Indigene Völker NordamerikasThema

Südwesten: die Völker zwischen Rio Grande und Colorado

Kurz erklärt Der Südwesten ist das Kulturareal der indigenen Völker zwischen Rocky Mountains und mexikanischer Sierra Madre, vor allem in Arizona und New Mexico. Dazu gehören die Pueblo-Völker mit Hopi und Zuni, die Navajo, die Apachen, die Tohono O'odham und die Völker am unteren Colorado. Laut Britannica leben dort mehr als 20 Prozent der Native Americans der USA.

Tafelberge aus rotem Sandstein über einer weiten Hochfläche mit Wacholder und Pinyon-Kiefern im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Der Südwesten ist in der Ethnologie das Kulturareal der indigenen Völker im Südwesten der Vereinigten Staaten; manche Fachleute rechnen auch die Völker im Nordwesten Mexikos dazu. Mehr als 20 Prozent der Native Americans der USA leben laut Britannica in dieser Region, vor allem in Arizona und New Mexico.[1] Hier leben die Pueblo-Völker mit den Hopi und Zuni, die Navajo, die Apachen, die Tohono O'odham und die Völker mit Yuma-Sprachen am Colorado und Gila.[1]

Im Deutschen ist oft von "Südwest-Indianern" die Rede. Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Land der Nationen die Seite Reservate in den USA: Geschichte und Leben heute.

Was ist der Südwesten als Kulturareal?

Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften kulturelle Merkmale teilen. Der Begriff entstand um 1900, der Anthropologe Clark Wissler machte ihn bekannt, und er verbindet Lebensraum und Kultur.[6] Südwesten ist also eine Einteilung von außen. Die Nationen tragen eigene Namen, und die Liste des Bureau of Indian Affairs (BIA) vom 30. Januar 2026 führt jede einzeln.[6, 16]

Auch das Wort Südwesten hat seine Bedeutung gewechselt. Nach dem Krieg von 1812 meinte es laut Britannica Missouri, Arkansas und Louisiana, nach der Annexion von Texas auch Texas. Seit dem Krieg mit Mexiko steht es für den größten Teil des Gebiets aus dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo von 1848: New Mexico, Arizona und, je nach Sprecher, ganz oder teilweise Oklahoma, Colorado, Utah und Nevada. Kalifornien zählt gewöhnlich nicht dazu.[7] Das Kulturareal liegt zwischen den Rocky Mountains und der mexikanischen Sierra Madre.[1]

Landschaft und Klima

Die kontinentale Wasserscheide teilt die Region laut Britannica in zwei große Flusssysteme: Colorado, Gila und San Juan im Westen, Rio Grande und Pecos im Osten. Das Klima ist trocken, an manchen Orten fallen im Jahr weniger als 10 Zentimeter Niederschlag, und Dürren sind häufig. Trotzdem ist der Boden in den meisten Teilen recht fruchtbar.[1]

Was wo wächst, hängt hier mehr von der Höhe ab als von der geografischen Breite. Im Norden liegt das Colorado-Plateau, eine kühle, trockene Hochfläche, in die Colorado und Rio Grande tiefe Schluchten geschnitten haben. In den höheren Lagen wachsen Buschland und Wälder aus Pinyon-Kiefern und Wacholder, dort leben Klapperschlangen, Kaninchen, Kojoten, Rotluchse und Maultierhirsche. Nach Süden fällt das Land über Canyons, Tafelberge und Steilstufen zu Becken und Gebirgsketten ab. An den Flüssen stehen Pappeln, Weiden, Mesquite und Platanen, abseits davon wachsen Kreosotbusch, Kakteen und Yucca.[1]

Wer lebte zuerst im Südwesten?

Zu den frühesten Bewohnern zählt Britannica die Menschen der Cochise-Kultur, Jäger und Sammler, die schon um 7000 vor Christus in der Region lebten. Später gewann der Feldbau an Gewicht, bei den Ancestral Pueblo (früher Anasazi genannt, etwa 100 bis 1600), den Mogollon (etwa 200 bis 1450) und den Hohokam (etwa 200 bis 1400). Sie bauten Mais, Bohnen und Kürbisse an, bewässerten ihre Felder und lebten in festen Siedlungen, manchmal unter schützenden Felsüberhängen. Als Vorfahren der heutigen Pueblo-Völker gelten die Ancestral Pueblo, als Vorfahren der Akimel O'odham und Tohono O'odham die Hohokam; die Mogollon gingen nach dieser Darstellung in anderen Gemeinschaften auf.[1]

In der Gegend von Mesa Verde lebten laut National Park Service (NPS) schon vor etwa 12.000 Jahren Menschen. Zwischen 500 und 1300 war die Region der Four Corners, wo Colorado, New Mexico, Arizona und Utah aneinanderstoßen, die Heimat von Zehntausenden Ancestral Pueblo. Vom 6. bis zum 13. Jahrhundert wuchs der Anteil von Mais, Bohnen und Kürbis an der Nahrung auf 90 Prozent. Im 13. Jahrhundert, einer Zeit anhaltender Dürre, zogen die Menschen nach Süden, an den Rio Grande, an den Little Colorado und auf die Hopi-Mesas.[8] Für 27 Pueblos und Nationen ist Mesa Verde nach Angaben des NPS bis heute ein besonderer und heiliger Ort.[8]

Mehrstöckige Ruinen aus Stein unter einem überhängenden Sandsteinfelsen in einer Canyonwand, davor Wacholder im späten Nachmittagslicht
Felswohnungen in einer Canyonwand, wie sie die Ancestral Pueblo im 13. Jahrhundert bauten Bild: KI-generiert

Das Casa Grande in Arizona, eines der größten vorgeschichtlichen Bauwerke Nordamerikas, wurde um 1450 aufgegeben. Seine Erbauer legten nach Angaben des NPS weite Bewässerungsfelder an und trieben über tausend Jahre lang Handel.[9] Die Tohono O'odham Nation nennt die Hohokam ihre Vorfahren, die sich an Salt, Gila und Santa Cruz niederließen, Kanäle für Baumwolle, Tabak, Mais, Bohnen und Kürbis bauten und rot auf hellbrauner Keramik herstellten.[11]

Im Canyon de Chelly im Nordosten Arizonas lebten Ancestral Pueblo bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Danach kamen nach Angaben des NPS Hopi in die Schluchten, legten Maisfelder und Pfirsichgärten an und zogen später auf die Mesas im Westen. Das 1931 geschaffene National Monument umfasst rund 84.000 Acres auf dem Land der Navajo Nation, etwa 40 Familien leben dort.[10]

Völker des Südwestens

Im Südwesten sprachen die Völker laut Britannica Sprachen aus mehreren Familien: Hoka (dazu die Yuma-Sprachen), Uto-Aztekisch, Tano und Kiowa-Tano, Keres, Athapaskisch und Penuti.[1] Die Tabelle nennt die Völker mit eigener Seite und Nationen von heute mit dem offiziellen Namen der BIA-Liste vom 30. Januar 2026.[1, 16]

Völker des Südwestens: Sprachfamilie laut Britannica, heutige Nationen laut BIA-Liste 2026 (Auswahl)
VolkSprachfamilieHeutige Nation (offizieller Name)
Pueblo-Völker am Rio GrandeKeres, Kiowa-Tano (Tewa, Tiwa, Towa)darunter Pueblo of Taos, New Mexico; Pueblo of San Ildefonso, New Mexico; Ysleta del Sur Pueblo[1, 16]
HopiUto-AztekischHopi Tribe of Arizona[1, 16]
Zuni (Eigenbezeichnung A:shiwi)[31]Penuti laut Britannica; andere Quellen zählen Zuni zu den isolierten Sprachen, siehe die Seite ZuniZuni Tribe of the Zuni Reservation, New Mexico[1, 16]
NavajoAthapaskischNavajo Nation, Arizona, New Mexico, & Utah[1, 16]
ApachenAthapaskischdarunter San Carlos Apache Tribe of the San Carlos Reservation, Arizona; White Mountain Apache Tribe of the Fort Apache Reservation, Arizona; Mescalero Apache Tribe of the Mescalero Reservation, New Mexico; Jicarilla Apache Nation, New Mexico[1, 16]
Tohono O'odham und Akimel O'odhamUto-AztekischTohono O'odham Nation of Arizona; Gila River Indian Community of the Gila River Indian Reservation, Arizona; Salt River Pima-Maricopa Indian Community of the Salt River Reservation, Arizona; Ak-Chin Indian Community[1, 11, 16]
Völker mit Yuma-SprachenHokadarunter Havasupai Tribe of the Havasupai Reservation, Arizona; Hualapai Indian Tribe of the Hualapai Indian Reservation, Arizona; Cocopah Tribe of Arizona[1, 16]

Pueblo-Völker

Die Pueblos am Rio Grande und seinen Nebenflüssen heißen laut Britannica östliche Pueblos, die auf dem Colorado-Plateau westliche; zu den westlichen zählt Britannica Hopi, Hano, Zuni, Acoma und Laguna.[1] In New Mexico gibt es heute 19 Pueblos, jedes eine eigene vom Bund anerkannte Nation.[15] Der NPS zählt Pueblo- und Hopi-Gemeinschaften zusammen zu 21 Gemeinschaften mit sechs Sprachen in New Mexico, Arizona und Texas; der Name Pueblo kam mit den Spaniern, weil die Menschen das ganze Jahr in Bauerndörfern lebten.[8]

Die Pueblo-Völker wohnten laut Britannica in dichten, festen Dörfern mit Häusern für mehrere Familien. Die Frauen kümmerten sich um die kleinen Kinder, bewässerte Gärten, Körbe und Keramik und die Vorräte, die Männer webten Stoffe, hüteten Schafe und bestellten die Felder mit Mais, Kürbis, Bohnen und Baumwolle. Über weite Handelswege kamen Türkis, Muscheln, Kupfer und Federn von Aras in die Dörfer.[2] Die westlichen Pueblos und die Keres im Osten rechneten die Verwandtschaft über die Mutter, bei den Hopi besaß jeder Clan eigene Felder. Viele östliche Pueblos teilten sich in zwei Hälften wie "Sommerleute" und "Winterleute".[2] Viele Pueblos hielten ihre Bräuche in der Kolonialzeit verborgen, um der Verfolgung zu entgehen, und schützen ihre Kultur bis heute durch Schweigen.[2]

Die Hopi Tribe beschreibt sich als souveräne Nation im Nordosten Arizonas. Ihr Reservat umfasst mehr als 1,5 Millionen Acres mit 12 Dörfern auf drei Mesas, und die Hopi leben nach eigener Darstellung seit unvordenklicher Zeit in Hopitutskwa.[12]

Navajo

Navajo und Apachen sind laut Britannica im Vergleich zu den übrigen Völkern späte Ankömmlinge. Sprache, Archäologie und Geschichte zeigen, dass ihre Vorfahren Jäger und Sammler aus dem heutigen Kanada waren, die frühestens um 1100 und spätestens um 1500 eintrafen; zusammen heißen sie in der Fachsprache Apacheans. Die Navajo lebten auf dem Colorado-Plateau neben dem Land der Hopi.[3] Sich selbst nennen sie Diné, schreibt der NPS.[10] Die Navajo Nation selbst spricht von Diné Bikéyah.[13] Ihr Land heißt Diné Bikéyah, und nach Angaben der Navajo Nation reicht es über mehr als 27.000 Quadratmeilen in Utah, Arizona und New Mexico.[13] Als Wohnhaus bevorzugten die Navajo den Hogan, ein rundes Haus aus Stämmen oder Stein mit einem Dach aus Erde; anders als bei den Apachen bauten bei ihnen die Männer das Haus.[3]

Die Navajo Nation ist nach Angaben des NPS nach Bürgern und Fläche die größte Nation der USA.[8] Ihr Präsident Buu Nygren sprach am 25. September 2024 vor dem Ausschuss des Senats für indigene Angelegenheiten (Committee on Indian Affairs) von mehr als 400.000 Bürgern, von denen etwa die Hälfte auf dem Land der Nation lebe.[14]

Mehr zu Geschichte und Gegenwart steht auf der Seite Navajo (Diné).

Apachen

Die Apachen lebten laut Britannica traditionell im Land der Becken und Gebirgsketten südlich und östlich des Plateaus; zu den großen Gruppen zählt Britannica die Western Apache, Chiricahua, Mescalero, Jicarilla, Lipan und Kiowa Apache.[1, 3] Der Name Apache geht nach Angaben des NPS wahrscheinlich auf das Wort "apachu" der Zuni zurück.[17] Die Chiricahua im Süden Arizonas und New Mexicos gliederten sich in vier Gruppen, Bedonkohe, Chokonen, Chihenne und Nehdni, mit zusammen 1.000 bis 1.500 Menschen. Die wichtigste Einheit war die örtliche Gruppe aus etwa 30 Großfamilien, und auch Anführer wie Cochise standen einer solchen Gruppe vor.[17]

Seit dem frühen 17. Jahrhundert lebten Navajo, Jicarilla, Lipan und Western Apache laut Britannica sesshafter und bauten Feldfrüchte an. Chiricahua und Mescalero lebten weiter vor allem von Jagd und Sammeln. Alle Gruppen unternahmen Raubzüge gegen die Pueblos, später gegen Spanier und Amerikaner; Ziel war meist, Vieh und Vorräte zu erbeuten.[3] Die Apachen wohnten in Wickiups und Tipis, für Schatten diente beiden Völkern die Ramada, eine frei stehende Laube.[3]

O'odham und die Völker am Colorado

Die Tohono O'odham lebten laut Britannica westlich des Santa Cruz River nahe der heutigen Grenze zwischen Arizona und Sonora, die eng verwandten Akimel O'odham am mittleren Gila.[1] Nach Angaben der Tohono O'odham Nation reichte das Land der O'odham, die Papagueria, von Sonora bis nördlich von Phoenix und vom Golf von Kalifornien bis zum San Pedro River. Heute verteilen sich die O'odham auf vier vom Bund anerkannte Nationen: Tohono O'odham Nation, Gila River Indian Community, Ak-Chin Indian Community und Salt River Pima-Maricopa Indian Community. Die Hia-C'ed O'odham sind nicht anerkannt.[11]

Ganz im Westen lebten die Völker mit Yuma-Sprachen. Die Fluss-Yuma, darunter Quechan, Mojave, Cocopa und Maricopa, wohnten laut Britannica am unteren Colorado und am Gila; ihre Kulturen verbanden Züge des Südwestens mit solchen Kaliforniens. Havasupai, Hualapai und Yavapai lebten in den westlichen Becken und Bergketten an kleineren und nur zeitweise fließenden Bächen.[1] Yavapai und Tonto Apache verwechselten amerikanische Siedler und Soldaten im 19. Jahrhundert oft, obwohl sie laut NPS ganz verschiedene Sprachen sprechen.[19] An den Rändern der Region leben weitere Völker: Der NPS nennt neben Pueblos, Navajo und Apachen auch die Ute unter den 27 Nationen, die mit Mesa Verde verbunden sind.[8]

Wie lebten die Völker des Südwestens?

Die meisten Völker des Südwestens bauten laut Britannica Feldfrüchte an und jagten und sammelten zugleich. Wie viel jeweils, hing vom Wasser ab. Mais, Bohnen, Kürbis, Baumwolle, Truthühner und Hunde gab es fast überall; in der spanischen Kolonialzeit kamen Pferde, Esel und Schafe dazu, außerdem Weizen, Melonen, Aprikosen und Pfirsiche.[1] Regen fiel unberechenbar in wenigen großen Güssen, deshalb bewässerten viele Gruppen ihre Felder. Wer an einem großen Fluss wohnte, konnte fast ganz vom Feldbau leben; wer nur zeitweise Wasser hatte, ergänzte die Jagd und das Sammeln durch Felder.[1]

Die Fluss-Yuma säten laut Britannica auf den Feldern, die der Colorado jedes Frühjahr überschwemmte. Gruppen ohne ständiges Wasser pflanzten am Ausgang von Trockentälern, den Arroyos, und bremsten die Sturzfluten der Sommergewitter mit niedrigen Mauern.[1] Die Tohono O'odham Nation beschreibt, wie ihre Vorfahren nach Wetterbeobachtungen Aussaat, Ernte und Zeremonien planten und mit den Jahreszeiten zwischen den Tälern und kühleren Bergen wechselten. Auf ihren Feldern wuchsen Tepary-Bohnen, Kürbis und Melonen, gesammelt wurden Früchte des Saguaro, Knospen der Cholla und Schoten der Mesquite.[11]

Rundes Haus aus Holzstämmen und Erde mit Eingang nach Osten neben einem Pferch aus Holzpfählen auf einer Hochfläche mit Beifuß im Abendlicht
Ein Hogan auf dem Colorado-Plateau, das traditionelle Haus der Navajo Bild: KI-generiert

Bei den Völkern im Westen und Süden rechnete man die Verwandtschaft laut Britannica meist über beide Eltern, Felder gingen oft vom Vater an den Sohn. Die wichtigste Einheit war die Großfamilie, mehrere Familien bildeten eine Gruppe mit einem lockeren Rat. Nur die Akimel O'odham wählten laut Britannica förmlich einen Anführer der ganzen Nation.[1] Bei Navajo und Apachen lebte meist eine Großfamilie um eine oder mehrere verwandte Frauen zusammen; Navajo und Western Apache hatten Clans, die über die Mutter weitergegeben werden. Eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen, die zusammen lebten und arbeiteten, war bei den Apachen die wichtigste Einheit im Alltag, bei den Navajo hießen ähnliche Verbände "outfits".[3]

Geschichte: Spanien, Mexiko und die USA

1536 erzählte der Spanier Álvar Núñez Cabeza de Vaca von Städten aus Gold im Inneren Nordamerikas. 1539 schickte die Regierung den Franziskaner Marcos de Niza nach Norden, der aus der Ferne reiche Städte gesehen haben wollte, wahrscheinlich die Pueblos der Zuni.[4, 24] Am 23. Februar 1540 brach Francisco Vázquez de Coronado mit einer großen Expedition von Compostela an der Westküste Mexikos nach Norden auf und kehrte im Frühjahr 1542 nach Mexiko-Stadt zurück. Danach musste er sich unter anderem für die schlechte Behandlung der indigenen Völker verantworten.[24] Zur Expedition gehörten laut Britannica etwa 300 Soldaten, mehrere Missionare, rund 1.000 indigene Arbeiter und etwa 1.000 Packtiere. Als sich die Pueblos am Rio Grande wehrten, ließen die Spanier etwa 200 Menschen hinrichten, viele auf dem Scheiterhaufen.[4]

1598 begann unter Juan de Oñate die dauerhafte spanische Besiedlung.[4] Im Dezember 1598 töteten Bewohner von Acoma Hauptmann Juan de Zaldívar, einen Offizier Oñates, und vierzehn seiner Männer. Zwei Monate später kam Zaldívars Bruder mit siebzig Soldaten; die Zahl der Toten in Acoma gibt der NPS mit etwa 1.500 an, Britannica schätzt etwa 800 von 6.000 Einwohnern.[25, 4] Laut Britannica bestraften die Spanier die 80 überlebenden Männer mit der Amputation eines Fußes, verurteilten Frauen und Jugendliche zu 20 Jahren Versklavung und übergaben Kinder unter zwölf Jahren den Missionen.[4] In den folgenden Jahrzehnten breiteten sich Missionen und die Encomienda aus, ein System von Abgaben in Arbeit und Lebensmitteln. Priester verfolgten die Religion der Pueblos; dazu kamen Seuchen, Dürren und Überfälle der Apacheans. 1680 erhoben sich die Pueblos und vertrieben die Spanier, bis 1692 waren sie frei von fremder Herrschaft, und 1696 herrschte Spanien wieder.[4]

Mehr dazu auf den Seiten Pueblo-Völker und Die spanischen Expeditionen am Old Spanish Trail 1765 bis 1829.

Navajo und Apachen kämpften laut Britannica im 16. bis 18. Jahrhundert gegen die spanische Herrschaft und übernahmen zugleich Pferde, Schafe, Rinder, gewebte Waren und Techniken des Trockenfeldbaus.[4] Die Tohono O'odham legten im 18. Jahrhundert ihre Siedlungen zu großen Dörfern zusammen, um sich gegen Angriffe der Apachen zu schützen.[4] 1821 kam der Südwesten an Mexiko.[4] Mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848 trat Mexiko nach dem Krieg mit den USA 55 Prozent seines Gebiets ab, darunter Kalifornien, Nevada, Utah, New Mexico und den größten Teil von Arizona und Colorado.[22] Weiteres Land, das später zu Arizona und New Mexico kam, kauften die USA mit dem Gadsden-Kauf: Nach dem Vertrag, den der Senat am 25. April 1854 in geänderter Fassung annahm, zahlten sie 10 Millionen Dollar für 29.670 Quadratmeilen.[23] Die Tohono O'odham Nation schreibt, dass der Kauf das Land der O'odham fast in zwei Hälften teilte und die O'odham davon zunächst nichts erfuhren.[11]

Kriege und Umsiedlungen im 19. Jahrhundert

Im Februar 1861 versuchte Lieutenant George Bascom am Apache Pass, Cochise wegen einer Entführung festzunehmen, an der Cochise nach eigener Aussage nicht beteiligt war. Die Bascom-Affäre löste einen Krieg aus, der laut NPS erst mit dem Waffenstillstand zwischen Cochise und General O. O. Howard im Herbst 1872 endete.[18]

Mehr dazu auf der Seite Die Apachenkriege 1861 bis 1886.

1863 erhielt Kit Carson laut Britannica den Befehl, die Navajo zu unterwerfen; seine Truppen zerstörten planmäßig Felder und Herden.[4] Die Mescalero kamen nach Angaben der New Mexico Historic Sites Anfang 1863 als Erste nach Bosque Redondo, einem Reservat von einer Million Acres bei Fort Sumner. Mehr als 50 Gruppen der Navajo mussten über 350 Meilen dorthin gehen, Hunderte starben unterwegs. Im Winter 1864 hielt die Armee dort mehr als 8.500 Navajo und fast 500 Mescalero fest.[21] Britannica nennt etwa 8.000 Gefangene und einen Weg von etwa 300 Meilen.[4] Die meisten Mescalero flohen im November 1865, die Navajo durften nach dem Vertrag vom 1. Juni 1868 in ihre Heimat zurückkehren.[21]

Siehe Der Lange Marsch der Navajo und Bosque Redondo.

In Zentralarizona trafen Goldfunde und die Gründung von Prescott 1863 die Yavapai und Tonto Apache. Im Januar 1864 lockten bewaffnete Zivilisten unter dem Rancher King Woolsey indigene Menschen zu einer Verhandlung und eröffneten das Feuer, mehr als 30 starben. Im Dezember 1872 starben in der Skeleton Cave laut NPS 50 bis 75 Menschen, als Truppen von General George Crook eine Felsnische beschossen.[19] Nach dem Camp-Grant-Massaker am Aravaipa Creek entstand 1872 das San-Carlos-Reservat am Gila.[19] Eine Anordnung von Präsident Ulysses S. Grant vom 14. Dezember 1872 schuf das Chiricahua-Reservat, löste das Camp-Grant-Reservat auf und schlug die "San Carlos division" dem White-Mountain-Reservat zu.[26]

Nach 1874 setzte die Regierung laut NPS die "concentration policy" durch: Alle Apachen sollten in einem Reservat leben, in San Carlos. Im Februar und März 1875 mussten 1.450 Yavapai und Apachen 150 Meilen vom Rio-Verde-Reservat nach San Carlos gehen, mindestens 100 starben unterwegs.[19] Am 5. September 1886 handelte Lieutenant Charles Gatewood laut NPS die endgültige Kapitulation der Gruppe um Geronimo aus. Danach brachte die Armee die Chiricahua, auch die Scouts der Armee, nach Florida, Alabama und schließlich Oklahoma.[17] Nach acht Jahren Gefangenschaft kamen die Chiricahua 1894 nach Fort Sill in Oklahoma.[32] Der NPS nennt für die Ankunft 119 Überlebende, auf derselben Seite aber 261 für die Freilassung 1913; beide Angaben passen nicht zusammen.[20] Bei der Freilassung 1913 zogen nach der NPS-Seite des Chiricahua National Park zwei Drittel in das Mescalero-Reservat in New Mexico, nach der Seite von Fort Bowie etwa 130 Menschen. Die Fort Sill Apache Tribe nennt etwa 81 Menschen, die in Oklahoma blieben.[17, 20, 32]

Einen Überblick über alle Kriege gibt die Seite Die Indianerkriege: Überblick.

Die Völker des Südwestens heute

Bei der Volkszählung 2020 lebten 12,9 Prozent aller Menschen, die sich allein als American Indian bezeichneten, in Arizona und 9,1 Prozent in New Mexico.[27] Auf dem Reservat der Navajo Nation und dem zugehörigen Trust-Gebiet außerhalb des Reservats lebten mehr als 4 Prozent aller Menschen, die sich allein als American Indian oder Alaska Native bezeichneten, fast zehnmal so viele wie auf dem nach Fläche zweitgrößten Reservat. Im Fort-Apache-Reservat gaben 83,7 Prozent dieser Menschen die White Mountain Apache Tribe an.[27] Das Reservat der Navajo Nation ist laut BIA mit 16 Millionen Acres das größte der USA.[29]

Große Reservate im Südwesten: Fläche laut Nation oder Inter Tribal Council of Arizona
ReservatLageFläche
Navajo NationArizona, New Mexico, Utahmehr als 27.000 Quadratmeilen[13]
Tohono O'odham Nationsüdliches Arizona, vier getrennte Teilemehr als 2,8 Millionen Acres[28]
San Carlos Apachesüdöstliches Arizona1.834.781 Acres[28]
Fort Apache (White Mountain Apache)östliches Zentralarizona1,6 Millionen Acres[28]
Hopinordöstliches Arizonamehr als 1,5 Millionen Acres[12]
Hualapaiam Colorado und Grand Canyoneine Million Acres[28]

Im 20. Jahrhundert verfolgte die Politik der USA laut Britannica vor allem das Ziel der Anpassung. In der ersten Hälfte entstanden Regierungen der Nationen mit eigener Rechtsgewalt, dazu Stromleitungen, Schulen, Krankenhäuser, Bewässerungen und Straßen. Zwischen den 1950er und 1970er Jahren verloren viele Nationen durch die Termination ihren Status, manche Gruppen im Südwesten beantragten später die Anerkennung neu.[5] Das Leben in den Reservaten blieb laut Britannica schwerer als im Rest des Landes, besonders bei den Tohono O'odham, den Hopi, in Fort Apache und bei einigen Yuma-Völkern der Berge. Viele Nationen gründeten eigene Unternehmen und Programme für Tourismus; einige erlaubten den Abbau von Kohle und Uran, den viele wegen der Folgen für Umwelt und Glauben skeptisch sehen. Ein großer Teil des gemeinsamen Landes der Hopi wurde den Navajo zugesprochen. Die Hopi sehen darin einen Bruch von Bundesverträgen, die Bundesgerichte hielten es für rechtmäßig. Ein Gesetz von 1996 sollte den Streit beilegen, der laut Britannica bis ins 21. Jahrhundert anhält.[5]

Hohe Saguaro-Kakteen auf einer weiten Wüstenebene vor einer zackigen Bergkette im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Sonora-Wüste im Süden Arizonas, Heimat der Tohono O'odham Bild: KI-generiert

Mehr als 30 Prozent der Haushalte der Navajo haben laut Präsident Nygren kein fließendes Wasser und müssen es holen; eine Untersuchung von Viehbrunnen im Westen der Nation ergab, dass 11 Prozent die Grenzwerte der Umweltbehörde EPA für Uran überschreiten.[14] Die Tohono O'odham Nation schreibt, dass die Einwanderungsgesetze ihre Bürger daran hindern, die Grenze zu Mexiko frei zu überqueren, obwohl etwa neun O'odham-Gemeinden auf der mexikanischen Seite liegen. Auf ihrer Website berichtet sie von ihrem Streit mit dem Heimatschutzministerium um eine Grenzmauer auf ihrem Land.[11, 30]

Offizielle Websites: Navajo Nation, Hopi Tribe, Tohono O'odham Nation, Indian Pueblo Cultural Center (für die Pueblos in New Mexico), Inter Tribal Council of Arizona.

Zeitleiste des Südwestens

Zeitleiste: Südwesten: Spanien, Mexiko und die USA
  1. 1536Álvar Núñez Cabeza de Vaca erzählt von Städten aus Gold im Inneren Nordamerikas; 1539 schickt die Regierung Marcos de Niza nach Norden.[4]
  2. 23.02.1540Francisco Vázquez de Coronado bricht mit einer großen Expedition von Compostela nach Norden auf; im Frühjahr 1542 kehrt er nach Mexiko-Stadt zurück.[24]
  3. 1598Unter Juan de Oñate beginnt die dauerhafte spanische Besiedlung des Südwestens.[4]
  4. Dezember 1598Bewohner von Acoma töten Hauptmann Juan de Zaldívar und vierzehn seiner Männer; zwei Monate später plündern und verbrennen spanische Soldaten große Teile des Pueblo.[25]
  5. 1680Die Pueblos erheben sich gegen die spanische Herrschaft; bis 1692 sind sie frei von fremder Herrschaft.[4]
  6. 1821Der Südwesten kommt von Spanien an Mexiko.[4]
  7. 02.02.1848Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo tritt Mexiko 55 Prozent seines Gebiets an die USA ab, darunter New Mexico und den größten Teil Arizonas.[22] Vertrag von Guadalupe Hidalgo
  8. 25.04.1854Der Senat nimmt den geänderten Vertrag über den Gadsden-Kauf an: 29.670 Quadratmeilen für 10 Millionen Dollar.[23]
  9. Februar 1861Die Bascom-Affäre am Apache Pass löst einen Krieg mit den Chiricahua unter Cochise aus.[18] Apachenkriege
  10. 1863Die Mescalero kommen als Erste nach Bosque Redondo; Kit Carson erhält den Befehl, die Navajo zu unterwerfen.[21, 4] Der Lange Marsch der Navajo
  11. Januar 1864Bewaffnete Zivilisten unter King Woolsey eröffnen bei einer vorgetäuschten Verhandlung das Feuer auf indigene Menschen; mehr als 30 sterben.[19]
  12. November 1865Die meisten Mescalero verlassen Bosque Redondo in der Nacht.[21]
  13. 01.06.1868Ein Vertrag erlaubt den Navajo die Rückkehr aus Bosque Redondo in ihre Heimat.[21] Der Lange Marsch der Navajo
  14. Herbst 1872Waffenstillstand zwischen Cochise und General O. O. Howard.[18] Cochise
  15. 14.12.1872Eine Anordnung von Präsident Grant schafft das Chiricahua-Reservat, löst das Camp-Grant-Reservat auf und schlägt die San Carlos division dem White-Mountain-Reservat zu.[26] Camp-Grant-Massaker
  16. Februar 18751.450 Yavapai und Apachen müssen vom Rio-Verde-Reservat nach San Carlos gehen; mindestens 100 sterben unterwegs.[19]
  17. 05.09.1886Lieutenant Charles Gatewood handelt die endgültige Kapitulation der Gruppe um Geronimo aus; die Chiricahua werden nach Florida gebracht.[17] Geronimo
  18. 1913Die Chiricahua werden nach 27 Jahren Gefangenschaft freigelassen, viele ziehen in das Mescalero-Reservat.[17, 20]
  19. 1931Canyon de Chelly auf dem Land der Navajo Nation wird National Monument.[10]
  20. 1996Ein Gesetz soll den Streit um Land zwischen Hopi und Navajo beilegen.[5]

Karte: Nationen des Südwestens

Karte: Sitze der Nationen des Südwestens118° W116° W114° W112° W110° W108° W106° W104° W102° W30° N32° N34° N36° N38° N40° N1Hopi2Zuni3Pueblo-Völker4Navajo5Apachen6Tohono O'odham7Yaqui
Karte: Sitze der Nationen des Südwestens
  1. 1Hopi (Kykotsmovi, Sitz der Hopi Tribe) 35,81° N, 110,66° W[33]
  2. 2Zuni (Pueblo of Zuni, Sitz der Regierung) 35,07° N, 108,86° W[34]
  3. 3Pueblo-Völker (Taos Pueblo, nördlichstes der 19 Pueblos in New Mexico) 36,44° N, 105,55° W[35]
  4. 4Navajo (Window Rock, Hauptstadt der Navajo Nation) 35,67° N, 109,06° W[36]
  5. 5Apachen (San Carlos Reservation (San Carlos Apache Tribe), Arizona) 33,32° N, 110,19° W[37]
  6. 6Tohono O'odham (Sells, Sitz der Tohono O'odham Nation) 31,92° N, 111,87° W[38]
  7. 7Yaqui (Pascua Pueblo Yaqui Reservation bei Tucson) 32,12° N, 111,08° W[39]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mehr zum Südwesten

Häufige Fragen

Welche Völker leben im Südwesten der USA?

Britannica nennt die Pueblo-Völker am Rio Grande und auf dem Colorado-Plateau mit Hopi, Zuni, Acoma und Laguna, dazu Navajo und Apachen, Tohono O'odham und Akimel O'odham sowie Völker mit Yuma-Sprachen wie Mojave, Quechan, Havasupai, Hualapai und Yavapai. Jede dieser Nationen hat heute eine eigene Regierung.

Was ist mit "Südwest-Indianer" gemeint?

So werden im Deutschen oft die indigenen Völker des amerikanischen Südwestens genannt, englisch Indigenous peoples of the American Southwest. Das Wort "Indianer" ist eine Fremdbezeichnung; diese Seite nennt die Nationen bei ihren Namen.

Welche Staaten gehören zum Südwesten?

Den Kern bilden New Mexico und Arizona. Je nach Sprachgebrauch zählt Britannica ganz oder teilweise auch Oklahoma, Colorado, Utah und Nevada dazu; nach der Annexion von Texas rechnete man auch Texas zum Südwesten. Kalifornien gehört gewöhnlich nicht dazu.

Seit wann leben Navajo und Apachen im Südwesten?

Ihre Vorfahren wanderten laut Britannica aus dem heutigen Kanada ein und kamen frühestens um 1100, spätestens um 1500 an. Die Pueblo-Völker und die O'odham haben dagegen sehr alte Wurzeln in der Region.

Wer waren die Hohokam?

Hohokam ist ein Begriff der Archäologie für Fundstätten mit Erdbauten, rot auf hellbrauner Keramik und langen Kanälen. Laut National Park Service ist es weder der Name eines Volkes noch ein Wort der O'odham, Hopi oder Zuni. Die Tohono O'odham Nation sieht die Erbauer als ihre Vorfahren.

Welche ist die größte Nation im Südwesten?

Die Navajo Nation. Ihr Präsident Buu Nygren sprach 2024 vor dem Senat von mehr als 400.000 Bürgern, von denen etwa die Hälfte auf dem Land der Nation lebt. Ihr Reservat ist laut Bureau of Indian Affairs mit 16 Millionen Acres das größte der USA.

Wie viele Pueblos gibt es?

In New Mexico gibt es 19 Pueblos, jedes eine eigene vom Bund anerkannte Nation. Dazu kommen Ysleta del Sur Pueblo in Texas und die Hopi in Arizona, die der National Park Service mit den Pueblos zu 21 Gemeinschaften mit sechs Sprachen zählt.

Quellen

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