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Virginia City, Nevada
Kurz erklärt Virginia City ist ein kleiner Ort im Storey County im Westen Nevadas, am Mount Davidson auf halbem Weg zwischen Reno und Carson City. Er entstand 1859 nach dem Fund der Comstock Lode und hatte mit dem Nachbarort Gold Hill 1874 rund 25.000 Einwohner. Heute gehört er zum Virginia City Historic District, einer National Historic Landmark mit über 400 Gebäuden.

Virginia City im Westen Nevadas ist der Ort der Comstock Lode. Er liegt im Storey County am Mount Davidson, nach dem National Park Service auf halbem Weg zwischen Reno und Carson City; Britannica gibt 20 Meilen (32 Kilometer) bis Reno an.[1, 4, 13] Ein zweites Virginia City, einen Goldgräberort in Montana, stellt der Abschnitt Virginia City in Montana weiter unten vor.[16]
Geschichte von Virginia City
Vor dem Silberfund: das Land der Washoe
Die Washoe nennen sich selbst Washiw, "die Menschen". Der Kern ihres angestammten Gebiets liegt nach einem Heft des Washoe Tribe of Nevada and California um den Lake Tahoe und reicht im Osten bis an die Pine Nut Range und die Virginia Range; östlich davon leben die Paiute und die Shoshone.[14] Die Paiute nannten sich nach dem Pyramid Lake Paiute Tribe Numu, ebenfalls "die Menschen". Das Reservat dieses Stammes liegt 35 Meilen nordöstlich von Reno und reicht bis in das Storey County.[15]
Der Silberfund lockte nach dem Heft der Washoe viele Bergleute zurück in ihr Land, die es vorher nur durchquert hatten. Siedler und Bergleute fällten die Pinyon-Kiefern, deren Nüsse die Washoe ernährten und die das Heft heilig nennt, für Häuser, Grubenstützen und Brennholz, bis die Hänge kahl waren. Auf dem Höhepunkt der Berufsfischerei gingen 70.000 Pfund Fisch aus dem Lake Tahoe nach Reno, Carson City und Virginia City, und bald reichte der Fisch für die Washoe nicht mehr zum Leben (zu den Folgen für die Northern Paiute siehe Comstock Lode und Paiute).[14]
Silberfund und Gründung 1859
Am 8. Juni 1859 stießen Patrick McLaughlin und Peter O'Riley auf eine reiche Lagerstätte. Der Überlieferung nach kam Henry Comstock am Abend dazu, behauptete, das Land gehöre ihm, und ließ sich beteiligen; so kam der Erzgang zu seinem Namen. Am 27. Juni 1859 bestimmte der Probierer Melville Atwood in einer Gesteinsprobe Gold für 876 Dollar und Silber für fast 3.000 Dollar je Tonne. Der blaue Stoff, den die Goldwäscher wochenlang weggeworfen hatten, war Silbererz, und innerhalb weniger Tage begann ein neuer Ansturm.[3] Nach dem National Park Service war es der erste große Silberfund der USA.[1]
Bis zum Herbst 1859 gründeten einige Hundert Siedler Silver City, Gold Hill und Virginia City. Den Namen erhielt Virginia City nach der Online Nevada Encyclopedia von James Finney, einem frühen Claim-Inhaber mit dem Spitznamen "Old Virginny"; Britannica nennt den Prospektor "Old Virginia" Fennimore.[3, 4] Die Gegend hieß damals allgemein Washoe, und im Frühjahr 1860 kamen beim Rush to Washoe Tausende aus Kalifornien und anderen Gegenden.[3]
Fast das ganze Große Becken gehörte damals zum Utah-Territorium. 1861 bekamen die Bergleute vom Kongress ein eigenes Territorium, und 1864 wurde Nevada Bundesstaat.[2] Im neuen Nevada-Territorium lebten laut Britannica mehr als drei Viertel der Einwohner in Virginia City, das 1861 Sitz des Storey County wurde.[4]
Die Boomtown von 1860 bis 1880
Zwischen 1860 und 1880 waren Virginia City, Gold Hill, Silver City und Dayton nach dem National Park Service das Vorbild der klassischen Bergbau-Boomtown im Westen. Anders als die kleinen Goldgräberlager in Kalifornien war der Bezirk städtisch und industriell geprägt, und die Häuser zogen sich ohne Lücke von Virginia City über Gold Hill bis Silver City, vier Meilen weiter südlich. In den 1870er Jahren zählte Virginia City nach dem NPS zu den wichtigsten Städten zwischen Chicago und der Westküste.[1]
Wie viele Menschen dort lebten, geben die Quellen verschieden an. Der National Park Service nennt für Virginia City und Gold Hill 4.000 Einwohner im Jahr 1862 und 25.000 im Jahr 1874. Die Online Nevada Encyclopedia schreibt für beide Orte zusammen an einer Stelle von fast 25.000 Menschen in den 1870er Jahren, an einer anderen von mehr als 20.000 Mitte der 1870er Jahre; Britannica nennt 30.000 Einwohner in den 1870er Jahren.[1, 2, 3, 4]
Zur Blütezeit gab es laut NPS 25 Theater, mehrere große Hotels und Feuerwehren, Logen, fünf Polizeireviere, ein Rotlichtviertel, mehrere Zeitungen und über 100 Saloons; Britannica zählt sechs Kirchen. In Virginia City entstand auch die erste Gewerkschaft der Bergleute in den USA.[1, 4] Nach der Online Nevada Encyclopedia hatte Nevada wegen der Comstock Lode mehr im Ausland geborene Einwohner je Kopf als jeder andere Bundesstaat. Auf den Straßen von Virginia City sprachen Iren, Einwanderer aus Cornwall, Deutsche, Italiener, Australier, Marokkaner, Chilenen und Frankokanadier ihre eigenen Sprachen (zum Alltag siehe Leben in einer Westernstadt).[2]
Etwa ein Zehntel der Einwohner waren nach der Online Nevada Encyclopedia Chinesen. Für sie war Nevada Yin Shan, der Silberberg, im Unterschied zu Gum San, dem Goldberg, mit dem Kalifornien gemeint war.[2] Das Chinatown östlich der Innenstadt war laut NPS eines der ersten städtischen Chinatowns in Nevada und hatte zeitweise 1.500 bis 2.000 Bewohner. In ein- und zweistöckigen Holzhäusern lagen Wäschereien, Nudelküchen, Kräuterläden und kleine Gemischtwarenläden (mehr auf der Seite Chinesische Einwanderer im Westen).[1]
Afroamerikaner lebten laut dem Denkmalamt Nevadas in den 1860er Jahren selten mehr als hundert in der Stadt. Sie arbeiteten als Tagelöhner, Gepäckträger und Barbiere, einige führten wohlhabende Geschäfte, ein Arzt war weithin geachtet, und in den 1870er Jahren gingen ihre Kinder in gemischte Schulen.[7] Von 1866 bis 1875 führte der frei geborene William A. G. Brown den Boston Saloon für die afroamerikanischen Einwohner. Nach Ausgrabungen bot Brown seinen Gästen fein zubereitete Mahlzeiten aus den besten Fleischstücken (siehe Afroamerikaner im Wilden Westen).[7]
Silber, Gold und Reichtum
Von 1860 bis 1880 holten die Gruben nach dem National Park Service fast sieben Millionen Tonnen Erz aus dem Berg; die Gewinne entsprächen heute etwa 700 Millionen Dollar. Über Anlagen bei der Bank of California und an der Börse von San Francisco trug der Reichtum auch zum raschen Wachstum von San Francisco bei.[1] Eliot Lord stellte 1883 für den U.S. Geological Survey mehrere Statistiken für die Zeit von 1860 bis zum 30. Juni 1880 nebeneinander und kam je nach Berechnung auf 304.752.171,59 bis 306.181.251,05 Dollar. Eine seiner Summen, 305.779.612,48 Dollar, nennt die Online Nevada Encyclopedia als amtliche Fördermenge von 1859 bis 1882.[20, 19]
Reich wurden nur wenige. Die irischen Einwanderer John Mackay und James Fair arbeiteten zuerst selbst unter Tage und gehörten später nach der Online Nevada Encyclopedia zu den reichsten Männern der Welt.[2, 3] 1869 übernahmen sie mit James Flood und William O'Brien die Grube Hale and Norcross, 1873 fanden sie die Big Bonanza, die bei Weitem reichsten Erzkörper der Lode.[3, 19] Das Haus, in dem die vier ihren Sitz hatten, steht als Mackay Mansion bis heute.[9] Die meisten Bergbaugesellschaften lohnten sich dagegen nicht: Von 103 Gesellschaften, die Zahlen meldeten, zahlten 97 nie eine Dividende, und nur sechs schütteten mehr aus, als sie von ihren Aktionären eingefordert hatten.[19]

Der Großbrand vom 26. Oktober 1875
Am frühen Morgen des 26. Oktober 1875 wurde in einem Logierhaus eine Petroleumlampe umgestoßen. Starker Wind trieb das Feuer weiter, und 33 Häuserblocks brannten nieder. Zerstört wurden nach dem historischen Marker des Staates die katholische Kirche St. Mary in the Mountains, das Gerichtsgebäude des Storey County, Piper's Opera House, das International Hotel, die Ämter der Stadt und der größte Teil des Geschäftsviertels, dazu Büros und Förderanlagen der nahen Gruben. Danach legte die Stadt ein neues Netz von Hydranten an und baute mehrere Spritzenhäuser.[5] Britannica nennt ebenfalls 33 Blocks und die ganze Innenstadt.[4] Der National Park Service schreibt auf seiner Seite zum Denkmalbezirk einmal vom Großbrand 1875 und einmal vom Großbrand 1876; auch das Chinatown brannte nieder und erholte sich nie ganz.[1]
Niedergang und neue Rollen
Nach dem National Park Service wurde Mitte der 1870er Jahre erkennbar, dass die Comstock Lode ausgespielt war. Große Funde blieben aus, 1875 brach die Bank of California zusammen und die Börse von San Francisco stürzte ab. 1878 lockte ein reicher Fund im kalifornischen Bodie Tausende fort, und 1881 war die Förderung nach dem National Park Service so niedrig wie seit 20 Jahren nicht.[1] Die Online Nevada Encyclopedia setzt das Ende der reichen Funde später an: Nach 1878 ließen die Funde der Big Bonanza rasch nach, und bis in die 1940er Jahre kam noch Erz aus dem Berg, nur in stark verringerter Menge.[19] In den 1880er Jahren schrumpfte die Stadt, und sie wurde laut Britannica beinahe zur Geisterstadt (mehr auf der Seite Geisterstädte). 1935 brachten neue Regeln des Bundes für den Goldpreis einen bescheidenen Aufschwung, mit dem auch die Hauptstraßen gepflastert wurden.[4] Im 20. Jahrhundert lebten nach dem NPS nur noch einige Hundert Menschen in Virginia City; sie hüteten Hunderte Gebäude, Schächte und Stollen und viele Dokumente und Fotos aus der Blütezeit.[1]
In den 1940er Jahren zogen Künstler und Bohemiens in den Ort, unter ihnen der Schriftsteller Lucius Beebe, der die Zeitung Territorial Enterprise wieder herausbrachte. Anfang der 1960er Jahre zogen sich Musiker aus der Bucht von San Francisco nach Virginia City zurück; nach der Online Nevada Encyclopedia erfanden sie dort das psychedelische Rockplakat und prägten den Rocksound von San Francisco mit.[2, 3]
Bekannte Ereignisse und Personen
Samuel Clemens kam nach der Gründung des Nevada-Territoriums 1861 mit seinem Bruder Orion in den Westen, der Sekretär des Territoriums wurde.[3] Als Reporter der Territorial Enterprise in Virginia City benutzte er laut dem historischen Marker 1863 zum ersten Mal den Namen Mark Twain; 1864 verließ er die Zeitung und ging nach Kalifornien. Seine Erlebnisse in Nevada beschrieb er später in "Roughing It" (mehr auf der Seite Mark Twain im Wilden Westen).[8]
Am frühen Morgen des 20. Januar 1867 wurde die Prostituierte Julia Bulette in ihrem kleinen gemieteten Haus nahe der Ecke D Street und Union Street erwürgt. Der Franzose Jean Millian wurde dafür am 24. April 1868 gehängt; es war die erste öffentliche Hinrichtung in Virginia City. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts machten aus Bulette eine reiche, schöne und angesehene Frau, nach der Online Nevada Encyclopedia war sie bei ihrem Tod aber krank und verschuldet (mehr auf der Seite Prostitution im Wilden Westen).[21]
Die Virginia and Truckee Railroad wurde am 5. März 1868 gegründet, weil der Transport mit Wagen in die Stadt und aus ihr heraus teuer war und das Erz zu den Mühlen am Carson River musste. Auf 13,5 Meilen fiel die Strecke von Virginia City um 1.600 Fuß, das entsprach siebzehn vollen Kreisen an Kurven; gebaut haben sie vor allem chinesische Arbeiter.[11] Am 29. November 1869 war das erste Stück bis Carson City fertig, am 24. August 1872 erreichte die Bahn Reno und damit die transkontinentale Central Pacific. Zur Zeit der Big Bonanza fuhren bis zu 40 Züge am Tag auf dem einen Gleis. 1938 endete der Verkehr von Virginia City nach Carson City, am 31. Mai 1950 fuhr der letzte Zug der Gesellschaft.[11]
John Piper betrieb nacheinander drei Theater an der Comstock Lode; das heutige Piper's Opera House baute er 1885.[6] Auf Pipers Bühnen traten nach der Online Nevada Encyclopedia Redner und Künstler auf, die den Kontinent bereisten, darunter Lillie Langtry, Maud Adams, Edwin Booth und John Philip Sousa; der spätere Theaterunternehmer David Belasco lernte dort sein Handwerk.[2] 1879 sprach Ulysses S. Grant, der 18. Präsident der USA, nach einer Parade zu seinen Ehren vom Savage Mansion aus zu den Einwohnern. Das Haus von 1861 war Wohnung des Grubenleiters und Büro der Savage Mining Company.[10]
Zeitleiste
- 1859Bis zum Herbst gründen einige Hundert Siedler Silver City, Gold Hill und Virginia City.[3]
- 08.06.1859Patrick McLaughlin und Peter O'Riley stoßen auf das reiche Erz der Comstock Lode.[3] Comstock Lode
- 1861Virginia City wird Sitz des Storey County; im neuen Nevada-Territorium leben mehr als drei Viertel der Einwohner dort.[4]
- 1862Virginia City und Gold Hill haben zusammen 4.000 Einwohner.[1]
- 1863Samuel Clemens benutzt als Reporter der Territorial Enterprise zum ersten Mal den Namen Mark Twain.[8] Mark Twain
- 1866William A. G. Brown eröffnet den Boston Saloon für die afroamerikanischen Einwohner; er führt ihn bis 1875.[7]
- 20.01.1867Die Prostituierte Julia Bulette wird in ihrem Haus erwürgt.[21]
- 29.11.1869Die Virginia and Truckee Railroad ist von Virginia City bis Carson City fertig.[11]
- 1874Virginia City und Gold Hill haben zusammen 25.000 Einwohner.[1]
- 26.10.1875Großbrand: 33 Häuserblocks brennen nieder, darunter Piper's Opera House, das Gerichtsgebäude und die Kirche St. Mary in the Mountains.[5]
- 1878Ein reicher Fund in Bodie lockt Tausende Bergleute fort.[1] Bodie
- 1879Ulysses S. Grant spricht nach einer Parade vom Savage Mansion zu den Einwohnern.[10]
- 1885John Piper baut das heutige Piper's Opera House.[6]
- 1935Neue Regeln des Bundes für den Goldpreis bringen einen bescheidenen Aufschwung.[4]
- 31.05.1950Die Virginia and Truckee Railroad fährt zum letzten Mal.[11]
- 1959Die Fernsehserie Bonanza beginnt bei NBC; sie spielt nahe dem realen Virginia City und endet laut Britannica 1973, laut Online Nevada Encyclopedia 1974.[2, 23, 24] Bonanza
- 04.07.1961Der Virginia City Historic District wird National Historic Landmark.[12]
Was ist heute in Virginia City zu sehen?
Seit dem 4. Juli 1961 führt der National Park Service den Virginia City Historic District in Storey County und Lyon County unter den National Historic Landmarks, den Baudenkmälern von nationaler Bedeutung.[12] Zum Bezirk gehören Virginia City, Gold Hill, Silver City und Dayton mit über 400 Gebäuden, die meisten aus dem 19. Jahrhundert, dazu aufgelassene Schächte, Stollen und alte Straßen auf 14.750 Acres (rund 5.970 Hektar). Nach dem NPS sieht der Ort noch aus wie eine Bergbaustadt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts; er ist bewohnt und hat Restaurants, Läden, Hotels und Saloons.[1] Bei der Volkszählung 2020 zählte das U.S. Census Bureau im Census Designated Place Virginia City 787 Einwohner.[22] Die Online Nevada Encyclopedia zählt den Bezirk zu den größten National Historic Landmarks der USA und nennt in einem Artikel von 2009 mehr als eine Million Besucher im Jahr.[2]
| Stätte | Was es ist | Quelle |
|---|---|---|
| Piper's Opera House | Theater von 1885 mit originalen Kulissen, ansteigender Bühne und Logen am Bühnenrahmen | Nevada State Historic Preservation Office, Marker 236[6] |
| Mackay Mansion | Haus aus den 1860er Jahren, Büro der Gould and Curry Mining Company und Sitz von Mackay, Fair, Flood und O'Brien | Marker 132[9] |
| Savage Mansion | Wohnhaus und Grubenbüro der Savage Mining Company von 1861 im Stil des französischen Second Empire | Führer zu den Markern Nevadas[10] |
| Stätte des Chinatown | offenes Feld zwischen Union Street und Sutton Street, ungefähr zwischen F Street und H Street | National Park Service[1] |
| Stätte des Boston Saloon | Ecke Union Street und D Street, heute ein Parkplatz | Marker 266[7] |
| Virginia and Truckee Railroad | Bahn von 1869, laut Britannica teilweise wiederhergestellt; der NPS nennt Bahnfahrten unter den Angeboten im Bezirk | Britannica, National Park Service[4, 1] |
Laut Britannica dienen die verbliebenen Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts, vor allem Saloons und Museen, und einige alte Villen heute dem Fremdenverkehr.[4] Der National Park Service nennt Museen, Feste, Bahnfahrten, Grubenführungen, Stadtführungen und Fahrten mit Postkutsche und Straßenbahn (Stand der Seite: Juni 2018).[1]

Virginia City in Montana
Ein zweites Virginia City liegt im Südwesten Montanas am Ruby River und ist Sitz des Madison County. Es entstand 1863, als in der nahen Alder Gulch Gold gefunden wurde, war 1864 die erste Stadt Montanas mit Stadtrecht und von 1865 bis 1875 Hauptstadt des Territoriums.[16] Nach der Seite der Montana Heritage Commission lebten Mitte 1864 schätzungsweise 5.000 Menschen dort, in den Orten entlang der Alder Gulch zusammen bis zu 10.000.[17] In den 1860er Jahren bildeten sich dort Vigilanten, die mehrere Einwohner töteten (siehe Vigilanten).[16] Auch dieser Ort ist seit dem 4. Juli 1961 eine National Historic Landmark.[12] Die Online Nevada Encyclopedia sieht in seinem Namen ein Echo von Virginia City in Nevada, dem Vorbild aller Bergbauorte.[2]
Karte
Die Karte zeigt Virginia City nach dem Ortsnamenverzeichnis des U.S. Geological Survey, dazu die Comstock Lode am Mount Davidson und Bodie in Kalifornien, wo 1878 ein reicher Fund gemacht wurde.[13, 1]
- 1Virginia City (Virginia City, Storey County, Nevada) 39,31° N, 119,65° W[13]
- 2Comstock Lode (Mount Davidson über Virginia City, Nevada) 39,31° N, 119,66° W[25]
- 3Bodie (Bodie, Mono County, Kalifornien) 38,21° N, 119,01° W[26]
Mythos und Wahrheit
Mythos und Wahrheit
Mythos
Virginia City sieht so aus, wie die Serie Bonanza es zeigt.
Was belegt ist
Bonanza lief nach Britannica und dem Museum of Broadcast Communications von 1959 bis 1973 und spielte nahe dem realen Virginia City; die Online Nevada Encyclopedia nennt 1959 bis 1974 und ein mythisches Virginia City. Die meisten Besucher zieht nach der Online Nevada Encyclopedia nicht die Industriegeschichte an; für viele ist Virginia City eine Boomtown des Wilden Westens, und die Serie verstärkt dieses Bild. Der echte Ort war eine industrielle Bergbaustadt mit Theatern, Hotels, Polizeirevieren und einer Gewerkschaft der Bergleute.[2, 23, 24, 1]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Virginia City ist eine Geisterstadt.
Virginia City im Film
Die Fernsehserie Bonanza lief nach Britannica und dem Museum of Broadcast Communications von 1959 bis 1973 bei NBC; die Familie Cartwright lebt darin auf der Ponderosa nahe dem realen Virginia City.[23, 24] Die Online Nevada Encyclopedia nennt die Jahre 1959 bis 1974 und schreibt von einem mythischen Virginia City.[2] Den Spielfilm "Virginia City" drehte Michael Curtiz 1940 mit Errol Flynn, Miriam Hopkins und Randolph Scott. Gedreht wurde laut AFI Catalog nach Meldungen des Hollywood Reporter am Sherwood Lake und bei Victorville in Kalifornien.[18]
Häufige Fragen
Wo liegt Virginia City?
Virginia City liegt im Storey County im Westen von Nevada, am Mount Davidson. Nach dem National Park Service liegt der Ort auf halbem Weg zwischen Reno und Carson City, Britannica gibt 20 Meilen (32 Kilometer) bis Reno an.
Ist Virginia City eine Geisterstadt?
Nein. Als das Erz in den 1880er Jahren erschöpft war, wurde Virginia City laut Britannica beinahe zur Geisterstadt, im 20. Jahrhundert lebten nach dem National Park Service nur noch einige Hundert Menschen dort. Der Ort blieb aber bewohnt und ist bis heute Sitz des Storey County.
Warum heißt der Ort Virginia City?
Nach der Online Nevada Encyclopedia ist er nach James Finney benannt, einem frühen Claim-Inhaber mit dem Spitznamen "Old Virginny". Britannica nennt den Prospektor "Old Virginia" Fennimore.
Was unterscheidet Virginia City in Nevada von Virginia City in Montana?
Virginia City in Nevada entstand 1859 an der Comstock Lode, einem Silber- und Golderzgang. Virginia City in Montana entstand 1863 nach einem Goldfund in der Alder Gulch und war von 1865 bis 1875 Hauptstadt des Montana-Territoriums. Beide Orte sind seit dem 4. Juli 1961 National Historic Landmarks.
Wann brannte Virginia City ab?
Am frühen Morgen des 26. Oktober 1875 fiel in einem Logierhaus eine Petroleumlampe um. Starker Wind trug das Feuer durch die Stadt, 33 Häuserblocks brannten nieder, darunter die Kirche St. Mary in the Mountains, das Gerichtsgebäude und Piper's Opera House.
Was hat die Serie Bonanza mit Virginia City zu tun?
Die Fernsehserie Bonanza lief nach Britannica und dem Museum of Broadcast Communications von 1959 bis 1973 bei NBC; die Familie Cartwright lebt darin auf der Ponderosa nahe dem realen Virginia City. Die Online Nevada Encyclopedia nennt die Jahre 1959 bis 1974 und schreibt von einem mythischen Virginia City. Nach ihr prägt die Serie bis heute das Bild vieler Besucher vom Ort.
Kann man Virginia City besuchen?
Ja. Der Ort ist bewohnt und hat laut National Park Service Museen, Führungen, Bahnfahrten und Besichtigungen alter Gruben. Nach einem Artikel der Online Nevada Encyclopedia von 2009 kamen jedes Jahr mehr als eine Million Besucher in den Bergbaubezirk.
Quellen
- Amtliche Stelle Virginia City Historic District, Nevada. National Park Service. Stand 05.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Ronald James: Virginia City and Early Nevada Mining. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 18.03.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Ronald James: Comstock Mining District. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 20.04.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Virginia City (Nevada, United States). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle The Great Fire of 1875 (State Historic Marker Nr. 228, Liberty Engine Company No. 1). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Piper's Opera House (State Historic Marker Nr. 236). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle African Americans and the Boston Saloon (State Historic Marker Nr. 266). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mark Twain (State Historic Marker Nr. 28). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Mackay Mansion (State Historic Marker Nr. 132). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle A Guide to Nevada's Historical Markers (Abschnitt Storey County, Virginia City). Nevada State Historic Preservation Office. Stand 2021. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jerome Edwards: Virginia and Truckee Railroad. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 18.03.2009. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle List of NHLs by State (Virginia City Historic District, Montana und Nevada). National Park Service. Stand 28.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 856420: Virginia City, Populated Place, Storey County, Nevada (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation Hunga mi' heshi! (Hello!), Heft über Geschichte und Gegenwart des Stammes. Washoe Tribe of Nevada and California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Tribal Nation The People (Numu). Pyramid Lake Paiute Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Virginia City (Montana, United States). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Explore Legendary Virginia City and Nevada City Montana (Startseite). Montana Heritage Commission, Montana Department of Commerce. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Filmdatenbank Virginia City (1940). AFI Catalog of Feature Films, American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Jerome Edwards: Comstock Lode. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 03.05.2011. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Eliot Lord: Comstock Mining and Miners. Monographs of the United States Geological Survey, Band 4. U.S. Geological Survey, Government Printing Office, Washington. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Susan James: Julia Bulette (Online Nevada Encyclopedia). Nevada Humanities. Stand 20.10.2015. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle TIGERweb Census 2020, Census Designated Places: Virginia City CDP, Nevada (GEOID 3280000), Einwohnerzahl der Volkszählung 2020 (Abfrage im Kartendienst Places_CouSub_ConCity_SubMCD). U.S. Census Bureau. Stand Volkszählung 2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Bonanza (American television series). Encyclopaedia Britannica. Stand 12.12.2008, aktualisiert 11.05.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Bonanza, Eintrag aus der Encyclopedia of Television des Museum of Broadcast Communications (1997). Television Academy Foundation, The Interviews. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 856225: Mount Davidson, Summit, Storey County, Nevada (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Geographic Names Information System, Eintrag 1658094: Bodie, Populated Place, Mono County, California (Abfrage im Kartendienst geonames der National Map). U.S. Geological Survey. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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