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Der Klondike-Goldrausch
Kurz erklärt Der Klondike-Goldrausch begann mit einem Goldfund am Rabbit Creek, später Bonanza Creek, im kanadischen Yukon im August 1896. Als die Nachricht im Juli 1897 Seattle und San Francisco erreichte, brachen nach National Park Service und Parks Canada rund 100.000 Menschen auf, etwa 30.000 erreichten Dawson City; eine andere Seite von Parks Canada nennt rund 50.000 Goldsucher. Ab 1899 zogen viele weiter nach Nome.

Wie kam es zum Klondike-Goldrausch?
Der Klondike River mündet im heutigen Yukon in Kanada in den Yukon River, an der Stelle des heutigen Dawson City.[13] An dieser Mündung lebten die Tr'ondëk Hwëch'in. Ihr Name erzählt nach Angaben der Nation von einem alten Platz an der Mündung: Tr'o ist der Hammerstein, mit dem die Pfähle der Lachswehre eingeschlagen wurden, ndëk der Fluss und Hwëch'in die Menschen, frei übersetzt "die Menschen, die an der Mündung des Klondike lebten".[18] Im späten 19. Jahrhundert gab es drei Gruppen, die Hän sprachen, zwei in Alaska und die Tr'ondëk Hwëch'in am Klondike. Die ältesten Spuren von First Nations in der Gegend von Dawson sind nach ihren Angaben 11.000 Jahre alt.[18]
1874 entstand mit Fort Reliance der erste Handelsposten im Gebiet der Tr'ondëk Hwëch'in.[18] Im selben Jahr kamen die ersten Goldsucher an den Yukon, darunter Arthur Harper, Al Mayo und Jack McQuesten, die sich bald als Händler um die wachsende Zahl der Prospektoren kümmerten.[21] Funde am Stewart River 1885, am Fortymile River 1886, am Sixtymile 1891 und am Birch Creek bei Circle City in Alaska 1892 lockten weitere an; 1896 suchten nach The Canadian Encyclopedia 1.600 Prospektoren im Becken des Yukon nach Gold.[21] Schon der Fund am Fortymile brachte nach den Tr'ondëk Hwëch'in viele Fremde in ihr Land.[18]
Den Weg von der Küste über die Berge kontrollierten die Tlingit. Die Chilkat-Tlingit aus Klukwan handelten über den Chilkoot Pass mit den First Nations im Landesinneren und ließen andere den Pass nicht benutzen.[5] 1879 erreichte der Marineoffizier Lester A. Beardslee (auf der Seite des National Park Service zu Dyea: L. A. Beardsley) eine Vereinbarung mit ihnen: Goldsucher durften über die Pässe zum Yukon, sollten aber den Handel nicht stören. Im Mai 1880 führten Tlingit die erste Gruppe hinüber und trugen gegen Bezahlung ihr Gepäck, der Beginn ihres Trägergeschäfts.[5, 8] Auf der kanadischen Seite des Chilkoot Trail leben die Carcross/Tagish First Nations; Tagish und Tlingit sind über den Weg seit Jahrhunderten verbunden.[24]
Wer fand das Gold am Klondike?
Den Hinweis auf den Rabbit Creek gab nach Parks Canada der erfahrene Goldsucher Bob Henderson.[12] Am Bach suchten der amerikanische Prospektor George Carmack, Keish (Skookum Jim Mason) von der Tagish First Nation, dessen Neffe Káa Goox (Dawson Charlie) und Keishs Schwester Shaaw Tláa (Kate Carmack), die mit Carmack verheiratet war.[2, 12] Wer das Gold zuerst sah, erzählen die Quellen verschieden. Parks Canada schreibt, allgemein gelte Keish als Entdecker, und nennt den Nachmittag des 16. August 1896 als Tag des Fundes; am 17. August steckten die Männer die ersten Claims ab. Im Erzähltext derselben Seite stehen Fund und Abstecken der ersten Claims zusammen am 17. August.[12] Der National Park Service nennt nur den August 1896 und hält fest, dass es mehrere Fassungen der Geschichte gibt und strittig ist, wem der Fund zusteht.[2]
Ein Claim ist ein abgestecktes Schürfrecht; am Klondike war jeder 500 Fuß (152 Meter) breit.[12] Den Discovery Claim, den Claim des Finders, ließ Carmack in Forty Mile auf seinen eigenen Namen eintragen, dazu je einen für Keish und Káa Goox. Parks Canada schreibt im Text "wenige Tage später", in der Zeittafel derselben Seite steht der 24. September 1896.[12] Nach Parks Canada geschah das wegen der rassistischen Haltung der Zeit: Ein Claim auf den Namen eines First-Nations-Mannes wäre womöglich nicht anerkannt worden.[12] Carmack benannte den Rabbit Creek in Bonanza Creek um, und innerhalb weniger Tage waren Bonanza Creek und Eldorado Creek von einem Ende zum anderen abgesteckt.[12]
Noch 1896 steckte der amerikanische Händler Joseph Ladue, seit 1882 im Yukon, an der Mündung des Klondike 65 Hektar Sumpf und Elchweide als Stadtgebiet ab. Er nannte den Ort nach dem kanadischen Geologen George Mercer Dawson Dawson City und verdiente ein Vermögen mit Grundstücken und Bauholz.[13, 21]

Wie verlief der Klondike-Goldrausch?
Die Nachricht erreicht den Süden
Fast ein Jahr lang wussten nur die Goldsucher im Norden von dem Fund.[1] Im Juli 1897 legte die Excelsior mit reich gewordenen Goldsuchern in San Francisco an, zwei Tage später, am 17. Juli 1897, die Portland in Seattle.[6, 14] Die Seattle Post-Intelligencer meldete an diesem Tag, die Portland habe "mehr als eine Tonne Gold" und 68 Passagiere an Bord (Übersetzung der Redaktion).[8] Die USA steckten seit 1893 in einer Wirtschaftskrise, und viele suchten Geld und einen Neuanfang.[10] Aus wenigen Hundert Goldsuchern, die jede Woche von Seattle nach Norden fuhren, wurde ein Ansturm von Tausenden. Die Händler warben mit Seattle als "Gateway to the Gold Fields" (Tor zu den Goldfeldern); nach dem National Park Service kamen 70.000 der 100.000 Menschen, die zum Klondike aufbrachen, durch Seattle und kauften dort ihre Ausrüstung.[6]
Die Wege zum Klondike
Wer es sich leisten konnte, nahm die "Route der Reichen": per Schiff durch den Nordpazifik und das Beringmeer nach St. Michael an der Mündung des Yukon und von dort mit dem Dampfboot 1.500 Meilen flussaufwärts nach Kanada.[9] Die meisten wählten den billigeren, direkten Weg: mit dem Schiff durch die Inside Passage nach Skagway oder Dyea in Alaska, zu Fuß über den White Pass oder den Chilkoot Pass zu den Seen am Oberlauf des Yukon und weiter im selbst gebauten Boot.[1, 9] Andere versuchten Landwege oder Wege über die Gletscher bei Yakutat und Valdez; wer einen der Landwege nahm, kam manchmal zwei Jahre nach den anderen an.[1]
Am 27. Juli 1897 landete das erste Dampfschiff in der Bucht von Skagway. Captain William Moore hatte dort zehn Jahre vorher ein Homestead von 160 Acres abgesteckt und mit Keish einen Weg über den White Pass erkundet, der nach dem kanadischen Innenminister Thomas White benannt ist.[4] Skagway wurde über Nacht zur größten Stadt Alaskas, mit einer wechselnden Bevölkerung von bis zu 10.000 Menschen.[4, 8] Jefferson Randolph "Soapy" Smith führte dort neun Monate lang eine Bande, die von Glücksspiel, Prostitution, Diebstahl und Mord lebte, bis ihn der Stadtingenieur Frank Reid am 8. Juli 1898 in einer Schießerei tötete.[8] Im drei Meilen entfernten Dyea am Anfang des Chilkoot Trail gab es im Winter 1897 bis 1898 mehr als 150 Geschäfte, vor allem Restaurants, Hotels, Ausrüster und Saloons.[1, 5]
Der White Pass Trail war 45 Meilen lang, der Chilkoot Trail 33 Meilen (53 Kilometer); beide endeten am Bennettsee.[4, 15] Hinter Sheep Camp war der Chilkoot für Packtiere zu steil, und bis Ende 1897 und Anfang 1898 Seilbahnen gebaut wurden, musste alles auf dem Rücken hinauf.[1, 25] Der White Pass war weniger steil, aber zehn Meilen länger und im nassen Herbst 1897 stellenweise unpassierbar. Dort starben nach Schätzung des National Park Service in einem Jahr rund 3.000 Pferde, daher der Name Dead Horse Trail.[4]
Eine Tonne Vorräte
Damit im abgelegenen Yukon niemand verhungerte, verlangte die kanadische Regierung von jedem Goldsucher Vorräte für ein Jahr, bevor er die Grenze überschritt.[3] Sie rechnete mit drei Pfund Nahrung am Tag, also mindestens 1.095 Pfund (rund 497 Kilogramm); mit Kleidung und Werkzeug wurde daraus leicht das Doppelte, die "Tonne Ausrüstung" (ton of goods).[3] Die North-West Mounted Police achtete auf die Menge und erhob Zoll auf Waren aus den USA; allein von Februar bis Juni 1898 nahm sie 174.000 Dollar ein.[3]
Die Goldsucher trugen ihre Ausrüstung in Etappen von Lager zu Lager, mit Lasten von 50 bis 80 Pfund. Manche legten fast 1.000 Meilen zurück, um ihre Vorräte die 33 Meilen von Dyea zum Bennettsee zu bringen.[3] Im ersten Jahr brauchten nach Schätzung des National Park Service 20.000 bis 30.000 Goldsucher dafür im Schnitt drei Monate.[1] Viele Tlingit verdienten als Träger gutes Geld.[3] Am 3. April 1898 ging nördlich von Sheep Camp die Palmsonntagslawine nieder. Die Tlingit-Träger hatten die Arbeit wegen der Gefahr eingestellt, viele Goldsucher packten weiter.[3, 5] Die Zahl der Toten gibt der National Park Service einmal mit über 70, an anderer Stelle mit mehr als 60 an; auf dem Slide Cemetery liegen 65 Opfer der Lawine.[5, 8]

Mit dem Boot nach Dawson City
Am Lindemansee und am Bennettsee bauten oder kauften die Goldsucher Boote und fuhren die übrigen rund 560 Meilen den Yukon hinab nach Dawson City.[1] The Canadian Encyclopedia nennt 800 Kilometer über Seen und Flüsse, durch Schluchten und Stromschnellen.[21] Unter ihnen war der damals 21-jährige Jack London. Er segelte am 25. Juli 1897 von San Francisco ab, landete am 7. August in Dyea, war am 31. August über den Chilkoot Pass und überwinterte am Stewart River, 80 Meilen flussaufwärts von Dawson. Gold schürfte er nicht, reich machten ihn später seine Romane und Erzählungen über den Yukon.[10]
Im Sommer 1898 lebten nach dem National Park Service 18.000 Menschen in Dawson, mehr als 5.000 arbeiteten in den Goldfeldern.[1] Parks Canada schätzt die wechselnde Bevölkerung 1898 bis 1899 auf 20.000 bis 30.000, damals die größte Siedlung westlich von Winnipeg und nördlich von Seattle. 1898 eröffneten mehr als 300 Geschäfte, von Saloons und Tanzhallen bis zu Eisenwarenläden und Schmieden.[13] Am 13. Juni 1898 schuf das kanadische Parlament das Yukon-Territorium, Hauptstadt wurde Dawson.[13, 21]
Wer neu ankam, fand die guten Claims längst vergeben. Die Neuen arbeiteten an den Rändern der Bäche oder an den Hängen darüber, und viele dieser Hangclaims erwiesen sich als ebenso reich.[21] Das Gold lag im gefrorenen Kies auf dem Grundgestein. Die Goldsucher ließen Feuer in den Schächten schwelen, um den Boden aufzutauen, und zogen den Kies mit handbetriebenen Winden herauf, um ihn zu waschen.[12, 17] Viele, die Dawson erreicht hatten, suchten nach The Canadian Encyclopedia gar nicht erst nach Gold.[21] Im August 1898 machten sich viele auf den Heimweg, die meisten ohne Geld.[1]
Wie viele Menschen kamen zum Klondike?
Die Quellen nennen sehr verschiedene Zahlen, alle sind Schätzungen.[1, 11, 13]
| Was | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| zum Klondike aufgebrochen | rund 100.000 | National Park Service, Parks Canada[1, 6, 13] |
| Goldsucher, die nach Norden zogen | etwa 50.000 | Parks Canada, Startseite der Klondike National Historic Sites[11] |
| in Dawson angekommen (Sommer 1898) | etwa 30.000 | Parks Canada[13] |
| Neuankömmlinge im Gebiet der Tr'ondëk Hwëch'in | etwa 30.000 | Tr'ondëk Hwëch'in Government[18] |
| über die Pässe im ersten Jahr | 20.000 bis 30.000 | National Park Service[1] |
| durch Seattle gereist | 70.000 | National Park Service[6] |
| Dawson im Sommer 1898 | 18.000 Menschen | National Park Service[1] |
| Dawson 1898 bis 1899 | 20.000 bis 30.000 Menschen | Parks Canada[13] |
| Gold 1897 bis 1899 | fast 29 Millionen Dollar (Wert der Zeit) | The Canadian Encyclopedia[21] |
| Gold insgesamt | mehr als 500 Millionen Dollar (Zeitraum und Preisbasis nennt die Quelle nicht) | Parks Canada[16] |
Geteilt durch alle, die mitmachten, hätte das Gold der Jahre 1897 bis 1899 nach The Canadian Encyclopedia bei Weitem nicht gereicht, um ihre Ausgaben für die Reise zu decken. Die Wirtschaft des Kontinents profitierte aber von dem, was sie ausgaben.[21]
Was bedeutete der Goldrausch für die Tr'ondëk Hwëch'in?
Die Neuankömmlinge veränderten nach den Worten der Tr'ondëk Hwëch'in das Gleichgewicht des Landes grundlegend. Bergleute und Siedler verdrängten sie aus ihrem Fischlager Tr'ochëk, und Chief Isaac führte die Nation nach Moosehide, wo 1900 ein Reservat für sie entstand.[18] Vor dem Goldrausch verbrachten die Tr'ondëk Hwëch'in den Sommer vor allem mit dem Lachsfang. Danach mussten sie, so erzählt Georgette McLeod aus Dawson in einem Film von Parks Canada, von einer Wirtschaft des Handels auf Lohnarbeit umstellen und konnten sich nicht mehr selbst versorgen.[17]
Die UNESCO beschreibt die Jahre von 1874 bis 1908 als Zeit tiefer Umbrüche: Die Tr'ondëk Hwëch'in wurden auf ihrem angestammten Land enteignet und an den Rand gedrängt und passten sich an die wachsende Macht des jungen Staates Kanada an.[20] Auch The Canadian Encyclopedia schreibt, die Hän am Yukon seien beiseitegeschoben worden; erst ein Jahrhundert später brachten Landrechtsabkommen Wiedergutmachung und Selbstverwaltung.[21] Unter den Gwich'in starben Anfang des 20. Jahrhunderts nach der Zeittafel der Tr'ondëk Hwëch'in viele an Krankheiten, die die Goldsucher eingeschleppt hatten.[19]
An der Küste bauten Händler einen zwei Meilen langen Anleger an Stränden, an denen die Tlingit seit jeher fischten.[1] Als nichtindigene Träger, Packtiere, Seilbahnen und schließlich eine Eisenbahn die Arbeit übernahmen, arbeiteten immer weniger Tlingit an den Pässen, und ihr Wissen über Gelände und Wetter ging vielen Goldsuchern verloren.[3]
1973 legten die Tr'ondëk Hwëch'in mit anderen First Nations des Yukon der kanadischen Regierung eine umfassende Landforderung vor. Nach der Grundsatzvereinbarung für den Yukon von 1993 folgte 1998 das endgültige Abkommen, und die Nation nahm ihren ursprünglichen Namen wieder an.[18] Das Abkommen und das Abkommen über die Selbstregierung unterzeichneten sie am 16. Juli 1998, in Kraft traten sie am 15. September 1998.[19]
Wie endete der Klondike-Goldrausch?
Der Goldrausch endete nach dem National Park Service so plötzlich, wie er begonnen hatte. 1899 lockte der Goldfund in Nome in Alaska viele Bergleute fort, und Orte wie Dawson City und Skagway schrumpften; Dyea verschwand fast ganz.[1] Das leicht gewinnbare Gold war nach wenigen Jahren erschöpft, und einer nach dem anderen verkauften die Goldsucher ihre Claims an große Gesellschaften, die Schwimmbagger auf die Bäche setzten.[12] Den ersten Bagger im Yukon baute man im Herbst 1899.[16] Der industrielle Abbau am Bonanza Creek und am Discovery Claim dauerte bis in die 1950er Jahre.[12]
Am 27. Mai 1898 begann in Skagway der Bau der Schmalspurbahn White Pass and Yukon Route. Im Februar 1899 erreichten die Gleise die Passhöhe, am 29. Juli 1900 war die 110 Meilen lange Strecke bis Whitehorse fertig.[4] Im Sommer 1899 kaufte die Bahn die Seilbahnen am Chilkoot und stellte sie ein. Anfang 1900 wurden die Anlagen abgebaut, der Chilkoot Trail war kein Verkehrsweg mehr, und im Juni 1902 schloss in Dyea das Postamt.[5] Von den 25.000 oder mehr Menschen der Blütezeit lebten nach The Canadian Encyclopedia zehn Jahre später nur noch einige Hundert am Klondike.[21] 1918 hatte Dawson weniger als 1.000 Einwohner, 1953 ging die Hauptstadt des Territoriums nach Whitehorse.[13]

Zeitleiste
- 1874Mit Fort Reliance entsteht der erste Handelsposten im Gebiet der Tr'ondëk Hwëch'in.[18]
- Mai 1880Tlingit führen die erste Gruppe von Goldsuchern über den Chilkoot Pass und tragen ihr Gepäck.[5] Tlingit
- 16.08.1896Nach Parks Canada wird am Rabbit Creek Gold gefunden; als Entdecker gilt allgemein Keish.[12]
- 17.08.1896George Carmack, Keish und Káa Goox stecken die ersten Claims ab.[12]
- 24.09.1896Nach der Zeittafel von Parks Canada lässt Carmack den Discovery Claim in Forty Mile auf seinen Namen eintragen.[12]
- 17.07.1897Die Portland erreicht Seattle mit Goldsuchern und Gold aus dem Klondike; der Ansturm beginnt.[6, 8]
- 27.07.1897Das erste Dampfschiff mit Goldsuchern landet in Skagway.[4]
- 03.04.1898Die Palmsonntagslawine am Chilkoot Trail tötet zahlreiche Goldsucher.[5, 8]
- 27.05.1898In Skagway beginnt der Bau der Bahn White Pass and Yukon Route.[4]
- 13.06.1898Das kanadische Parlament schafft das Yukon-Territorium; Hauptstadt wird Dawson.[13, 21] Dawson City
- 08.07.1898Der Bandenchef Jefferson Randolph "Soapy" Smith wird in Skagway bei einer Schießerei getötet.[8]
- 1899Der Goldfund in Nome lockt viele Bergleute fort; im Herbst entsteht der erste Schwimmbagger im Yukon.[12, 16]
- 1900In Moosehide entsteht ein Reservat für die Tr'ondëk Hwëch'in.[18]
- 29.07.1900Die 110 Meilen lange Bahn von Skagway nach Whitehorse ist fertig.[4]
- 16.07.1998Die Tr'ondëk Hwëch'in unterzeichnen ihr endgültiges Landabkommen und das Abkommen über die Selbstregierung.[19]
- 2022Der Chilkoot Trail wird Chilkoot National Historic Trail.[7]
- 2023Die UNESCO nimmt Tr'ondëk-Klondike in die Welterbeliste auf.[20]
Erinnerung heute
In Alaska erinnert der Klondike Gold Rush National Historical Park mit drei Teilen an den Goldrausch: dem historischen Viertel von Skagway, dem White Pass Trail und dem Chilkoot Trail mit Dyea. Dazu kommt eine Einheit in Seattle.[7, 26] 2022 wurde der Chilkoot Trail zum Chilkoot National Historic Trail erklärt; auf dem 33 Meilen langen Weg sind jedes Jahr mehr als 15.000 Menschen als Tageswanderer, mit Rucksack oder im Lauf unterwegs und kommen an Hunderten von Gegenständen vorbei, die Goldsucher zurückließen.[7] 1998, hundert Jahre nach dem Ansturm, unterzeichneten Kanada und die USA eine gemeinsame Erklärung über den Klondike Gold Rush International Historical Park.[14]
In Kanada betreut Parks Canada die Chilkoot Trail National Historic Site und fünf National Historic Sites in und um Dawson, darunter den Discovery Claim am Bonanza Creek und den Bagger Dredge No. 4.[15, 16] Der Discovery Claim wurde 1998 National Historic Site, Keish 1994 eine National Historic Person.[12] Am 17. August 1911 wurde in Dawson zum ersten Mal der Discovery Day gefeiert; heute ist er im ganzen Yukon ein Feiertag am Montag, der dem 17. August am nächsten liegt.[12]
2023 nahm die UNESCO Tr'ondëk-Klondike in die Liste des Welterbes auf. Die acht Teile, darunter Fort Reliance, Forty Mile, Tr'ochëk, Dawson City und das Dorf Moosehide, zeigen nach der UNESCO, wie der Ansturm auf das Gold das Land der Tr'ondëk Hwëch'in veränderte und wie die Nation ihre Kultur bewahrte.[20] Die Abteilung für Kulturerbe der Tr'ondëk Hwëch'in betreut das Welterbe und das Programm des Kulturzentrums Dänojà Zho.[19]
Wo liegt der Klondike?
Bonanza Creek ist ein Nebenfluss des Klondike River bei Dawson City; Dawson liegt weniger als 200 Meilen (322 Kilometer) südlich des Polarkreises.[12, 13] Die Karte zeigt den Punkt, den das kanadische Ortsnamenverzeichnis für den Bonanza Creek angibt.[23]
- 1Klondike-Goldrausch (Bonanza Creek bei Dawson City, Klondike-Goldfelder) 64,04° N, 139,42° W[23]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
George Carmack entdeckte das Gold am Klondike.
Was belegt ist
Carmack ließ den Discovery Claim auf seinen Namen eintragen. Nach Parks Canada gilt aber allgemein Keish (Skookum Jim Mason) als Entdecker; mit ihnen suchten Káa Goox und Shaaw Tláa. Der National Park Service schreibt, es gebe mehrere Fassungen und Streit darüber, wem der Fund zusteht.[2, 12]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Klondike-Goldrausch fand in Alaska statt.
Mythos und Wahrheit
Der Klondike-Goldrausch im Film
Charles Chaplin drehte 1925 in den USA "Goldrausch" (Originaltitel The Gold Rush). Nach dem Lexikon des internationalen Films spielt der Stummfilm 1898 im Goldfieber Alaskas, Chaplin selbst hielt ihn für seinen besten Film; 1942 brachte er eine Tonfassung heraus.[22]
Häufige Fragen
Wann war der Klondike-Goldrausch?
Das Gold wurde im August 1896 gefunden, nach Parks Canada am 16. August. Der große Ansturm begann im Juli 1897, als die Nachricht Seattle und San Francisco erreichte, und dauerte bis 1899, als viele Goldsucher nach Nome in Alaska weiterzogen.
Wer fand das Gold am Klondike?
Am Rabbit Creek suchten Keish (Skookum Jim Mason) von der Tagish First Nation, sein Neffe Káa Goox (Dawson Charlie), seine Schwester Shaaw Tláa (Kate Carmack) und deren Mann George Carmack. Nach Parks Canada gilt allgemein Keish als Entdecker. Carmack ließ den ersten Claim auf seinen Namen eintragen, weil ein Claim auf den Namen eines First-Nations-Mannes womöglich nicht anerkannt worden wäre.
Liegt der Klondike in Alaska oder in Kanada?
Der Klondike River und Dawson City liegen im Yukon in Kanada. Die meisten Goldsucher kamen aber über Alaska: per Schiff nach Skagway oder Dyea und über den White Pass oder den Chilkoot Pass, oder den Yukon flussaufwärts von St. Michael. Schon 1897 hielten manche die Goldfelder für amerikanisches Gebiet.
Wie viele Menschen kamen zum Klondike-Goldrausch?
Die Zahlen sind Schätzungen. Nach dem National Park Service und Parks Canada brachen rund 100.000 Menschen auf, etwa 30.000 erreichten Dawson City; eine Seite von Parks Canada nennt rund 50.000 Goldsucher. Die Tr'ondëk Hwëch'in sprechen von etwa 30.000 Neuankömmlingen in ihrem Gebiet.
Warum mussten die Goldsucher eine Tonne Vorräte mitnehmen?
Die kanadische Regierung wollte eine Hungersnot im abgelegenen Yukon verhindern und verlangte Vorräte für ein Jahr. Sie rechnete mit drei Pfund Nahrung am Tag, mindestens 1.095 Pfund; mit Kleidung und Werkzeug kam leicht eine Tonne zusammen. Die North-West Mounted Police kontrollierte das an der Grenze.
Was bedeutete der Goldrausch für die Tr'ondëk Hwëch'in?
Bergleute und Siedler verdrängten sie aus ihrem Fischlager Tr'ochëk an der Mündung des Klondike, Chief Isaac führte sie nach Moosehide, wo 1900 ein Reservat entstand. Viele mussten vom Lachsfang und Handel auf Lohnarbeit umstellen. Seit dem Abkommen von 1998 regiert sich die Nation selbst.
Wie viel Gold wurde am Klondike gefunden?
The Canadian Encyclopedia nennt fast 29 Millionen Dollar für die Jahre 1897 bis 1899, nach dem Wert der Zeit. Insgesamt wurde laut Parks Canada Gold im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar aus dem gefrorenen Boden geholt.
Quellen
- Amtliche Stelle What Was the Klondike Gold Rush?. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 06.08.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Gold Discoverers. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 22.09.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Ton of Goods. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 06.08.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History of the White Pass Trail. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 10.02.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Dyea. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 09.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture: A Short History of Seattle. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park, Seattle Unit. Stand 17.09.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Chilkoot Trail. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29.05.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle The Stampede North: The Alaska Gold Rushes, 1897 bis 1904. National Park Service. Stand 29.12.2016. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Klondike-Alaska Gold Rush. National Park Service, Yukon-Charley Rivers National Preserve. Stand 12.08.2020. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Gold Rush Writers. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Klondike National Historic Sites. Parks Canada. Stand 18.06.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Discovery Claim National Historic Site. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 18.04.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Dawson Historical Complex National Historic Site. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 18.04.2024. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Klondike Gold Rush International Historical Park. Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 17.10.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Culture and history, Chilkoot Trail National Historic Site. Parks Canada. Stand 02.06.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Culture and history, Klondike National Historic Sites. Parks Canada. Stand 20.05.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Video collection: Klondike National Historic Sites, Where the Past is Present (Transkript). Parks Canada, Klondike National Historic Sites. Stand 18.10.2022. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Tr'ondëk-Klondike (Welterbe Nr. 1564, eingetragen 2023). UNESCO World Heritage Centre. Stand 2023. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Michael Gates: Klondike Gold Rush. The Canadian Encyclopedia, Historica Canada. Stand 2009, zuletzt bearbeitet 04.03.2015. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Goldrausch (1925). filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Canadian Geographical Names Database: Bonanza Creek (KAARL). Natural Resources Canada. Stand 30.03.1981. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Names on the Chilkoot Trail. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 09.07.2025. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Chilkoot Tramways and the Peterson Hoist (Frank Norris, bearbeitet von Karl Gurcke). National Park Service. Stand 26.10.2021. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Park Units. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 18.08.2023. abgerufen am 24.10.2026
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