Indigene Völker NordamerikasThema

Die ersten Menschen in Nordamerika

Kurz erklärt Menschen leben nach Fußspuren im White-Sands-Nationalpark in New Mexico seit mindestens 21.000 bis 23.000 Jahren in Nordamerika (Science, Oktober 2023; National Park Service, Stand 5. August 2026). Bis in die 1990er Jahre galt die Clovis-Kultur vor etwa 13.500 Jahren als die erste, als Weg nennt der NPS eine Landbrücke aus Asien über Beringia und daneben die Küste mit Booten. Nationen wie die Hopi und die Umatilla sprechen in eigenen Worten von unvordenklicher Zeit.

Baumlose Graslandschaft mit niedrigen Hügeln an einer flachen Meeresküste im Norden, Wolken über dem Wasser im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Seit wann leben Menschen in Nordamerika?

Die ältesten bekannten versteinerten Fußspuren von Menschen in Nordamerika liegen im White-Sands-Nationalpark in New Mexico.[3] Nach dem National Park Service (NPS) leben Menschen seit mindestens 23.000 Jahren in Nordamerika und im Tularosa-Becken; früher nahm man 13.500 bis 16.000 Jahre an.[1] Die Forscher selbst geben für die Spuren 21.000 bis 23.000 Jahre an, gemessen 2021 an Samen und 2023 mit zwei weiteren Methoden bestätigt.[2, 3] Abgeschlossen ist die Frage nicht: Der NPS nannte die Besiedlung Amerikas 2017 ein heiß umstrittenes Thema, bei dem neue Belege das Bild immer wieder ändern.[6]

Wie stark sich der Forschungsstand verschoben hat, zeigen die Seiten des NPS selbst. Eine Seite des Bering Land Bridge National Preserve, zuletzt geändert im November 2025, nennt mindestens 16.500 Jahre; die Seite zu White Sands vom August 2026 nennt mindestens 23.000.[5, 1]

Funde und Datierungen zur Besiedlung Nordamerikas
Fund oder AnnahmeOrtAlter laut QuelleQuelle und Stand
Clovis-KulturFundort bei Clovis, New Mexicoetwa 9050 bis 8800 vor Christus, früher 9500 bis 9000 vor Christus angenommen; Britannica nennt nicht, ob Radiokarbon- oder Kalenderjahre gemeint sindBritannica, ohne Datum[8]
Modell "Clovis zuerst", gültig bis in die 1990er JahreNordamerikaum 13.500 JahreNPS, 2017[6]
Monte VerdeChile14.500 JahreNPS, 2017[6]
Meadowcroft, Page-Ladson, Paisley CavePennsylvania, Florida, Oregongemeinsam Hinweise auf Menschen seit mindestens 14.500 JahrenNPS, 2017[6]
TopperSouth Carolinaetwa 15.000 JahreNPS, 2017[6]
Steinspitzen mit SchaftCooper's Ferry, Idahoetwa 16.000 JahreArchaeology, 2023[9]
FußspurenWhite Sands, New Mexico21.000 bis 23.000 JahreScience, 2023; NPS, 2026[2, 1]

Wie kamen die Menschen nach Amerika? Beringia und die Wege nach Süden

Beringia heißt das Land- und Meeresgebiet zwischen dem Fluss Lena in Russland und dem Mackenzie in Kanada. Gegen Ende der Eiszeit band das Eis so viel Wasser, dass der Meeresspiegel an manchen Stellen um bis zu 300 Fuß (rund 90 Meter) fiel. Unter der Beringstraße kam eine flache, baumlose Graslandschaft zum Vorschein, die Asien mit Nordamerika verband und von Norden nach Süden 1.000 Meilen (rund 1.600 Kilometer) maß.[4] Pflanzen und Tiere wanderten über diese Landbrücke, und Menschen folgten ihnen und blieben, so der NPS.[4] Im letzten glazialen Maximum, der Zeit der größten Vereisung vor etwa 26.500 bis 19.000 Jahren, lag der Meeresspiegel nach dem Lawrence Livermore National Laboratory 120 Meter tiefer als heute.[3]

Die Idee einer Landbrücke ist alt. Schon 1590 schrieb der spanische Missionar José de Acosta, Jäger aus Asien seien über eine Landbrücke oder eine schmale Meerenge im Norden nach Amerika gekommen. Andere frühe Theorien dachten an Nordmänner, die über Grönland kamen, oder an Atlantis.[5] Heute schützt das Bering Land Bridge National Preserve in Alaska ein Stück dieses alten Übergangs, seit 1978 als Nationaldenkmal und seit 1980 als Schutzgebiet.[4]

Nach genetischen Befunden, die der NPS mit dem Stand von 2008 wiedergibt, zog eine einzige Bevölkerung aus dem Süden Sibiriens schon vor bis zu 30.000 Jahren in Richtung Beringia und gelangte bis vor 16.500 Jahren nach Amerika. Archäologische Funde zeigen laut NPS, dass Menschen vor 15.000 Jahren südlich der kanadischen Eisschilde waren.[6] Darauf folgten wohl mehrere Wanderungen über Jahrtausende, durch einen eisfreien Korridor zwischen den Eisschilden und mit Booten entlang der Küste.[6] Die Steinspitzen von Cooper's Ferry in Idaho ähneln in der Form etwa 20.000 Jahre alten Spitzen aus dem Norden Japans. Nach Archaeology Magazine könnten ihre Hersteller deshalb eine Technik aus dem asiatischen Pazifikraum genutzt haben.[9] Eine Einwanderung über den Atlantik aus Europa, die sich auf die Ähnlichkeit von Steinwerkzeugen stützt, hat laut NPS nur minimale Belege.[6]

Weite, flache Ebene aus hellem Gipssand mit niedrigen weißen Dünen am Rand, darüber ein klarer Himmel im späten Nachmittagslicht
Nachempfundene Szene: Ebene eines ausgetrockneten Eiszeitsees im Tularosa-Becken in New Mexico Bild: KI-generiert

Clovis und die Zeit davor

Die Clovis-Kultur ist nach dem ersten wichtigen Fundort benannt, der 1929 bei Clovis in New Mexico entdeckt wurde. Typisch sind blattförmige, schwere Spitzen mit einer Rinne, die von der Mitte bis zur Basis reicht.[8] Die Menschen der Clovis-Kultur waren Jäger und Sammler und aßen nach Britannica offenbar besonders gern die großen Tiere der Eiszeit wie Mammuts. Lange datierte die Forschung die Kultur auf etwa 9500 bis 9000 vor Christus; Untersuchungen aus dem frühen 21. Jahrhundert sprechen für eine kürzere Zeit von etwa 9050 bis 8800 vor Christus.[8]

Nach dem NPS galt von 1932 bis in die 1990er Jahre, dass die ersten Menschen vor etwa 13.500 Jahren nach Amerika kamen, das Modell "Clovis zuerst".[6] Die Wende kam nach dieser Darstellung 1997 mit Monte Verde in Chile, einem 14.500 Jahre alten Fundort, ein Jahrtausend älter als die angenommenen ersten Menschen und weit im Süden; auch seine Datierung war stark umstritten.[6] Bei Serpentine Hot Springs im Bering Land Bridge National Preserve fanden Archäologen 2009 Spitzen mit solchen Rinnen, die jünger sind als die von Clovis. Das spricht nach dem NPS (Stand 2017) dafür, dass die Form in der Mitte des Kontinents entstand und nicht in Beringia, und dass sich die Menschen nicht nur von Norden nach Süden bewegten, sondern in mehrere Richtungen.[7]

Die Fußspuren von White Sands

Wo heute die weißen Dünen von White Sands liegen, lag in der Eiszeit der Otero-See. Um ihn wuchs Grasland, und an seinen Ufern lebten Kamele, Präriemammuts und Riesenfaultiere, dazu Schreckenswölfe und Amerikanische Löwen. Ihre Spuren im Schlamm des Sees blieben erhalten und versteinerten.[1] 2006 bemerkten Wissenschaftler dunkle Flecken im ausgetrockneten Seeboden, die wie Fußspuren aussahen; 2009 gruben sie nach und fanden Spuren von Riesenfaultieren und von Menschen.[1] Eine Fährte zeigt offenbar, wie Menschen einem Riesenfaultier nachstellten; die menschlichen Abdrücke liegen in denen des Tiers.[1] Die meisten menschlichen Spuren stammen nach Körpergröße und Gehtempo von Jugendlichen und Kindern.[1]

Im September 2021 stellten Forscher des U.S. Geological Survey und ein internationales Team das Alter vor: Samen der Wasserpflanze Ruppia cirrhosa aus den Schichten über und unter den Spuren waren nach der Radiokarbonmethode, kalibriert, 22.860 (plus oder minus 320) und 21.130 (plus oder minus 250) Jahre alt.[1, 3] Daran gab es Zweifel, unter anderem von D. B. Madsen und Kollegen 2022 in Science, weil Wasserpflanzen alten Kohlenstoff aus dem Grundwasser aufnehmen können; ihre Daten erscheinen dann zu alt.[3, 2] 2023 datierte deshalb ein Team um Jeffrey Pigati und Kathleen Springer vom U.S. Geological Survey Pollen von Landpflanzen aus denselben Schichten, und die Werte stimmten jeweils mit denen der Samen überein. Quarzkörner aus den Schichten mit den Spuren ergaben mit der optisch stimulierten Lumineszenz, die misst, wann ein Korn zuletzt Sonnenlicht sah, ein Mindestalter von etwa 21.500 Jahren.[3, 2] Nach dem Aufsatz in der Zeitschrift Science vom 6. Oktober 2023 bestätigen die Ergebnisse, dass Menschen während der größten Vereisung in Nordamerika waren.[2]

Die Spuren selbst sind laut NPS derzeit für Besucher nicht zugänglich. Seit Januar 2024 zeigt das Besucherzentrum des Parks eine Ausstellung mit Abgüssen menschlicher Fußspuren (Stand: Oktober 2026).[1]

Was erzählen die Nationen über ihre Herkunft?

Mehrere Nationen sprechen in ihren eigenen Worten von unvordenklicher Zeit, englisch since time immemorial. Armand Minthorn vom Rat der Umatilla sagte 2017, sein Volk lebe seit unvordenklicher Zeit nach dem Glauben und den Gesetzen, die der Schöpfer ihm gegeben habe.[16] Die Hopi Tribe schreibt, die Hopi lebten seit unvordenklicher Zeit in Hopitutskwa und hielten einen heiligen Bund mit Maasaw, dem alten Hüter der Erde, als friedliche und demütige Bauern.[10]

Für die Nimiipuu, die Nez Perce, beginnt die Geschichte ihres Volkes an einem Ort bei Kamiah in Idaho, den sie timʼné•pe nennen, Heart of the Monster. Dort tötete nach der Erzählung, die der Nez Perce National Historical Park wiedergibt, Iceye'ye, der Kojote, ein Ungeheuer, das alle Tiere verschlang, und schuf die Nimiipuu.[11] Viele Landmarken im Land der Nez Perce haben nach dem Park eine solche Geschichte; sie lehrten Kinder Sprache, Geschichte und Kultur.[12]

Beim Ancient One sahen die Plateau-Nationen ihre Überlieferung durch die Genanalyse bestätigt.[16, 17] Aaron Ashley vom Rat der Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation sagte 2017, man habe immer gewusst, dass er ein Verwandter war:[16]

Wir haben mündliche Geschichten, die von unserer Geschichte in diesem Land erzählen, und wir wussten im Moment seiner Entdeckung, dass er unser Verwandter war.

Aaron Ashley, Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation, zitiert in ICT, 21. Februar 2017 Übersetzung der Redaktion[16]

Die Denkmalbehörde des Staates Washington schrieb 2017, die mündliche Überlieferung der Nationen habe von Anfang an gestimmt.[17] Für Mesa Verde schreibt der NPS, die Geschichte alter Völker sei in Kunst, Gegenständen und Bauten bewahrt, ebenso in mündlicher Überlieferung und schriftlichen Berichten; eine Zeitleiste mit Jahreszahlen sei nur eine Art, sie zu ordnen.[20, 21]

Die Buhl-Frau aus Idaho

Beim Abbau von Gestein für ein Straßenprojekt stießen Arbeiter 1989 in einem Steinbruch bei Buhl in Idaho auf das Skelett einer Frau. Die Arbeiten ruhten sofort, und Archäologen suchten nach weiteren Überresten und Gegenständen.[13] Weil der Fund auf Land des Bundesstaats lag, galt für ihn das Recht von Idaho, und der Staatsarchäologe Thomas J. Green wurde hinzugezogen.[14] Nach einer Mitteilung des Idaho Transportation Department war die Frau 17 bis 21 Jahre alt. Die Radiokarbondatierung des Knochenkollagens ergab nach dem Archaeology Magazine 10.675 plus oder minus 95 Jahre vor heute (B.P.); eine kalibrierte Zahl nennt die Quelle nicht.[13, 23] Sie aß wohl überwiegend Fleisch und etwas Fisch.[13] In der Nähe lagen ein zweiseitig bearbeitetes Werkzeug aus Obsidian und ein Teil einer Knochennadel; die Funde sprechen für eine bewusste Bestattung.[13]

Ein Team um Green untersuchte die Gebeine in Absprache mit den Shoshone-Bannock Tribes von Fort Hall, bevor sie 1991 wieder bestattet wurden. Wer die Wiederbestattung vornahm, nennen die gelesenen Quellen nicht.[13, 23] Die Ergebnisse veröffentlichten die Beteiligten 1998 in der Fachzeitschrift American Antiquity unter dem Titel "The Buhl Burial: A Paleoindian Woman from Southern Idaho".[14]

Hochfläche aus Gras und Beifuß über dem breiten Columbia River, in der Ferne sanfte braune Hügel unter einem weiten Himmel am späten Nachmittag
Nachempfundene Szene: Columbia-Plateau am Fluss, Heimat der Plateau-Nationen Bild: KI-generiert

Der Ancient One (Kennewick Man)

Am 28. Juli 1996 fanden zwei Männer im Columbia Park in Kennewick in Washington im Fluss, etwa zehn Fuß vom Ufer, einen Teil eines menschlichen Schädels. Später kam ein fast vollständiges Skelett zutage.[15] Der Archäologe James Chatters, der im Auftrag des Leichenbeschauers des Benton County arbeitete, hielt es zunächst für möglich, dass die Knochen nicht von einem Native American stammten, und beschrieb sie als "Caucasoid". Nach späteren Untersuchungen ist das Skelett 8.400 bis 8.690 Jahre alt.[15]

Eine Gruppe von Wissenschaftlern verklagte die Bundesregierung, damit die Gebeine nicht nach dem Gesetz NAGPRA an die Nationen gingen. Mehrere Nationen aus Washington und Oregon stellten sich an die Seite der Regierung.[15] Am 4. Februar 2004 bestätigte das Bundesberufungsgericht für den neunten Bezirk (geänderte Fassung vom 19. April 2004) ein Urteil, nach dem die Überreste im Sinn des Gesetzes nicht als "Native American" gelten; die Kläger durften sie untersuchen.[15, 24] Im Juni 2015 veröffentlichten der Genetiker Eske Willerslev und Kollegen in der Zeitschrift Nature das Erbgut: Der Ancient One ist mit heutigen Native Americans näher verwandt als mit jeder anderen lebenden Bevölkerung.[15]

Ein Gesetz von 2016, der WIIN Act, den Präsident Barack Obama am 16. Dezember 2016 unterzeichnete, übertrug die Gebeine an die Denkmalbehörde des Staates Washington mit der Auflage, sie an die Nationen zurückzugeben.[15] Am 17. Februar 2017 übergaben Vertreter des Army Corps of Engineers, der Behörde und des Burke Museum in Seattle die Gebeine den Nationen.[15, 16] Am Morgen des 18. Februar kamen mehr als 200 Angehörige der Confederated Tribes of the Colville Reservation, des Nez Perce Tribe, der Confederated Tribes of the Umatilla Indian Reservation, der Wanapum und der Yakama Nation an einem geheim gehaltenen Ort auf dem Columbia-Plateau zusammen und bestatteten ihn.[16] Die Plateau-Nationen nennen ihn Uytpama Natitayt; nach Chuck Sams, dem Kommunikationsdirektor der Umatilla Tribes, bedeutet das "Ancient One", der Alte.[16]

NAGPRA: Was das Gesetz regelt

Der Native American Graves Protection and Repatriation Act, kurz NAGPRA, ist ein Bundesgesetz vom 16. November 1990.[18] Er regelt Schutz und Rückgabe von menschlichen Überresten, Grabbeigaben, heiligen Gegenständen und Gegenständen von kulturellem Erbe (cultural patrimony).[19] Laut NPS hielt der Kongress damit fest, dass menschliche Überreste jeder Herkunft stets mit Würde und Respekt zu behandeln sind und dass Überreste und Kulturgüter von Bundes- oder Stammesland zuerst den Nachfahren und Nationen gehören.[19] Museen und Bundesbehörden müssen solche Stücke an Nachfahren, Nationen oder Organisationen der Native Hawaiians übergeben, wenn diese sie verlangen.[22] Nach dem Gesetzestext müssen Bundesbehörden und Museen menschliche Überreste und zugehörige Grabbeigaben zügig zurückgeben, wenn die kulturelle Zugehörigkeit zu einer Nation festgestellt ist und ein bekannter Nachfahre oder die Nation es verlangt (§ 3005).[26] Für Funde auf Bundes- oder Stammesland nach dem 16. November 1990 gehören die Überreste zuerst den Nachfahren, sonst der Nation, auf deren Land sie liegen, oder der Nation mit der engsten kulturellen Verbindung (§ 3002).[25] Ist die Zugehörigkeit nicht in einem Bestandsverzeichnis festgestellt, kann die Nation sie mit überwiegender Beweislage zeigen; als Grundlagen nennt das Gesetz unter anderem geografische, Verwandtschafts-, biologische, archäologische, sprachliche, volkskundliche und historische Hinweise sowie mündliche Überlieferung (§ 3005).[26] Als "Native American" gilt nach dem Gesetz, was zu einem Volk oder einer Kultur gehört, die in den Vereinigten Staaten indigen ist; um diese Bestimmung ging der Streit um den Ancient One.[18, 15]

Im Ausland gilt NAGPRA nicht.[22] Wie Nationen trotzdem Vorfahren aus einem ausländischen Museum zurückbekamen, beschreibt die Seite Mesa Verde: Dort bestatteten die Hopi Tribe und die Pueblos Acoma, Zia und Zuni 2020 Vorfahren wieder, die das Nationalmuseum von Finnland zurückgegeben hatte; die Sammlung geht auf Grabungen von 1891 zurück.[22, 27]

Zeitleiste

Zeitleiste: Die ersten Menschen in Nordamerika
  1. 1590Nach dem NPS hält der spanische Missionar José de Acosta als Erster schriftlich fest, Jäger aus Asien seien über eine Landbrücke oder eine schmale Meerenge im Norden nach Amerika gekommen.[5]
  2. 1929Bei Clovis in New Mexico wird der Fundort entdeckt, nach dem die Clovis-Kultur heißt.[8]
  3. 1989Arbeiter finden in einem Steinbruch bei Buhl in Idaho das Skelett der Buhl-Frau; die Radiokarbondatierung ihrer Knochen ergibt 10.675 plus oder minus 95 Jahre vor heute.[13, 23]
  4. 16.11.1990Der Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA) wird Gesetz.[18]
  5. 1991Nach einer Untersuchung, die in Absprache mit den Shoshone-Bannock Tribes lief, wird die Buhl-Frau wieder bestattet.[13]
  6. 28.07.1996Im Columbia River bei Kennewick werden die ersten Knochen des Ancient One gefunden.[15]
  7. 04.02.2004Das Bundesberufungsgericht für den neunten Bezirk bestätigt, dass der Ancient One im Sinn von NAGPRA nicht als Native American gilt (geänderte Fassung vom 19.04.2004).[24]
  8. 2009In White Sands graben Forscher an dunklen Flecken im Seeboden und finden Fußspuren von Riesenfaultieren und Menschen.[1]
  9. Juni 2015Eine Genanalyse in Nature zeigt: Der Ancient One ist mit heutigen Native Americans am nächsten verwandt.[15]
  10. 16.12.2016Präsident Barack Obama unterzeichnet das Gesetz, das die Rückgabe des Ancient One an die Nationen vorsieht.[15]
  11. 18.02.2017Colville, Nez Perce, Umatilla, Wanapum und Yakama bestatten den Ancient One an einem geheim gehaltenen Ort auf dem Columbia-Plateau.[16]
  12. September 2021Forscher stellen das Alter der Fußspuren von White Sands vor: 21.000 bis 23.000 Jahre.[3]
  13. 06.10.2023Ein Aufsatz in Science bestätigt das Alter der Fußspuren mit Pollen und Quarzkörnern.[2]

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Häufige Fragen

Seit wann leben Menschen in Nordamerika?

Nach den Fußspuren im White-Sands-Nationalpark in New Mexico seit mindestens 21.000 bis 23.000 Jahren. Eine Studie von 2021 nannte diese Spanne, eine zweite von 2023 bestätigte sie mit zwei anderen Methoden. Der National Park Service schreibt heute von mindestens 23.000 Jahren.

Wie kamen die ersten Menschen nach Amerika?

Der National Park Service nennt als Weg eine Landbrücke über Beringia, die in der Eiszeit Asien und Nordamerika verband; sie ist nach seiner Darstellung eine von mehreren Erklärungen (Stand 2017 und 2025). Weiter nach Süden kamen die Menschen wohl durch einen eisfreien Korridor im Inland oder mit Booten entlang der Küste, vielleicht auf beiden Wegen. Welcher Weg der erste war, ist nicht entschieden.

Waren die Clovis-Leute die ersten Amerikaner?

Das nahm die Forschung von den 1930er bis in die 1990er Jahre an. Funde wie Monte Verde in Chile, Cooper's Ferry in Idaho und die Fußspuren von White Sands sind aber älter. Nach Britannica bestand die Clovis-Kultur etwa von 9050 bis 8800 vor Christus.

Was ist die Buhl-Frau?

Die Buhl-Frau ist eine junge Frau, deren Skelett Straßenarbeiter 1989 in einem Steinbruch bei Buhl in Idaho fanden. Sie war 17 bis 21 Jahre alt; die Radiokarbondatierung ergab 10.675 plus oder minus 95 Jahre vor heute. Ein Team untersuchte die Gebeine in Absprache mit den Shoshone-Bannock Tribes, 1991 wurden sie wieder bestattet.

Wer ist der Ancient One?

So nennen die Nationen am Columbia River einen Toten, dessen Skelett 1996 bei Kennewick in Washington gefunden wurde, in der Wissenschaft Kennewick Man genannt. Er ist laut Burke Museum 8.400 bis 8.690 Jahre alt. Eine Genanalyse von 2015 zeigte die nächste Verwandtschaft mit heutigen Native Americans, 2017 bestatteten ihn fünf Nationen.

Was ist NAGPRA?

Der Native American Graves Protection and Repatriation Act ist ein Bundesgesetz der USA vom 16. November 1990. Er regelt den Schutz und die Rückgabe menschlicher Überreste, Grabbeigaben und heiliger Gegenstände aus Museen und Bundesbehörden an Nachfahren und Nationen.

Was erzählen die Nationen über ihre Herkunft?

Die Hopi Tribe schreibt, die Hopi lebten seit unvordenklicher Zeit in Hopitutskwa, und auch der Rat der Umatilla spricht von unvordenklicher Zeit. Nach dem Nez Perce National Historical Park beginnt für die Nimiipuu die Geschichte ihres Volkes bei Kamiah in Idaho. Die Umatilla sagten 2017, sie hätten im Moment der Entdeckung gewusst, dass der Ancient One ein Verwandter war.

Quellen

  1. Amtliche Stelle Fossilized Footprints. National Park Service, White Sands National Park. Stand 05.08.2026. abgerufen am 26.10.2026
  2. Amtliche Stelle Study confirms age of oldest fossil human footprints in North America. Lawrence Livermore National Laboratory. Stand 05.10.2023. abgerufen am 26.10.2026
  3. Amtliche Stelle Beringia. National Park Service, Bering Land Bridge National Preserve. Stand 21.06.2023. abgerufen am 26.10.2026
  4. Amtliche Stelle The Bering Land Bridge Theory. National Park Service, Bering Land Bridge National Preserve. Stand 13.11.2025. abgerufen am 26.10.2026
  5. Amtliche Stelle Other Migration Theories. National Park Service, Bering Land Bridge National Preserve. Stand 22.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
  6. Amtliche Stelle Origin of the Clovis Points. National Park Service, Bering Land Bridge National Preserve. Stand 04.04.2017. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk Clovis complex. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Presse Weapons of Choice (Digs and Discoveries, Ausgabe März/April 2023). Archaeology Magazine, Archaeological Institute of America. Stand 2023. abgerufen am 26.10.2026
  9. Tribal Nation Welcome to the Hopi Tribe (Startseite). The Hopi Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Amtliche Stelle Heart of the Monster History. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 04.02.2025. abgerufen am 26.10.2026
  11. Amtliche Stelle Nez Perce Stories and the Power of Place. National Park Service, Nez Perce National Historical Park. Stand 30.12.2022. abgerufen am 26.10.2026
  12. Amtliche Stelle Archaeologist to discuss history of Buhl Woman (Pressemitteilung). Idaho Transportation Department. Stand 31.03.2006. abgerufen am 26.10.2026
  13. Buhl Burial (Lehrmodul Archäologie, Digs). Idaho State University, Informatics Research Institute, Technology Incentive Grant. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  14. Museum The Ancient One, Kennewick Man. Burke Museum, University of Washington. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  15. Presse Kennewick Man Returns Home. ICT. Stand 21.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
  16. Amtliche Stelle Repatriating the Ancient One. Washington State Department of Archaeology and Historic Preservation. Stand 21.02.2017. abgerufen am 26.10.2026
  17. Gesetz und Vertrag 25 U.S. Code § 3001: Definitions (Native American Graves Protection and Repatriation Act, Pub. L. 101-601 vom 16.11.1990). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  18. Amtliche Stelle Native American Graves Protection and Repatriation Act. National Park Service, National NAGPRA Program. Stand 29.04.2024. abgerufen am 26.10.2026
  19. Amtliche Stelle People. National Park Service, Mesa Verde National Park. Stand 02.04.2026. abgerufen am 26.10.2026
  20. Amtliche Stelle Histories of Mesa Verde (Zeitleiste). National Park Service, Mesa Verde National Park. Stand 31.12.2025. abgerufen am 26.10.2026
  21. Amtliche Stelle Trump Administration Finalizes the Return of American Indian Ancestral Remains and Funerary Objects from Finland (Pressemitteilung). U.S. Department of the Interior. Stand 17.09.2020. abgerufen am 26.10.2026
  22. Presse Buhl Woman (Archaeology, Band 51, Nr. 6, November/Dezember 1998, von Andrew L. Slayman). Archaeology Magazine, Archaeological Institute of America. Stand 1998. abgerufen am 26.10.2026
  23. Primärquelle Bonnichsen v. United States, 367 F.3d 864 (9th Cir. 2004), eingereicht am 04.02.2004, geändert am 19.04.2004. United States Court of Appeals for the Ninth Circuit, Wiedergabe durch Public.Resource.Org. Stand 19.04.2004. abgerufen am 26.10.2026
  24. Gesetz und Vertrag 25 U.S. Code § 3002: Ownership (Native American Graves Protection and Repatriation Act). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  25. Gesetz und Vertrag 25 U.S. Code § 3005: Repatriation (Native American Graves Protection and Repatriation Act). Legal Information Institute, Cornell Law School. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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