Indigene Völker NordamerikasThema

Südosten: die Völker des amerikanischen Südostens

Kurz erklärt Der Südosten ist das Kulturareal der indigenen Völker im heutigen Südosten der USA, vom Atlantik und vom Golf von Mexiko begrenzt. Hier lebten Nationen wie Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Muscogee (Creek) und Seminolen in Dörfern, deren Grundlage der Mais war. Zwischen 1830 und 1850 zogen laut National Park Service etwa 100.000 Menschen aus dem Gebiet zwischen Michigan, Louisiana und Florida nach Westen, nachdem die Regierung Verträge erzwungen oder die Armee eingesetzt hatte.

Ruhiger Fluss im Tiefland des Südostens, gesäumt von Sumpfzypressen und Eichen mit Spanischem Moos, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Der Südosten ist in der Ethnologie das Kulturareal der indigenen Völker im heutigen Südosten der USA, begrenzt vom Atlantik und vom Golf von Mexiko.[1] Hier lebten und leben Nationen wie die Cherokee, die Choctaw und Chickasaw, die Muscogee (Creek) und die Seminolen.[1, 8] Als die ersten Europäer kamen, gehörte der Südosten laut Britannica zu den dichter besiedelten Gebieten Nordamerikas.[3]

Im 19. Jahrhundert vertrieben die USA die meisten dieser Nationen nach Westen in das Indianer-Territorium, das spätere Oklahoma.[14, 15] Gruppen der Cherokee, Choctaw und Seminolen blieben im Osten.[6, 13, 14]

Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zur Vertreibung die Seiten Indian Removal Act und Trail of Tears.

Was ist das Kulturareal Südosten?

Ein Kulturareal (culture area) ist laut Britannica ein zusammenhängendes Gebiet, in dem die meisten Gesellschaften viele Merkmale gemeinsam haben. Die Ethnologie grenzte solche Gebiete um 1900 ab, und der Begriff gehört bis heute zu den meistgenutzten Rahmen, um Kulturen zu beschreiben.[7] "Südosten" ist damit eine Einteilung von außen; die Nationen tragen eigene Namen.[7, 8]

Die Grenzen sind schwer zu ziehen, weil die Kulturen des Südostens viele Merkmale mit den Nachbarregionen teilten. Im Osten und Süden setzen die meisten Fachleute Atlantik und Golf von Mexiko als Grenze, manche rechnen den Süden Floridas aber zum Kulturareal der Karibik. Im Westen gehen die Völker des Südostens in die südlichsten Völker der Plains und die östlichsten des Südwestens über, im Norden in die des Nordostens. Südosten und Nordosten zusammen heißen laut Britannica Eastern Woodlands, östliches Waldland.[1]

Siehe dazu Nordöstliches Waldland und Große Seen.

Landschaft und Klima

Britannica beschreibt mehrere Zonen. Im Süden Floridas liegt ein subtropisches Küstentiefland. Nördlich davon folgen die Küstenebenen mit Buschwald, Sandböden und Grassavannen sowie die Auen des Mississippi. Weiter im Inland liegt das Piedmont, ein Hügelland mit großen Flüssen und Wäldern aus Eichen und Hickory. Die dritte Zone bilden die Appalachen im heutigen Osten Tennessees, im Norden Georgias und im Westen der Carolinas, mit hohen Gipfeln, tief eingeschnittenen Tälern und Laubwäldern.[1]

Die meisten Menschen lebten im Piedmont, wo es viel Wild, wilde Pflanzen und fruchtbares Land gab; die Völker im Süden Floridas lebten vom Meer.[3] Die lange Wachstumszeit erlaubte es, viele Felder zweimal im Jahr zu bestellen, im Frühjahr und noch einmal im Sommer.[2] Die Menschen veränderten die Landschaft laut Britannica auch selbst: Sie ringelten Bäume und brannten Flächen ab, sodass Beerensträucher und andere Nutzpflanzen nachwuchsen und Hirsche, Eichhörnchen, Kaninchen und Truthühner Nahrung fanden.[3]

Fluss im Hügelland des Südostens, gesäumt von Eichen und Hickorybäumen mit beginnender Herbstfärbung, sanfte Hügel im Hintergrund im Licht der späten Nachmittagssonne
Ein Fluss im Hügelland des Piedmont. Hier lebten die meisten Menschen des Südostens. Bild: KI-generiert

Wie lebten die Völker des Südostens?

Dörfer, Mais und Jagd

Grundlage war das Dorf oder die Stadt. Manche Städte hatten laut Britannica mehr als 1.000 Einwohner, ein typisches Dorf weniger als 500. Neben verstreuten Weilern in den Tälern gab es dicht gebaute Orte, oft mit Palisaden aus Holz, in denen die Gemeinschaft zu Festen zusammenkam.[2] Im Zentrum lagen ein Ratshaus oder Tempel, im Inland manchmal auf einem Erdhügel, und ein Platz, den bei den Völkern mit Muskogee-Sprachen meist drei oder vier Bänke oder Lauben nach den Himmelsrichtungen umgaben.[2] Im Winter wohnten viele Familien in runden, dicht verschlossenen "Hot Houses", im Sommer in rechteckigen Häusern aus Pfosten und Flechtwerk mit Lehm.[2]

Der Mais war laut Britannica die Grundlage der Wirtschaft, dazu kamen Bohnen und Kürbis. Er brachte mit wenig Arbeit viel Nahrung und ließ sich gut lagern, sodass die Männer auf lange Jagd-, Handels- und Kriegszüge gehen konnten.[3] Die Frauen bestellten die Felder, sammelten Pflanzen, kochten, sorgten für Kinder und Alte und stellten Körbe, Töpfe und Kleidung her; die Männer jagten, handelten und führten Krieg, halfen bei der Ernte und bauten die Häuser.[3] Gejagt wurden Hirsche, Schwarzbären, Wapitis, Biber und eine Waldform des Bisons; in Florida waren Schildkröten und Alligatoren wichtig. Vor der Ankunft der Europäer war der Hund das einzige Haustier.[3]

Feld mit Maispflanzen, an denen Bohnenranken emporwachsen, dazwischen breite Kürbisblätter am Rand eines Laubwalds im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Mais, Bohnen und Kürbis wuchsen im Südosten auf denselben Feldern. Bild: KI-generiert

Familie, Clans und Anführer

Die Abstammung wurde im Südosten laut Britannica fast überall über die Mutter gerechnet. Viele Völker gliederten sich in Clans, deren Mitglieder über die ganze Nation verstreut lebten und einander Gastfreundschaft schuldeten. Nach der Heirat zog der Mann meist in den Haushalt der Familie seiner Frau.[2]

Jede Gemeinschaft war weitgehend selbstständig. Im Frieden führten erbliche Oberhäupter, im Krieg Anführer, die sich durch eigene Leistung hervorgetan hatten. Krieg und Frieden standen symbolisch für die Farben Rot und Weiß. Auch Clans, Untergruppen und Dörfer ordnete man zu Gegensatzpaaren, die manchmal ebenfalls als rot oder weiß galten.[2] Wie viel Macht ein Oberhaupt hatte, unterschied sich stark: Bei den Natchez beschreibt Britannica fast ein Gottkönigtum der "Großen Sonne" (Great Sun), bei Choctaw, Creek und Cherokee Vermittler, die Einigkeit suchten.[2] Größere Bünde wie die Creek Confederacy entstanden, als sich die europäischen Siedlungen ausbreiteten.[2, 5]

Erdhügel und Glaube

Viele Bräuche, die die ersten Europäer beschrieben, gehen laut Britannica auf die Mississippi-Kultur zurück, die von etwa 700 bis 1600 bestand: Zeremonien auf Erdhügeln, die große Bedeutung des Maises und in manchen Gegenden eine starke soziale Rangordnung.[1] Die Natchez sind nach derselben Quelle wohl das bekannteste Volk dieser Kultur, das noch die Kolonialzeit als Gemeinschaft erlebte.[1] Am Natchez Trace, einem alten Weg durch das Land der Natchez, Chickasaw und Choctaw, liegt laut National Park Service der Emerald Mound, der zweitgrößte Erdhügel der USA.[17] Die Ocmulgee Mounds in Georgia beschreibt der National Park Service als Land der Vorfahren der Muscogee (Creek) Nation, die heute in Oklahoma lebt.[16]

Fast überall im Südosten feierte man laut Britannica das Fest des grünen Maises (Green Corn Ceremony, auch Busk), ein Fest der jährlichen Erneuerung, bei dem das heilige Feuer neu entzündet wurde.[4] Die Cherokee Nation schreibt, dass ein großer Teil der spirituellen und zeremoniellen Seiten des traditionellen Cherokee-Lebens nicht öffentlich geteilt wird, aus Rücksicht auf die Gemeinden, die diese Lebensweisen bewahren.[22]

Mehr dazu unter Glaube, Symbole und Zeremonien.

Völker des Südostens

Im Südosten sprach man laut Britannica Sprachen der Muskogee-, Siouan-, irokesischen und Caddo-Familie, dazu mehrere isolierte Sprachen. Die größte Gruppe bildeten die Völker mit Muskogee-Sprachen, mindestens Choctaw, Chickasaw, Apalachee, Muscogee, Seminolen, Alabama, Koasati, Hitchiti und Mikasuki. Die Cherokee sprachen als einzige im Südosten eine irokesische Sprache; Catawba, Biloxi, Tutelo und Ofo sprachen Siouan-Sprachen.[1] Natchez, Chitimacha, Tunica und Atakapa am unteren Mississippi sprachen Sprachen, die nur entfernt mit dem Muskogee verwandt sind. Als Handelssprache am Mississippi diente das Mobilian mit vielen Wörtern aus dem Choctaw.[1]

Völker des Südostens mit eigener Seite: Eigenbezeichnung laut Nation, Sprachfamilie laut Britannica, heutige Nationen laut BIA-Liste 2026 (Auswahl)
VolkEigenbezeichnungSprachfamilieHeutige Nationen (offizieller Name)
CherokeeTsalagi[20]irokesisch[1]Cherokee Nation; United Keetoowah Band of Cherokee Indians in Oklahoma; Eastern Band of Cherokee Indians[18]
ChoctawChahta[11]Muskogee[1]The Choctaw Nation of Oklahoma; Mississippi Band of Choctaw Indians; Jena Band of Choctaw Indians[18]
ChickasawChikasha[10]Muskogee[1]The Chickasaw Nation[18]
Muscogee (Creek)Mvskoke[12]Muskogee[1]The Muscogee (Creek) Nation; Poarch Band of Creek Indians[18]
SeminolenSeminole[13]Muskogee[1]The Seminole Nation of Oklahoma; Seminole Tribe of Florida[18]

Weitere Nationen, deren Vorfahren Britannica zum Südosten zählt, stehen ebenfalls auf der Liste des Bureau of Indian Affairs, etwa die Catawba Indian Nation, der Chitimacha Tribe of Louisiana, der Tunica-Biloxi Indian Tribe, der Alabama-Coushatta Tribe of Texas und die Caddo Nation of Oklahoma.[1, 18] Neu in der Liste ist der Lumbee Tribe of North Carolina, den der Kongress mit dem Verteidigungshaushalt für das Jahr 2026 vom 18. Dezember 2025 anerkannte, unter Bedingungen für den Bezug von Bundesleistungen.[18]

Was bedeutet "Five Civilized Tribes"?

Den Ausdruck "Five Civilized Tribes" ("Fünf zivilisierte Stämme") gebrauchten Amerikaner laut Oklahoma Historical Society seit der Mitte des 19. Jahrhunderts für die Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Creek und Seminolen, am häufigsten im Indianer-Territorium und in Oklahoma.[8] "Zivilisiert" nannten sie die fünf Nationen, weil diese sich scheinbar an angloamerikanische Lebensweisen anpassten: Ackerbau, Christentum, geschriebene Verfassungen, zentrale Regierungen, Heiraten mit Weißen, Handel, Lesen und Schreiben, Viehzucht, Abstammung über den Vater und sogar die Sklaverei. Keines dieser Merkmale galt laut Oklahoma Historical Society für alle Nationen oder alle ihre Bürger. Zugleich grenzte der Ausdruck die fünf Nationen von anderen, angeblich "wilden" Völkern ab.[8]

Die Chickasaw Nation erklärt den Namen mit den hoch entwickelten Regierungssystemen der fünf Nationen.[9] Die Choctaw Nation spricht von den Five Tribes.[11]

Geschichte: Kontakt, Krankheiten und Vertreibung

Die Spanier und die Krankheiten

Die ersten spanischen Expeditionen unter Juan Ponce de León (1513 und 1521) und Pánfilo de Narváez (1528) blieben kurz, brachten aber Krankheiten, gegen die die Menschen keine Abwehr hatten. Die Sterblichkeit der nicht immunen Bevölkerung schätzt Britannica auf bis zu 50 bis 90 Prozent, einschließlich der Toten durch Hunger und andere Folgen.[5] Von 1539 bis 1543 zog Hernando de Soto mit 600 bis 700 schwer bewaffneten Soldaten durch die heutigen Staaten Florida, Georgia, South Carolina, North Carolina, Tennessee, Alabama, Mississippi, Arkansas und Louisiana. Manche Städte empfingen ihn wie ein mächtiges Oberhaupt, andere griffen an, und nach den Gegenangriffen der Spanier blieben wenige Orte unversehrt.[5] 1565 gründeten die Spanier mit Saint Augustine in Florida die erste dauerhafte Kolonie.[5]

Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts hatten Kriege, Seuchen und der Handel mit indigenen Sklaven, die rivalisierende Gruppen fingen und an die Spanier verkauften, viele Gemeinschaften zerstört. Ihre Überlebenden schlossen sich laut Britannica oft größeren Völkern an, etwa den Choctaw, den Cherokee oder den Gruppen der Creek Confederacy.[5]

Verträge und Vertreibung

Zwischen 1816 und 1840 unterzeichneten Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek, Seminolen und weitere Nationen zwischen den alten Staaten und dem Mississippi laut National Park Service mehr als 40 Verträge, mit denen sie Land abtraten.[14] 1830 beschloss der Kongress den Indian Removal Act. Zwischen 1830 und 1850 zogen etwa 100.000 Menschen aus dem Gebiet zwischen Michigan, Louisiana und Florida nach Westen, nachdem die Regierung Verträge erzwungen oder die Armee eingesetzt hatte.[14] Im Lauf der 1830er Jahre stimmten Choctaw, Muscogee, Seminolen und Chickasaw laut National Park Service dem Umzug in das Indianer-Territorium zu; die Cherokee wurden nach dem Vertrag von New Echota, den nur eine kleine Gruppe unterschrieben hatte, gewaltsam vertrieben.[15]

Die Choctaw waren nach eigener Darstellung die erste Nation des Südostens, die vertrieben wurde. Die erste Welle brach im Oktober 1831 auf, die größte Gruppe mit etwa 12.000 Menschen zog von 1830 bis 1834 nach Westen, und kleinere Gruppen folgten bis 1903. Die Choctaw nennen ihre Vertreibung "Trail of Tears and Death".[11] Von den Muscogee starben laut National Park Service schätzungsweise 3.500 in Alabama und auf dem Weg, manche wurden in Ketten gebracht.[14] Etwa 80 Prozent der Chickasaw, 4.914 Menschen und 1.156 Versklavte, zogen laut Oklahoma Historical Society 1837 und 1838 nach Westen, ohne die Verluste der Choctaw.[21] Die Cherokee trieben Truppen und Milizen ab Mai 1838 in Lager; bis März 1839 kamen die Überlebenden an.[15]

Nach Darstellung der Seminole Tribe of Florida weigerten sich die Seminolen dagegen, Florida zu verlassen. Ihr Krieg gegen die US-Armee von 1835 bis 1842 wurde laut der Nation der längste und teuerste aller "Indianerkriege" der USA. Für die Seminolen war es ein einziger Krieg von 1812 bis 1858, den die US-Geschichtsschreibung in drei Kriege teilt; mehrere Gruppen blieben in Florida.[13]

Mehr dazu unter Osceola und Die Indianerkriege: Überblick.

Weite Graslandschaft der Everglades mit Sägegras, Wasserflächen und einer Insel aus Laubbäumen und Palmen unter hohem Himmel im Licht der späten Nachmittagssonne
Sägegras und Bauminseln in den Feuchtgebieten Südfloridas. In die tiefen Sümpfe zogen sich Seminolen nach den Kriegen zurück. Bild: KI-generiert

Im Indianer-Territorium und in Oklahoma

Im Indianer-Territorium bauten die fünf Nationen ihre Wirtschaft laut Britannica erfolgreich neu auf, bis der Bürgerkrieg das Gebiet verwüstete; Armeen beider Seiten brannten Höfe nieder und raubten Vieh.[6] Nach dem Krieg verlangten die USA, dass die Nationen die Menschen freiließen, die sie versklavt hatten, und als Mitglieder anerkannten. Diese Freedmen erlebten danach Phasen der Anerkennung und der Ablehnung.[6]

Siehe Der Bürgerkrieg und der Wilde Westen.

Ein Gesetz von 1898 brachte auch die fünf Nationen unter die Aufteilung ihres Landes in Einzelparzellen, von der sie zuerst ausgenommen waren.[6] Ab 1906 verloren sie das Recht, ihre Regierungen selbst zu wählen, und 1907 wurden Indianer-Territorium und Oklahoma-Territorium der Bundesstaat Oklahoma.[6] Erst der Principal Chiefs Act von 1970 erlaubte Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen wieder, ihre Oberhäupter zu wählen.[19] Am 9. Juli 2020 entschied der Oberste Gerichtshof der USA im Fall McGirt v. Oklahoma, dass das seit dem 19. Jahrhundert für die Creek Nation reservierte Land für das Bundesstrafrecht weiterhin Indian Country ist.[23] 2021 urteilte das Berufungsgericht für Strafsachen in Oklahoma im Fall Hogner v. State dasselbe für das Reservat der Cherokee Nation.[19]

Mehr dazu unter Dawes Act.

Zeitleiste des Südostens

Zeitleiste: Südosten
  1. 1513Erste spanische Expedition unter Juan Ponce de León; eingeschleppte Krankheiten folgen.[5]
  2. 1539Bis 1543 zieht Hernando de Soto mit 600 bis 700 Soldaten durch neun heutige Staaten des Südostens.[5]
  3. 1565Die Spanier gründen Saint Augustine in Florida, die erste dauerhafte Kolonie.[5]
  4. 1816Bis 1840 treten die Nationen des Südostens in mehr als 40 Verträgen Land an die USA ab.[14]
  5. 1830Der Kongress beschließt den Indian Removal Act.[14] Indian Removal Act
  6. Oktober 1831Die erste Welle der Vertreibung der Choctaw bricht auf.[11] Choctaw und Chickasaw
  7. 1835Beginn des Kriegs der US-Armee gegen die Seminolen in Florida, der bis 1842 dauert.[13] Seminolen
  8. 18371837 und 1838 ziehen etwa 80 Prozent der Chickasaw nach Westen.[21] Choctaw und Chickasaw
  9. Mai 1838Truppen und Milizen treiben die Cherokee in Lager; bis März 1839 folgt der Trail of Tears.[15] Trail of Tears
  10. 1856Die Chickasaw bilden eine eigene Regierung mit der Hauptstadt Tishomingo.[9] Choctaw und Chickasaw
  11. 1858Ende der Kriege gegen die Seminolen; mehrere Gruppen bleiben in Florida.[13] Seminolen
  12. 1898Ein Gesetz bringt auch die fünf Nationen im Indianer-Territorium unter die Aufteilung ihres Landes.[6] Dawes Act
  13. 1907Indianer-Territorium und Oklahoma-Territorium werden der Bundesstaat Oklahoma.[6]
  14. 1970Der Principal Chiefs Act erlaubt den fünf Nationen wieder, ihre Oberhäupter zu wählen.[19]
  15. 09.07.2020McGirt v. Oklahoma: Das Land der Creek Nation bleibt für das Bundesstrafrecht Indian Country.[23] Muscogee (Creek)
  16. 18.12.2025Der Kongress erkennt den Lumbee Tribe of North Carolina an.[18]

Die Völker des Südostens heute

Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 nennt 575 von den USA anerkannte Nationen, darunter alle in der Tabelle genannten.[18] In Oklahoma haben unter anderem die Cherokee Nation in Tahlequah, die Choctaw Nation of Oklahoma und die Seminole Nation of Oklahoma ihre Regierungen; die Chickasaw Nation bildete schon 1856 eine eigene Regierung mit der Hauptstadt Tishomingo.[9, 18, 19] Im Osten leben Gruppen, die der Vertreibung entgingen: Cherokee in North Carolina, Choctaw in Mississippi und Seminolen in Florida.[6, 13, 14]

Seit den 1970er Jahren setzen die Nationen des Südostens laut Britannica stark auf eigene Unternehmen, deren Einnahmen Bildung, Gesundheit und Kultur bezahlen. Britannica nennt die Firmen Chickasaw Nation Industries und Choctaw Management Services Enterprise, den Ökotourismus der Seminolen in Florida und Kasinos mit Hotels und Restaurants.[6] Die Cherokee Nation unterrichtet Kinder in einer Immersionsschule ganz auf Cherokee.[20]

Karte: Nationen des Südostens

Karte: Sitze der Nationen des Südostens125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W85° W80° W75° W70° W65° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Cherokee2Seminolen3Muscogee4Choctaw und Chickasaw
Karte: Sitze der Nationen des Südostens
  1. 1Cherokee (Tahlequah, Sitz der Cherokee Nation und der United Keetoowah Band) 35,91° N, 94,98° W[24]
  2. 2Seminolen (Hollywood, Florida, Sitz des Seminole Tribe of Florida (Punkt: Mitte der Stadt laut Census)) 26,03° N, 80,16° W[25]
  3. 3Muscogee (Creek) (Okmulgee, Oklahoma, Sitz der Muscogee (Creek) Nation (Punkt: Mitte der Stadt laut Census)) 35,63° N, 95,95° W[24]
  4. 4Choctaw und Chickasaw (Durant, Sitz der Verwaltung der Choctaw Nation of Oklahoma; der Punkt gilt nur dieser Nation, die Chickasaw Nation ist nicht eingetragen) 34,00° N, 96,39° W[26, 24]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

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Häufige Fragen

Welche Völker gehören zum Südosten?

Britannica nennt unter anderem Choctaw, Chickasaw, Apalachee, Muscogee, Seminolen, Alabama und Koasati mit Muskogee-Sprachen. Dazu kommen Natchez, Chitimacha, Tunica und Atakapa am unteren Mississippi, Catawba und Biloxi mit Siouan-Sprachen, die Cherokee mit einer irokesischen Sprache und Völker mit Caddo-Sprachen im Westen.

Was bedeutet "Five Civilized Tribes"?

So nannten Amerikaner seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Creek und Seminolen, weil sie scheinbar angloamerikanische Lebensweisen übernahmen. Die Oklahoma Historical Society betont, dass keines dieser Merkmale für alle Nationen oder alle ihre Bürger galt. Die Choctaw Nation spricht von den Five Tribes.

Wie lebten die Völker des Südostens?

Die meisten lebten in Dörfern, typisch mit weniger als 500 Menschen, manche Städte mit mehr als 1.000. Grundlage der Ernährung war der Mais, dazu Bohnen und Kürbis; die Frauen bestellten die Felder, die Männer jagten, handelten und führten Krieg. Die Abstammung wurde fast überall über die Mutter gerechnet.

Was ist mit "Indianer des Südostens" gemeint?

Die indigenen Völker im heutigen Südosten der USA, die die Ethnologie zu einem Kulturareal zusammenfasst. Die Nationen tragen eigene Namen, etwa Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Muscogee (Creek) und Seminolen.

Warum leben viele Nationen des Südostens heute in Oklahoma?

Nach dem Indian Removal Act von 1830 zwangen die USA die meisten Nationen mit Verträgen und mit der Armee in das Indianer-Territorium, das spätere Oklahoma. Die Choctaw gingen als erste ab Oktober 1831, die Cherokee 1838 und 1839. Gruppen der Cherokee, Choctaw und Seminolen blieben im Osten.

Gibt es die Völker des Südostens heute noch?

Ja. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt unter anderem die Cherokee Nation, die Chickasaw Nation, die Choctaw Nation of Oklahoma, die Muscogee (Creek) Nation, die Seminole Nation of Oklahoma, die Eastern Band of Cherokee Indians, die Mississippi Band of Choctaw Indians, die Seminole Tribe of Florida und neu den Lumbee Tribe of North Carolina.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Raymond D. Fogelson und Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the American Southeast. Encyclopaedia Britannica. Stand 20.12.2024. abgerufen am 24.10.2026
  2. Nachschlagewerk Raymond D. Fogelson und Elizabeth Prine Pauls: Indigenous peoples of the American Southeast, Abschnitt Belief systems. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  3. Nachschlagewerk Elizabeth Prine Pauls: culture area. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  4. Nachschlagewerk Andrew K. Frank: Five Civilized Tribes (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag FI011). Oklahoma Historical Society. Stand 15.01.2010. abgerufen am 24.10.2026
  5. Tribal Nation History. The Chickasaw Nation. Stand 10.10.2025. abgerufen am 24.10.2026
  6. Tribal Nation Home (Startseite, Chikasha saya). The Chickasaw Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  7. Tribal Nation A New Chahta Homeland: A History by the Decade, 1830-1840 (Iti Fabvssa). Choctaw Nation of Oklahoma. Stand 01.02.2021. abgerufen am 24.10.2026
  8. Tribal Nation Home (Startseite, Mvskoke Tourism: Visit Muscogee Nation). Muscogee (Creek) Nation. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  9. Tribal Nation The Long War. Seminole Tribe of Florida. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  10. Amtliche Stelle What Happened on the Trail of Tears?. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  11. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 24.10.2026
  12. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Ocmulgee Mounds National Historical Park. Stand 26.05.2026. abgerufen am 24.10.2026
  13. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Natchez Trace Parkway. Stand 06.01.2024. abgerufen am 24.10.2026
  14. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
  15. Tribal Nation Cherokee Nation: History. Cherokee Nation. Stand 23.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
  16. Tribal Nation Cherokee Immersion School. Cherokee Nation, Language Department. Stand 06.10.2026. abgerufen am 24.10.2026
  17. Nachschlagewerk James P. Pate: Chickasaw (The Encyclopedia of Oklahoma History and Culture, Eintrag CH033). Oklahoma Historical Society. Stand 24.07.2024. abgerufen am 24.10.2026
  18. Tribal Nation Cherokee Nation: Culture. Cherokee Nation. Stand 13.08.2026. abgerufen am 24.10.2026
  19. Primärquelle McGirt v. Oklahoma, No. 18-9526, Opinion of the Court (Slip Opinion). Supreme Court of the United States. Stand 09.07.2020. abgerufen am 24.10.2026
  20. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Oklahoma. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 24.10.2026
  21. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files: Places, Florida (Hollywood city). U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  22. Tribal Nation Choctaw Nation Reservation (mit FAQ zu McGirt v. Oklahoma). Choctaw Nation of Oklahoma. Stand 13.04.2022. abgerufen am 25.10.2026

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