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El Dorado (1966)

Kurz erklärt El Dorado ist ein Western von Howard Hawks mit dem Produktionsjahr 1966, gedreht in Arizona, unter anderem in Old Tucson; in den Kinos der USA lief er ab Juni 1967. John Wayne spielt den Revolvermann Cole Thornton, Robert Mitchum den Sheriff J. P. Harrah, der seit Monaten trinkt, und zusammen stellen sie sich in einem Streit um Wasser gegen einen Viehbaron. Die Geschichte ist erfunden und wandelt Rio Bravo ab, einen früheren Film von Hawks.

Glockenturm einer weiß gekalkten Lehmkirche über den flachen Dächern einer kleinen Westernstadt, dahinter Berge im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Worum geht es in El Dorado?

Der Revolvermann Cole Thornton reitet in die Stadt El Dorado und trifft dort seinen alten Freund J. P. Harrah wieder, der inzwischen Sheriff ist. Geholt hat ihn der Viehbaron Bart Jason. Als Harrah ihm erklärt, worum es geht, lehnt Thornton den Auftrag ab: Er soll die Familie MacDonald von ihrem Land vertreiben, weil Jason deren Wasser braucht.[2] Nach dem Presseheft von Paramount spielt der Film in Texas in der Zeit nach dem Bürgerkrieg, als der Viehhandel aufkam.[4]

Auf dem Rückweg von Jasons Ranch gerät Thornton in einen Hinterhalt und verwundet einen der vier Söhne von Kevin MacDonald. Der schwer verletzte Junge nimmt sich das Leben. Bevor Thornton es erklären kann, schießt ihn die Tochter Joey an; die Kugel bleibt nahe der Wirbelsäule stecken, und der alte Doc Miller traut sich nicht, sie zu entfernen.[2] Einige Zeit später trifft Thornton in einer Cantina nahe der mexikanischen Grenze den jungen Mississippi und lernt den Revolvermann Nelse McLeod kennen, den Jason nun angeheuert hat. Dort erfährt er auch, dass Harrah trinkt, seit ihn eine Frau aus einem Tanzsaal sitzen gelassen hat; Roger Ebert spricht von zwei Monaten.[2, 5]

Mit Mississippi reitet Thornton zurück. Sie machen Harrah mit einem Trank nüchtern, dem Schießpulver beigemischt ist, und sperren Jason ein.[2] Mississippi trägt eine Schrotflinte statt eines Revolvers, weil er so schlecht schießt, und Harrahs Deputy ist der alte Bull Harris, der mit Pfeil und Bogen kämpft.[2, 5] Doch McLeods Leute kommen zurück, nehmen Thornton gefangen und tauschen ihn gegen Jason.[2]

Wie endet El Dorado?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Vor dem letzten Kampf lähmt die Kugel nahe der Wirbelsäule zeitweise Thorntons rechte Hand, und Harrah humpelt nach einer Beinwunde an Krücken. Mit Bull Harris und Joey töten sie trotzdem Jason, McLeod und die ganze Bande.[2] Die eindrücklichste Schießerei spielt laut Harvard Film Archive um einen Kirchturm, und die Männer setzen die Glocken für ihren Angriff ein.[6] Am Ende will Mississippi mit Joey sesshaft werden, Thornton wirbt wieder um Maudie, die den Saloon der Stadt führt, und Harrah bleibt nüchtern.[2]

Wer spielt in El Dorado mit?

John Wayne spielt Cole Thornton, Robert Mitchum den Sheriff J. P. Harrah und James Caan den jungen Alan Bourdillon Traherne, den alle Mississippi nennen.[1, 2] Hawks hat laut Turner Classic Movies Caan nie gesagt, dass seine Rolle komisch angelegt war. Caan habe sie ganz ernst gespielt und es erst bei einer Vorpremiere gemerkt; Hawks meinte, er hätte sonst versucht, lustig zu sein.[3]

Johnny Crawford, damals 19 Jahre alt und aus der Fernsehserie The Rifleman bekannt, spielt Luke MacDonald, den Thornton zu Beginn des Films anschießt. Er war im Oktober 1965 zwei Wochen beim Dreh bei Tucson und erinnerte sich laut Turner Classic Movies, dass Wayne außer Atem war, als er für ihre gemeinsame Szene den Felsen hinaufstieg; ihm war kurz zuvor ein Lungenflügel entfernt worden.[1, 3] Olaf Wieghorst malte die Bilder für den Vorspann und spielt einen schwedischen Büchsenmacher.[2]

Darsteller und Rollen laut Filmdienst und AFI Catalog
DarstellerRolle
John WayneCole Thornton[1, 2]
Robert MitchumSheriff J. P. Harrah[1, 2]
James CaanAlan Bourdillon Traherne, genannt Mississippi[1, 2]
Charlene HoltMaudie[1, 2]
Michele CareyJoey MacDonald[1, 2]
Arthur HunnicuttBull Harris[1, 2]
R. G. ArmstrongKevin MacDonald[1, 2]
Edward AsnerBart Jason[1, 2]
Paul FixDoc Miller[1, 2]
Christopher GeorgeNelse McLeod[1, 2]
Johnny CrawfordLuke MacDonald[1, 2]

Wie entstand El Dorado?

Vorlage war der Roman The Stars in Their Courses von Harry Brown, erschienen 1960 in New York.[1, 2] Hawks erzählte dem Autor Joseph McBride später, der Roman sei eine griechische Tragödie, in der alle sterben. Als er die erste Fassung des Drehbuchs gelesen habe, die er mit Leigh Brackett geschrieben hatte, habe er gefürchtet, einen seiner schlechtesten Filme zu drehen, und mit ihr ein neues Drehbuch geschrieben. Behalten haben sie nur die Szene, in der Wayne den Jungen auf dem Felsen anschießt: So beginne der Film als Tragödie und könne dann heiter werden. Brown war nach Hawks' Worten sehr verärgert und hielt das Ergebnis für Unsinn.[3]

Als Hawks Robert Mitchum für den Film gewinnen wollte, sagte er ihm laut Turner Classic Movies, es gebe keine Geschichte, er und Wayne spielten zwei alte Cowboys. Eine Szene, in der Mitchum singt, schnitt er heraus, nachdem sein Sohn gemeint hatte, ein Sheriff solle nicht singen.[3]

Als Autorin des Drehbuchs nennen Filmdienst und AFI Catalog Leigh Brackett, Kameramann war Harold Rosson, die Musik schrieb Nelson Riddle. Produziert hat Hawks für die Firma Laurel Productions, verliehen wurde der Film von Paramount.[1, 2] Das Titellied El Dorado schrieb Riddle mit John Gabriel, die Kostüme entwarf Edith Head.[2]

Wo wurde El Dorado gedreht?

Laut AFI Catalog entstanden die Außenaufnahmen in Arizona.[2] Das Presseheft von Paramount nennt Einzelheiten: 36 Drehtage für die Außenaufnahmen in Arizona, danach neun Wochen für die Innenaufnahmen in Hollywood. Während der Arbeiten hatte das Team sein Quartier in Tucson, insgesamt arbeiteten mehr als 200 Menschen an den Außenaufnahmen; Einheimische wurden als Statisten, Pferdeknechte und Wachleute eingestellt.[4]

Einer der Hauptdrehorte war nach dem Presseheft Old Tucson, eine Kulissenstadt 13 Meilen (rund 21 Kilometer) außerhalb von Tucson, die ursprünglich für den Film Arizona gebaut worden war. Sie hatte 84 Gebäude, als Hawks kam, und das Presseheft spricht vom größten Umbau, den die Stadt je erlebt habe. Weitere Drehorte waren der Sonoita Creek auf der Oak Bar Ranch zwischen Nogales und Patagonia, die Amado Ranch bei Amado, das Avra Valley im Pima County und der Pantano Creek.[4] Wayne drehte in Old Tucson nach Cronkite News vier Filme, darunter auch Rio Bravo.[7] Wie es um die Anlage heute steht, beschreibt die Seite zu Rio Bravo. Mehr Drehorte zeigt die Seite Western-Drehorte im Überblick.

Flacher Bach zwischen hohen Pappeln in einer grasigen Hügellandschaft im Süden Arizonas, warmes Nachmittagslicht auf dem Wasser
Ein Bach im Grasland bei Patagonia, wie der Sonoita Creek, an dem Szenen des Films entstanden Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in El Dorado?

Die wahre Geschichte dahinter

Die Handlung ist erfunden, Vorlage ist Browns Roman.[1, 2] Das Presseheft nennt den Film die Geschichte eines Revolvermanns und eines Sheriffs in einem Weidekrieg; Jason will Kevin MacDonald das Wasser nehmen.[4] Wie die echten Streitigkeiten um Gras, Wasser und Zäune in Texas, Arizona und Wyoming verliefen, steht auf der Seite Die Weidekriege.

Den Namen trägt der Film nach der Stadt, in der er spielt.[2] Nach dem Los Angeles County Museum of Art reichen die Geschichten über eine Goldstadt im Norden Südamerikas ins 16. Jahrhundert zurück; in einigen der frühesten Geschichten ist El Dorado eine Person, "der Vergoldete". Ein Stich von 1599 zeigt ein Ritual, bei dem ein Herrscher mit Goldstaub bedeckt wird. Ein ähnliches Ritual bei der Krönung eines Herrschers der Muisca, der vom Boot aus goldene Opfergaben in den See Guatavita versenkt haben soll, ist 1638 beschrieben. Die Goldstadt selbst gab es nie, die Suche danach führte aber zu Raubzügen in indigene Gebiete und zu vergeblichen Versuchen, den See trockenzulegen, bis ins 20. Jahrhundert.[9] Edgar Allan Poe nutzte den Namen 1849 für ein Gedicht: Eldorado handelt von einem Ritter, der lange nach dem Land sucht und darüber alt wird, und erschien am 21. April 1849 in der Bostoner Zeitung The Flag of Our Union.[10]

El Dorado und Rio Bravo im Vergleich

Laut Britannica drehten Hawks und Wayne Rio Bravo zweimal fast neu, in El Dorado und in Rio Lobo (1970). Der Filmdienst nennt El Dorado das Mittelstück einer Trilogie, die durch wiederkehrende Motive und denselben Hauptdarsteller verbunden ist.[1, 8] Hawks selbst bestritt laut Turner Classic Movies, dass es ein Remake sei. Leigh Brackett, die an beiden Drehbüchern mitschrieb, nannte El Dorado nach dem Harvard Film Archive spöttisch The Son of Rio Bravo Rides Again.[3, 6, 8]

Figuren in Rio Bravo und El Dorado laut Britannica und AFI Catalog
Rolle in der HandlungRio Bravo (1959)El Dorado (1966)
GesetzeshüterSheriff John T. Chance (John Wayne)[8]Sheriff J. P. Harrah (Robert Mitchum)[2]
Wer trinktder frühere Deputy Dude[8]der Sheriff selbst[2]
Alter HelferHilfssheriff Stumpy[8]Deputy Bull Harris[2]
Junger HelferColorado[8]Mississippi[2]
GegnerNathan Burdette, reicher Bruder des Gefangenen[8]Viehbaron Bart Jason[2]
Frau in der HandlungFeathers, die den Männern hilft[8]die Saloonbesitzerin Maudie, um die Thornton wirbt[2]

In El Dorado ist Wayne der Revolvermann an der Seite des Sheriffs.[2] Jeremy Arnold sieht für Turner Classic Movies in den beiden Filmen einen Wandel Hollywoods: Rio Bravo habe noch den Glanz eines typischen Studiowesterns, El Dorado wirke weitschweifiger, gesprächiger und psychologisch vielschichtiger.[3] Das Harvard Film Archive liest die Nebenhandlung um die verletzten Körper der Helden als Kommentar zum Niedergang des idealisierten Helden bei Hawks.[6]

Eine hölzerne Krücke und ein abgetragener Cowboyhut lehnen an der Bretterwand eines Saloons, auf dem Boden der Veranda liegt Staub im schrägen Abendlicht
Krücke und Hut an einer Saloonwand: Im Film sind beide Helden verletzt Bild: KI-generiert

Wie wurde El Dorado aufgenommen?

Das Urheberrecht ließ Laurel Productions am 31. Dezember 1966 eintragen, Premiere war am 7. Juni 1967 in Denver.[2] Roger Ebert nannte den Film im August 1967 einen straff inszenierten, humorvollen und rundum gelungenen Western von drei alten Profis, Wayne, Mitchum und Hawks. Er sei lang, aber schnell erzählt; die Kritikerin Pauline Kael habe die Beleuchtung bemängelt, für Ebert waren die vielen Schatten und Petroleumlampen typisch Hawks.[5]

In Deutschland kam El Dorado am 22. September 1967 in die Kinos, die ARD zeigte ihn erstmals am 1. Dezember 1974. Das Lexikon des internationalen Films lobt ihn als vorzüglich inszenierten und gespielten Western, in dem tragische und komische Elemente ausgewogen seien. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei.[1]

Ich interessiere mich viel mehr für die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Männern als für einen Weidekrieg oder so etwas.

Howard Hawks im Gespräch mit Joseph McBride für dessen Buch Hawks on Hawks, zitiert bei Jeremy Arnold, Turner Classic Movies, 9. März 2007 Übersetzung der Redaktion[3]
Zeitleiste: El Dorado
  1. Oktober 1965Dreharbeiten bei Tucson in Arizona.[3]
  2. 31.12.1966Laurel Productions lässt das Urheberrecht eintragen.[2]
  3. 07.06.1967Premiere in Denver.[2]
  4. 22.09.1967Deutsche Erstaufführung.[1]
  5. 01.12.1974Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen (ARD).[1]

Häufige Fragen

Wer spielt in El Dorado mit?

John Wayne spielt den Revolvermann Cole Thornton, Robert Mitchum den Sheriff J. P. Harrah und James Caan den jungen Mississippi. Arthur Hunnicutt ist der alte Deputy Bull Harris, Charlene Holt die Saloonbesitzerin Maudie, Michele Carey die Rancherstochter Joey MacDonald und Edward Asner der Viehbaron Bart Jason.

Ist El Dorado ein Remake von Rio Bravo?

Britannica schreibt, Hawks und Wayne hätten Rio Bravo zweimal fast neu verfilmt, in El Dorado und Rio Lobo. Hawks selbst bestritt laut Turner Classic Movies, dass es ein Remake sei. Die Drehbuchautorin Leigh Brackett nannte den Film spöttisch The Son of Rio Bravo Rides Again.

Wo wurde El Dorado gedreht?

Laut Presseheft von Paramount entstanden die Außenaufnahmen an 36 Drehtagen in Arizona, einer der Hauptdrehorte war Old Tucson. Dazu kamen der Sonoita Creek auf der Oak Bar Ranch, die Amado Ranch, das Avra Valley und der Pantano Creek. Die Innenaufnahmen dauerten neun weitere Wochen in Hollywood.

Ist El Dorado von 1966 oder 1967?

Beides lässt sich belegen. Gedreht wurde unter anderem im Oktober 1965, das Urheberrecht ist auf den 31. Dezember 1966 eingetragen, und der Filmdienst führt 1966 als Produktionsjahr. In die Kinos kam der Film erst 1967, mit der Premiere am 7. Juni 1967 in Denver; in Deutschland lief er ab dem 22. September 1967.

Auf welchem Buch beruht El Dorado?

Auf dem Roman The Stars in Their Courses von Harry Brown, der 1960 in New York erschien. Hawks nannte den Roman eine griechische Tragödie, in der alle sterben, und behielt nach eigener Aussage aus der ersten Fassung des Drehbuchs nur eine Szene.

Wer hat die Musik zu El Dorado geschrieben?

Nelson Riddle. Das Titellied El Dorado schrieb er laut AFI Catalog zusammen mit John Gabriel, der im Film auch den Pedro spielt.

Was bedeutet El Dorado?

Der Vergoldete. Die Legenden von einer Goldstadt im Norden Südamerikas reichen laut dem Los Angeles County Museum of Art ins 16. Jahrhundert zurück. In einigen der frühesten Geschichten ist El Dorado eine Person, eben der Vergoldete. Die Goldstadt blieb eine Fantasie. Im Film heißt so die Stadt, in der Harrah Sheriff ist.

Wie lang ist El Dorado?

Filmdienst und AFI Catalog geben 126 Minuten an. Die FSK hat den Film ab 12 Jahren freigegeben.

Quellen

  1. Filmdatenbank El Dorado (1966), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank El Dorado (1967), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse El Dorado (1966), Artikel von Jeremy Arnold. Turner Classic Movies. Stand 9. März 2007. abgerufen am 26.10.2026
  4. Primärquelle El Dorado, Presseheft (Pressbook) von Paramount Pictures, Wisconsin Center for Film and Theater Research. Media History Digital Library, Internet Archive. Stand 1966. abgerufen am 26.10.2026
  5. Presse El Dorado, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com. Stand 4. August 1967. abgerufen am 26.10.2026
  6. Museum El Dorado, Programmtext zur Filmreihe. Harvard Film Archive. Stand 2019. abgerufen am 26.10.2026
  7. Presse Move 'em out! Historic Old Tucson film studio has reopened after two years, von Paloma Garcia. Cronkite News, Arizona PBS. Stand 25. November 2022. abgerufen am 26.10.2026
  8. Nachschlagewerk Rio Bravo, Artikel von Lee Pfeiffer. Encyclopaedia Britannica. Stand 02.09.2026. abgerufen am 26.10.2026
  9. Museum El Dorado, Ausstellungstext. Los Angeles County Museum of Art. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Primärquelle Eldorado (Text-02b), The Flag of Our Union, Boston, 21. April 1849, S. 2. Edgar Allan Poe Society of Baltimore. Stand Last Update 11.06.2014. abgerufen am 26.10.2026

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