GlossarSachgruppe

Fahrzeuge und Verkehr von A bis Z

Kurz erklärt Die Sachgruppe Fahrzeuge und Verkehr erklärt 19 Begriffe aus der Zeit des Wilden Westens: Wagen und Kutschen wie Buckboard, Concord-Kutsche, Surrey und Chuckwagon, Boote wie Kielboot, Flachboot und Raddampfer und Fahrzeuge auf Schienen wie Dampflokomotive und Handcar. Zu jedem Begriff stehen die Bedeutung und belegte Daten, bei vielen auch die Herkunft des Wortes.

Postkutsche mit ovalem Wagenkasten und hölzernen Speichenrädern auf einem staubigen Feldweg durch die Prärie, dahinter flache Tafelberge im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Sachgruppe Fahrzeuge und Verkehr erklärt Wagen und Kutschen, Boote auf Flüssen wie dem Mississippi und dem Missouri und die ersten Fahrzeuge auf Schienen. Begriffe mit eigener Seite stehen hier kurz mit Link. Die Geschichte der Postlinien, des Telegrafen und der Bahnen erzählt die Seite Verkehr und Infrastruktur im Wilden Westen, die Wege der Auswanderer die Seite Die Trails des Wilden Westens. Das Schleppgestell der Plains-Nationen steht beim Travois.

Buckboard

Ein Buckboard ist laut Britannica ein offener Wagen mit flachem Boden und vier Rädern. Ein federndes Brett, das an den Achsen befestigt war, ergänzte die Federn oder ersetzte sie.[2] Merriam-Webster leitet das Wort vom veralteten englischen buck (Wagenkasten) und board (Brett) ab und belegt es seit 1874.[1]

Carryall

Carryall hieß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein leichter Familienwagen, der in den mittleren Atlantikstaaten fuhr; später nannte man so auch den leichten Rockaway. Gemeint war nach dem National Park Service meist ein leichter, überdachter Wagen mit vier Rädern und zwei Sitzbänken innen, vor dem ein einziges Pferd ging. Manche hatten ein Klappverdeck, gepolsterte Sitze und einen Anstrich.[3] Der Geistliche Daniel S. Butrick zog 1838 mit einer Abteilung der Cherokee auf dem Trail of Tears nach Westen. Er nannte sein Fahrzeug Carryall und schlief mit seiner Frau oft darin.[3]

Auf dem Santa Fe Trail war Carryall nach Mark L. Gardner einer von mehreren Namen für leichte Federwagen mit festem Dach, neben Dearborn und Jersey Wagon. Matt Field reiste 1839 in einem Carryall mit Maultiergespann, das seine Gruppe in Independence gekauft hatte.[4]

Chuckwagon

Der Chuckwagon war der Küchenwagen eines Viehtriebs. Merriam-Webster erklärt chuck wagon als Wagen mit Vorräten und Proviant zum Kochen, etwa auf einer Ranch, und belegt das Wort seit 1887.[5] 1866 baute Charles Goodnight nach dem National Park Service einen ausgemusterten Armeewagen zur fahrbaren Küche um. Am Heck saß ein großer Vorratskasten mit Regalbrettern, Schubladen und einer Klappe, die heruntergelassen einen Tisch ergab. Darunter lag der "boot", ein Kasten für Töpfe, gusseiserne Pfannen und den Dutch Oven.[6] Nach dem Handbook of Texas stellte Goodnight diesen ersten Chuckwagon für den Trieb zusammen, den er im Frühjahr 1866 mit Oliver Loving von Fort Belknap in Texas nach Fort Sumner in New Mexico führte.[7]

Der Koch fuhr den Wagen, schlug das Lager auf und kochte drei warme Mahlzeiten am Tag; dazu war er Kassenwart, Barbier und Arzt. Als Letztes richtete er am Abend die Deichsel nach dem Polarstern aus, damit die Mannschaft am Morgen wusste, wohin die Herde ziehen sollte.[6]

Concord-Kutsche

Die Concord-Kutsche (Concord Coach) baute die Abbot-Downing Company in Concord, New Hampshire. Nach der New Hampshire Historical Society war sie wegen ihrer neuartigen Bauweise die beliebteste Postkutsche der Welt. Sie fuhr bei der Besiedlung des amerikanischen Westens und wurde bis nach Peru und Südafrika verschifft.[8] Der Wagenkasten hing auf thoroughbraces, Riemen aus Lederstreifen, und schwang deshalb, statt hart auf und ab zu stoßen. Mark Twain nannte die Kutsche eine Wiege auf Rädern ("cradle on wheels").[8]

Nach dem National Park Service entwickelte sie sich aus dem Stage Wagon des 18. Jahrhunderts: ein ovaler Kasten auf Riemen, der Kutschbock außen, mindestens eine Tür an der Seite und innen Platz für sechs bis neun Fahrgäste.[3] Die Butterfield Overland Mail strich ihre Concord-Kutschen rot oder grün mit gelbem Fahrgestell. Jede wog 3.000 Pfund, durfte 4.000 Pfund laden und nahm auf dem Dach weitere Fahrgäste mit.[9]

Dampflokomotive

Als am 10. Mai 1869 am Promontory Summit in Utah die erste transkontinentale Eisenbahn fertig wurde, standen sich dort zwei Dampflokomotiven gegenüber: die Jupiter der Central Pacific und die No. 119 der Union Pacific.[10] Die Jupiter heizte mit Holz, die No. 119 mit Kohle. Die Central Pacific hatte in der Sierra Nevada Holz, die Union Pacific Kohle aus den Gruben Wyomings.[10]

Anfang des 20. Jahrhunderts galten beide als veraltet. Die No. 119 wurde 1903 für etwa 1.000 Dollar verschrottet, die Jupiter 1906. Im Golden Spike National Historical Park stehen fahrbereite Nachbauten, die O'Connor Engineering 1979 bis auf einen Viertelzoll genau nach den Maßen der Originale baute.[10] Der Ort heißt Promontory Summit; Promontory Point liegt 35 Meilen weiter südlich.[10]

Dearborn

Dearborn hieß ein leichter Wagen, den auf dem Santa Fe Trail Händler und Reisende fuhren. Der Verkehrshistoriker Don Berkebile beschreibt ihn nach Gardner als leichten Wagen mit kastenförmigem Aufbau, zwei Sitzbrettern und festem Dach. Anders als die Frachtwagen der Zeit hatte er Federn. Seinen Namen soll er von General Henry Dearborn haben, der einen solchen Wagen im Feld benutzte.[4]

In der Karawane von 1824 zählte Meredith Miles Marmaduke am 24. Mai zwei Frachtwagen (road waggons), 20 Dearborns, zwei Karren und eine kleine Kanone. In den ersten Jahren des Handels brachte ein Dearborn mit zwei Pferden oder Maultieren den Händler samt Ware nach Santa Fe; als die großen Frachtwagen aufkamen, wurde er zum Reisewagen.[4] 1846 fuhr nach George A. F. Ruxton auch der Gouverneur von New Mexico, Manuel Armijo, in einem "American dearborn".[4]

Fähre

Bevor es viele Brücken gab, brachten Fähren Menschen, Wagen und Tiere über größere Flüsse. In den 1830er Jahren waren es nach dem National Park Service meist Flachboote mit schrägen Rampen vorn und hinten, damit sie direkt am Ufer entladen konnten.[11] Bei der Seilfähre zog man das Boot an einem Seil von Ufer zu Ufer, von Hand oder über ein Rad. Eine Swing Ferry, auch Flying Ferry genannt, hing an einem festen Punkt im Fluss und schwang mit der Strömung und einem System von Rollen hinüber. Daneben gab es Dampffähren und Fähren, deren Schaufel- oder Laufrad Pferde antrieben.[11]

Bei ihrer Vertreibung von 1837 bis 1839 setzten die Abteilungen der Cherokee oft mit Fähren über, durchquerten Flüsse aber auch zu Fuß. Als eine Abteilung bei Golconda in Illinois mit einer Dampffähre über den Ohio fuhr, explodierte ein Dampfkessel; mehrere Menschen wurden verbrüht, zwei starben.[11] Die Concord-Kutschen der Butterfield-Linie kamen bei Van Buren auf einem Flachboot über den Arkansas River und fuhren weiter nach Fort Smith.[9]

Flachboot

Ein Flachboot (flatboat) war ein rechteckiges Boot mit flachem Boden, das nur flussabwärts fuhr. Nach dem National Park Service war es meist 12 bis 20 Fuß breit und 20 bis mehr als 100 Fuß lang, rund 6 bis über 30 Meter. Gesteuert wurde es mit ein oder zwei langen Riemen (sweeps) an jeder Seite und einem Steuerruder hinten. Oft hatte es eine Hütte mit Feuerstelle, auf manchen stand ein Mast mit Segel.[12] Gebaut wurden Flachboote ab den späten 1780er Jahren; im frühen 19. Jahrhundert gehörten sie zu den häufigsten Holzbooten auf den großen Flüssen im Südosten. Sie hießen auch arks, Kentucky boats, flats, New Orleans boats, broadhorns oder family boats.[12]

Merriam-Webster erklärt flatboat als Boot mit flachem Boden und geraden Enden für sperrige Fracht, besonders in flachem Wasser, und belegt das Wort seit 1653.[13] Auf dem Hiwassee und dem Tennessee River brachten 1837 bis 1839 insgesamt 29 Flachboote vier Abteilungen der Cherokee ein Stück nach Westen; manche waren seitlich an einem Dampfer festgezurrt.[12]

Frachtwagen

Frachtwagen fuhren Handelsware über die Trails, zuerst vor allem auf dem Santa Fe Trail. 1822 zog William Becknell nach Mark L. Gardner mit 21 Männern und drei Wagen los und zeigte, dass beladene Wagen die mehr als 800 Meilen von Franklin in Missouri nach Santa Fe schaffen konnten. Ab 1826 ging die Ware nach Josiah Gregg nur noch mit Wagen statt mit Packtieren.[4] Zuerst zogen Pferde, bald Maultiere. Ochsen brachte 1829 die US-Armee auf den Trail; danach zogen sie nach Gregg im Schnitt etwa die Hälfte der Wagen.[4]

Große Frachtunternehmer fuhren nach Percival G. Lowe Wagen von Murphy oder Espenschied aus St. Louis oder von Hiram Young aus Independence, die 6.000 Pfund (rund 2,7 Tonnen) tragen konnten. Ein Pfandvertrag von 1870 aus Trinidad in Colorado nennt Murphy-Wagen auch "sixty Hundred" wagons.[4] Hiram Young war in Tennessee versklavt gewesen und kaufte sich 1847 frei; ab 1851 baute er in Independence Ochsenjoche und Frachtwagen und beschäftigte 1860 25 Leute.[4] Der Wagenmeister Homer W. Wheeler, der 1869 Frachtzüge vom Ende der Kansas Pacific Railroad nach Denver führte, erinnerte sich an Gespanne aus 10 und 12 Joch Ochsen vor zwei gekoppelten Wagen mit zusammen 10.000 bis 12.000 Pfund Ladung.[4]

Den Fahrer nannte man Bullwhacker. Merriam-Webster erklärt das Wort, gebildet aus bull (Bulle) und whacker (einer, der schlägt), als Fahrer eines Ochsenwagens oder eines anderen schweren Frachtwagens, besonders in der frühen Zeit der Besiedlung des Westens.[14] Als Bullwhacker verdiente 1866 auch William Henry Jackson sein Geld, der später als Maler und Fotograf viele Bilder vom Zug nach Westen schuf.[15] Die bekannten Conestoga-Wagen dienten laut National Park Service vor allem Frachtfirmen und konnten bis zu drei Tonnen laden, für die bis zu acht Joch Ochsen nötig sein konnten (mehr beim Conestoga-Wagen).[15]

Handcar (Draisine)

Ein Handcar ist nach Merriam-Webster ein kleiner Schienenwagen mit vier Rädern, den ein Hebelwerk von Hand oder ein kleiner Motor antreibt; das englische Wort ist seit 1833 belegt.[16] Im Deutschen heißt so ein Fahrzeug Draisine. Das DWDS erklärt die Draisine als kleines Schienenfahrzeug zur Kontrolle von Eisenbahnstrecken. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer ist sie nach Karl Friedrich Drais benannt, dem Erfinder des Laufrads, einer Vorstufe des Fahrrads. Später ging das Wort auf das leichte Schienenfahrzeug über, das anfangs Muskelkraft bewegte.[17]

Kleiner offener Schienenwagen aus Holz mit Pumphebel auf einem einzelnen Gleis aus Holzschwellen und Eisenschienen in einer Ebene mit Beifuß im Nachmittagslicht
Ein Handcar: Ein Hebelwerk, von Hand bewegt, trieb den kleinen Schienenwagen an. Bild: KI-generiert

Handkarren

Ein Handkarren ist nach dem DWDS ein kleiner Karren, den man mit der Hand zieht.[18] Auf dem Weg nach Utah zogen mittellose Mormonen solche Karren. Wer sich keinen Wagen leisten konnte, schob oder zog laut National Park Service einen Handkarren, vermutlich nach dem Vorbild der Karren von Straßenkehrern oder der Gepäckkarren von Bahnträgern. Ein typischer Karren war drei Fuß breit und vier Fuß lang, hatte einen etwa neun Zoll hohen Kasten und vier Fuß hohe Räder und trug einige hundert Pfund. Weil er meist ganz aus Holz war, war er laut und ging oft kaputt.[15]

Von 1856 bis 1860 brachten nach dem National Park Service mehr als zehn Handkarren-Kompanien etwa 3.000 Mormonen nach Salt Lake City; William G. Hartley zählt in der Utah History Encyclopedia zehn Kompanien mit fast 3.000 Menschen und etwa 650 Karren.[15, 19] Nach Hartley waren die Karren aus Hickory- oder Eichenholz und trugen 400 bis 500 Pfund Vorräte, Bettzeug, Kleidung und Kochgeschirr für fünf Menschen; jeden Karren zogen zwei kräftige Leute.[19] Die Kompanien Willie und Martin brachen 1856 spät auf und gerieten in Schneestürme; etwa 200 Menschen starben (mehr beim Mormon Trail).[19]

Kielboot

Ein Kielboot (keelboat) ist nach Merriam-Webster ein flaches, überdachtes Flussboot mit Kiel, das meist gerudert, gestakt oder geschleppt wurde und Fracht trug; das Wort ist seit 1695 belegt.[20] Nach dem National Park Service waren die Boote meist 40 bis 80 Fuß lang, rund 12 bis 24 Meter, und 8 bis 12 Fuß breit, vorn und hinten spitz. Voll beladen hatten sie im Schnitt zwei Fuß Tiefgang und taugten deshalb für flache Flüsse.[21] Flussaufwärts kamen sie mit Segel, Rudern, Staken oder einer Handwinde voran; zum Staken lief die Mannschaft auf einem 12 bis 18 Zoll breiten Laufsteg an der Bordwand entlang. Von 1837 bis 1839 fuhren vier Abteilungen der Cherokee in acht Kielbooten, die Dampfer schleppten.[21]

Das Kielboot der Lewis-und-Clark-Expedition war 55 Fuß lang und für die Fahrt weiter den Missouri hinauf zu groß. Es verließ Fort Mandan am 7. April 1805 und war am 22. Mai zurück in St. Louis. Danach ist es noch in Fort Massac am Ohio belegt; was dann aus ihm wurde, ist nicht bekannt.[22]

Mud Wagon

Der Mud Wagon war nach Merriam-Webster eine Postkutsche, leichter und kleiner als die Concord-Kutsche, mit flachen Seiten und einfacheren Holzverbindungen.[23] Solche billigeren Wagen mit kastenförmigem Fahrgastraum und offenen Seiten hießen laut NPS auch Passenger Wagon, Overland Wagon oder Mountain Wagon.[3] Die Butterfield Overland Mail kaufte für die rauen Abschnitte ihrer Strecke Concord Celerity Spring Wagons, die man Mud Wagons nannte, und setzte sie vor allem zwischen Springfield in Missouri und Los Angeles ein.[9]

Planwagen (Prairie Schooner)

Bauweise, Maße und Geschichte des Planwagens stehen auf der Seite Planwagen (Prairie Schooner). Den Planwagen der Auswanderer nannte man Prairie Schooner, laut National Park Service, weil seine weiße Plane aus demselben Stoff war wie Schiffssegel und weil er ein Meer aus Prärie überqueren musste.[24] Den größeren Conestoga-Wagen wählten laut NPS vor allem Frachtfirmen, Familien auf dem Oregon Trail nur manchmal eine mittelgroße Abwandlung (mehr beim Conestoga-Wagen).[15]

Pony Express

Der Pony Express war eine Reiterpost zwischen St. Joseph in Missouri und Sacramento in Kalifornien. Seine Reiter brachten Briefe laut NPS über mehr als 1.800 Meilen in zehn Tagen. Er lief nur 18 Monate, von April 1860 bis Oktober 1861. Am 26. Oktober 1861 war San Francisco per Telegraf direkt mit New York verbunden, und am selben Tag wurde der Pony Express offiziell eingestellt; die letzten Briefe kamen erst im November an.[25]

Postkutsche

Eine Postkutsche ist nach dem DWDS eine Kutsche, mit der die Post Personen und Postsendungen beförderte.[26] Merriam-Webster erklärt stagecoach als Kutsche mit Pferden für Fahrgäste und Post, die nach Fahrplan zwischen festen Stationen fährt, und belegt das Wort seit 1654.[27]

Nach dem National Park Service nahm die Butterfield Overland Mail am 16. September 1858 in St. Louis den Betrieb auf; das Handbook of Texas datiert den Beginn auf den 15. September 1858.[35] Auf den 2.795 Meilen zwischen Tipton in Missouri und San Francisco lagen anfangs 141 Stationen, später 200. An jeder hielten die Kutschen nur zehn Minuten, und der Schaffner kündigte sie mit einem Horn an. So schafften sie 120 Meilen am Tag; in Arkansas rechnete der Fahrplan mit durchschnittlich 4,5 Meilen in der Stunde.[9]

Raddampfer

Ein Raddampfer ist nach dem DWDS ein Dampfer, den Schaufelräder antreiben.[28] Robert Fulton gilt laut NPS weithin als derjenige, der 1807 das erste wirtschaftlich erfolgreiche Dampfschiff baute. Auf den Flüssen im Süden hatten die Dampfer in den 1830er Jahren meist einen flachen Holzrumpf und ein hölzernes Schaufelrad, das die Dampfmaschine antrieb. Seitenraddampfer (sidewheeler) waren wendiger und schneller, Heckraddampfer (sternwheeler) kamen in flachem Wasser meist besser voran. Geheizt wurde anfangs mit Holz und Kohle.[29]

Lange hielten die Schiffe nicht. Von 1830 bis 1839 wurden 272 Dampfer zerstört, jeder nach weniger als drei Jahren auf dem Fluss; gefährlich waren Baumstämme im Wasser, Sandbänke, Stürme, Feuer und explodierende Kessel.[29] Neun Dampfer brachten von 1837 bis 1839 Abteilungen der Cherokee nach Westen.[29]

Breiter, langsamer brauner Fluss mit Sandbänken und kahlen Pappeln am Ufer im weichen Abendlicht
Ein breiter, flacher Fluss im Westen, auf dem Heckraddampfer fuhren Bild: KI-generiert

Surrey

Der Surrey war nach Britannica eine in den USA im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert beliebte Kutsche ohne Türen, mit vier Rädern und meist zwei Sitzbänken für vier Fahrgäste. Die Verdecke reichten vom festen Dach mit Fransen, das Richard Rodgers und Oscar Hammerstein mit dem Lied "The Surrey with the Fringe on Top" bekannt machten, bis zu Sonnenschirm- und Klappverdecken. Surreys waren beliebte Familienwagen und fuhren oft auf dem Land; das Surrey-Buckboard hatte keine Federn an den Achsen.[30]

Merriam-Webster belegt surrey um 1891. Das Wort kommt vom älteren Surrey cart, benannt nach der englischen Grafschaft Surrey, wo dieser Wagen zuerst gebaut wurde.[31]

Wagenzug

Ein Wagenzug ist nach dem DWDS eine lange Reihe von Pferdegespannen.[32] Merriam-Webster erklärt wagon train als Kolonne von Wagen, etwa mit Vorräten für eine Gruppe von Siedlern, die über Land zieht, und belegt das Wort seit 1810.[33]

Auf den Trails nach Westen wählten die Auswanderer nach dem National Park Service vor dem Aufbruch meist einen Captain als Anführer. Sie brachen in der Regel Mitte April auf, legten 12 bis 15 Meilen am Tag zurück und brauchten für 2.000 Meilen vier bis sechs Monate.[34] Um 4 Uhr weckte ein Trompetensignal oder ein Gewehrschuss das Lager, um 7 Uhr rief der Wagenmeister "Wagons roll!", mittags gab es eine Stunde Pause, das "nooning". Gegen 18 Uhr stellten sie die Wagen im Kreis auf, vor allem als Pferch für das Vieh und als Schutz vor Viehdieben, wilden Tieren und Wetter, weniger gegen Angriffe. Maultiere waren als Gespann beliebter, Ochsen aber häufiger im Einsatz.[34]

Häufige Fragen

Was ist ein Surrey?

Eine Kutsche ohne Türen mit vier Rädern und meist zwei Sitzbänken für vier Fahrgäste. Britannica nennt den Surrey einen beliebten Familienwagen in den USA des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, der oft auf dem Land fuhr. Der Name kommt von der englischen Grafschaft Surrey.

Was ist der Unterschied zwischen Concord-Kutsche und Mud Wagon?

Die Concord-Kutsche hatte einen ovalen Kasten, der an Lederriemen hing, und innen Platz für sechs bis neun Fahrgäste. Der Mud Wagon war leichter und kleiner, mit flachen Seiten und einem kastenförmigen, offenen Fahrgastraum. Die Butterfield Overland Mail setzte ihn auf den rauen Abschnitten ein.

Wie weit kam eine Postkutsche am Tag?

Die Kutschen der Butterfield Overland Mail schafften nach dem National Park Service 120 Meilen am Tag. An den Stationen hielten sie nur zehn Minuten, und in Arkansas rechnete der Fahrplan mit durchschnittlich 4,5 Meilen in der Stunde.

Was ist ein Kielboot?

Ein langes, schmales Flussboot mit Kiel für Fracht und Fahrgäste, meist 40 bis 80 Fuß lang. Die Mannschaft ruderte, stakte, segelte oder zog es mit einer Handwinde flussaufwärts. Mit einem 55 Fuß langen Kielboot fuhr die Lewis-und-Clark-Expedition den Missouri hinauf.

Was ist eine Draisine?

Im Deutschen heißt so ein kleines Schienenfahrzeug, mit dem man Eisenbahnstrecken kontrolliert; im Englischen sagt man handcar, wenn ein Hebelwerk von Hand oder ein kleiner Motor es antreibt. Den Namen hat die Draisine von Karl Friedrich Drais, dem Erfinder des Laufrads.

Quellen

  1. Nachschlagewerk buckboard (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  2. Nachschlagewerk buckboard. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Amtliche Stelle Wagons, Carriages, and Carryalls: Transportation During the Cherokee Removal 1837 bis 1839. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 21.12.2021. abgerufen am 27.10.2026
  4. Amtliche Stelle Mark L. Gardner: Wagons on the Santa Fe Trail 1822-1880 (Studie im Auftrag des National Park Service). National Park Service, Long Distance Trails Group Office Santa Fe. Stand September 1997. abgerufen am 27.10.2026
  5. Nachschlagewerk chuck wagon (Wörterbucheintrag mit First Known Use). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  6. Amtliche Stelle The Chuckwagon. National Park Service, Grant-Kohrs Ranch National Historic Site. Stand 05.09.2021. abgerufen am 27.10.2026
  7. Nachschlagewerk Hugh Allen Anderson: Goodnight, Charles (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 06.10.2026. abgerufen am 27.10.2026
  8. Museum Concord Coach. New Hampshire Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  9. Amtliche Stelle Fort Smith and the Butterfield Overland Mail (Site Bulletin). National Park Service, Fort Smith National Historic Site. Stand 20.01.2025. abgerufen am 27.10.2026
  10. Amtliche Stelle Frequently Asked Questions. National Park Service, Golden Spike National Historical Park. Stand 02.10.2026. abgerufen am 27.10.2026
  11. Amtliche Stelle Ferries: Transportation During the Cherokee Removal 1837 bis 1839. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 21.12.2021. abgerufen am 27.10.2026
  12. Amtliche Stelle Flatboats: Transportation During the Cherokee Removal 1837 bis 1839. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 21.12.2021. abgerufen am 27.10.2026
  13. Nachschlagewerk flatboat (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  14. Nachschlagewerk bullwhacker (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  15. Amtliche Stelle Wagons on the Emigrant Trails. National Park Service, Oregon, California und Mormon Pioneer National Historic Trails, Scotts Bluff National Monument. Stand 09.11.2021. abgerufen am 27.10.2026
  16. Nachschlagewerk handcar (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  17. Nachschlagewerk Draisine (Bedeutungen nach Duden GWDS 1999 und DWDS 2020, Etymologie nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2020. abgerufen am 27.10.2026
  18. Nachschlagewerk Handkarren (Bedeutung nach eWDG 1969). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  19. Nachschlagewerk William G. Hartley: Handcart Companies. Utah History Encyclopedia. Utah Department of Cultural and Community Engagement, Utah History to Go. Stand 1994. abgerufen am 27.10.2026
  20. Nachschlagewerk keelboat (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  21. Amtliche Stelle Keelboats: Transportation During the Cherokee Removal 1837 bis 1839. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 21.12.2021. abgerufen am 27.10.2026
  22. Amtliche Stelle What Happened to the Keelboat?. National Park Service, Lewis and Clark National Historic Trail. Stand 19.03.2020. abgerufen am 27.10.2026
  23. Nachschlagewerk mud wagon (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  24. Amtliche Stelle Covered Wagon at Fort Laramie. National Park Service, Fort Laramie National Historic Site. Stand 30.01.2026. abgerufen am 27.10.2026
  25. Amtliche Stelle History and Culture. National Park Service, Pony Express National Historic Trail. Stand 23.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
  26. Nachschlagewerk Postkutsche (Bedeutung nach eWDG 1974). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  27. Nachschlagewerk stagecoach (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  28. Nachschlagewerk Raddampfer (Bedeutung nach eWDG 1974). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  29. Amtliche Stelle Steamboats: Transportation During the Cherokee Removal 1837 bis 1839. National Park Service, Trail of Tears National Historic Trail. Stand 21.12.2021. abgerufen am 27.10.2026
  30. Nachschlagewerk surrey (carriage). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  31. Nachschlagewerk surrey (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  32. Nachschlagewerk Wagenzug (Bedeutung nach eWDG 1977). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  33. Nachschlagewerk wagon train (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  34. Amtliche Stelle Traveling the Emigrant Trails (Reihe The Emigrant Experience). National Park Service. Stand 29.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
  35. Nachschlagewerk Rupert N. Richardson: Butterfield Overland Mail (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1976, überarbeitet 01.11.1994. abgerufen am 27.10.2026

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