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Mark Twain im Wilden Westen

Kurz erklärt Mark Twain, eigentlich Samuel Clemens (1835 bis 1910), ging 1861 mit seinem Bruder nach Nevada, suchte dort erfolglos Silber und wurde Reporter der Territorial Enterprise in Virginia City. In dieser Zeitung unterschrieb er Anfang Februar 1863 wahrscheinlich zum ersten Mal mit "Mark Twain". 1864 zog er nach Kalifornien, im Dezember 1866 verließ er den Westen; seine Erinnerungen erschienen 1872 als "Roughing It".

Hölzerne Häuserzeilen einer Bergbaustadt an einem kahlen Berghang, darunter Fördergerüste und Halden, Beifußsträucher im Vordergrund im warmen Abendlicht
Bild: KI-generiert

Wer war Mark Twain?

Mark Twain hieß eigentlich Samuel Langhorne Clemens. Er kam am 30. November 1835 in Florida, Missouri, zur Welt und starb am 21. April 1910 in Redding, Connecticut.[3] Britannica nennt ihn Humoristen, Journalisten, Vortragsredner und Romanautor; berühmt wurde er mit Reiseberichten wie "Roughing It" (1872) und mit "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn".[3] Vorher lernte er ab 1857 beim Lotsen Horace Bixby das Steuern von Dampfern auf dem Mississippi und fuhr dort als Lotse, bis der Bürgerkrieg den Fluss für den zivilen Verkehr sperrte.[2] Der National Park Service führt ihn für 1858 dagegen als Zweiten Maat auf dem Dampfer A. B. Chambers No. 2.[16] Danach ging er in den Westen. Nach dem Literaturwissenschaftler Lawrence I. Berkove waren die Jahre in Nevada und Kalifornien prägend für sein Denken und seine Kunst.[2]

Wie kam Mark Twain nach Nevada?

Sein Bruder Orion war zum Sekretär des neuen Nevada-Territoriums ernannt worden. Samuel schloss sich ihm als Sekretär an, im Juli 1861 brachen die Brüder nach Carson City auf.[2] In "Roughing It" macht Twain sich über das Amt lustig: Es vereine Schatzmeister, Rechnungsprüfer, Staatssekretär und stellvertretenden Gouverneur und bringe 1.800 Dollar im Jahr. Er selbst wurde Privatsekretär seines Bruders und wollte drei Monate bleiben; nach seinen Worten wurden daraus sechs oder sieben "ungewöhnlich lange Jahre".[1]

Ab St. Joseph in Missouri fuhren die Brüder mit der Überlandkutsche. Die Fahrkarte kostete je 150 Dollar, jeder durfte nur 25 Pfund Gepäck mitnehmen.[1] Die Fahrt und die Leute der Linie beschreiben die Seiten Postkutschen im Wilden Westen und Ben Holladays Overland Stage Line; unterwegs sah Twain einen Reiter des Pony Express vorbeifliegen.[1] Am zwanzigsten Tag erreichten sie Carson City, die Hauptstadt des Territoriums. Twain beschreibt eine Stadt aus Holz mit 2.000 Einwohnern in einer grauen Ebene aus Beifuß und Alkalistaub, durch die täglich um zwei Uhr nachmittags der "Washoe Zephyr" Staubwolken trieb; Washoe war nach ihm ein Spitzname für Nevada.[1]

Mark Twain als Silbersucher

Als Sekretär seines Bruders hatte Clemens nach eigener Darstellung nichts zu tun und kein Gehalt. Mit einem Bekannten wanderte er zum Lake Tahoe, wo die beiden etwa 300 Acres Kiefernwald für sich beanspruchten. Beim Kochen setzte Twain versehentlich den Wald in Brand; vier Stunden lang sahen die beiden vom Boot aus zu, wie das Feuer die Hänge hinauflief.[1]

Dann packte ihn das "Silberfieber". Mit drei Gefährten fuhr er mit Wagen und Pferden zu den Minen im Humboldt County, später ritt er in den Bezirk Esmeralda.[1] Das Schürfen war nach der Online Nevada Encyclopedia unerwartet hart und brachte ihm nichts ein, ebenso eine Stelle in einer Pochmühle, in der Erz zerkleinert wurde (zum Alltag der Schürfer: Goldsucher).[2]

In Esmeralda glaubte sein Partner Higbie, einen "blind lead" gefunden zu haben, einen Erzgang, der nicht bis an die Oberfläche reicht. Nach den Regeln des Bezirks mussten die Finder binnen zehn Tagen auf dem Claim arbeiten. Twain pflegte in dieser Zeit einen kranken Bekannten, Higbie jagte einem Gerücht über eine verschollene Mine nach, und so steckten andere den Claim neu ab. Twain schreibt, er sei "zehn Tage lang" eine Million Dollar wert gewesen.[1]

Reporter der Territorial Enterprise in Virginia City

Abends schrieb Clemens humorvolle Skizzen und schickte sie an die Territorial Enterprise in Virginia City. Eine Satire fiel dem Herausgeber Joe Goodman auf, und er bot ihm eine Stelle als Reporter an.[2] In "Roughing It" nennt Twain 25 Dollar die Woche als Lohn für den Posten des Lokalredakteurs, später 40 Dollar.[1] Die Enterprise war nach Berkove schon damals die herausragende Zeitung an der Comstock Lode; sie zahlte gut und ließ ihren Schreibern viel Freiheit. Ihr gehörten Goodman und Denis McCarthy, für sie schrieben William Wright unter dem Namen Dan De Quille und der streitbare Leitartikler Rollin Daggett. Clemens wohnte mit De Quille zusammen und lernte von ihm.[2]

Virginia City wuchs in diesen Jahren rasch. Mit dem benachbarten Gold Hill hatte der Ort nach dem National Park Service 1862 rund 4.000 Einwohner, 1874 waren es 25.000.[13] Twain beschreibt die "Flush Times", die Jahre des leichten Geldes: Überall wurden Schächte gegraben, aber nicht einmal zehn der vielen kleinen Gruben förderten Erz, das sich lohnte.[1] Von den ersten 26 Gräbern auf dem Friedhof von Virginia City sagte man nach Twain, sie gehörten Ermordeten; so habe es jeder erzählt und geglaubt.[1] Die Stadt liegt im Storey County in Nevada.[15]

Ein Stapel leerer Zeitungspapierbögen, Federkiel, Tintenfass aus Glas und eine Öllampe auf einem dunklen Holztisch, dahinter tiefer Schatten
Schreibtisch in einer Zeitungsredaktion, wie sie Twain in Virginia City kannte Bild: KI-generiert

Woher kommt der Name Mark Twain?

Den Namen benutzte Clemens wahrscheinlich zuerst in der Territorial Enterprise. Die Herausgeber des Mark Twain Project an der University of California halten den "Letter from Carson City" vom 3. Februar 1863 für den wahrscheinlich ersten Text mit dieser Unterschrift; die Online Nevada Encyclopedia nennt den 2. Februar 1863.[2, 4] Seine eigene Erklärung steht in "Life on the Mississippi" von 1883: "Mark twain" ist der Ruf beim Ausloten des Flusses für zwei Faden Wassertiefe.[2, 12] Den Namen habe er von Kapitän Isaiah Sellers übernommen, einem alten Lotsen, der kurze Berichte über den Wasserstand mit "Mark Twain" unterschrieb und an den New Orleans Picayune schickte. Als ihn an der Pazifikküste die Nachricht von Sellers' Tod erreichte, habe er sich den Namen angeeignet, schreibt Twain; ein Jahr nennt er dafür nicht.[12]

Erfundene Meldungen

Am 4. Oktober 1862 druckte die Enterprise seine Meldung "Petrified Man" über einen angeblich gefundenen versteinerten Mann. Clemens nannte sie in einem Brief an seinen Bruder Orion eine glatte Lüge, mit der er G. T. Sewall ärgern wollte, einen Richter im Humboldt County. Von zwölf Nachdrucken in Kalifornien und Nevada zweifelten acht nicht an der Geschichte; die Alta California in San Francisco erkannte einen Schwindel.[5] Solche Falschmeldungen (hoaxes) gehörten nach Berkove zu den Kunstgriffen der Zeitungsschreiber in Nevada, und Twain verwendete sie später in den meisten seiner großen Werke.[2]

Seinen ersten Tag als Reporter schildert Twain in "Roughing It" als Lehrstück. Goodman verlangte Tatsachen statt Gerüchten; Twain machte aus einem einzigen Heuwagen sechzehn Meldungen, und einem Auswandererwagen, der weiter nach Kalifornien zog, dichtete er einen Kampf mit Indigenen an ("an Indian fight") und setzte die Namen der Reisenden unter die Toten und Verwundeten.[1]

Ich ließ zu oft die Fantasie über die Tatsachen siegen, wenn es an Nachrichten fehlte.

Mark Twain über seine Zeit als Lokalredakteur in Virginia City, Roughing It, 1872, Kapitel 42 Übersetzung der Redaktion[1]

Mark Twain in Kalifornien

1864 zog Twain nach Kalifornien. Er schrieb für Zeitungen wie die Call und die Alta California in San Francisco und die Sacramento Union und schickte weiter Beiträge an die Territorial Enterprise.[2] In "Roughing It" begründet er den Umzug damit, dass er Virginia City satt hatte und San Francisco sehen wollte.[1]

Ab Dezember 1864 war er bei Jim Gillis und Dick Stoker auf dem Jackass Hill in Kalifornien zu Gast.[6, 8] In "Roughing It" beschreibt er einen verfallenen Bergbauort im Tuolumne County, wo einst zwei- oder dreitausend Menschen gelebt hatten und keine Spur der Stadt geblieben war.[1] Der Winterregen hielt die Männer oft im Haus, und in Angel's Camp hörte Clemens die Geschichten der Bergleute. Um den 25. Januar 1865 notierte er sich die Begegnung mit Ben Coon, einem Lotsen vom Illinois River, um den 6. Februar eine Wette mit einem springenden Frosch.[6] Auf dem Jackass Hill steht heute ein Nachbau seiner Hütte mit dem originalen Kamin. Seit dem 6. Juni 1934 ist der Ort ein California Historical Landmark, weil Twain dort 1864 und 1865 als Gast der Brüder Gillis Stoff für die Froschgeschichte und für "Roughing It" sammelte.[8]

Die Geschichte schrieb er nach dem Mark Twain Project wahrscheinlich zwischen dem 16. und 18. Oktober 1865 auf Bitten des Humoristen Artemus Ward. Am 18. November 1865 erschien sie in der New York Saturday Press unter dem Titel "Jim Smiley and His Jumping Frog". Sie wurde vielfach nachgedruckt; Richard Ogden, der New Yorker Korrespondent der Alta California, schrieb am 10. Dezember an seine Zeitung, sie habe ganz New York zum Lachen gebracht.[6] Bekannt ist sie heute als "The Celebrated Jumping Frog of Calaveras County".[3]

Kleine Holzhütte mit Steinkamin auf einem grasbewachsenen Hügel zwischen Eichen, ein Pfad führt hinauf, sanfte Hügel der Sierra-Vorberge im goldenen Abendlicht
Hügelland in den Goldfeldern Kaliforniens mit einer Holzhütte Bild: KI-generiert

Wieder in San Francisco und ohne Geld, wurde Twain Korrespondent der Enterprise. Danach fuhr er für die Sacramento Union als Reiseschreiber zu den Sandwich-Inseln, wie er Hawaii nennt.[1, 2] Die Briefe von 1866 wurden später zu den letzten Kapiteln von "Roughing It".[2] Zurück in San Francisco hielt er seinen ersten öffentlichen Vortrag: Er mietete das neue Opernhaus für den halben Preis von 50 Dollar auf Kredit, und auf den Plakaten stand der Satz "Doors open at 7½. The trouble will begin at 8." (Einlass um halb acht, der Ärger beginnt um acht). Der Saal war nach seiner Schilderung voll.[1]

Am 15. Dezember 1866 verließ er San Francisco mit dem Dampfer America in Richtung New York, über Nicaragua; am 12. Januar 1867 kam er dort an.[7] Auf der Fahrt brach nach Twain die Cholera aus.[1] Für die Alta California reiste er im Juni 1867 mit dem Dampfer Quaker City von New York ans Mittelmeer und ans Schwarze Meer; daraus entstand "The Innocents Abroad" (1869).[2]

Was erzählt "Roughing It"?

"Roughing It" erschien 1872 bei der American Publishing Company in Hartford.[2, 3] Die Kapitel über Nevada und Kalifornien bilden den Hauptteil, die Briefe aus Hawaii den Schluss.[2] Im Vorwort nennt Twain das Buch eine persönliche Erzählung und keine Geschichtsschreibung; dennoch enthalte es Auskunft über den Aufstieg und Höhepunkt des Silberfiebers in Nevada, über das bis dahin kein Augenzeuge ein Buch geschrieben habe.[1]

Als Quelle zeigt das Buch vor allem, wie Twain den Westen sah und erzählte. Er spitzt zu und erfindet und gibt das stellenweise selbst zu; Einzelheiten lassen sich deshalb nur mit anderen Quellen sichern.[1, 2] Seine Sicht auf die Gesellschaft Nevadas hält das Buch dennoch fest: Den Saloonwirt etwa zählt Twain zur obersten Schicht, vielleicht sogar eine Spur darüber. Seine Meinung habe Gewicht gehabt, und er habe bestimmt, wie Wahlen ausgingen (mehr auf der Seite Saloons im Wilden Westen).[1]

Wie schrieb Mark Twain über Indigene und Chinesen?

In Kapitel 19 von "Roughing It" schreibt Twain über die Goshute, denen er an der Kutschenroute nach seiner Angabe 250 Meilen von Salt Lake entfernt begegnete. Er schildert sie als schmutzig, hinterhältig und bettelnd und vergleicht sie mit Tieren. Am Ende verallgemeinert er: Wo immer man eine indigene Gruppe finde, habe man nur mehr oder weniger veränderte Goshute gefunden. Dabei stellt er sich als enttäuschten Leser von James Fenimore Cooper dar, dessen romantische Bilder er verspottet.[1]

die erbärmlichste Sorte Menschen, die ich bis heute gesehen habe

Mark Twain über die Goshute, Roughing It, 1872, Kapitel 19 Übersetzung der Redaktion[1]

Die Goshute leben bis heute in dieser Wüstenregion. Die Confederated Tribes of the Goshute Reservation sind eine der beiden Gruppen der Goshute Nation, die andere ist die Skull Valley Band. Ihr Deep Creek Reservation umfasst 112.870 Acres im White Pine County in Nevada und in den Countys Juab und Tooele in Utah; die Confederated Tribes zählen rund 400 Mitglieder.[11] Nach eigener Überlieferung haben die Goshute immer in dieser Wüste gelebt. Mit den Mormonen kamen in den 1850er Jahren weiße Siedler, Konflikte und Versuche der Bundesregierung, die Goshute umzusiedeln; das Reservat entstand erst 1914.[11]

Wie sich Twains Blick auf indigene Völker im Lauf seines Lebens veränderte, untersucht die Literaturwissenschaftlerin Kerry Driscoll in "Mark Twain among the Indians and Other Indigenous Peoples". Nach der Beschreibung des Verlags zeichnet das Buch nach, wie sich seine ethnozentrischen Haltungen entwickelten, von Hannibal in Missouri über die Bergbaulager der Sierra Nevada in den 1860er Jahren bis nach Hartford. Auf seiner Vortragsreise 1895 und 1896 erfuhr er in Australien und Neuseeland, wie indigene Völker unter britischer Kolonialherrschaft enteignet wurden.[10] Der Schriftsteller Carter Revard schreibt im Begleittext, Twains frühe Vorurteile hätten lange angehalten und sich erst in seinen letzten Jahren gemildert.[10]

Über die chinesischen Einwanderer schrieb Twain in Kapitel 54 anders. In Virginia City lebten nach ihm etwa tausend Chinesen in einem eigenen Viertel; der National Park Service nennt für das Chinatown der 1870er Jahre zeitweise 1.500 bis 2.000 Menschen.[1, 13] Twain lobt sie als ruhig, friedlich und fleißig und klagt die Behandlung durch die Weißen an: Vor Gericht konnte kein Chinese gegen einen Weißen aussagen, die Steuer für "ausländische" Bergleute traf fast nur Chinesen, wurde monatlich erhoben und in manchen Fällen im selben Monat ein- oder zweimal wiederholt, und wer ankam, musste am Hafen für eine Impfung 10 Dollar zahlen. Er berichtet auch, dass Jungen in San Francisco am helllichten Tag einen Chinesen zu Tode steinigten, ohne dass jemand aus der Menge eingriff.[1]

Sein Lob ist allerdings selbst abwertend. Die Chinesen seien harmlos, schreibt er, "wenn weiße Männer sie in Ruhe lassen oder nicht schlechter als Hunde behandeln". Im selben Kapitel druckt er eine eigene Meldung aus der Enterprise über das Chinatown von Virginia City nach, in der er Opiumraucher "gelbe, langzopfige Vagabunden" nennt und über ihr Essen spottet.[1] Schärfer fällt die Satire "Disgraceful Persecution of a Boy" aus, die Twain 1875 in den Band "Sketches New and Old" aufnahm: Sie beschreibt, wie die ganze Pazifikküste ihre Kinder lehrte, Chinesen zu verachten. In einer Anmerkung erinnert er sich, wie Metzger in San Francisco ihre Hunde auf einen Chinesen hetzten; er habe damals für eine Zeitung in San Francisco gearbeitet und den Vorfall nicht veröffentlichen dürfen.[9]

Was kam nach dem Westen, und wie starb Mark Twain?

1870 heiratete Twain Olivia Langdon aus Elmira im Staat New York, 1871 zog die Familie nach Hartford in Connecticut.[2] Auch über Bilder des Westens schrieb er: Über das Yosemite-Gemälde "The Domes of the Yosemite" von Albert Bierstadt schrieb er nach dem National Park Service, es sei viel zu prächtig und habe eher die Atmosphäre des Jenseits als die Kaliforniens.[14] Mark Twain starb am 21. April 1910 in Redding, Connecticut, an einem Herzinfarkt.[3] Er war damals nach Berkove der beliebteste Schriftsteller der USA.[2]

Weite Wüstenebene mit Beifußsträuchern und einer staubigen Wagenspur, am Horizont kahle Berge mit Schneeresten, Staubwolken im Wind unter hellem Abendhimmel
Beifußebene in Nevada, wie Twain sie bei der Fahrt nach Carson City 1861 beschreibt Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Mark Twain
  1. Juli 1861Mit seinem Bruder Orion, dem neuen Sekretär des Nevada-Territoriums, bricht er in den Westen auf.[2, 1] Overland Stage Line
  2. 04.10.1862Die Territorial Enterprise druckt seine erfundene Meldung "Petrified Man".[5] Virginia City
  3. 03.02.1863"Letter from Carson City" in der Territorial Enterprise, wahrscheinlich der erste Text mit der Unterschrift "Mark Twain".[4] Virginia City
  4. 1864Er zieht nach Kalifornien und schreibt für Zeitungen in San Francisco.[2]
  5. Dezember 1864Er ist Gast bei Jim Gillis und Dick Stoker auf dem Jackass Hill in Kalifornien.[6, 8]
  6. 18.11.1865Die New York Saturday Press druckt "Jim Smiley and His Jumping Frog".[6]
  7. 1866Für die Sacramento Union schreibt er Reisebriefe aus Hawaii.[2]
  8. 15.12.1866Er verlässt San Francisco mit dem Dampfer America in Richtung New York.[7]
  9. 1872"Roughing It" erscheint bei der American Publishing Company in Hartford.[2, 3]
  10. 21.04.1910Mark Twain stirbt in Redding, Connecticut.[3]

Was ist Legende, was ist belegt?

Viele Geschichten über Twain im Westen stammen von ihm selbst. Seine Misserfolge als Silbersucher erzählte er später als Komödie, und als Reporter erfand er Meldungen, die andere Zeitungen für bare Münze nahmen.[1, 2, 5]

Häufige Fragen

Warum heißt Mark Twain so?

Nach seiner eigenen Erklärung in "Life on the Mississippi" ist "mark twain" der Ruf beim Ausloten des Flusses für zwei Faden Wassertiefe. Den Namen habe er von dem alten Lotsen Isaiah Sellers übernommen, der seine Flussberichte so unterschrieb. Als Schriftstellername benutzte Samuel Clemens ihn ab Februar 1863 in Nevada.

Wann war Mark Twain in Nevada?

Von 1861 bis 1864. Im Juli 1861 brach er mit seinem Bruder Orion auf, der Sekretär des Nevada-Territoriums geworden war. 1864 zog er nach Kalifornien weiter, schickte der Territorial Enterprise aber weiter Beiträge.

War Mark Twain Goldgräber?

Er suchte in Nevada vor allem Silber, in den Bezirken Humboldt und Esmeralda, und arbeitete kurz in einer Pochmühle. Nach der Online Nevada Encyclopedia war das mühsam und brachte nichts ein. Danach wurde er Reporter.

Für welche Zeitung schrieb Mark Twain in Virginia City?

Für die Territorial Enterprise, damals die herausragende Zeitung an der Comstock Lode. Ihr Herausgeber Joe Goodman stellte ihn als Reporter ein; sein Lehrmeister war Dan De Quille, eigentlich William Wright.

Was ist "Roughing It"?

Twains Buch über seine Jahre im Westen, 1872 bei der American Publishing Company in Hartford erschienen. Es erzählt von der Kutschfahrt nach Nevada, dem Silberfieber, Virginia City, San Francisco und Hawaii. Twain selbst nennt es eine persönliche Erzählung, keine Geschichtsschreibung, und gibt zu, als Reporter Meldungen erfunden zu haben.

Was schrieb Mark Twain über Chinesen und Indigene?

Beides steht in "Roughing It". Über die Goshute schrieb er abfällig und verglich sie mit Tieren. Die Benachteiligung chinesischer Einwanderer vor Gericht und durch Sondersteuern prangerte er an, beschrieb sie aber zugleich mit Klischees.

Wo steht die Hütte von Mark Twain in Kalifornien?

Auf dem Jackass Hill bei Tuttletown im Tuolumne County. Dort war Twain 1864 und 1865 Gast der Brüder Gillis. Heute steht dort ein Nachbau der Hütte mit dem originalen Kamin, seit 1934 ein California Historical Landmark.

Quellen

  1. Primärquelle Mark Twain: Roughing It. Ausgabe Project Gutenberg, eBook 3177 (Erstausgabe American Publishing Company, Hartford 1872). Stand 1872 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 31.03.2024). abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Lawrence I. Berkove: Mark Twain. Online Nevada Encyclopedia, Nevada Humanities. Stand 16.11.2009, aktualisiert 20.10.2015. abgerufen am 25.10.2026
  3. Nachschlagewerk Mark Twain. Encyclopaedia Britannica. Stand 12.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
  4. Archiv Letter from Carson City (Kommentar der Herausgeber). Mark Twain Project Online, University of California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  5. Archiv Petrified Man (Kommentar der Herausgeber). Mark Twain Project Online, University of California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  6. Archiv Jim Smiley and His Jumping Frog (Kommentar der Herausgeber). Mark Twain Project Online, University of California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Archiv A Doomed Voyage, Notizbuch 7 (Kommentar der Herausgeber). Mark Twain Project Online, University of California. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle Mark Twain Cabin, California Historical Landmark Nr. 138. California State Parks, Office of Historic Preservation. Stand eingetragen 06.06.1934. abgerufen am 25.10.2026
  9. Primärquelle Mark Twain: Disgraceful Persecution of a Boy, in: Sketches New and Old (Hartford 1875). Ausgabe Project Gutenberg, eBook 3189. Stand 1875 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 23.02.2018). abgerufen am 25.10.2026
  10. Fachbuch Kerry Driscoll: Mark Twain among the Indians and Other Indigenous Peoples, ISBN 9780520310742 (Verlagsseite mit Beschreibung). University of California Press. Stand 2019 (Taschenbuch). abgerufen am 25.10.2026
  11. Amtliche Stelle Confederated Tribes of the Goshutes. Utah Division of Indian Affairs. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  12. Primärquelle Mark Twain: Life on the Mississippi, Kapitel 8 und 50. Ausgabe Project Gutenberg, eBook 245 (Erstausgabe 1883). Stand 1883 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 01.01.2021). abgerufen am 25.10.2026
  13. Amtliche Stelle Virginia City Historic District, Nevada. National Park Service. Stand 05.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  14. Amtliche Stelle Paintings of Yosemite. National Park Service, Yosemite National Park. Stand 26.08.2021. abgerufen am 25.10.2026
  15. Amtliche Stelle Grant Marsh. National Park Service, Missouri National Recreational River. Stand 16.08.2019. abgerufen am 26.10.2026

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