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Comstock Lode: der Silberrausch in Nevada

Kurz erklärt Die Comstock Lode ist ein Erzgang aus Silber und Gold am Mount Davidson bei Virginia City in Nevada. Patrick McLaughlin und Peter O'Riley stießen am 8. Juni 1859 auf das Erz, benannt wurde es nach Henry Comstock. Es war der erste große Silberfund der USA; bis Mitte 1880 lieferte sie nach einer Bundesstudie von 1883 Metall für 304,75 bis 306,18 Millionen Dollar.

Kahler, steiler Berghang in der Wüste von Nevada mit einem hölzernen Förderturm, grauen Erzhalden und verwitterten Bretterschuppen im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Was ist die Comstock Lode?

Die Comstock Lode ist ein Erzgang aus Silber und Gold am steilen Hang des Mount Davidson in Nevada, zwischen Reno und Carson City.[1, 3] Das Wort Lode kommt aus dem Cornischen und bedeutet Erzkörper.[2] Nach dem National Park Service reichte der Erzgang von Virginia City bis Silver Hill. Der Fund von 1859 war der erste große Silberfund der USA und einer der reichsten in ihrer Geschichte.[3] Nach den besten Schätzungen bestand das geförderte Erz zu 57 Prozent aus Silber und zu 42 Prozent aus Gold; die Comstock Lode war also auch ein bedeutendes Goldrevier.[1]

Um den Erzgang wuchsen die Bergbauorte Virginia City, Gold Hill und Silver City, unten am Carson River Dayton.[2, 3] Die Gegend hieß damals allgemein Washoe, und der Ansturm ab 1859 ging als Rush to Washoe in die Geschichte ein.[1, 2] Zwanzig Jahre lang bestimmte die Comstock Lode die Geschichte Nevadas.[1]

Wie wurde die Comstock Lode entdeckt?

1849 fand Abner Blackburn auf dem Weg nach Kalifornien Gold an der Mündung des Gold Canyon in den Carson River, wo später Dayton entstand. Ab 1850 wuschen Goldsucher dort goldhaltigen Sand aus.[2] Die Brüder Ethan Allen und Hosea Grosh suchten in den 1850er Jahren planmäßig nach den Erzgängen, aus denen das Gold stammte, und fanden Silber. Beide starben, bevor sie ihre Funde verwerten konnten, und ihre Aufzeichnungen gingen verloren.[4] Im Januar 1858, weniger als einen Monat nach dem Tod von Allen Grosh, gründeten die Bergleute am Gold Canyon den ersten Bergbaubezirk für Quarzerz am Osthang der Sierra Nevada nördlich der mexikanischen Grenze.[4]

Zum Ende der 1850er Jahre war das Gold im Canyon fast ausgewaschen.[2] 1859 folgten zwei Funde an den beiden Enden des Erzgangs: im Süden an einem Hügel, den die Bergleute Gold Hill nannten, im Norden am Kopf einer Schlucht unter dem Berg, den sie Sun Peak nannten.[2, 4] Dort gruben Patrick McLaughlin und Peter O'Riley am 8. Juni 1859 ein Loch, um Wasser für ihre Waschwiege zu sammeln, und stießen auf reiche Erde.[2, 4] Die Encyclopaedia Britannica und das Bureau of Land Management nennen nur den Monat Juni 1859.[5, 10]

Am Abend kam Henry Comstock vorbei, ein Kanadier, der als Pelzhändler und Trapper in den Westen gekommen war. Nach Eliot Lord, der 1883 die Geschichte der Lode für den U.S. Geological Survey schrieb, behauptete er, das Gelände gehöre zu einer Ranch von 160 Acres, die er abgesteckt habe. Einen Eintrag dafür hatte er nicht; das Land gehörte den USA.[4] Um Streit zu vermeiden, gaben ihm McLaughlin und O'Riley einen Anteil, und so trägt der Erzgang Comstocks Namen.[2, 4]

Die Bergleute klagten bald über einen lästigen blauen Stoff, der ihre Waschgeräte verstopfte. Am 27. Juni 1859 untersuchte der Probierer Melville Atwood in Kalifornien eine Gesteinsprobe: Eine Tonne enthielt Gold für 876 Dollar und Silber für knapp 3.000 Dollar.[2, 4] Der blaue Stoff war reiches Silbererz, und innerhalb weniger Tage begann ein neuer Ansturm.[2]

Gerüst aus dicken, rechtwinklig verbundenen Holzbalken in einem engen Stollen, von zwei Laternen beleuchtet, auf dem Boden Schienen und ein leerer Erzwagen
Kastenzimmerung in einem Stollen. Das Balkengerüst hielt das lockere Gestein in den tiefen Gruben der Comstock Lode. Bild: KI-generiert

Wie verlief der Silberrausch?

Die ersten Jahre bis 1865

Bis zum Herbst 1859 gründeten einige Hundert Siedler Silver City, Gold Hill und Virginia City; den Namen Virginia City erhielt der Ort nach der Online Nevada Encyclopedia vom frühen Claim-Inhaber James Finney, genannt "Old Virginny"; Britannica nennt den Prospektor "Old Virginia" Fennimore.[13] Im Frühjahr 1860 kamen Tausende aus Kalifornien und anderen Gegenden.[2] Unter den Ersten war George Hearst, der Virginia City mit einem Vermögen verließ.[2]

Die Jahre bis 1865 nennt die Online Nevada Encyclopedia die Zeit der Prozesse. Bergleute und Gesellschaften stritten vor Gericht, wo ihre Claims endeten und ob die Lode ein einziger Erzgang war oder aus vielen bestand. In diesen sechs Jahren förderten sie Erz für schätzungsweise 50 Millionen Dollar, von denen etwa 10 Millionen für die Prozesse ausgegeben wurden.[1] Der Bergbauanwalt William Stewart machte so ein Vermögen und wurde später US-Senator.[9]

Der Westen des Großen Beckens gehörte zum Utah-Territorium; 1861 schuf der Kongress das Nevada-Territorium, und 1864 wurde Nevada Bundesstaat.[9] Nach der Online Nevada Encyclopedia wäre das ohne die Comstock Lode nicht so früh geschehen.[1] Mit dem neuen Territorium kam Samuel Clemens nach Nevada, der seinen Bruder Orion begleitete, den Sekretär des Territoriums. Er schrieb für die Zeitung Territorial Enterprise in Virginia City und nahm dort den Namen Mark Twain an (Mark Twain im Wilden Westen).[2]

Die Bank of California und der Big Bonanza

Von 1865 bis 1875 beherrschte die Bank of California aus San Francisco die Comstock Lode. Ihr Vertreter in Virginia City, William Sharon, lieh Geld zu 2 Prozent im Monat und übernahm Gruben und Mühlen, wenn die Schuldner nicht zahlen konnten.[1] Die Bank baute die Virginia and Truckee Railroad und kaufte oder gründete Gesellschaften für Land, Wasser und Fracht.[1]

1869 übernahmen die irischen Einwanderer John Mackay und James Fair, früher einfache Bergleute, mit ihren Partnern James Flood und William O'Brien die Grube Hale and Norcross.[2] 1873 stießen sie auf die reichsten Erzkörper der ganzen Lode, den Big Bonanza.[1, 2] Zwei ihrer benachbarten Gruben förderten von 1873 bis 1882 Erz für 105.168.859 Dollar, und die vier Besitzer erhielten 74.250.000 Dollar an Dividenden.[1] 1875 brach die Bank of California zusammen, und die Börse in San Francisco stürzte ab.[3] Nach 1878 gingen die großen Funde rasch zu Ende.[1]

Arbeit unter Tage

Weil das Erz tief im Berg lag und das Gestein nicht von selbst hielt, entstand an der Comstock Lode neue Bergbautechnik. Die Besitzer der Ophir-Grube beauftragten den Ingenieur Philipp Deidesheimer, eine bessere Stütze für die Gruben zu finden. Seine Kastenzimmerung (square-set timbering) aus rechtwinklig verbundenen Balken setzte sich im ganzen Westen durch; patentiert hat er sie nicht.[1, 2] In den Mühlen entwickelten die Müller das Washoe-Pfannenverfahren, um das Silber aus dem Erz zu lösen.[2] 1880 reichten die Gruben 2.100 Fuß tief, tiefer als jede Grube bis dahin.[1] Die Online Nevada Encyclopedia spricht an anderer Stelle von Gruben bis 3.000 Fuß.[2]

Tief unter Tage war es heiß: Am 11. Juni 1870 maß man in der Grube Yellow Jacket auf der 900-Fuß-Sohle trotz Gebläsen 97 Grad Fahrenheit, rund 36 Grad Celsius; die Bergleute arbeiteten fast nackt.[4] Am Morgen des 7. April 1869 brach auf der 800-Fuß-Sohle der Grube Yellow Jacket ein Feuer aus, wahrscheinlich durch eine vergessene Kerze; Rauch und giftige Luft drangen in die Nachbargruben Crown Point und Kentuck. Lord zählte 34 Bergleute, die wahrscheinlich ums Leben kamen.[4]

Am 4. Juli 1867 gründeten die Bergleute in Virginia City eine Gewerkschaft, die Miners' Union. Sie bestand auf einem Lohn von 4 Dollar am Tag für alle Arbeiter unter Tage.[4] Um das Wasser aus den Gruben abzuleiten, plante Adolph Sutro, ein Einwanderer aus Preußen, einen Stollen zum Tal des Carson River.[1] Am 8. Juli 1878 brachen Bergleute in der Grube Savage zum Stollen durch.[4] Fertig war er fast vier Meilen lang.[1]

Bewaldeter Berghang über einem tiefblauen Bergsee in der Sierra Nevada, am trockenen Hang frisch geschlagene Stämme und Baumstümpfe im Abendlicht
Berghang über dem Lake Tahoe in der Sierra Nevada. Von dort kam Holz für die Gruben der Comstock Lode. Bild: KI-generiert

Holz und Wasser

Für die Zimmerung der Gruben brauchte man viel Holz, doch das trockene Land um Virginia City trug kaum Wald. Das Holz kam aus der Gegend um den Lake Tahoe: Eine Schmalspurbahn brachte es auf den Spooner Summit, in der V-förmigen Rinne von J. W. Haines schwamm es ins Tal, und die Virginia and Truckee Railroad fuhr es zu den Gruben. Trinkwasser kam in Rohren aus der Sierra Nevada über die Virginia Range.[1]

Wer an der Comstock Lode lebte

Die Bevölkerung von Virginia City und Gold Hill wuchs nach dem National Park Service von 4.000 im Jahr 1862 auf 25.000 im Jahr 1874.[3] Die Online Nevada Encyclopedia nennt für die 1870er Jahre einmal mehr als 20.000, einmal fast 25.000 Menschen.[2, 9] Zur Blütezeit hatte der Ort nach dem National Park Service 25 Theater, mehrere Zeitungen und über 100 Saloons (zur Sozialgeschichte Saloons im Wilden Westen).[3]

In den Gruben arbeiteten vor allem Einwanderer aus Europa. Nach der Volkszählung von 1880 waren von 2.770 Bergleuten nur 770 in den USA geboren; 816 kamen aus Irland, 640 aus England und Wales.[1] Chinesen durften wegen des allgemeinen Rassismus gegen sie nicht in den Gruben arbeiten.[1] Sie waren Goldwäscher, Bahnarbeiter, Wäscher, Ärzte und Ladenbesitzer; in Virginia City lebten in den 1870er Jahren zeitweise 1.500 bis 2.000 Chinesen in einem eigenen Viertel östlich der Innenstadt (Chinesische Einwanderer im Westen).[3] Schon 1855 hatten chinesische Arbeiter den Rose Ditch gegraben; ihr Lager an der Mündung des Gold Canyon hieß Chinatown und wurde 1861 in Dayton umbenannt.[3]

Am 26. Oktober 1875 brach in einem kleinen Logierhaus in Virginia City ein Feuer aus, weil eine Petroleumlampe umgestürzt war, und zerstörte große Teile der Stadt.[4] Auch das chinesische Viertel brannte nieder und erholte sich nie ganz.[3]

Wie viel Silber und Gold lieferte die Comstock Lode?

Lord stellte 1883 mehrere Statistiken nebeneinander, die verschiedene Jahre und Quellen erfassen. Je nach Berechnung kam er für die Zeit von 1860 bis zum 30. Juni 1880 auf 304.752.171,59 bis 306.181.251,05 Dollar.[4] Eine seiner Summen, 305.779.612,48 Dollar, nennt die Online Nevada Encyclopedia als amtliche Fördermenge von 1859 bis 1882.[1, 4]

Förderung und Gewinne an der Comstock Lode nach Quellen
ZeitraumAngabeQuelle
1859 bis 1865Erz für schätzungsweise 50 Millionen Dollar, davon etwa 10 Millionen für Prozesse ausgegebenOnline Nevada Encyclopedia[1]
1860 bis 30. Juni 18806.971.641 Tonnen Erz, Metall für 304.752.171,59 bis 306.181.251,05 Dollar je nach StatistikLord 1883[4]
1860 bis 1880fast 7 Millionen Tonnen Erz, Gewinne von heute rund 700 Millionen DollarNational Park Service[3]
1859 bis 1882amtlich 305.779.612,48 DollarOnline Nevada Encyclopedia[1]
1876 bis 1878Silbererz für etwa 36 Millionen Dollar im JahrEncyclopaedia Britannica[5]
1873 bis 1882zwei Gruben der Bonanza-Gruppe: Erz für 105.168.859 Dollar, Dividenden 74.250.000 DollarOnline Nevada Encyclopedia[1]
alle GesellschaftenDividenden 115.871.100 Dollar, Nachschüsse der Aktionäre 61.715.535 DollarOnline Nevada Encyclopedia[1]

Wie die Lode in die Wirtschaft des Westens passt, beschreibt die Seite Die Wirtschaft des Wilden Westens. Für die meisten Aktionäre lohnte sie sich nicht. Von 103 Gesellschaften, die Zahlen meldeten, zahlten 97 nie eine Dividende, nur sechs schütteten mehr aus, als sie von den Aktionären eingefordert hatten.[1] Die Aktien schwankten stark: Eine Aktie der Grube Belcher kostete im April 1868 430 Dollar, im April 1872 1.525 Dollar und im September 1878 noch 2 Dollar.[1]

Welche Folgen hatte die Comstock Lode?

Für Nevada und den Westen

Das Geld aus den Gruben floss über die Bank of California und die Börse nach San Francisco und half der Stadt beim Wachsen.[3] Zehn Jahre nach dem Fund rechtfertigte die Förderung eine Münzstätte des Bundes in Carson City, die bis 1893 bestand.[5] Die Technik der Lode, von der Kastenzimmerung über flache Drahtseile bis zu Sicherheitskörben für die Förderung, wurde bis nach Südamerika, Australien und Südafrika übernommen.[2, 9] Senator William Stewart war maßgeblich am Bergbaugesetz von 1872 beteiligt, das bis heute den Rechtsrahmen für den Bergbau in den USA bildet.[9]

Ab Mitte der 1870er Jahre wurden kaum noch große Erzkörper gefunden. 1878 lockte ein reicher Fund im kalifornischen Bodie Tausende fort, und 1881 war die Förderung so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr.[3] 1882 liefen die reichen tiefen Sohlen voll Wasser.[5] Abgebaut wurde danach in kleinem Umfang, bis in die 1940er Jahre.[1] Storey County mit der Comstock Lode hatte zur Blütezeit vielleicht 25.000 Einwohner, im Jahr 1900 noch 3.560. Von 1880 bis 1900 verlor ganz Nevada ein Drittel seiner Bevölkerung.[1] Laut Britannica verschwanden Virginia City und die anderen Bergbauorte oder wurden zu Touristenzielen (mehr auf der Seite Geisterstädte).[5]

Für die Northern Paiute und die Washoe

Der Bergbau an der Comstock Lode traf die Northern Paiute der Region schwer. Die Paiute nannten sich selbst Numu, "die Menschen", schreibt der Pyramid Lake Paiute Tribe; heute leben Paiute-Gruppen unter anderem am Pyramid Lake, in Fallon, Lovelock und am Walker River.[12] Der Zustrom Tausender Neuankömmlinge setzte nach der Online Nevada Encyclopedia die knappen Vorräte im trockenen Großen Becken unter Druck (Paiute).[6] Im Frühjahr 1860 lebten in der Gegend etwa so viele Zuwanderer wie Northern Paiute.[7] Im Mai 1860 entführten zwei Brüder Williams an der Williams Station, einer Poststation mit Ausschank am Carson River, zwei etwa zwölfjährige Paiute-Mädchen. Bei der Befreiung der Mädchen töteten Paiute fünf Männer und brannten die Station nieder.[7]

Daraus entstand der Pyramid Lake War. Am 12. Mai 1860 lockten die Paiute unter Numanga eine Freiwilligentruppe von 105 Mann aus Virginia City, Silver City, Carson City und Genoa am Truckee River südöstlich des Pyramid Lake in einen Hinterhalt. Etwa 70 der Freiwilligen starben, unter ihnen William Ormsby, der die Führung zu übernehmen versucht hatte.[7] Am 2. Juni 1860 trafen 544 Freiwillige unter John Coffee Hays und 207 Soldaten der Armee auf die Paiute. Drei Weiße starben, die Verluste der Paiute sind nicht bekannt; in der Nacht zogen sich die Paiute zurück.[7] Danach stand das Gebiet der Comstock Lode fest unter der Kontrolle der Zuwanderer.[7]

Krankheiten, Rassismus und der Verlust von Nahrungsquellen setzten den Northern Paiute schwer zu. Nach einem ersten Rückgang wuchs ihre Zahl nach den Forschungen des Archäologen Eugene M. Hattori wieder; viele arbeiteten für Lohn in Haushalten, Wäschereien und als Tagelöhner, schon Henry Comstock beschäftigte Paiute an seinem Claim.[6]

Auch die Washoe (Eigenbezeichnung Washiw, "die Menschen") trafen die Folgen. Ihr Kerngebiet liegt nach Angaben des Stammes um den Lake Tahoe und reicht im Osten bis an die Pine Nut Range und die Virginia Range, in der die Comstock Lode liegt.[8, 10] Nach dem Silberfund kamen viele Bergleute in ihr Gebiet zurück, die vorher nur durchgezogen waren. Siedler und Bergleute fällten auch die Pinyon-Kiefern (Pinus monophylla), deren Nüsse den Washoe als Nahrung dienten, für Häuser, Grubenstützen und Brennholz; die Wälder wurden zu kahlen Hängen.[8] 1859 schlug Frederick Dodge, Indian Agent der Bundesregierung, vor, die Washoe in zwei Reservate am Pyramid Lake und am Walker Lake zu bringen, die sie mit den Paiute teilen sollten. Die Washoe wollten auf ihrem eigenen Land bleiben und wehrten sich gegen jede Umsiedlung.[8]

Trockene Hügel mit niedrigen, rundlichen Pinyon-Kiefern und Beifußsträuchern, auf einem flachen Stein ein Häufchen Kiefernzapfen, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Pinyon-Kiefern im Großen Becken. Die Nüsse dieser Kiefern waren eine wichtige Nahrung der Washoe; für die Gruben wurden viele Bäume gefällt. Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Comstock Lode
  1. 1849Abner Blackburn findet an der Mündung des Gold Canyon in den Carson River Gold.[2]
  2. Januar 1858Bergleute am Gold Canyon gründen den ersten Bergbaubezirk für Quarzerz am Osthang der Sierra Nevada.[4]
  3. 08.06.1859Patrick McLaughlin und Peter O'Riley stoßen beim Graben eines Wasserlochs auf reiches Erz; Henry Comstock lässt sich beteiligen.[2, 4]
  4. 27.06.1859Der Probierer Melville Atwood findet in einer Probe Silber für knapp 3.000 und Gold für 876 Dollar je Tonne.[2, 4]
  5. 12.05.1860Paiute unter Numanga schlagen am Truckee River eine Freiwilligentruppe aus den Orten der Region; etwa 70 Freiwillige sterben.[7] Paiute
  6. 1861Der Kongress schafft das Nevada-Territorium.[9]
  7. 1864Nevada wird Bundesstaat.[9]
  8. 04.07.1867In Virginia City gründen Bergleute die Miners' Union, die 4 Dollar Tageslohn unter Tage durchsetzt.[4]
  9. 07.04.1869Ein Feuer in der Grube Yellow Jacket tötet wahrscheinlich 34 Bergleute.[4]
  10. 1873John Mackay und James Fair stoßen auf den Big Bonanza.[1, 2]
  11. 1875Die Bank of California bricht zusammen, die Börse in San Francisco stürzt ab.[3]
  12. 26.10.1875Ein Großbrand zerstört weite Teile von Virginia City.[3, 4] Virginia City
  13. 1878Ein reicher Fund in Bodie lockt Tausende aus dem Revier fort.[3] Bodie
  14. 08.07.1878Der Sutro-Stollen erreicht die Grube Savage.[4]
  15. 1882Die reichen tiefen Sohlen laufen voll Wasser.[5]

Erinnerung heute

Virginia City, Gold Hill, Silver City und Dayton bilden mit dem Bergbaugelände ringsum den Virginia City Historic District, eine National Historic Landmark. Zu ihm gehören über 400 Gebäude, die meisten aus dem 19. Jahrhundert, dazu Schächte, Stollen und alte Straßen auf 14.750 Acres.[3] Die Online Nevada Encyclopedia zählt das Gebiet zu den größten National Historic Landmarks der USA und nennt mehr als eine Million Besucher im Jahr.[9] Seit 1993 untersuchen Archäologen den Alltag im Bergbauort.[9]

Der Ort heute und seine Geschichte stehen auf der Seite Virginia City, Nevada, die anderen Goldräusche des Westens vergleicht die Seite Die Goldräusche im Wilden Westen. Das Bild vieler Besucher prägt nach der Online Nevada Encyclopedia die Fernsehserie Bonanza, die von 1959 bis 1974 ein mythisches Virginia City zeigte.[2, 9] Nach Britannica lief sie von 1959 bis 1973, nach dem Museum of Broadcast Communications vom 12. September 1959 bis zum 16. Januar 1973, und die Familie Cartwright lebt auf der Ponderosa nahe dem realen Virginia City.[14, 15]

Wo liegt die Comstock Lode?

Die Comstock Lode liegt im Storey County im Westen Nevadas am Mount Davidson, über dem Virginia City entstand.[1, 11]

Karte: Comstock Lode und Virginia City125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Comstock Lode2Virginia City3Bodie
Karte: Comstock Lode und Virginia City
  1. 1Comstock Lode (Mount Davidson über Virginia City, Nevada) 39,31° N, 119,66° W[11]
  2. 2Virginia City (Virginia City, Storey County, Nevada) 39,31° N, 119,65° W[16]
  3. 3Bodie (Bodie, Mono County, Kalifornien) 38,21° N, 119,01° W[17]
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Mythos und Wahrheit

Die Comstock Lode im Film

Im Film

Häufige Fragen

Was ist die Comstock Lode?

Ein Erzgang aus Silber und Gold am Mount Davidson bei Virginia City in Nevada. Nach den besten Schätzungen bestand das geförderte Erz zu 57 Prozent aus Silber und zu 42 Prozent aus Gold. Der Fund von 1859 war der erste große Silberfund der USA.

Wer hat die Comstock Lode entdeckt?

Die Bergleute Patrick McLaughlin und Peter O'Riley stießen am 8. Juni 1859 beim Graben eines Wasserlochs auf das reiche Erz. Henry Comstock behauptete am selben Abend, das Land gehöre ihm, und ließ sich beteiligen. Nach ihm heißt der Erzgang bis heute.

Wie viel Silber und Gold wurde an der Comstock Lode gefördert?

Eliot Lord nannte 1883 für die Zeit von 1860 bis Mitte 1880 fast 7 Millionen Tonnen Erz und je nach Statistik 304,75 bis 306,18 Millionen Dollar an Metall. Die Online Nevada Encyclopedia gibt als amtliche Summe 305.779.612,48 Dollar an, bezogen auf 1859 bis 1882.

Wurden die Bergleute an der Comstock Lode reich?

Die meisten nicht. Unter Tage verdienten sie nach dem Lohn, den die Bergarbeitergewerkschaft durchsetzte, 4 Dollar am Tag. Von 103 Bergbaugesellschaften zahlten 97 nie eine Dividende. Reich wurden wenige, etwa die vier Besitzer der Bonanza-Gruppe.

Warum ist die Comstock Lode wichtig für Nevada?

Der Silberrausch brachte so viele Menschen in den Westen des Utah-Territoriums, dass der Kongress 1861 das Nevada-Territorium schuf. 1864 wurde Nevada Bundesstaat. Laut Online Nevada Encyclopedia wäre das ohne die Comstock Lode nicht so früh geschehen.

Was hat Mark Twain mit der Comstock Lode zu tun?

Samuel Clemens kam nach 1861 mit seinem Bruder Orion nach Nevada und schrieb für die Zeitung Territorial Enterprise in Virginia City. Dort nahm er den Namen Mark Twain an. Mehr steht auf der Seite Mark Twain im Wilden Westen.

Wann endete der Silberrausch an der Comstock Lode?

Ab Mitte der 1870er Jahre wurden kaum noch große Erzkörper gefunden, 1881 war die Förderung laut National Park Service so niedrig wie seit 20 Jahren nicht. 1882 liefen die tiefen Sohlen voll Wasser. Abgebaut wurde in kleinem Umfang bis in die 1940er Jahre.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Jerome Edwards: Comstock Lode. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 03.05.2011. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Ronald James: Comstock Mining District. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 20.04.2009. abgerufen am 25.10.2026
  3. Amtliche Stelle Virginia City Historic District, Nevada. National Park Service. Stand 05.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  4. Primärquelle Eliot Lord: Comstock Mining and Miners. Monographs of the United States Geological Survey, Band 4. U.S. Geological Survey, Government Printing Office, Washington. Stand 1883. abgerufen am 25.10.2026
  5. Nachschlagewerk Comstock Lode. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  6. Nachschlagewerk Ronald James: Native Americans on the Comstock. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 10.01.2011. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Jerome Edwards: Pyramid Lake War. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 18.01.2011. abgerufen am 25.10.2026
  8. Tribal Nation Hunga mi' heshi! (Hello!), Heft über Geschichte und Gegenwart des Stammes. Washoe Tribe of Nevada and California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  9. Nachschlagewerk Ronald James: Virginia City and Early Nevada Mining. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 18.03.2009. abgerufen am 25.10.2026
  10. Amtliche Stelle The Comstock Lode. Bureau of Land Management, Blog. Stand 10.06.2021. abgerufen am 25.10.2026
  11. Tribal Nation The People (Numu). Pyramid Lake Paiute Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  12. Nachschlagewerk Virginia City (Nevada, United States). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  13. Nachschlagewerk Bonanza (American television series). Encyclopaedia Britannica. Stand 12.12.2008, aktualisiert 11.05.2026. abgerufen am 27.10.2026
  14. Nachschlagewerk Bonanza, Eintrag aus der Encyclopedia of Television des Museum of Broadcast Communications (1997). Television Academy Foundation, The Interviews. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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