Indigene Völker NordamerikasVolk

Yaqui

Kurz erklärt Die Yaqui, in eigener Sprache Hiaki oder Yoeme, stammen vom Río Yaqui in Sonora im Nordwesten Mexikos, wo sie bis heute in acht traditionellen Gemeinden leben. Hunderte flohen um 1900 vor Krieg und Deportation nach Arizona. Die Pascua Yaqui Tribe bei Tucson ist seit dem 18. September 1978 vom Bund anerkannt und hatte laut einem Bericht des Kongresses 2021 rund 22.000 Mitglieder.

Breites, flaches Flusstal mit grünen Feldern, dahinter schroffe, trockene Berge im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Yaqui sind ein indigenes Volk aus dem Tal des Río Yaqui im Süden des mexikanischen Bundesstaats Sonora. Dort leben sie bis heute in acht traditionellen Gemeinden mit eigener Regierung.[16, 17] Ihre Sprache gehört zur uto-aztekischen Familie.[16, 18] Nach Kriegen um ihr Land und den Deportationen unter Präsident Porfirio Díaz flohen Hunderte nach Arizona. Dort ist die Pascua Yaqui Tribe seit 1978 als Nation vom Bund anerkannt; im Deutschen werden die Yaqui oft "Yaqui-Indianer" genannt.[10, 16]

Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Kulturraum die Seite Südwesten; manche Fachleute rechnen laut Britannica auch die Völker im Nordwesten Mexikos dazu.[22]

Wie nennen sich die Yaqui selbst?

Die Pascua Yaqui Tribe schreibt in eigenen Texten Hiaki: Ihre Kultur solle bewahren, "what make a Yaqui, Hiaki", ihre Lehrer sind "Hiaki educators", und die Sprache heißt Hiak Nooki.[1, 6] Das Programm für traditionelle Heilkunde der Nation spricht dagegen vom Volk der Yoeme; die Nation verwendet also beide Formen nebeneinander.[8] Das mexikanische Institut für indigene Völker (Instituto Nacional de los Pueblos Indígenas, INPI) schreibt in seinem Atlas ebenfalls yoeme, im Plural yoemes.[16] Der Name Yaqui ist auch der Name ihres Flusses.[14]

Die Sprache ist laut Britannica eine Mundart des Cahita aus der uto-aztekischen Familie; die einzigen anderen Sprecher des Cahita sind heute die verwandten Mayo.[18] Die Pascua Yaqui Tribe bildet Lehrer aus, die Hiak Nooki unterrichten, und ihr Radiosender KPYT sendet eine Sendung ganz auf Hiaki.[6, 21]

Woher kommen die Yaqui?

Das Land der Yaqui liegt im Tal des Río Yaqui, begrenzt im Norden vom Tal von Guaymas, im Osten von der Sierra Madre Occidental und im Westen vom Golf von Kalifornien. Das Klima ist laut INPI halbtrocken und extrem, mit Temperaturen von minus 5 bis 45 Grad und weniger als 200 Millimetern Regen im Jahr. In den Dornbuschwäldern der Küstenebene wachsen Mesquite, Ebenholz, Pitahaya und Saguaro.[16]

Als die Spanier kamen, lebten laut dem Ethnologen Edward H. Spicer nach den Aufzeichnungen der Jesuiten rund 30.000 Yaqui am Unterlauf des Flusses, in einem Gebiet von etwa 60 Meilen Länge und 10 bis 15 Meilen Breite. Der Jesuit Andrés Pérez de Ribas zählte 1617 achtzig verstreute Siedlungen, die rancherías, mit durchschnittlich wohl 350 bis 400 Menschen.[14] Schon vor dem Kontakt hatten die Yaqui laut Spicer ein starkes Bewusstsein als Volk und entschieden gemeinsam über Krieg und Frieden.[14]

Breiter Fluss mit sandigen Ufern und Weiden in einer trockenen Ebene, im Hintergrund kahle Berge unter hohem Himmel im späten Nachmittagslicht
Flusslandschaft im Süden von Sonora Bild: KI-generiert

Gesellschaft und Familie

Den Kern der Gesellschaft bildet laut INPI die Großfamilie auf einem gemeinsamen Hof, dem ho'akame. Dort leben mindestens drei Generationen zusammen, manchmal vier oder fünf.[16] Politisch ordnen sich die Yaqui in acht traditionelle Gemeinden. Jede ist eine politische, militärische und religiöse Einheit; die Regierung bilden ein Gouverneur mit Stellvertretern, der pueblo mayor als Vertreter der Ältesten, ein Kapitän, ein Kommandant und ein Schriftführer.[16] Das mexikanische Dekret vom 27. Oktober 2020 nennt Vícam als erste und Pótam als zweite Hauptgemeinde, dazu Loma de Guamúchil-Cócorit, Loma de Bácum, Tórim, Ráhum, Huírivis und Belem.[17]

Diese Ordnung geht laut Spicer auf die Zeit der Jesuiten zurück. 1623 ließen die Yaqui zu, dass der spanische Hauptmann Martínez de Hurdaide in den neuen Städten Gouverneure, Richter und Ordnungsbeamte einsetzte, alle aus den Reihen der Yaqui.[14] Noch um 1960 hatte jede Yaqui-Stadt diese Ämter und einen Rat, auch die neu gegründeten.[14] Die Pascua Yaqui Tribe nennt Gesellschaften mit festen Aufgaben, etwa die Matachinim, früher eine Truppe des Heeres der Yaqui, oder die Coyote-Gesellschaft (Wo'i Wiko'o Ya'ura), die Zeremonien schützt; auch Frauen dienen dort als Anführerinnen und Soldatinnen.[1]

Wirtschaft und Ernährung

Die Yaqui waren schon vor den Spaniern Bauern, die das Land am Unterlauf intensiv bestellten.[14] Die Jesuiten brachten laut Spicer Weizen, Rinder, Schafe, Ziegen, Hühner, Obst, Gemüse, Pflüge und Karren; seit 1680 versorgten die Jesuiten mit Weizen und Vieh aus den Überschüssen der Yaqui ihre Missionen in Niederkalifornien und im Norden Sonoras.[14] Später arbeiteten viele in Bergwerken und auf Haciendas: Um 1760 sollen 2.000 Yaqui in den Minen am mittleren Río Yaqui gearbeitet haben, und um 1900 galten die Yaqui in den Berichten, die Spicer zitiert, als die besten Arbeiter des Staates; sie stellten rund 15 Prozent seiner Bevölkerung.[14]

Seit den 1940er Jahren veränderten große Bewässerungsanlagen die Landwirtschaft. Statt Mais, Bohnen und Kürbis bauen die Yaqui laut Britannica Weizen und Baumwolle für den Markt an.[18] Das INPI nennt heute Ackerbau als wichtigste Tätigkeit, dazu Viehzucht und Fischerei in der Genossenschaft von Las Guásimas mit Garnelen, Corvina und Austern. Viele bewässerte Felder liegen brach, weil Geld und Kredite fehlen, und viele Yaqui arbeiten deshalb als Tagelöhner in den USA oder in Fabriken und auf Baustellen der Region.[16]

Säulenkakteen und Dornbüsche auf rotbraunem Boden in der Wüste von Sonora im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Dornbuschwald der Küstenebene von Sonora Bild: KI-generiert

Glaube

Die Religion der Yaqui verbindet seit der Ankunft der Jesuiten katholische und eigene Glaubensformen. Laut INPI steht dabei die Jungfrau Maria für Itom Aye, "unsere Mutter", und Jesus Christus für Itom Achai, "unseren Vater", ohne dass eine Seite der anderen untergeordnet wäre.[16] Die Pascua Yaqui Tribe beschreibt es ähnlich: Ihre Kultur verbinde Christentum und Spiritualität der Yaqui. Ein Zeichen dieser Spiritualität sind Hirsch und Hirschtänzer, und die Yaqui glauben, dass der Hirsch sie nach dem Tod in ihren Himmel führt.[1] Schon im frühen 17. Jahrhundert setzten die Jesuiten Laienpriester aus dem Volk ein, die maehtom.[1]

Der Festkreis folgt dem katholischen Kirchenjahr. Laut INPI unterscheiden die Yaqui zwei Abschnitte: die Fastenzeit und den Rest des Jahres.[16] Die Pascua Yaqui Tribe nennt Zeremonien in der Fastenzeit und zu Ostern in ihren Gemeinden, dazu Feste zum Heiligen Kreuz, zu San Juan und zur Jungfrau von Guadalupe sowie Gebete für die Verstorbenen im Oktober und November.[2, 19] Einen Gedenktag hält die Pascua Yaqui Tribe für die Toten von Mazocoba im Januar 1900.[2] Die Nation heißt Besucher willkommen, die mit Respekt kommen, erlaubt an den Zeremonienorten aber keine Tonaufnahmen, Kameras, Handys, Zeichnungen und keinen Alkohol.[7]

Die Yaqui vom 16. bis 19. Jahrhundert

Spanier und Jesuiten

Die ersten bedeutenden Kontakte fanden laut Spicer 1533 statt: Sklavenjäger unter Diego de Guzmán lieferten sich am Río Yaqui eine kurze Schlacht mit den Yaqui.[14] Nach einer ersten Begegnung am Río Yaqui 1609 schlugen die Yaqui Hurdaide zweimal, zuletzt ein Heer aus 4.000 indigenen Fußsoldaten und 50 spanischen Reitern; dann baten sie überraschend um Frieden.[14] Das INPI datiert die ersten Kämpfe auf 1607 und die Ankunft von zwei Jesuiten auf 1610.[16] Nach Spicer kamen die Jesuiten Andrés Pérez de Ribas und Tomás Basilio 1617, ohne Soldaten, und bis 1619 ließen sich fast 30.000 Yaqui taufen. Die Missionare sammelten die achtzig Siedlungen in acht Städten.[14]

Es folgten 120 Jahre Frieden. Dann drängten Bergleute und Siedler ins Land, nachdem 1684 bei Alamos Silber gefunden worden war. 1740 erhoben sich Yaqui und Mayo; laut Spicer starben mehr als 1.000 Spanier und mehr als 5.000 Indigene, und der Anführer Juan Ignacio Muni wurde mit drei anderen hingerichtet.[14] 1767 wies der spanische König die Jesuiten aus.[14, 16]

Kriege um das Land

Das unabhängige Mexiko erklärte die Yaqui zu Bürgern, die Steuern zahlen sollten. Als die Yaqui 1825 die Steuer verweigerten, weil sie nie Abgaben gezahlt hatten, schickte der Staat Soldaten, und es kam zum Aufstand.[14] 1874 ernannte Gouverneur Pesqueira den Yaqui José María Leyva, genannt Cajeme, zum alcalde mayor der Yaqui- und Mayo-Städte. Cajeme ließ Truppen ausbilden, befestigte den Ort Añil und erhob eine Abgabe auf Waren im Hafen Medano.[14] 1885 schickte General Carbo 2.200 Soldaten. Bei Buatachive in den Bergen wurden 1886 mindestens 200 Yaqui getötet und 2.000 gefangen genommen.[14] Im April 1887 wurde Cajeme in Cócorit hingerichtet.[14]

Nach Cajemes Tod führten rund 400 Yaqui unter Juan Maldonado, genannt Tetabiate, aus den Bacatete-Bergen einen Kleinkrieg. 1897 schlossen sie mit Gouverneur Ramón Corral und General Torres den Frieden von Ortiz. Tetabiate verstand ihn offenbar so, dass die Truppen abziehen würden; im Vertrag stand davon nichts.[14] 1899 brach der Krieg erneut aus. Die acht Städte schrieben an Torres, Frieden gebe es nur, wenn alle Weißen und Truppen das Land verließen.[14]

Verfolgung und Deportation unter Porfirio Díaz

Im Januar 1900 umstellten Bundestruppen eine große Gruppe Yaqui in der Schlucht von Mazocoba in den Bacatete-Bergen. Forscher des mexikanischen Instituts für Anthropologie und Geschichte (INAH) nennen den 18. Januar 1900, mehr als 390 Tote, Männer, Frauen und einige Kinder, und mehr als 1.000 Gefangene, vor allem Frauen und Kinder.[15] Spicer schreibt von 400 Toten, die Pascua Yaqui Tribe gedenkt des Massakers an 400 Hiaki in Maso Kova.[14, 2] Tetabiate wurde 1901 getötet.[14]

Sonora wurde seit 1879 von General Luis E. Torres und seinen Vertrauten regiert, ab 1903 von seinem Freund Rafael Izábal als Gouverneur. Sie ließen die Yaqui verfolgen. Die Polizei holte Yaqui von den Haciendas und sperrte sie massenweise ein; Yaqui durften nur noch in vorgeschriebenen Gebieten wohnen und wurden jeden Monat kontrolliert.[14] Dann begann laut Spicer der Verkauf: Männer und Frauen gingen für 60 Pesos je Kopf an die Besitzer der Henequen-Plantagen in Yucatán und der Zuckerrohrfelder im Valle Nacional in Oaxaca. Bundesregierung und Staat arbeiteten dabei zusammen, am größten war der Handel um 1907.[14]

Wie viele Menschen deportiert wurden, ist nicht genau bekannt. Spicer nennt für die Zeit bis 1908 laut Berichten 5.000 Yaqui, die nach Yucatán oder ins Valle Nacional in Oaxaca verkauft wurden.[14] Die INAH-Forscher zitieren eine Meldung von Ende 1908 über 6.432 Yaqui auf Henequen-Haciendas in Yucatán und halten die tatsächliche Zahl wegen widersprüchlicher Bücher der Haciendas für wahrscheinlich niedriger.[15] 1908 griffen die Behörden nach ihrer Darstellung auch friedliche Yaqui auf, nicht nur Aufständische.[15] Das INPI spricht von Tausenden, die als Sklaven verkauft und nach Yucatán und Quintana Roo verschleppt wurden, und von einem Genozid.[16] Familien wurden auseinandergerissen. Auch Mayo, Opata und die von Spicer "Papagos" genannten O'odham gerieten in die Deportationen.[14]

Die Truppen sammelten die Gefangenen im Gefängnis von Hermosillo, bis 300 bis 400 beisammen waren. Von Guaymas ging es per Schiff nach San Blas, zu Fuß nach Tepic und weiter nach Guadalajara, mit der Bahn nach Mexiko-Stadt und Veracruz und auf Kriegsschiffen nach Progreso in Yucatán.[15] Auf den Haciendas mussten die Yaqui Zwangsarbeit leisten; an der Küste trafen sie auf das Gelbfieber, gegen das sie, anders als die einheimische Bevölkerung, keinen Schutz hatten.[15] 1909 bremste Torres den Handel, weil den Haciendas in Sonora die Arbeiter fehlten.[14] Tausende Yaqui versteckten sich in Städten und auf Haciendas in Sonora, Hunderte flohen über die Grenze in die USA und blieben dort.[14]

Nach der Revolution

In der Revolution von 1910 kämpften die Yaqui am Fluss zuerst auch gegen die Truppen Álvaro Obregóns. Nach ihrer Niederlage gegen General Lázaro Cárdenas 1917 schlossen sich viele Obregón an, weil sie glaubten, er werde ihnen ihr Land zurückgeben.[14, 16] Obregón hielt das Versprechen laut INPI nicht, und bis 1929 gab es neue Aufstände.[16] Cárdenas sprach den Yaqui später als Präsident ein eigenes Gebiet zu. Das INPI nennt Vereinbarungen von 1937 über 485.235 Hektar, Spicer ein Dekret und ein Treffen mit den Gouverneuren in Pótam 1939.[14, 16] Mit den Staudämmen La Angostura 1941 und Oviachic 1945 verloren die Yaqui laut INPI einen großen Teil ihres Wassers.[16]

Zeitleiste: Yaqui
  1. 1533Sklavenjäger unter Diego de Guzmán kämpfen am Río Yaqui mit den Yaqui.[14]
  2. 1617Die Jesuiten Andrés Pérez de Ribas und Tomás Basilio beginnen ohne Soldaten die Mission bei den Yaqui (laut INPI 1610).[14, 16]
  3. 1740Aufstand der Yaqui und Mayo; mehr als 1.000 Spanier und mehr als 5.000 Indigene sterben.[14]
  4. 1767Die Jesuiten werden aus dem spanischen Reich ausgewiesen.[14, 16]
  5. 1825Die Yaqui verweigern die Steuer des Staates Occidente; es kommt zum Aufstand.[14]
  6. 1874Cajeme wird alcalde mayor der Yaqui- und Mayo-Städte.[14]
  7. April 1887Cajeme wird in Cócorit hingerichtet.[14]
  8. 1897Tetabiate schließt mit Gouverneur Ramón Corral und General Torres den Frieden von Ortiz.[14]
  9. 18.01.1900Gefecht in der Schlucht von Mazocoba: laut INAH mehr als 390 Tote, laut Spicer und Pascua Yaqui Tribe 400; danach beginnen die Deportationen nach Yucatán.[15, 14, 2]
  10. 1908Ende des Jahres werden 6.432 Yaqui auf Haciendas in Yucatán gemeldet; Spicer nennt für die Zeit bis 1908 5.000 nach Yucatán oder Oaxaca verkaufte Yaqui.[15, 14]
  11. 1937Vereinbarungen mit Präsident Lázaro Cárdenas sichern den Yaqui laut INPI 485.235 Hektar.[16]
  12. 08.10.1964Das Private Law 88-350 überträgt der Pascua Yaqui Association rund 202,76 Acres bei Tucson.[11]
  13. 18.09.1978Das Public Law 95-375 erkennt die Pascua Yaqui Tribe an.[10] Indian Reorganization Act
  14. 14.10.1994Das Public Law 103-357 bestätigt die Pascua Yaqui Tribe als historische, bundesweit anerkannte Nation und ändert das Gesetz von 1978.[12, 23]
  15. 20.12.2012Das Public Law 112-214 erlaubt der Nation, ihre Mitgliedschaft selbst zu regeln.[3]
  16. 27.10.2020Ein Dekret des mexikanischen Präsidenten schafft bis zum 30. September 2024 eine Kommission für einen Plan der Gerechtigkeit für das Volk der Yaqui.[17]
  17. 27.12.2022Das Public Law 117-275 (Old Pascua Community Land Acquisition Act) bringt Land der Nation in Tucson in Treuhand.[24]

Land und Anerkennung

In Arizona

Laut dem Inter Tribal Council of Arizona begannen Yaqui um 1884, nach Arizona zu ziehen; 1910 entstand Guadalupe auf 40 Acres.[19] Spicer schreibt, dass nach dem Krieg von 1926 und 1927 weitere Yaqui in ein halbes Dutzend Siedlungen im Süden Arizonas flohen und dass um 1960 in vier dieser Siedlungen Zeremonialgesellschaften bestanden, aber keine eigene politische Ordnung.[14] Old Pascua in Tucson ist laut einem Bericht des Repräsentantenhauses seit 1921 ein heiliger Zeremonienort und die älteste förmlich gegründete Yaqui-Gemeinde der Stadt.[13]

1964 übertrug der Kongress mit dem Private Law 88-350 vom 8. Oktober 1964 rund 202,76 Acres Land bei Tucson an die Pascua Yaqui Association. Das Gesetz schloss die Yaqui ausdrücklich von den Leistungen des Bundes für indigene Menschen aus.[11] Das änderte sich am 18. September 1978: Das Public Law 95-375 erklärte die Mitglieder für diese Leistungen berechtigt, dehnte den Indian Reorganization Act auf sie aus und stellte das Land in Treuhand der USA. Strafrecht und Zivilrecht auf dem Land übte der Staat Arizona aus, und binnen 30 Monaten sollte sich die Nation eine Verfassung geben.[10] 1980 legte die Nation ihre erste Mitgliederliste an, die Verfassung stammt von 1988.[3]

Der Kongress änderte das Gesetz am 14. Oktober 1994 mit dem Public Law 103-357. Es nennt die Pascua Yaqui Tribe einen "historic Indian tribe", bestätigt sie als bundesweit anerkannte Nation, die alle Merkmale ursprünglicher Souveränität besitzt, soweit der Kongress sie ihr nicht ausdrücklich genommen hat, und verlängert die Frist für den Beitritt zur Mitgliederliste um drei Jahre.[12, 23] Der Inter Tribal Council führt für 1994 den "Historic Status" der Yaqui nach Bundesrecht auf.[19] Seit dem Public Law 112-214 vom 20. Dezember 2012 bestimmt die Nation selbst, wer Mitglied wird.[3] Die Verfassung verlangt unter anderem einen Eintrag in der ersten Liste von 1980 oder die Abstammung von einem Mitglied, dazu mindestens ein Viertel Pascua-Yaqui-Abstammung.[4]

In Mexiko

Präsident Andrés Manuel López Obrador unterzeichnete am 23. Oktober 2020 ein Dekret, das am 27. Oktober 2020 im Diario Oficial de la Federación erschien. Es schuf bis zum 30. September 2024 eine Präsidialkommission für Gerechtigkeit für das Volk der Yaqui. Sie sollte einen Plan entwerfen, der die Forderungen der Yaqui nach Land, Gebiet, Wasser und Entwicklung aufgreift; die traditionellen Gouverneure der acht Gemeinden nahmen als Gäste teil.[17] In der Begründung heißt es, die Regierung habe die Ungerechtigkeiten gegenüber den indigenen Völkern vor Augen.[17]

Die Yaqui heute

Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt die Nation als Pascua Yaqui Tribe of Arizona.[9] Sie hatte laut einem Bericht des Ausschusses für natürliche Ressourcen des Repräsentantenhauses vom 1. November 2021 rund 22.000 eingetragene Mitglieder.[13] Der Rat der Nation (Tribal Council) hat elf gewählte Mitglieder; Vorsitzender ist laut Website der Nation (Stand August 2026) Julian Hernandez.[5] Zur Nation gehören fünf Gemeinden: New Pascua, das Reservat bei Tucson, Old Pascua in Tucson, Barrio Libre in South Tucson, Marana nordwestlich von Tucson und Guadalupe bei Phoenix.[19, 2]

Niedrige Bergkette über einer flachen Dornbusch-Ebene in der Wüste von Sonora im Abendlicht
Die Wüste von Sonora am Abend Bild: KI-generiert

Im Jahr 2021 beriet der Kongress den Old Pascua Community Land Acquisition Act; laut dem Bericht des Repräsentantenhauses sollte das Land der Nation unter anderem für Regierung, Kultur und Religion, Wohnungen und Schulen dienen.[13] Das Gesetz wurde am 27. Dezember 2022 als Public Law 117-275 beschlossen: Auf Antrag der Nation nimmt der Innenminister Land der Nation in einem im Gesetz abgegrenzten Gebiet in Tucson in Treuhand, das dann zum Reservat gehört.[24] Seit 1997 betreibt die Nation ein Programm für traditionelle Heilkunde; später bewilligte der Rat der Nation zusätzliche Mittel, um Heilerinnen und Heiler aus den Yoeme-Gemeinden in Sonora nach Tucson und Guadalupe zu holen.[8] Laut Britannica zählten die Yaqui Ende des 20. Jahrhunderts etwa 25.000 Menschen, dazu mehrere Tausend in Arizona.[18] Das Reservat Pascua Pueblo Yaqui umfasst mit dem Treuhandland außerhalb laut U.S. Census Bureau 3,563 Quadratmeilen Landfläche.[20]

Offizielle Website: Pascua Yaqui Tribe.

Personen aus der Geschichte der Yaqui

  • Juan Ignacio Muni reiste 1738 mit Bernabé nach Mexiko-Stadt, um Beschwerden vorzubringen, und wurde nach dem Aufstand von 1740 hingerichtet.[14]
  • José María Leyva, genannt Cajeme ("der nicht trinkt"), hatte unter Pesqueira gegen die Franzosen gekämpft, führte ab 1874 die Yaqui und wurde im April 1887 in Cócorit hingerichtet.[14]
  • Juan Maldonado, genannt Tetabiate, führte nach Cajemes Tod den Kleinkrieg aus den Bacatete-Bergen, schloss 1897 den Frieden von Ortiz und wurde 1901 getötet.[14]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Wie nennen sich die Yaqui selbst?

Die Pascua Yaqui Tribe in Arizona schreibt Hiaki und spricht vom Volk der Yoeme; ihre Sprache heißt dort Hiak Nooki. Auch das mexikanische Institut für indigene Völker (INPI) verwendet die Form yoeme. Yaqui heißt auch der Fluss, an dem sie leben.

Wo leben die Yaqui heute?

In Mexiko vor allem in acht traditionellen Gemeinden am Río Yaqui in Sonora, mit Vícam als erster Hauptgemeinde. In Arizona leben viele in fünf Gemeinden der Pascua Yaqui Tribe: New Pascua (das Reservat bei Tucson), Old Pascua in Tucson, Barrio Libre in South Tucson, Marana und Guadalupe bei Phoenix.

Warum leben Yaqui in Arizona?

Laut dem Inter Tribal Council of Arizona begannen Yaqui um 1884, nach Arizona zu ziehen. Während der Kriege und Deportationen unter Porfirio Díaz flohen Hunderte über die Grenze und blieben, nach dem Krieg von 1926 und 1927 kamen weitere. 1964 übertrug der Kongress ihnen Land bei Tucson, 1978 erkannte er die Pascua Yaqui Tribe an.

Wie viele Yaqui wurden nach Yucatán deportiert?

Eine genaue Zahl gibt es nicht. Edward H. Spicer nennt 5.000 Yaqui, die laut Berichten bis 1908 nach Yucatán oder ins Valle Nacional in Oaxaca verkauft wurden. Forscher des mexikanischen Instituts INAH zitieren eine Meldung von Ende 1908 über 6.432 Yaqui auf Haciendas in Yucatán. Das INPI spricht von Tausenden, die als Sklaven verkauft wurden.

Wann wurde die Pascua Yaqui Tribe anerkannt?

Am 18. September 1978 mit dem Public Law 95-375. Das Gesetz machte die Mitglieder berechtigt für die Leistungen des Bundes an indigene Menschen und stellte das Land bei Tucson in Treuhand der USA. 1994 und 2012 änderte der Kongress das Gesetz, 2012 bekam die Nation das Recht, über ihre Mitgliedschaft selbst zu bestimmen.

Was ist in Mazocoba geschehen?

Im Januar 1900 umstellten mexikanische Bundestruppen in den Bacatete-Bergen viele Yaqui. Die Forscher des INAH nennen den 18. Januar 1900, mehr als 390 Tote und mehr als 1.000 Gefangene, Spicer und die Pascua Yaqui Tribe nennen 400 Tote. Danach begannen die Deportationen nach Yucatán.

Darf man bei Zeremonien der Yaqui fotografieren?

Nein. Die Pascua Yaqui Tribe heißt Besucher willkommen, die mit Respekt kommen, verbietet an allen Zeremonienorten aber Tonaufnahmen, Kameras, Handys, Zeichnen und Alkohol.

Quellen

  1. Tribal Nation Culture. Pascua Yaqui Tribe. Stand 09.09.2021. abgerufen am 25.10.2026
  2. Tribal Nation Yaqui Ceremonies. Pascua Yaqui Tribe. Stand 08.12.2025. abgerufen am 25.10.2026
  3. Tribal Nation Enrollment. Pascua Yaqui Tribe. Stand 12.12.2025. abgerufen am 25.10.2026
  4. Tribal Nation Enrollment: Membership Criteria and Requirements. Pascua Yaqui Tribe. Stand 11.09.2021. abgerufen am 25.10.2026
  5. Tribal Nation Council and Administration. Pascua Yaqui Tribe. Stand 18.08.2026. abgerufen am 25.10.2026
  6. Tribal Nation Teacher Language Institute. Pascua Yaqui Tribe. Stand 21.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
  7. Tribal Nation Visitor Etiquette. Pascua Yaqui Tribe. Stand 08.09.2021. abgerufen am 25.10.2026
  8. Tribal Nation Traditional Healing. Pascua Yaqui Tribe. Stand 03.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  10. Gesetz und Vertrag Public Law 95-375, An Act to provide for the extension of certain Federal benefits, services, and assistance to the Pascua Yaqui Indians of Arizona, 92 Stat. 712. U.S. Congress, Statutes at Large (U.S. Government Publishing Office). Stand 18.09.1978. abgerufen am 25.10.2026
  11. Gesetz und Vertrag Private Law 88-350, An Act to provide for the conveyance of certain land of the United States to the Pascua Yaqui Association, Inc., 78 Stat. 1196 f.. U.S. Congress, Statutes at Large (U.S. Government Publishing Office). Stand 08.10.1964. abgerufen am 25.10.2026
  12. Gesetz und Vertrag 25 U.S. Code § 1300f, Omitted (Anmerkung zu Pub. L. 95-375 und Pub. L. 103-357). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle House Report 117-166, Old Pascua Community Land Acquisition Act (zu H.R. 4881). U.S. House of Representatives, Committee on Natural Resources (U.S. Government Publishing Office). Stand 01.11.2021. abgerufen am 25.10.2026
  14. Nachschlagewerk Yaquis: Etnografía (Atlas de los Pueblos Indígenas de México). Instituto Nacional de los Pueblos Indígenas (INPI). Stand 20.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
  15. Gesetz und Vertrag Decreto por el que se crea la Comisión Presidencial de Justicia para el Pueblo Yaqui, del Estado de Sonora (Diario Oficial de la Federación). Presidencia de la República, Instituto Nacional de los Pueblos Indígenas. Stand 27.10.2020. abgerufen am 25.10.2026
  16. Nachschlagewerk Yaqui. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  17. Member Tribes: Pascua Yaqui Tribe. Inter Tribal Council of Arizona. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: American Indian/Alaska Native/Native Hawaiian Areas, National. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 25.10.2026
  19. Tribal Nation Radio Station. Pascua Yaqui Tribe. Stand 19.05.2026. abgerufen am 25.10.2026
  20. Nachschlagewerk Indigenous peoples of the American Southwest. Encyclopaedia Britannica, Laura Thompson und Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026

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