GlossarSachgruppe

Recht und Ordnung von A bis Z

Kurz erklärt Die Sachgruppe erklärt 20 Begriffe aus Recht und Ordnung im Wilden Westen, von Claim Jumping bis Wanted-Poster. Dazu gehören Ämter wie Sheriff, Coroner und Friedensrichter, Einrichtungen wie County, Territorium und Grand Jury und die Selbstjustiz der Vigilanten. Claim Jumping heißt, einen fremden Claim, also ein abgestecktes Schürfrecht, unrechtmäßig zu besetzen.

Eiserne Handschellen und ein schwerer Schlüsselbund auf einem abgenutzten Holzschreibtisch neben einer Petroleumlampe, dahinter eine Zellentür mit Eisengittern im warmen Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Für Recht und Ordnung sorgten im Westen gewählte und ernannte Beamte. Im Territorium Arizona wählten die Bürger nach dem Anwalt Fred Veil die Sheriffs der Countys, die Coroner, die Friedensrichter und die Staatsanwälte; als Geschworene saßen sie bei Leichenschauen, in Grand Jurys und in Strafprozessen.[1] Für die Bundesgerichte arbeiteten U.S. Marshals und ihre Deputies.[2] Daneben rissen Vigilanten die Aufgaben von Polizei und Gericht an sich (Überblick auf der Seite Recht und Ordnung im Wilden Westen).[3]

Claim Jumping

Claim Jumping heißt, einen fremden Claim, also ein abgestecktes Schürfrecht, unrechtmäßig zu besetzen. Merriam-Webster nennt "jump a mining claim" als Beispiel für das englische Verb jump in der Bedeutung "widerrechtlich besetzen".[4]

Wie das im Goldrausch in Kalifornien geregelt war, beschrieb Louise Clappe in einem Brief vom 10. April 1852 aus dem Lager Indian Bar am Feather River. Staatliche Gesetze dazu gab es nach ihr nicht, jede Bergbaugemeinde machte ihre eigenen Regeln. Am Indian Bar durfte niemand mehr als 40 mal 40 Fuß beanspruchen. Wer einen Claim absteckte, schlug eine Notiz daran an. Arbeitete er nicht sofort darauf, musste er die Notiz alle zehn Tage erneuern, sonst hatte jeder andere das Recht, den Claim zu "springen", ihn ihm also wegzunehmen.[5] Weil es viele Wege gab, die Regel auszutricksen, kam es nach Clappe zu unzähligen Schlichtungen, und fast jeden Sonntag tagte deswegen eine Versammlung der Bergleute. Unter ihren Bekannten, die beim Goldsuchen verloren hatten, waren auch einige, deren Claims "gesprungen" worden waren.[5]

Bundesrecht wurde das Abstecken mit dem General Mining Law von 1872. Danach dürfen Bürger der USA auf Land, das dem Bund gehört und für den Bergbau freigegeben ist, einen Claim abstecken, um Minerale zu suchen und abzubauen; das Abstecken heißt claim location.[6] Ein Placer Claim auf Seifenlagerstätten darf höchstens 20 Acres je Person groß sein, ein Lode Claim auf einen Erzgang höchstens 1.500 Fuß lang und 600 Fuß breit. Örtliche Regeln erlaubt das Gesetz weiterhin, solange sie zum Bundesrecht passen (zu Werkzeug und Alltag die Seite Goldsucher).[7]

Holzpflöcke mit einem leeren, verwitterten Brett an einer Kiesbank eines Gebirgsflusses, daneben Spitzhacke, Schaufel und Goldwaschpfanne, dahinter bewaldete Hänge im Licht der späten Nachmittagssonne
Abgesteckter Claim an einer Kiesbank, wie ihn Goldsucher in Kalifornien markierten Bild: KI-generiert

Coroner (Leichenbeschauer)

Ein Coroner ist nach Britannica ein Beamter, der mit Hilfe einer Jury jeden Todesfall untersucht, der nicht natürlich erscheint. Das Amt kommt aus England und ist dort zuerst 1194 erwähnt. Der Name geht auf das lateinische corona zurück, die Krone; der Coroner sollte das Eigentum des Königs schützen. In den USA wird er meist gewählt, und in den meisten Staaten darf er Haftbefehle gegen Verdächtige ausstellen.[8] Im Territorium Arizona wählten die Bürger nach Fred Veil auch die Coroner. Bei ihren Leichenschauen (inquest) saßen Bürger als Geschworene und sollten die Ursache eines verdächtigen Todes klären und, wenn möglich, die Verantwortlichen benennen.[1]

Nach dem Tod von Billy the Kid in Fort Sumner leitete am Morgen des 15. Juli 1881 laut W. C. Jameson der Postmeister Milnor Rudolph eine Leichenschaujury (coroner's jury) aus fünf Männern. Ihr Spruch lautete, Sheriff Pat Garrett habe in gerechtfertigter Tötung (justifiable homicide) gehandelt. In die Akten von San Miguel County kam dieser Bericht nach Jameson nie.[9] In Abilene sprach eine Leichenschau 1871 laut Joseph G. Rosa Marshal Wild Bill Hickok frei, nachdem er den Spieler Phil Coe erschossen hatte.[10]

County

Das County ist nach Britannica in den USA der wichtigste geografische und politische Bezirk eines Bundesstaats; in Louisiana heißt die entsprechende Einheit Parish, in Alaska Borough. Zu den Aufgaben gehören in den meisten Staaten Polizei und Gerichtsverwaltung, Straßenbau und das Eintragen von Urkunden. Die Wähler bestimmen unter anderem den Sheriff, den Kämmerer und den Coroner. Ende des 20. Jahrhunderts gab es etwa 3.140 Countys, von 3 in Delaware bis mehr als 250 in Texas.[11] Das englische county kommt über das anglonormannische cunté vom mittellateinischen comitatus, das im Spätlatein das Amt eines Grafen bezeichnete.[12]

In Kansas konnte nach der Kansas Historical Society ein County entstehen, sobald es 600 Einwohner hatte. Der Sitz der Verwaltung brachte ein Gerichtsgebäude, Brücken, Straßen und Schulen, deshalb stritten Orte in den County Seat Wars darum, meist über umstrittene Wahlen und mit Prozessen, manchmal auch mit Bestechung, Betrug und Gewalt. Bei der Wahl im Garfield County 1887 sollten Bat Masterson und 20 Deputies aus Dodge City den Frieden sichern. Im Stevens County wurden im Streit zwischen Hugoton und Woodsdale sechs Männer getötet, und der Gouverneur schickte die Miliz.[13] In Texas lagen die Countysitze nach dem Handbook of Texas oft weit auseinander; auch deshalb nahmen frühe Viehzüchter den Kampf gegen Viehdiebe häufig selbst in die Hand.[14]

Deputy

Ein Deputy ist nach Merriam-Webster ein ernannter Stellvertreter, der an Stelle eines anderen handeln darf.[15] An den Bundesgerichten leitete der U.S. Marshal die Verwaltung, den größten Teil der Arbeit erledigten seine Deputy Marshals (ausführlich auf der Seite Deputy).[2]

Friedensrichter (Justice of the Peace)

Ein Friedensrichter ist nach dem DWDS besonders in den USA und Großbritannien ein Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen von geringerer Bedeutung.[16] In den USA wird der Friedensrichter nach Britannica gewählt oder ernannt und sitzt am untersten Gericht eines Bundesstaats für kleinere Zivilsachen und leichte Straftaten. Er traut Paare, stellt Haftbefehle aus und hält Leichenschauen ab.[17] Für die Territorien schuf der Kongress mit der Organisation von Wisconsin 1836 ein Gerichtswesen mit vier Stufen, das er bis ins 20. Jahrhundert meist beibehielt; auf der untersten standen die Friedensrichter.[18] Im Territorium Arizona entschied der Friedensrichter nach Fred Veil zuerst, ob ein Beschuldigter vor die Grand Jury kam.[1]

Am 2. August 1882 ernannten die Commissioners des Pecos County in Texas Roy Bean zum Friedensrichter. Die Texas Rangers brauchten dort einen Friedensrichter am Ort, sonst mussten sie ihre Gefangenen 400 Meilen hin und zurück zum Countysitz Fort Stockton bringen. Bean blieb mit Unterbrechungen bis 1902 im Amt. Laut Handbook of Texas schüchterte er Menschen ein und betrog sie, hängte aber nie jemanden (mehr auf der Seite Judge Roy Bean).[19] Im Territorium Wyoming wurde Anfang 1870 Esther Morris aus South Pass City zur Friedensrichterin ernannt; nach WyoHistory war sie die erste Frau überhaupt, die ein öffentliches Amt innehatte.[20]

Grand Jury

Eine Grand Jury prüft nach Britannica Beschuldigungen gegen Verdächtige und erhebt Anklage (indictment), wenn die Beweise reichen. Über Schuld oder Unschuld entscheidet sie nicht; das tut im Prozess die kleine Jury (petit jury). Über die Grand Jury wirken Laien daran mit, ob ein Verdächtiger vor Gericht kommt. Die Grand Jury entstand im mittelalterlichen England und war unter Heinrich III. (1216 bis 1272) in Gebrauch.[21]

Nach der Schießerei am O.K. Corral befand Richter Wells Spicer am 30. November 1881, Wyatt Earp und Doc Holliday seien bei den Tötungen gerechtfertigt gewesen, und ließ sie frei. Er schrieb dazu, die Grand Jury des County tage gerade; sie könne seine Entscheidung übergehen und doch Anklage erheben, wenn sie die Beweise für ausreichend halte.[22] Nach dem Angriff weißer Mobs auf die chinesischen Bergleute von Rock Springs im Territorium Wyoming am 2. September 1885 mit 28 Toten fand eine Grand Jury niemanden, der die Taten bezeugen wollte, und es wurde keine Anklage erhoben (dazu die Seite Chinesische Einwanderer im Westen).[23] Auch gegen Viehdiebe erhoben Grand Jurys in Texas nach dem Handbook of Texas ungern Anklage, und Geschworene verurteilten sie ungern.[14]

Leerer Gerichtssaal eines kleinen Countys mit zwei Reihen schlichter Holzstühle für die Geschworenen, einem Richtertisch und einer Petroleumlampe, warmes Licht fällt durch hohe Fenster auf die Dielen
Geschworenenbänke in einem kleinen Gerichtssaal des Westens Bild: KI-generiert

Kopfgeldjäger (Bounty Hunter)

Ein Kopfgeldjäger, englisch bounty hunter, spürt nach Merriam-Webster Gesetzlose auf, auf die eine Belohnung ausgesetzt ist, und fängt sie.[24] Die Deputy Marshals in Fort Smith durften nach dem National Park Service Belohnungen staatlicher und örtlicher Stellen, von Privatleuten sowie von Eisenbahn- und Expressfirmen annehmen, aber keine des Bundes (mehr auf der Seite Kopfgeldjäger im Wilden Westen).[25]

Lynchjustiz

Lynchjustiz ist nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer (DWDS) die Tötung oder Misshandlung eines vermeintlichen Täters ohne gültiges Gerichtsurteil, besonders durch eine aufgebrachte Volksmenge. Das Wort kam im 19. Jahrhundert mit dem amerikanisch-englischen lynch law ins Deutsche.[26] Britannica führt den Namen nach einer verbreiteten Erklärung auf Charles Lynch (1736 bis 1796) zurück, einen Pflanzer und Friedensrichter in Virginia, der im Unabhängigkeitskrieg ein irreguläres Gericht gegen Loyalisten leitete; gesichert ist diese Herkunft nicht.[27]

An der Frontier wuchsen die staatlichen Einrichtungen nach Britannica nicht so schnell mit wie die Besiedlung, und Siedler bildeten Gruppen außerhalb des Gesetzes gegen Pferdediebe, Spieler und Mörder. Die Missachtung von Recht und Ordnung setzte sich in Mobgewalt und Lynchjustiz fort, lange nachdem die Zeit der Frontier vorbei war.[27] Für Texas zählt das Handbook of Texas von 1885 bis 1942 468 Opfer: 339 Schwarze, 77 Weiße, 53 Hispanoamerikaner und einen Indigenen. Diese Teilzahlen ergeben zusammen 470. 1897 beschloss das Parlament von Texas ein Gesetz gegen Lynchjustiz (mehr auf der Seite Lynchjustiz im Wilden Westen).[28]

Marshal

Das Amt des U.S. Marshal schuf der Judiciary Act von 1789. Der Präsident ernannte für jedes Bundesgericht einen Marshal, der die Anordnungen der Richter ausführte; mit der Besiedlung des Westens kamen die Marshals in abgelegene, dünn besiedelte Territorien.[2] Marshal heißt nach Merriam-Webster auch ein Gesetzeshüter einer Stadt (ausführlich auf der Seite US Marshal).[29]

Outlaw

Ein Outlaw ist nach Merriam-Webster ein Mensch, dem der Schutz des Gesetzes entzogen ist, oder ein Gesetzloser und Flüchtiger vor dem Gesetz. Das Wort kommt über altenglisch ūtlaga vom altnordischen ūtlagi, gebildet aus ūt (aus) und lǫg (Gesetz) (Beispiele unter Die bekanntesten Outlaws).[30]

Pinkerton-Detektei

Allan Pinkerton gründete seine Detektei, Pinkerton's National Detective Agency, nach der Library of Congress in den 1850er Jahren. Sie hatte Büros im ganzen Land, beschäftigte Hunderte Agenten und Büroangestellte und arbeitete als Wachdienst für viele große Firmen. Nach einer Fusion 1999 ging ihr Archiv an die Library of Congress (mehr auf der Seite Die Pinkerton-Detektei).[31]

Posse

Eine Posse ist nach Merriam-Webster eine Gruppe von Menschen, die ein Sheriff zusammenruft, damit sie den Frieden sichern helfen, meist in einem Notfall; in diesem Sinn ist das englische Wort seit 1646 belegt. Es kommt vom mittellateinischen posse comitatus, wörtlich Macht oder Gewalt des County.[32] Britannica übersetzt den Ausdruck mit "die Streitmacht des County".[33]

1887 zog Sheriff Bill Mulvenon vom Yavapai County im Pleasant-Valley-Krieg in Arizona mit einer Posse und Haftbefehlen gegen John und Tom Graham und andere ins Tal. Nach Fred Veil kam es dabei zu einer Schießerei, in der John Graham und Charlie Blevins starben.[1] Die Armee darf seit einem Bundesgesetz vom 18. Juni 1878 nicht als Posse oder sonst zur Durchsetzung von Gesetzen eingesetzt werden, außer Verfassung oder Kongress erlauben es ausdrücklich.[34]

Revolverheld

Revolverheld ist nach dem DWDS ein abwertendes Wort für einen großsprecherischen Raufbold, der gewissenlos mit dem Revolver umgeht.[35] Englisch gunslinger bezeichnet nach Merriam-Webster jemanden, der für Schnelligkeit und Geschick mit der Schusswaffe bekannt ist, besonders im amerikanischen Westen; belegt ist das Wort seit 1875.[36] Das Wort gunfighter gab es nach Robert R. Dykstra zur Zeit der Rinderstädte von Kansas noch nicht (ausführlich auf der Seite Revolverheld).[37]

Rustling (Viehdiebstahl)

Ein Rustler stiehlt nach Merriam-Webster Vieh von einer Farm oder Ranch; das Wort ist seit 1878 belegt.[38] Die meisten Rustler der Zeit des offenen Weidelands waren nach dem Handbook of Texas Cowboys, die Brandzeichen änderten oder ungebrandmarkte Kälber mit ihrem eigenen Zeichen versahen (ausführlich auf der Seite Rustling).[14]

Sheriff

Der Sheriff ist nach Britannica in den USA der gewählte oberste Vollzugsbeamte eines County und Beamter des Gerichts, meist für zwei bis vier Jahre. Er ernennt Deputies und darf Bürger als Posse aufbieten.[33] Das Wort kommt über mittelenglisch shirreve vom altenglischen scīrgerēfa, aus scīr (Grafschaft) und gerēfa (Vogt) (ausführlich auf der Seite Sheriff im Wilden Westen; zu seinem Gefängnis der Eintrag Jail).[39]

Territorium

Ein Territorium (englisch territory) ist nach Merriam-Webster ein Teil der USA, der zu keinem Bundesstaat gehört, aber eine eigene Gesetzgebung hat. Das Wort kommt vom lateinischen territorium, wörtlich Land um eine Stadt.[40] Den Weg zum Bundesstaat legte die Northwest Ordinance vom 13. Juli 1787 in drei Stufen fest. Zuerst regierten ein vom Kongress ernannter Gouverneur, ein Sekretär und drei Richter. Lebten 5.000 freie erwachsene Männer im Gebiet, wählte es eine Versammlung und einen Delegierten ohne Stimmrecht im Kongress. Bei 60.000 Einwohnern durfte es eine Verfassung entwerfen und die Aufnahme als Bundesstaat beantragen. Nach den National Archives diente dieser Plan als Vorbild, als sich das Land bis zum Pazifik ausdehnte.[41]

Für die Territorien richtete der Kongress eigene Gerichte ein, die Bundes- und örtliche Zuständigkeit verbanden. Ihre Richter ernannte der Präsident, beginnend mit dem Territorium Iowa 1838 für jeweils vier Jahre.[18] Im Territorium Arizona wurden die Richter nach Fred Veil nicht gewählt. Veil hält den schlechten Ruf, den der Pleasant-Valley-Krieg dem Territorium einbrachte, für einen wichtigen Grund, warum Arizona erst lange nach der Jahrhundertwende Bundesstaat wurde.[1]

Texas Rangers

1823 heuerte Stephen F. Austin zehn erfahrene Grenzer als "Rangers" an; als feste Truppe schufen die Gesetzgeber von Texas die Texas Rangers am 24. November 1835. Das Frontier Battalion ging nach dem Handbook of Texas gegen mehr als 3.000 Gesetzlose vor, darunter den Bankräuber Sam Bass und John Wesley Hardin, und war nach 1882 nicht mehr nötig (mehr auf der Seite Die Texas Rangers).[42]

Vigilanten

Vigilanten bildeten im Westen nach der Montana Historical Society selbst ernannte Gruppen oder Komitees, die die Aufgaben von Polizei und Gericht an sich rissen, wenn Bürger die Behörden für untätig oder unzureichend hielten. Nach Scheinprozessen hängten oder verbannten sie die Beschuldigten.[3] Die wohl bekanntesten Beispiele gab es laut Encyclopedia of the Great Plains 1851 und 1856 in San Francisco.[43] Das englische vigilante kommt nach Merriam-Webster vom spanischen Wort für Wächter und ist seit 1856 belegt (ausführlich auf der Seite Vigilanten).[44]

Waffenverbot in den Städten

In den Rinderstädten von Kansas verlangten gemäßigte Reformer, meist führende Geschäftsleute, laut Robert R. Dykstra mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzen sollten; die Gehälter der Polizei waren meist der größte Posten im Haushalt einer Stadt.[37] In Abilene hatte Marshal Wild Bill Hickok laut Joseph G. Rosa den Spieler und Saloonbesitzer Phil Coe und seine Begleiter gewarnt, in der Stadt Waffen zu tragen, bevor es am 5. Oktober 1871 zur Schießerei kam.[10]

In Tombstone erklärte eine Verordnung der Stadt es für ungesetzlich, ohne schriftliche Erlaubnis eine tödliche Waffe bei sich zu tragen. Polizeichef Virgil Earp sollte Verstöße mit Festnahme und Entwaffnung ahnden. So steht es in der Entscheidung von Richter Wells Spicer vom 30. November 1881 (mehr auf der Seite Die Schießerei am O.K. Corral 1881).[22]

Wanted-Poster

Wanted-Poster heißen im Englischen die Steckbriefe. Ein Steckbrief ist nach dem DWDS eine öffentliche Anzeige, die einen flüchtigen Verbrecher beschreibt und die Behörden auffordert, ihn festzunehmen.[45] In den Strafakten der Pinkerton-Detektei finden sich nach der Library of Congress teils auch wanted posters und Belohnungsanzeigen, dazu Fotos von Verbrechern mit Personenbeschreibung (mehr auf der Seite Wanted-Poster und Steckbriefe).[31]

Häufige Fragen

Was ist Claim Jumping?

Claim Jumping heißt, einen fremden Claim, also ein abgestecktes Schürfrecht, unrechtmäßig zu besetzen. Am Indian Bar in Kalifornien musste ein Goldsucher 1852 nach Louise Clappe die Notiz an seinem Claim alle zehn Tage erneuern, wenn er nicht darauf arbeitete; sonst durfte jeder andere den Claim übernehmen. Seit dem General Mining Law von 1872 regelt Bundesrecht das Abstecken.

Was war eine Posse?

Eine Gruppe von Bürgern, die ein Sheriff zusammenrief, damit sie den Frieden sichern halfen, meist in einem Notfall. Der Name kommt vom mittellateinischen posse comitatus, Macht des County. Die Armee darf seit einem Bundesgesetz vom 18. Juni 1878 nur mit ausdrücklicher Erlaubnis von Verfassung oder Kongress als Posse dienen.

Was machte ein Friedensrichter im Wilden Westen?

Er saß am untersten Gericht und entschied kleinere Zivilsachen und leichte Straftaten; in den USA stellt er auch Haftbefehle aus und traut Paare. Im Territorium Arizona prüfte er zuerst, ob ein Beschuldigter vor die Grand Jury kam. Bekannt wurde Roy Bean, den das Pecos County in Texas am 2. August 1882 ernannte.

Was ist ein County?

Ein County ist in den USA der wichtigste Verwaltungsbezirk eines Bundesstaats, in Louisiana heißt er Parish. Zu seinen Aufgaben gehören meist Polizei und Gerichtsverwaltung, und die Wähler bestimmen unter anderem den Sheriff und den Coroner. Das Wort kommt vom mittellateinischen comitatus, dem Amt eines Grafen.

Was machte ein Coroner?

Ein Coroner untersucht mit Hilfe einer Jury Todesfälle, die nicht natürlich erscheinen. In den USA wird er meist gewählt, im Territorium Arizona wählten ihn die Bürger. Nach dem Tod von Billy the Kid befand eine Leichenschaujury in Fort Sumner am 15. Juli 1881, Sheriff Pat Garrett habe in gerechtfertigter Tötung gehandelt.

Quellen

  1. Museum Fred Veil: Pleasant Valley: A Historic and Legal Perspective (Days Past). Sharlot Hall Museum, Prescott. Stand 13.10.2007. abgerufen am 27.10.2026
  2. Amtliche Stelle U.S. Marshals and Deputy Marshals for the Western District of Arkansas. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 10.04.2015. abgerufen am 27.10.2026
  3. Amtliche Stelle More on Vigilantes and Vigilantism (Montana: Stories of the Land, Kapitel 6, Seite für Lehrkräfte). Montana Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. Nachschlagewerk jump (Wörterbucheintrag, Verb, Bedeutung 3b to occupy illegally). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  5. Primärquelle Louise Clappe (Dame Shirley): The Shirley Letters from California Mines in 1851-52, Brief 15 vom 10. April 1852 aus Indian Bar, hrsg. von Thomas C. Russell. Thomas C. Russell, San Francisco 1922; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 23280. Stand Brief von 1852, zuerst in The Pioneer 1854 bis 1855. abgerufen am 27.10.2026
  6. Amtliche Stelle Mining Claims (Energy and Minerals Management). National Park Service. Stand 14.12.2020. abgerufen am 27.10.2026
  7. Amtliche Stelle Mining Claims. Bureau of Land Management. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  8. Nachschlagewerk coroner (Britannica Editors). Encyclopaedia Britannica. Stand 06.03.2026. abgerufen am 27.10.2026
  9. Presse W. C. Jameson: Analysis: Did Pat Garrett Really Kill Outlaw Billy the Kid? (zuerst in Wild West). HistoryNet. Stand 08.10.2018, aktualisiert 22.08.2022. abgerufen am 27.10.2026
  10. Presse Wild Bill Hickok's Last Gunfight (Joseph G. Rosa). HistoryNet. Stand 09.05.2018, aktualisiert 01.04.2024. abgerufen am 27.10.2026
  11. Nachschlagewerk county. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  12. Nachschlagewerk county (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  13. Nachschlagewerk County Seat Wars (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand Juni 2003, geändert Juli 2011. abgerufen am 27.10.2026
  14. Nachschlagewerk Wayne Gard: Cattle Rustling (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 08.10.2020. abgerufen am 27.10.2026
  15. Nachschlagewerk deputy (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  16. Nachschlagewerk Friedensrichter (Bedeutungen nach Duden GWDS 1999). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  17. Nachschlagewerk justice of the peace. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  18. Amtliche Stelle Territorial Courts (History of the Federal Judiciary). Federal Judicial Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  19. Nachschlagewerk C. L. Sonnichsen: Bean, Roy (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 22.07.2015. abgerufen am 27.10.2026
  20. Nachschlagewerk Tom Rea: Right Choice, Wrong Reasons. Wyoming Women Win the Right to Vote. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 27.10.2026
  21. Nachschlagewerk grand jury. Encyclopaedia Britannica. Stand 08.05.2026. abgerufen am 27.10.2026
  22. Primärquelle Decision of Judge Wells Spicer after the Preliminary Hearing in the Earp-Holliday Case, 30. November 1881 (Abschrift in Famous Trials von Douglas O. Linder). Famous Trials, Douglas O. Linder. Stand 1881, Onlinefassung ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  23. Nachschlagewerk Tom Rea: The Rock Springs Massacre. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 27.10.2026
  24. Nachschlagewerk bounty hunter (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  25. Amtliche Stelle Payment of Deputy Marshals. National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 05.12.2024. abgerufen am 27.10.2026
  26. Nachschlagewerk Lynchjustiz (Bedeutung DWDS 2018, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  27. Nachschlagewerk Geoffrey Abbott: Lynching in the United States. Encyclopaedia Britannica. Stand 11.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
  28. Nachschlagewerk John R. Ross: Lynching (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 09.07.2023. abgerufen am 27.10.2026
  29. Nachschlagewerk marshal (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  30. Nachschlagewerk outlaw (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  31. Archiv The Eye That Never Sleeps: Pinkerton's National Detective Agency Records (Michelle Krowl, Blog Unfolding History). Library of Congress, Manuscript Division. Stand 05.10.2023. abgerufen am 27.10.2026
  32. Nachschlagewerk posse (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  33. Nachschlagewerk sheriff. Encyclopaedia Britannica. Stand 20.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
  34. Nachschlagewerk Revolverheld (Bedeutung nach eWDG 1974). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  35. Nachschlagewerk gunslinger (Wörterbucheintrag mit First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  36. Nachschlagewerk Robert R. Dykstra: Cattle Towns. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  37. Nachschlagewerk rustler (Wörterbucheintrag mit First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  38. Nachschlagewerk sheriff (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  39. Nachschlagewerk territory (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  40. Archiv Northwest Ordinance (1787), Milestone Documents. National Archives. Stand 10.05.2022. abgerufen am 27.10.2026
  41. Nachschlagewerk Ben H. Procter: Texas Rangers (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 11.01.2023. abgerufen am 27.10.2026
  42. Nachschlagewerk Clare V. McKanna Jr.: Vigilantes. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
  43. Nachschlagewerk vigilante (Wörterbucheintrag mit Etymologie und First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  44. Nachschlagewerk Steckbrief (Bedeutung nach dem eWDG 1976). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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