Indigene Völker NordamerikasThema
Indigene Völker Kaliforniens
Kurz erklärt Kalifornien ist das Kulturareal der indigenen Völker im heutigen US-Staat Kalifornien und im Norden der Baja California, mit vielen kleinen Völkern wie Yurok, Pomo, Miwok und Chumash. Missionen ab 1769, Seuchen und die Gewalt im Goldrausch ließen ihre Zahl nach Schätzungen von etwa 310.000 auf weniger als 16.000 um das Jahr 1900 sinken. Das Pacific Regional Office des Bureau of Indian Affairs ist für 105 vom Bund anerkannte Nationen in seinem Dienstgebiet zuständig.

Kalifornien ist in der Ethnologie das Kulturareal der indigenen Völker im heutigen US-Staat Kalifornien und im Norden der mexikanischen Halbinsel Baja California.[1] Hier leben viele kleine Völker, darunter Yurok, Hupa, Pomo, Miwok, Yokuts, Chumash, Cahuilla und Kumeyaay.[1, 3] Laut Britannica gehörte Kalifornien zu den am dichtesten besiedelten Kulturarealen Nordamerikas.[1]
Im Deutschen ist oft von "Kalifornien-Indianern" die Rede. Zum Wort selbst siehe Darf man "Indianer" sagen?
Ab 1769 kamen die spanischen Missionen, dann unter Mexiko die Landzuteilungen an Kolonisten und ab 1848 der Goldrausch mit Milizen, Zwangsarbeit und Massakern. 2019 entschuldigte sich der Gouverneur des Staates bei allen Native Americans Kaliforniens.[3, 7] Das Pacific Regional Office des Bureau of Indian Affairs ist für 105 vom Bund anerkannte Nationen in seinem Dienstgebiet zuständig, und viele weitere Gemeinschaften in Kalifornien bemühen sich um ihre Anerkennung.[11]
Was ist Kalifornien als Kulturareal?
Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein zusammenhängendes Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften viele Merkmale teilen. Die Ethnologie grenzte solche Gebiete um 1900 ab, bekannt machte das Verfahren der Anthropologe Clark Wissler.[2] Kalifornien ist also eine Einteilung von außen. Die Völker darin hatten jeweils eigene Sprachen, Bräuche und Gesellschaften.[1]
Die Grenzen fallen nur grob mit denen des Staates zusammen. Mojave und Quechan im Tal des Colorado teilten laut Britannica viele Überlieferungen mit dem Südwesten, die Washoe in der Sierra Nevada mit dem Great Basin, und viele Völker im Norden Kaliforniens mit der Nordwestküste.[1] Die Sprachfamilie der Modoc und Klamath rechnet Britannica zum Kulturareal Plateau.[21]
Wie lebten die Völker Kaliforniens?
Küsten, Gezeitengewässer, Flüsse, Seen, Redwood-Wälder, Täler, Wüsten und Gebirge lieferten laut Britannica reichlich Nahrung. Die Völker Kaliforniens lebten von Jagd, Fischfang und dem Sammeln wilder Pflanzen und erreichten dabei eine kulturelle und materielle Komplexität, wie sie bei Jägern und Sammlern selten ist.[1] Eine gemeinsame Regierung für ein ganzes Volk gab es nach Britannica nur bei Mojave und Quechan am Colorado und vielleicht bei einigen Chumash-Gruppen. Sonst bestand jedes Volk aus mehreren selbstständigen Gemeinschaften, die Britannica tribelets nennt. Sie zählten etwa hundert bis einige Tausend Menschen und hatten Gebiete von etwa 130 bis 2.600 Quadratkilometern.[1] Die meisten wohnten das ganze Jahr in festen Dörfern; nur wo das Land karg war, zogen Gruppen von 20 bis 30 Menschen umher.[1]
Was gegessen wurde, hing von der Landschaft ab. An der Küste waren es laut Britannica Muscheln, Fische, Eicheln und Wild, in den Vorbergen und Tälern Eicheln, Samen und Sprosse, Fische und Wasservögel, in der Wüste Pinienkerne, die Früchte des Mesquite-Strauchs und Wild. Zu den Verfahren, Nahrung haltbar zu machen, gehörte nach Britannica das Auswaschen säurereicher Speisen wie der Eicheln.[1] Im mittleren Kalifornien gab es nach der Native American Heritage Commission, einer Behörde des Staates, reichlich Eicheln und Lachs. Handel verband die Regionen: Muscheln von der Küste gingen gegen Obsidian aus dem Landesinneren.[1, 3]

Die Native American Heritage Commission beschreibt drei große Regionen.[3]
- Im Nordwesten, bei Tolowa, Karok, Yurok, Hupa und Wiyot, lagen die Dörfer an Flüssen, Lagunen und Buchten. Die Menschen bauten Kanus und rechteckige Häuser aus Brettern von Redwood-Bäumen. Jeden Herbst hielten die größten Dörfer eine Zeremonie zur Erneuerung der Welt ab, die bis heute besteht.[3]
- Im mittleren Kalifornien, bei Wintun, Maidu, Pomo, Miwok, Yokuts, Costanoan und anderen, lebten in manchen Dörfern bis zu tausend Menschen. Die Korbflechterei erreichte hier die größte Vielfalt; die kunstvollsten Körbe flochten nach der Kommission vielleicht die Pomo.[3]
- Im Süden, bei Chumash, Serrano, Gabrielino, Luiseño, Cahuilla und Kumeyaay, fuhren die Chumash mit großen Plankenbooten, den Tomols, zu den Kanalinseln. Sie trugen bis zu ein Dutzend Menschen.[3]
Völker Kaliforniens
Die Tabelle nennt die Regionen nach der Native American Heritage Commission, den Osten nach Britannica, und Beispiele heutiger Nationen mit dem offiziellen Namen der Liste des Bureau of Indian Affairs (BIA) vom 30. Januar 2026.[3, 12]
| Region | Völker (Auswahl) | Heutige Nationen (offizieller Name) |
|---|---|---|
| Nordwesten | Tolowa, Shasta, Karok, Yurok, Hupa, Wiyot | Yurok Tribe of the Yurok Reservation, California; Hoopa Valley Tribe, California; Karuk Tribe[3, 12] |
| Nordosten | Modoc, Achumawi, Atsugewi | Modoc Nation[3, 12] |
| Mitte | Wintun, Maidu, Pomo, Miwok, Yuki, Yokuts, Costanoan, Monache | Round Valley Indian Tribes, Round Valley Reservation, California; Big Valley Band of Pomo Indians of the Big Valley Rancheria, California; Tuolumne Band of Me-Wuk Indians of the Tuolumne Rancheria of California[3, 12] |
| Süden | Chumash, Serrano, Gabrielino, Luiseño, Cahuilla, Kumeyaay | Santa Ynez Band of Chumash Mission Indians of the Santa Ynez Reservation, California; Agua Caliente Band of Cahuilla Indians of the Agua Caliente Indian Reservation, California[3, 12] |
| Osten, am Rand des Great Basin | Paiute, Shoshone, Washoe | Bishop Paiute Tribe; Bridgeport Indian Colony; Timbisha Shoshone Tribe; Washoe Tribe of Nevada & California[1, 23, 12, 14] |
Die Völker im Osten gehören zum Kulturareal Great Basin. Mehr dazu auf den Seiten Paiute, Shoshone und Great Basin und Plateau.
Die Nationen um Yosemite
Für den Yosemite-Nationalpark nennt der National Park Service (NPS) sieben Nationen, die traditionell mit dem Gebiet verbunden sind: Bishop Paiute Tribe, Bridgeport Indian Colony, Mono Lake Kootzaduka'a Tribe, North Fork Rancheria of Mono Indians, Picayune Rancheria of the Chukchansi Indians, Southern Sierra Miwuk Nation und Tuolumne Band of Me-Wuk Indians.[14] Der NPS zitiert ihre Selbstbeschreibungen aus dem Band "Voices of the People", den die sieben Nationen 2019 mit dem NPS und der Yosemite Conservancy veröffentlichten. Die North Fork Mono nennen sich dort Nim, "Menschen", die Southern Sierra Miwuk erklären Miwuk als "Menschen". Die Bishop Paiute Tribe nennt das nördliche Owens Valley in ihrer Sprache Piya Hüüp und zählt etwa zweitausend eingetragene Mitglieder.[14]
Kootzaduka'a am Mono Lake
Am Mono Lake östlich der Sierra Nevada lebt die Mono Lake Kootzaduka'a Tribe of California and Nevada. Sie nennt sich die südlichste Gruppe der Numu, der Nördlichen Paiute, und schreibt, sie lebe seit unvordenklicher Zeit in der Gegend zwischen Mono Lake und Yosemite. Das Land nennt sie Kootzagwae.[15, 14] Andere Veröffentlichungen schreiben den Namen Kutzadika'a oder Kuzedika.[15] Der Name bedeutet nach einem Text des Ältesten Dean Tonenna "die, die kootzabe essen"; kootzabe ist die Puppe der Alkalifliege am salzigen See, ein wichtiges Nahrungsmittel. Die Inseln im See gelten der Nation als Ort ihres Ursprungs.[16]
Vom Bund anerkannt ist die Kootzaduka'a Tribe nicht; sie steht nicht in der BIA-Liste von 2026 und bemüht sich nach eigener Angabe seit Mitte der 1970er Jahre um die Anerkennung und um Land am Mono Lake.[12, 15, 16] Anfang der 1940er Jahre begann das Los Angeles Department of Water and Power, Wasser aus den Zuflüssen des Sees abzuleiten; nach Tonenna sank der Wasserspiegel, und das Wasser wurde salziger.[16] Am 29. August 2026 unterzeichneten die Nation und California State Parks eine Vereinbarung über Beratung, Zusammenarbeit und gemeinsame Betreuung (Co-Stewardship) in zwei State-Park-Gebieten im Land der Kootzaduka'a, dem Bodie State Historic Park und dem Mono Lake Tufa State Natural Reserve.[17]

Timbisha Shoshone im Death Valley
Die Timbisha Shoshone lebten laut NPS schon Jahrhunderte im Death Valley, bevor der erste Weiße das Tal betrat. Sie jagten und zogen mit den Jahreszeiten zur Ernte von Pinienkernen und Mesquite-Bohnen.[19] Seit 1936 lebte die Nation auf etwa 40 Acres bei Furnace Creek im heutigen Nationalpark; vom Bund anerkannt wurde sie 1983, aber ohne eigenes Land. Der Timbisha Shoshone Homeland Act vom 1. November 2000 übertrug ihr Land zu treuen Händen, darunter 313,99 Acres bei Furnace Creek.[18]
Mehr dazu auf der Seite Death Valley.
Missionen und mexikanische Zeit 1769 bis 1846
1769 zogen der Franziskaner Junípero Serra und Soldaten unter Gaspar de Portolá nach San Diego, um die erste von 21 Missionen an der Küste zu gründen.[3] Die Native American Heritage Commission nennt die Missionen trotz ihres romantischen Bildes Zwangslager für Religion und Arbeit, die vor allem den Kolonisten nützten. Kinder wurden von ihren Eltern getrennt.[3] Seuchen trafen die Missionen schwer; der Demograf Sherburne F. Cook führte nach der Kommission bis zu 60 Prozent des Rückgangs in den Missionen auf eingeschleppte Krankheiten zurück. Etwa 100.000 Menschen, fast ein Drittel der ursprünglichen Bevölkerung, starben nach ihrer Schätzung als direkte Folge der Missionen.[3]
Die Menschen wehrten sich. Viele flohen, von 81.586 Getauften entkamen mehr als einer von 24 auf Dauer. 1775 zerstörten die Kumeyaay die Mission San Diego, 1781 zerstörten Quechan und Mojave am Colorado zwei Missionen, und 1824 erhoben sich die Chumash in Santa Barbara, Santa Inés und La Purísima.[3]
Ausführlich steht das auf der Seite Die spanischen Missionen in Kalifornien.
Die mexikanische Regierung vergab zwischen 1824 und 1834 51 Landzuteilungen auf Land, das indigenen Nationen gehörte, und bis 1847 weitere 762. Zwischen 1834 und 1836 löste sie die Missionen auf; die meisten Überlebenden kehrten in ihre Heimatgebiete zurück.[3] Eingeschleppte Krankheiten gingen weiter: 1833 brachten Pelzjäger die Malaria in die Täler von Sacramento und San Joaquin, und mehr als 20.000 Miwok, Yokuts, Wintun und Maidu starben. 1837 starben bei einer Pockenepidemie, die von Fort Ross ausging, etwa 2.000 Menschen.[3] Am Ende der mexikanischen Zeit war die indigene Bevölkerung nach Schätzung der Kommission von etwa 310.000 auf etwa 150.000 gesunken.[3]
Goldrausch und Gewalt in den 1850er Jahren
Mit dem Goldrausch wuchs die nichtindigene Bevölkerung Kaliforniens laut der Studie Five Views bis 1849 auf 100.000.[4] Am schwersten traf es nach dem Oakland Museum of California die Maidu in den Ausläufern der Sierra Nevada, wo das meiste Gold lag, und ihre Nachbarn wie Nisenan, Miwok, Pomo und Yokuts. Der Bergbau zerstörte ihre Lachsgründe und verwüstete ihr Land, indigene Menschen wurden zu billigen Arbeitskräften gemacht, und Kinder wurden als "Lehrlinge" praktisch versklavt.[5] Die Zahl der indigenen Menschen in Kalifornien sank nach diesem Museum von geschätzt 150.000 im Jahr 1845 auf weniger als 30.000 im Jahr 1870; bis zu 60 Prozent davon führen Historiker auf Seuchen zurück.[5]
Der Staat Kalifornien war an der Gewalt beteiligt. 1850 beschloss das erste Parlament den Act for the Government and Protection of Indians: Kein Weißer durfte auf die Aussage indigener Zeugen hin verurteilt werden, Weiße konnten die Aufsicht über indigene Kinder bekommen, und wer als herumstreunend galt, konnte für bis zu vier Monate an den Meistbietenden vergeben werden. Eine Änderung von 1860 erlaubte Zwangsarbeit für Männer bis 40 und Frauen bis 35 Jahre; aufgehoben wurde das Gesetz 1866.[4] Für die "suppression of Indian hostilities", die Niederschlagung von Feindseligkeiten, bewilligte das Parlament 1851 und 1852 1.100.000 Dollar und 1857 Anleihen über 410.000 Dollar. Nach der Studie Five Views ermutigte das Weiße, Freiwilligenkompanien zu bilden, die alle indigenen Menschen Kaliforniens auszulöschen versuchten.[4] Die Pressemitteilung des Gouverneurs von 2019 nennt 1,29 Millionen Dollar für diese Milizfeldzüge.[8]
Dass zwischen den Rassen weiter ein Vernichtungskrieg geführt werden wird, bis die indianische Rasse ausgestorben ist, muss erwartet werden.
Die Executive Order und die Pressemitteilung des Gouverneurs nennen Burnett als Sprecher und schreiben "between the two races".[7, 8] Die Native American Heritage Commission ordnet den Satz Gouverneur McDougall zu und nennt ihn in dessen erster Rede an das Parlament.[3] Im Wortlaut von Burnetts Rede vom 6. Januar 1851 steht "between the races".[25]
Die Täter waren Milizen, Bürgerwehren, einzelne Goldsucher und die Armee. Die Native American Heritage Commission nennt Gruppen wie die Humboldt Home Guard, die Eel River Minutemen und die Placer Blades. 1851 zog das Mariposa Battalion, eine Miliz, gegen Miwok und andere Gruppen im Süden des Goldgebiets, drang in das Tal von Yosemite vor und nahm bei einem Feldzug gegen die Menschen dort ihren Anführer Teneya gefangen.[3] Nach dem Historiker Benjamin Madley töteten zwischen Dezember 1849 und Mai 1850 Bürgerwehren und Soldaten der US-Armee 1.000 oder mehr Menschen, nachdem bei Kelseyville zwei weiße Rancher getötet worden waren; bei einem Massaker der Armee am Clear Lake starben an einem Tag womöglich 800 Menschen. Am letzten Tag des Jahres 1854 überfielen 116 Milizionäre die Tolowa, Hunderte starben.[6] Auf der Round Valley Reservation ermordeten Siedler, die das Land besetzt hatten, nach der Umsiedlung der Konkow und Atsugewi 1862 45 Menschen.[3]
Wie Mobs im Westen ohne Gericht töteten, beschreibt die Seite Lynchjustiz im Wilden Westen.
Wie viele Menschen getötet wurden, geben die Quellen sehr verschieden an. Der Überblick der Native American Heritage Commission, verfasst von Edward D. Castillo ohne Einzelnachweise, nennt 100.000 Tote in den ersten zwei Jahren des Goldrauschs durch Milizen und Goldsucher.[3] Madley zählt für die Jahre 1846 bis 1873 370 Massaker und 9.492 bis 16.094 indigene Menschen, die Bürgerwehren, Milizen und Soldaten töteten, wahrscheinlich mehr; in derselben Zeit töteten indigene Menschen weniger als 1.500 Nichtindigene.[6] Madley nennt das Geschehen einen Völkermord, ebenso Gouverneur Gavin Newsom 2019.[6, 9] Um das Jahr 1900 lebten nach dem Demografen Cook weniger als 16.000 indigene Menschen in Kalifornien.[3]
Die 18 Verträge von 1851 und 1852
Die Bundesregierung schickte 1851 drei Beauftragte nach Kalifornien. Bis 1852 handelten sie 18 Verträge mit 139 Gruppen aus. Nach Five Views sahen sie 7.488.000 Acres vor, etwa ein Drittel Kaliforniens; die Native American Heritage Commission nennt 7.466.000 Acres.[4, 3] Der Senat des Staates lehnte sie ab, weil sie den Nationen die reichsten Bergbau- und Ackerböden zuwiesen, und der US-Senat ratifizierte sie nicht; die Native American Heritage Commission nennt dafür den 8. Juli 1852.[4, 3] Die Verträge blieben laut Five Views 53 Jahre unter Verschluss. Nach dem BIA wurden die meisten indigenen Menschen Kaliforniens durch die abgelehnten Verträge und das Gesetz über Landansprüche von 1851 heimatlos.[4, 11]
Der Modoc-Krieg 1872 und 1873
Im Winter 1872/73 belagerte die US-Armee in den Lavafeldern im Norden Kaliforniens eine kleine Gruppe Modoc und war ihr nach Angaben des NPS bis zu zehnfach überlegen. Die meisten Schlachtfelder liegen heute im Lava Beds National Monument.[20] Die Native American Heritage Commission nennt den Krieg den letzten bewaffneten Widerstand für die Selbstbestimmung einer Nation im Kalifornien des 19. Jahrhunderts; die überlebenden Modoc wurden nach Oregon oder Oklahoma gebracht.[3]
Mehr dazu auf der Seite Der Modoc-Krieg 1872 bis 1873.
Die Entschuldigung des Staates 2019
Am 18. Juni 2019 unterzeichnete Gouverneur Gavin Newsom die Executive Order N-15-19. Der Erlass stellt fest, dass das Verhältnis zwischen Staat und Native Americans in den ersten Jahrzehnten von Gewalt, Ausbeutung, Enteignung und dem Versuch geprägt war, die Gemeinschaften der Nationen zu zerstören. Der Staat erkennt darin an, dass er über ein Jahrhundert Übergriffe und schädliche Politik gegen sie gebilligt hat, und entschuldigt sich im Namen seiner Bürger bei allen Native Americans Kaliforniens für die vielen Fälle von Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung.[7] Bei einem Treffen mit Vertretern der Nationen in West Sacramento nannte Newsom das Geschehen nach dem Bericht von ICT einen Völkermord, der sich nicht anders beschreiben lasse.[9] Das Wort Völkermord steht weder im Erlass noch in der Pressemitteilung des Gouverneurs.[7, 8]
Der Erlass schuf einen Truth and Healing Council, der die Geschichte aus der Sicht der Nationen aufnehmen und bis zum 1. Januar 2025 einen Abschlussbericht vorlegen sollte.[7] Im Oktober 2026 nannte die Seite des Rates als Ziel weiter einen Bericht "by 2025" und als jüngsten Termin ein Treffen der Autoren am 10. und 11. Oktober 2025 in Sacramento.[10]
Die Völker Kaliforniens heute
Das Pacific Regional Office des BIA ist für 105 vom Bund anerkannte Nationen in seinem Dienstgebiet zuständig. Es nennt als Gründe für die besondere Lage Kaliforniens den Goldrausch, die abgelehnten Verträge und die vom Staat gebilligten Versuche, die indigene Bevölkerung "auszurotten".[11] Zwischen 1906 und 1910 kaufte der Bund kleine Stücke Land für heimatlose Menschen im mittleren und nördlichen Kalifornien; so entstanden die Rancherias. Unter dem Rancheria Act von 1958 sollten 41 Rancherias ihren Status verlieren. Viele Gemeinschaften in Kalifornien sind bis heute nicht vom Bund anerkannt und bemühen sich darum.[11]
Bei der Volkszählung 2020 lebten 9,9 Prozent aller Menschen in den USA, die sich allein als American Indian bezeichneten, in Kalifornien, nach Oklahoma und Arizona der drittgrößte Anteil. Von den Menschen, die sich allein als Angehörige indigener Völker Lateinamerikas (Latin American Indian) eintrugen, lebten 32,7 Prozent in Kalifornien.[13] Der Abgeordnete James Ramos, nach eigenen Worten der erste California Indian im Parlament des Staates, sprach 2019 von mehr als 700.000 Native Americans in Kalifornien.[8]
Vom 20. November 1969 bis zum 11. Juni 1971 besetzten indigene Menschen aus vielen Nationen unter dem Namen "Indians of All Tribes" die Insel Alcatraz in der Bucht von San Francisco; zu den etwa 100 Besetzern gehörten laut NPS 80 Studierende der UCLA.[22]
Mehr dazu auf der Seite Red Power: AIM, Alcatraz, Wounded Knee 1973.

Zeitleiste: Kalifornien 1769 bis 2026
- 1769Junípero Serra und Soldaten unter Gaspar de Portolá ziehen nach San Diego, um die erste von 21 Missionen zu gründen.[3] Junípero Serra
- 1775Kumeyaay zerstören die Mission San Diego.[3]
- 1781Quechan und Mojave zerstören am Colorado zwei Missionen.[3]
- 1824Chumash erheben sich in Santa Barbara, Santa Inés und La Purísima.[3]
- 1833Pelzjäger bringen die Malaria in die Täler von Sacramento und San Joaquin; mehr als 20.000 Miwok, Yokuts, Wintun und Maidu sterben.[3]
- 1834Die mexikanische Regierung beginnt, die Missionen aufzulösen; bis 1836 verlieren die Franziskaner die Verfügung über die Arbeit der Neophyten.[3]
- 1850Das erste Parlament des Staates beschließt den Act for the Government and Protection of Indians, der Zwangsarbeit indigener Menschen erlaubt.[4] Kalifornischer Goldrausch
- 1851Die Miliz Mariposa Battalion zieht gegen Miwok und andere Gruppen und dringt in das Tal von Yosemite vor.[3]
- 08.07.1852Der US-Senat lehnt die 18 Verträge mit den Nationen Kaliforniens ab, die nach Five Views 7.488.000 Acres vorsahen; sie bleiben unter Verschluss.[3, 4]
- 31.12.1854Laut Benjamin Madley überfallen 116 Milizionäre die Tolowa; Hunderte sterben.[6]
- 1860Eine Änderung des Gesetzes von 1850 erlaubt Zwangsarbeit für Männer bis 40 und Frauen bis 35 Jahre.[4]
- 1862Konkow und Atsugewi werden in die Round Valley Reservation gebracht; Siedler ermorden dort 45 von ihnen.[3]
- 1866Das Parlament hebt das Gesetz von 1850 auf.[4]
- 1872Im Winter 1872/73 belagert die US-Armee eine Gruppe Modoc in den Lavafeldern im Norden Kaliforniens.[20] Modoc-Krieg
- 1906Bis 1910 kauft der Bund kleine Stücke Land für heimatlose indigene Menschen; so entstehen die Rancherias.[11]
- 1936Die Timbisha Shoshone leben ab jetzt auf etwa 40 Acres bei Furnace Creek im Death Valley.[18]
- 1958Unter dem Rancheria Act sollen 41 Rancherias ihren Status verlieren.[11]
- 20.11.1969Indigene Menschen aus vielen Nationen besetzen die Insel Alcatraz bis zum 11. Juni 1971.[22] Red Power
- 1983Die Timbisha Shoshone Tribe wird vom Bund anerkannt.[18]
- 01.11.2000Der Timbisha Shoshone Homeland Act überträgt der Nation Land in ihrem angestammten Gebiet.[18]
- 18.06.2019Gouverneur Gavin Newsom entschuldigt sich mit der Executive Order N-15-19 bei allen Native Americans Kaliforniens.[7]
- 29.08.2026Die Mono Lake Kootzaduka'a Tribe und California State Parks unterzeichnen eine Vereinbarung über Zusammenarbeit und gemeinsame Betreuung der State-Park-Gebiete Bodie und Mono Lake Tufa.[17]
Karte: Orte der Geschichte der Völker Kaliforniens
Die Punkte liegen auf den Bezugspunkten der Orte laut U.S. Census Bureau.[24]
- 1San Diego: Mission von 1769, 1775 von den Kumeyaay zerstört (San Diego, Kalifornien (Stadt laut Census)) 32,81° N, 117,14° W[24, 3]
- 2Santa Ynez: Mission Santa Inés, Aufstand der Chumash 1824 (Santa Ynez, Kalifornien (Ort laut Census)) 34,62° N, 120,10° W[24, 3]
- 3Hoopa: Tal der Hupa, Reservat seit 1864 (Hoopa, Kalifornien (Ort laut Census)) 41,08° N, 123,70° W[24, 3]
- 4Covelo: Round Valley Reservation (Covelo, Round Valley, Kalifornien (Ort laut Census)) 39,80° N, 123,25° W[24, 3]
- 5Yosemite Valley: 1851 Mariposa Battalion, heute sieben verbundene Nationen (Yosemite Valley, Kalifornien (Ort laut Census)) 37,74° N, 119,58° W[24, 3, 14]
- 6Lee Vining am Mono Lake: Land der Kootzaduka'a (Lee Vining, Mono County, Kalifornien (Ort laut Census)) 37,95° N, 119,12° W[24, 16]
- 7Bishop: Bishop Paiute Tribe im Owens Valley (Bishop, Inyo County, Kalifornien (Stadt laut Census)) 37,37° N, 118,40° W[24, 14]
- 8Furnace Creek: Timbisha Shoshone Tribe im Death Valley (Furnace Creek, Death Valley, Kalifornien (Ort laut Census)) 36,43° N, 116,87° W[24, 18]
- 9West Sacramento: Entschuldigung des Gouverneurs am 18. Juni 2019 (West Sacramento, Kalifornien (Stadt laut Census)) 38,55° N, 121,55° W[24, 9]
- 10Modoc-Krieg (Lava Beds National Monument) 41,76° N, 121,52° W[26]
- 11Kalifornischer Goldrausch (Coloma, Ort des Goldfunds) 38,80° N, 120,89° W[24]
- 12Red Power (Alcatraz Island, Bucht von San Francisco) 37,83° N, 122,42° W[27]
Mehr zu Kalifornien
- Geschichte: Die spanischen Missionen in Kalifornien, Der Kalifornische Goldrausch, Der Modoc-Krieg 1872 bis 1873, Lynchjustiz im Wilden Westen
- Personen: Junípero Serra, Johann August Sutter
- Orte: San Francisco im Goldrausch, Death Valley, Mojave-Wüste, Bodie
- Andere Kulturräume: Great Basin und Plateau, Südwesten, Nordwestküste, Plains
Häufige Fragen
Welche indigenen Völker leben in Kalifornien?
Die Native American Heritage Commission nennt unter anderem Tolowa, Karok, Yurok und Hupa im Nordwesten, Modoc im Nordosten, Pomo, Miwok, Maidu und Yokuts in der Mitte und Chumash, Cahuilla und Kumeyaay im Süden. Im Osten leben Paiute, Shoshone und Washoe, die zum Great Basin gehören. Die meisten Völker bestanden aus mehreren selbstständigen Gemeinschaften.
Was ist mit "Kalifornien-Indianer" gemeint?
So werden im Deutschen oft die indigenen Völker des Kulturareals Kalifornien genannt, englisch California Indians. Das Wort "Indianer" ist eine Fremdbezeichnung; diese Seite nennt die Völker und Nationen bei ihren Namen.
Wie viele indigene Menschen lebten vor den Missionen in Kalifornien?
Die Native American Heritage Commission schätzt die ursprüngliche Bevölkerung auf etwa 310.000 Menschen. Bis zum Ende der mexikanischen Zeit sank sie nach ihrer Schätzung auf etwa 150.000, um 1900 lebten nach dem Demografen Sherburne F. Cook weniger als 16.000 indigene Menschen in Kalifornien.
Was geschah mit den indigenen Völkern im Goldrausch?
Goldsucher, Milizen, Bürgerwehren und die Armee töteten Tausende; ein Gesetz von 1850 erlaubte Zwangsarbeit, und Kinder wurden verschleppt. Der Historiker Benjamin Madley zählt für 1846 bis 1873 9.492 bis 16.094 Getötete, wahrscheinlich mehr. Er und Gouverneur Gavin Newsom nennen das Geschehen einen Völkermord.
Warum entschuldigte sich Kalifornien 2019 bei den Native Americans?
Mit der Executive Order N-15-19 vom 18. Juni 2019 erkannte der Staat an, dass er über ein Jahrhundert Übergriffe und schädliche Politik gegen die Native Americans gebilligt hatte. Gouverneur Newsom entschuldigte sich im Namen der Bürger und setzte einen Truth and Healing Council ein.
Für wie viele anerkannte Nationen ist das BIA in Kalifornien zuständig?
Das Pacific Regional Office des Bureau of Indian Affairs nennt 105 vom Bund anerkannte Nationen in seinem Dienstgebiet. Eine eigene Zahl nur für den Staat Kalifornien nennt es nicht. Viele weitere Gemeinschaften in Kalifornien sind nicht anerkannt und bemühen sich darum, etwa die Mono Lake Kootzaduka'a Tribe.
Wer sind die Kootzaduka'a?
Die Mono Lake Kootzaduka'a Tribe nennt sich die südlichste Gruppe der Numu, der Nördlichen Paiute, und lebt seit unvordenklicher Zeit zwischen Mono Lake und Yosemite. Ihr Name bedeutet nach dem Ältesten Dean Tonenna "die, die kootzabe essen", die Puppen der Alkalifliege im Mono Lake.
Quellen
- Nachschlagewerk California Indian. Encyclopaedia Britannica, Lowell John Bean und Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk culture area. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle California Indian History. California Native American Heritage Commission. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Five Views: An Ethnic Historic Site Survey for California. A History of American Indians in California: 1849 bis 1879. California Department of Parks and Recreation, Office of Historic Preservation (Onlineausgabe National Park Service). Stand Dezember 1988. abgerufen am 26.10.2026
- Museum Silver and Gold: Native Californian (Ausstellung Gold Rush!). Oakland Museum of California. Stand 1998. abgerufen am 26.10.2026
- Benjamin Madley presents on the genocide of California Indians from 1846 to 1873. Center for Advanced Genocide Research, University of Southern California. Stand 31.10.2016. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Executive Order N-15-19. Office of Governor Gavin Newsom, State of California. Stand 18.06.2019. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Governor Newsom Issues Apology to Native Americans for State's Historical Wrongdoings, Establishes Truth and Healing Council (Pressemitteilung). Office of Governor Gavin Newsom, State of California. Stand 18.06.2019. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Debra Utacia Krol: California governor apologizes to California Indians. ICT. Stand 19.06.2019, aktualisiert 28.11.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle California Truth and Healing Council. Governor's Office of Tribal Affairs, State of California. Stand ohne Datum (Termine bis Oktober 2025). abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Pacific Region, Pacific Regional Office. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Ana I. Sánchez-Rivera, Paul Jacobs, Cody Spence: A Look at the Largest American Indian and Alaska Native Tribes and Villages in the Nation, Tribal Areas and States. U.S. Census Bureau. Stand 03.10.2023, Page Last Revised 19.02.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Tribal Resources. National Park Service, Yosemite National Park. Stand 23.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Mono Lake Kootzaduka'a Tribe (Startseite). Mono Lake Kootzaduka'a Tribe of California and Nevada. Stand ohne Datum (Termine bis Juni 2026). abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Dean Tonenna: Impacts of climate change on the Mono Lake Kootzaduka'a Tribe of California and Nevada. California Office of Environmental Health Hazard Assessment (OEHHA). Stand September 2026. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Mono Lake Kootzaduka'a Tribe of California and Nevada and California State Parks Sign Memorandum of Understanding (Pressemitteilung). California State Parks. Stand 04.09.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Gesetz und Vertrag Timbisha Shoshone Homeland Act, Public Law 106-423 (114 Stat. 1875). U.S. Government Publishing Office. Stand 01.11.2000. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle People. National Park Service, Death Valley National Park. Stand 28.01.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Lava Beds National Monument. Stand 04.04.2024. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Plateau Indian. Encyclopaedia Britannica, Elizabeth Prine Pauls. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle We Hold the Rock. National Park Service, Alcatraz Island. Stand 08.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Great Basin Indian. Encyclopaedia Britannica, Catherine S. Fowler und Don D. Fowler. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle 2023 Gazetteer Files: Places, California. U.S. Census Bureau. Stand 2023. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Peter H. Burnett: State of the State Address, 6. Januar 1851. California State Library, Governors of California. Stand 6. Januar 1851. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Lava Beds National Monument (Parkdatensatz parkCode labe, Koordinaten). National Park Service, NPS Data API. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Alcatraz Island, San Francisco Bay, California, circa 1903 (NPGallery-Datensatz mit Ortsangabe Alcatraz Island). National Park Service, NPGallery. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Passt dazu
GeschichteDie spanischen Missionen in KalifornienVon 1769 bis 1823 gründeten Franziskaner 21 Missionen in Kalifornien.

GeschichteModoc-Krieg 1872 bis 1873Ende 1872 verschanzten sich Modoc unter Captain Jack in den Lavafeldern am Tule Lake.
Indigene Völker NordamerikasGreat Basin und PlateauGreat Basin und Plateau: zwei Kulturareale im US-Westen, oft Great-Basin- und Plateau-Indianer genannt.