribe" an; im selben Jahr entstand der Central Council, um die Landklage zu führen.[1, 4]
1959 stellte der Court of Claims fest, dass Tlingit und Haida das Land und die Gewässer Südostalaskas seit unvordenklicher Zeit genutzt und beherrscht hatten, 1968 sprach er ihnen nach Angaben des Central Council 7,5 Millionen Dollar für das Land der beiden Schutzgebiete zu; der Congressional Research Service nennt eine Barzahlung von 7,2 Millionen Dollar aus einem Vergleich mit den USA.[1, 31] Am 18. Dezember 1971 folgte der Alaska Native Claims Settlement Act (Pub. L. 92-203). Er sollte alle Landansprüche der Alaska Natives schnell und ohne Prozesse regeln, ausdrücklich ohne ein System von Reservaten.[16] Das Gesetz sah vor, Alaska in zwölf Regionen zu teilen; eine davon sollte dem Gebiet des Tlingit-Haida Central Council in Südostalaska einschließlich Metlakatla entsprechen. In jeder Region sollten fünf Gründer, vom Verband der Region benannt, eine Regionalgesellschaft nach dem Recht Alaskas gründen, die gewinnorientiert wirtschaften sollte (Regional Corporation).[17]
Gegen Benachteiligung im Alltag kämpften Alaska Native Brotherhood und Alaska Native Sisterhood, in denen laut Alaska State Archives vor allem Tlingit, Haida und Tsimshian organisiert waren. Ein erster Gesetzentwurf scheiterte 1943. Am 16. Februar 1945 beschloss das Parlament des Territoriums Alaska das Anti-Discrimination Act, das erste Gesetz Alaskas gegen rassistische Diskriminierung; Verstöße konnten mit bis zu 30 Tagen Haft und 250 Dollar Strafe geahndet werden.[18]
In Kanada schlossen der Teslin Tlingit Council, die Regierung Kanadas und die Regierung des Yukon am 29. Mai 1993 ein Abkommen über die Selbstverwaltung. Unterschrieben haben auch die Anführer von fünf Clans. Das Abkommen hält fest, dass die Teslin Tlingit Entscheidungen in Strukturen treffen, die auf dem überlieferten Clansystem beruhen, und diese erhalten wollen.[25] Die Carcross/Tagish First Nation verwaltet sich seit 2006 selbst, ihre Verfassung stammt vom 5. Oktober 1997.[21]
Die Tlingit heute
Der Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska ist nach eigenen Angaben eine von zwei bundesrechtlich anerkannten regionalen Nationen in Alaska (englisch regional tribes) und steht mit den USA in einer Beziehung von Regierung zu Regierung.[2, 4] In der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 heißt er "Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes".[6] Seine Tribal Assembly besteht aus Abgeordneten von 22 Gemeinden; Präsident ist seit 2014 Richard J. Peterson. Die Verwaltung sitzt in Juneau, Büros gibt es auch in Anchorage, Ketchikan, Klawock, Sitka und Lynnwood im Bundesstaat Washington.[1, 3, 5]
Daneben führt die BIA-Liste eigene Regierungen einzelner Orte in Südostalaska, darunter die Yakutat Tlingit Tribe, die Sitka Tribe of Alaska, die Chilkat Indian Village (Klukwan), die Chilkoot Indian Association (Haines) und die Angoon Community Association.[6] Die Sitka Tribe of Alaska bezeichnet sich als souveräne, bundesrechtlich anerkannte Regierung (Tribal government) für Sheet'ká.[29]
Wie viele Menschen sich als Tlingit verstehen, geben die Quellen verschieden an. Britannica nennt nach Schätzungen des frühen 21. Jahrhunderts rund 22.000 Menschen mit Tlingit-Abstammung, das Alaska Native Language Center ohne Jahr etwa 10.000 Tlingit in 16 Gemeinden Alaskas, von denen etwa 500 die Sprache sprechen.[12, 26] Im Yukon sprechen laut Carcross/Tagish First Nation vor allem Menschen über 65 Jahren fließend Tlingit, Kinder lernen es dort nicht mehr als erste Sprache.[23]

Offizielle Websites: Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska, Yakutat Tlingit Tribe, Sitka Tribe of Alaska, Carcross/Tagish First Nation.
Bekannte Persönlichkeiten
- K'alyáan aus dem Point House in Sitka führte 1804 laut National Park Service die Tlingit in Shís'gi Noow und lehnte danach jahrelang Baranovs Bitten um Rückkehr ab.[8]
- Elizabeth Peratrovich, Tlingit aus der Raben-Hälfte, und ihr Mann Roy waren laut Alaska State Archives Grand Presidents der Alaska Native Sisterhood und der Alaska Native Brotherhood und setzten sich für das Antidiskriminierungsgesetz von 1945 ein; die U.S. Mint ehrte Elizabeth Peratrovich 2020 auf der Rückseite der Ein-Dollar-Münze der Reihe Native American.[18, 19] Seit 1988 ist der 16. Februar in Alaska der Elizabeth Peratrovich Day.[18]
- Nathan Jackson nennt der Central Council einen bekannten Meisterschnitzer der Tlingit; bei ihm lernten mehrere Künstler von heute, einer davon in der Schnitzwerkstatt in Saxman.[27]
- Richard J. Peterson ist seit 2014 Präsident des Central Council; zu seinen Vorgängern gehörten Edward K. Thomas (1984 bis 2007 und 2010 bis 2014) und Andrew Percy Hope (1940 bis 1966).[1]
Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.
Häufige Fragen
Wie nennen sich die Tlingit selbst?
Ihre Sprache heißt in der Sprache selbst Lingít; so schreiben es der Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes, die Yakutat Tlingit Tribe und die Carcross/Tagish First Nation. Der National Park Service schreibt für das Volk Łingít. Viele Orts- und Clangruppen tragen eigene Namen, etwa die Kiks.ádi in Sitka.
Wo leben die Tlingit heute?
Vor allem an der Küste Südostalaskas von Yakutat bis Ketchikan. Der Central Council vertritt Bürger in aller Welt und hat Büros auch in Anchorage und im Bundesstaat Washington. In Kanada leben Tlingit vor allem in Carcross und Teslin im Yukon und in Atlin in British Columbia.
Wie viele Tlingit gibt es?
Der Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes nennt mehr als 38.000 Bürger, Tlingit und Haida zusammen. Britannica nennt nach Schätzungen des frühen 21. Jahrhunderts rund 22.000 Menschen mit Tlingit-Abstammung. Die Sprache sprechen in Alaska laut Alaska Native Language Center etwa 500 Menschen.
Was geschah 1804 in Sitka?
Russische Truppen unter Alexander Baranov griffen am 1. Oktober 1804 die Festung Shís'gi Noow der Tlingit an und wurden zurückgeschlagen. Weil ihr Schießpulver verloren war, zogen sich die Tlingit wenige Tage später zurück. Die Russen bauten an der Stelle ihre Stadt, das heutige Sitka; die Kiks.ádi kehrten erst 1821 oder 1822 zurück.
Was hatten die Tlingit mit dem Klondike-Goldrausch zu tun?
Die Chilkat-Tlingit kontrollierten den Chilkoot Pass als Handelsweg ins Landesinnere. Nach einer Vereinbarung von 1879 führten Tlingit im Mai 1880 die erste Gruppe von Goldsuchern hinüber und trugen gegen Bezahlung ihr Gepäck. Ihr Trägergeschäft blühte im Klondike-Goldrausch.
Wie kämpften die Tlingit um ihr Land?
Tlingit und Haida verfolgten ihre Landansprüche in Alaska über eigene Organisationen und vor Gericht. Nach Angaben des Central Council sprach ihnen der Court of Claims 1968 7,5 Millionen Dollar zu, der Congressional Research Service nennt eine Barzahlung von 7,2 Millionen Dollar aus einem Vergleich. Der Alaska Native Claims Settlement Act von 1971 sollte alle Landansprüche der Alaska Natives regeln, ohne Reservate, und schuf zwölf Regionen mit je einer Regionalgesellschaft.
Wer war Elizabeth Peratrovich?
Eine Tlingit aus der Raben-Hälfte. Sie und ihr Mann Roy waren laut Alaska State Archives Grand Presidents der Alaska Native Sisterhood und der Alaska Native Brotherhood und setzten sich für das Antidiskriminierungsgesetz ein, das das Parlament des Territoriums Alaska am 16. Februar 1945 beschloss. Seit 1988 ist der 16. Februar in Alaska der Elizabeth Peratrovich Day.
Quellen
- Tribal Nation History (Our History: A Timeline). Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska (Startseite). Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation FAQ. Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation About Us. Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Governance. Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Tlingit. National Park Service, Sitka National Historical Park. Stand 20.10.2021. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle The Battle of 1804. National Park Service, Sitka National Historical Park. Stand 26.04.2016. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle The Russians. National Park Service, Sitka National Historical Park. Stand 20.10.2021. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Baranof Castle State Historic Site. National Park Service. Stand 05.04.2024. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Totem Poles. National Park Service, Sitka National Historical Park. Stand 17.12.2021. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Tlingit. Encyclopaedia Britannica (zuletzt bearbeitet von Elizabeth Prine Pauls). Stand 18.09.2026. abgerufen am 26.10.2026
- The Alaska Native Claims Settlement Act: Relationship with the Environment, Unit 2: Treaty of Cession (Unterrichtsmaterial Social Studies, Grade 7). Sealaska Heritage Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Dyea. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 09.07.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Names on the Chilkoot Trail. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 09.07.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 43 U.S. Code § 1601, Congressional findings and declaration of policy (Alaska Native Claims Settlement Act, Pub. L. 92-203 vom 18.12.1971). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag 43 U.S. Code § 1606, Regional Corporations. Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Anti-Discrimination Act of 1945 and Elizabeth Peratrovich. Alaska State Archives. Stand 31.01.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle 2020 Native American $1 Coin. United States Mint. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Yakutat Tlingit Tribe (Startseite). Yakutat Tlingit Tribe. Stand 14.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Haa Kusteeyí: Clans. Carcross/Tagish First Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Haa Kusteeyí: Language. Carcross/Tagish First Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Haa Kusteeyí: Culture. Carcross/Tagish First Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Teslin Tlingit Council Self-Government Agreement. Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada. Stand 29.05.1993. abgerufen am 26.10.2026
- Tlingit. Alaska Native Language Center, University of Alaska Fairbanks. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Tribal Values. Central Council of the Tlingit & Haida Indian Tribes of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Carcross/Tagish First Nation (Startseite). Carcross/Tagish First Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Sitka Tribe of Alaska (Startseite). Sitka Tribe of Alaska. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files, Places: Alaska (Juneau city and borough). U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Alaska Native Lands and the Alaska Native Claims Settlement Act (ANCSA): Overview and Selected Issues for Congress (R46997). Congressional Research Service, Library of Congress. Stand 22.12.2021. abgerufen am 26.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
Indigene Völker NordamerikasHaidaDie Haida, oft Haida-Indianer genannt, leben auf Haida Gwaii in Kanada und in Alaska.
Indigene Völker NordamerikasNordwestküsteDie Völker der Nordwestküste, oft Nordwestküsten-Indianer genannt, leben zwischen Alaska und Kalifornien.

GeschichteKlondike-GoldrauschIm August 1896 fanden Keish, Káa Goox, Shaaw Tláa und George Carmack am Klondike Gold.